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Seit über zwanzig Jahren fährt die Saarbahn zwischen Saarbrücken und Sarreguemines
und nutzt dabei 800 Meter der französischen Eisenbahntrasse.
Für diese Strecke fallen Streckenentgelte bei Frankreichs staatlicher Eisenbahngesellschaft SNCF an.
Die letzte Vereinbarung über die Streckenentgelte wurde 2017 unterzeichnet.
Sie bedeutete nach Auskunft der Landeshauptstadt Saarbrücken eine Vertragsverlängerung "zu gleichen Konditionen",
mit einer jährlichen Anpassung des Betrages anhand der Teuerungsrate...

Quelle und ganze Meldung siehe [www.sr.de]
Alle paar Jahre grüßt das Murmeltier. Wenn die Franzosen keinen landesweiten Taktfahrplan auf die Reihe bekommen, muss man die Kostendeckung seiner Infrastruktur halt durch höhere Nutzungsgebühren herstellen.
Warum lässt man die Bahn nicht in Hanweiler - Bad Rilchingen enden?

gruss eberhard
Ich will nicht wissen, was los wäre, wenn man die Trassengebühren, die die SNCF für TGV in Deutschland zahlen muß, für 2019 und 2020 einfach mal so rückwirkend verdoppeln würde. Aber die Saumäßige, Nationalistische Chaostruppe Frankreichs hat ja leider Narrenfreiheit.

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit
Ach jeh... Hauptsache es wird mal wieder lauthals rechtspopulistisch rumgepoltert. Und neben plumpen Parolen ist das ganze auch noch nicht mal inhaltlich richtig (aber das kennt man ja so aus dieser politischen Richtung).

Für alle anderen, die an einer sachlichen und vernünftigen Diskussion am Thema interessiert sind folgebde Info hierzu:

Die SNCF zahlt für TGV nämlich in DE keine Trassengebühren, denn das EVU in DE ist auch bei TGV Zügendie DB. Ebenso zahlt die DB für die in Frankreich fahrenden ICE keine Trassengebühren, denn die zuständigen EVU wechseln jeweils an der Grenze, auch wenn ICE bzw. TGV im Ausland fahren.

Also leiser nix mit "Saumäßige, Nationalistische Chaostruppe Frankreichs".


HSB Tw 44 schrieb:
Ich will nicht wissen, was los wäre, wenn man die Trassengebühren, die die SNCF für TGV in Deutschland zahlen muß, für 2019 und 2020 einfach mal so rückwirkend verdoppeln würde. Aber die Saumäßige, Nationalistische Chaostruppe Frankreichs hat ja leider Narrenfreiheit.

Es leben alle Völker, die sehnend warten auf den Tag, dass unter dieser Sonne die Welt dem alten Streit entsag! Frei sei dann jedermann,
nicht Feind, nur Nachbar mehr fortan!

(Text aus der slowenischen Hymne)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.21 13:17.
EBA55413 schrieb:
(...)
Also leiser nix mit "Saumäßige, Nationalistische Chaostruppe Frankreichs".
Mir war mal so, das die SNCF mit ihren Trassengebühren schuld ist, das es so gut wie keine Nachtzüge mehr in Frankreich gibt. Also?!

Gruß
Tz 4683
___________________

Mein Youtube-Kanal: [www.youtube.com]

Mein Beitragsverzeichnis: [www.drehscheibe-online.de]
Rückwirkend einseitig die vereinbarten Trassengebühren erhöhen? Ich bin kein Jurist, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das vertragsrechtlich zulässig wäre. Ich würde jeder Klage dagegen beste Chancen einräumen.

Was sagt eigentlich die EU dazu, dass sich die SNCF über ihr Netz praktisch die Alleinherrschaft reserviert hat und so gut wie alles draußen hält, mit fatalen Folgen vor allem im Güterverkehr?
EBA55413 schrieb:
Also leiser nix mit "Saumäßige, Nationalistische Chaostruppe Frankreichs".

