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NBStrecke schrieb:
Es ist doch in Hannover auch eine Kurve der NBS aus Bielefeld iR Hamburg geplant, irgendwo bei H. Leinhausen. Könnte man das Vorhaben ausbauen und güterzugtauglich machen, um am andere Ende nicht nur iR Bielefeld fahren zu können, sondern auch auf die westliche Güterumgehungsbahn Hannovers? Aktuell gibts da schon eine Kurve, die aber nur die Gleise iR Hbf bedient.

Wird dann halt länger und teurer, aber z.B. in Nürnberg plant man auch ein ellenlanges Gütertunnel, das im Vergleich zu dem Fall hier eher wenig Verkehr aufnähme.
Ich weiß noch nicht einmal, wie das mit der Kurve überhaupt gehen soll. Einige Fragen dazu:
- Kurve ein- oder zweigleisig?
- Einfädelung höhenfrei oder höhengleich?
- Güterverkehr zwischen Ledeburg und Langenhagen auf der S-Bahn oder der Fernbahn?

Im Bereich Leinhausen bekommt man meiner Einschätzung nach noch ein Gleis auf einer Rampe unter, für mehr müssen entweder bestehende Gleise, das Bahnhofsgebäude oder zwei Wohnhäuser geopfert werden. Hier liegen von Norden gesehen die beiden S-Bahn-Gleise, die beiden Fernbahngleise und die beiden Gütergleise Richtung Hainholz/Hbf.

Südlich von Ledeburg ist noch etwas Platz (Grünstreifen im Osten), im Bereich des Haltepunkts kann ich mir nicht mal ein zusätzliches Gleis vorstellen, ohne massiv in bestehende Bebauung einzugreifen. Hier liegen von Westen das Gleis zum Nordhafen, die beiden S-Bahn-Gleise und die beiden Fernbahngleise.

Da beide Strecken auf Bahndämmen liegen, die Fernbahn nach Wunstorf sogar sehr hoch, reden wir in diesem Bereich auch nicht von einem Tunnel, sondern von einem Viadukt in beachtlicher Höhe über dem Gleisen des Werks Leinhausen und vermutlich abzureißender Bebauung (Gewerbebetriebe). Ein Tunnel geht nicht, weil im Westen mit Stöckener Straße, Westschnellweg und Leine Zwangspunkte vorhanden sind.

Gruß,
Sven

Re: Wann endlich?

geschrieben von: märchenerzähler

Datum: 17.02.21 08:04

Abteil schrieb:
103612 schrieb:
Ferlemann könnte sich sicher gut mit einer A7 Trasse arrangieren.
Ferlemann selbst schon, allerdings seine Parteikollegen in der Heide, bspw. im Landkreis Harburg oder der Samtgemeinde Salzhausen, wo die CDU noch stärkste Kraft ist, ganz sicher nicht.
Sind die par Hansel dort so wichtig für die Schwarzen oder stürzt die Partei dann in die Bedeutungslosigkeit ab?

Re: Wann endlich?

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 17.02.21 09:04

Die haben halt leider Einfluss.

Ich habe es immer gesagt: In Soltau eine vernünftige Anbindung für den Regionalverkehr bauen, weitere RE 200 Bahnhöfe an geeigneter Stelle für Pendler vorsehen, und dann bekommen die Schafhirten eine schnelle Anbindung an Hannover und an Hamburg.

Warum man das nicht so verkauft verstehe ich nicht.
Es ginge darum den Fernverkehr zu bündeln und von den Bestandsstrecken weitgehend fernzuhalten.

Bremen - Hannover ist schließlich auch für den Güterverkehr von großer Bedeutung.

Das zwischen Langwedel und Soltau ausgebaut werden müsste ist natürlich logisch.
Nach dem Deutschland-Takt soll dort nur der ICE-Sprinter Köln-Hamburg fahren und das meine ich im 2h-Takt. Dafür dürfte eine eingleisige Kurve reichen. Eine höhenfreie Ein- und Ausfädelung wäre natürlich wünschenswert. Als Vmax. wäre 80 km/h schon ein guter Wert.

Diese Verbindung wäre auch schon heute bei Umleitungen viel Wert. Es kommt ja immer wieder mal vor, dass die Takt-IC großräumig umgeleitet werden und da fehlt genau diese Verbindung.
Direkt südlich des Bahnhofs Ledeburg ab der Eisenbahnbrücke "Gretelburg" ist auf der Westseite genügend Platz um die Gleise für eine derartige Überwerfung auseinander zu ziehen.

Und im Bereich der Station Leinhausen sieht aus auch nach genügend Platz aus, um die Gleise für eine Einfädelung auseinander zu ziehen.

Die ganze Kurve liegt dann aber in der +2 Lage, was sicherlich nicht nur schön ist in Burg / Leinhausen / Herrenhausen.

Im Bereich Leinhausen liegen auch noch 2 Güterzuggleise von Seelze zum Abstellbahnhof Hainholz. Ob man diese dauerhaft braucht oder den Platz nicht auch für die Kurve nach Hamburg nutzen könnte, möchte ich mal in den Raum stellen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 10:21.
NBStrecke schrieb:
Hmm mal ein kühner Gedanke: Es ist doch in Hannover auch eine Kurve der NBS aus Bielefeld iR Hamburg geplant, irgendwo bei H. Leinhausen. Könnte man das Vorhaben ausbauen und güterzugtauglich machen,
Darüber hab ich auch schon länger nachgedacht. Die Verbindungskurve für den Güterverkehr hätte
einiges Potenzial.

Damit könnte man beim A7-Korridor möglicherweise auf die Güter-NBS Isernhagen - Lehrte verzichten
(Eingriff in FFH-Gebiet). Zweiter positiver Effekt, erhebliche Laufwegsverkürzung Maschen - Seelze
und damit Entlastung Nienburg - Verden. Die zeitweise Überlastung Verden - Wunstorf ist ja
gestern ausdrücklich noch mal erwähnt worden.

