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[SH] 5 Bieter für Akku-Netze in Schleswig-Holstein

geschrieben von: 103612

Datum: 13.01.21 15:58

Schleswig-Holstein: Fünf Unternehmen bewerben sich um das Akkunetz

Die Ausschreibung zum Akkunetz geht in die nächste Phase: Beim Nahverkehrsverbund für Schleswig-Holstein (NAH.SH GmbH) sind fünf Angebote eingegangen. Die Unternehmen bewerben sich um den Betrieb im Akkunetz, das insgesamt 10,4 Millionen Zug-Kilometer und elf Bahnlinien in drei verschiedenen Losen umfasst. Im nächsten Schritt prüft und bewertet die NAH.SH GmbH die Angebote fachlich und wirtschaftlich. Die Vergabeentscheidung soll im ersten Halbjahr 2021 fallen.

Im Mai 2020 hatte die NAH.SH GmbH die Ausschreibung im Auftrag des Landes und der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG mbH) gestartet. Es handelt sich um die bisher größte Ausschreibung im Schienenpersonennahverkehr in Schleswig-Holstein und bundesweit um die erste Großausschreibung mit Akkutriebzügen. Die neuen Verkehrsverträge für das Akkunetz sollen ab Dezember 2022/ 2023 bis 2035 gelten.

Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz: „Wir möchten mit dieser Ausschreibung einen großen Schritt in Richtung Verkehrswende gehen und als erstes Bundesland 55 emissionsfreie Züge an den Start bringen, um die Dieselzüge in Schleswig-Holstein sukzessive zu ersetzen. Bundesweit gibt es kein vergleichbar innovatives Vergabeverfahren. Ich bin froh, dass wir trotz der hohen Komplexität des Verfahrens so gute Fortschritte machen konnten und nun fünf Angebote erhalten haben.“ Deutschlandweit beteiligen sich an vergleichbaren Vergabeverfahren durchschnittlich nur etwa drei Bieter. Deshalb haben Land und NAH.SH diesmal neue Anreize gesetzt.

Das Fahrplanangebot im Akkunetz


Die ausgeschriebenen Verkehrsleistungen umfassen 40 Prozent des Bahnverkehrs in Schleswig-Holstein und entsprechen weitgehend den heutigen Verkehrsverträgen im Netz Nord A (Betreiber DB Regio), Netz Nord B (Betreiber nordbahn) und den nicht-elektrifizierten Verkehren des heutigen Netz Ost (Betreiber DB Regio).

• Das Los Nord umfasst die Strecken: RE 72 Flensburg – Kiel, RB 73 Eckernförde – Kiel, RE 74 Husum – Kiel, RB 75 Rendsburg – Kiel und RB 64 Husum – Bad St. Peter-Ording.
• Das Los Ost beinhaltet die Strecken: RE 83/84 Kiel – Lübeck, RB 89 Lübeck – Lüneburg, RB 87 Kiel – Preetz und RB 76 Kiel – Schönberger Strand. Wegen des Streckenabschnitts zwischen Lauenburg und Lüneburg ist die LNVG Niedersachsen am Verfahren beteiligt.
• Das Los Ost-West umfasst die Linien RB 63 Büsum – Heide – Neumünster und RB 82 Neumünster – Bad Oldesloe.

Das Fahrplanangebot entspricht auf den bestehenden Strecken weitgehend dem Status quo. Es sind jedoch einzelne zusätzliche Leistungen an den Wochenenden sowie im Spätverkehr vorgesehen. Zudem sollen zusätzliche Doppeltraktionen bei nachfragestarken Fahrten zum Einsatz kommen. Grundsätzlich kann das Land in jedem der drei Verkehrsverträge noch weitere Leistungen beauftragen.

Die zu reaktivierenden Strecken zum Schönberger Strand sowie nach Rendsburg-Seemühlen sind im Grundangebot enthalten. Dies gilt auch für die Taktverdichtung zwischen Kiel und Preetz, die mit der Streckenbeschleunigung Kiel – Lübeck geplant ist.