Genauso sieht es aus, danke für die Einordnung! (die französischen "Nationalisten" waren und sind überdies die einzigen, welche ihre Grenze im Rahmen der aktuellen Pandemie stets geöffnet ließen bzw. lassen - etwa im Gegensatz zu ihren östlichen Nachbarn)

Der Vorschlag des Vorposters, die Saarbahn in Hanweiler enden zu lassen ist im Übrigen ebenso sinnbefreit, da in Sarreguemines doch noch etwas mehr Fahrgastpotenzial liegt, als wenn die Bahn irgendwo willkürlich an der Grenzperipherie endet.

Wie sieht es denn mit dieser Trassenkostendiskussion anderswo in Frankreich aus? Gibt es solche plötzlichen Erhöhungen denn etwa auch bei den Tram-Trains in Mulhouse oder Nantes? Wie sieht es bei dem relativ dichten Taktverkehr im Elsaß aus? Da müsste doch konsequenterweise 1/3 des Angebots runtergefahren worden sein.
EBA55413 schrieb:
Für alle anderen, die an einer sachlichen und vernünftigen Diskussion am Thema interessiert sind folgende Info hierzu:

Die SNCF zahlt für TGV nämlich in DE keine Trassengebühren, denn das EVU in DE ist auch bei TGV Zügen die DB. Ebenso zahlt die DB für die in Frankreich fahrenden ICE keine Trassengebühren, denn die zuständigen EVU wechseln jeweils an der Grenze, auch wenn ICE bzw. TGV im Ausland fahren.

Also leiser nix mit "Saumäßige, Nationalistische Chaostruppe Frankreichs".
Der TGV 9590/9591 Freiburg - Paris - Freiburg wenn er dann mal wieder fährt, wird in Deutschland von der SNCF Deutschland als EVU gefahren.
Dazu die Thalys Züge.
Also nicht alles DB Fernverkehr.

Die Trassenpreise werden in Deutschland immer vorher bekannt gegeben und inzwischen von der BNA genehmigt.
Dazu muss jährlich eine neuere Vertrag abgeschlossen werden, also nichts rückwirkendes.

Die 1000 Meter die in Frankreich liegen kosten in 2021 bei der DB Netz im Saarland ca. 5,67€.
Das Trassenpreissystem in Frankreich kenne ich nicht. Aber man versucht sich schon nach außen abzuschotten, wo dann plötzlich eine Fahrzeugsteuer eingeführt wird.
Man sieht es auch an dem "vielen" Verkehr in Frankreich das es doch verhältnismäßig teuer ist.
Auch bei der Bahnreform ist die SNCF mehr als ein Jahrzehnt zurück. Es ist eben noch eine klassische Staatsbahn die alles bestimmen möchte.
eberhard49 schrieb:
Warum lässt man die Bahn nicht in Hanweiler - Bad Rilchingen enden?
Weil das nur die Falschen treffen würde, nämlich die Einwohner von Sarreguemines, die nichts für das Dekret aus Paris können? Deren Bürgermeister hat sich laut verlinktem Artikel dem Saarbrücker Protest ausdrücklich angeschlossen.

Ich würde aber darauf tippen, dass die Saarbahn diese Möglichkeit für die absehbaren Verhandlungen mit der SNCF als Druckmittel in der Hinterhand behält.
Wrzlbrnft. schrieb:
Genauso sieht es aus, danke für die Einordnung! (die französischen "Nationalisten" waren und sind überdies die einzigen, welche ihre Grenze im Rahmen der aktuellen Pandemie stets geöffnet ließen bzw. lassen - etwa im Gegensatz zu ihren östlichen Nachbarn)

Ach ja? Hab ich mir dann die Bilder vor Weihnachten nur eingebildet mit tausenden LKW die auf einem ehemaligen Flugfeld in Kent abgestellt waren? Nicht, dass ich dieses Vorgehen Frankreichs in dieser schwierigen Zeit verurteilen würde, aber auch die haben Grenzen geschlossen.

Wrzlbrnft. schrieb:
Wie sieht es denn mit dieser Trassenkostendiskussion anderswo in Frankreich aus? Gibt es solche plötzlichen Erhöhungen denn etwa auch bei den Tram-Trains in Mulhouse oder Nantes? Wie sieht es bei dem relativ dichten Taktverkehr im Elsaß aus? Da müsste doch konsequenterweise 1/3 des Angebots runtergefahren worden sein.

