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Hallo,

die Süddeutsche Zeitung hat heute einen Artikel über das Reiseverhalten der Deutschen im Vergleich zu anderen Ländern veröffentlicht. Leider sind Deutsche im Verhältnis zu anderen Ländern nicht unbedingt bereit den Fliegen gegen den Zug zu tauschen.

Zitat: "Deutsche sind einer Umfrage zufolge weniger bereit, vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen als Menschen in anderen Staaten. In Polen, Frankreich und den Niederlanden ist dieser Anteil merklich höher."

Weiter gehts hier: [www.sueddeutsche.de]

Gruß Baubetriebliche Zugregelung

Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 30.03.21 10:04

Moin.

Als ich letzte Woche mein neues Auto abgeholt habe, war bereits in Basel der ICE in der Anfahrt mit 5 min angeschlagen. Ich sah meinen Anschluss in Mannheim schon ohne mich davon rauschen. Dort angekommen, hiess es dann Beine in die Hand nehmen und: Raus, runter, rüber, hoch, rein - biep-biep-biep und weg. In Stuttgart klemmte es in der Ausfahrt, an der Steige kurz vor Ulm in der Einfahrt, zw Günzburg und München war Baustelle - zack - S-Bahn weg. Ach ja, die Stunde Busfahrt von Kandern an den Basel Bad Bahnhof erwähne ich eig gar nicht. Das ist nur ein Beispiel von vielen, wenn in DE mit der Bahn/dem ÖPNV „gereist“ wird. Und das soll ich dann mit Familie und Koffer durchziehen? Ganz nebenbei komme ich mit der Bahn da gar nicht hin, wo ich bevorzugt Urlaube ...

Grüsse, Krischan.

"Theoretisch müsste ich mich eigentlich aufregen - aber der Gesundheit zu liebe ist es mir völlig egal!"




Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: EC-Goethe

Datum: 30.03.21 10:19

Maskenpflicht verschärft das Problem. Wer fährt schon gerne 4:00 Uhr morgens in Hamburg los und lässt bis 10:38 Uhr in Stuttgart Maske auf .Wenn Lufthansa Tochter in 1 Stunde morgens nach Stuttgart schafft .Bahn leider zu langsam. Wird auch die paar Sprinter nix ändern. Früher gings schneller irgendwie.Jena Paradies -Hamburg im direkten ICE in 3.45 h .heute 04:30 h im direkten ICE oder mit Umstieg. Bummeln lange Standzeiten das neue Bahn.

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Patrick Rudin

Datum: 30.03.21 10:30

EC-Goethe schrieb:
Maskenpflicht verschärft das Problem. Wer fährt schon gerne 4:00 Uhr morgens in Hamburg los und lässt bis 10:38 Uhr in Stuttgart Maske auf .

Ich auf jeden Fall. Und sehe auch den Sinn dahinter, wenn ich alleine im Abteil sitze.

Im Ernst: Der momentan grosse Gewinner ist das eigene Auto. Und das wird auch nach der Pandemie eine Weile so bleiben, da sich einige gerade jetzt ein Auto gekauft haben, die wegen der unsäglichen Maskenpflicht oder der vermeintlichen Ansteckungsgefahr dem ÖV den Rücken kehren wollten - ich gehöre auch dazu (hatte vorher nie ein Auto und wollte eigentlich auch nie eines).

Deshalb ist der Zeitpunkt der Umfrage momentan völlig sinnlos. Ohne Corona wäre meine Reihenfolge folgende: Nachtzug -> Flugzeug -> Tagzüge (bis und mit ICE3) -> lange nichts -> ICE4.
Baubetriebliche Zugregelung schrieb:
Zitat: "Deutsche sind einer Umfrage zufolge weniger bereit, vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen als Menschen in anderen Staaten. In Polen, Frankreich und den Niederlanden ist dieser Anteil merklich höher."
Gibt es denn in Polen so viele Inlandsflüge?

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: RailBox

Datum: 30.03.21 10:44

... am Ende wird jeder irgendeine eine Begründung für sein ohnehin gewünschtes Tun finden ...

Grüße
RailBox
Sicher gibt es in Polen Inlandsflüge, einfach mal googeln. Was es nicht gibt, sind Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken.
Die inner-niederländischen Flugverbindungen sind dagegen nicht der Rede wert.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Baubetriebliche Zugregelung schrieb:
die Süddeutsche Zeitung hat heute einen Artikel über das Reiseverhalten der Deutschen im Vergleich zu anderen Ländern veröffentlicht. Leider sind Deutsche im Verhältnis zu anderen Ländern nicht unbedingt bereit den Fliegen gegen den Zug zu tauschen.

Zitat: "Deutsche sind einer Umfrage zufolge weniger bereit, vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen als Menschen in anderen Staaten. In Polen, Frankreich und den Niederlanden ist dieser Anteil merklich höher."

Weiter gehts hier: [www.sueddeutsche.de]
Was mich angeht: die Zeitung hat recht. Ich bin noch nie von Düsseldorf nach Amsterdam geflogen.
Nietenreko schrieb:
Sicher gibt es in Polen Inlandsflüge, einfach mal googeln. Was es nicht gibt, sind Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken.
Die inner-niederländischen Flugverbindungen sind dagegen nicht der Rede wert.
Die gleiche Aussage gälte wohl für "Flugverbindungen innerhalb NRW" - was mit den Niederlanden vergleichbar groß ist. Innerbayrische Flüge z.B. sind auch eher überschaubar.

Von reinen Inlandsflügen ist nicht die Rede

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 30.03.21 12:06

Nur von der mentalen Bereitschaft in den genannten Ländern. Da geht es also auch um europäische Reisen mit Bahn statt Flug, vielleicht von Amsterdam nach München oder von Warschau nach Hannover usw.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Zufallsbegegnung auf dem Bahnsteig: Kleiner Sohnemann fragt den Vater, was das da oben für Kabel über dem Gleis seien. "Das ist die Energieschnur. Die zieht den Zug..."