Neues Anreizsystem für Verkehrsunternehmen

Die Fahrzeuge für den Betrieb werden den künftigen Verkehrsunternehmen gestellt. Auch für die Instandhaltung sind sie nicht verantwortlich. Mit der Umstellung der Verkehrsverträge auf das Bruttoprinzip geben die Verkehrsunternehmen außerdem erstmalig die Erlösverantwortung an das Land ab. Über ein Bonus-/Malussystem schaffen Land und NAH.SH dennoch Anreize für die Fahrgastentwicklung. Die Verkehrsunternehmen bleiben weiterhin zentraler Dienstleister für die Fahrgastinformation, Kommunikation, Vertrieb, für die Reinigung der Züge, die Planung des Ersatzverkehrs und für Kundenservice.

Zum ersten Mal haben Land und NAH.SH bei der Ausschreibung außerdem eine Loslimitierung vorgesehen. Das bedeutet: Die beiden großen Lose Ost und Nord können nicht an ein Verkehrsunternehmen vergeben werden. NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck: „Diese Loslimitierung sollte mehr Bieter motivieren, sich an dem Verfahren zu beteiligen, und den Wettbewerb auf der Schiene stärken. Wir wollten damit außerdem die Dominanz einzelner Unternehmen in Schleswig-Holstein verringern. Wir freuen uns, dass diese Rechnung aufgegangen ist. Nur durch diesen Wettbewerb erhalten wir attraktive Preise für den Schienenverkehr.“

Der Hintergrund zum Vergabeverfahren

Vor dreieinhalb Jahren hat das Land Schleswig-Holstein das Vergabeverfahren "SH-XMU" mit dem Ziel gestartet, möglichst emissionsfreie Fahrzeuge für den Schienenverkehr zu beschaffen und gleichzeitig die Wettbewerbssituation bei Fahrzeugen und Verkehrsleistung zu verbessern. Das Verfahren gliedert sich in vier Vergaben. In der Vergabe SH-XMU I war die Stadler Pankow GmbH am 1. Juli 2019 als Entwickler, Hersteller und Lieferant der 55 Züge ausgewählt worden. Stadler wird außerdem für 30 Jahre für die Instandsetzung der Züge verantwortlich sein.
Das Land hat nach erfolgreicher zweiter Ausschreibung (Vergabe SH-XMU II) die Paribus Holding beauftragt, die Züge zu kaufen und anschließend für 30 Jahre an die vom Land auszuwählenden Eisenbahnverkehrsunternehmen zu vermieten. Das Hamburger Unternehmen wird damit die erste große Beschaffung von Batterietriebzügen in Deutschland und wohl auch in Europa seit mehr als 50 Jahren finanzieren. Dazu nimmt Paribus eine vom Land gewährte Kapitaldienstgarantie in Anspruch und kann so eine günstige Finanzierung sicherstellen. Paribus wird zusätzlich die Bauphase technisch begleiten.

Um eventuellen Anfangsschwierigkeiten bei der neuen Antriebstechnologie zu begegnen und eine reibungslose Einführung der neuen Akkutriebzüge zu erleichtern, soll der Fahrzeughersteller Stadler ab November 2022 zunächst eine Vorserie von fünf Triebzügen ausliefern. Die restlichen Triebzüge sollen dann ab Mai 2023 bis Mitte 2024 sukzessive in Betrieb genommen werden.

Für die Übergangszeit von Dezember 2022 bis Dezember 2024 hat das Land nach einer weiteren Teil-Ausschreibung (Vergabe SH-XMU III) DB Regio beauftragt, eine Transferflotte bereitzustellen. Diese umfasst 22 Alstom Coradia Lint 41 Dieseltriebzüge für den Betrieb und bis zu vier weitere als Werkstattreserve. Die Fahrzeuge, die bereits heute in den Netzen Ost und Nord eingesetzt werden, sollen in Kiel instandgehalten werden.