Das Trassenpreissystem in Frankreich ist recht komplex, mit 3 unterschiedlichen Berechnungsmodellen für NV, FV und GV (hat die DB ja mittlerweile auch). Vor allem bei den Stationsgebühren gibt es gigantische Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Bahnhofskategorien.
Die Trassenpreise sind dort aber im Schnitt höher als in Deutschland.
Was sagt eigentlich die EU dazu?

Es ist anscheinend so, daß sich einige Länder selber Sonderrechte gewähren bzw. keine Scham haben EU-Recht in nationales Recht nur schleppend bis hinderlich umzusetzen. Aus einem Bericht der Europäischen Kommission:

"Daher geht die Kommission entschlossen gegen EU-Rechtsverstöße vor, durch die die Verwirklichung der zentralen Ziele der EU-Politik behindert wird. Die Kommission hat zum Beispiel ganz gezielt das Versagen der Mitgliedstaaten ins Visier genommen, Sanktionsregelungen festzulegen oder anzuwenden, die Kraftfahrzeughersteller davon abhalten, EU-Emissionsvorschriften zu verletzen. Zypern und Belgien wiesen die höchste Zahl an anhängigen Fällen wegen verspäteter Umsetzung auf, Italien, die Slowakei und Dänemark die geringste. Deutschland und Spanien führten bei anhängigen Fällen wegen nicht ordnungsgemäßer Umsetzung und/oder Durchführung von EU-Recht, wohingegen Estland voriges Jahr die geringste Zahl auswies."

Soweit ich es in vergangenen Zeiten augefasst habe genießt die SNCF in Frankreich den stolzen Status ähnlich eines staatstragenden Kulturgutes. Diesen Status genießt bei uns die Liebe zur Autobahn und unbeschränkte Freiheit überschwere Panzer-Pkw fahren zu dürfen, Klimaschutzziele hin oder her. Gemeint ist damit das gezielte Fördern dieses Pkw-Absatzes durch Werbung, Marketing und wie wir wissen durch vorsätzlichen Abgaswerte-Betrug. Da hat die deutsche Politik lange weggesehen.

Gibt es eigentlich ein Ranking bzgl. der Schienen-Netzzugangsmöglichkeiten europäischer Länder?

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.21 11:38.
EBA55413 schrieb:
Ach jeh... Hauptsache es wird mal wieder lauthals rechtspopulistisch rumgepoltert. Und neben plumpen Parolen ist das ganze auch noch nicht mal inhaltlich richtig (aber das kennt man ja so aus dieser politischen Richtung).
Es bringt nichts wegen irgendwelchen politischen Einstellungen die Augen vor den Tatsachen zu verschließen. Frankreich als Staat ist sehr nationalistisch und setzt seine Interessen oft rücksichtslos durch. Aus diesem Grund verschwendet die EU z.B. gigantische Summen jährlich für einen komplett sinnlosen zweiten Parlamentssitz in Straßburg.

Es ist auch ganz interessant sich mal damit zu beschäftigen, warum Frankreich ein eigenes Farbfernsehsystem hatte.

Und um mal wieder zum Bahnbezug zurückzukehren, die SNCF hat sich munter, wenn auch wenig erfolgreich, mit Keolis auf den deutschen SPNV Markt gestürzt, aber daheim wurde schön alles weiter von der Staatsbahn gefahren. Schlimmer wird das noch wenn man beachtet, dass sich mit Transdev der größte Konkurrent der DB auch mehrheitlich in Hand eines französischen Staatsunternehmens befindet.

Auch Alstom wird noch einen Tick mehr bei Beschaffungen in Frankreich bevorzugt als das bei den deutschen Herstellern durch die DB der Fall ist. Da ging ja schon ein Aufschrei durchs Land, als Eurostar (bekanntlich mehrheitlich in Hand der SNCF) es gewagt hatte bei Siemens zu bestellen. Und der Einstieg der DB beim Eurotunnel wurde gleich komplett verhindert, wobei ich das für ein sehr sinnvolles Auslandsinvestment gehalten hätte, da die DB der einzige Anbieter war der damals Güterzüge auf die Insel fuhr.

