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Südkurier vom 12.2.2021

>>> Zeitungsartikel

- Grünen-Politikerin hat wichtige Institutionen an einen Tisch gebracht
- Singen organisiert Machbarkeitsstudie
- Rielasingens Bürgermeister hat im Schweizer Verkehrsministerium nachgefragt


Gruß,
Marko



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 15:22.
gleislatscher schrieb:
Südkurier vom 12.2.2021

>>> Zeitungsartikel

- Grünen-Politikerin hat wichtige Institutionen an einen Tisch gebracht
- Singen organisiert Machbarkeitsstudie
- Rielasingens Bürgermeister hat im Schweizer Verkehrsministerium nachgefragt
Das Fatale dürfte sein, dass in der Schweiz andere Vorstellungen gelten, wie eine Bahnlinie bedient zu sein hat. Da kann BW nicht mithalten mit dem über allem schwer lastenden Landesstandard. Andererseits ließen sich auf die Schnelle einige alte Regiosprinter organisieren, die schon mal eine Linie bis Rielasingen oder Ramsen bedienen könnten. Wer solche Fakten schafft, wird dann auch von den Eidgenossen ernst genommen. Nicht zu vergessen, dass die Schienen der Museumsbahn gehören, die wäre sicher an einer Finanzierung der Schienenwege interessiert, darf aber keinesfalls zu kurz kommen. Das hat der Präsident (und Sponsor?) der Museumsstiftung von Anfang an klar gemacht. Und dann wäre noch mit der Rheinbrücke ein fragiles, recht antikes Sensibelchen zu berücksichtigen.
Passende Tw stehen auch noch bei DB AG zum Verkauf.. [www.db-gebrauchtzug.de]:: D6282, 628.4 und D672.9



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 08:21.
Man muss es als das begreifen was es ist: Ein internationales Eisenbahnprojekt. Dahehr müssen von Anfang an die Museumsstiftung und die Schweizer (Anliegergemeinden wie auch die SBB) mit ins Boot. Vielleicht wäre es auch ganz klug sich früh auf die SBB als Betreiber festzulegen, da könnten dann ganz interessante Linienführungen rauskommen. Das würde dann aber voraussetzen, daß der Fahrdraht von Beginn an hängt, was möglicherweise den Interessen der Museumsstiftung widerspricht


Viele Grüsse
Martin
Ich denke mal mindestens ein Halbstundentakt wird das schon werden.
In Bawü ganz interessant, weil der hohe Bedarf auf deutscher Seite sein wird und man mit 2-4 Haltepunkten auf deutscher Seite ordentlich "innerstädtischen" Nahverkehr abgreifen kann.

Bei ähnlichen Projekten, wie bspw. in Kassel wurde auch erkannt, dass man in so dicht besiedelten Gebieten deutliche höhere Nutzen stiftet mit dichterem Takt.

Und mit 30-Minuten-Takt kann man auch auf der andere Seite des Rheins etwas anfangen.
Ist sowieso die spannendere Frage, was die Schweizer mit der Linie machen, denn ein Enden in Etzwilen, kann ein Provisorium sein, sollte aber nicht der Zielzustand sein. Zumindest Stein, Winterthur oder Frauenfeld sollte es schon sein.

Wenn sich dann der Museumsbahnverein quer gegen eine Reaktivierung mit Fahrdraht stellt, müsste man leider wieder mal konstatieren:
Viele Vereine sind nicht an der Bahn und ihrem Erhalt interessiert, sondern an einem Zustand von anno dazumals, der außer Kultur keinen Sinn stiftet.
Ähnliches gilt ja für die Kandertalbahn, wo einige auch am liebsten ihre Dampf-Trauminsel hätten und nichts scheußlicher fänden, als wenn da so ein "Platikbomber" alle 30 Minuten angestromert kommt und hochzufriedene Kunden befördert.
Dass es trotzdem schön sein kann zeigt auch hier der Hessencourier, der wohl in absehbarer Zeit die Hälfte unter Fahrdraht fährt und sich dann auch noch einen Streckenabschnitt mit der Straba teilt.

Aber zu weit weg vom Thema, das soll die Machbarkeitsstudie klären, ich freue mich drauf, wenn dort die ersten barrierefreien leisen Plastikbomber ihre Dienste verrichten würden.
MartinKBS751 schrieb:
Man muss es als das begreifen was es ist: Ein internationales Eisenbahnprojekt. Dahehr müssen von Anfang an die Museumsstiftung und die Schweizer (Anliegergemeinden wie auch die SBB) mit ins Boot. Vielleicht wäre es auch ganz klug sich früh auf die SBB als Betreiber festzulegen, da könnten dann ganz interessante Linienführungen rauskommen.
Das wundert mich auch, dass bei einem "Spitzengespräch" die Museumsbahn nicht mit an den Tisch geholt wird. Immerhin gehört denen die Strecke.

Ich habe eigentlich auch angenommen, dass man nur bis Stein am Rhein will. Eine perspektivische Kurve in Etzwilen hätte dann den Vorteil, dass die Museumsbahn in ihrem Bahnhofsteil dann im Zukunft machen kann was sie will. Eventuell kreuzt man in Zukunft auch irgendwo außerhalb von Ramsen und lässt den Bahnhof dort so wie er gerade ist. Nach Stein am Rhein könnte man auch einstweilen Dieseln und wenn es dann läuft über den Strom nachdenken. Das habe dann in der Tat spannende Möglichkeiten. Flügeln nach Winterthur oder Kreuzlingen, wegen mir könnte der schnelle Zug von St. Gallen nach Basel auch so entlang fahren und brächte eine bessere Binnenerschließung der Schweiz.
VT schrieb:
MartinKBS751 schrieb:
Man muss es als das begreifen was es ist: Ein internationales Eisenbahnprojekt. Dahehr müssen von Anfang an die Museumsstiftung und die Schweizer (Anliegergemeinden wie auch die SBB) mit ins Boot. Vielleicht wäre es auch ganz klug sich früh auf die SBB als Betreiber festzulegen, da könnten dann ganz interessante Linienführungen rauskommen.
Das wundert mich auch, dass bei einem "Spitzengespräch" die Museumsbahn nicht mit an den Tisch geholt wird. Immerhin gehört denen die Strecke.