[www.lok-report.de]
Glückwunsch an die NAH.SH, offensichtlich eine attraktive Ausschreibung, insb. für einen neuen Antriebstyp, auf die Beine gestellt zu haben!

Wenn sich 5 Bieter um dieses Netz reißen, kann es mit der Jammerei der EVU bzgl. einer "Zerstückelung der Wertschöpfungskette" wohl nicht so weit her sein.
Vor 6 Jahren (E-Netz Mittelsachsen) hatte die DB noch verkündigt, wegen Bedenken in Sachen Herstellerwartung nicht mitgemacht zu haben. Beim RRX war das auch schon wieder überholt...

Grüße
stellwerk_wf

Re: [SH] 5 Bieter für Akku-Netze in Schleswig-Holstein

geschrieben von: L-B-E

Datum: 13.01.21 16:54

Hallo,

vielen Dank für die Info.
Frage, sind 5 Angebote gleichzusetzten mit 5 verschiedenen EVU (Bieter, so die Überschrift)?
DB Regio könnte Los Nord / Nord-West angeboten haben und gleichfalls Los Ost / Nord-West?
Dann wären das schon 2 von 5 Angeboten.

VG Frank

Ein echtes Foto muß nicht erklärt werden; noch kann es mit Worten beschrieben werden - Anselm Adams

Re: [SH] 5 Bieter für Akku-Netze in Schleswig-Holstein

geschrieben von: M 262

Datum: 13.01.21 17:06

L-B-E schrieb:
Hallo,

vielen Dank für die Info.
Frage, sind 5 Angebote gleichzusetzten mit 5 verschiedenen EVU (Bieter, so die Überschrift)?
DB Regio könnte Los Nord / Nord-West angeboten haben und gleichfalls Los Ost / Nord-West?
Dann wären das schon 2 von 5 Angeboten.

VG Frank
Haha, so wird es wohl sein. Genauso wie die 11 Linien auf 8 Strecken. Hab mich schon gewundert, dass es in S-H überhaupt so viele Dieselstrecken gibt.

- Direktverbindung statt verpasste Anschlüsse
- 5,00 € statt 13,00 € auf 100 km
- jederzeit Abfahrt statt Zweistundentakt
- Fenster zum Öffnen statt Maskenpflicht

Wie soll ich bloß verreisen?
L-B-E schrieb:
Frage, sind 5 Angebote gleichzusetzten mit 5 verschiedenen EVU (Bieter, so die Überschrift)?
DB Regio könnte Los Nord / Nord-West angeboten haben und gleichfalls Los Ost / Nord-West?
Dann wären das schon 2 von 5 Angeboten.

VG Frank
Angesichts der von NAH.SH gewählten Überschrift ["Fünf Unternehmen bewerben sich um das Akkunetz"] dürften es tatsächlich 5 verschiedene EVU sein.

Re: [SH] 5 Bieter für Akku-Netze in Schleswig-Holstein

geschrieben von: Jan Okey

Datum: 13.01.21 17:20

In Husum und Heide sind doch meines Wissens nach Elektrifizierungsinseln geplant. Würde da schon mal mit tieferen Planungen angefangen? Ich würde es dem Land Schleswig-Holstein zutrauen, dass dann zum Vertragsbeginn diese noch nicht fertiggestellt sind.

Re: [SH] 5 Bieter für Akku-Netze in Schleswig-Holstein

geschrieben von: 103612

Datum: 13.01.21 17:23

Jan Okey schrieb:
In Husum und Heide sind doch meines Wissens nach Elektrifizierungsinseln geplant. Würde da schon mal mit tieferen Planungen angefangen? Ich würde es dem Land Schleswig-Holstein zutrauen, dass dann zum Vertragsbeginn diese noch nicht fertiggestellt sind.
Das ist Aufgabe von DB Netz, nicht dem Land SH.

Da der Fahrzeughersteller ja schon länger bekannt ist, sollte der Auftrag an DB Netz zum Bau von 2 Trafohäuschen ja schon lange raussein, benso der Bau von 2x je 100m Strippe. Ob die DB Netz das bis Ende 2022 jedoch hinbekommt, ist tatsächlich reichlich fraglich bei der sonstigen Performance des Vereins...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.21 17:27.