Aber ganz unabhängig davon, ist es doch irgendwie ein komisches Vorgehen nachträglich Teassengebühren zu erhöhen. Man stelle sich ein privates EVU vor, welches seine Leistungen am Matkt anbieten und dazu seine Kosten kalkulieren muss. Das hat jetzt zwei Jahre mit den veröffentlichten geplant und muss plötzlich einiges nachzahlen. Die können nicht zu ihren Kunden gehen und sagen, "Entschuldigung, wir müssen Ihnen jetzt nachträglich leider noch die höheren Trassengebühren der SNCF in Rechnung stellen ".
Irgendwie glaube ich aber, dass uns da noch eine wichtige Information fehlt. Einfach so nachträglich die Preise erhöhen, das traue ich auch den Franzosen nicht zu. Da muss was anderes dahinter stecken.
Da ist natürlich zu dem was innerhalb Frankreichs passiert und du es beschreibst einiges wahres dran, keine Frage. Und dass die Trennung von Netz und Betrieb weder in FR noch in DE so richtig konsequent umgesetzt (ob das auch immer so gut ist sei mal dahingestellt) wurde, steht auch außer Frage.

Es ging mir bei meiner Antwort zum dem Posting von "HSB Tw 44" auch mehr darum, dessen Aussage bezüglich der Trassengebühren für den TGV in DE klar zu stellen und das bisher übliche Prinzip bei den grenzüberschreitenden TGV/ICE Einsätzen der Trennung der EVU zu erläutern. Dass es hier auch einzelne Ausnahmen gibt, bei denen der TGV durch das EVU SNCF verantwortlich in DE eingesetzt wird, war mir persönlich auch neu. Aber man kann ja durchaus dazu lernen, wenn man offen und dazu bereit ist.


MrEnglish schrieb:
EBA55413 schrieb:
Ach jeh... Hauptsache es wird mal wieder lauthals rechtspopulistisch rumgepoltert. Und neben plumpen Parolen ist das ganze auch noch nicht mal inhaltlich richtig (aber das kennt man ja so aus dieser politischen Richtung).
Es bringt nichts wegen irgendwelchen politischen Einstellungen die Augen vor den Tatsachen zu verschließen. Frankreich als Staat ist sehr nationalistisch und setzt seine Interessen oft rücksichtslos durch. Aus diesem Grund verschwendet die EU z.B. gigantische Summen jährlich für einen komplett sinnlosen zweiten Parlamentssitz in Straßburg.

Es ist auch ganz interessant sich mal damit zu beschäftigen, warum Frankreich ein eigenes Farbfernsehsystem hatte.

Und um mal wieder zum Bahnbezug zurückzukehren, die SNCF hat sich munter, wenn auch wenig erfolgreich, mit Keolis auf den deutschen SPNV Markt gestürzt, aber daheim wurde schön alles weiter von der Staatsbahn gefahren. Schlimmer wird das noch wenn man beachtet, dass sich mit Transdev der größte Konkurrent der DB auch mehrheitlich in Hand eines französischen Staatsunternehmens befindet.

Auch Alstom wird noch einen Tick mehr bei Beschaffungen in Frankreich bevorzugt als das bei den deutschen Herstellern durch die DB der Fall ist. Da ging ja schon ein Aufschrei durchs Land, als Eurostar (bekanntlich mehrheitlich in Hand der SNCF) es gewagt hatte bei Siemens zu bestellen. Und der Einstieg der DB beim Eurotunnel wurde gleich komplett verhindert, wobei ich das für ein sehr sinnvolles Auslandsinvestment gehalten hätte, da die DB der einzige Anbieter war der damals Güterzüge auf die Insel fuhr.