Ich habe eigentlich auch angenommen, dass man nur bis Stein am Rhein will. Eine perspektivische Kurve in Etzwilen hätte dann den Vorteil, dass die Museumsbahn in ihrem Bahnhofsteil dann im Zukunft machen kann was sie will. Eventuell kreuzt man in Zukunft auch irgendwo außerhalb von Ramsen und lässt den Bahnhof dort so wie er gerade ist. Nach Stein am Rhein könnte man auch einstweilen Dieseln und wenn es dann läuft über den Strom nachdenken. Das habe dann in der Tat spannende Möglichkeiten. Flügeln nach Winterthur oder Kreuzlingen, wegen mir könnte der schnelle Zug von St. Gallen nach Basel auch so entlang fahren und brächte eine bessere Binnenerschließung der Schweiz.
In der Schweiz ist Umsteigen kein Thema. Funktioniert fast immer und deshalb kann man das auch in Etzwilen einrichten. (Alternativ könnte später der nach Stein redundant zu Seelinie weiterfahrende und dort wendende Zug nach Singen weiterfahren. Etzwilen nach dem Vorbild Knoten Kreuzlingen bis zur Drehung der Seelinie) Bis zur Inbetriebnahme des "Schweizerbähnles" dürften auch Akkuzüge als Serienfahrzeuge zur Verfügung stehen, so dass man sich über den fehlenden Fahrdraht auch in der Schweiz keine Gedanken machen müsste, Für rein deutsche Fahrten wären auch ein paar Dieseltriebzüge wie RS1 als Startpackung denkbar. Alternativ dürfte ein Schweizer Museumsbahnverein einer Elektrifizierung weitaus aufgeschlossener gegenüberstehen, zumal ohnehin ein Großteil der Strecke mit der Bahnstromleitung Etzwilen-Singen verunziert ist. Sprich, elektrifiziert mit 16,7 Hz ist die Strecke ohnehin, nur eben nicht für die Stromabnehmer der Züge erreichbar... Man sollte eigentlich nur eines nicht machen, die Museumsbahn übergehen, da sind Schweizer Gemüter etwas eigen. Das hat offenbar der oft recht autistisch unbedachte Südkurier ganz und gar nicht auf dem Schirm...
Naja ist das nicht der Sinn von Museumsbahnvereinen, eben einen alten Zustand zu erhalten? Normaler Betrieb, und dabei andauernd historische Infrastruktur kaputt, machen ja die kommerziellen EVU.
Und solange der Verein irgendwo her Geld hat (und wenns einen einzelnen reichen Gönner gibt), bleibt die Strecke ja erhalten, dazu braucht es keinen Regulären Betrieb.

Zumal die andere Seite ja auch nie kompromissbereit ist, und immer nur alles kaputt machen will... S-Bahnmäßigen Betrieb kann man auch mit Regio Shuttle machen, dank vorhandenem Schiebetritt auch an uralten niedrigen Bahnsteigen >38 cm, dazu muss also nicht alles verunstaltet werden, das würde schon irgendwie gehen wenn man denn nur wollte, komerzieller S-Bahnbetrieb und historisch aussehende Infrastruktur, damit beide Seiten was von haben.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Warum nach Stein?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 18.02.21 20:03

VT schrieb:
Ich habe eigentlich auch angenommen, dass man nur bis Stein am Rhein will. Eine perspektivische Kurve in Etzwilen hätte dann den Vorteil, dass die Museumsbahn in ihrem Bahnhofsteil dann im Zukunft machen kann was sie will. Eventuell kreuzt man in Zukunft auch irgendwo außerhalb von Ramsen und lässt den Bahnhof dort so wie er gerade ist. Nach Stein am Rhein könnte man auch einstweilen Dieseln und wenn es dann läuft über den Strom nachdenken.
Warum nach Stein fahren? Mit ein grosses Problem des Bus ist doch, das er nach Stein fährt und nicht nach Etzwilen. Als der Eisenbahnverkehr eingestellt wurden, gab es noch überhaupt keine Strassenverbindung nach Etzwilen, der Bus hätte daher quasi direkt am Bahnhof Stein vorbei müssen, um nach Etzwilen zu kommen und konnte daher auch gleich in Stein enden. Inzwischen gibt es zwar eine Strassenbrücke über den Rhein, die macht den Umweg nach Etzwilen zwar kleiner, ist aber nicht wirklich bustauglich.
Ab Ramsen und Hemishofen mag Stein noch ein zumindest etwas lohnendes Ersatzziel sein, ab Deutschland aber nur für Touristen an schönen Sommerwochenenden, sonst ist der Bus über die Grenze fast immer leer.
Für Reisende Richtung Schaffhausen und Winterthur ist der Bus durch den zeitrauben Umweg unattraktiv und Richtung Kreuzlingen wäre man mit dem Zug trotz leichtem Umweg via Etzwilen genauso schnell.
Unter ignorieren der Umsteigezeit in Stein (die in Etzwilen auch nötig wäre) benötigt man heute Singen-Etzwilen 37-40 min (und da wurden zur Beschleunigung vor einiger Zeit schon Halte gestrichen), während der Zug früher mit trägen langsamen Fahrzeugen bei den schnellen Verbindungen nur 21 min benötigte, als knapp die Hälte der Zeit.
Folge: von Singen nach Etzwilen ist man heute schneller via Schaffhausen als mit dem Bus via Stein, trotz recht guter Anschlüsse in Stein.
Nach Schaffhausen: Rielasingen ist sowieso mit dem Bus schneller via Singen. Ab Ramsen ist der schnellste Weg mit dem direkten Bus ab dort, nur minimal langsamer ist es via Singen, am langsamsten via Stein. Selbst von Hmeishofen ist der minimal schnellste Weg mit dem Bus nach Ramsen und dort in einen anderen Bus nach Schaffhausen als via Stein zu fahren.
Mit dem Zug via Etzwilen könnte man da schon Zeit sparen (wobei ab Ramsen der schnellste Weg nach Schaffhausen wohl mit dem reaktivierten Zug via Singen wäre).

