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[TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: r7655

Datum: 17.02.21 17:37

In Thüringen läuft die Vorplanung für den zweigleisigen Ausbau zwischen Jena und Gera. Dort gibt es noch zwei eingleisige Abschnitte. Das Land Thüringen finanziert die Vorplanung. Quelle: OTZ+-Beitrag

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 17.02.21 18:22

Sehr gut! Aus meiner Sicht weniger wegen aktueller Streckenauslastung (Felix Kaiser wird mich da vielleicht korrigieren, er kennt die "Engstellen" und ihre Auswirkungen auf den Fahrplan bestens), mehr wegen der dann nicht unvollständig erfolgenden Elektrifizierung - das würde sich sonst wieder endlos hinziehen, wenn der Fahrdraht erst einmal über einem Gleis hängt. Zumal er da streckenweise wieder weg müsste. Teils liegt das derzeit einzige Gleis nämlich in der Mitte des alten Planums, so wurde das halt bei der Ertüchtigung für GNT gemacht.

Betroffen sind Papiermühle - Hermsdorf und Töppeln - Gera. Dazu kommt noch eine "halbe Brücke" in Geras Norden über die Weiße Elster. -> durchaus viel Arbeit.

In der Printausgabe wird sich der Artikel gewiss morgen finden, heute ist er nicht drin. Ich kenne seinen Inhalt mit den Details also noch nicht.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Felix Kaiser

Datum: 17.02.21 18:51

Der Hubbeltakt der RB21 (bis vor kurzem EB21) ist u.a. ein Resultat der Eingleisigkeit Papiermühle - Hermsdorf. Der Anschluss alle 2h in Erfurt ist so gelegt, dass mit den bekannten drei Umläufen auf der Linie die jeweils andere Stunde über Kurzwende in Gera Hbf gerade so die Zugkreuzung mit dem RE in Hermsdorf klappt. Ein sauberer und zuverlässiger Stundentakt, womit annähernd ein ordentlicher Halbstundentakt zusammen mit den RE1/3 zwischen Erfurt und Gera gefahren werden könnte, ist mit den eingleisigen Abschnitten derzeit kaum möglich. Gar nicht möglich wäre es einen zweistündlichen IC sinnvoll einzutakten, mit diesem Anschlüsse zu erreichen, ohne beim Nahverkehr etwas zu brechen. Falls sowas mal kommt. Deutet der D-Takt ja an.

Zumindest wird jetzt konkret, was ohnehin absehbar war. Alles andere wäre inkonsequent.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: EXP

Datum: 17.02.21 19:49

Sehr gute Neuigkeiten.

Verbessern sich die Chancen auf Güterverkehr dadurch auf der Strecke? Vielleicht in der Relation Gera-Jena-Großheringen--Erfurt?

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Felix Kaiser

Datum: 17.02.21 21:47

Was sollte das für ein Quell-/Zielverkehr sein, dann noch mit so einem Schlenkrich über Großheringen? Schon die Hermsdorfer Höhe hat es in sich, da schleicht es sich wenn du Last am Haken hast und nur einen Diesel. Der meiste Verkehr im Raum Gera geht übers Elstertal, wo 2036 angepeilt ist einen Fahrdraht hängen zu haben. Und der Verkehr ist recht überschaubar. Für weiterführende Verkehre nach Greiz-Dölau oder ins Tanklager Lederhose bräuchte man außerdem sowas wie die Starkenberger, die nun mit einer Eurodual ihre Sandzüge fahren. Oder Traktionswechsel in Gera.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 17.02.21 23:41

Danke Felix! So tief bin ich da nie eingestiegen.

Wer sich die betroffenen Abschnitte und die Gleislage anschauen möchte: [www.youtube.com]

Das Startbild ist deutlich älter als das Video. Es stammt aus der Zeit vor der EB (da steht ein DB-Desiro in Gera herum) und die Bauarbeiten lassen als Aufnahmedatum die Zeit vor der BUGA 2007 erkennen.