Re: [SH] 5 Bieter für Akku-Netze in Schleswig-Holstein

geschrieben von: Jan Okey

Datum: 13.01.21 17:28

103612 schrieb:
Jan Okey schrieb:
In Husum und Heide sind doch meines Wissens nach Elektrifizierungsinseln geplant. Würde da schon mal mit tieferen Planungen angefangen? Ich würde es dem Land Schleswig-Holstein zutrauen, dass dann zum Vertragsbeginn diese noch nicht fertiggestellt sind.
Das ist Aufgabe von DB Netz, nicht dem Land SH.
Muss das Land nicht einen Planungsauftrag erteilen und das auch finanzieren? Die DB wird da vermutlich nicht freiwillig Geld ausgeben.

Re: [SH] 5 Bieter für Akku-Netze in Schleswig-Holstein

geschrieben von: 103612

Datum: 13.01.21 17:46

Jan Okey schrieb:
103612 schrieb:
Jan Okey schrieb:
In Husum und Heide sind doch meines Wissens nach Elektrifizierungsinseln geplant. Würde da schon mal mit tieferen Planungen angefangen? Ich würde es dem Land Schleswig-Holstein zutrauen, dass dann zum Vertragsbeginn diese noch nicht fertiggestellt sind.
Das ist Aufgabe von DB Netz, nicht dem Land SH.
Muss das Land nicht einen Planungsauftrag erteilen und das auch finanzieren? Die DB wird da vermutlich nicht freiwillig Geld ausgeben.
So wie ich die Ausschreibung damals verstanden habe, muss der Hersteller der Fahrzeuge alle damit im Zusammenhang stehenden Infrastrukturen bezahlen (Wasserstofftankstellen bzw. Nachladeanlagen).

Danke für den Hinweis (o.w.T)

geschrieben von: L-B-E

Datum: 13.01.21 18:13

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Ein echtes Foto muß nicht erklärt werden; noch kann es mit Worten beschrieben werden - Anselm Adams

Aber...

geschrieben von: L-B-E

Datum: 13.01.21 18:25

So ganz stimmig in der Formulierung erscheint mir das auch nicht.
Weil jedes Unternehmen nur ein Angebot abgibt,
würde es bewußt Lose nicht anbieten, kann ich mir nicht wirklich schlüssig vorstellen.
Denn dann könnte man im Zweifellsfalle komplett leer ber der Vergabe ausgehen?
Würde man nicht wie folgt anbieten?
Angebot 1: Los Nord
Angebot 2: Los Ost
Angebot 3: Los West-Ost
Angebot 4: Los Nord + West-Ost
Angebot 5: Los Ost + West-Ost

VG Frank

Ein echtes Foto muß nicht erklärt werden; noch kann es mit Worten beschrieben werden - Anselm Adams

Akku-Netz ?

geschrieben von: 611 040

Datum: 13.01.21 19:22

Also wäre Wasserstoff damit raus ?
Schade... verstehe nicht warum Diesel auf Biegen und Brechen verdammt werden muss.
In anderen Ländern (NRW, BW) wurden ja immerhin noch neue Dieseltriebzüge bestellt.

Grüße 611 040
aus dem glücklicherweise noch einige Zeit dieselbetriebenen RE1.
Zitat
Da der Fahrzeughersteller ja schon länger bekannt ist, sollte der Auftrag an DB Netz zum Bau von 2 Trafohäuschen ja schon lange raussein, benso der Bau von 2x je 100m Strippe. Ob die DB Netz das bis Ende 2022 jedoch hinbekommt, ist tatsächlich reichlich fraglich bei der sonstigen Performance des Vereins...
Und wie kommt der Strom in diese Trafohäuschen?

Re: Akku-Netz ?

geschrieben von: 103612

Datum: 13.01.21 19:30

611 040 schrieb:
Also wäre Wasserstoff damit raus ?
Schade... verstehe nicht warum Diesel auf Biegen und Brechen verdammt werden muss.
In anderen Ländern (NRW, BW) wurden ja immerhin noch neue Dieseltriebzüge bestellt.