Wie User Zugsicherer sehe ich aber im Moment leider nicht, wie das baulich machbar wäre (güterzugtaugliche Steigungen).
Falls jemand dazu eine Idee hat, wären wir sehr interessiert.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 10:36.
Moin!

Unten zitierte Reaktion der BI Trassenwahn Ostheide möchte ich gar nicht lange kommentieren. Sie ist so absurd Fakten verzerrend und ignorant, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann, zeigt aber immerhin die absolut verquere Haltung der Fundamentaloppositionellen, denen die Politiker populistisch nach dem Mund reden:

Gläserne Werkstatt
Im Ergebnis hatte die Bahn zugesagt im Rahmen einer „Gläsernen Werkstatt“ alle Planungsschritte und Ergebnisse transparent darzustellen. Die Ergebnisse wurden bei diversen Treffen sehr umfangreich präsentiert. Unsere Befürchtung war von Anfang an, dass uns die DB mit diesem aufwändigen Verfahren nur nachweisen wollte, dass Alpha-E in allen Varianten nicht machbar sei. Das wurde dadurch bestätigt, dass am Ende keine der untersuchten Varianten ein positives NKV über 1,0 erreicht hat. Einen Hinweis, dass es am Ende auf eine Neubaustrecke hinauslaufen könnte, gab Herr Hudaff von der DB.

Vieregg Gutachten
Die Studie des renomierten Münchener Eisenbahn-Gutachters Dr. Vieregg kommt zu dem Ergebnis, dass sogar unter der Berücksichtigung der Anforderungen durch den Deutschlandtakt und den neueren Verkehrszahlen ein Ausbau von Alpha-E im Sinne des DSN möglich sei. Die Ergebnisse wurden im Januar allen Betroffenen/Beteiligten öffentlich vorgestellt und stehen als pdf-Datei allen Interessierten zur Verfügung.

Die Bahn sicherte im Rahmen einer Sitzung der „Gläsernen Werkstatt“ eine objektivierte Überprüfung zu. Erste Gespräche zwischen Bahn und Gutachter lassen allerdings auch vermuten, dass die Bahn alles daran setzen, wird die Machbarkeit anzuzweifeln, gleichzeitig jedoch die für sie guten Ansätze zu übernehmen. Eine letzte Bewertung durch die Bahn ist allerdings noch offen.

Das bedeutet, wir stehen wieder ganz am Anfang mit dem drohenden Neubau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke mitten durch die Heide (Y-Trasse, oder Ashausen/Suderburg, oder Ashausen/Unterlüß, oder Ashausen/ was auch immer) mit all den Schreckensszenarien, die wir im Dialogforum bekämpft hatten.
Wir stehen damit jetzt sinngemäß an einer „letzten Abbiegung vor einer Neubaustrecke“. Wir müssen es jetzt schaffen, den politischen Druck soweit zu erhöhen, dass auf der Basis der gemachten Zusagen aus dem DSN, ergänzt mit den Vorschlägen aus dem Vieregg-Gutachten, im Sinne von Alpha E geplant wird. Das heißt, wir müssen uns angesichts der drohenden Gefahr neu orientieren und darüber nachdenken, wie wir im Verbund mit der ausschließlich die Lasten tragenden Region die Politik zum Einhalten der gegebenen Versprechungen drängen können, um damit die DB anzuhalten, dass sie den Ergebnissen der Vieregg-Studie nachkommt.

[trassenwahnostheide.de]

Viele Grüße
Abteil

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Abteil schrieb:
Unten zitierte Reaktion der BI Trassenwahn Ostheide möchte ich gar nicht lange kommentieren. Sie ist so absurd Fakten verzerrend und ignorant, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann, zeigt aber immerhin die absolut verquere Haltung der Fundamentaloppositionellen, denen die Politiker populistisch nach dem Mund reden:

Gläserne Werkstatt
Im Ergebnis hatte die Bahn zugesagt im Rahmen einer „Gläsernen Werkstatt“ alle Planungsschritte und Ergebnisse transparent darzustellen. Die Ergebnisse wurden bei diversen Treffen sehr umfangreich präsentiert. Unsere Befürchtung war von Anfang an, dass uns die DB mit diesem aufwändigen Verfahren nur nachweisen wollte, dass Alpha-E in allen Varianten nicht machbar sei. Das wurde dadurch bestätigt, dass am Ende keine der untersuchten Varianten ein positives NKV über 1,0 erreicht hat.

Das ist wie bei Trump der auch schon vorher “wusste” dass er nur verlieren könne wenn betrogen würde.
Abteil schrieb:
Die Studie des renomierten Münchener Eisenbahn-Gutachters Dr. Vieregg kommt zu dem Ergebnis,
Selten so gelacht....:))))

Re: Wann endlich?

geschrieben von: Hadufuns

Datum: 17.02.21 10:51

Käfermicha schrieb:
Die haben halt leider Einfluss.

Ich habe es immer gesagt: In Soltau eine vernünftige Anbindung für den Regionalverkehr bauen, weitere RE 200 Bahnhöfe an geeigneter Stelle für Pendler vorsehen, und dann bekommen die Schafhirten eine schnelle Anbindung an Hannover und an Hamburg.

Warum man das nicht so verkauft verstehe ich nicht.
Menschen die einfach nur "dagegen" sind ignorieren nicht nur Fakten sondern im Zweifelsfall auch ihre eigenen potentiellen Vorteile durch so ein Projekt. Bestes Beispiel sind die Immobilienbesitzer die ÖV-Projekte ablehnen obgleich deren Umsetzung eine Wertsteigerung ihres Eigentums zur Folge hätte. Traurigerweise werden diese Gruppen in aller Regel durch AFD und FDP und in sehr vielen Fällen auch durch die CDU protegiert und unterstützt. Deswegen kommst Du an Ihnen nicht vorbei.

