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Freie Presse vom 17.2.2021


Vor viereinhalb Jahren erhielt der Verkehrsverbund Vogtland (VVV) den Auftrag zur Sanierung des Informations- und Servicecenters im Oberen Bahnhof Plauen. Geschehen ist bis heute nichts. Doch nach der Kündigung des Mietvertrages zum 30. September 2021 droht nun der einzige Anlaufpunkt des Vogtlandkreises für Fahrplanauskunft und Ticketverkauf der Bahnunternehmen zu verschwinden. Eine Nahverkehrs-Schnittstelle ohne Auskunft - "das ist nicht hinnehmbar", rief Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) das vor sich hin schwelende Problem in der Februarsitzung des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ZVV) in Erinnerung.

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Gruß,
Marko
Durch die Vielzahl an Verkehrsverbünden in Sachsen kann man sich auf lokale Besonderheiten und Bedürfnisse besser konzentrieren... oder auch nicht...
> Doch nach der Kündigung des Mietvertrages zum 30. September 2021 droht nun der einzige Anlaufpunkt des Vogtlandkreises für Fahrplanauskunft und Ticketverkauf der Bahnunternehmen zu verschwinden.

Willkommen im Neandertal! Aber so wollten wir es ja 1990...!
Gerade der Obere Bahnhof in Plauen als ikonisches Zeugnis ostmoderner Architektur hätte es verdient, mehr in den Fokus zu rücken und nicht zwischen multiplen Interessen (oder geschichtsloser Nichtinteressen) zerrieben zu werden.

Hallo!

die Verkehrsverbünde haben hiermit aber nichts zu tun. Im Artikel steht doch, dass die MRB (vermutlich verkehrsvertraglich) verpflichtet ist, eine Verkaufsstelle zu betreiben. Dies tut sie aus welchen Gründen auch immer nicht. Mutmasslich sind die Mietkosten zu teuer oder man scheut die Kosten, diese selber mit eigenem Personal zu betreiben und findet keinen Agenturisten.

Ich vermute aber, dass die MRB für diese Nichterfüllung des Verkehrsvertrags Pönale an den Aufgabenträger zahlt, sofern vorgesehen, oder Schadensersatz wegen Nichterfüllung. Sollte alles klar geregelt sein.

Löst natürlich nicht den Wunsch der Plauener, eine vernünftige Verkaufsstelle vorzufinden. Vielleicht sollte der AT mal die DB fragen, was ein Reisezentrum bei ihr Kosten würde...

Grüsse
RailBox

Das hat Plauen nicht verdient.

geschrieben von: Ronald Kretzschmar

Datum: 23.02.21 22:52

FTB schrieb:
Willkommen im Neandertal! Aber so wollten wir es ja 1990...!
Gerade der Obere Bahnhof in Plauen als ikonisches Zeugnis ostmoderner Architektur hätte es verdient, mehr in den Fokus zu rücken und nicht zwischen multiplen Interessen (oder geschichtsloser Nichtinteressen) zerrieben zu werden.
Plauen braucht unbedingt einen Gorbatschow-Gedächtnisfahrkartenschalter. Immerhin war Plauen die eigentliche Heldenstadt, noch vor Leipzig. Das kann man dort an jeder Straßenecke auf Denkmälern lesen. 20.000 Demonstranten am 7.10.89! Das war ein Viertel der Bevölkerung (heute wäre es sogar ein Drittel!).

Und Plauen ist eine so schwer geprüfte Stadt: erst nehmen die Nazis den engagierten Plauenern die HJ-Reichsleitung weg, dann bomben die Amis und auch die Royal Air Force völlig grundlos die halbe Stadt zusammen, wobei auch der obere Bahnhof zerstört wird. Zur Strafe bauen die bösen Kommunisten einen monströsen modernen Bahnhof hin und lassen Züge nur bis Rostock, Berlin und Görlitz fahren.

Aber Dank der Plauener Zivilcourage wurde dann alles gut. Schichtarbeiter können nun ungestört mit dem Auto zu Arbeit fahren, keine Straßenbahn stört nach halb neun abends mehr den Verkehr. Die örtliche Industrie floriert: Druckmaschienen, Busse, einfach alles. Mit dem Zug kann der Plauener umsteigefrei Traumziele wie Gera, Zwickau und Chemnitz und sogar die Landeshauptstadt erreichen. Nach Dresden fährt er sogar durch drei Verkehrsverbünde hindurch - ein unvergleichliches Erlebnis. Kein Vergleich mit der dunklen Zeit des Kommunismus.