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Edersee

Datum: 30.03.21 12:39

Hallo Christian,

zack - eigentlich fährt ein ICE die 5 Minuten Verspätung von Basel Bad Bf bis Freiburg(Breisgau) Hbf locker raus - auch in der Folge von Offenburg bis Baden Baden gibt es viel Potenzial der Fahrzeitanpassung. Beim Umstieg in Mannheim gebe ich mir von vorneherein einen "Zeitpuffer". Auch auf der AB Stuttgart-München gibt es zahlreiche unvorhergesehene Staus. Außerdem fahren in München fahren erfahrungsgemäß in kurzen Abständen die S-Bahnen in alle Richtungen.

Viele Grüße
Ederseebahn

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 30.03.21 12:58

Edersee schrieb:
Hallo Christian,

zack - eigentlich fährt ein ICE die 5 Minuten Verspätung von Basel Bad Bf bis Freiburg(Breisgau) Hbf locker raus - auch in der Folge von Offenburg bis Baden Baden gibt es viel Potenzial der Fahrzeitanpassung. Beim Umstieg in Mannheim gebe ich mir von vorneherein einen "Zeitpuffer". Auch auf der AB Stuttgart-München gibt es zahlreiche unvorhergesehene Staus. Außerdem fahren in München fahren erfahrungsgemäß in kurzen Abständen die S-Bahnen in alle Richtungen.

Viele Grüße
Ederseebahn
Ändert nix daran, wenn es sich a) um eine Zugbindung handelt und b) sämtliche Zeitpuffer aus welchen Gründen auch immer aufgebraucht werden/wurden. Wenn dann noch ein Gelegenheitszugfahrer dies bei zwei von zwei Fahrten erlebt, ist das einglatter hundertprozentiger Misserfolg auf ganzer Linie. Das macht jener kein drittes Mal mit ...

Edit (*Finger zu dick): Auf dem Heimweg ging es dann mit dem Auto; ob es dann 4.46 h oder 5.08 h sind, ist gerade egal, denn da gibt es keine abzuwartenden Anschlüsse, welche davon fahren (die übrigens im Zug noch als erreichbar angekündigt wurden) ..

Grüsse, Krischan.

"Theoretisch müsste ich mich eigentlich aufregen - aber der Gesundheit zu liebe ist es mir völlig egal!"








1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.03.21 13:01.

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: nozomi07

Datum: 30.03.21 13:02

Christian Snizek schrieb:
Moin.

Als ich letzte Woche mein neues Auto abgeholt habe, war bereits in Basel der ICE in der Anfahrt mit 5 min angeschlagen. Ich sah meinen Anschluss in Mannheim schon ohne mich davon rauschen. Dort angekommen, hiess es dann Beine in die Hand nehmen und: Raus, runter, rüber, hoch, rein - biep-biep-biep und weg. In Stuttgart klemmte es in der Ausfahrt, an der Steige kurz vor Ulm in der Einfahrt, zw Günzburg und München war Baustelle - zack - S-Bahn weg. Ach ja, die Stunde Busfahrt von Kandern an den Basel Bad Bahnhof erwähne ich eig gar nicht. Das ist nur ein Beispiel von vielen, wenn in DE mit der Bahn/dem ÖPNV „gereist“ wird. Und das soll ich dann mit Familie und Koffer durchziehen? Ganz nebenbei komme ich mit der Bahn da gar nicht hin, wo ich bevorzugt Urlaube ...
...aber mit dem Flugzeug kommst du da hin? Dann tippe ich auf Planespotter?

Mit Familie wähle ich die Anschlüsse großzügiger. Das tut man als Flugreisender auch, oder wer kommt mit Kind und Kegel 15 min vor Boarding zum Flughafen?

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 30.03.21 13:06

nozomi07 schrieb:
Christian Snizek schrieb:
Moin.

Als ich letzte Woche mein neues Auto abgeholt habe, war bereits in Basel der ICE in der Anfahrt mit 5 min angeschlagen. Ich sah meinen Anschluss in Mannheim schon ohne mich davon rauschen. Dort angekommen, hiess es dann Beine in die Hand nehmen und: Raus, runter, rüber, hoch, rein - biep-biep-biep und weg. In Stuttgart klemmte es in der Ausfahrt, an der Steige kurz vor Ulm in der Einfahrt, zw Günzburg und München war Baustelle - zack - S-Bahn weg. Ach ja, die Stunde Busfahrt von Kandern an den Basel Bad Bahnhof erwähne ich eig gar nicht. Das ist nur ein Beispiel von vielen, wenn in DE mit der Bahn/dem ÖPNV „gereist“ wird. Und das soll ich dann mit Familie und Koffer durchziehen? Ganz nebenbei komme ich mit der Bahn da gar nicht hin, wo ich bevorzugt Urlaube ...
...aber mit dem Flugzeug kommst du da hin? Dann tippe ich auf Planespotter?

Mit Familie wähle ich die Anschlüsse großzügiger. Das tut man als Flugreisender auch, oder wer kommt mit Kind und Kegel 15 min vor Boarding zum Flughafen?
Australien, Amerika, etc. sind nun mal nicht per Bahn erreichbar.

Grüsse, Krischan.

"Theoretisch müsste ich mich eigentlich aufregen - aber der Gesundheit zu liebe ist es mir völlig egal!"




Und was ist mit der verlorenen Zeit auf der Autobahn?

geschrieben von: Rentier99

Datum: 30.03.21 15:20

Guten Tag zusammen

Diese Argumentation finde ich immer wieder bemerkenswert. Im Auto spielt es zwar (in den meisten Fällen) effektiv keine Rolle, ob man 4.46h oder 5.08h unterwegs ist. Was dabei aber komplett ausgeblendet wird ist, dass man durch das stumpfsinnige Fahren auf der Autobahn genau diese Zeit eigentlich "verloren" hat. Im Zug bin ich vielleicht bei einem Anschlussbruch statt 5h dann auch einmal 6h unterwegs, dafür konnte ich den grössten Teil dieser Zeit sinnvoll nutzen (arbeiten, lesen, mit den Kindern spielen etc.) und nicht nur durch die Windschutzscheibe auf das vorausfahrende Auto starren. Aber wie ein anderer User schon schrieb, jeder macht sowieso was für einen am Besten stimmt und zimmert sich dann seine Rechtfertigung für das gute Gewissen zusammen.

