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Das 30 Millarden Euro Problem der Bahn

geschrieben von: Desiro HC

Datum: 23.02.21 05:44

Die Süddeutsche Zeitung hat heute einen Bericht heraus gebracht über die Versäumnisse der Politik im Bezug auf die Bahn. [www.sueddeutsche.de]

Meine Frage in die runde: 30 Milliarden? Wirklich so viel?

Grüße Desiro HC

Re: Das 30 Millarden Euro Problem der Bahn

geschrieben von: Doppeler

Datum: 23.02.21 08:23

Wenn man sieht, wie Deutschland seit 2015 hunderte Milliarden für Sonderzwecke ausgegeben hat, sollten doch 30 Milliarden € für die Bahn Peanuts sein. Oder fehlt das Geld jetzt etwa?
Moin,

sollten die Grünen nach der nächsten Bundestagswahl an der Regierung beteiligt sein, besteht ja eine realistische Chance auf Bundesebene, dass dieses Problem angegangen wird.

Gruß

Re: Das 30 Millarden Euro Problem der Bahn

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 23.02.21 09:20

Desiro HC schrieb:
Die Süddeutsche Zeitung hat heute einen Bericht heraus gebracht über die Versäumnisse der Politik im Bezug auf die Bahn. [www.sueddeutsche.de]

Meine Frage in die runde: 30 Milliarden? Wirklich so viel?

Grüße Desiro HC
Meine Frage ist angesichts der hohen Baupreise: NUR 30 Milliarden?
Selbst wenn wer auch immer den Sanierungsstau angeht, werden auch die Firmen merken, dass angesichts der Knappheit an Auftragnehmer hier jetzt richtig viel Geld zu holen sein wird.

Und was kommt danach? Das Neue will auch instandgesetzt werden. Auch dafür braucht es Geld. Dann wären noch die zig Milliarden Euro, die dafür aufgewendet werden müssten, das Netz flächendeckend leistungsfähiger zu machen. Selbst dann ist noch kein Euro in irgendeine Neubaustrecke zur Fahrzeitverkürzung geflossen. Und 35 Mrd. Euro Schulden hat der Betrieb ja auch noch. Reden wir also nicht eher über mehr als 100 Mrd. Euro, bis wir eine Eisenbahn haben, die leistungsfähig ist und mit der man WIRKLICH dem Klimawandel beikommen könnte?

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 09:23.
Hast du dich in den letzten 23 Jahre nicht verändert?

Was sollen die ewigen ollen Kamellen?

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

"Es muss etwas geschehen" reicht nicht...

geschrieben von: bauigel

Datum: 23.02.21 10:31

Wenn man das Problem angehen wollte, könnte man als Alleineigentümer des Infrastrukturunternehmens ja auch sofort nach Amtsübernahme mit einer ernstzunehmenden Strategievorgabe (einschließlich Konsequenzen und erforderlicher Ressourcen) loslegen...

Man kann aber auch mit viel Brimborium erst eine Bundesinfrastrukturgesellschaft gründen, für die erst noch Zuständigkeiten und Schnittstellen zum Eisenbahnbundesamt (insbesondere - aber nicht nur - Sachbereich Finanzierung) und zur Vergabekammer des Bundes für die Trassenvergabe im Eisenbahnverkehr (aka Bundesnetzagentur) geprüft und zumindest teilweise angepasst werden müssten. Dann geht eben die halbe Wahlperiode für Diskussion und Beschlussfassung der erforderlichen Gesetzgebung drauf - und die andere Hälfte für die Umsetzung der ganzen Organisationsanpassungen. Ohne eine Strategievorgabe (siehe ganz oben) läuft das nachher trotzdem unter "außer Spesen nichts gewesen" - aber man kann wenigstens sagen, dass man etwas gemacht hat.


gastronomie1916 schrieb:
Moin,

sollten die Grünen nach der nächsten Bundestagswahl an der Regierung beteiligt sein, besteht ja eine realistische Chance auf Bundesebene, dass dieses Problem angegangen wird.

Gruß
Du hast Recht: Corona hätte daran, wenn überhaupt, nur einen verschwindend kleinen Anteil.

Ich weiß aber, worauf Du mit Deiner Corona-Bemerkung hinauswillst.
Denn wenn man sich jetzt auf angebliche Corona-Auswirkungen beruft, um die Mitarbeiterschaft durch 1,5%-Gehaltsrunden (also noch unterm Inflationsniveau!) für das ausschließlich DBAG-managergemachte Finanzdesaster in Mithaftung zu nehmen, so ist das an Fadenscheinigkeit und Unverschämtheit nicht zu überbieten.

Deshalb sind hier auch diesbezügliche Mäßigungsaufrufe irgendwelcher halbgewalkter DSO-Dauernixblicker oder gar gedungener Managerclaqueure an die Mitarbeiter bzw. an Gewerkschafter sowas von durchsichtig und der reine Hohn.
Thema des SZ-Artikels ist nämlich Ersteres, nicht Letzteres.

Insofern ist die Lage der Bahn noch schlimmer: Für beides braucht sie Geld.

Re: Das 30 Millarden Euro Problem der Bahn

geschrieben von: Strizie

Datum: 23.02.21 11:09

Doppeler schrieb:
Wenn man sieht, wie Deutschland seit 2015 hunderte Milliarden für Sonderzwecke ausgegeben hat, sollten doch 30 Milliarden € für die Bahn Peanuts sein. Oder fehlt das Geld jetzt etwa?
Die DB AG steht im Wettbewerb und die EU sieht es gar nicht gerne, wenn ein Wettbewerber bevorzugt bzw. mit Staatsmilliarden entschuldet wird.