Gruß
Hadufuns

>“Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”. “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”< (Marc-Uwe Kling)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 10:51.
103612 schrieb:
Direkt südlich des Bahnhofs Ledeburg ab der Eisenbahnbrücke "Gretelburg" ist auf der Westseite genügend Platz um die Gleise für eine derartige Überwerfung auseinander zu ziehen.
Da stehen doch noch Gebäude auf der Westseite, zumindest an Anfang und Ende der Fläche. Und die Länge ist für eine Rampe auch recht knapp. Vielleicht ginge es bis Entenfangweg und dann mit etwa 600 m Radius, oder sogar erst ab Am Herrenhäuser Bahnhof. Die Geschwindigkeit in diesem Bogen wird ohnehin keine Rekordwerte erreichen.

103612 schrieb:
Und im Bereich der Station Leinhausen sieht aus auch nach genügend Platz aus, um die Gleise für eine Einfädelung auseinander zu ziehen.
Ein Gleis bzw. eine Rampe würde ich zugestehen. Bis zu den Häusern auf der Nordseite ist aber kaum Platz für eine Mülltonne (Google), zumal dann auch der Bahnsteig komplett neu gemacht werden müsste. Eines der Güterzuggleise hatte ich schon berücksichtigt. Dann kommt das Empfangsgebäude. Auch schon ewig her, dass ich da noch in Züge eingestiegen bin.

103612 schrieb:
Die ganze Kurve liegt dann aber in der +2 Lage, was sicherlich nicht nur schön ist in Burg / Leinhausen / Herrenhausen.
Leinhausen ist im Bereich des Gleisdreiecks nur Gewerbe/Bahnanlage (und ein Kindergarten), wenn man östlich vom Kraftwerk wieder einfädelt. Das wäre nicht so schlimm. Aber die Fernbahngleise beider Strecken liegen in Burg bzw. Herrenhausen, und da grenzen jeweils direkt Wohngebiete an. Die Rampen sind eher das Problem als die Verbindungskurve selbst.

Alternativen gibt es aber auch nicht so viele.
Wenn man nicht unbedingt Hannover Hbf umfahren will, könnte man östlich der Karl-Wiechert-Allee die alte Verbindung zur Güterbahn reaktivieren, muss dann aber durch Lehrte und die Dörfer nach Celle.
Oder man fädelt schon nördlich von Langenhagen aus, legt einen Flughafen-Fernbahnhof an und fährt im Bogen um Garbsen, mit Anschluss zur Güterbahn zwischen Lohnde und Gümmer.

Gruß,
Sven
Moin!

Von der Bestandsstrecke, allen voran aus Lüneburg, kommt abermals scharfe Kritik an der Projektverschleppung, am Ausbau und den "Ortsumfahrungen":

Landkreis LÜNEBURG. Deutlich erstaunt reagierten die Verwaltungsspitzen von Hansestadt und Landkreis Lüneburg auf die jüngste Gläserne Werkstatt der Deutschen Bahn zu Trassenplanungen im Bahndreieck Hamburg-Bremen-Hannover. So präsentierten die Planer am Dienstag (16. Februar 2021) zum einen detaillierter die möglichen Folgen eines Ausbaus der Bestandsstrecke für den Lüneburg Bahnhof. Kurz gesagt, Der Bahnhof müsste quasi komplett verlegt werden, so wie es für Winsen/Luhe und Uelzen schon in früheren Untersuchungen dargestellt wurde. Zum anderen skizzierten die Planer eine Alternativroute, um die Bahnhöfe von Lüneburg bis Uelzen westlich zu umfahren

Landrat Jens Böther sagte im Anschluss: „Wenn die Planer damit nur einmal darstellen wollen, was nicht geht, dann ist Ihnen das gelungen. Ansonsten kann ich den Vorschlag beim besten Willen nicht ernst nehmen.“ Die in der Runde beschriebene Strecke würde zwischen Lüneburg und Reppenstedt hindurchführen, dicht vorbei an neu entstehenden Wohnvierteln, durch Naherholungsgebiete und durch den Grüngürtel westlich um Lüneburg herum. „Da ist doch kein Platz für eine Bahnstrecke! Es ist doch jetzt mehr als klar, dass es nicht mehr um einen Bestandsausbau, sondern um eine Neubaustrecke geht“, so Böther. Auch eine Führung weiter westlich – ob zwischen Lüneburg und Reppenstedt oder mitten durch die Samtgemeinde Gellersen – würde gewachsene Siedlungsstrukturen zerschneiden und erhebliche Naturbelange berühren, dieser Bereich war daher im heute dargestellten Suchraum schon gar nicht enthalten.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge ist es leid, dass immerzu Zeit vertan wird, um angeblich mögliche Trassen auf Herz und Nieren zu prüfen, denen die Nicht-Machbarkeit mit wachem Blick schon früh anzusehen ist. „Wir haben die ursprünglichen Ideen, die Bestandsstrecke auszubauen, mit viel Aufwand als zu teuer und zu ineffektiv dargestellt. Jetzt klopfen wir die Vieregg-Rössler-Varianten ab, um festzustellen, dass diese nicht nur Milliarden kosten würden und unwirtschaftlich sind, sondern auch eine Verlegung des ZOB und des Bahnhofsgebäudes bedeutet, von Auswirkungen auf bahnhofsnahe Wohnviertel und Gewerbebetriebe ganz zu schweigen. Solche Possen mögen in die Karnevalszeit passen – aber ich wünsche mir, dass wir uns endlich realistischen Trassen zuwenden, wie einer Neubaustrecke für den Güterverkehr entlang der A 7.“

Hansestadt und Landkreis hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach praxisnahe Lösungen in der Diskussion um die Strecke Hamburg-Hannover angemahnt. Beide lehnen den Ausbau der Bestandsstrecke wie auch eine stadtnahe Umgehungsstrecke ab, da sie kaum Zeitgewinn brächten, dafür mit aufwendigen technischen Lösungen und Eingriffen verbunden wären. Sie fordern stattdessen, die Bestandsstrecke im Kleinen so zu ertüchtigen, dass zeitnah zusätzliche Kapazitäten für Pendel- und Fernverkehr entstehen können; der steigende Güterverkehr soll auf einer Neubaustrecke entlang der A 7 geführt werden. Der Landkreis Lüneburg fordert hier die fachlich fundierte Prüfung einer alternativen Linienführung mit zwei Gleisen. Dazu sei ein Raumordnungsverfahren unerlässlich. Dies hatten auch Kreistag (Dezember 2018) und Rat der Hansestadt (Juni 2016) in einem Positionspapier sehr deutlich gemacht.