Und ja, ich fahre auch Auto, und nutze das auch, wenn es Ziele zu erreichen gibt, die nicht oder nur schlecht mit dem öV erreichbar sind. Aber was man an stundenlangen monotonen Autobahnfahrten als Eisenbahninteressierter (und ich gehe davon aus, dass sich in diesem Forum eigentlich solche Personen tummeln sollten) besser finden soll als Zugreisen, das erschliesst sich mir nicht. Anders wäre es natürlich in einem Autotuner- oder Raserforum...

Mit bestem Gruss
Rentier99



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.03.21 15:21.

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: ifra

Datum: 30.03.21 16:20

Christian Snizek schrieb:
nozomi07 schrieb:
Christian Snizek schrieb:
Moin.

Als ich letzte Woche mein neues Auto abgeholt habe, war bereits in Basel der ICE in der Anfahrt mit 5 min angeschlagen. Ich sah meinen Anschluss in Mannheim schon ohne mich davon rauschen. Dort angekommen, hiess es dann Beine in die Hand nehmen und: Raus, runter, rüber, hoch, rein - biep-biep-biep und weg. In Stuttgart klemmte es in der Ausfahrt, an der Steige kurz vor Ulm in der Einfahrt, zw Günzburg und München war Baustelle - zack - S-Bahn weg. Ach ja, die Stunde Busfahrt von Kandern an den Basel Bad Bahnhof erwähne ich eig gar nicht. Das ist nur ein Beispiel von vielen, wenn in DE mit der Bahn/dem ÖPNV „gereist“ wird. Und das soll ich dann mit Familie und Koffer durchziehen? Ganz nebenbei komme ich mit der Bahn da gar nicht hin, wo ich bevorzugt Urlaube ...
...aber mit dem Flugzeug kommst du da hin? Dann tippe ich auf Planespotter?

Mit Familie wähle ich die Anschlüsse großzügiger. Das tut man als Flugreisender auch, oder wer kommt mit Kind und Kegel 15 min vor Boarding zum Flughafen?
Australien, Amerika, etc. sind nun mal nicht per Bahn erreichbar.
Wer fliegt schon jede Woche nach Australien? Oder nach Amerika? Ja, ich weiß, Piloten und Personal vom Bordservice.

Also, für eine verschwindend kleine Minderheit muss man nicht so ein Tamtam machen. Wenn es dem Betroffenen Spass macht, mit dem Flugzeug von Basel nach München zu fahren, na bitte. Wie oft geht das Flugzeug? Was kostet das Ticket? Geht es etwa da noch ohne Maske und ohne Schnelltest beim Check-In? Ob er sich dann auch um fün Minuten verspätete Landung und daraufhin "verpasste" S-Bahn in die City beschweren würde? - Tja, und könnte er von Basel mit der Bahn nicht auch über Zürich und dann über Lindau umsteigefrei nach München fahren, wenn schon Regionalzüge auf deutschem Boden gemieden werden? Das dürfte für die meisten Orte in der westlichen Schweiz günstiger sein, als erst mal nach Basel.

Ich dachte kürzlich, als über 15 Flüge mit insgesamt 2000 Reisenden nach Mallorca geredet wurde, wenn da am Wochenende zwei Züge von Hamburg nach Sylt fahren, haben die zwei Züge genausoviele Plätze und Freizetmenschen an Bord. Und die zwei Züge sind dann wirklich nicht der Rede wert angesichts des Fahrgastaufkommens an (coronafreien) Urlaubstagen.

Dass sich die Luftfahrtindustrie immer so in den Mittelpunkt stellen muss, als ob sie der Nabel der Mobilitätswelt ist.

Wenn man dann noch hört, dass viele professionelle Fluglostsen lieber mit der Bahn fahren als selber in Passagierflugzeug zu steigen ... Viel Spass beim Fliegen über Deutschland.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.03.21 16:23.

Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe...

geschrieben von: kmueller

Datum: 30.03.21 16:55

ifra schrieb:
Ich dachte kürzlich, als über 15 Flüge mit insgesamt 2000 Reisenden nach Mallorca geredet wurde, wenn da am Wochenende zwei Züge von Hamburg nach Sylt fahren, haben die zwei Züge genausoviele Plätze und Freizetmenschen an Bord.
Es wurde von 130 Maschinen innerhalb eines Wochenendes gesprochen. Das wären etwa 20000 Fluggäste. Interessant wird die Rückkehr. Maximal 48h vor Ankunft muß man sich testen lassen, und weil die Auswertung eines PCR-Tests gewöhnlich gute 20h braucht, kann man den Test auch nicht viel später als 24h vor dem Einchecken legen. Erfolgt die Rückreise ähnlich konzentriert wie die Hinreise, nämlich an einem Wochenende, fallen 20000 Tests innerhalb eines Zeitraums von 2 Tagen an. Ich bezweifle, daß die Mallorquiner das schaffen...
Rentier99 schrieb:
Guten Tag zusammen

Diese Argumentation finde ich immer wieder bemerkenswert. Im Auto spielt es zwar (in den meisten Fällen) effektiv keine Rolle, ob man 4.46h oder 5.08h unterwegs ist. Was dabei aber komplett ausgeblendet wird ist, dass man durch das stumpfsinnige Fahren auf der Autobahn genau diese Zeit eigentlich "verloren" hat. Im Zug bin ich vielleicht bei einem Anschlussbruch statt 5h dann auch einmal 6h unterwegs, dafür konnte ich den grössten Teil dieser Zeit sinnvoll nutzen (arbeiten, lesen, mit den Kindern spielen etc.) und nicht nur durch die Windschutzscheibe auf das vorausfahrende Auto starren.
Vielleicht sollte man es eher mit dem Fernsehen vergleichen, jedenfalls so wie früher.
Wenn Thomas Gottschalk eine halbe Stunde überzog, fanden das viele nicht so schlimm, weil unterhaltsam.

Im Auto starren einige Leute in die Windschutzscheibe wie im TV, finden es spannend zu sehen was die Anderen, die Raser, Drängler, Schleicher etc. so treiben und die Zeit vergeht unmerklich.