Und deshalb setzen sich die Plauener auch für Demokratie und Umweltschutz ein: Sie gehen immer schön zur Wahl (AfD 30%) und fahren nicht schneller als 220km/h auf der schönen neuen Autobahn. Außerdem gaben sie den Sachsen ihren besten Mann dahin, den allerbesten Verkehrsminister Dulig.

Ist das jetzt der Dank? Keinen Fahrkartenschalter und keine Auskunft mehr im Bahnhof, sogar das deutsche Terminal von Nord-Stream-2 hat Saßnitz ihnen weggeschnappt. Na, da werden bald wieder 20.000 Plauener auf der Straße sein!

MfG RK

Wir müssen größer denken.

geschrieben von: Ronald Kretzschmar

Datum: 23.02.21 23:14

RailBox schrieb:
(...)

Löst natürlich nicht den Wunsch der Plauener, eine vernünftige Verkaufsstelle vorzufinden. Vielleicht sollte der AT mal die DB fragen, was ein Reisezentrum bei ihr Kosten würde...

Grüsse
RailBox
Vermutlich astronomisch. Einfache Lösung: da die 1994 schuldenfrei gegründete DB inzwischen mit ...zig Milliarden in der Kreide steht, ist alles wo DB draufsteht weniger als nichts wert. Soll doch die Stadt Plauen den berühmten einen Euro plus Mehrwertsteuer auf den Tisch legen und den Bahnhof kaufen, um den Wucher der Geldverbrennungsmaschine DB zu beenden.

Schließlich war der obere Bahnhof Plauen zu DDR-Zeiten gebaut worden, also unser. Und Anfang der 90er ging doch alles ostdeutsche, was "Investoren" zu Geld machen konnten, für die berühmte eine Mark weg. Wieso soll das jetzt nicht mehr gehen? Wäre halt eine politische Entscheidung: gebt den Ostdeutschen ihre Eisenbahn komplett wieder, kann als Landesbahn betrieben werden, und zahlt dem Sondervermögen "Landesbahn Ost" für jeden Euro, den die DB bekommt 50 Cent. Noch gibt es vielleicht im Osten Fachleute, vom Alter her müßten die jetzt so von Ende 50 bis Ende 60 sein, die den Laden wieder in Ordnung bringen können. Weselsky wird Generaldirektor und ostdeutscher Verkehrsminister.

Oder, zurück zu Plauen, um so richtig zu zeigen, wo wir kulturell hingekommen sind: man läßt den Bahnhof aus "betriebswirtschaftlichen Gründen" leer stehen ("es rechnet sich nicht") und die MRB stellt einen Verkaufscontainer eine alte Losbude (1m x 1m Grundfläche) vor den Bahnhof.

MfG RK



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.02.21 20:47.

Re: Das hat Plauen nicht verdient.

geschrieben von: MP

Datum: 24.02.21 00:19

Ronald Kretzschmar schrieb:
FTB schrieb:
Willkommen im Neandertal! Aber so wollten wir es ja 1990...!
Gerade der Obere Bahnhof in Plauen als ikonisches Zeugnis ostmoderner Architektur hätte es verdient, mehr in den Fokus zu rücken und nicht zwischen multiplen Interessen (oder geschichtsloser Nichtinteressen) zerrieben zu werden.
Plauen braucht unbedingt einen Gorbatschow-Gedächtnisfahrkartenschalter. Immerhin war Plauen die eigentliche Heldenstadt, noch vor Leipzig. Das kann man dort an jeder Straßenecke auf Denkmälern lesen. 20.000 Demonstranten am 7.10.89! Das war ein Viertel der Bevölkerung (heute wäre es sogar ein Drittel!).

Und Plauen ist eine so schwer geprüfte Stadt: erst nehmen die Nazis den engagierten Plauenern die HJ-Reichsleitung weg, dann bomben die Amis und auch die Royal Air Force völlig grundlos die halbe Stadt zusammen, wobei auch der obere Bahnhof zerstört wird. Zur Strafe bauen die bösen Kommunisten einen monströsen modernen Bahnhof hin und lassen Züge nur bis Rostock, Berlin und Görlitz fahren.