0:07 Ausfahrt Gera Hbf

1:38 links das Streckengleis Richtung Leipzig (auch eingleisig)

2:02 kaum erkennbar: die "Gaswerkbrücke". Rechts hinter den umfangreichen Gleisanlagen befand sich seit 1923 das Gaswerk Gera mit Kokerei und Gasometer. Am 1.7.1945 beim Abzug der Amerikaner / vor Einzug der Sowjets explodierte gegen 17:15 Uhr während der Durchfahrt eines von Leipzig kommenden Zuges ein seit dem frühen Morgen abgestellter Munitionszug auf Gleis 17 und in Folge dessen offenbar durch ein Leck kurz darauf das Gaswerk. Möglicherweise war mit Munition / Pulver gezielt hantiert worden im Bereich des Munitionszuges und des Gaswerkes, darauf deuten Zeugenaussagen hin, es waren offenbar einstige polnische Zwangsarbeiter gewesen, die dort Pulver ausschütteten. Zahlreichen Menschenleben waren zu beklagen, es gab schwere Zerstörungen im umliegenden Stadtgebiet, in Tinz waren viele Dächer durch die Druckwelle abgedeckt, die Gaswerkbrücke (eigentlich "Brücken", es sind mehrere für bestimmte Gleisgruppen) sind teils (?) eingestürzt. Unter den Brücken befanden sich gerade mehrere Kinder im Alter von ca. 11 Jahren, die in nahegelegenen Gärten (Eisenbahnergärten) klauen waren. Es sind alle Kinder körperlich unversehrt rausgekommen auf westlicher Seite (links im Video, damals dort Feld). Eines der Kinder war mein Vater. Er ist danach jahrelang lieber kilometerlange Umwege gelaufen, statt durch eine Eisenbahnunterführung zu gehen.

2:13 Überleitbauwerk über das Gleis nach Leipzig - ab hier geht es eingleisig bis Töppeln.

2:23 Brücke ist noch als einst zweigleisig zu erkennen.

2:34 Kleiner Durchlass auch noch als einst zweigleisig zu erkennen.

2:35 Brücke über die weiße Elster - rechts sieht man die Pfeiler der einstigen Stahl-Fachwerkbrücke des zweiten Gleises. Eine identische Brücke lag auch auf den Pfeilern, über die die heutige Brücke führt. Zuerst wurde diese Brücke demontiert, die Pfeiler dann etwas abgetragen und neu aufgebaut, dann kam die hier sichtbare geschotterte Stahlbrücke drauf. Anschließend wurden die Anschlüsse verschwenkt und dann die bislang befahrene Brücke abgerissen. Das muss 1992 gewesen sein. "Landseitig" sieht die Brücke so aus (Blick nach Norden): [de.wikipedia.org] . Aus der Luft sieht es so aus: [www.bing.com]

2:47 Kreuzungsbauwerk mit der Straße in die nordwestlichen Vororte Milbitz und Thieschitz [www.bing.com]

2:28 Links ansteigend die Schiefergasse, ein beliebter Fotostandort.

3:15 Die vor einigen Jahren neu gebaute Brücke Am Gipsbruch in Thieschitz. Ob die für 2 Gleise und Elektrifizierung reicht?

3:17 Rechts beginnt die Bahnsteigkante des einstigen Haltepunktes Gera-Thieschitz, der in den 90er Jahren aufgegeben wurde. Das Stationsgebäude ist Wohnhaus, der Bahnsteig ist Garten. Das Gleis liegt wieder "irgendwo", es wurde von der Kante weggerückt.

3:20 Links beginnt eine Kante - war das irgendwann mal Bahnsteig 2? Wie kam man auf diesen?

4:42 Einfahrt Töppeln. Ab hier zweigleisig bis Hermsdorf.

4:58 Brücke über den Erlbach. Die Brücke hatte es Anfang der 1980er Jahre bei einem Hochwasser des kleinen Baches weggerissen, die Gleise hingen in der Luft.

------

12:50 Ausfahrt Hermsdorf-Klosterlausnitz.

13:25 Beginn des zweiten eingleisigen Abschnittes durch den Zeitzgrund.

13:55 Unterfahrung der A9 nahe Hermsdorfer Kreuz.

14:34 Brücke über die Straße nach Schleifreißen (links steil hoch).

15:22 Ankündigung Papiermühle. Links liegt der Zeitzgrund mit mehreren Mühlen im Tal.