Im Zug wird bisweilen auf den Minutenzeiger der Uhr gestarrt und das kann leicht als quälend empfunden werden.
Kommt dann eine Verspätungsdurchsage, zücken nicht wenige ihr handy um sogleich weiterzusagen, was eben durchgesagt wurde. Ob das im Auto auch so üblich ist?

Autos fahren nicht nach Fahrplan, von daher kann es auch keine enttäuschten Erwartungen geben.

Re: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe...

geschrieben von: Neuding

Datum: 30.03.21 17:15

kmueller schrieb:
ifra schrieb:
Ich dachte kürzlich, als über 15 Flüge mit insgesamt 2000 Reisenden nach Mallorca geredet wurde, wenn da am Wochenende zwei Züge von Hamburg nach Sylt fahren, haben die zwei Züge genausoviele Plätze und Freizetmenschen an Bord.
Es wurde von 130 Maschinen innerhalb eines Wochenendes gesprochen. Das wären etwa 20000 Fluggäste. Interessant wird die Rückkehr. Maximal 48h vor Ankunft muß man sich testen lassen, und weil die Auswertung eines PCR-Tests gewöhnlich gute 20h braucht, kann man den Test auch nicht viel später als 24h vor dem Einchecken legen. Erfolgt die Rückreise ähnlich konzentriert wie die Hinreise, nämlich an einem Wochenende, fallen 20000 Tests innerhalb eines Zeitraums von 2 Tagen an. Ich bezweifle, daß die Mallorquiner das schaffen...
Hauptsache mal wieder auf Malle gewesen - und vor den geschlossenen Läden des Ballermann gestanden ...

Re: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe...

geschrieben von: PotsdamerEiche

Datum: 30.03.21 17:35

Neuding schrieb:
Zitat:
Hauptsache mal wieder auf Malle gewesen - und vor den geschlossenen Läden des Ballermann gestanden ...
Du warst scheinbar noch nie auf Mallorca. Anders lässt sich so eine Aussage nicht erklären.

Und dagegen muss man was tun ...

geschrieben von: traktionsumrichter

Datum: 30.03.21 17:51

Christian Snizek schrieb:
Moin.

Als ich letzte Woche mein neues Auto abgeholt habe, war bereits in Basel der ICE in der Anfahrt mit 5 min angeschlagen. Ich sah meinen Anschluss in Mannheim schon ohne mich davon rauschen. Dort angekommen, hiess es dann Beine in die Hand nehmen und: Raus, runter, rüber, hoch, rein - biep-biep-biep und weg. In Stuttgart klemmte es in der Ausfahrt, an der Steige kurz vor Ulm in der Einfahrt, zw Günzburg und München war Baustelle - zack - S-Bahn weg. Ach ja, die Stunde Busfahrt von Kandern an den Basel Bad Bahnhof erwähne ich eig gar nicht. Das ist nur ein Beispiel von vielen, wenn in DE mit der Bahn/dem ÖPNV „gereist“ wird. Und das soll ich dann mit Familie und Koffer durchziehen? Ganz nebenbei komme ich mit der Bahn da gar nicht hin, wo ich bevorzugt Urlaube ...
Bahnstrecken MASSIVST ausbauen. Das, was man in den letzten Jahrzehnten in die Straßeninfrastruktur- und instandhaltung gesteckt hat, muss man nun auch in die Bahninfrastruktur stecken. Vorübergehend kann man es so regeln, dass Anschlüsse bis zu 10 Minuten auf verspätete Züge warten. Geht das nicht, hat das EVU einen Ersatzzug oder eben Taxis bereit zu stellen. Dann kriegt man einige Leute vom Auto in den Zug. Dann hilft man der Verkehrswende etwas. Dann verringert man die Emissionen im Verkehrssektor. Aber wir haben ja leider einen CSUler im Verkehrsministerium.

Re: Und dagegen muss man was tun ...

geschrieben von: MD 612

Datum: 30.03.21 17:56

traktionsumrichter schrieb:
Vorübergehend kann man es so regeln, dass Anschlüsse bis zu 10 Minuten auf verspätete Züge warten. Geht das nicht, hat das EVU einen Ersatzzug oder eben Taxis bereit zu stellen.
Die Mehrkosten dafür schlagen wir auf die Fahrpreise drauf?? Da wird das aber nichts mit klimafreundlicher Verkehrswende...

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter
Baubetriebliche Zugregelung schrieb:
Hallo,

die Süddeutsche Zeitung hat heute einen Artikel über das Reiseverhalten der Deutschen im Vergleich zu anderen Ländern veröffentlicht. Leider sind Deutsche im Verhältnis zu anderen Ländern nicht unbedingt bereit den Fliegen gegen den Zug zu tauschen.

Zitat: "Deutsche sind einer Umfrage zufolge weniger bereit, vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen als Menschen in anderen Staaten. In Polen, Frankreich und den Niederlanden ist dieser Anteil merklich höher."

Weiter gehts hier: [www.sueddeutsche.de]
Es gibt doch im Moment kaum Flüge in Deutschland.
Baubetriebliche Zugregelung schrieb:
Hallo,

die Süddeutsche Zeitung hat heute einen Artikel über das Reiseverhalten der Deutschen im Vergleich zu anderen Ländern veröffentlicht. Leider sind Deutsche im Verhältnis zu anderen Ländern nicht unbedingt bereit den Fliegen gegen den Zug zu tauschen.

Zitat: "Deutsche sind einer Umfrage zufolge weniger bereit, vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen als Menschen in anderen Staaten. In Polen, Frankreich und den Niederlanden ist dieser Anteil merklich höher."

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Wann ist die Umfrage gemacht worden. Vor covid ode während covid.
Flieg ich innerhalb D-land, aber mit Umstieg unddurchchekt bis zum Auslandsflughafen?
Haben wir zuviel Regionalflughäfen, die das "schnelle" fliegen möglich machen.

Die nächste Bundesregierung mit sicherlich grüner Beteiligung wird so manche Klimabedingte Verbotskröte beschließen. Da sind innerdeutschte Flüge ganz weit vorne.
Dann bitte auch eine abschaffung der Flugbereitschaft für innerdeutsche Flüge. Videokonferenz oder Entschleunigung.
Bei reinen Inlandsflügen ohne Anschlussflug (z. B. nach Übersee) ist der Flug in der Regel deutlich teurer als ein Bahnticket. Außerdem fliegen die Flugzeuge deutlich seltener als die Züge fahren. ICEs oder ICs fahren oft stündlich, die Flugzeuge fliegen höchstens alle zwei bis drei Stunden (vor der Pandemie). Mit der Bahn wäre man sofort im Zentrum einer Stadt, während man vom Flughafen erst noch eine längere Fahrt ins Stadtzentrum vor sich hat.