Ein Problem gibt es natürlich, man hat jahrelang systematisch die Fahrgäste vergrault, die man erst zurückgewinnen müsste. Davon das der Bus sowieso unattraktiver ist kommt der erwähnte Umweg via Stein dazu. Zudam gab es bis vor einigen Jahren auch diverse Taktlücken, unter der Woche teils nur alle zwei Stunden, am Wochenende Lücken von bis zu vier Stunden. Von Zürich nach Etzwilen/Stein gab es einen Halbstundentakt, und danach sowas im Anschluss... Schon deswegen bin ich fast immer mit dem Auto nach Etzwilen gefahren, neben der langen Fahrzeit. Ein Anschluss verpasst oder spontan umgeplant und schon hängt man ewig in Stein. Inzwischen gibt es zwar einen täglichen Stundentakt, dafür aber auch einen hinkenden 15 min-Takt Zürich-Etzwilen/Stein, so dass auch nur jeder vierte Zug Busanschluss hat. Wäre mit dem Zug natürlich auch nicht wirklich besser, aber wenigstens bei deutlich kürzerer Fahrzeit und nie länger als 45 min (oder 15 min bei Halbstundetakt) Wartezeit.
Problematisch ist halt, während man viel vom (frühreren/zukünftigen) Potential ins Auto getrieben hat, sind nun viele der wenigen verbliebenen heutigen Fahrgäste im Bus solche, die nach Stein wollen.

Ein Problem ist auch, dass der Bus immer auf die Anschlüsse in Stein immer Richtung Schaffhausen (und Kreuzlingen) ausgelegt waren. Früher bei noch dürftigem Direktbusangebot ab Ramsen vielleicht noch verständlich, aber Schaffhausen ist aus oben genannten Gründen für Ramsen und Rielasingen ein "nutzloser" Anschluss in Stein.
Interessanter wäre da der Anschluss nach Winterthur. Vor MThB-Zeiten auf der Seelinie hiess das aber immer ca. 35 min zusätzliche Umsteigezeit in Stein (vergleich zur Seelinie). Jahrelang passten dann die Anschlüsse mit nur ca. 5 min Zeitverlust, jetzt mit Drehung der Seelinie um 15 min verliert man Richtung Winterthur wieder ca. 20 min beim warten auf dem Bahnsteig.
Mit Zug nach Etzwilen statt Bus liessen sich bei immer noch nicht optimalen Anschlüssen nach Winterthur 30 min ab Singen herausholen (sinnvollerweise wären die guten Anschlüsse wohl in Singen und nicht in Etzwilen).

Klar würde man mit dem Zug keine riesigen Fahrgastmassen transportieren, aber sicher mehr als heute mit dem Bus, der oft genug abschnittsweise komplett umherfährt. Bei meinen vielleicht 10-15 Busfahrten reichte jedenfalls immer locker eine Hand zum zählen aller Fahrgäste über die Grenze, meist reichte schon der Daume alleine um mich zu zählen.
Mehr Potential ist dann aber vor allem zwischen Singen und Rielsingen zu erwarten, vor allem mit guten Seehas-Anschlüssen (und möglichst auch nach Schaffhausen). Hier kann man auch gegenüber dem Bus Zeit gut machen, vor allem wenn der Bus im abendlichen Berufsverkehr in Nicht-Corona-Zeit ewig in den langen Schlangen vor den Ampeln in Singen festhängt, was sich in Zukunft dank dem neuen Einkaufszentrum und irgendwann durch durch eine Umfahrung von Rielasingen induzierten Mehrverkehr noch verschlimmern würde.

Ziel des Vereins ist übrigens auch neben der Wiederaufnahme des Gütersverkehrs (was sich mangels Interessenten aber erledigt hat) auch die Reaktivierung im Personenverkehrs.
Die Strecke gehört der Stiftung (ausser in Singen, dort der Stadt), die ist nicht wirklich gegen eine Reaktivierung und war ja auch bei der Veranstaltung beteiligt. Aber aus finanziellen Gründen kann die Stiftung sicher keine Reaktivierung durchführen, genausowenig wie ein Betrieb der Strecke danach. Da eine Lösung zu finden wäre nun aber sicher kein wirkliches Hindernis wenn man sich für eine Reaktivierung entschieden hat.

Ideal wäre natürlich eine Elektrifizierung, aber wohl zu teuer (und müsste man auch wegen der Rheinbrücke sehen). Anbieten würden sich natürlich Akku-Züge, die unter der vorhandenen Fahrleitung sowohl in Singen und als auch Etzwilen geladen gewerden könnten.

Viele Grüße
Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 20:03.

Re: Warum nach Stein?

geschrieben von: 146 227

Datum: 18.02.21 20:25

Florian Ziese schrieb:
Ein Problem ist auch, dass der Bus immer auf die Anschlüsse in Stein immer Richtung Schaffhausen (und Kreuzlingen) ausgelegt waren. Früher bei noch dürftigem Direktbusangebot ab Ramsen vielleicht noch verständlich, aber Schaffhausen ist aus oben genannten Gründen für Ramsen und Rielasingen ein "nutzloser" Anschluss in Stein.
Interessanter wäre da der Anschluss nach Winterthur. Vor MThB-Zeiten auf der Seelinie hiess das aber immer ca. 35 min zusätzliche Umsteigezeit in Stein (vergleich zur Seelinie). Jahrelang passten dann die Anschlüsse mit nur ca. 5 min Zeitverlust, jetzt mit Drehung der Seelinie um 15 min verliert man Richtung Winterthur wieder ca. 20 min beim warten auf dem Bahnsteig.
Mit Zug nach Etzwilen statt Bus liessen sich bei immer noch nicht optimalen Anschlüssen nach Winterthur 30 min ab Singen herausholen (sinnvollerweise wären die guten Anschlüsse wohl in Singen und nicht in Etzwilen).

Klar würde man mit dem Zug keine riesigen Fahrgastmassen transportieren, aber sicher mehr als heute mit dem Bus, der oft genug abschnittsweise komplett umherfährt. Bei meinen vielleicht 10-15 Busfahrten reichte jedenfalls immer locker eine Hand zum zählen aller Fahrgäste über die Grenze, meist reichte schon der Daume alleine um mich zu zählen.
Mehr Potential ist dann aber vor allem zwischen Singen und Rielsingen zu erwarten, vor allem mit guten Seehas-Anschlüssen (und möglichst auch nach Schaffhausen). Hier kann man auch gegenüber dem Bus Zeit gut machen, vor allem wenn der Bus im abendlichen Berufsverkehr in Nicht-Corona-Zeit ewig in den langen Schlangen vor den Ampeln in Singen festhängt, was sich in Zukunft dank dem neuen Einkaufszentrum und irgendwann durch durch eine Umfahrung von Rielasingen induzierten Mehrverkehr noch verschlimmern würde.


