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Es geht um das Versagen der DB im Winter

Harte Realität vor Ort –Schwachsinn aus dem Homeoffice
„Wir fahren bei jedem Wetter", lautete einst ein Slogan der DB. Getoppt wird er heute vom DB-Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz:„Wenn ich daran denke, wie schwer wir uns noch vor Jahren mit den Herbst-und Winterstürmen getan haben, bin ich wahnsinnig stolz, was wir zwischenzeitlich gelernt und ver-bessert haben.“Anscheinend lebt die DB-Spitze auf einem anderen Stern. Wie sonst ist dieser Schwachsinn aus dem Homeoffice zu erklä-ren? Kaum wird es Winter –oh welche Überraschung –fallen reihenweise Züge aus und ganze Strecken sind gesperrt. Selbst Züge mit medizinischen Gütern mussten abgestellt werden.Es fehlen Weichenheizungen, Pflüge,Fräsen und vor allem fehlen ein Plan zur Beseitigung des Schnees und das Personal dazu. Das ist bittere Realität. Was in unseren Nach-barländern klappt, funktioniert bei der von autonomen Zügen träumende Bahn offensichtlich nicht.Die Eisenbahn ist systemrelevant. Das heißt, sie muss auch bei Wind und Wetter funktionieren.Die GDL fordert deshalb realistische Standards für den Winterdienst, die mit ausrei-chend Material und Personal unterlegt werden. Sie sind auch in der Leistungs-und Finanzierungvereinbarung zu verankern und müssen kontrolliert werden.„Wir fahren bei jedem Wetter“ muss wieder Wirklichkeit wer-den–und zwar vor dem nächsten Winter. Schönreden reicht jedenfalls nicht!

GDL Aushang
Man muss es sich nur lange genug selbst einreden - dann glaubt man es auch.
Unglaublich was da in Berlin im Bahntower abgesondert wird...
Es geht schon wieder los, mal sehen wie lange der Threat diesmal offen bleiben kann.

Warum könnt ihr diesen Gewerkschaftsschwachsinn nicht woanders austragen?

Gruß Baubetriebliche Zugregelung

Noch mehr Schwachsinn

geschrieben von: Heiko Focken

Datum: 17.02.21 16:43

DB Regio NRW schrieb:
Es geht schon wieder los, mal sehen wie lange der Threat diesmal offen bleiben kann.
Warum könnt ihr diesen Gewerkschaftsschwachsinn nicht woanders austragen?

Das frage ich mich auch.

Wobei das Statement der Gewerkschaft ja noch ein Stückweit begründet ist. Dass aber ein allseits bekannter User dies gleich wieder als Steilvorlage nutzt, um auf irgendwelche Tarifverhandlungen abzulenken (die mit Winter und Realitätsverlust nun gar nichts zu tun haben), ist nicht wirklich zielführend. Der Neben-Strang ist deshalb mit einer der wenigen vorhandenen Schneefräsen weggeschleudert worden.

Viele Grüße

Heiko

Nächste Woche erhältlich (im Abo auch, ohne das Haus verlassen zu müssen): Cargo total! Alle 232-Umläufe! Alle 298-Umläufe! Diverse 261-Umläufe! / Mit der 218 durch den Winter: Alles steht, eine fährt / Erste XXL-ICE kommen / Gepiercter 472 / Das alles (und noch viel mehr) gibt es in der DREHSCHEIBE 310. Viel mehr wert als sie kostet!
Es gab in der letzten Woche eine extreme Wetterlage in weiten Teilen Deutschlands, wie sie nur alle paar Jahrzehnte vorkommt (wenn überhaupt). Dass es auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr gibt, lässt sich dabei nicht vermeiden. Die Autobahnen waren ebenfalls gesperrt.

Daneben ist der Vergleich mit dem Homeoffice völlig deplatziert.
Wehret den Anfängen !
Denn für viele Berteiche des Lebens und der Wirtschaft , sind Dinge die bei der Bahn geschehen Vorreiter . Auch andere Bereiche , wo Menschen in Schichten beschäftigt sind , schauen sich nach anderen Schichtmodellen und flexibleren Arbeitszeitmöglichkeiten zu Lasten der privat nutzbaren Freizeit mit Erholmöglichkeit .

Von welchen anderen Ländern spricht die GDL

geschrieben von: Ost-Lok-Fan

Datum: 17.02.21 16:50

Moin

andere (schneegewöhnte) Länder haben auch Probleme. Vielleicht sollte die GdL sich vorher mal umschauen....

Großbritannien?

Niederlande?
Schweiz?
Österreich sperrt auch Stecken wegen Lawinengefahr und fährt nicht durch


Also die Systemrelevanz würde ich der DB absprechen

geschrieben von: Plutone

Datum: 17.02.21 16:55

Bei jedem Unwetter egal welcher Art ist die Bahn die erste, wo die Segel gestrichen werden.
Bei "Systemrelevanz" erwarte ich schon, dass man verlässlich ist und man drauf bauen kann, dass alles getan wird, den Betrieb am Laufen zu halten.

Das beißt sich eklatant mit der Konzern-Ausrichtung, möglichst viel Geld verdienen (=aus dem System Schiene rausholen) zu wollen.
DB Regio NRW schrieb:Zitat:
Es geht schon wieder los, mal sehen wie lange der Threat diesmal offen bleiben kann.

Warum könnt ihr diesen Gewerkschaftsschwachsinn nicht woanders austragen?
Seit wann ist Herr Lutz Gewerkschaftler ?
Für den dummen Spruch sollte man ihn bei Schneesturm wie zuletzt mal 5km Schienen frei räumen lassen ...

Ich würde statt über Tarife allerdings auch lieber über Ausrichtung und Zweck der Eisenbahn diskutieren.
Mag sein, dass dann das Thema Tarife ohnehin weniger Druck behält.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 16:58.
Was ist daran Schwachsinn das die Bahn früher esser fuhr im Winter?

---------------------------------------------------
"Verspätung ist ja auch das Kerngeschäft der Bahn"
Urban Priol
----------------------------------------------------
Im Doppelstockwagen sieht man mehr von der Welt.
Sven939 schrieb:
Es gab in der letzten Woche eine extreme Wetterlage in weiten Teilen Deutschlands, wie sie nur alle paar Jahrzehnte vorkommt (wenn überhaupt). Dass es auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr gibt, lässt sich dabei nicht vermeiden. Die Autobahnen waren ebenfalls gesperrt.

Daneben ist der Vergleich mit dem Homeoffice völlig deplatziert.
Also ich hab mir gestern was zum Sturm im Winter 1978/79 durchgelesen, mit dem der jetzige Wintereinbruch verglichen wurde.
Erstmal gab es da Temperatur-Stürze von über 30 Grad und ortsweise 5-6m hohe Schneeverwehungen (und nicht 50-100cm) und DANN habe ich gelesen, dass die Bundeswehr Straßen freigeräumt hat und die Bundesbahn mit Dieselloks 2-3 Tage später schon S-Bahnen durch Hamburg ziehen konnte. DAS erwarte ich von staatlichen Institutionen und nicht, dass sie ein paar teure Drohnen an möglicherweise bösen Menschen im Orient testen oder möglichst viel Steuergeld im Tresor des Berliner Tower sammeln.

Re: Wetterlage und drumherum

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 17.02.21 17:06

Sven939 schrieb:
Es gab in der letzten Woche eine extreme Wetterlage in weiten Teilen Deutschlands, wie sie nur alle paar Jahrzehnte vorkommt (wenn überhaupt). Dass es auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr gibt, lässt sich dabei nicht vermeiden. Die Autobahnen waren ebenfalls gesperrt.

Daneben ist der Vergleich mit dem Homeoffice völlig deplatziert.
Dass es Auswirkungen auf den Bahnverkehr gibt, ist möglicherweise nicht zu vermeiden. Dass Schneeräumgerät zwischen Schleswig-Holstein, Niedersachen und weiteren Bundesländern hin und her gefahren wird, um die Strecken von Schnee zu befreien, ist schon diskussionswürdig. Dass man pauschal schon den Fernverkehr eingestellt hat, bevor zwei Tage später die ersten Flocken fielen, ebenfalls.
Das man nach Beruhigung der Wetterlage über mehrere Tage nicht in der Lage war, lässt spätestens erkennen, wo ein erheblicher Mangel herrscht.

Von wem dieser Mangel nun erwähnt wird, ist unwichtig. Aber er sollte angegangen werden und man sollte an der Spitze des Konzerns nicht so tun, als wäre in den letzten zwei Wochen alles gut gelaufen. Hier wäre Selbstkritik durchaus angebracht.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian
pm schrieb:
Getoppt wird er heute vom DB-Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz:„Wenn ich daran denke, wie schwer wir uns noch vor Jahren mit den Herbst-und Winterstürmen getan haben, bin ich wahnsinnig stolz, was wir zwischenzeitlich gelernt und ver-bessert haben.“Anscheinend lebt die DB-Spitze auf einem anderen Stern. Wie sonst ist dieser Schwachsinn aus dem Homeoffice zu erklä-ren? Kaum wird es Winter –oh welche Überraschung –fallen reihenweise Züge aus und ganze Strecken sind gesperrt. Selbst Züge mit medizinischen Gütern mussten abgestellt werden. [...]

GDL Aushang
Die Begeisterung von Lutz lässt sich doch relativ einfach erklären: Züge, die geplant nicht fahren, verspäten sich nicht, stranden nirgendwo, tauchen nicht in irgendwelchen Versagens-Statistiken auf und verursachen auch sonst keinen Zusatzaufwand. Die geplante Null-Lösung funktioniert immer einwandfrei, der Gehaltsbonus ist gesichert.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Von welchen anderen Ländern spricht die GDL

geschrieben von: Plutone

Datum: 17.02.21 17:10

Ost-Lok-Fan schrieb:
Moin

andere (schneegewöhnte) Länder haben auch Probleme. Vielleicht sollte die GdL sich vorher mal umschauen....

Großbritannien?

Niederlande?
Schweiz?
Österreich sperrt auch Stecken wegen Lawinengefahr und fährt nicht durch
Es ist aber schon ein Unterschied, während des Sturms 1-2 Tage mit Mühe den Verkehr wieder aufzunehmen oder tagelang ganze Regionen vom Schienenverkehr zu entkoppeln.
Dass darüber hinaus die DB die "Einstellung des Bahnbetriebes" in Großstadtbahnhöfen verkündet, wo 3/4 der Züge allerdings noch fahren (eben keine DB-Züge), ist eine weitere Frechheit. Da sind sogar die privatwirtschaftlichen EVU gemeinnütziger unterwegs (natürlich auch aus wirtschaftlichen Gründen, um Verkehrsverträge möglichst weitestgehend zu erfüllen).