16:01 Papiermühle. Ab hier zweigleisig.


Das sind die beiden Abschnitte, um die es geht. Das Video zeigt weitere eingleisige Abschnitte:

21:30 Ausfahrt Stadtroda - 24:26 Einfahrt Neue Schenke - das ist seit einigen Jahren zweigleisig.

38:49 Großschwabhausen - 49:18 Einfahrt Weimar mit Kreuzungsmöglichkeit in Mellingen - auch das ist inzwischen zweigleisig.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Farjado

Datum: 18.02.21 00:02

Zum linken Bahnsteig Thieschitz: Der stammt noch aus der zeit der Zweigleisigkeit, wobei dieser auch meiner Erinnerung nach in den 70er Jahren genutzt wurde. Bei Oberbauerneuerungen wurde bei der DR das neue Gleis meist auf das jeweils auf das freie Planum aufgebaut. Dadurch wechselte auf manchen Strecken seit 1945 das Gleis 1 - 2 mal die Seite.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 18.02.21 00:17

Also tatsächlich ein Bahnsteig! So nah am Hang? Wie kam man dorthin? Über beide Gleise laufen? Oder gab es da einen Tunnel? Dunkel glaube ich mich an eine Abdeckung zu erinnern, unter der vielleicht etwas gewesen sein könnte. Ich kenne nur den Halt am Hausbahnsteig. Bin da wohl 1994 das letzte mal ausgestiegen und mit dem Fahrrad weiter zu meinen Eltern gefahren. War angenehmer als vom Hbf aus.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Felix Kaiser

Datum: 18.02.21 07:51

Schau doch mal im Geoportal Thüringen: [www.geoportal-th.de]
Da gibt es auch Bilder aus Zeiten des Krieges und damit aus Zeiten der Zweigleisigkeit. Ich hatte mir mal viele Bilder aus den 80ern geladen von Regionen, zu denen ich einen Bezug habe. 1988 ist da jedenfalls nichts mehr zu erkennen.

In Töppeln befand sich übrigens vor dem Bau dieser größeren Brücke über den Erlbach nur ein Durchlass in einem Bahndamm. Dem Jahrhundertereignis am 10.08.1981 war dieser nicht gewachsen. Schwere anhaltende gewitterartige Niederschläge spülten Unmengen von Wasser das Erlbachtal und auch das des Saarbachs hinunter. Der Saarbach mündet in Töppeln in den Erlbach. Der Bahndamm, dessen Durchlass zusätzlich durch Treibgut zunehmend verstopfte, wirkte wie eine Staumauer. In Töppeln bildete sich dadurch ein meterhohe riesiger Stausee. Überall trieben Dosen der damaligen Konservenfabrik. Glück im Unglück, dass kurz vor Brechen des Dammes noch ein Dampfzug schadlos passieren konnte und danach nichts weiter passierte. Solche Wassermassen hat danach keine Schneeschmelze mit Regen und auch kein Unwetter wieder geschafft. Unser Haus in Harpersdorf stand zum Glück auch einige Meter von Bach und Straße entfernt in Hanglage.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Drehstromator

Datum: 18.02.21 11:29

Felix Kaiser schrieb:
Der Hubbeltakt der RB21 (bis vor kurzem EB21) ist u.a. ein Resultat der Eingleisigkeit Papiermühle - Hermsdorf. Der Anschluss alle 2h in Erfurt ist so gelegt, dass mit den bekannten drei Umläufen auf der Linie die jeweils andere Stunde über Kurzwende in Gera Hbf gerade so die Zugkreuzung mit dem RE in Hermsdorf klappt. Ein sauberer und zuverlässiger Stundentakt, womit annähernd ein ordentlicher Halbstundentakt zusammen mit den RE1/3 zwischen Erfurt und Gera gefahren werden könnte, ist mit den eingleisigen Abschnitten derzeit kaum möglich. Gar nicht möglich wäre es einen zweistündlichen IC sinnvoll einzutakten, mit diesem Anschlüsse zu erreichen, ohne beim Nahverkehr etwas zu brechen. Falls sowas mal kommt. Deutet der D-Takt ja an.