(...)
[uelzener-presse.de]


Die Pläne der Bahn im Bereich Lüneburg treiben neue Blüten: Neubaustrecke an der westlichen Stadtgrenze oder Abriss des kompletten Bahnhofumfeldes als Alternative
[www.facebook.com]
[www.landeszeitung.de]

Der scharfen Kritik kann ich mich nur anschließen.

Viele Grüße
Abteil

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Von den Grünen in Niedersachsen ist man ja leider genausowenig Sachverstand in der Verkehrspolitik gewohnt wie von den anderen Parteien. Dennoch hätte ich erwartet, dass sie zumindest jetzt - wo alle Fakten zur Bestandsstrecke in allen Varianten von den Gutachtern x-mal rauf und runter dekliniert wurden - endlich Einsicht zeigen. Über die Ausführungen bin ich ziemlich sprachlos, zeugen sie entweder von unfassbarer verkehrlicher Inkompetenz oder absoluter Faktenresistenz und Ignoranz:

Auch Detlev Schulz-Hendel, Landtagsabgeordneter der Grünen, weist die vorgelegte Planungsvariante der Deutschen Bahn als weder machbar noch sinnvoll zurück: "Dieser Vorschlag ist nicht umsetzbar und bindet Zeit und Arbeitskraft die bei der DB für sinnvolle Planungen für das Schienennetz hätten genutzt werden können. Es muss doch nun endlich mal darum gehen, einen dreigleisigen Bestandsausbau auf den Weg zu bringen und die entsprechenden Variantenprüfungen zum Abschluss zu bringen. Von Maschen bis Lüneburg 3 plus, das heißt viergleisig dort wo es möglich ist, ansonsten Dreigleisigkeit. Im Bereich Lüneburg Ausbau und Optimierung des Knotens, zum Beispiel die Nutzbarkeit aller Gleise für eine Befahrung aus Richtung Hamburg und Richtung Hannover herzustellen."
Sein Lüneburger Parteikollege und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Ulrich Blanck ergänzt: „Hier zeigt sich wie wichtig es gewesen wäre den vom Rat der Stadt Lüneburg 2014 beschlossenen Grüngürtel West planungsrechtlich durch Landschaftsschutz abzusichern. Aber gerade dafür hat sich Herr Mädge nicht eingesetzt sondern munter mit seinen Planungen zum Digital Campus erst das Fenster geöffnet für solche Überlegungen der DB.“

Da kann man wirklich nur mit dem Kopf schütteln - schockierend! Etliche Variantenprüfugen zum Bestandsausbau sind zum Abschluss gebracht worden. Mit dem bekannten vernichtendem Ergebnis! Seht es endlich ein. Kein Wunder, dass neben Lüneburgs OB Ulrich Mädge, siehe sein Zitat in meinem vorigen Beitrag [www.drehscheibe-online.de], auch MdB Eckhard Pols langsam die Hutschnur platzt:

Der CDU-Bundestagsabgeordnete für Lüchow-Dannenberg und Lüneburg, Eckhard Pols, kritisiert die Pläne der Deutschen Bahn (DB) AG für einen Ausbau der Bahnstrecke durch die Hansestadt Lüneburg bzw. für die enge Umfahrung der Stadt als „inakzeptabel“.
Dazu erklärt der Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols: "Die Planungen der Deutschen Bahn zeigen in aller Deutlichkeit, dass sowohl ein Ausbau der Bestandsstrecke quer durch die historische Hansestadt Lüneburg als auch die bestandsnahe Umfahrung Lüneburgs mit gravierenden Eingriffen in das Leben der Menschen, in das Stadtbild und in die Natur verbunden sind. Damit sind weder die eine noch die andere Variante zumutbar.
Umso wichtiger ist es, dass die Region jetzt endlich eine klare einheitliche Position zum Bahnprojekt einnimmt. Wir sitzen alle im gleichen Boot! Der Landkreis Lüneburg ist zu dicht besiedelt, als dass hier eine Bahntrasse ausgebaut oder gar neugebaut werden könnte.
In diesem Zusammenhang müssen sich die Grünen ehrlich machen und bekennen. Sie müssen sagen, ob sie immer noch für den Bestandsstreckenausbau bzw. die enge Umfahrung Lüneburgs sind. Die Zeit des Wegduckens und der Märchenerzählerei ist endgültig vorbei – es geht um ganz praktische Politik, in deren Mittelpunkt das Wohl der Bürgerinnen und Bürger zu stehen hat. Sollte es zu einem Ausbau der Bestandsstrecke kommen, wird der Bahnhof abgerissen und neugebaut, der ZOB verlegt. Kurze Wege sind dann vorbei. Hinzu kämen vor allem noch die Mehrbelastungen für Wohngebiete. Der Stadtkern würde sich sichtbar verändern, der jahrelange Umbau den Charakter der Stadt indes massiv beeinträchtigen.
Auch die Umfahrung der Hansestadt Lüneburg ist eine Zumutung, für Mensch und Natur gleichermaßen. Wir reden hier faktisch über eine Neubautrasse, die von Radbruch westlich von Lüneburg durch den Grüngürtel führt. Wo sind die Grünen, die sich bisher so sehr für den Erhalt des Grüngürtels eingesetzt haben? Was ist deren Position? Sowohl die Trassenplanungen der Bahn als auch das Abtauchen der Grünen sind abenteuerlich und unverantwortlich!
Ich bekräftige meine Überzeugung, dass eine Bahnstrecke entlang der A 7 die beste Variante wäre – und zwar für Mensch und Natur. Ich fordere die Bahn eindringlich auf, nun endlich ernsthaft die A 7-Variante in ihre Überlegungen einzubeziehen.“

[lokalheute.de]

Was ein Trauerspiel, was Verkehrsminister Althusmann oder die angeblich grüne Opposition hier nach wie vor abziehen.