So einfach wie die DB macht es sich auch im Fahrbetrieb fast niemand, einfach alles stehen und liegen zu lassen.
Es ist eben das Gegenteil von "systemrelevant".
Das Rückgrat der Mobilität bildet seit langer Zeit die Straße in Deutschland !
Nach Erbsenzählers Sicht der Dinge lief es ja auch großartig! Jeder Zug, der nur den Hauch einer Chance hatte, irgendwo auf irgendeine Schneeflocke zu treffen, wurde vorsorglich erst gar nicht gefahren. In machen Ecken lief 10 Tage lang absolut nichts. Da hat man die Kundschaft völlig im Regen stehen lassen! Aber die Erbsenzähler freuen sich, kaum Verspätungen, kaum zusätzlicher Dispositions- und Kostenaufwand. Man hat einfach geordnet und pünktlich zum Wintereinbruch den Rückzug angetreten, heißt, den Betrieb weitestgehend eingestellt. Ja, so verquer und realitätsfremd sind heutzutage die Ansichten über "Erfolg" und "großartige Wintervorbereitungen" von Erbsenzählern!

Für die Kundschaft und den Großteil der Betriebseisenbahner war es dagegen die völlige Kapitulation vor der Schneeflocke! Keiner braucht eine Bahn, die einem im Ernstfall hunderte Kilometer fern der Heimat komplett im Regen stehen lässt, so nach dem Motto: "Tut uns leid, wir fahren erst in 7 - 10 Tagen nach der Schneeschmelze wieder. Sieh zu wie du heim kommst!" Keiner erwartet, daß bei einem wirklichen Wintereinbruch sämtliche Züge im Takt und pünktlich fahren. Aber ein Notangebot, wo es wenigstens alle paar Stunden mal, langsam und mit Verspätung, noch irgendwie vorwärts geht, damit die Leute überhaupt heim kommen, sollte wohl der Mindestanspruch sein. Ansonsten kann man den Laden gleich komplett zuschei...!

Im Normalbetrieb schon oft genug überfordert und bei Wetterkapriolen gleich den Betrieb komplett einstellen. So ein Trümmerhaufen wie "Die Bahn" wird in den nächsten Jahren absolut gar nichts reissen! ;-)

http://t3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSmvawToASUUxiPnqTrVOw_BVaNPFdDQjBpGaPZTyBB7ejY_LqzPyL8HJA
Nur echt mit einem Hang zu sarkastischen und zynischen Kommentaren!

Der Winter 1978/1979

geschrieben von: olli1956

Datum: 17.02.21 18:27

Hallöchen . Im Winter 78/79 war die Deutsche Bundesbahn ,Die Bundeswehr / Der Bundesgrenzschutz (heute Bundespolizei ) viel besser ausgestattet, für die damalige Zeit , wie heutzutage . Das wir beim BGS damals mit Hubschraubern Menschen aus Zügen holten oder aus eingeschneiten Häusern war damals normal und wurde gemacht . Das bei Schneewehen von über 3 Metern . Das sich damals ein IC in einer Schneewehe festfuhr ,bespannt mit 2 Dieselloks war auch kein Wunder . 3 Tage haben wir gebraucht bis der Zug wieder halbwegs flottgemacht wurde . Heutzutage wäre das undenkbar . Aber was solls . Mir tun nur die Leute leid , die die Züge jeden Tag brauchen . Egal von welchem Unternehmen . Schönen Abend noch



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 18:28.
Starker Wintereinbruch:


Früher, Staatsbahn:

Ausgangslage: Züge können nicht fahren, Strecken müssen geräumt werden. Personal kann Güter+Personenzüge nicht fahren und wird zum Winterdienst herangezogen. Ebenso Stellwerker: Weichen sind fest, keine Arbeitsmöglichkeit auf dem Stellwerk. Wer kann die Diesellok fahren, wer kann den Schneepflug bedienen, wer schaufelt Weichen frei, das alles wird einsatzortnah organisiert und in Angriff genommen. Es gibt flächendeckenden Güterverkehr und ein Teil des Personenverkehrs wird regelmäßig lokbespannt gefahren, damit sind Antriebe für Schneeräumtechnik und Züge für ein Grundangebot unter erschwerten Bedingungen da. Kosten für Unfälle werden aus dem allgemeinen Haushalt bestritten anstatt Versicherungen zu mästen.


Heute, staatlich kaputtprivatisierter teilstaatlicher Bahnsalat:

Alle Eisenbahner haben einen durchschnittlich längeren Arbeitsweg, durch Zentralisierung innerhalb der einzelnen Eisenbahnsplitter und als Folge des Berufsnomadentums im Ausschreiberitis-Takt. Bei Wintereinbruch wird es schon mal schwer, mit dem Auto ...zig Kilometer zur Arbeit zu kommen, betriebseigene Wohnungen oder Eisenbahnerwohnungsgenossenschaften gibt es nicht mehr und Großstädte sind teuer.
DB-Netz mit seiner begrenzten Mitarbeiterzahl hat flächendeckend Probleme, die Personale von Trilex, MRB, Abelio, ODEG, DB Regio XY usw. langweilen sich derweil, weil sie nicht fahren können. Manche können auch nur noch 642er. DB-Netz bräuchte jetzt Technik und Leute, aber für Wintereinbruch (nicht mal jeden Winter) flächendeckend Dieselloks stehen zu haben und Personal vorzuhalten ist ökonomischer Unfug. Gut, wenn überall noch Übergaben fahren würden oder andere diesellokbespannte Züge, könnte man diese Loks und Personale nehmen. Aber Fehlanzeige. Stecken haben eingeschränkte Betriebszeiten und schneien zwischendurch schön zu. Personale anderer Firmen können schon prinzipiell nicht helfen, wegen Versicherungsfragen. Der Schwarze Peter wird hin+her geschoben: Privatbahn XY macht nix, weil "Wir zahlen ja für die Steckennutzung!" und "Wir dürfen nicht!", DB-Netz heftet eine Beweisschneeflocke ab und sagt: "Höhere Gewalt". Nebenbei verdienen kassieren Anwälte. Manche Leistungen (z.B. Winterdienst auf Bahnsteigen oder Zuwegen) sind auch ausgeschrieben, nur leider kommt die Firma nicht ran, wegen Verkehrschaos auf der Straße (Standort ist etwas weiter weg, war aber der "günstigste" Anbieter). Konnte ja keiner wissen, daß die Straßen zu sind, wenns auf die Liegenschaften von DB-Netz schneit.


Wie falsch liegt der Laie? Natürlich kommt dann: "Diese Probleme sind alle lösbar." Wenn man wirklich Lösungen im derzeitigen System sucht, wird man Geld reinpumpen und die nächste Ausschreiberitisspirale drehen. Da verdienen wieder viele dran, und am Ende wird's wieder nichts Brauchbares. Oder sollten wir noch mal drüber nachdenken, ob das ganze System richtig ist, oder besser gesagt von Anfang an falsch?

MfG RK
Sven939 schrieb:
Es gab in der letzten Woche eine extreme Wetterlage in weiten Teilen Deutschlands, wie sie nur alle paar Jahrzehnte vorkommt (wenn überhaupt). Dass es auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr gibt, lässt sich dabei nicht vermeiden. Die Autobahnen waren ebenfalls gesperrt.

Daneben ist der Vergleich mit dem Homeoffice völlig deplatziert.
In welchem Paralleluniversum treibst Du Dich bitte rum?

Ich bin nun schon über 50 Jahre auf dieser Erde unterwegs. Das bischen Winter im Febraur 2021 ist nichts als ein stinknormaler Winter din diesen Breiten. Die Winter nach 2010 bis eben zum Februar 2021 sind schlicht ausgefallen. Das war ungewöhnlich. Nicht aber die vergangenen rund 14 Tage. Das was es in den letzten 14 Tagen gab, war ab 1970 (sorry, voher war ich noch nicht da) bis Anfang der 90er Standard.

Blöd nur, dass -mal von 1978 / 79 abgesehen- damals die Bahnen links und rechts vom eisernen Vorhang einiger Maßen funktionierten. 1978 / 1979, das war ein außergewöhnlicher Winter, mit den allseits bekannten Folgen. Das was bis vorgestern hier herrschte, war dagegen das blanke wettertechnische Erholungsheim.

Das, was die "beste Bahn der Welt" in den 14 Tagen dieses angeblichen "Extremwinters" geleistet hat, bzw. nicht geleistet hat, weil man ihr vor Jahren das Werkzeug hierzu genommen hat, ist schlicht erbärmlich.

Kasper dürfen hier schreiben, da verschlägts einem glatt die Sprache.

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen
Sven939 schrieb:
Es gab in der letzten Woche eine extreme Wetterlage in weiten Teilen Deutschlands, wie sie nur alle paar Jahrzehnte vorkommt (wenn überhaupt). Dass es auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr gibt, lässt sich dabei nicht vermeiden. Die Autobahnen waren ebenfalls gesperrt.
Die Frage ist, wann was zu war, und wann es wieder offen war.
Aber wollen wir denn etwas "Brauchbares" überhaupt? Wollen nicht aller nicht nur billig, billig, billig? Da regt man sich auf, wenn es von Berlin nach München am Freitag zur HVZ keine Sparpreise gibt, auch eine Fahrt im Flixbus für einen Fünfer ist vielen noch zu viel.
Aber alles Muß rund um die Uhr verfügbar sein, es darf aber nichts kosten
Auch DSo ist voll mit solchen Themen.

Viele Grüße
..., dass dank Corona nur vergleichsweise wenige Fahrgäste auf sie angewiesen waren. Sonst hätte sie wohl - milde ausgedrückt - kräftig das Gesäß versohlt bekommen.

Kürzlich las ich von "11.000 Mitarbeitenden", die unermüdlich im Kampf gegen den Schnee im Einsatz waren. Nach dieser Pressemitteilung waren es sogar "Zehntausende". Hallo? Die Bahn hat gerade mal 211.000 Mitarbeiter*innen. Ein Großteil davon dürfte wie gewohnt über das Wochenende 06./07.02. und darüber hinaus zu Hause gesessen haben. Rechnen wir also großzügig mit 150.000 Bediensteten weiter. Schneidet man noch die unbetroffenen Teile Deutschlands in Nord und Süd ab (gemeint sind die ohne Schneecapriolen, nicht die, wo man "vorsorglich" den Zugverkehr einstellte), bleiben noch ca. 50.000 übrig. Und von denen war jeder Fünfte an der Schneefront im Einsatz? Ich sah niemanden in den Gleisen, keinen Ansprechpartner für mich und andere gestrandete Passagiere, aber immerhin drei Leute beim Schneeschieben auf den Bahnsteigen eines bedeutenden Fernbahnhofs.

Wird Zeit, dass wieder Hosen ohne Taschen in Mode kommen. ;-)

Kopfschüttelnd und sprachlos - SRB
ja genau - die Eisenbahnergewerkschaft GDL legt halt die Hand in die Wunde wozu die DB-Hausgewerkschaft sich nicht traut...