Ideal wäre natürlich eine Elektrifizierung, aber wohl zu teuer (und müsste man auch wegen der Rheinbrücke sehen). Anbieten würden sich natürlich Akku-Züge, die unter der vorhandenen Fahrleitung sowohl in Singen und als auch Etzwilen geladen gewerden könnten.
Hallo,
das Potenzial liegt natürlich auf dem Ast Rielasingen - Singen. Schließlich ist das die Achse die am stärksten belastet ist und auch Nachgefragt werden würde. Selbst eine Teilreaktivierung bis etwa höhe Talwiesenhallen wäre sicherlich Rentabel. Allerdings gibt es mehre Pro und Contra die du sicherlich auch gehört hast bzw. die schon im offenen Mund liegen und daran kann es scheitern.

Wenn man bis Höhe Talweise reaktiviert braucht man eine Haltepolitik wie etwa beim Ringzug/Seehas. Sprich kurze Halteabstände + Beschleunigungsstarkes Fahrzeug + Anschlüsse die funktionieren.

Ankünfte müssten in Singen etwa gegen xx:26 oder xx:56 sein. Damit wären Verbindungen nach Schaffhausen (RB) und Konstanz (Seehas) möglich. Nach Engen ginge es mit dem RE der Schwarzwaldbahn. Alternativ wäre sonst eine Ankunft etwa zur Minute 22 bzw. 52 erforderlich (Seehas nach Engen). Abfahrten erfolgen somit identisch zur RB sprich 06/36.

Ich zähle etwa mit Start und Endhalt 6 mögliche Haltestellen (evtl. auch 7). Die auch zur Feinerschließung Sinnvoll sind. Das ist ja leider genau der Punkt, das einige nur dran glauben (oder zumindest als Gegenargument darstellen) das man vom "heutigen" Bahnhof in R-W nach Singen fährt - was so oder so schlecht wäre und scheitern würde.

Die Frage stellt sich eben nach der Feinverteilung wie Sinnvoll kann der Busverkehr umgelegt werden bzw. wie sieht die Kombination aus Bus und Zug aus? Dieser "zusätzliche" Umstieg (ne Art Gemeindebus der zum Bahnhof fährt? -> bessere Feinerschließung) Weiterhin direkte Busse nach Singen? Anpassung Bus und Zug nach Singen aber so das ein Zugewinn entsteht? Welche der 3. Optionen da die verträglichste ist..

Das der Güterverkehr keine Chance hat finde ich Schade und das obwohl sich sicher Einzelwagen von Singen aus lohnen würden der Aufwand wäre echt gering.

Gruß

Next Stop Frankfurt Airport Long distance Trains
Grüßli Müsli

Re: Warum nach Stein?

geschrieben von: MartinKBS751

Datum: 18.02.21 21:44

Florian Ziese schrieb:


Ziel des Vereins ist übrigens auch neben der Wiederaufnahme des Gütersverkehrs (was sich mangels Interessenten aber erledigt hat) auch die Reaktivierung im Personenverkehrs.
Die Strecke gehört der Stiftung (ausser in Singen, dort der Stadt), die ist nicht wirklich gegen eine Reaktivierung und war ja auch bei der Veranstaltung beteiligt. Aber aus finanziellen Gründen kann die Stiftung sicher keine Reaktivierung durchführen, genausowenig wie ein Betrieb der Strecke danach. Da eine Lösung zu finden wäre nun aber sicher kein wirkliches Hindernis wenn man sich für eine Reaktivierung entschieden hat.

Güterverkehr klingt spannend. Gibt es denn an der Strecke relevante Kunden? Bei einer elektrifzierten Strecke (und sanierten Rheinbrücke) hätte vielleicht sogar der überregionale Verkehr eine Chance, immerhin käme man von Gäu-und Schwarzwaldbahn ohne Fahrtrichtungswechsel Richtung Winterthur und könnte die ungeliebte Singener Kurve entbehrlich machen


Viele Grüsse
Martin

Güterverkehr

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 19.02.21 00:02

MartinKBS751 schrieb:
Güterverkehr klingt spannend. Gibt es denn an der Strecke relevante Kunden?
Das ist ja das Problem warum, nichts fährt (von ganz irrelevanten Ausnahmen abgesehen, siehe unten).
Rielasingen bis 1996 etwas Holzverkehr, der aber nach Deutschland ging, im Durchschnitt vermutlich eine tiefe einstellige Zahl pro Woche. Mehr oder weniger mit Einstellung der Strecke Rielasingen-Singen endete abgesehen vom Hupac-Verkehr auch der Güterverkehr in Rielasingen, die Bedarfsfahrt zur Bedienung fuhr quasi nie, da es Richtung Etzwilen halt nur noch in die falsche Richtung. Die Strecke wucherte wegen nichtbefahren dann bald zu (nebenbei, kenn jemand eigentlich das genaue Datum der Stillegung Ramsen-Rielasingen?).
Da in Singen, gut drei Kilometer entfernt, auch heute noch Holz verladen werden kann, wird der wohl nicht nach Rielasingen zurückkommen, wo man sich ein zusätzliches EIU, schweizer Vorschriften und aktuell auch aufwendig zu sichernde BÜ antun muss.