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Moin!

Nachdem sich bereits Stimmen aus der Grünen Landtagsfraktion für ein Beibehalten der ursprünglichen Alpha-E-Ausbauplanungen stark gemacht haben, schließen sich die Parteikollegen aus Lüneburg und Bad Bevensen an:

„Das ist eine Neubaustrecke, keine Umfahrung“, krisiert Bevensen-Ebstorfs Samtgemeindebürgermeister Martin Feller (Grüne) gegenüber der AZ. „Das entspricht in keiner Weise den Ergebnissen des Dialogforums.“ Das hatte eben den Ausbau der Bestandsstrecke mit einer weiteren Ertüchtigung des Streckennetzes unter dem Titel Alpha-E festgeschrieben. Die nun vorgestellte Variante würde vermutlich viele Betroffene im Landkreis Uelzen und der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf schaffen.

So sehr die Grünen an den gutachterlich zigfach als nicht machbar festgestellten Ausbauplänen gemäß Dialogforum Schiene Nord (DSN) festklammern, so klar geht Projektsprecher Mantik auf Distanz zu diesen Ausbauplänen:

Bahnprojektsprecher Peter Mantik betont auf AZ-Nachfrage: „Das sind nicht unsere Konzepte.“ Die Bahn habe lediglich das Konzept der von den Bürgerinitiativen in Auftrag gegebenen Vieregg-Studie von unabhängigen Gutachtern des Verkehrsministeriums untersuchen lassen. „Unsere Planungen laufen weiter“, erklärt Mantik. „Was wir vorlegen, muss Bestand vor dem Eisenbahnbundesamt und möglicherweise vor Gericht haben.“
[www.az-online.de]

Den abschließenden Satz darf man sicher als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden wissen, dass die feuchten Träume der Grünen, von Frau Lühmann und ihren Anhängern oder des niedersächsischen Verkehrsministers von einem "bestandsnahen Ausbau" abgesehen von der Unwirtschaftlichkeit auch an der Genehmigungsfähigkeit scheitern würden.

Bleibt die Hoffnung, dass nun, aber spätestens nach den Wahlen Vernunft in der Heide Einzug erhält und endlich realistische Trassenvarianten zur Untersuchung auf den Tisch kommen.

Viele Grüße
Abteil

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Abteil schrieb:
Den abschließenden Satz darf man sicher als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden wissen...
Nett, wird nur keiner wahrnehmen. Was es braucht ist eine richtige Stellungnahme der DB auf der Projektseite. Parallel versendet als PM an die Journalisten. Und darin muss Folgendes stehen.

1. Die Bahn plant alleine im Auftrages des BMVI, nicht im Auftrag des DSN
2. Die Bahn plant alleine auf Basis des vom Deutschen Budestag verabschiedeten Schienenwegeausbaugesetz (BSWAG) und den darin enthalten fachlichen/verkehrlichen Vorgaben.
3. Die DB ist also zur Planung auf Basis einer gesetzlichen Vorgabe zur Einhaltung dieses Gesetzes verpflichtet.
3. Die Vorgabe im BSWAG enthält insbesondere die komplette Engpassbeseitung auf Basis der Zugzahlen für 2030 bzw. des Deutschlandtakts im Korridor Ashausen-Lüneburg-Ueözen-Celle (-Hannover)
4. Insbesondere Alpha-E, Alpha-E plus, die Vieregg-Rössler-Varianten und allen anderen untersuchten bestandsnahen Varianten beseitigen die kapazitativen Engpässe nicht
5. Damit erfüllen all diese Varianten alleine kapazitativ nicht die Anforderungen aus dem Schienenwegeausbaugesetz. Eine planerische Weiterverfolgung dieser Varianten ist durch das Gesetz somit nicht abgedeckt
6. Alleine hieraus ergeben sich unkalkulierbare rechtliche Risiken, bei einer planerischen Weiterverfolgung der o.g. Varianten.
7. Hinzu kommt, dass all diese Varianten die geforderten Fahrzeiten aus dem Deutschlandtakt nicht erfüllen, und zudem einen NKF von weit unter 1,0 besitzen und damit die Anforderung aus den Haushaltsgesetzen des Bundes nicht erfüllen
8. Aus den bisherigen Untersuchungsergebnissen lässt sich ableiten, dass es im kompletten Korridor Ashausen-Celle zwei zusätzlicher Gleise bedarf, um die kapazitativen Anforderungen zur Engpassbeseitigung zu erfüllen.
9. Daher verfolgt die DB nun den planerischen Ansatz "von innen nach außen" und wird innerhalb des definierten Suchraums neue Trassenvarianten für zwei zusätzliche Gleise entwickeln, die sowohl die kapazitativen und verkehrlichen (Fahrzeitverkürzung) Anforderungen aus dem Deutschlandtakt erfüllen, und zudem einen NKF von mindestens 1,0 aufweisen
10. Diese Trassenvarianten innerhalb des Suchraums werden im Anschluss nach den Kriterien der Raumordnung (sog. Schutzgütervergleich für Mensch, Natur, Wasser) miteinander verglichen, um die verträglichste Variante transparant, nachvollziehbar und rechtssicher entwickeln zu können.
11. So wie es bei der NBS Gelnhausen-Fulda zusammen mit dem dortigen Dialogforum auch erfolgt ist. Dieses planerische Vorgehen ist also nicht neu, sondern hat sich u.a. bei dem genannten Projekt in Hessen bereits bewährt.