Grüße 611 040
aus dem glücklicherweise noch einige Zeit dieselbetriebenen RE1.
Wasserstoff war seit dem Zuschlag für Stadlers Akku-Züge bereits raus. War wohl wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig. Jetzt werden nur noch die EVU's zum Betrieb der Akku-Züge gesucht.

Warum sollte man weiter auf schmutzigen Diesel setzen? Dessen Zeit ist abgelaufen.
Zitat
In Husum und Heide sind doch meines Wissens nach Elektrifizierungsinseln geplant. Würde da schon mal mit tieferen Planungen angefangen? Ich würde es dem Land Schleswig-Holstein zutrauen, dass dann zum Vertragsbeginn diese noch nicht fertiggestellt sind.
Genau dafür ist die Transferflotte gedacht.

Re: Akku-Netz ?

geschrieben von: 482 047

Datum: 13.01.21 19:47

611 040 schrieb:
Also wäre Wasserstoff damit raus ?
Schade... verstehe nicht warum Diesel auf Biegen und Brechen verdammt werden muss.
In anderen Ländern (NRW, BW) wurden ja immerhin noch neue Dieseltriebzüge bestellt.

Grüße 611 040
aus dem glücklicherweise noch einige Zeit dieselbetriebenen RE1.

Wo wurden in NRW jetzt Dieseltriebzüge neu bestellt?

Angebotspreis nur über die Personalkosten?

geschrieben von: Railpeter

Datum: 13.01.21 19:52

Guten Abend,

wenn ich die Pressemitteilung richtig deute, bleibt den sich bewerbenden EVU also rein die Gestellung des Personals inkl. Reinigung? Das würde bedeuten, dass alle fünf EVU zwecks Abgrenzung zur Konkurrenz lediglich über die Personalkosten den Angebotspreis erstellen konnten? Fahrzeugbeschaffung, Wartung, Fahrausweisgelder, etc. sind nicht mehr Aufgabe des EVU.

Das kann doch eigentlich nur zur Folge haben, dass die EVU gezwungenermaßen den Personalbestand so knapp wie möglich kalkulieren müssen, um überhaupt zum Zuge zu kommen. Demnach gewinnt derjenige, der die knappste Kalkulation zutage gelegt hat? Jede andere Maßnahme, Gewinn zu erzielen, wurde den EVU damit genommen?!

Das kann doch nur noch darauf hindeuten, dass wir uns künftig auch in S-H auf massive Ausfälle einstellen dürfen, da die all zu enge Personalkalkulation temporär mal wieder nicht aufgeht? Das sieht man doch schon anderswo zu genüge, wie das nach hinten losgeht. Und bei jeder noch so kleinen Änderung der Rahmenbedingungen, wird das künftige EVU ähnlich wie Abellio wieder die Hand aufhalten müssen, um nicht in die Insolvenz zu rutschen?

Oder welches Wissen fehlt mir hier?

Danke und Grüße
Peter

Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.

Re: Angebotspreis nur über die Personalkosten?

geschrieben von: Jan Okey

Datum: 13.01.21 20:00

Railpeter schrieb:
Guten Abend,

wenn ich die Pressemitteilung richtig deute, bleibt den sich bewerbenden EVU also rein die Gestellung des Personals inkl. Reinigung? Das würde bedeuten, dass alle fünf EVU zwecks Abgrenzung zur Konkurrenz lediglich über die Personalkosten den Angebotspreis erstellen konnten? Fahrzeugbeschaffung, Wartung, Fahrausweisgelder, etc. sind nicht mehr Aufgabe des EVU.

Das kann doch eigentlich nur zur Folge haben, dass die EVU gezwungenermaßen den Personalbestand so knapp wie möglich kalkulieren müssen, um überhaupt zum Zuge zu kommen. Demnach gewinnt derjenige, der die knappste Kalkulation zutage gelegt hat? Jede andere Maßnahme, Gewinn zu erzielen, wurde den EVU damit genommen?!