Ramsen und Hemishofen hatten bis 2004 Güterverkehr, zuletzt neben etwas Holz vor allem der Rübenverkehr. Hier zeigte SBB Cargo ein ordentliches Hin und Her. Ca. 2003 war das Aufkommen angeblich ausreichend und der Verkehr gesichert. Als dann SBB Infrastruktur verkündete, die Strecke schliessen zu wollen, war es für Cargo anscheinend auch unrentabel, man kann ja schlecht gegen die andere Abteilung der selben Firma argumentieren. Während der Verhandlungen zur Übernahme durch die Museumsbahn zeigte die Cargo wieder Interesse, sobald die Strecke wieder auf wäre, wieder zu fahren...
Als die Strecke dann wiedereröffnet wurde, wollte Cargo aber nicht. Wobei letzter Schwenk dann noch nachvollziehbar ist, da dann das Güternetz eh kräftig ausgedünnt wurde und auch Etzwilen bald nicht mehr bedient wurde. Bis Cargo einen Holzwagen in Etzwilen am Ladegleis hatte, wären sie mit nur wenigen Minuten mehr Fahrt auch in Hemishofen gewesen. Wenn aber Etzwilen und alles drum herum geschlossen ist, liegt eine Fahrt nach Hemishofen/Ramsen auch nicht drin.
Was dann natürlich auch alle Ideen zu einem Güterverkehr durch die Museumsbahn selber enden liess. Unter Umständen die Wagen bis/ab Etzwilen zu transportieren wäre vielleicht noch möglich gewesen, aber nicht noch weiter zur Übergabe an die SBB.

Was aus dem Holzverkehr ab Hemishofen wurde (nur sehr wenige Wagen) weiss ich nicht, für kurze Zeit gab es noch die Möglichkeit in Etzwilen, bis der Bahnhof dort für den Güterverkehr geschlossen wurde, nun ist in der näheren Umgebung kein Verlad mehr (ausser Singen).

Am interessantesten war sicher der Rübenverkehr (an den Verladetagen etwa 4-6 Wagen pro Tag, die dann in Etzwilen mit den Wagen von anderen naheliegenden Bahnhöfen zu einem langen Zug Richtung Frauenfeld gekuppelt wurden). Das Interesse bei den Landwirten war aber kaum verhanden und inzwischen wurde sowieso sehr viel Rübenverkehr auf die Strasse verlagert. Die meisten Bahnhöfe in der Gegend sind für den Güterverkehr geschlossen und von dem langen Rübenzug nach Frauenfeld ist nichts mehr übrig (bzw. nun alles auf der Strasse), da braucht man über Ramsen und Hemishofen gar nicht erst mehr nachzudenken, wenn schon die besser erreichbaren anderen Verladepunkte alle weg sind.

Zitat:
Bei einer elektrifzierten Strecke (und sanierten Rheinbrücke) hätte vielleicht sogar der überregionale Verkehr eine Chance, immerhin käme man von Gäu-und Schwarzwaldbahn ohne Fahrtrichtungswechsel Richtung Winterthur und könnte die ungeliebte Singener Kurve entbehrlich machen

Problem ist halt, dass die "kleine" Rheinbrücke noch eine grosse Schwester in Form der Thurbrücke bei Ossingen hat. Und da ist auch nicht wirklich was mit Güterverkehr mit üblichen Fahrzeugen und üblichen Meterlasten. Sämtliche Güterzüge ab Singen und Rielasingen gingen die letzten Jahre vor 1996 alle nach Schaffhausen, nichts mehr nach Winterthur. Mit den leichten Dieselloks über die Rheinbrücke ging gerade noch, mit grosse E-Loks über die Thurbrücke lieber nicht. Auch von der Kapazität her macht es keinen Sinn, über Etzwilen-Winterthur zu fahren, da kommt man über Schaffhausen vermutlich immer noch viel einfacher durch. Und vor allem mit allen Loks und auch mit langen Zügen, während via Etzwilen-Winterthur alle Kreuzungsgleise für den lokalen Verkehr sicher mehr als ausreichend sind, für Ferngüterzüge aber unzureichend.
Das war letztendlich auch das Ende der Strecke für die SBB. Güterzüge von Singen mit einer Diesellok nach Etzwilen zu fahren, dort auf E-Lok umzuspannen und nach Schaffhausen fahren, alles auf eingleisigen Strecken, wenn es auch eine seit 1989 elektrifizierte, nahezu komplett zweigleisige, für SBB-Loks taugliche und viel kürzere Strecke Singen-Schaffhausen gab war mehr "haben wir schon immer so gemacht" als wirtschaftliche Vernunft. Als dann die Bahnübergänge in Singen zur Sanierung anstanden (mit die letzten Barrierenposten auf dem SBB-Netz) wählte man doch den kürzeren Weg.

Zum Schluss noch ein Bild von dem selten Güterverkehr auf der Museumsbahn, hier wurde als Neuverkehr Kohleverkehr durchgeführt, der per LKW von weit herkam und dann per Zug nach Bauma weiter ging.
Das Bild zeigt aber auch, dass man das als nicht so wirklich ernsthaften Güterverkehr ansehen konnte.
IMG_8089.jpg

Viele Grüße
Florian



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.02.21 00:04.

Re: Warum nach Stein?

geschrieben von: VT

Datum: 19.02.21 07:36

Florian Ziese schrieb:
Warum nach Stein fahren? Mit ein grosses Problem des Bus ist doch, das er nach Stein fährt und nicht nach Etzwilen.
Weil der Zug von Etzwilen nach Winterthur mit 40 Minuten so lahm ist, dass man von Singen über Schaffhausen schneller dort ist. Dort braucht man 50 Minuten im Idealfall für die Gesamtstrecke. Veranschlagt man für Strecke von Singen nach Etzwilen jetzt für die Fahrt optimistische 15 Minuten und legt man für das Umsteigen in Etzwilen nochmal optimistische zwei bis drei Minuten drauf, sehe ich keinen Vorteil darin über Etzwilen nach Winterthur zu fahren. Dann bietet sich Stein als Ziel schon an.

Zwischen Etzwilen und Winterthur gibt es in erste Linie viel Gegend. Ne schöne Gegend zwar, aber jetzt auch nicht der Nabel der Welt.
MartinKBS751 schrieb:
da könnten dann ganz interessante Linienführungen rauskommen. Das würde dann aber voraussetzen, daß der Fahrdraht von Beginn an hängt, was möglicherweise den Interessen der Museumsstiftung widerspricht
...vor allem im Bahnhof Etzwilen, nachdem die Aktion Weichenklau den Zugang zur Linie so verändert hat, dass man nur noch mit Sägefahrten an Perrons kommt.
Gruss Leo

Re: Warum nach Stein?

geschrieben von: leofink

Datum: 19.02.21 17:33

VT schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Warum nach Stein fahren? Mit ein grosses Problem des Bus ist doch, das er nach Stein fährt und nicht nach Etzwilen.
Weil der Zug von Etzwilen nach Winterthur mit 40 Minuten so lahm ist, dass man von Singen über Schaffhausen schneller dort ist. Dort braucht man 50 Minuten im Idealfall für die Gesamtstrecke. Veranschlagt man für Strecke von Singen nach Etzwilen jetzt für die Fahrt optimistische 15 Minuten und legt man für das Umsteigen in Etzwilen nochmal optimistische zwei bis drei Minuten drauf, sehe ich keinen Vorteil darin über Etzwilen nach Winterthur zu fahren. Dann bietet sich Stein als Ziel schon an.