Ich halte eine solche Stellungnahme für dringend geboten, damit JEDER nachvollziehen kann, auf welcher (rechtlichen) Basis die Bahn hier plant und ihr planerisches Vorgehen eigentlich beruht. Wenn die DB "Eier hat", packt noch folgenden Punkt mit dazu.

12. Insbesondere Frau Kirsten Lühmann hat in der parlamentarischen Beschlussfassung des Deutschen Bundestags zur ABS/NBS Hanau-Gelnhausen-Fulda das strukturierte und transparente planerische Vorgehen zur Findung der dortigen Antragsvariante mittels Suchraum und Schutzgütervergleich zusammen mit dem dortigen Dialogforum als beispielhaft gelobt (steht in den Protokollen zu der Sitzung des Bundestags). Daher verstehen wir die Aussage von Frau Lühmann als fachliche Unterstützung und Bestätigung Ihrerseits bei der o.g. Umsetzung der nächsten Planungsschritte innerhalb des Suchraums.

DAS wäre dann ein echtes kommunikatives Ausrufezeichen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 14:11.
Bronnbach Bhf schrieb:
Nett, wird nur keiner wahrnehmen. Was es braucht ist eine richtige Stellungnahme der DB auf der Projektseite. Parallel versendet als PM an die Journalisten. Und darin muss Folgendes stehen.

1. Die Bahn plant alleine im Auftrages des BMVI, nicht im Auftrag des DSN
2. Die Bahn plant alleine auf Basis des vom Deutschen Budestag verabschiedeten Schienenwegeausbaugesetz (BSWAG) und den darin enthalten fachlichen/verkehrlichen Vorgaben.
3. Die DB ist also zur Planung auf Basis einer gesetzlichen Vorgabe zur Einhaltung dieses Gesetzes verpflichtet.
3. Die Vorgabe im BSWAG enthält insbesondere die komplette Engpassbeseitung auf Basis der Zugzahlen für 2030 bzw. des Deutschlandtakts im Korridor Ashausen-Lüneburg-Ueözen-Celle (-Hannover)
4. Insbesondere Alpha-E, Alpha-E plus, die Vieregg-Rössler-Varianten und allen anderen untersuchten bestandsnahen Varianten beseitigen die kapazitativen Engpässe nicht
5. Damit erfüllen all diese Varianten alleine kapazitativ nicht die Anforderungen aus dem Schienenwegeausbaugesetz. Eine planerische Weiterverfolgung dieser Varianten ist durch das Gesetz somit nicht abgedeckt
6. Alleine hieraus ergeben sich unkalkulierbare rechtliche Risiken, bei einer planerischen Weiterverfolgung der o.g. Varianten.
7. Hinzu kommt, dass all diese Varianten die geforderten Fahrzeiten aus dem Deutschlandtakt nicht erfüllen, und zudem einen NKF von weit unter 1,0 besitzen und damit die Anforderung aus den Haushaltsgesetzen des Bundes nicht erfüllen
8. Aus den bisherigen Untersuchungsergebnissen lässt sich ableiten, dass es im kompletten Korridor Ashausen-Celle zwei zusätzlicher Gleise bedarf, um die kapazitativen Anforderungen zur Engpassbeseitigung zu erfüllen.
9. Daher verfolgt die DB nun den planerischen Ansatz "von innen nach außen" und wird innerhalb des definierten Suchraums neue Trassenvarianten für zwei zusätzliche Gleise entwickeln, die sowohl die kapazitativen und verkehrlichen (Fahrzeitverkürzung) Anforderungen aus dem Deutschlandtakt erfüllen, und zudem einen NKF von mindestens 1,0 aufweisen
10. Diese Trassenvarianten innerhalb des Suchraums werden im Anschluss nach den Kriterien der Raumordnung (sog. Schutzgütervergleich für Mensch, Natur, Wasser) miteinander verglichen, um die verträglichste Variante transparant, nachvollziehbar und rechtssicher entwickeln zu können.
11. So wie es bei der NBS Gelnhausen-Fulda zusammen mit dem dortigen Dialogforum auch erfolgt ist. Dieses planerische Vorgehen ist also nicht neu, sondern hat sich u.a. bei dem genannten Projekt in Hessen bereits bewährt.

Ich halte eine solche Stellungnahme für dringend geboten, damit JEDER nachvollziehen kann, auf welcher (rechtlichen) Basis die Bahn hier plant und ihr planerisches Vorgehen eigentlich beruht. Wenn die DB "Eier hat", packt noch folgenden Punkt mit dazu.

12. Insbesondere Frau Kirsten Lühmann hat in der parlamentarischen Beschlussfassung des Deutschen Bundestags zur ABS/NBS Hanau-Gelnhausen-Fulda das strukturierte und transparente planerische Vorgehen zur Findung der dortigen Antragsvariante mittels Suchraum und Schutzgütervergleich zusammen mit dem dortigen Dialogforum als beispielhaft gelobt (steht in den Protokollen zu der Sitzung des Bundestags). Daher verstehen wir die Aussage von Frau Lühmann als fachliche Unterstützung und Bestätigung Ihrerseits bei der o.g. Umsetzung der nächsten Planungsschritte innerhalb des Suchraums.

DAS wäre dann ein echtes kommunikatives Ausrufezeichen.
Hallo Bronnbach,

gut zusammengefasst. Dem kann ich so zustimmen, aber machen wir uns nichts vor, diese Wunschvorstellung ist nett, wird nur keiner umsetzen, um es in Deinen Worten zu formulieren. ;-(

DB Netz wurde ja seit der Veranstaltung am Dienstag bereits von einigen Seiten, aus Politik, Medien usw. kontaktiert. Falls mir Näheres vorliegt, werde ich es dem Forum nicht vorenthalten. Mal sehen, ob die vielen Wellen, die das Ergebnis der Gläsernen Werkstatt schlägt, insofern auf DB Netz prallen, dass dort noch eine klarere Reaktion folgt. In der oben gewünschten Deutlichkeit aber sicher nicht, das kann man jetzt schon sagen.