[uploads.gdl.de]



twins schrieb:
Man muss es sich nur lange genug selbst einreden - dann glaubt man es auch.
Unglaublich was da in Berlin im Bahntower abgesondert wird...
Screenshot_2021-02-17 Aushang-1613551063A pdf.png
Was soll die dümmliche Anspielung auf Home-Office? Wäre es anders gewesen, wenn die kritisierten Kollegen an ihrem Büroarbeitsplatz gesessen hätten?

Offenbar wird mit jedem denkbaren Mittel versucht, Feindbilder an die Wand zu malen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 19:55.
DuKabina?! schrieb:
Ich bin nun schon über 50 Jahre auf dieser Erde unterwegs. Das bischen Winter im Febraur 2021 ist nichts als ein stinknormaler Winter din diesen Breiten. Die Winter nach 2010 bis eben zum Februar 2021 sind schlicht ausgefallen. Das war ungewöhnlich. Nicht aber die vergangenen rund 14 Tage. Das was es in den letzten 14 Tagen gab, war ab 1970 (sorry, voher war ich noch nicht da) bis Anfang der 90er Standard.
Ja, das fällt mir auch auf. Wir haben hier offenbar recht viele Kinder, die gar keinen Winter in ihrem Leben mehr erlebt haben. Wer in den 70er/80ern groß geworden ist, für den ist das was wir dieses Jahr hatten einfach solider 'Winter'. Nicht mehr und nicht weniger. Auch damals konnte es mal vorkommen, dass Züge ausfielen oder massig Verspätung hatten. Aber es wurde mit allen Mitteln gekämpft, so lange es noch geht zu fahren und danach sobald es ging wieder zu fahren. Dieses Gefühl will sich im Hier und Jetzt einfach nicht mehr so 100% einstellen. Wenn ich mir die Luftaufnahmen von Halle- Erfurt anschaue, rätsele ich immer noch, warum man da fast 'ne Woche gebraucht hat bis man da wieder fahren konnte.
erbsenzähler89 schrieb:
Was soll die dümmliche Anspielung auf Home-Office? Wäre es anders gewesen, wenn die kritisierten Kollegen an ihrem Büroarbeitsplatz gesessen hätten?

Offenbar wird mit jedem denkbaren Mittel versucht, Feindbilder an die Wand zu malen.
Eben, zumal die Homeoffice Regelung einen ernsthaften Hintergrund hat, nämlich die Gesundheit und das Leben von Menschen zu schützen!

Unfassbar, dass man diese Situation auch noch dazu nutzt, um gegen den Vorstand zu hetzen.

Davon abgesehen, würde mich interessieren Wo und in welchem Zusammenhang Herr Lutz diese angebliche Aussage getätigt haben soll?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 20:16.
Sven939 schrieb:
erbsenzähler89 schrieb:
Was soll die dümmliche Anspielung auf Home-Office? Wäre es anders gewesen, wenn die kritisierten Kollegen an ihrem Büroarbeitsplatz gesessen hätten?

Offenbar wird mit jedem denkbaren Mittel versucht, Feindbilder an die Wand zu malen.
Eben, zumal die Homeoffice Regelung einen ernsthaften Hintergrund hat, nämlich die Gesundheit und das Leben von Menschen zu schützen!

Unfassbar, dass man diese Situation auch noch dazu nutzt, um gegen den Vorstand zu hetzen.
Unfassbar ist vor allem das aus dem Vorstand heraus solche blödsinnigen Aussagen getätigt werden!

Hausgemachte Fehler sind nicht entschuldbar.

geschrieben von: Lalu

Datum: 17.02.21 20:20

Hallo,

es gab viele vermeidbare zusätzliche Schwierigkeiten.

Ein Paar Beispiele:

- Ein Schneepflug war die ganze Zeit nicht im Einsatz, weil das einzige „Bedienpersonal“ mit Berechtigung schon Tage vorher wegen Krankheit fehlte. Und kein Ersatz vorgesehen ist. Kostengründe!
- Schneeräumkräfte von Subunternehmern z.B. mit Akkulaubbläsern (!!!) ankamen statt Weichenbesen. Wie werden diese vorbereitet?
- Schneeräumkräfte von Subunternehmern überhaupt nicht wußten, was sie überhaupt an einer Weiche freiräumen sollten. Wie werden diese vorbereitet?
- Schneeräumkräfte nicht an die Einsatzstellen rankamen, weil sie weit entfernt in Hotels waren. Warum kein Zwang örtlich verfügbar zu sein?
- Bahnsteige auch nach Betriebsaufnahme immer noch nicht geräumt waren, weil die Zufahrten nicht freigeräumt waren. Warum setzt man sich nicht in den Zug und steigt mit dem Besen vor Ort aus und fährt mit dem nächsten weiter oder zurück? Oder nimmt lokale Sub? In Südost kamen diese teilweise aus NRW!
- Interne Abstimmungsprobleme für den Einsatz der Technik und Personal (Prioritätensetzung).
- Kommunikationsprobleme bei der Reisendeninformation.
- Kommunikationsprobleme mit den EVU.
- Überlastete Leitstellen (EVZS, BL, TP usw). Warum werden diese nicht tageweise verstärkt oder von Routineaufgaben entlastet?

........usw. usw. usw.

Das hat nichts mit einer extremen Lage zu tun. Es sind Probleme in der Ablauforganisation.

Grüße,
Lalu



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 20:23.
Sven939 schrieb:
Eben, zumal die Homeoffice Regelung einen ernsthaften Hintergrund hat, nämlich die Gesundheit und das Leben von Menschen zu schützen!
... während die Zugpersonale und Servicekräfte an Bahnsteigen und Servicepoints weiterhin ständig im Kundenkontakt stehen und oftmals noch nicht einmal eine Möglichkeit haben, die Maske mal für ein paar Minuten zur Erholung abzulegen.

Sven939 schrieb:
Unfassbar, dass man diese Situation auch noch dazu nutzt, um gegen den Vorstand zu hetzen.
Es sind Vorstände und Führungskräfte, die sich schon seit Jahren gedanklich immer mehr vom praktischen Eisenbahnbetrieb vor Ort entfernen und den Kontakt zu den Eisenbahnern verlieren. Durch Homeoffice wird dieser Entwicklung noch mehr Vorschub geleistet, übrigens schon lange vor der C-Krise. Die bekommen ja live gar nicht mehr mit, was bei Schnee und Eis da draußen passiert. Die verhindern das Chaos nicht, die verwalten es nur noch.

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter
[www.evg-online.org]


Personalvorstand Martin Seiler hat am Mittwoch beide Gewerkschaften aufgefordert,
bis zum 26. Februar Listen mit ihren Mitgliedern bei einem Notar zu hinterlegen.
Damit will er feststellen, welche Gewerkschaft in welchem ihrer 300 Betriebe in Deutschland die Mehrheit hat.

[www.lok-report.de]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 20:03.
Komisch, ich lese da verschiedene Texte. Mach ich was falsch?
Niederlausitzer schrieb:
Komisch, ich lese da verschiedene Texte. Mach ich was falsch?
Die DB hat die Gewerkschaften aufgefordert, dass sie ihre Mitgliederzahlen bei einem Notar hinterlegen.

Daraufhin erklärte sich die EVG mit dem Verfahren einverstanden.
Niederlausitzer schrieb:
Komisch, ich lese da verschiedene Texte. Mach ich was falsch?
Nein, machst Du nicht, es sind verschiedene Text und auch nicht gleichlautend. Aber irgendwie muss man in diesem Thema ja provizieren. Ist ja auch erst der dritte Gewerkschaftsbeitrag innerhalb weniger Stunden... 🤣

Die EVG nimmt Stellung zur Pressemitteilung der DB. Und es ist auch nicht verwunderlich, das die EVG sofort bereit ist die Mitgliederzahlen je Betrieb offen zu legen, bei der GDL wird das wohl nicht der Fall sein.

Nur mal so zur Info:

Mitgliederzahlen EVG ca. 185.000
Mitgliederzahlen GDL ca. 35.000

Was das für das Tariftreuegesetz bedeutet kann sich wohl jeder selbst ausrechnen. Deswegen gibt es auch aktuell diese ständigen Beißreflexe der GDL, die Werbung mit geringeren Mitgliedsbeiträgen und die Öffnung für alle direkten Personale. Man versucht Mitgliederzahlen zu erhöhen, denn man sieht seine Felle schwimmen.

Gruß Baubetriebliche Zugregelung




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 20:38.
DB Regio NRW schrieb:
Mitgliederzahlen EVG ca. 185.000
Mitgliederzahlen GDL ca. 35.000
Wie viele davon jeweils Ruheständler?? EVG knapp 85.000 (46%), GDL rund 11.000 (31%). Wie viele von den Aktiven jeweils in den einzelnen Betrieben der DB-EVU?

DB Regio NRW schrieb:
Was das für das Tariftreuegesetz bedeutet kann sich wohl jeder selbst ausrechnen.
Na dann rechne mal aus, in welchem Betrieb künftig die EVG-Tarifverträge gelten und in welchem die der GDL. Und bitte sei so lieb und nenne uns Dein Ergebnis, dann können wir uns den teuren Quatsch mit den Notaren gleich sparen...

Gruß Peter

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 20:52.
...zwar ursprünglich zu unterschiedlichen Themen, aber die nachfolgenden Diskussionen drehten sich dann doch schnell um das gleiche Thema. Bislang immerhin noch halbwegs gesittet.

Viele Grüße

Heiko

Nächste Woche erhältlich (im Abo auch, ohne das Haus verlassen zu müssen): Cargo total! Alle 232-Umläufe! Alle 298-Umläufe! Diverse 261-Umläufe! / Mit der 218 durch den Winter: Alles steht, eine fährt / Erste XXL-ICE kommen / Gepiercter 472 / Das alles (und noch viel mehr) gibt es in der DREHSCHEIBE 310. Viel mehr wert als sie kostet!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 20:59.
Zitat
... während die Zugpersonale und Servicekräfte an Bahnsteigen und Servicepoints weiterhin ständig im Kundenkontakt stehen und oftmals noch nicht einmal eine Möglichkeit haben, die Maske mal für ein paar Minuten zur Erholung abzulegen.
Die Arbeitsbedingungen von Berufsgruppe A werden doch nicht dadurch besser, dass Berufsgruppe B den Arbeitsort wechselt.