Somit dürfte für die meisten Reisenden der Zug deutlich attraktiver sein.

Anders sieht das bei Geschäftsleuten aus, die nur für einen Termin z. B. von Hamburg oder Bremen nach München müssen: Hier wird das Flugzeug bevorzugt werden, da man am gleichen Tag wieder zurück sein kann. Vor der Pandemie war das der Fall, ob das bei den zurzeit selteneren Flügen immer noch so attraktiv ist, sei dahingestellt. Viele Konferenzen dürften nun auch online stattfinden, so dass die Geschäftsreise komplett entfallen kann.

Es kommt also darauf an, wieviel einem die Schnelligkeit des Flugzeugs wert ist. Bei Urlauben in Deutschland oder dem benachbarten Ausland dürfte das egal sein, da ein Tag sowieso für die Anreise zu rechnen ist. Da wäre der Zug dann meistens günstiger und auf jeden Fall umweltfreundlicher.

Interessanterweise geht der Zeitungsartikel weder auf die Preisunterschiede zwischen Bahn und Flugzeug ein noch berücksichtigt er den Stellenwert der Schnelligkeit für die Reisenden (Geschäftsleute oder private Urlaubsreisende). Somit ist die Aussagekraft der Überschrift aus meiner Sicht eher sehr gering.
Wenn man nicht direkt am ICE-Netz wohnt und auch in dessen Nähe möchte, dauern Bahnfahrten oft sehr viel länger. Man hat die Unzuverlässigkeit und verpasste Anschlüsse, überfüllte Züge, Nervensägen und diese ganzen Unwägbarkeiten. Nichts für Autofahrer oder Flugpassagiere, die in der Bahn heimisch werden sollen.

Ich persönlich wohne in einer Großstadt und bevorzuge eher die Bahn. Mich nerven beim Fliegen die Sicherheitskontrollen, vor allem, was man an Essen und Wasser nicht dabei haben darf und wie unhöflich das kontrolliert wird, und die Handgepäckgrenzen und die Umständlichkeit und zeitliche Unkalkulierbarkeit des Abgebens und wieder Zurückkriegens. Bei der Bahn finde ich topp, dass ich in der letzten Sekunde noch aufspringen kann und mitkomme. Ohne Puffer wie beim Fliegen. Und viel Gepäck oder mal was Schweres ist keinerlei Problem.

Die Normalpreise der Bahn liegen leider oft ÜBER den Flugpreisen. Sehr oft gehen Flüge übrigens schon, Köln-Berlin zum Beispiel, jedenfalls vor Corona.

Bei Anschlussflügen, komme oft inneneuropäisch an, bevorzuge ich einen kurzen, innerdeutschen Weiterflug gegenüber der Bahn. Da bin ich schon "im System". Sonst schaffe ich es abends auch gar nicht mehr nach Hause.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.03.21 21:31.

Re: Und was ist mit der verlorenen Zeit auf der Autobahn?

geschrieben von: THU

Datum: 30.03.21 22:01

Neuding schrieb:
Im Auto starren einige Leute in die Windschutzscheibe wie im TV, finden es spannend zu sehen was die Anderen, die Raser, Drängler, Schleicher etc. so treiben und die Zeit vergeht unmerklich.
Stimmt. Der Blick nach vorne ist eigentlich recht spannend. Wird einem im Zug ja leider verwehrt ;-)

Ich kann ja nur aus Beifahrersicht sprechen, aber als solcher mache ich im Auto eigentlich das gleiche, was ich auch im Zug mache. Nur mit dem Unterschied, dass ich eben auch vorne rausgucken kann und auch zur Seite raus oft mehr sehe als auf manchen Bahnstrecken, zudem kann man auch im Dunkeln draußen was sehen, während man sich im Zugfenster aufgrund der hellen Innenraumspiegelung nur selbst anglotzen kann. Und man kann im Auto noch die Fenster öffnen und sich den Wind um die Nase wehen lassen (okay, auf Autobahnen eher unangenehm). Dafür kann man im Zug während der Fahrt aufstehen, was man angesichts der unbequemer werdenden Sitze allerdings auch öfters mal tun muss.


Geflogen bin ich bisher nie (bin auch nicht der größte Reisemensch), aber auf manchen Strecken verstehe ich schon, dass man den Flieger vorzieht. Ruhrgebiet - Wien war damals im ICE schon recht grenzwertig, was die Reisezeit angeht, selbst mit Verschnaufpause (die ja wiederum die Gesamtfahrzeit verlängert). Da muss die Bahn noch mindestens zwei Stunden schneller werden.

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Stupor Mundi

Datum: 30.03.21 22:14

Von Basel Bad Bf nach München via Mannheim? Komische Route, noch gibt es ja die Direktverbindung als IRE allle zwei Stunden in drei Stunden bis Ulm, kann auch dort Verspätungen geben, aber ich würde diese Route immer vorziehen.

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 30.03.21 22:24

Stupor Mundi schrieb:
Von Basel Bad Bf nach München via Mannheim? Komische Route, noch gibt es ja die Direktverbindung als IRE allle zwei Stunden in drei Stunden bis Ulm, kann auch dort Verspätungen geben, aber ich würde diese Route immer vorziehen.
Wird/wurde so angeboten: Basel Bad -> Mannheim -> Pasing -> Weilheim ...

Grüsse, Krischan.

"Theoretisch müsste ich mich eigentlich aufregen - aber der Gesundheit zu liebe ist es mir völlig egal!"




Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Stupor Mundi

Datum: 30.03.21 22:36

Ich würde mal sagen da lenkt die DB bewußt ihre Reisenden in ICEs, auf dafür sinnfreien Routen, hier sollte man die Linien vor Ort immer selbst kennen und mit dem Setzen von "Via"-Punkten und Verkehrsmittelauswahl das gezielt steuern.
Bei mir wäre es wohl eher anders herum. Es gab noch keinen Zug der auf 11200m Höhe einen Lämmergeier im Triebwerk hatte.