Zumindest wird jetzt konkret, was ohnehin absehbar war. Alles andere wäre inkonsequent.
Naja, einen reinen Stundentakt der EB auf der gesamten Strecke wäre aber auch ohne zweigleisigen Ausbau so erstmal nicht möglich, da die EB in ihren Takten ab/bis Erfurt ja zwischen Erfurt und Jena halbwegs einen Stundentakt mit dem RE-Zwischentakt bildet. Würde man die EB komplett stündlich fahren lassen, würde die Trasse alle zwei Stunden mit jener des RE "kollidieren". Man muss also entscheiden, was man will: EB stündlich ab/bis Erfurt oder eben den "Hinketakt" beibehalten, der aber letztlich ja nicht wirklich schlimm ist, da zumindest zwischen den großen Städten Erfurt, Weimar und Jena ja auch so der Stundentakt besteht, zusätzlich zum regulären RE 1 und 3. Nur für die 3 kleinen Halte zwischen Jena und Weimar ists halt kein reiner Stundentakt sowie natürlich in der HVZ auch östlich von Jena.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 18.02.21 13:13

Felix Kaiser schrieb:
Schau doch mal im Geoportal Thüringen: [www.geoportal-th.de]
Da gibt es auch Bilder aus Zeiten des Krieges und damit aus Zeiten der Zweigleisigkeit. Ich hatte mir mal viele Bilder aus den 80ern geladen von Regionen, zu denen ich einen Bezug habe. 1988 ist da jedenfalls nichts mehr zu erkennen.
Manchmal sind naheliegende Sachen doch so fern... danke!

Es ist schwierig, in der Vielzahl (!) an Luftbildern was passendes zu finden. Aber jetzt doch.

Ausschnitt aus [geoportal.geoportal-th.de]

194539_4197_pan (Auszug Thieschitz).jpg

Da wage ich, vor dem Empfangsgebäude einen niveaugleichen Übergang zu sehen (rechter Kreis). Aber was ist das links? Etwa eine überdachte Fußgängerbrücke? Nicht doch, oder?

Auch aus Blickrichtung von der anderen Seite bestätigt sich das.

Ausschnitt aus [geoportal.geoportal-th.de]

194559_2049_pan (Auszug Thieschitz).jpg

Sollte da wirklich? Und ich habe das bislang nicht gewusst?

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 18.02.21 13:56

Felix Kaiser schrieb:
In Töppeln befand sich übrigens vor dem Bau dieser größeren Brücke über den Erlbach nur ein Durchlass in einem Bahndamm. Dem Jahrhundertereignis am 10.08.1981 war dieser nicht gewachsen.
Stimmt, das hatte ich vergessen. Der Durchlass war wesentlich kleiner, stattdessen halt dieser Damm mit Durchlass:

[mapio.net]

Der war dann halt weg. Es gibt dazu hier [www.gera-chronik.de] ein spektakuläres Foto "Hängebrücke" (4. Bild).

Und dann kam offenbar binnen 10 Tagen (!) die Behelfsbrücke:

[mapio.net]

[mapio.net]

Die Fotogalerie hier oben [www.otz.de] ist frei zugänglich und zeigt auch Bilder von der Töppelner Brücke (immer auf den rechten Pfeil nochmals klicken, wenn kein Foto kommt).

Diese alte RegioTakte-Ausgabe berichtet auch von den Arbeiten: [docplayer.org] (Seite 30).

Hier [www.klauserbeck.de] findet sich [www.klauserbeck.de] - der P6017 (41er und Lowa E5) auf der Behelfsbrücke in Richtung Gera.