Zitat
Durch Homeoffice wird dieser Entwicklung noch mehr Vorschub geleistet, übrigens schon lange vor der C-Krise.
Das halte ich für ein Gerücht und deckt sich jedenfalls nicht mit meinen persönlichen Erfahrungen in der Heimarbeit.
erbsenzähler89 schrieb:
Die Arbeitsbedingungen von Berufsgruppe A werden doch nicht dadurch besser, dass Berufsgruppe B den Arbeitsort wechselt.
Die Bedingungen für die Gruppe A würden besser werden, wenn man in Gruppe B mehr Praxisbezug hätte und auf die Belange der Gruppe A in dieser Zeit eingehen würde, anstatt nur Regelwerke des Arbeitsschutzes zu zitieren und so die besonderen Belastungen durch das ständige Maskentragen während der Arbeit(!) herunterzuspielen.

erbsenzähler89 schrieb:
Das halte ich für ein Gerücht und deckt sich jedenfalls nicht mit meinen persönlichen Erfahrungen in der Heimarbeit.
Wenn man von der anderen Seite guckt, sind die Erfahrungen auch andere...

Gruß Peter

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 21:10.

? vom Laien

geschrieben von: hansaring

Datum: 17.02.21 21:14

Moin, moin!

Ich frage mich gerade, ob mir jemand hier auf DSO erklären kann, so ganz ohne Brille der einen oder anderen Gewerkschaft, was das TEG für die Gewerkschaften am Ende für konkrete Folgen haben wird und wenn diese auch nur ansatzweise so negativ ausfallen, wie so zahlreich beschrieben, warum das von Seiten der Gewerkschaften nicht erfolgreich verhindert werden konnten. Es erschließt sich mir einfach nicht der Sinn des Gesetzes im Sinne der Gewerkschaften und deren gleichberechtigter Kooexistenz sowie der Freiheit aller am Arbeitsprozess beteiligten, Tarifverträge auszuhandeln.

Gruß Thomas
Peter, das ist alles verständlich, auch das mit dem fehlenden Praxisbezug. Nur hat es aus meiner Sicht trotzdem nichts damit zu tun, ob Berufsgruppe B am Potsdamer Platz im Hochhaus, in Zehlendorf im Ein-Familien-Haus oder im WLAN an einem öffentlichen Ort arbeitet.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 21:29.

Das bedeutend Streik

geschrieben von: pm

Datum: 17.02.21 21:24

wochenlang dort wo die GDL die Mehrheit hat bis sie wieder über all vollwertiger Tarifpartner ist. In anderen Betrieben Bummelstreik,Krankmeldungen usw.
Schon wieder eine extrem dumme Aktion von der DB und die EVG scheint sich mittelfristig abschaffen zu wollen.
MD 612 schrieb:
dann können wir uns den teuren Quatsch mit den Notaren gleich sparen...

Gruß Peter
Da Du Texte ja auch nur zitierst wie es Dir passt, mache ich das jetzt auch einfach mal und gebe dir in Bezug auf das o.g. völlig Recht. 🤣

Gruß Baubetriebliche Zugregelung

Re: ? vom Laien

geschrieben von: Sven939

Datum: 17.02.21 21:45

hansaring schrieb:
Moin, moin!

Ich frage mich gerade, ob mir jemand hier auf DSO erklären kann, so ganz ohne Brille der einen oder anderen Gewerkschaft, was das TEG für die Gewerkschaften am Ende für konkrete Folgen haben wird und wenn diese auch nur ansatzweise so negativ ausfallen, wie so zahlreich beschrieben, warum das von Seiten der Gewerkschaften nicht erfolgreich verhindert werden konnten. Es erschließt sich mir einfach nicht der Sinn des Gesetzes im Sinne der Gewerkschaften und deren gleichberechtigter Kooexistenz sowie der Freiheit aller am Arbeitsprozess beteiligten, Tarifverträge auszuhandeln.

Gruß Thomas
Die Gewerkschaften versuchten es zu verhindern, das BVerfG hielt den § 4a Abs. 2 TVG mit dem Grundgesetz vereinbar (siehe Urt. v. 11.7.2017 (1 BvR 1571/15 u. a.)).
Legitimes Ziel des TEG ist es "Anreize für ein kooperatives Vorgehen der Arbeitnehmerseite in Tarifverhandlungen zu setzen und so Tarifkollisionen zu vermeiden".

Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen die Gewerkschaften in Tarifverhandlungen gemeinsam statt gegeneinander auftreten.
Folglich dient es dem Schutz der Arbeitgeber vor langen Arbeitskämpfen mit unterschiedlichen Gewerkschaften.
Hallo,

hier wird eh bald zugemacht, da wie immer die Fanboys (oder von mir aus Lohnschreibern) von unterschiedlichen Organisationen das eigentliche Thema kaputtschreiben. Ich möchte hier nochmal um Verständnis für die Kollegen von DB Netze werben, die ihre ganzen Kräfte seit dem 13.12. auf das Anreizsystem im SGV sowie der Überwachung des Schienenlärmschutzgesetzes aufwenden. Da bleibt kein Personal um sich um die Aufrechterhaltung des Verkehrs zu kümmern. Und wie hier geBILDete Foristen schon erwähnten, wir hatten doch extreme Wettersituationen, da konnte keiner mit rechnen.

Gruß

Re: ? vom Laien

geschrieben von: Ersatzsignal

Datum: 17.02.21 21:59

Etwas erklären was kompliziert ist. Zuallererst, jede Gewerkschaft hat nur sein eigenes "ich" im Sinn.

Bis ca. 1991 war alles strukturiert und nachvollziehbar. Die Beamten, Büroleute und Verkauf/Vertrieb bei GDBA, die Lokführer bei GDL, Werke und der Rest bei der GDED.

Dann begann der schleichende "ich bin besser als alle anderen" Prozess. Die IG Metall wildert in den Werken, Verdi wildert bei den Lokführer, Gewerkschaft für Hotel und Gastro bei den Speisewagen und Casinos(altdeutsch Kantine). Um nur ein paar zu nennen die neben den beiden Gewerkschaften mitmischen.

Umgedreht wildert die GDL auch bei Verdi-Firmen.

Bei so vielen unterschiedlichen Gewerkschaften, ist es nachvollziehbar, das die Bahn Klarheit haben will. Leider liegt das Problem bei den Gewerkschaften, denn die sehen meistens immer nur alles negativ. Wie auch sonst in D, da seh ich keinerlei positive Tendenzen.

Dieses Gesetz kann auch als große Chance gesehen werden, nur leider "siehe ganz oben" meines Textes.

Man stelle sich eine Gewerkschaft vor, in der alle Beschäftigten des Transportbereiches vertreten sind. So wie es in Frankreich der Fall ist.


Ein bekannter Gewerkschafter der GDL sagte sinngemäß, es war damals ein schlimmer Fehler die Unterschrift der Bahn zu akzeptieren.

Das die EVG als Vorstandsnah bezeichnet wird, ist Müll. Ein wenig Dankbarkeit in der jetzigen Zeit , sollte man schon zeigen. Jede andere Firma hätte mal eben 1/3 der Belegschaft gefeuert. Gilt auch für die Länderbahnen bzw. die kommunalen Verkehrsbetriebe. Daran sehe ich, das dort eine gewaltige Wählermacht steht, so einfach bundesweit 250 000 auf die Strasse setzen, na was werden die wohl wählen ?


PS: Die Herren Lokführer lungerten während der Schneepandemie im Pausenraum rum, anstelle mal die Schaufel zu schwingen. ;-)
Hallo,

damit alle Gewerkschafter eine entspannte Nacht genießen dürfen und wir morgen beim Lesen keinen Schreck bekommen, werde ich den Beitrag über Nacht einmal z-stellen. Es dürfte der Wahrung der Forenkultur am besten tun. Wobei die Diskussion - mit ganz wenigen provokanten Ausnahmen - bislang ungewöhnlich zivilisiert verläuft. Das kennen wir zu diesem Thema ja leider auch anders.

Bis dahin viele Grüße

Heiko

EDIT: Thread wieder offen. Wie lange, das liegt an euch.

Nächste Woche erhältlich (im Abo auch, ohne das Haus verlassen zu müssen): Cargo total! Alle 232-Umläufe! Alle 298-Umläufe! Diverse 261-Umläufe! / Mit der 218 durch den Winter: Alles steht, eine fährt / Erste XXL-ICE kommen / Gepiercter 472 / Das alles (und noch viel mehr) gibt es in der DREHSCHEIBE 310. Viel mehr wert als sie kostet!




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 10:48.

Re: ? vom Laien

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 18.02.21 13:49

Ersatzsignal schrieb:
PS: Die Herren Lokführer lungerten während der Schneepandemie im Pausenraum rum, anstelle mal die Schaufel zu schwingen. ;-)

Auch mit Smiley kann man diese Aussage nur als beleidigend, anmaßend und von absoluter Unkenntnis aktuell gewollter Bahnstrukturen zeugend bezeichnen!

Wo hast Du Dich eigentlich während dieser Zeit aufgehalten (nein, ich maße mir ausdrücklich nicht an, "herumgelungert" zu schreiben)?

Re: ? vom Laien

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 18.02.21 14:01

Ersatzsignal schrieb:
Etwas erklären, was kompliziert ist. Zuallererst, jede Gewerkschaft hat nur ihr (sein ist hier fehl am Platze) eigenes "ich" im Sinn.

Bis ca. 1991 war alles strukturiert und nachvollziehbar. Die Beamten, Büroleute und Verkauf/Vertrieb bei GDBA, die Lokführer bei GDL, Werke und der Rest bei der GDED.

Dann begann der schleichende "ich bin besser als alle anderen" Prozess. Die IG Metall wildert in den Werken, Verdi wildert bei den Lokführern, Gewerkschaft für Hotel und Gastro bei den Speisewagen und Casinos (altdeutsch Kantine). Um nur ein paar zu nennen, die neben den beiden Gewerkschaften mitmischen.

Umgedreht wildert die GDL auch bei Verdi-Firmen.

Bei so vielen unterschiedlichen Gewerkschaften, ist es nachvollziehbar, dass die Bahn Klarheit haben will. Leider liegt das Problem bei den Gewerkschaften, denn die sehen meistens immer nur alles negativ. Wie auch sonst in D, da seh ich keinerlei positive Tendenzen.

Dieses Gesetz kann auch als große Chance gesehen werden, nur leider "siehe ganz oben" meines Textes.

Man stelle sich eine Gewerkschaft vor, in der alle Beschäftigten des Transportbereiches vertreten sind. So wie es in Frankreich der Fall ist.


Ein bekannter Gewerkschafter der GDL sagte sinngemäß, es war damals ein schlimmer Fehler, die Unterschrift der Bahn zu akzeptieren.

Dass die EVG als Vorstandsnah bezeichnet wird, ist Müll. Ein wenig Dankbarkeit in der jetzigen Zeit , sollte man schon zeigen. Jede andere Firma hätte mal eben 1/3 der Belegschaft gefeuert. Gilt auch für die Länderbahnen bzw. die kommunalen Verkehrsbetriebe. Daran sehe ich, dass dort eine gewaltige Wählermacht steht. So einfach bundesweit 250 000 auf die Strasse setzen, na was werden die wohl wählen ?