Aber Dank der Plauener Zivilcourage wurde dann alles gut. Schichtarbeiter können nun ungestört mit dem Auto zu Arbeit fahren, keine Straßenbahn stört nach halb neun abends mehr den Verkehr. Die örtliche Industrie floriert: Druckmaschienen, Busse, einfach alles. Mit dem Zug kann der Plauener umsteigefrei Traumziele wie Gera, Zwickau und Chemnitz und sogar die Landeshauptstadt erreichen. Nach Dresden fährt er sogar durch drei Verkehrsverbünde hindurch - ein unvergleichliches Erlebnis. Kein Vergleich mit der dunklen Zeit des Kommunismus.

Und deshalb setzen sich die Plauener auch für Demokratie und Umweltschutz ein: Sie gehen immer schön zur Wahl (AfD 30%) und fahren nicht schneller als 220km/h auf der schönen neuen Autobahn. Außerdem gaben sie den Sachsen ihren besten Mann dahin, den allerbesten Verkehrsminister Dulig.

Ist das jetzt der Dank? Keinen Fahrkartenschalter und keine Auskunft mehr im Bahnhof, sogar das deutsche Terminal von Nord-Stream-2 hat Saßnitz ihnen weggeschnappt. Na, da werden bald wieder 20.000 Plauener auf der Straße sein!
Gibt es eigentlich den Geschenkeladen im oberen Bahnhof noch? Dort kann man nämlich auch Fahrkarten kaufen, da dieser Geschenkeladen eine Agentur der Länderbahn ist. Das Fahrkartensortiment beschränkt sich dann allerdings auf das der Länderbahn.
Hallo,

bedauerlich das das der VVV auch nicht hinbekommt und zusieht wie die Verkaufsstelle geschlossen wird. Wenn man die MRB verpflichtet hat einen VBerkaufsschalter zu betreiben und die das 4 Jahre nicht macht, dann sollte man doch eher reagieren und den Schadensersatz so hoch schrauben, das es billiger wird den Schalter zu betreiben oder einfach mal im Sinne der Fahrgäste selbst tätig werden, ich dachte eigentlich dazu sind solche Verkehrsverbünde eigentlich da oder wozu brauche ich diese völlig überflüssigen Organisationen sonst??
Wenn der Dulig nichnt aus dem Vogtland wäre könnte man meinen Ihn interessiert das nicht. VIelleicht ist seine Landesverkehrsanstalt dann doch die bessere Wahl, denn die Verbünde kriegen das ja nirgends hin, weil die Landräte das nur nebenberuflich tun, sich aber so nach außen generieren als wären sie die Landesfüsten persönlich.

Gruß Falk 12

Gruß

Falk12
FTB schrieb:
> Doch nach der Kündigung des Mietvertrages zum 30. September 2021 droht nun der einzige Anlaufpunkt des Vogtlandkreises für Fahrplanauskunft und Ticketverkauf der Bahnunternehmen zu verschwinden.

Willkommen im Neandertal! Aber so wollten wir es ja 1990...!
Gerade der Obere Bahnhof in Plauen als ikonisches Zeugnis ostmoderner Architektur hätte es verdient, mehr in den Fokus zu rücken und nicht zwischen multiplen Interessen (oder geschichtsloser Nichtinteressen) zerrieben zu werden.
Hallo,

in Sachsen gelang es wohl den „Aufbauhelfern“ aus dem Westen, in der neuen Verwaltungsstruktur „vorbildlich“ negative Beziehungsmuster aus den Altbundesländern (z.B. Köln o. Frankfurt/Main) zu installieren. Die Folgen waren [rp-online.de] oder [m.tagesspiegel.de]. Natürlich mit Lokal verankerten Helfern aus den unteren Reihen. Dies wirkt sich eben auch auf den bestellten ÖPNV aus. Und Sachsen hat mit 20% den geringsten Anteil an Spitzenbeamten aus der eigenen Heimat. [www.lvz.de] Die Interessen sächsischer Bürger/Wähler zu wahren geht eben oft erst nach den eigenen Interessen.

Grüße,
Lalu
Biedenkopfs Kolonialverwaltung halt. Der sächsische Souverän hat doch immer wieder zum Ausdruck gebracht, das so zu wünschen.