Und weiter unten dann sogar ein Foto, das ich direkt verlinke, weil ich den Bildautor Peter Bertholdes kenne:

http://www.klauserbeck.de/Strecken1/WeimarGera/Gera-Mai1989-Elsterbruecke-km65,5.jpg

Das war die Brücke über die Weiße Elster in Geras Norden. Wir schauen hier nach Süden. Die vordere Brücke wurde in den 80er Jahren genutzt. Um 1992 wurde die hintere Brücke abgerissen, die Pfeiler etwas abgetragen und neu aufgebaut. Dann kam die neue geschotterte Brücke drauf. Nach Verschwenken der Gleise wurde die vordere (nördliche) Brücke abgerissen - noch heute fehlt sie.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 14:20.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Felix Kaiser

Datum: 18.02.21 15:29

Da hast du ein wenig Recht. Der zusätzliche RE3 Erfurt - Göschwitz füllt den Takt auf, das würde trassenmäßig mit der RB21 kollidieren. Dennoch wäre bei dieser der Halbstundentakt durch die eingleisigen Abschnitte nicht sauber umsetzbar und da passte die Zusage einen zusätzlichen 612er zwischen Erfurt und Göschwitz pendeln zu lassen ganz gut ins Programm. Man plant jetzt aber den Verkehr für die Zeit mit Fahrdraht. Diese "Krücke" läuft dann mit den übrigen 612ern vsl. aus. Will man ab der Mitte (wäre in dem Fall Jena) nach Osten wie Westen einen möglichst sauberen Halbstundentakt mit passenden Anschlüssen, besteht Handlungsbedarf die Eingleisigkeit zu beheben. Insbesondere, wenn ab 2032 (?) mal ein zweistündlicher IC nach Chemnitz oder weiter rollen soll, der ggf. nicht in die RE-Takte eingephast ist.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Felix Kaiser

Datum: 18.02.21 15:35

Das Bild der Hängebrücke kannte ich schon, den Rest noch nicht - danke dafür! Der Durchlass war doch größer, als ich es erahnte. Da muss ganz schön was hängen geblieben sein, dass der nicht mehr ausreichte und sich das Wasser aufstaute. Der Rückstau muss bis hinauf auf die Straße gereicht haben und das sind einige Meter. In der Konservenbude hats die Lager leergespült. Die Wassermassen müssen schon in Kraftsdorf gewaltig gewesen sein, nur wenige Kilometer von den beiden Quellorten dieses beschaulichen Bächleins. Meine Mutter arbeitete in den 80ern im dortigen Konsum. An der Stelle verschwindet der Erlbach unter der Straße auf über 100 Meter. Darüber Zufahrten zu Häusern, wo die Gebäudemauern bis an den übermauerten Bach heranreichen. Weggedrückt und eingestürzt! Die Gebäudefront lag offen und man konnte den Leuten ins Wohnzimmer schauen. Oder was davon übrig war.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 18.02.21 17:37

Heute war die Meldung dann auch in der Printausgabe. Da muss ich meine Freude dann doch etwas dämpfen, denn es geht hier tatsächlich nur um die Beauftragung einer Vorplanung. Bis Mai 2021 soll geprüft werden, wieviel der zweigleisige Ausbau koste. Danran anschließend soll bis Ende 2021 entschieden werden, ob die nächsten Planungsphasen finanziert werden.

Da vorher aber Wahlen sind, bei denen es zu einem Umsturz kommen dürfte, eventuell sogar zu einem radikalen Umsturz, erwarte ich da erstmal gar nichts.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Felix Kaiser

Datum: 18.02.21 18:18

Ich glaube die Notwendigkeit ist mindestens bei den Schwarzen bekannt und wird unterstützt, vorallem wenn es eh einmal eingeleiert ist und der kommende Fahrdraht übt da auch gewissen Druck aus. Also da würde ich mir weniger Sorgen machen. Sorgenvolle Baustellen ergäben sich dann an ganz anderen Fronten. Nun ja, erstmal eine Zahl haben, wie teuer der Spaß denn wird. Dafür sollte es reichen. Damit kann man dann auch weiter oben hausieren gehen. Solange da auch in Richtung FV etwas zaghafter Druck vorhanden ist, könnte da tatsächlich was passieren. Zweimal bauen würde noch teurer. Wenn nicht jetzt, dann nie.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: km_erl1963

Datum: 19.02.21 04:48

Felix Kaiser schrieb:
Das Bild der Hängebrücke kannte ich schon, den Rest noch nicht - danke dafür! Der Durchlass war doch größer, als ich es erahnte. Da muss ganz schön was hängen geblieben sein, dass der nicht mehr ausreichte und sich das Wasser aufstaute.
Da reichen unter Umständen zwei bis drei Baumstämme, die sich blöd verkeilen. Die bilden dann ein Hindernis, an dem mitgeschwemmtes Kleingut hängen bleibt und dann hat man ganz schnell einen massiven Damm.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: gleislatscher