Liebe Leute,

Bleibt gesund und wenn es geht daheim!

OT: Verbindungen zum Zielort letzte Woche

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 30.03.21 22:57

Stupor Mundi schrieb:
Ich würde mal sagen da lenkt die DB bewußt ihre Reisenden in ICEs, auf dafür sinnfreien Routen, hier sollte man die Linien vor Ort immer selbst kennen und mit dem Setzen von "Via"-Punkten und Verkehrsmittelauswahl das gezielt steuern.
Bringt aber zeitlich keinerlei Vorteil, im Gegenteil (eben mal geschaut, wenn ich nix übersehen hatte):

--> via Mannheim: ab 0823 h / an 1410 h
--> via Hochrhein (Friedrichshafen): ab 0842 h / an 1538 h // (via Ulm: an 1610 h)

Grüsse, Krischan.

"Theoretisch müsste ich mich eigentlich aufregen - aber der Gesundheit zu liebe ist es mir völlig egal!"




Reisekette am Zielort?

geschrieben von: gt670dn

Datum: 30.03.21 23:28

Baubetriebliche Zugregelung schrieb:
Zitat:
Leider sind Deutsche im Verhältnis zu anderen Ländern nicht unbedingt bereit den Fliegen gegen den Zug zu tauschen.

Zitat: "Deutsche sind einer Umfrage zufolge weniger bereit, vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen als Menschen in anderen Staaten. In Polen, Frankreich und den Niederlanden ist dieser Anteil merklich höher."
Bei der Diskussion darf man ja auch nicht vergessen, dass man von und zum Flughafen in den allermeisten Fällen am Zielort dann ja trotzdem die Bahn bzw. den ÖPNV verwenden muss. Die Taxipreise will sich ja niemand vernünftiges leisten.
Aus dem Artikel:

"Während 42 Prozent der volljährigen Deutschen einen Flug mit einer Bahnfahrt zu einem "vernünftigen Preis" ersetzen würden, sind es in Frankreich 61, in den Niederlanden 55 und in Polen 54 Prozent."

Da wäre jetzt interessant, wie hoch der jeweilige Anteil ist, der regelmässig fliegt und ueberhaupt einen Flug durch eine Bahnreise ersetzen können wuerde.

Angenommen, ich fliege ohnehin nicht innerdeutsch oder innereuropäisch, was wuerde ich auf die Frage, ob ich einen Flug durch eine Bahnfahrt ersetzen wuerde, wohl antworten? Eher "nein", weil ich die Reise gar nicht mache oder ohnehin mit der Bahn oder dem Auto fahre? Dann ist die Frage nämlich rein hypothetisch und sagt mal wieder ueberhaupt nix aus.

Interessant ist da eigentlich nur die Antwort von denen, die fliegen. Wer nicht fliegt, kann auch keinen Flug ersetzen.

/Martin
Christian Snizek schrieb:
Stupor Mundi schrieb:
Ich würde mal sagen da lenkt die DB bewußt ihre Reisenden in ICEs, auf dafür sinnfreien Routen, hier sollte man die Linien vor Ort immer selbst kennen und mit dem Setzen von "Via"-Punkten und Verkehrsmittelauswahl das gezielt steuern.
Bringt aber zeitlich keinerlei Vorteil, im Gegenteil (eben mal geschaut, wenn ich nix übersehen hatte):

--> via Mannheim: ab 0823 h / an 1410 h
--> via Hochrhein (Friedrichshafen): ab 0842 h / an 1538 h // (via Ulm: an 1610 h)
Problem sind die in den letzten Jahren massiv gestiegen Sperrungen wegen auch kleinen Bauarbeiten. Gerade so Langläufer wie der IRE Basel-Ulm fahren die besonders am Wochenende nur noch ca. 10 Monte pro Jahre und ca. 2 Monate pro Jahr nicht. Und das sind die "normalen" Jahre mit durchschnittlichem Bauaufkommen, wegen der Elektrifizierung fuhr der IRE zuletzt noch viel seltener. Und Bauarbeiten östlich Ulm kömmen noch obendrauf. Sprich es ist bei so langen Fahrten über Strecken abseits der grossen Hauptstrecken bald wie Lotto spielen, ob man per Zug mit den normalen Reisezeiten vorankommt
Wenn er denn Basel-Ulm fährt wäre der IRE auch schneller als der ICE via Mannheim.
Zumindest noch dieses Jahr, ab nächsten Jahr mit den lahmen Dosto sieht sich es dann ganz anders aus, da wird zugunsten "stabiler" Fahrpläne die Abfahrt in Basel einfach mal über 50 min früher gelegt. Dann ist der ICE via Mannheim schneller. Aber von wegen "stabiler", der Anschluss IRE<->ICE in Ulm ist vielleicht nicht der zuverlässigste, aber zuverlässig als der Umstieg in Mannheim nächstes Jahr.

Gruss

Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.03.21 09:02.
Florian Ziese schrieb:
Sprich es ist bei so langen Fahrten über Strecken abseits der grossen Hauptstrecken bald wie Lotto spielen, ob man per Zug mit den normalen Reisezeiten vorankommt
Nicht nur abseits, sondern auch auf den großen Hauptstrecken kann das passieren. Mich hat die Bahn, obwohl ich ihr immer noch einmal eine Chance gegeben hatte, Ende 2018 als Kunden endgültig verloren.

Hinfahrt: Der ICE bleibt erst einmal für ein paar Minuten im Stuttgarter Gleisvorfeld stehen - keine Ansage. Die Anzeigen im "neuesten Zug der Bahn" blieben während der ganzen Fahrt dunkel und es kamen auch keine Ansagen. Erst wenn man die Schilder auf dem Bahnsteig sehen konnte, wusste man, wo man war, da es frühmorgens und dunkel war. Streckenkundige Fahrgäste übernahmen die Aufgabe, anderen ihren Ausstiegsbahnhof anzusagen. Durch Zufall fanden dann alle heraus, dass der Zug auch noch via Deutz (tief) umgeleitet wurde, anstatt über Köln Hbf. zu fahren, was zu massiver Hektik der dortigen Aussteiger geführt hatte. Zugpersonal? Ließ sich die ganze Zeit nicht blicken. Ach ja, durch die fehlende Wende war er ab dort an "umgekehrt gereiht" - endlich war ich 'mal live dabei, wie so etwas passierte...