Zwischen Etzwilen und Winterthur gibt es in erste Linie viel Gegend. Ne schöne Gegend zwar, aber jetzt auch nicht der Nabel der Welt.
Früher wars mal anders; Maggi in Kemptthal hatte bis in die 60er Jahre viele Grenzgänger aus Singen. Das hat mir etwa 1980 ein alter Lokführer des Depots Winterthur erzählt.
Gruss Leo

Re: Warum nach Stein?

geschrieben von: Ulrich Grosse

Datum: 19.02.21 17:53

146 227 schrieb:

Die Frage stellt sich eben nach der Feinverteilung wie Sinnvoll kann der Busverkehr umgelegt werden bzw. wie sieht die Kombination aus Bus und Zug aus? Dieser "zusätzliche" Umstieg (ne Art Gemeindebus der zum Bahnhof fährt? -> bessere Feinerschließung) Weiterhin direkte Busse nach Singen? Anpassung Bus und Zug nach Singen aber so das ein Zugewinn entsteht? Welche der 3. Optionen da die verträglichste ist..

Hallo,
die Buslinie von Rielasingen-Worblingen nach Singen ist relativ gut frequentiert und wird überwiegend im 30-Minuten-Takt bedient. Gegen eine Brechung der Buslinie in Rielasingen an einem geeigneten Punkt auf die zu reaktivierende Strecke spricht m.E, dass viele Schüler in den Bussen sind, die in der Rielasinger Straße zur Zeppelin-Realschule oder zum Friedrich-Wöhler-Gymnasium wollen. Von der heutigen Bushaltestelle sind das ca. 100 m (Zepplin) oder 400 m (Gymn.). Wenn man diese Schüler in Rielasingen auf die Bahn umsteigen lassen würde und nach Singen fahren würde und von dort aus wiederum wie viele andere zu Fuß gehen lassen würde (ca. 1 km Fußweg und Umstieg Bus/Bahn in Rielasingen), wäre das kaum eine Verbesserung, im Gegenteil. Weiter fahren mit der Buslinie eine dreistellige Anzahl an Schülern aus dem Raum Gailingen - Gottmadingen über Rielasingen - Worblingen - Bohlingen nach Gaienhofen zu einer sehr gut frequentierten Privatschule, also auch dieses Potential bringt für den Schienenverkehr nichts. Allenfalls könnte zu bestimmten Zeiten die Buslinie aus Worblingen zu einem auf die Bahn nach Singen ausgerichteten Buszubringer umgestaltet werden, denn es gibt Bereiche (Hardtweg-Siedlung in Worblingen) oder der Ortsteil Arlen, die im Rahmen einer Regionalbuslinie nicht feinerschließend, weil zu zeitraubend, zugleich bedient werden können. Ein Ortsbus, der z.B. auf eine Haltestelle in Rielasingen bedient und sofortigen Zuganschluss von/nach Singen bietet, hätte ggf. eine sinnvolle Funktion und würde für bestimmte Zielgruppen eine deutlich bessere Qualität als die gegenwärtige Regionalbuslinie bieten, deren Schülerfunktionen allerdings weiter bestehen bleiben müßten.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.02.21 17:56.
Die Frage, die man sich auch stellen muss, wie sieht es mit einer allfälligen Wiederinbetriebnahme Winterthur - Etzwilen (resp. Thalheim-Altikon - Etzwilen) aus?

Die Thurbrücke scheint in einem schlechteren Zustand zu sein als angenommen, die Bahnstrecke überquert zwischen Thalheim-Altikon und Stein am Rhein 2 Kantonsgrenzen, und dank Corona sind die Frequenzen noch unbedeutender als sonst, und Geld ist für den ÖV auch nicht mehr unendlich verfügbar in der Staatskasse. Solange die Thurbrücke nicht befahrbar ist - und das dürfte auf unabsehbar lange Zeit der Fall sein - ist der Reisendenstrom von Singen nach Winterthur über Andelfingen respektive naheliegender Weise über die A4.