Dass DB Netz und auch das BMVI hier mal wieder fragwürdige Kommunikationsarbeit leisten, ist ja offenkindig. Freilich muss man zwar etwas relativierend auch konstatieren, dass viele Akteure gerade aus den Reihen der Fundamentaloppositionellen selbst klare Aussagen der Verantwortlichen nicht verstehen wollen. Und zweitens stehen sie unter enormem politischen Druck. Davon abgesehen, ist die Kommunikation einfach nicht deutlich genug. Nur mal ein Beispiel, wie falsch SPD-Frau Schröder-Ehlers die Planungen der Gläsernen Werkstatt einordnet:

Ich bin wirklich entsetzt über die vorgestellte Variante. Die Bahn meint allen Ernstes, dass eine Trasse von Radbruch über Vögelsen und dann zwischen Lüneburg und Reppenstedt quer durch den Grüngürtel-West möglich sei.

Das ist auch raumplanerisch absurd. Es wurden nicht mal die aktuellen Beschlüsse für Baugebiete von Lüneburg und Reppenstedt berücksichtigt. Wenn der Bund entgegen des Beschlusses zum Bundesverkehrswegeplan eine Neubaustrecke plant, dann ist ein Raumordnungsverfahren nötig, dass auch die alte Y-Trasse wieder aufgreifen muss.
Es kann doch nicht sein, dass jetzt jahrelang immer neue Trassenvorschläge wie Kaninchen aus dem Hut gezaubert werden. Es braucht ein ordentliches Verfahren. Gläserne Werkstätten können ein Raumordnungsverfahrens nicht ersetzen.

[andrea-schroeder-ehlers.de]

Wenn die Bahn schon eine Neubautrasse plane, "dann sollte besser die ursprüngliche Y-Trasse wieder in den Blick genommen werden", sagte Schröder-Ehlers gegenüber LGheute. Die Lüneburgerin hatte sich bislang für den Ausbau der Bestandsstrecke eingesetzt.
[www.lgheute.de]

Der fett markierte Satz ist natürlich hanebüchen. Im Gegenteil, wollte DB Netz mit dieser Planung, die Konsequenz der Vieregg-Rössler Konzeption ist und nicht von ihr (DB Netz) selbst stammt, sondern vom unabhängigen Gutachter Schüßler-Plan, nur zeigen, was NICHT möglich ist.

Dass ausgerechnet eine SPD-Frau die erneute Untersuchung der Y-Trasse fordert, ist durchaus überraschend und dürfte ihrer Kollegin Lühmann gar nicht gefallen. So sehr ich die Y-Trasse aus diversen Gründen ablehne, bin ich aber auch der Meinung, dass diese in den Untersuchungsraum fürs Raumordnungsverfahren aufgenommen gehört, und wenn auch nur zum rechtssicheren Verwerfen dieser Trasse.

+ Pro Reisekultur und intelligente Netzausbauten

- Contra grell ausgeleuchtete Großräume und Prestigebauten ohne Zielfahrplan
chairborne schrieb:
NBStrecke schrieb:
Hmm mal ein kühner Gedanke: Es ist doch in Hannover auch eine Kurve der NBS aus Bielefeld iR Hamburg geplant, irgendwo bei H. Leinhausen. Könnte man das Vorhaben ausbauen und güterzugtauglich machen,
Darüber hab ich auch schon länger nachgedacht. Die Verbindungskurve für den Güterverkehr hätte
einiges Potenzial.

Damit könnte man beim A7-Korridor möglicherweise auf die Güter-NBS Isernhagen - Lehrte verzichten
(Eingriff in FFH-Gebiet). Zweiter positiver Effekt, erhebliche Laufwegsverkürzung Maschen - Seelze
und damit Entlastung Nienburg - Verden. Die zeitweise Überlastung Verden - Wunstorf ist ja
gestern ausdrücklich noch mal erwähnt worden.
Genau, das war auch mein Hintergedanke. Der 2. Gedanke war, dass man sich bei gleichzeitiger Nutzung für GV und FV auch "Luxusbauten" leisten könnte - und die bräuchte es in dem Abzweig ja leider.

Zitat

Wie User Zugsicherer sehe ich aber im Moment leider nicht, wie das baulich machbar wäre (güterzugtaugliche Steigungen).
Falls jemand dazu eine Idee hat, wären wir sehr interessiert.
Die Steigungen wären ein Problem ja. 200m Rampe reichen bei 1% Neigung für 2m Höhenunterschied. Das 3fache sollte es schon sein. Teuer dürfte dann aber die Führung als Viadukt werden - und das natürlich für 2 Gleise. Schön ist sowas vermutlich auch nicht.

Ich hab mir das mal folgendermaßen gedacht, von Westen aus (Abzweig Letter) beginnend:

1. An den Maschwiesen / Kläranlage die bestehenden Gleise nach Norden verschieben, um Platz für eine Rampe des linken Streckengleises (in Richtung H-Hbf gesehen) zu bekommen. Dafür hat man ca. 600m Platz bis man die Leinebrücke erreicht. Dort auf der Brücke mündet/verzweigt das Gleis in Richtung Güterumgehungsbahn ein, die müsste ja auch 2gleisig ausgebaut werden.

2. Es geht in Ebene 2 weiter bis Leinhausen, dort nutzt man a) den alten, aufgelassenen Regiobahnsteig und b) an der Kläranlage die Autobahnbrücke (Dünenweg), die nach Süden versetzt werden muss, für eine Rampe des rechten Streckengleises. Ab Ende dieser Rampe ist das Viadukt dann 2gleisig.

3. Man ist dann jetzt ca. auf Höhe des Turmes des Kraftwerks Herrenhausen und beginnt die Verschwenkung nach Norden. Aufgrund der Höhenlagen kann man die niedrigen Gebäude und die Zufahrtsgleise des Herrenhäuser Bahnhofs "überfahren".

4. Bei der Kita Mondschein kommt man auf die Strecke nach Hamburg. Der Grünstreifen neben der Zellerfelder Allee ist zu kurz (~400m) und würde auch nur für 1 Gleis reichen.