Rückfahrt: Ein IC über die linke Rheinstrecke nach Stuttgart, der dann in Stuttgart direkt auf einen IC nach Karlsruhe wenden sollte, hatte so viel Verspätung aufgebaut (warum auch immer), dass dieser ab Mannheim einfach geradeaus nach Karlsruhe geschickt wurde. Alle Beförderungsfälle nach Heidelberg oder Stuttgart wurden in Mannheim einfach rausgeschickt - ohne jegliche Information, wie man jetzt weiterkommen sollte. Es hatte sich wieder auch während der ganzen Fahrt kein Zugpersonal blicken lassen. Ich musste dann einer älteren Dame ihren Koffer treppab und treppauf auf den nächsten Bahnsteig schleppen, bei diagonalem Schneeregen sehr prickelnd. ("Aber ich hatte doch extra durchgehend gebucht - ohne Umsteigen!"/"Ach. Ich eigentlich auch.")

"Bahn? Nie wieder!" hatte ich auf beiden Fahrten öfters gehört.

{heise}So, und jetzt macht mich rot.{/heise}

Und tschüs!
Torsten aus Stuttgart

"Money ain't got no owners - only spenders." (Omar Little, The Wire)

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 31.03.21 16:05

Bei uns im Pflegeheim muss das Personal die FFP2 8 Stunden am Tag tragen und dagegen ist still sitzen Hamburg-Stuttgart ein Fliegenschiss. Maske runter nur in den Pausen oder wenn man keinen Kontakt zu Bewohnern hat. Noch Fragen? Steck dir den Schnuller ins Gesicht und höre auf zu heulen. So nebenbei bemerkt bin ich auf Grund meiner Behinderung von der Maske befreit und habe sie trotzdem auf dem Rüssel.

Liebe Leute,

Bleibt gesund und wenn es geht daheim!

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 31.03.21 16:21

Deine Einstellung finde ich gut. Falls ich mal aus Sachsen raus komme plane ich auch relativ viel Zeit ein. Komm ich eben eine Stunde später in Bad Kösen oder Wernigerode an aber man kann den längeren Aufenthalt in Leipzig gut nutzen. Nahrungaufnahme, Tabak, in Ruhe zum Anschlusszug...

Liebe Leute,

Bleibt gesund und wenn es geht daheim!

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Patrick Rudin

Datum: 31.03.21 16:21

Ladehilfe schrieb:
Bei uns im Pflegeheim muss das Personal die FFP2 8 Stunden am Tag tragen und dagegen ist still sitzen Hamburg-Stuttgart ein Fliegenschiss.

Meine Hochachtung gegenüber dem Personal. Gilt auch für das Personal in den Läden etc. Immerhin gibt es Arbeitsschutzbestimmungen, wie lange eine FFP2-Maske beruflich getragen werden darf.

Bahnfahren ist jedoch FREIWILLIG. Wenn jemand mit der Maske nicht zurecht kommt, oder Angst vor einer Ansteckung hat, oder es ihm einfach zu unbequem ist, und deswegen die Alternativen nutzt, ist das nicht zu verübeln. Es geht ja nicht darum, Regeln brechen zu wollen. Irgendwo zieht jeder seine Linie, bis wie weit für ihn welches Verkehrsmittel zumutbar ist. Der grosse Gewinner ist nun aber nicht das Flugzeug, sondern eben das eigene Auto, und das wahrscheinlich jetzt über Jahre hinweg.

Deshalb finde ich den Zeitpunkt der Umfrage total bescheuert. Und an Oberflächlichkeit nicht zu überbieten, weil weder die Zeitdauer der Reise, noch die Preise noch die Destinationen ein Thema sind. Ich bin die letzten Male nach New York immer geflogen, aber mit dem Zug ins Büro gefahren.

Re: Achtung: Ironie ...

geschrieben von: Amzfriend

Datum: 31.03.21 21:56

Ladehilfe schrieb:
Bei uns im Pflegeheim muss das Personal die FFP2 8 Stunden am Tag tragen und dagegen ist still sitzen Hamburg-Stuttgart ein Fliegenschiss. Maske runter nur in den Pausen oder wenn man keinen Kontakt zu Bewohnern hat. Noch Fragen? Steck dir den Schnuller ins Gesicht und höre auf zu heulen. So nebenbei bemerkt bin ich auf Grund meiner Behinderung von der Maske befreit und habe sie trotzdem auf dem Rüssel.

Zwischen einer Situation, in der man Geld bekommt, und einer, in der man welches bezahlt, besteht schon ein gewisser Unterschied, der über den von Äpfeln und Birnen noch weit hinausgeht.

Nebenbei wäre es schön, persönliche Angriffe zu unterlassen und beim Thema zu bleiben.

Danke & Gruß,
Amzfriend

Re: Reisekette beim Flugzeug ungünstig

geschrieben von: 3-Löwen-Takt

Datum: 01.04.21 12:59

Ich weiß ja nicht, auf welchen Relationen du so verreist, aber für mich ist das Flugzeug eher die letzte Option - sofern man nicht gerade von Freiburg nach Rostock muss.
Was bringt dir zum Beispiel für eine Reise von Wuppertal nach Ulm das Flugzeug? Da wird so viel Zeit mit der An- und Abfahrt zum Flughafen und dem Check-in verplempert, dass man unterm Strich gegen Bahn und Auto kaum Zeit gewinnt. Und wenn man dann vom Flughafen Stuttgart bis nach Ulm sowieso den Zug oder einen Mietwagen braucht, kann man gleich das andere Verkehrsmittel für die komplette Reise nehmen. Innerdeutsche Flüge sind somit Quatsch.
Anders sieht das natürlich aus, wenn ich von Hamburg nach Madrid will oder von Rom nach Berlin.

Daniel


Patrick Rudin schrieb:
Ich auf jeden Fall. Und sehe auch den Sinn dahinter, wenn ich alleine im Abteil sitze.