Busverkehr

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 20.02.21 12:03

Ulrich Grosse schrieb:
die Buslinie von Rielasingen-Worblingen nach Singen ist relativ gut frequentiert und wird überwiegend im 30-Minuten-Takt bedient. Gegen eine Brechung der Buslinie in Rielasingen an einem geeigneten Punkt auf die zu reaktivierende Strecke spricht m.E, dass viele Schüler in den Bussen sind, die in der Rielasinger Straße zur Zeppelin-Realschule oder zum Friedrich-Wöhler-Gymnasium wollen. Von der heutigen Bushaltestelle sind das ca. 100 m (Zepplin) oder 400 m (Gymn.). Wenn man diese Schüler in Rielasingen auf die Bahn umsteigen lassen würde und nach Singen fahren würde und von dort aus wiederum wie viele andere zu Fuß gehen lassen würde (ca. 1 km Fußweg und Umstieg Bus/Bahn in Rielasingen), wäre das kaum eine Verbesserung, im Gegenteil. Weiter fahren mit der Buslinie eine dreistellige Anzahl an Schülern aus dem Raum Gailingen - Gottmadingen über Rielasingen - Worblingen - Bohlingen nach Gaienhofen zu einer sehr gut frequentierten Privatschule, also auch dieses Potential bringt für den Schienenverkehr nichts. Allenfalls könnte zu bestimmten Zeiten die Buslinie aus Worblingen zu einem auf die Bahn nach Singen ausgerichteten Buszubringer umgestaltet werden, denn es gibt Bereiche (Hardtweg-Siedlung in Worblingen) oder der Ortsteil Arlen, die im Rahmen einer Regionalbuslinie nicht feinerschließend, weil zu zeitraubend, zugleich bedient werden können. Ein Ortsbus, der z.B. auf eine Haltestelle in Rielasingen bedient und sofortigen Zuganschluss von/nach Singen bietet, hätte ggf. eine sinnvolle Funktion und würde für bestimmte Zielgruppen eine deutlich bessere Qualität als die gegenwärtige Regionalbuslinie bieten, deren Schülerfunktionen allerdings weiter bestehen bleiben müßten.
Das Aufkommen beschränkt sich beim Bus allerdings auch stark auf den Berufs- und Schülerverkehr, wo es auch schon lange ein gutes Angebot gibt. Beim Rest des Tages ist das Aufkommen bisher eher dürftig, was natürlich am bis vor wenigen Jahren sehr dürftigen Angebot liegt. Da gab es zum Beispiel am Vorrmittag eine fast Zwei-Stunden-Lücke, als ich leider da mal "fahren" musste, bin ich dann zu fuss gegangen weil immer noch deutlich schneller war. Auch sonst war es zumindest für den nördlichen Teil von Rielasingen teils schneller, mit dem Stadtbus in den Singener Süden zu fahren und dann zu fuss weiter nach Rielasingen. Habe ich auch ein paar mal gemacht.
Inzwischen ist es unter der Woche sehr viel besser, aber erstens braucht das eine lange Zeit bis sich die Fahrgäste daran gewöhnen und zudem ist der Bus immer noch recht unattraktiv. Er fährt genau die selbe Strasse wie die Autos und steht im selben Stau, nur wird er an jeder Haltestelle von Autos überholt und an der Haltestelle kann man beim Warten auf den Bus schön viele Autos vorbeifahren sehen. Zudem ist die reale Fahrzeit vom Bus auch je nach Verkehrslage stark schwankend und damit auch die (Warte-)Zeiten nicht so kalkulierbar. Und der Bus fährt nicht ins Industriegebiet und ist damit für viele Arbeitsplätze unattraktiv.
Hier könnte der Zug sicher Punkten, auch wenn der Weg zum Bahnhof weiter ist, der Zug wäre dann aber schneller als und Auto und erst recht Bus und würde an Bahnübergängen und entlang der Strassen die Autos sichtbar überholen.
Ein Problem des Busses ist auch, dass er nicht ins Industriegebiet fährt, sondern nur durch Wohngebiete (und zu einzelnen Schulen). Der Zug käme wenigstens durch den Rand des Industriegebiets, ob er allerdings halten dürfte, wäre die Frage, da das die Schrankenschliesszeiten am Kreisverkehr verlängert würde.

Heute fahren schon im "Grundtakt" 3 Busse pro Stunde von Rielasingen nach Singen, im morgenlichen Berufsverkehr kommt noch eine Doppelführung wegen starkem Aufkommens als vierter Bus dazu. Innerhalb von Singen dann noch auf dem grössten Teil der Strecke durch eine weitere halbstündliche Linie ergänzt (und im nötdlichsten Teil nochmal eine Linie).
Hier gäbe es also durchaus Luft, auch parallel zum Zug den Busverkehr nicht ganz aufgeben zu müssen.

Gerade am Worblingen ist der Busverkehr heute recht unattraktiv, da der Bus erst mal ein ganzes Stück quer zum Ziel fährt, bevor der Bus endlich mal Richtung Singen geht (früher fuhr die Linie ab Bohlingen, wo der Umweg via Rielasingen noch schlimmer war, inzwischen zugunsten von Taktverdichtungen ab Worblingen weitgehen zwischen Bohlingen und Worblingen eingestellt, Bohlingen hat auch eine andere Buslinie mit nicht ganz so grossem Umweg). Ein Umstieg auf den Zug in Rielasingen würde da nicht wirklich etwas ändern. Aber man könnte den Bus einfach umdrehen, statt ab Worblingen in Rielasingen starten und dann quer nach Worblingen und von dort nach Singen. Verkürzt die Fahrt ab Worblingen deutlich, macht für die Rielasinger natürlich die Fahrt so unattraktiv wie heute ab Worblingen, aber ab Rielasingen gäbe es dann den schnellen Zug als Alternative.
Anbieten würde sich dann noch, eine der am Berliner Platz endenden Linien zu verlängern, dann spart man auch noch einiges an Buskilometern. Eine der Linien in Singen bedient dann nahezu die selben Haltestellen wie auch heute der Bus ab Rielasingen/Worblingen und würde die Verbindungen von heute mit Umweg aufrechterhalten inkl. aller Schulen. Oder man wählt eher die Linie via Rand des Industriegebiets sollte der Zug dort nicht halten.

Zum Gynasium gehen heute viele mit Zug und Bus von überall her anreisende Schüler zu fuss, da der Umstieg in einen Bus für das letze Stück auch nicht attraktiver ist (Weg vom Bahnsteig 900 m, von der Bushaltestelle 250-450 je nach Fahrtrichtung). Der Rielasinger Bus fährt nun allerdings zufälligerweise sowieso an der Bushaltestelle vorbei, der Zug nicht mehr.
Viele der Schüler ab Rielasingen fahren aber sowieso per Fahrrad (ich bin dorthin genau ein einziges Mal mit dem Bus hingefahren, sonst nahezu immer Fahrrad). Ab Worblingen würde die oben erwähnter Stadtbusverlängerung die Verbindung für Schüler sogar beschleunigen können, für die weit entfernten Rielasinger Bereiche (Arlen) wäre ein Fahrt via Worblingen auch noch nicht so viel tragischer. Allenfalls kann man zu Schulzeiten ja auch noch einen Bus bis zum Gymnasium (rück-)verlängern.

Gruss
Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.02.21 12:05.

Re: Warum nach Stein?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 20.02.21 13:29

VT schrieb:
Weil der Zug von Etzwilen nach Winterthur mit 40 Minuten so lahm ist, dass man von Singen über Schaffhausen schneller dort ist. Dort braucht man 50 Minuten im Idealfall für die Gesamtstrecke. Veranschlagt man für Strecke von Singen nach Etzwilen jetzt für die Fahrt optimistische 15 Minuten und legt man für das Umsteigen in Etzwilen nochmal optimistische zwei bis drei Minuten drauf, sehe ich keinen Vorteil darin über Etzwilen nach Winterthur zu fahren. Dann bietet sich Stein als Ziel schon an.
Naja, via Schaffhausen sind auch nur manche Verbindungen schnell und da die Verbindungen sich da immer wieder geändert haben und weiter ändern werden, wird auch die Fahrzeit sich immer wieder verändern.