PS: Die Herren Lokführer lungerten während der Schneepandemie im Pausenraum rum, anstelle mal die Schaufel zu schwingen. ;-)
Bevor das Ersatzsignal wieder mal unter Anwendung der Ersatzrechtschreibung etwas niederschreibt, sollte es sich einmal wiederholend mit der deutschen Schriftsprache befassen.
Vertiefend würde ich dem Ersatzsignal empfehlen, sich mit dem Infinitiv mit "zu", dem erweitereten Infinitiv mit "zu" und mit der Problematik des "das" mit "s" und "ss" zu beschäftigen. Auch im Satzbau ist noch Luft nach oben.

Bezüglich des Inhalts hätte meine Deutschlehrerin lediglich eine 5 für diesen Text übrig gehabt.

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen

Re: ? vom Laien

geschrieben von: Traumflug

Datum: 18.02.21 16:16

Sven939 schrieb:
Die Gewerkschaften versuchten es zu verhindern, das BVerfG hielt den § 4a Abs. 2 TVG mit dem Grundgesetz vereinbar (siehe Urt. v. 11.7.2017 (1 BvR 1571/15 u. a.)).
Legitimes Ziel des TEG ist es "Anreize für ein kooperatives Vorgehen der Arbeitnehmerseite in Tarifverhandlungen zu setzen und so Tarifkollisionen zu vermeiden".

Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen die Gewerkschaften in Tarifverhandlungen gemeinsam statt gegeneinander auftreten.
Folglich dient es dem Schutz der Arbeitgeber vor langen Arbeitskämpfen mit unterschiedlichen Gewerkschaften.
Das mit der Kooperation klappt natürlich nicht, wenn man allen ausser der jeweils grössten Gewerkschaft die Mitsprache komplett untersagt. Das ist kein Anreiz zu gemeinsamem handeln, sondern ein Anreiz, sich noch härter gegenseitig Mitglieder abzujagen. Und verhindert nebenbei effektiv die Gründung neuer Gewerkschaften, die müssten ja aus dem Stand eine Mehrheit haben.

Dass dieses behauptete Ziel (wie so oft im Berliner Betrieb) eher wohlfeile Worte sind erkennt man auch mit einem Blick auf den Entstehungszeitpunkt dieses Gesetzes: es entstand anlässlich der ersten grösseren Lokführer-Streiks. Die Verhinderung solcher Streiks war und ist dann wohl auch das Ziel.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: ? vom Laien

geschrieben von: kluskurve

Datum: 18.02.21 16:42

Warum wird denn wohl die Mitsprache untersagt?Das hat doch sicherlich einen Grund!?
Bevor noch weiter philosophiert wird muß man auch wissen warum das so ist!

Re: ? vom Laien

geschrieben von: MD 612

Datum: 18.02.21 17:20

Sven939 schrieb:
Die Gewerkschaften versuchten es zu verhindern
Nicht "die", sondern einige Gewerkschaften versuchten es zu verhindern. Die EVG schonmal nicht, die war immer dafür und hat deswegen das Urteil des BVerfG auch ausdrücklich begrüßt. Drei Mal darfst Du raten, warum...

[www.evg-online.org]

Sven939 schrieb:
Folglich dient es dem Schutz der Arbeitgeber vor langen Arbeitskämpfen mit unterschiedlichen Gewerkschaften.
Man könnte meinen, das wäre eine gute Zusammenfassung. Es ist ein Gesetz für Arbeitgeber gegen die Rechte der Arbeitnehmer. Geschaffen von einer sogenannten "Arbeiterpartei"...

Dem Schutz der AG vor langen Arbeitskämpfen kann es aber nicht dienen, weil die weiterhin möglich und auch zweckdienlich sind. Es dient vor allem der Zerstörung des Betriebsfriedens, wenn der Lokführer im Betrieb A mehr verdient als der Lokführer im Betrieb B, und das womöglich noch am gleichen Dienstort. Gleiches natürlich auch für Werkstattleute, Disponenten (die sitzen dann in der BZ fast nebeneinander), Zugbegleiter...

Aber soweit hat die sozialdemokratische, vermeintlich in der Tradition einer vermeitlichen Arbeiterpartei stehende Tante Pippie mit Sicherheit nicht gedacht, als sie dem Ruf der AG und einiger Gewerkschaften folgte, nachdem ihre christlich-demokratische Vorgängerin das Vorhaben aus gutem Grund auch wegen des Gegenwindes der freiheitlich-demokratischen Splitterpartei hat fallen lassen...

Ersatzsignal schrieb:
Man stelle sich eine Gewerkschaft vor, in der alle Beschäftigten des Transportbereiches vertreten sind.
Also Einheitsgewerkschaft, Einheitsbrei, EVG...

Wer will das denn, das ist doch schon vor 1990 im Osten schief gegangen. Wo das hinführt, erleben wir doch bei der Bahn seit 1990 immer noch...

Ersatzsignal schrieb:
Das die EVG als Vorstandsnah bezeichnet wird, ist Müll. Ein wenig Dankbarkeit in der jetzigen Zeit , sollte man schon zeigen.
Ein wenig Dankbarkeit für was?? Für Regio-Ergänzungs-TV in 2003?? Für die Zusatzstunde Arbeitszeit je Woche nur für Fahrpersonale seit 2005, was die GDL dann entgegen dem Willen der Transnet 2008 wieder abgeschafft hat?? Für eine Nullrunde 2021?? Oder (weil es gerade hier in der Diskussion verlinkt war) für einem Dumpingtarifvertrag bei der European Railservice, ohne die Mitarbeiter dort auch nur im geringsten mit ins Boot zu holen? Na super...

Ersatzsignal schrieb:
Die Herren Lokführer lungerten während der Schneepandemie im Pausenraum rum, anstelle mal die Schaufel zu schwingen. ;-)
Hätte man ihnen eine Schaufel in die Hand gedrückt, hätten sie diese Schaufel auch geschwungen. Aber es waren ja keine Schaufeln da...

Gruß Peter

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 21:09.

Re: ? vom Laien

geschrieben von: Traumflug

Datum: 18.02.21 19:22

kluskurve schrieb:
Warum wird denn wohl die Mitsprache untersagt?Das hat doch sicherlich einen Grund!?
Ist das nicht offensichtlich?

Die Streiks waren der Politik natürlich ein Dorn im Auge. Nicht nur wegen des ausfallenden öffentlichen Verkehrs, sondern auch als Eigentümer der DB AG. Unter anderem deswegen war die Deutsche Bundesbahn auch eine Behörde und die Eisenbahner Beamte, die nicht streiken dürfen.

Angestellten darf man jedoch Streiks nicht verbieten, die haben ein grundgesetzliches Recht darauf. Also hat man sich den Umstand zu nutze gemacht, dass nur eine der beiden Gewerkschaften streiken will. Praktischerweise die kleinere Gewerkschaft. Mit dem Gebot, dass nur die jeweils grösste Gewerkschaft Arbeitskampf betreiben darf, war die kleinere Gewerkschaft ausgebootet, das Tarifeinheitsgesetz fertig und die Streiks abgewendet.

Den Rest erledigt dann Gerrymandering. Das Personal wird den Firmen so zugeordnet, dass die Lokführer zahlenmässig innerhalb der Firma immer in der Unterzahl sind. Ob die Auflösung der DB Fahrpersonal AG (oder so ähnlich) in den gleichen Zeitraum fällt, weiss ich allerdings nicht.

Wollte die grössere Gewerkschaft mal streiken, dürfte sie das. Das Streikrecht ist also nicht grundsätzlich ausgehebelt. Deswegen hatte das Bundesverfassungsgericht keine Einwände.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: ? vom Laien

geschrieben von: MD 612

Datum: 18.02.21 20:25

Traumflug schrieb:
Mit dem Gebot, dass nur die jeweils grösste Gewerkschaft Arbeitskampf betreiben darf, war die kleinere Gewerkschaft ausgebootet, das Tarifeinheitsgesetz fertig und die Streiks abgewendet.
Es darf auch die kleinere Gewerkschaft streiken. Notfalls auch für einen Tarifvertrag, der gar nicht zur Anwendung kommt. Da aber nicht die Mitgliederzahlen im Konzern oder im Unternehmen der Maßstab für die Anwendung eines Tarifvertrages sind, sondern jeweils in jedem Betrieb für sich entschieden wird, welcher Tarifvertrag dort zur Anwendung kommt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass auch ein durch die "kleinere" GDL erkämpfter Tarifvertrag nicht für die Katz ist.

Traumflug schrieb:
Ob die Auflösung der DB Fahrpersonal AG (oder so ähnlich) in den gleichen Zeitraum fällt, weiss ich allerdings nicht.
Geschäftsbereich Traktion nannte sich das Konstrukt. Der wurde aber schon zum Jahreswechsel 1997/98 aufgelöst, das TEG ist angesichts der Arbeitskämpfe im Jahr 2015 entstanden. Vorher gab es solche schon 2007 sowie 2011. Aber eine der Motive für die Auflösung war sicher (wenn auch nie offiziell) die schon damals wachsende Streitmacht der Lokführer zu brechen, in dem sie in die übrigen Geschäftsbereiche eingliedert wurden. Aber schon der Plan ging nicht auf, deshalb musste das TEG her...

Gruß Peter

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter

Feststellung der Mitgliederzahlen

geschrieben von: MD 612

Datum: 19.02.21 12:29

Sven939 schrieb:
Die DB hat die Gewerkschaften aufgefordert, dass sie ihre Mitgliederzahlen bei einem Notar hinterlegen.

Daraufhin erklärte sich die EVG mit dem Verfahren einverstanden.
Ich habe mir das so noch mal durch den Kopf gehen lassen. Warum wollen denn DB und EVG die Mitgliederzahlen jetzt bei einem Notar hinterlegen lassen?? Es gibt doch (noch?) gar keine Tarifverträge, deren Regelungen miteinander kollidieren. Erst, wenn die GDL nach entsprechenden Tarifverhandlungen einen Tarifvertrag abschließt, könnte es zu Tarifkollisionen kommen. Das hängt aber vom Inhalt der noch abzuschließenden Tarifverträge ab. Erst dann, mit Stichtag eines Abschlusses, wäre es notwendig die Mitgliederzahlen festzustellen, so hat es das TEG festgelegt. Alles andere wäre vorauseilender Gehorsam...

Gruß Peter

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter

He!

geschrieben von: Heiko Focken

Datum: 19.02.21 15:14

Hallo!

Achsstellkeil schrieb:
Definiere Arbeit !

Arbeit ist Kraft mal Weg.

Ansonsten bitte ich herzlich darum, diesen Kasernenhof-Ton abzulegen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es diesen D-Zug, der durch diverse Kinderstuben gerast sein soll, wirklich gab.