Im Ernst: Der momentan grosse Gewinner ist das eigene Auto. Und das wird auch nach der Pandemie eine Weile so bleiben, da sich einige gerade jetzt ein Auto gekauft haben, die wegen der unsäglichen Maskenpflicht oder der vermeintlichen Ansteckungsgefahr dem ÖV den Rücken kehren wollten - ich gehöre auch dazu (hatte vorher nie ein Auto und wollte eigentlich auch nie eines).

Deshalb ist der Zeitpunkt der Umfrage momentan völlig sinnlos. Ohne Corona wäre meine Reihenfolge folgende: Nachtzug -> Flugzeug -> Tagzüge (bis und mit ICE3) -> lange nichts -> ICE4.

Fahrplan beim Auto

geschrieben von: 3-Löwen-Takt

Datum: 01.04.21 13:04

Würde ich so nicht sagen, seitdem es fast überall Navis gibt.
Wenn das Navi eine Fahrzeit mit dem Auto von 4½ Stunden kalkuliert, erwarten viele schon, dass man in etwa auch tatsächlich so lange braucht.

Neuding schrieb:
Autos fahren nicht nach Fahrplan, von daher kann es auch keine enttäuschten Erwartungen geben.
Hallo,

also die Niederlande ist Entfernungstechnisch ein Spuknapf (bitte nicht als Beleidigung verstehen) gegenüber Deutschland.

Frankreich hat nur ein einziges Ober-Zentrum, auf das alles ausgerichtet ist - Paris. Deutschland dagegen mit Berlin, Hamburg, München und dem Städtehaufen in NRW schon 4.

Bei Polen muss ich passen. Könnte es daran liegen, das der berufliche Kram eher ins Ausland geht und nicht innerhalb von Polen?


Gruß Ingo

Und vor allem ...

geschrieben von: 3-Löwen-Takt

Datum: 02.04.21 09:54

... hätte man fragen müssen, wo das Flugreiseziel überhaupt liegt. Wenn geschätzt drei Viertel der befragten Flugreisenden nach Malle, Thailand oder in die USA wollen, ist es logisch, dass der Flug nicht durch eine Bahnfahrt ersetzt werden kann. Das dürften vermutlich die beliebtesten Ziele deutscher Urlauber sein. Insofern sagt diese Umfrage wieder mal nichts aus.

Re: Und vor allem ...

geschrieben von: G36K

Datum: 02.04.21 11:03

Man sollte sich erstmal anschauen auf welchen Strecken denn überhaupt innerdeutsche Flüge in wirklich signifikantem Ausmaß stattfinden. Da sind die letzten validen Daten von 2019, denn die derzeitige Ausnahmesituation lässt nicht im Geringsten irgendwelche sinnvollen Schlussfolgerungen zu.

Betreffs Passagieranzahl (und damit auch Frequenzen und Röhrengrößen) war die stärkstbeflogene Route Frankfurt-Berlin mit mehr als einer Million Pax pro Jahr und Richtung. Gefolgt von Berlin-München (früher mal an Position eins, hat seit Eröffnung der VDE8 aber im Gegensatz zu fast allen anderen Strecken fast gar kein Wachstum mehr verzeichnet), Hamburg-München, Düsseldorf-München und Hamburg-Frankfurt. Soweit erstmal alles Routen wo einer der beiden Lufthansa-Hubs betroffen ist, und daher entsprechend auch ein ziemlich großer Anteil von Umsteigeverkehr zu Mittel- oder Langstrecken dabei ist. Wobei ich aber aus eigener Erfahrung berichten kann, dass da auch ziemlich viel O&D-Verkehr an Geschäftsleuten und sonstigen zeitkritischen Leuten dabei ist, wo die Bahn bei konkurrenzfähigeren Fahrzeiten sicherlich auch einen größeren Anteil von abgreifen könnte.
Erst danach folgen die reinen O&D-Strecken Köln-Berlin und Düsseldorf-Berlin, Stuttgart-Berlin sowie nochmal Hub-Routen mit Frankfurt-München und Köln-München. Alles noch jeweils mit deutlich mehr als einer halben Million Pax pro Jahr und Richtung. Abgesehen von Hamburg-Stuttgart und Hamburg-NRW war es das dann aber auch schon mit wirklich aufkommensstarken Routen. Alle anderen innerdeutschen Relationen weisen nur einen Bruchteil dieser Zahlen auf und wird meist auch eh nicht öfter als ein- bis zweimal täglich geflogen, wenn überhaupt. Einzig bei Zubringerrouten zu den Hubs geht man in der Regel erstmal bei der Flugzeuggröße runter statt bei den Frequenzen, was daran liegt dass die Hubs eben jeweils mehrere Wellen mit teils sehr unterschiedlichen Zielen haben.

Bezüglich der Umsteiger ist die Bahn eh ziemlich chancenlos. Aber auch davon abgesehen sind die aufgeführten Strecken doch fast allesamt solche, wo zumindest die derzeitigen Bahn-Fahrzeiten auch nicht unbedingt ein hochattraktives Angebot darstellen.

Re: Und vor allem ...

geschrieben von: kmueller

Datum: 02.04.21 11:43

G36K schrieb:
Man sollte sich erstmal anschauen auf welchen Strecken denn überhaupt innerdeutsche Flüge in wirklich signifikantem Ausmaß stattfinden. Da sind die letzten validen Daten von 2019, denn die derzeitige Ausnahmesituation lässt nicht im Geringsten irgendwelche sinnvollen Schlussfolgerungen zu.
Doch, sie läßt den Schluß zu, daß der größte Teil dieses Verkehrs leicht ersetzbar ist.

Anders als Kleinbetriebe (Handel, Handwerk, persönliche Dienstleistungen) arbeiten nämlich Großbetriebe bisher fast unbeeinträchtigt weiter, und von denen kommt bzw. kam vor der Pandemie die Masse des Geschäftsreiseverkehrs.

(wären die Grünen noch eine Umweltpartei, hätten sie längst die offensichtlich bestehende Möglichkeit zu massiver Verkehrsreduktion thematisiert, statt das Umweltheil in der Zunahme von Batterie-Schwerkarossen zu suchen).