Aber ganz unabhängig davon, ist es doch irgendwie ein komisches Vorgehen nachträglich Teassengebühren zu erhöhen. Man stelle sich ein privates EVU vor, welches seine Leistungen am Matkt anbieten und dazu seine Kosten kalkulieren muss. Das hat jetzt zwei Jahre mit den veröffentlichten geplant und muss plötzlich einiges nachzahlen. Die können nicht zu ihren Kunden gehen und sagen, "Entschuldigung, wir müssen Ihnen jetzt nachträglich leider noch die höheren Trassengebühren der SNCF in Rechnung stellen ".
Irgendwie glaube ich aber, dass uns da noch eine wichtige Information fehlt. Einfach so nachträglich die Preise erhöhen, das traue ich auch den Franzosen nicht zu. Da muss was anderes dahinter stecken.

Es leben alle Völker, die sehnend warten auf den Tag, dass unter dieser Sonne die Welt dem alten Streit entsag! Frei sei dann jedermann,
nicht Feind, nur Nachbar mehr fortan!

(Text aus der slowenischen Hymne)
Wieviele Trassen-km erbringt die Saarbahn in Frankreich? Grob überschlagen müssten es 23k km sein, 4 Euro/Trassen-km bei 92k Euro.

Die nachträgliche Erhöhung wird ohnehin Juristen beschäftigen.
Ja, so kann man sich das einfach machen: jeder, der etwas schreibt, was einem selbst nicht passt, ist automatisch rechts. Wie schön ist es, wenn man in so einer einfachen Welt leben kann.

Dass die Realität doch etwas komplexer ist, haben Dir hier Andere schon geschrieben. Die SNCF agieren nach Gutsherrenart auf einem durch massive Staatshilfe abgeschotteten Markt, ihre Töchter sind aber sehr aktiv in Deutschland und klagen dort natürlich auch, wenn sie sich benachteiligt fühlen. Das ist durchaus ihr Recht, es ist aber nationalistisch, gleichzeitig zu Hause alles abzuschotten.

Das rückwirkende Erhöhen von Gebühren ist in einem Rechtsstaat, der Frankreich ja grundsätzlich nach Eigenverständnis und allgemeiner internationaler Ansicht ist, aber eben indiskutabel. Und da Du ja eben auch jetzt sehen musstest, dass die SNCF in Deutschland Trassen bezahlen, bleibe ich dabei, dass man wohl extrem laut jammern würde, wenn diese jetzt rückwirkend für 2 komplette Jahre fast verdoppelt würden.
Wenn man etwas Geplantes verpennt hat, umzusetzen, ist das chaotisch und eigentlich eigenes Pech. Wenn es für andere Verkehre in Frankreich nicht passiert ist, ist es auch wieder nationalistisch.

War meine Antwort sarkastisch? Ja.
Gegen die hier zur Diskussion stehende Tatsache aber gibt es eben einiges an Kritikpunkten an der SNCF und über die muss man genauso reden, wie über Kritik an der DB, den ÖBB oder den SBB.
Und auch zum Attribut "nationalistisch" wurde genug gesagt, das ist in Frankreich (wie auch den USA oder aktuell dem UK) Teil des (teils aktuellen, teils grundsätzlichen) politischen Selbstverständnisses.

Wenn es Deiner Meinung nach Rechtspopulismus ist, das zu benennen, dann gibt es aber eine riesige Menge an Rechten in Frankreich, denn dort werden auch Fehler in Deutschland benannt und diskutiert und nationalistische Politik in Deutschland angeprangert.
Aber das heißt nicht, dass diese Menachen alle rechts sind. Es heißt, dass sie Sachen benennen. Ein solcher Blick von außen kann auch mal ganz hilfreich sein und beim Verlassen der eigenen Blase helfen. Auch, wenn es die Eigenmliebe kränkt.

Von daher solltest Du Deinen Vorwurf, ich (übrigens seit Jahren in der Gewerkschaft, wobei es auch da Leute gibt, die mit Kritik gleich mit "rechts!"-Rufen reagieren) sei rechts, vielleicht zurückziehen.

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Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit
kariadsko schrieb:
Rückwirkend einseitig die vereinbarten Trassengebühren erhöhen? Ich bin kein Jurist, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das vertragsrechtlich zulässig wäre. Ich würde jeder Klage dagegen beste Chancen einräumen.
Um das beurteilen zu können, müsste man wissen, was eigentlich vereinbart ist.