Gruß

Heiko

Nächste Woche erhältlich (im Abo auch, ohne das Haus verlassen zu müssen): Cargo total! Alle 232-Umläufe! Alle 298-Umläufe! Diverse 261-Umläufe! / Mit der 218 durch den Winter: Alles steht, eine fährt / Erste XXL-ICE kommen / Gepiercter 472 / Das alles (und noch viel mehr) gibt es in der DREHSCHEIBE 310. Viel mehr wert als sie kostet!
MD 612 schrieb:
Sven939 schrieb:
Die DB hat die Gewerkschaften aufgefordert, dass sie ihre Mitgliederzahlen bei einem Notar hinterlegen.

Daraufhin erklärte sich die EVG mit dem Verfahren einverstanden.
Ich habe mir das so noch mal durch den Kopf gehen lassen. Warum wollen denn DB und EVG die Mitgliederzahlen jetzt bei einem Notar hinterlegen lassen?? Es gibt doch (noch?) gar keine Tarifverträge, deren Regelungen miteinander kollidieren.
Doch, gibt es.
Zum Beispiel in Fragen der Dienstplangestaltung weichen die aktuellen Tarifverträge voneinander ab.
Das wurde hier im DSO-Forum auch schon ausgiebig diskutiert - Stichwort "Meistbegünstigungsklausel".
Es gab allerdings einen Tarifvertrag, welcher das Tarifeinheitsgesetz unwirksam stellte.
Und dieser Tarifvertrag ist zum 31.12.2020 ausgelaufen.
Somit sind die Voraussetzungen für eine Klärung nach meiner Beurteilung der Sachlage jetzt gegeben.

MD 612 schrieb:
Erst, wenn die GDL nach entsprechenden Tarifverhandlungen einen Tarifvertrag abschließt, könnte es zu Tarifkollisionen kommen. Das hängt aber vom Inhalt der noch abzuschließenden Tarifverträge ab. Erst dann, mit Stichtag eines Abschlusses, wäre es notwendig die Mitgliederzahlen festzustellen, so hat es das TEG festgelegt. Alles andere wäre vorauseilender Gehorsam...

Gruß Peter


Viele Grüße

WDM

Hinweis: Alle Beiträge, welche ich hier im Forum veröffentliche, geben meine private Meinung wieder und nicht zwangsläufig die meines Arbeitgebers,
und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin

Re: Feststellung der Mitgliederzahlen

geschrieben von: Sven939

Datum: 19.02.21 19:25

MD 612 schrieb:
Ich habe mir das so noch mal durch den Kopf gehen lassen. Warum wollen denn DB und EVG die Mitgliederzahlen jetzt bei einem Notar hinterlegen lassen?? Es gibt doch (noch?) gar keine Tarifverträge, deren Regelungen miteinander kollidieren. Erst, wenn die GDL nach entsprechenden Tarifverhandlungen einen Tarifvertrag abschließt, könnte es zu Tarifkollisionen kommen. Das hängt aber vom Inhalt der noch abzuschließenden Tarifverträge ab. Erst dann, mit Stichtag eines Abschlusses, wäre es notwendig die Mitgliederzahlen festzustellen, so hat es das TEG festgelegt. Alles andere wäre vorauseilender Gehorsam...
Wenn die Mehrheitsverhältnisse schon vorab feststehen, dann könnte ein möglicher Streik der GDL gar nicht zulässig sein bzw. nur in den Betrieben, wo sie die Mehrheit besitzt. Was nützt ein Streik, wenn die Tarifverträge später gar nicht zur Anwendung kommen?

Deshalb schweigt die GDL auch schon seit Tagen...

Zulässigkeit von Streiks

geschrieben von: Wolfgang Dietrich Mann

Datum: 19.02.21 19:47

Sven939 schrieb:
MD 612 schrieb:
Ich habe mir das so noch mal durch den Kopf gehen lassen. Warum wollen denn DB und EVG die Mitgliederzahlen jetzt bei einem Notar hinterlegen lassen?? Es gibt doch (noch?) gar keine Tarifverträge, deren Regelungen miteinander kollidieren. Erst, wenn die GDL nach entsprechenden Tarifverhandlungen einen Tarifvertrag abschließt, könnte es zu Tarifkollisionen kommen. Das hängt aber vom Inhalt der noch abzuschließenden Tarifverträge ab. Erst dann, mit Stichtag eines Abschlusses, wäre es notwendig die Mitgliederzahlen festzustellen, so hat es das TEG festgelegt. Alles andere wäre vorauseilender Gehorsam...
Wenn die Mehrheitsverhältnisse schon vorab feststehen, dann könnte ein möglicher Streik der GDL gar nicht zulässig sein bzw. nur in den Betrieben, wo sie die Mehrheit besitzt. Was nützt ein Streik, wenn die Tarifverträge später gar nicht zur Anwendung kommen?

Deshalb schweigt die GDL auch schon seit Tagen...
Die rechtliche Zulässigkeit des Streiks ist noch gar nicht so sehr das Problem.
Dazu lese man nur das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Tarifeinheitsgesetz.

Das Probem der GDL wird sein, ihre Mitglieder in den Betrieben mit erkennbarer EVG-Mehrheit zum Streik zu motivieren.
Denn für die Streikenden bedeutet jeder Streik eine Einkommenseinbuße.
Das Streikgeld der GDL in bisheriger Höhe gleicht jedenfalls die Einbußen nicht aus.
Natürlich kann die GDL das Streikgeld erhöhen, und vielleicht tut sie das jetzt auch;
aber dann wird die Streikkasse schneller leer sein.
So ganz linientreue GDL-Mitglieder wie MD 612 (und andere hier auf DSO) würden natürlich sogar ein halbes Jahr streiken
und dabei ganz idealistisch auf das Streikgeld verzichten, um die Streikkasse zu schonen...
(hilft aber nichts, wenn diese Leute gar nicht mehr im Fahrdienst sind).
Ohne eine massive Erhöhung des Streikgelds dürfte es jedenfalls so sein,
dass sich die meisten GDL-Mitglieder bezüglich einer Streik-Teilnahme ganz genau überlegen,
was sie individuell für Opfer bringen müssen, und welchen Nutzen sie hernach daraus ziehen werden.
In Betrieben mit EVG-Mehrheit werden die Streikenden einfach keinen Nutzen haben.
Und nichts wäre für die GDL schlimmer, als wenn ihre Mitglieder dies schon vor dem Streik wüssten...


Viele Grüße

WDM

Hinweis: Alle Beiträge, welche ich hier im Forum veröffentliche, geben meine private Meinung wieder und nicht zwangsläufig die meines Arbeitgebers,
und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin
MD 612 schrieb:
(...)
Sven939 schrieb:
Folglich dient es dem Schutz der Arbeitgeber vor langen Arbeitskämpfen mit unterschiedlichen Gewerkschaften.
Man könnte meinen, das wäre eine gute Zusammenfassung.
Es ist ein Gesetz für Arbeitgeber gegen die Rechte der Arbeitnehmer.
Geschaffen von einer sogenannten "Arbeiterpartei"...
(...)
Aber soweit hat die sozialdemokratische,
vermeintlich in der Tradition einer vermeitlichen Arbeiterpartei stehende Tante Pippie mit Sicherheit nicht gedacht,
als sie dem Ruf der AG und einiger Gewerkschaften folgte,
nachdem ihre christlich-demokratische Vorgängerin das Vorhaben aus gutem Grund auch wegen des Gegenwindes der freiheitlich-demokratischen Splitterpartei hat fallen lassen...

Ersatzsignal schrieb:
Man stelle sich eine Gewerkschaft vor, in der alle Beschäftigten des Transportbereiches vertreten sind.
Also Einheitsgewerkschaft, Einheitsbrei, EVG...

Wer will das denn, das ist doch schon vor 1990 im Osten schief gegangen. Wo das hinführt, erleben wir doch bei der Bahn seit 1990 immer noch...

Gruß Peter
Es gibt Leute in unserem freiheitlich-demokratischen Staat,
die das Sozialstaatsprinzip nicht verstanden haben,
und auch solche die es einfach nicht mittragen wollen.

Zu letzteren zählt die von Ihnen so genannte "freiheitlich-demokratischen Splitterpartei".
Zu ersteren zähle ich Sie.

Tarifautonomie, Betriebsverfassung, Mitbestimmung - DAS sind die Grundpfeiler der Sozialen Marktwirtschaft.

Klare Regeln zur Tarifautonomie in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip (Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes)
erlauben es dann auch, Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären.
Die Legitimation der Allgemeinverbindlichkeit wankt jedoch,
wenn die Verbindlichkeit von Tarifverträgen selbst infrage gestellt wird.
Und mit der Tarifpluralität findet diese Infragestellung statt.

Dass Tarifverträge von der Arbeitgeberseite geschlossen und/oder im Großen und Ganzen akzeptiert werden,
hängt mit der ordnenden und friedensstiftenden Funktion der Tarifverträge zusammen.
Diese beiden Funktionen sind die Währung, mit denen Tarifverträge bezahlt werden.
Tarifpluralität entwertet diese Währung.
Zuende gedacht bedeutet Tarifpluralität, dass viele Arbeitgeber keinen Nutzen mehr in Tarifverträgen sehen.
Sogenannte Funktionseliten mögen genügend Macht haben, für ihren Bereich trotzdem Tarifverträge durchzusetzen.
Andere Berufsgruppen haben diese Macht nicht.

In der "Deutschland-AG", der Sozialen Marktwirtschaft der Wirtschaftswunder-Jahre,
war es ein breiter Konsens,
dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Augenhöhe gegenüber stehen.
Diese Akzeptanz deckt aber nicht Rivalitäten zwischen Organisationen auf der einen oder anderen Seite ab.
Aus der Augenhöhe (einerseits) und der Geschlossenheit der beiden Ssiten (andererseits)
resultiert die gesellschaftliche Akzeptanz von (zeitlich befristeten) Arbeitskämpfen.
Genau dieses Modell ist dann auch das Alleinstellungsmerkmal der Bundesrepublik Deutschland
im Vergleich mit anderen westlichen demokratischen Staaten.
Die Idee der "Einheitsgewerkschaft" hat eben überhaupt keine Entsprechung in dem,
was in den Jahren bis 1990 im Osten gescheitert ist.

Dieses Modell - mit der eigentlichen Erfordernis von Einheitsgewerkschaften -
ist keineswegs Friede-Freude-Eierkuchen.
Man denke nur daran, auf wie vielen Gewerkschaftstagen der IG Metall
in den 1980er- und 1990er-Jahren der Ausschluss des Mitglieds Norbert Blüm gefordert wurde.
Die steuernden Leute in der IG Metall waren immer klug genug, einen solchen Eklat abzuwenden.