Winterhur-Etzwilen ist die letzten Jahre auch wegen dem Angebotsausbau langsamer geworden (Halbstundentakt mit Kreuzung Stammheim) und der Drehung der Seelinie (statt gutem Anschluss bei Vollknoten in Stein nun nicht nur kein direkter Anschluss mehr, sondern ideale Kreuzung wäre zwischen Stein und Etzwilen im eingleisigem Abschnitt, stattdessen in eine Richtung sogar westlich von Etzwilen). Vor ein paar Jahren ging es ja auch noch schneller.
Betrachtet man alle Kreuzungsmöglichkeiten, sieht es inzwischen durch die hinzugekommenen Kreuzungen doch übel aus:
-Oberwinterthur: Kreuzung S29-S29 (früher S29-S12)
-Seuzach: Kreuzung S29-S11 jede zweite Fahrt -> NEU
-Tahlheim-Altikon: Kreuzung S29-S29
-Ossingen: ausnahmsweie nichts
-Stammheim: Kreuzung S29-S29 -> NEU
-Etzwilen: Kreuzung S29-Seelinie (bzw westlich des Bahnhofs in eine Richtung) -> NEU

So schlecht liegen die Bahnhöfe zwar nicht, aber trotzdem passt es nie so ganz und kostet immer etwas Zeit.
Da sind schon zusätzliche Züge nur noch schwer unterzubekommen. Mit einer 45 km/h-Lok gibt es neuerdings in eine Richtung schon keine Trassen mehr.

Da müsste man also durchaus mal ran, auch wenn es nur für die Fahrt nach Stein ist. Ideen für 2035 gibt es da, mit S29-S29-Kreuzung in Seuzach, Ossingen und Stein, mit S11 in Oberweinterthur und ohne Seelinienkreuzung. Wäre dann zwar schneller, aber von den Anschlüssen passt es nicht so wirklich (wie auch die übrschlagene Wende in Stein).
Ideal wäre wahrscheinlich ein Kreuzungsbahnhof zwischen Thalheim und Ossingen (könnte dann auch den barriefreien Ausbau dieser Stationen reduzieren mit nur einer barrierefreien Bahnsteigkante).
Mit Kreuzung dann in Oberwinterhur, "Thalheim Nord" und Etzwilen wären vielleicht so um die 33 min für Winterthur-Etzwilen drinnen.

Aber ob das so wichtig ist? Schneller via Schaffhausen ist es vor allem ab Singen Bahnhof, ab Singen Südstadt, Rielasingen, Ramsen und Hemishofen wäre es via Etzwilen sinnvoller.
Auch wenn es da kostenlose Parkplätze gäbe (z.B. in Rielasingen) auch für die weitere Umgebung (in Singen ist das Parken überhaupt schon schwer und dann auch noch teuer). Gottmadingen kann das nur bedingt abfangen.
Mancher fährt heute mit dem Auto nach Stammheim obwohl auch kostenpflichtiger Parkplatz, aber wenigstens der ganze Tag im vergleich zu Singen "billig" gedeckelt. Bietet ab dort natürlich den Vorteil des billigeren ZVV-Tarifs (den die gleich teuren Parkplätze in Etzwilen nicht bieten), aber kostenlosen Parkplätzen in Rielasingen würden die teurere Fahrkarte hingegen wieder teils ausgleichen.
Historisch hat die Fahrt mit Zug/Bus via Etzwilen/Stein den Vorteil des durchgehenden schweizer Tarifs. Liesse sich natürlich auch via Schaffhausen einführen wenn man wollte, aber auch dann wäre die Strecke noch länger.
Problem ist auch, Winterthur-Stein und Seelinie nicht mehr zusammenpassen. Würde man da auch die S 29 um 15 min drehen (dank 15 min-Takten ab Winterthur irgendwann möglich), gäbe es nicht nur wieder Anschluss nach Kreuzlingen, sondern auch die Möglichkeit wieder Winterthur-Singen durchgehend zu fahren weil es wieder einen Anschluss nach Stein gäbe. Der Anschluss in Etzwilen war ja viele Jahrzehnte üblich (oft gar als Rundumanschluss in alle vier Richtungen), selbst als die Züge Winterthur-Singen schon alle in Etzwilen gebrochen waren, endeten die Züge aus Winterthur fast immer Etzwilen. Erst mit dem Busverkehr nach Singen wurden die Winterthurer Züge nach Stein verlängert, um zum Bus einen zusätzlichen Umstieg kurz hintereinander zu ersparen.

Gruss

Florian

Re: Busverkehr

geschrieben von: Ulrich Grosse

Datum: 20.02.21 15:36

Hallo,
die Idee mit dem Umdrehen der Fahrtrichtung, also von Rielasingen über Arlen - Worblingen - Singen Industriegebiet zum Bahnhof ist tatsächlich gut, wenn die Bahn auf der Strecke von Stein über Ramsen - Rielasingen nach Singen reaktiviert wird. Und mit einzelnen ab/bis in die Rielasinger Straße fahrenden Kursen wären die Schüler auch zufriedengestellt. Die Querachse von Gailingen über Rielasingen nach Gaienhofen für die Privatschulen könnte man außerhalb der Takte belassen. Die Verkehre sind allerdings vor gut einem Jahr auf die Dauer von noch weiteren knapp 7 Jahren vergeben worden, d.h. so ohne Weiteres wird man die nicht vom Grundsatz her verändern können. Trotzdem ist das ein kreativer Ansatz - und die Schienenstrecke wird ja auch nicht so rasch reaktiviert werden können.

Eine Strecke im Raum Singen vermisse ich weiterhin, nämlich von Singen über Hilzingen nach Beuren. Da gibt es eine recht starke Nachfrage, aber die Strecke ist vermutlich überbaut. Ich habe mal gehört, dass im früheren Lokschuppen von Beuren zeitweise ein Busdepot gewesen sein soll. Aktuell stehen die im Raum Singen eingesetzten Regionalbusse wohl in Welschingen und in Rielasingen bzw. im Singener Industriegebiet am Straßenrand.
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