Re: Das 30 Millarden Euro Problem der Bahn

geschrieben von: Strizie

Datum: 23.02.21 11:11

Die Infrastruktur könnte man ja herauslösen aus der DB AG, wenn die Politik das wollte.

Re: Das 30 Millarden Euro Problem der Bahn

geschrieben von: ingo st.

Datum: 23.02.21 11:52

Wenn der Konzern DB AG seit 12 Monaten keine beihilfegerechte Erläuterung ihrer Corona-Hilfen gegenüber Brüssel leisten kann, heisst das, das mit Corona-Begründung strukturelle Defizite ausgeglichen werden sollen.
Hätte man einen Betriebskonzern und eine Infrastruktur AÖR könnte der Bund getrennt und zielgerichtet fördern.
Auch eine DB Holding muß seine Defizite der DB Fern aufgrund von Corona beziffern können.
Die Defizite aus geringen Nahverkehrserlösen sollte allesamt mit den Ländern oder Verbünden geklärt sein bzw sind dort Überbrückungshilfen zu beantragen.

Wenn Herr Lutz selber nicht mehr durchblickt oder seinem AR und den Medien die Wahrheit nicht nennen kann oder will, dann ist auch das ein strukturelles Problem.

Re: "Es muss etwas geschehen" reicht nicht...

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 23.02.21 13:06

bauigel schrieb:
Wenn man das Problem angehen wollte, könnte man als Alleineigentümer des Infrastrukturunternehmens ja auch sofort nach Amtsübernahme mit einer ernstzunehmenden Strategievorgabe (einschließlich Konsequenzen und erforderlicher Ressourcen) loslegen...

Man kann aber auch mit viel Brimborium erst eine Bundesinfrastrukturgesellschaft gründen, für die erst noch Zuständigkeiten und Schnittstellen zum Eisenbahnbundesamt (insbesondere - aber nicht nur - Sachbereich Finanzierung) und zur Vergabekammer des Bundes für die Trassenvergabe im Eisenbahnverkehr (aka Bundesnetzagentur) geprüft und zumindest teilweise angepasst werden müssten. Dann geht eben die halbe Wahlperiode für Diskussion und Beschlussfassung der erforderlichen Gesetzgebung drauf - und die andere Hälfte für die Umsetzung der ganzen Organisationsanpassungen. Ohne eine Strategievorgabe (siehe ganz oben) läuft das nachher trotzdem unter "außer Spesen nichts gewesen" - aber man kann wenigstens sagen, dass man etwas gemacht hat.
Manchmal muss aber das "Brimborium" auch sein, um einen effektiveren Mitteleinsatz zu gewährleisten. Die ganze Eisenbahninfrastrukturfinanzierung ist doch ein einziger ähmender Verschiebebahnhof an Geld und Zuständigkeiten.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: "Es muss etwas geschehen" reicht nicht...

geschrieben von: bauigel

Datum: 23.02.21 13:25

Murrtalbahner schrieb:
Manchmal muss aber das "Brimborium" auch sein, um einen effektiveren Mitteleinsatz zu gewährleisten. Die ganze Eisenbahninfrastrukturfinanzierung ist doch ein einziger ähmender Verschiebebahnhof an Geld und Zuständigkeiten.

Dann sollte man doch eher am vorhandenen Verwaltungs-Brimborium streichen. Wenn du das Thema Mitteleinsatz auf den Tisch bringst: Warum muss ich als Planer mich bei Kostenermittlungen mit 16 Finanzierungkennziffern in Kostenplänen rumschlagen, von denen neun(!) letzten Endes für Bundesmitteln stehen und die restlichen sieben für alles andere (Eigenmittel DB, Länder/Aufgabenträger, Kommunen, EU, sonstige Dritte, getrennte Abrechnung wegen Kostenteilung nach EKrG [da sind auch nochmal Bundesmittel drin])? Das kann man leichter beim Zahlungsausgang sortieren als beim Zahlungseingang!
Und bei den Zuständigkeiten ist es doch das gleiche! Da ist es doch egal, ob das Geld am Ende von der Eisenbahn GmbH des Bundes (Namensähnlichkeit mit einer anderen Firma beabsichtigt^^) oder von der DB Netz AG ausgegeben wird!

Und der fehlende politische Wille wird durch Strukturänderungen weder ersetzt noch geweckt!
Mahlzeit,

Die Menschen haben sich eventuell verändert, aber das Gesellschafts- und Wirtschaftssystem bis hin zur Verkehrspolitik haben sich in den letzten 30 Jahren definitiv nicht verändert. Soviel zu den ewigen ollen Kamellen.

Und dann?

geschrieben von: märchenerzähler

Datum: 23.02.21 14:42

Strizie schrieb:
Die Infrastruktur könnte man ja herauslösen aus der DB AG, wenn die Politik das wollte.
Du meinst ernsthaft das würde irgendetwas ändern?

Dort arbeiten dann immer noch dieselben Leute und es sind dieselben Politiker welche die Vorgaben machen.
Es ist somit unerheblich wie die Bude firmiert.
Das bei einer heruasgelösten Infrastruktur mehr Geld für den Bahnausbau sowie den Unterhalt zur Verfügung stünde glauben auch nur Leute die nicht in der Realität leben.
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