Wenn ich mich richtig erinnere, war es vor einigen Jahren so, dass EVU auf dem französischen Abschnitt die SNCF war, die auch die Trassen bestellte (damals bei RFF) und die Trassenkosten trug. Die Saarbahn fuhr dann quasi als Subunternehmer, und die Kosten wurden irgendwie zwischen SNCF und Saarbahn verrechnet.

Keine Ahnung, ob das heute noch so ist, und was genau vereinbart ist. Dass die Städte an die Regierung appellieren, vernüftige Voraussetzungen für den grenzübeschreitenden Verkehr zu schaffen, und nicht an die SNCF, Verträge einzuhalten, deutet m.E. aber eher auf ein Problem durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen hin als auf nicht eingehaltene Verträge.

Zitat
Was sagt eigentlich die EU dazu, dass sich die SNCF über ihr Netz praktisch die Alleinherrschaft reserviert hat und so gut wie alles draußen hält, mit fatalen Folgen vor allem im Güterverkehr?
Naja, die Alleinherrschaft ist aber schon etwas her. 2019 betrug der Marktanteil des SNCF-Konzerns im französischen Güterverkehr um die 73 % (bezogen auf Zug-km), darunter 56 % durch die SNCF selbst (SNCF Fret). ECR als DB-Tochter kam auf 13 %. Die SNCF ist mit ihren verschiedenen Tochterunternehmen noch der vorherrschende Konzern, aber mehr als 25 % Zug-km durch Nicht-SNCF-Unternehmen ist auch kein zu vernachlässigender Anteil.
[www.autorite-transports.fr]

Tz 4683 schrieb:
Zitat:
Mir war mal so, das die SNCF mit ihren Trassengebühren schuld ist, das es so gut wie keine Nachtzüge mehr in Frankreich gibt. Also?!
Vielleicht hätten sich manche Nachtzüge ganz ohne Trassenkosten noch etwas länger gehalten. Aber Hauptgrund für das starke Schrumpfen des SNCF-Nachtzugnetzes war doch wie in anderen Ländern auch die Konkurrenz durch den schnellen Tagverkehr und das Flugzeug, und nicht irgendwelche Besonderheiten des französischen Trassenpreissystems. Einiges an Nachtverkehr fiel übrigens in der Zeit weg, wo das Netz gar nicht bei der SNCF, sondern bei RFF war (1997-2014), dies nur der Präzision halber.

Gruß
X73900



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.21 16:03.
MrEnglish:
Es bringt nichts wegen irgendwelchen politischen Einstellungen die Augen vor den Tatsachen zu verschließen.
Eine Diskussion über die Bewegung der nationalen Erhebung, mit ein wenig neoliberaler Ideologie als Tapete für die Tatsache, ein sehr schnöder Präsidentenwahlverein zu sein, würde den Rahmen hier wohl völlig sprengen.


MrEnglish:
Es ist auch ganz interessant sich mal damit zu beschäftigen, warum Frankreich ein eigenes Farbfernsehsystem hatte.
Es ist aber auch ganz interessant, was Leute außerhalb des Telefunken-Kosmos und dessen treuen Anhängern dazu so alles zu erzählen haben.


MrEnglish:
Irgendwie glaube ich aber, dass uns da noch eine wichtige Information fehlt. Einfach so nachträglich die Preise erhöhen, das traue ich auch den Franzosen nicht zu. Da muss was anderes dahinter stecken.
Es wäre in der Tat einmal sehr interessant und für eine Beurteilung natürlich schlicht unabdingbar, zu wissen, warum das in der behaupteten Weise überhaupt möglich ist. Riecht schwer nach einem Schönwetterkonstrukt, im Geiste des europäischen Gedankens oder so, das jetzt als solches auffliegt.

Ich fürchte, die Art und Weise, in der es dazu soweit nicht einmal Andeutungen, sondern nur die Artikulation von „Verärgerung“ gibt, zeigt auch, wie es um das Verhältnis zwischen Saarland und Frankreich wirklich steht.

Gewerkschaft

geschrieben von: märchenerzähler

Datum: 10.01.21 20:08

HSB Tw 44 schrieb:
........