Datum: 19.02.21 20:02

PM der DB vom 19.2.2021


Mitte-Deutschland-Verbindung: Freistaat Thüringen und die Deutsche Bahn schließen Finanzierungsvereinbarung für die Vorplanung des zweigleisigen Ausbaus von Weimar–Gera–Gößnitz
Untersuchung der Zweigleisigkeit für die Abschnitte Papiermühle–Hermsdorf-Klosterlausnitz und Töppeln–Gera

Die Deutsche Bahn (DB) und der Freistaat Thüringen haben eine Finanzierungsvereinbarung zur Planung weiterer zweigleisiger Abschnitte auf der Ausbaustrecke Weimar–Gera–Gößnitz abgeschlossen. Die Vorplanung wird in Ergänzung zur Planung der Elektrifizierung der Strecke Weimar–Gera–Gößnitz im Auftrag des Bundes im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030 durchgeführt.

Martin Walden, DB-Konzernbevollmächtigter für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: „Die Elektrifizierung der Strecke wird die Wirtschaftsregionen Ostthüringen und Westsachsen noch besser anschließen. Der zweigleisige Ausbau würde zusätzlich die Kapazität und Qualität auf der Mitte-Deutschland-Verbindung verbessern.“

Die vom Freistaat Thüringen beauftragte Vorplanung umfasst die Streckenabschnitte Papiermühle–Hermsdorf-Klosterlausnitz und Töppeln–Gera. Dabei soll untersucht werden, inwiefern durch den zweigleisigen Ausbau dieser Abschnitte Verbesserungen im Schienenpersonenverkehr erreicht werden können. Anhand dieser Ergebnisse kann darüber entschieden werden, ob die Planungen zu den zweigleisigen Abschnitten fortgeführt werden und der entsprechende Ausbau erfolgt. Erste Ergebnisse der Vorplanung sollen im Sommer dieses Jahres vorliegen.

Benjamin-Immanuel Hoff, Infrastrukturminister des Freistaats Thüringen: „Die Finanzierungsvereinbarung zur Planung des zweigleisigen Ausbaus weiterer Streckenabschnitte auf der MDV sind ein wichtiger Schritt, um weitere Erkenntnisse zur Optimierung des Schienenpersonenverkehrs auf dieser wichtigen Strecke zu erhalten. Wir wollen einen schnellen und attraktiven Personen- und Güterverkehr auf der Schiene und dafür ist es notwendig, in ein leistungs- und durchlassfähiges Netz zu investieren. Mit dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung können wir die Qualität der bestehenden Fahrpläne auf der MDV deutlich verbessern, mehr Flexibilität erreichen und gleichzeitig die Klimabilanz auf der Schiene verbessern.“

Die rund 115 Kilometer lange Ausbaustrecke Weimar–Gera–Gößnitz ist ein Teilabschnitt der sogenannten Mitte-Deutschland-Verbindung. Diese verbindet die Wirtschaftszentren von Westsachsen und Ostthüringen mit den Regionen Rhein/Main und dem Ruhrgebiet. Seit November 2018 befindet sich das Projekt im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Durch Elektrifizierung der Strecke soll eine zukunftsgerichtete Schieneninfrastruktur zur Stärkung der Region gefördert und ein Zugbetrieb mit elektrischen Triebfahrzeugen ohne Lokwechsel ermöglicht werden. Für die Elektrifizierung wird die DB 2021 die Vorplanung abschließen.

>>> Pressemitteilung


Gruß,
Marko



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.02.21 20:02.

Re: [TH] Vorplanung für zweigleisigen Ausbau MDV

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 19.02.21 20:35

Danke!

Interessant ist, dass die Überschrift nicht zum text (und wohl auch nicht zur tatsächlichen Beschlusslage) passt. "Finanzierungsvereinbarung für die Vorplanung des zweigleisigen Ausbaus von Weimar–Gera–Gößnitz" würde in meinem Verständnis auch die Strecke ab Gera nach Osten einschließen.