Ansonsten sind mir aus dem oberen Bahnhof zu Plauen neben konkurrierenden Fahrkartenautomaten (Vogtlandbahn neben Transdev, oder so) nur noch eine Bäckerkettenfiliale und die DDR-Nostalgie versprühende gastronomische Einrichtung (für den Preis war das servierte Kantinengericht aber durchaus annehmbar) geläufig. Und dieses ganz besondere Kleinod:

Plauen ob Bf 2017.jpg
da macht der erste von drei Fahrkartenschaltern Montag 6:10 Uhr auf und der letzte schließt Sonntag 20:30 Uhr. Die Städte, wo sich die Kundencenter befinden, haben Einwohnerzahlen von 12.000, 9.000 und 3.000 Nasen und die umliegenden Dörfer haben vereinzelt sogar dreistellige Bevölkerungszahlen.

KLICK

Einfach mal nachmachen!

MfG RK
RailBox schrieb:
Hallo!

die Verkehrsverbünde haben hiermit aber nichts zu tun. Im Artikel steht doch, dass die MRB (vermutlich verkehrsvertraglich) verpflichtet ist, eine Verkaufsstelle zu betreiben. Dies tut sie aus welchen Gründen auch immer nicht. Mutmasslich sind die Mietkosten zu teuer oder man scheut die Kosten, diese selber mit eigenem Personal zu betreiben und findet keinen Agenturisten.

Ich vermute aber, dass die MRB für diese Nichterfüllung des Verkehrsvertrags Pönale an den Aufgabenträger zahlt, sofern vorgesehen, oder Schadensersatz wegen Nichterfüllung. Sollte alles klar geregelt sein.

Löst natürlich nicht den Wunsch der Plauener, eine vernünftige Verkaufsstelle vorzufinden. Vielleicht sollte der AT mal die DB fragen, was ein Reisezentrum bei ihr Kosten würde...

Grüsse
RailBox
Diese Aussage ist falsch. Das vom VVV betriebene Reisezentrum war zugleich auch Agentur für transdev. Also Vorsicht mit solchen Behauptungen!

Re: Das hat Plauen nicht verdient.

geschrieben von: sachsenring_z

Datum: 25.02.21 16:28

Ja, der Geschenkeladen ist aktuell Verkaufsagentur der Länderbahn. Das Fahrscheinsortiment sollte sogar größer sein, als das der transdev-Agentur.
... was behaupte ich denn da? Steht doch im Artikel, dass die MRB verantwortlich ist.

Grüße
RailBox
RailBox schrieb:
... was behaupte ich denn da? Steht doch im Artikel, dass die MRB verantwortlich ist.
Im Gegensatz zu deiner Aussage hat die MRB aber bislang eine Agentur in Plauen (nämlich das Informations- und Servicecenter). Wenn das im September zu macht, wird halt über eine Nachfolgelösung noch nicht entschieden sein (und es ist ja auch noch ein wenig Zeit).

Der Zeitungsartikel spricht von der einzigen Anlaufstelle für Fahrplan- und Tarifauskünfte im Vogtlandkreis - gibt es die VVV-Geschäftsstelle in Auerbach etwa nicht mehr?

Die S21 fährt von Elbgaustraße nach Aumühle!
äh, ja. Ich meinte mit "betreiben" die Verpflichtung der MRB, ein Kundenzentrum vorzuhalten und sicherzustellen. Ob dies mit eigenem Personal oder über eine Agentur geschieht ist ja vermutlich erstmal zweitrangig.
Ja, wenn der VVV seine Agentur schliesst, ist die MRB verantwortlich, Ersatz in der verkehrsvertraglich geforderten Qualität und Umfang zu schaffen.

So zumindest mein Verständnis ohne weitere Kenntnis von Details oder Vertragsinhalten.

Grüsse
RailBox
RailBox schrieb:
äh, ja. Ich meinte mit "betreiben" die Verpflichtung der MRB, ein Kundenzentrum vorzuhalten und sicherzustellen. Ob dies mit eigenem Personal oder über eine Agentur geschieht ist ja vermutlich erstmal zweitrangig.

Und genau deshalb stimmt deine Aussage, die MRB würde das nicht tun, nicht ;-).

Die S21 fährt von Elbgaustraße nach Aumühle!
Hallo Jedi,

die Fahrkarten-Verkaufsstelle in Auerbach wird am 1.3.2021 wiedereröffnet. (Quelle: VVV)

Beste Grüße
Marko