Von daher solltest Du Deinen Vorwurf, ich (übrigens seit Jahren in der Gewerkschaft, wobei es auch da Leute gibt, die mit Kritik gleich mit "rechts!"-Rufen reagieren) sei rechts, vielleicht zurückziehen.
Im Zentrum Automobil?
Das ist auch eine Gewerkschaft.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.21 20:08.

Re: Gewerkschaft

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 10.01.21 20:34

Nein.

Aber auch bei Dir scheint hier doch ein sehr einfaches Weltbild durch. Hast Du meinen Beitrag, aus dem Du zitierst, überhaupt gelesen? Oder auch die Anmerkungen in anderen Beiträgen im Thread? Würdest Du dann bitte auf die Punkte eingehen, statt pauschal etwas zu schreiben?
Oder reicht es Dir, einfach Menschen etwas vorzuwerfen, ohne Dich auseinanderzusetzen? Das ist eigentlich ein Zeichen von Extremisten, Fanatikern und Ideologen (rechts, links oder „Mitte“ macht da keinen Unterschied). Damit zeichnet man die Welt in weiß (ich = gut) und schwarz (nicht meine Meinung = böse), ohne sich groß aus der eigenen Blase herausbegeben zu müssen.

Es ist genauso Nationalismus, wenn man eine Maut nur für Ausländer will (und dann völlig verwundert tut, daß das nicht auf Gegenliebe stößt, auch wenn man sich so schön „Mühe“ gegeben hat, das toll anzupinseln) oder bei den Impfstoffen nur auf sich selbst schielt und den Bedarf im Rest der Welt weitgehend ignoriert. Darum ging es hier aber nicht. Aber was ist man eigentlich, wenn man das sagt?

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Pöbelei

geschrieben von: Robart

Datum: 10.01.21 22:14

HSB Tw 44 schrieb:
Ja, so kann man sich das einfach machen: jeder, der etwas schreibt, was einem selbst nicht passt, ist automatisch rechts. Wie schön ist es, wenn man in so einer einfachen Welt leben kann.
Du hast nichts geschrieben. Du hast herumgepöbelt:

Zitat:
Aber die Saumäßige, Nationalistische Chaostruppe Frankreichs hat ja leider Narrenfreiheit.
Widerlich.

Re: Gewerkschaft

geschrieben von: märchenerzähler

Datum: 10.01.21 22:56

HSB Tw 44 schrieb:
Nein.

Aber auch bei Dir scheint hier doch ein sehr einfaches Weltbild durch. Hast Du meinen Beitrag, aus dem Du zitierst, überhaupt gelesen? Oder auch die Anmerkungen in anderen Beiträgen im Thread? Würdest Du dann bitte auf die Punkte eingehen, statt pauschal etwas zu schreiben?
Oder reicht es Dir, einfach Menschen etwas vorzuwerfen, ohne Dich auseinanderzusetzen? Das ist eigentlich ein Zeichen von Extremisten, Fanatikern und Ideologen (rechts, links oder „Mitte“ macht da keinen Unterschied). Damit zeichnet man die Welt in weiß (ich = gut) und schwarz (nicht meine Meinung = böse), ohne sich groß aus der eigenen Blase herausbegeben zu müssen.

Es ist genauso Nationalismus, wenn man eine Maut nur für Ausländer will (und dann völlig verwundert tut, daß das nicht auf Gegenliebe stößt, auch wenn man sich so schön „Mühe“ gegeben hat, das toll anzupinseln) oder bei den Impfstoffen nur auf sich selbst schielt und den Bedarf im Rest der Welt weitgehend ignoriert. Darum ging es hier aber nicht. Aber was ist man eigentlich, wenn man das sagt?
Was polterst du den rum?
Ich hab dich nur gefragt ob du in der Gewerkschaft Zentrum Automobil bist weil du eben eine Gewerkschaftsmitgleidschaft, als Zeichen nicht rechtsradikal zu sein, eingebracht hast.
Den Sermon nach deinem nein hättest du dir sparen können.

Re: Gewerkschaft

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 10.01.21 23:16

Wenn das von Dir so gemeint war, dann entschuldige bitte. Ich hatte es dann falsch verstanden.

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