Cockpit, Marburger Bund und GDL haben diese Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft vorgeführt.
Die so genannte "freiheitlich-demokratische Splitterpartei" hatte Grund für großen Jubel.
Vernünftige Leute in den Parteien, die nicht nur Kleintel-Interessen vertreten,
haben mit dem Tarifeinheitsgesetz die richtige Antwort darauf gefunden.


Viele Grüße

WDM

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und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin
(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Viele Grüße

WDM

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Re: Bereits bestehende Kollission von Tarifverträgen

geschrieben von: MD 612

Datum: 19.02.21 21:45

Wolfgang Dietrich Mann schrieb:
Zum Beispiel in Fragen der Dienstplangestaltung weichen die aktuellen Tarifverträge voneinander ab. Es gab allerdings einen Tarifvertrag, welcher das Tarifeinheitsgesetz unwirksam stellte. Und dieser Tarifvertrag ist zum 31.12.2020 ausgelaufen. Somit sind die Voraussetzungen für eine Klärung nach meiner Beurteilung der Sachlage jetzt gegeben.
Trotzdem sind es damit keine kollidierenden Tarifverträge, weil die EVG in ihren Tarifverträgen nichts vereinbart hat, was den GDL-Regelungen zur Plnaungssicherheit entgegen steht. Eine Anwendung der GDL-Planungsregelungen kollidiert somit nicht mit dem EVG-Tarifwerk. Damit besteht zum jetzigen Zeitpunkt auch kein Klärungsbedarf hinsichtlich der Mitgliederzahlen in den Betrieben.

Wolfgang Dietrich Mann schrieb:
So ganz linientreue GDL-Mitglieder wie MD 612 (und andere hier auf DSO) würden natürlich sogar ein halbes Jahr streiken
Interessant ist ja, dass linientreue DB-Fanboys hier überhaupt erstmal von einem Streik ausgehen. Viel Verhandlungsgeschick trauen die ihrem DB-Vorstand nun nicht gerade zu. Und dann gehen sie auch noch von einem halben Jahr Streik aus. Was die alles so ihren Kunden zumuten wollen...

Wolfgang Dietrich Mann schrieb:
Es gibt Leute in unserem freiheitlich-demokratischen Staat, die das Sozialstaatsprinzip nicht verstanden haben, und auch solche die es einfach nicht mittragen wollen. Zu letzteren zählt die von Ihnen so genannte "freiheitlich-demokratischen Splitterpartei". Zu ersteren zähle ich Sie.
Es ist immer gut unangenehme Leute anzugreifen, wenn einem die Argumente fehlen. Da bringt Dich Dein arrogantes "Sie" auch nicht weiter...

Wolfgang Dietrich Mann schrieb:
Tarifautonomie, Betriebsverfassung, Mitbestimmung - DAS sind die Grundpfeiler der Sozialen Marktwirtschaft.
Richtig. Tarifautonomie heißt aber nicht, dass einer Gewerkschaft die Tarifverträge einer anderen Gewerkschaft per Gesetz aufgezwungen werden. Das läuft der Tarifautonomie strikt zuwider.

Aber von welcher "Sozialen Marktwirtschaft" sprichst Du eigentlich?? Dass dieses Land sich von der "Sozialen Marktwirtschaft" seit 1990 schrittweise verabschiedet hat, und dass dieser Abschied auch und vor allem unter der Fahne der SPD stattgefunden hat, ist Dir wohl gar nicht aufgefallen?? Wie kommt es denn in einer "Sozialen Marktwirtschaft" zu solchen asozialen Auswüchsen wie in der hiesigen Fleischbranche, bei Paketdienstleistern, Sicherheitsfirmen, Pizzadiensten, Friseuren, in der Altenpflege bis hin zu politisch angeschmachteten Großunternehmen wie Amazon?? Und wieso kann man in dieser "Sozialen Marktwirtschaft" trotz harter Arbeit noch nicht einmal vom gesetzlichen Mindestlohn vernünftig leben??

Wolfgang Dietrich Mann schrieb:
Klare Regeln zur Tarifautonomie in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip (Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes) erlauben es dann auch, Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären. Die Legitimation der Allgemeinverbindlichkeit wankt jedoch, wenn die Verbindlichkeit von Tarifverträgen selbst infrage gestellt wird. Und mit der Tarifpluralität findet diese Infragestellung statt.
Erstens werden Tarifverträge nur dort für allgemeinverbindlich erklärt, wo der Gesetzgeber erkennt, dass starke Gewerkschaften nicht vorhanden sind. Das alleine ist schon ein Armutszeugnis der jeweils zuständigen Gewerkschaft. Wo es nichtmal eine Gewerkschaft schafft genügend Mitglieder zu organisieren, um ohne gesetzlichen Eingriff in die Tarifautonomie auszukommen, wo sollen da zwei kollidierende Tarifverträge herkommen?? Zweitens regeln allgemeinverbindliche Tarifverträge nur Mindestbedingungen betreffs Lohn/Gehalt, Zulagen, Arbeitszeit, Urlaub und dgl.. Darauf aufsetzende Tarifverträge in einzelnen Unternehmen werden mit solchen Mindestbedingungen kaum kollidieren, sondern sie allenfalls verbessern. Drittens verhindert das TEG wiederum nicht, dass in einem Konzern, möglicherweise sogar in zwei Betrieben am gleichen Standort, unterschiedliche Tarifverträge gelten. Die Tarifpluralität bleibt also bestehen. Viertens steht die Frage, warum das Bundesarbeitsgericht (oder war es gar das Bundesverfassungsgricht?) vor dem Hintergrund Deiner Ausführungen im Jahr 2010 erst von seiner bis dahin geltenden Rechtsprechung abgekommen und Tarifpluralität ausdrücklich zugelassen hat.

Zu Deinen weiteren umfangreichen Ausführungen ist im Großen Ganzen nichts weiter zu sagen, als dass das viel AG-freundlicher Sermon ist, den Du da abgelassen hast...

Wolfgang Dietrich Mann schrieb:
Cockpit, Marburger Bund und GDL haben diese Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft vorgeführt.
Nein, sie haben einfach die ihnen zustehende Grundrecht auf Koalitionsfreiheit konsequent umgesetzt, auch wenn das manchen Leuten nicht passt. Koalitionsfreiheit heißt aber nicht, dass die eine Gewerkschaft nach der Pfeife der anderen Gewerkschaft zu tanzen hat. Und im Übrigen sind die genannten Gewerkschaften erst deshalb stark geworden, weil andere DGB-Gewerkschaften wie die EVG vor lauter Schwäche nur noch Tarifverträge abgeschlossen haben, die den Bedürfnissen der Arbeitnehmer nur noch ungenügend entsprochen haben.

Wolfgang Dietrich Mann schrieb:
Die so genannte "freiheitlich-demokratische Splitterpartei" hatte Grund für großen Jubel.
Nee, die haben einfach nur erkannt, dass das TEG ein Angriff auf das Grundgesetz dieser Bananenrepublik und der dort verankerten Grundrechte ist. Um das zu erkennen, muss man nicht Fan dieser Truppe sein. Und sie waren damit nicht die einzigen. Wie kommt es eigentlich, dass auch große DGB-Gewerkschaften wie ver.di gegen das TEG vor dem Bundesverfassungsgericht zu Felde gezogen sind?? Ist das etwa auch eine Splittergewerkschaft?? Das willst Du doch jetzt nicht ernsthaft behaupten.

Sven939 schrieb:
Wenn die Mehrheitsverhältnisse schon vorab feststehen, dann könnte ein möglicher Streik der GDL gar nicht zulässig sein bzw. nur in den Betrieben, wo sie die Mehrheit besitzt.
Die Mehrheitsverhältnisse stehen aber nicht vorher fest, weil die gemäß Tarifeinheitsgesetz erst nach Abschluss eines kollidierenden Tarifvertrages festgestellt werden. Von daher ziehen Deine und @Wolfgang Dietrich Mann's Behauptungen betreffs einer möglichen Streikmotivation überhaupt nicht.

Sven939 schrieb:
Deshalb schweigt die GDL auch schon seit Tagen...
Was soll sie heute schon sagen, sie hat ja bis Montag Zeit für eine Antwort.

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter
Vorab: Auf "Du" gehe ich nur mit Leuten, mit denen ich persönlich vertraut bin.
Zum Beispiel Leute mit denen ich schon einmal ein Bier gemeinsam getrunken habe.
Das Gegenteil sind Leute, deren wirkliche Identität ich noch nicht einmal kenne.
Ich kann niemanden zwingen, in Internet-Foren seine Identität zu offenbaren.
Ich vertraue aber auch nicht blind jedem dahergelaufenen Anonymus.

Ich gehe jetzt nur auf diesen einen Punkt ein:

MD 612 schrieb:
Wolfgang Dietrich Mann schrieb:Zitat:
Klare Regeln zur Tarifautonomie in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip (Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes) erlauben es dann auch, Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären. Die Legitimation der Allgemeinverbindlichkeit wankt jedoch, wenn die Verbindlichkeit von Tarifverträgen selbst infrage gestellt wird. Und mit der Tarifpluralität findet diese Infragestellung statt.
Erstens werden Tarifverträge nur dort für allgemeinverbindlich erklärt, wo der Gesetzgeber erkennt, dass starke Gewerkschaften nicht vorhanden sind. Das alleine ist schon ein Armutszeugnis der jeweils zuständigen Gewerkschaft. (...)
Was Sie hier schreiben ist einfach nur Unfug.
Für die Allgemeinverbindlichkeitserklärung ist es gemäß Paragraf 5 Tarifvertragsgesetz erforderlich, dass
Zitat
1. der Tarifvertrag in seinem Geltungsbereich für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen überwiegende Bedeutung erlangt hat oder
2. die Absicherung der Wirksamkeit der tarifvertraglichen Normsetzung gegen die Folgen wirtschaftlicher Fehlentwicklung eine Allgemeinverbindlicherklärung verlangt.

Was Sie mit den nicht genügend starken Gewerkschaften beschreiben, ist das Motiv für den gesetzlichen Mindestlohn.


Viele Grüße

WDM

Hinweis: Alle Beiträge, welche ich hier im Forum veröffentliche, geben meine private Meinung wieder und nicht zwangsläufig die meines Arbeitgebers,
und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin

Re: Bereits bestehende Kollission von Tarifverträgen

geschrieben von: MD 612

Datum: 19.02.21 22:49

Wolfgang Dietrich Mann schrieb:
Was Sie hier schreiben ist einfach nur Unfug.
Das von mir Geschriebene ist kein Unfug, sondern jahrzehntelange Praxis in Deutschland. Wozu sollten beispielsweise in der Bahnbranche Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden, wenn es hier Gewerkschaften gibt, die das auch alleine hinbekommen und so über 90% des Eisenbahnmarktes abdecken?? Guck Dir die Branchen an, wo es allgemeinverbindliche Tarifverträge gibt, dann weißt Du was ich meine.