Das kann doch nur noch darauf hindeuten, dass wir uns künftig auch in S-H auf massive Ausfälle einstellen dürfen, da die all zu enge Personalkalkulation temporär mal wieder nicht aufgeht? Das sieht man doch schon anderswo zu genüge, wie das nach hinten losgeht. Und bei jeder noch so kleinen Änderung der Rahmenbedingungen, wird das künftige EVU ähnlich wie Abellio wieder die Hand aufhalten müssen, um nicht in die Insolvenz zu rutschen?

Oder welches Wissen fehlt mir hier?

Danke und Grüße
Peter
Das ist natürlich im Bereich des Möglichen. Allerdings gibt es aus meiner Sicht auch potentielle Kosten bei der Planung. Würde beispielsweise irgendeise neue Transdev-Tochter das Netz gewinnen, müsste in SH eine Geschäftsführung/Vorstand/etc. sowie eine eigene Planung (Umlauf-/Personalplanung, Leitstelle, etc.) installiert werden, was auch Folgekosten für Immobilien, etc. nach sich ziehen würde, während die DB das alles schon hat.

Re: Angebotspreis nur über die Personalkosten?

geschrieben von: 103612

Datum: 13.01.21 20:15

Railpeter schrieb:
Guten Abend,

wenn ich die Pressemitteilung richtig deute, bleibt den sich bewerbenden EVU also rein die Gestellung des Personals inkl. Reinigung? Das würde bedeuten, dass alle fünf EVU zwecks Abgrenzung zur Konkurrenz lediglich über die Personalkosten den Angebotspreis erstellen konnten? Fahrzeugbeschaffung, Wartung, Fahrausweisgelder, etc. sind nicht mehr Aufgabe des EVU.

Das kann doch eigentlich nur zur Folge haben, dass die EVU gezwungenermaßen den Personalbestand so knapp wie möglich kalkulieren müssen, um überhaupt zum Zuge zu kommen. Demnach gewinnt derjenige, der die knappste Kalkulation zutage gelegt hat? Jede andere Maßnahme, Gewinn zu erzielen, wurde den EVU damit genommen?!

Das kann doch nur noch darauf hindeuten, dass wir uns künftig auch in S-H auf massive Ausfälle einstellen dürfen, da die all zu enge Personalkalkulation temporär mal wieder nicht aufgeht? Das sieht man doch schon anderswo zu genüge, wie das nach hinten losgeht. Und bei jeder noch so kleinen Änderung der Rahmenbedingungen, wird das künftige EVU ähnlich wie Abellio wieder die Hand aufhalten müssen, um nicht in die Insolvenz zu rutschen?

Oder welches Wissen fehlt mir hier?
Und wer gewinnt heute? Der die billigsten Fahrzeuge kauft....

Genau das kann jeder sich täglich auf DER Hauptstrecke des Landes zwischen Hamburg und Flensburg / Kiel anschauen, wo die DB auch nach der Hälfte der Vertragslaufzeit ihre Twindexx immer noch nicht zuverlässig ans Laufen gebracht hat.
103612 schrieb:
...Ausschreibung damals verstanden habe, muss der Hersteller der Fahrzeuge alle damit im Zusammenhang stehenden Infrastrukturen bezahlen (Wasserstofftankstellen bzw. Nachladeanlagen).
Nein, nur Wasserstofftankstellen hätten vom Hersteller errichtet werden müssen. Alstom hatte dagegen geklagt aber verloren.

Vermutlich wäre kein Zughersteller dieses Risiko eingegangen, da man auf Bahngelände relativ wenig Einfluss hat. Die Planung liegt so oder so bei der DB Netz AG bzw. DB Energie AG. Soweit ich es mitbekommen haben sind diese beiden und das Land dazu aber im Austausch. 2022 für die Vorserienfahrzeuge scheint es aber auch noch nicht so dringend und auch unrealistisch.

/spion
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