5. Ergo wird das Viadukt weiter bis östlich des Haltepunks Ledeburg geführt. Auf der Höhe, wo das Hafengleis abzweigt, kann man die Sbahngleise wieder etwas nach Norden in Richtung Schrebergärten versetzen und somit zw. S- und Fernbahngleise Platz für die Rampe des linken Gleises schaffen. Für das rechte Gleis hat man noch ~10m Platz zu nem Rewe und einer DHL Packstation. Da dürfte es ebenfalls keinen stören, wenn man dort zukünftig in ~4m Abstand vorbeifährt. (oder gibt es Mindesabstände einzuhalten?). Die Rampenlänge ist auf alle Fälle kein Problem, maximal kann man bis zur Schulenburger Landstraße bauen, das sind 800m.

Hauptproblem bleibt die Durchfahrt Ledeburg auf einem Viadukt. Betroffen wären 15 Wohnhäuser auf 370m Länge.

Insgesamt ist das Ganze überschaubar: Nur 5-6km Gesamtstrecke inkl. des 2. Gleises zur Güterumgehungsbahn. So super teuer dürfte das also nicht sein, auch wenn der Bau unter rollendem Rad - vor allem in Hinblick auf die vielen abzubauenden / zu ersetzende Strommasten, ebenfalls nicht trivial ist.
Betreffend eine Verbindungskurve in Hannover Leinhausen von der Strecke 1710 (Hannover - Celle) zur Strecke 1700 (Hannover - Wunstorf):
  • da alle Bahnstrecken bei der Verzweigung Leinhausen schon jetzt in der Ebene +1 oder höher liegen, und darunter die kreuzenden Straßen, muß eine zusätzliche Kurve in Ebene +2 oder sogar in +3 liegen.
  • aus Platzgründen nur eine eingleisige Kurve
  • aus Richtung Celle kommend hat man die folgenden Längenentwicklungen zur Verfügung (aus openrailwaymap):
  • vonbisLängeHöhengewinn bei 12‰ SteigungBemerkungAufweitung
    Südende KanalbrückeSüdende Brücke Klaskamp225m-Ausfädelung mit 3 Weichen mittig zwischen den beiden FernbahngleisenPlatz für Aufweitung schwierig aber zumindest etwas verfügbar
    Südende Brücke KlaskampSüdende Brücke Schulenburger Landstraße250m-etwas Platz für Aufweitung auf beiden Seiten der Bahn
    Südende Brücke Schulenburger LandstraßeNordende Brücke Am Fuhrenkampe850m10,2mRampePlatz für Aufweitung auf beiden Seiten der Bahn (eine Gewerbeimmobilie)
    Nordende Brücke Am FuhrenkampeSüdende Brücke Gretelriede 350m-ggf. Kurve aufgeständert über den vorhandenen GleisenPlatz für Aufweitung östlich (zwei Gewerbeimmobilien)
    Südende Brücke Gretelriede Strecke 17001200 - 1400m?Aufgeständert über das ehemalige Bahnbetriebswerk-
    Ostende Heizkraftwerk HerrenhausenOstende Brücke Herrenhäuser Staße200m2,4möstlich steigt die Strecke 1700 an auf die S-Bahn Überwerfungöstlich vom Bahnsteig passt ein Gleis zwischen die vorhandenen Gleise. Aufweitung nach Norden möglich
    Bhf LeinhausenBhf Leinhausen150m, oben enthalten-beidseitig bebautAufweitung problematisch
    Ostende Brücke Herrenhäuser StaßeWestende Brücke Westschnellweg400m4,8moptional Rampebeidseitig möglich, ggf. Brücke Düneneweg neu bauen
    Westende Brücke WestschnellwegWeichenspitze Abzweig 1704 (Güterumgehung)350m4,2mdie Güterumgehung geht vom südlichen Gütergleis ab (Strecke 1701)beidseitig möglich
    Weichenspitze Abzweig 1704Ostende Brücke Klöcknerstraße1050m12,6mBemerkungbeidseitig bis westlich Flutbrücke möglich, dann schwieriger

  • eine NBS Hannover - Bielefeld kann erst westlich der Brücke Klöcknerstraße beginnen, wenn sie in Tieflage (unter dem Stichkanal) gebaut werden soll. Sie kann damit Anschluß an die Güterumgehung Hannover bekommen.
  • eine NBS Hannover - Bielefeld in Hochlage kann schon ab der Brücke Westschnellweg Höhe gewinnen, das beeinträchtigt aber den Abzweig 1704, und die Verbindung zur Güterumgehung.
  • wenn man aus Celle auf die Güterumgehung fahren können will, geht das nur eingleisig, braucht eine zusätzliche halbe Überwerfung, und ist von der Längenentwicklung sehr eng.
  • die problematische Stelle ist der Bahnhof Leinhausen.

  • MfG



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.02.21 00:47.
    Strizie schrieb:
    Nach dem Deutschland-Takt soll dort nur der ICE-Sprinter Köln-Hamburg fahren und das meine ich im 2h-Takt. Dafür dürfte eine eingleisige Kurve reichen. Eine höhenfreie Ein- und Ausfädelung wäre natürlich wünschenswert. Als Vmax. wäre 80 km/h schon ein guter Wert.

    Diese Verbindung wäre auch schon heute bei Umleitungen viel Wert. Es kommt ja immer wieder mal vor, dass die Takt-IC großräumig umgeleitet werden und da fehlt genau diese Verbindung.
    Ich sehe nicht wie diese Kurve bei Umleitungen helfen könnte.
    Aus meiner Sicht sind für Umleitungen Hamburg - Ruhrgebiet erforderlich:
  • die Strecke Rotenburg (Wümme) - Verden zweigleisig auszubauen, mit höhenfreier Einbindung in Verden
  • die Strecke Nienburg - Minden soweit auszubauen, daß sie durchlässiger wird

  • MfG
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