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter
Wolfgang Dietrich Mann schrieb:
n/t
Wenn ich mir Deine Ergüsse hier so durchlese, kommt mir nur folgendes in den Sinn:

Es zeigen immer drei Finger auf Dich selber, wenn Du mit dem Zeigefinger auf andere deutest.

Sprich: Den Vorwurf nach dem engen Tellerrand, kannst Du Dir gern selber machen, bevor Du diesen Vorwurf anderen angedeihen läßt.

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen
Der grüne Teller wird nicht alleine kaputt gehen ! Danach sind die anderen dran !

Re: Die Grundpfeiler der Sozialen Marktwirtschaft

geschrieben von: Achsstellkeil

Datum: 20.02.21 14:39

Leute aufwachen ! Hier ist nix mehr sozial ! Das wurde mit der Wende auch für die alten Länder beendet ! Nix mehr mit Zuckerbrot ! H
Leute regiert die Peitsche !

Rente mit 70+ ! Das hätte vor der Wende mal einer im Westen laut denken sollen ...

Aber , zum Glück geht gerade ein neues Gespenst durch Europa : Corona !

DB: Beispiellose Blockadehaltung der GDL

geschrieben von: Sven939

Datum: 23.02.21 14:14

Völlig überraschend (Achtung Ironie!), verweigert die GDL ihre Mitgliederzahlen vor einem Notar offenzulegen.

DB Vorstand Sailer:
„Die GDL macht es uns bewusst schwerer, das Gesetz umzusetzen, das uns der Gesetzgeber vorgegeben hat. Konflikt statt Kooperation hilft weder den Beschäftigten noch den Betrieben. Wir müssen und werden dennoch weitermachen: Das Gesetz Zug um Zug umsetzen und hoffen, dass GDL und EVG ihren Machtkampf zeitnah beenden.“

Die Gewerkschaften waren aufgerufen, dem notariellen Verfahren bis zum 22. Februar zuzustimmen. Die GDL hat jedoch abgelehnt, ihre Mitgliederliste gegenüber einem Notar offenzulegen. Seiler: „Damit setzt die GDL ihr Spiel auf Zeit ein weiteres Mal fort.“ Bis heute leugnet die GDL die Corona-Schäden, die die DB in die größte wirtschaftliche Krise aller Zeiten geführt haben. So hatte sich die Gewerkschaft im vergangenen Jahr verwehrt, dem „Bündnis für unsere Bahn“ beizutreten und frühzeitig über ein Corona-Tarifpaket zu verhandeln. Eine darauffolgende Schlichtung war ebenfalls gescheitert, da die GDL die Empfehlung des Schlichters ablehnte.

Die DB wird das TEG nun auf Basis der Daten umsetzen, die ihr zugänglich sind. So ist es gesetzlich vorgesehen. Ende März werden die betroffenen Beschäftigten darüber informiert, welcher Tarifvertrag künftig für sie zur Anwendung kommt.

[www.deutschebahn.com]

Bleibt nur zu offen, dass die deutschen Arbeitsgerichte dieses Verhalten der GDL entsprechend berücksichtigen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 14:27.
Sven939 schrieb:
Bleibt nur zu offen, dass die deutschen Arbeitsgerichte dieses Verhalten der GDL entsprechend berücksichtigen.
Mit welcher Begründung sollen die Arbeitsgerichte was und wie berücksichtigen??

Ich schrieb es doch schon weiter oben, es gibt noch gar keinen Anlass zum Zählen, und es gibt auch keinen Stichtag, zu dem gezählt werden soll.

Hier die Stellungnahme der GDL dazu:

Einem aktuellen Vorschlag der Bahn zufolge sollen die Betriebe nun eine Liste ihrer Arbeitnehmer an ausgewählte Notare senden, während beide Gewerkschaften aufgefordert sind, ebenso aufgeteilte Mitgliederlisten an die Notare zu schicken. Diese sollen dann über einen Vergleich der Listen die Mehrheit in den jeweiligen Betrieben feststellen, ohne die genauen Mitgliederzahlen zu benennen.

Die GDL lehnt diese Vorgehensweise aus unterschiedlichen Gründen ab. So ist § 4a TVG nach Überzeugung nicht nur der GDL, sondern auch einer Vielzahl von Rechtswissenschaftlern verfassungswidrig und daher nicht anwendbar. Eine europarechtliche Überprüfung im Rahmen der vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) anhängigen Menschenrechtsbeschwerde, unter anderem auch der GDL, steht bisher noch aus. Unabhängig davon sprechen weitere Gründe gegen die Anwendung. So liegt derzeit noch keine § 4a TVG überhaupt erst auslösende Tarifkollision vor. Der Paragraf kann nämlich erst nach Abschluss eines kollidierenden Tarifvertrages eintreten und nicht, wie es die DB wünscht, zum 1. Januar 2021. Doch die GDL hat bisher weder einen Tarifabschluss erzielt, noch hat sie Forderungen gestellt. Fakt ist: Die GDL-Tarifverträge gelten noch bis 28. Februar 2021. Ein Tarifvertrag der GDL steht somit in näherer Zukunft nicht in Aussicht.

Im Übrigen haben die Arbeitnehmer nach Überzeugung der GDL auch zukünftig Anspruch auf die Anwendung aller im Betrieb gültigen Tarifverträge. Dies ist ihnen durch ihre Arbeitsverträge garantiert. Außerdem berücksichtigen andere Tarifverträge die Interessen des Zugpersonals nicht „ernsthaft und wirksam“, wie es § 4a Abs. 2 TVG fordert. Schon aus diesem Grund bleiben die GDL-Tarifverträge gültig.

Die GDL hat dem Arbeitgeberverband MOVE aus den genannten Gründen eine Verpflichtungs- und Unterlassungserklärung zur Unterschrift vorgelegt. Damit soll sich der Arbeitgeber verpflichten, die Anwendung des § 4a TVG zu unterlassen und alle entsprechenden Vorbereitungen zu stoppen.

Angesichts des hektischen Vorgehens der DB nimmt die GDL überdies zunehmenden Unmut und Verärgerung unter den Beschäftigten wahr: „Damit muss Schluss sein“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky: „Der Arbeitgeber muss aufhören, die Mitarbeiter des direkten Personals noch weiter zu verunsichern, sondern ihnen endlich die nötige Wertschätzung entgegenbringen. Der gesamte Vorgang zeigt wieder einmal deutlich auf, dass die starken Tarifverträge der GDL nötiger sind als je zuvor. Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, damit dies auch weiterhin so bleibt.

[www.gdl.de]

Es bleibt spannend...

Gruß Peter

Edit hat noch 'nen Link eingefügt

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 16:24.
Die EVG käme dem nach - GDL hat sich dem verweigert und versucht die Anwendung der betrieblichen Tarifeinheit nach § 4a Tarifvertragsgesetz (TVG) zu umgehen.

Dazu der EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel:

„Im November 2020 hat die GDL lautstark erklärt, ‚die Tarifverträge der EVG zu verdrängen‘. Das geht nur, wenn betriebliche Tarifeinheit nach Tarifvertragsgesetz angewendet wird. Das Tarifvertragsgesetz ist geltendes Recht - die EVG ist natürlich bereit, dafür die Mitgliederzahlen gegenüber einem neutralen Notar offenzulegen. Die GDL hat sich offensichtlich verzockt, war bei der Mitgliederwerbung nicht erfolgreich und spielt nun auf Zeit und sucht Umwege.

Dass sich die GDL der Tarifeinheit verweigert, ist auf der einen Seite unglaublichund auf der anderen Seite verständlich- denn das Gerüst aus Größenwahn und Lügen würde damit zusammenbrechen. In den meisten der gut 300 betroffenen Betriebe hat die EVG die Mehrheit unter den Beschäftigten, so dass die Geltung der Tarifverträge der EVG im gesamten Bahn-Konzern sichergestellt ist. Weselsky geht als GDL-Vorsitzender sogar noch weiter und begibt sich mit dem Arbeitgeber auf Kuschelkurs. Denn nun will Weselsky doch noch eine Verlängerung des Grundlagen-Tarifvertrages erreichen und damit das TEG umgehen. Erste Gespräche dazu sollen noch in dieser Woche stattfinden. Wir werden uns an solchen Gesprächen nicht beteiligen. Schon gar nicht, solange Vertreter der GDL unsere Kolleginnen und Kollegen persönlich angreifen und beleidigen.

Dieses Verhalten ist einer Gewerkschaft völlig unwürdig. Wir und auch die Öffentlichkeit sind über die Jahre Einiges gewöhnt. Doch es scheint noch schlimmer zu kommen als je zuvor: Denn Weselsky steht mit seiner GDL mit dem Rücken an der Wand und wird damit leider noch unberechenbarer."

[www.evg-online.org]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 16:05.
Ich bin zwar in keiner der genannten Gewerkschaften. Aber sorry den Abschluss den die EVG erreicht hat ist einfach nur peinlich, ich hoffe das die Mitglieder Reihenweise zu den grünen übersiedeln!!! Genug Geld für irgendwelche Werbeplakate hat diese Gewerkschaft ja zur Verfügung. Das Geld hätten Sie ja Ihren Mitgliedern mit Beitragssenkungen "spenden" können! Aber Hp0, dann gibt es ja keinen warmen Posten im Vorstand der DB!

Ach Svenni...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 23.02.21 19:40

Du kannst die Stimme Deines Herrn noch so vorauseilend gehorsam zitieren - aber hier winkt mittlerweile jeder ab, wenn er deine Klimavergiftungsversuche liest und wenn Du versuchst, eine tote Diskussion nochmal krampfhaft mit irgendwelchen Hetzereien aus der Mottenkiste zu holen.

Nur - es interessiert keinen, ob Svennilein sich hier auskübelt. Und selbst, wenn du mit einer "Trainingsjacke mit hinten zusammengebundenen Ärmeln" im "Hotel mit der Gummitapete" immer mit dem Kopf gegen die Wand springen würdest, würde das nichts beeinflussen.
Bei mir vielleicht schon, aber das wäre ganz und gar nicht in deinem Sinne...

Meinst du, auch nur ein einziger Tarif-Verantwortlicher (dieser oder jener Seite) nähme auch nur die geringste Notiz von Deinen Ergüssen, geschweige denn, ließe sich davon beeinflussen?

Nun lasse ich Dir gerne wieder das letzte Wort.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 19:43.

Letzes Wort

geschrieben von: Heiko Focken

Datum: 23.02.21 20:31

"Nun lasse ich Dir gerne wieder das letzte Wort."

Nein,

das Recht darauf greife ich mir jetzt.
Da die Diskussion leider wieder persönlich wird und von Anwürfen gespickt wird, werde ich einmal einen Schlussstrich ziehen. Wirklich viel Neues kam ja am Ende nicht mehr, außer dass entweder GDL oder EVG entweder gut oder schlecht sind.

Viele Grüße

Heiko

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