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Re: Es gibt halt Erfahrungen

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 13.01.21 14:11

kmueller schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:
Zitat:
Natürlich nicht. Aber die Strukturen sind derartig starr, dass du hier keine großartigen Bewegungen erwarten kannst.
Insbes. auch keine Ausweichbewegungen. Genau deswegen bin ich der Meinung, daß es mit einer Form von Aufprall (z.B.an eine Wand) enden wird.
Nein, Revolutionen scheitern meist und führen eher zur verstärkten Ablehnung. Man muss Mehrheiten ändern und langsam entsprechende Strukturen schaffen. Also eine Umkehr bisheriger Verhältnisse erzeugen.
Und das geht nur schrittweise.



kmueller schrieb:
Zitat:
Black Eyed schrieb:

Zitat:
ich denke du willst eigentlich schnell etwas ändern und nicht erst für die Fahrgäste im Jahr 2100.
Wer könnte (sofern er wollte) eigentlich überhaupt etwas ändern am alternativlos systemnotwendigen Gang der Dinge?
Habe ich doch geschrieben: Schritte machen - beispielsweise auf Rabattsysteme setzen. Man muss nicht immer alles fundamental ändern, um für die Nutzer etwas herauszubekommen...
Und genauso forciert man auch Schüler- und Seniorentickets aber auch JobTickets.
Zudem: Wer für sozial Bedürftige viel mehr erreichen will, der sollte da da auf die Sozialhaushalte setzen - da sonst die Finanzmittel für Verkehrsleistungen gekürzt und/oder die Fahrpreise des Regelpreises erhöht werden.

Ich erinnere daran, dass das Land Hessen sich finanziell massiv an Schüler- und Seniorentickets beteiligt und auch mit seinen Mitarbeitern (Angestellte und Beamte des Landes Hessen) sich auf ein solidarisches JobTicket geeinigt hat (dafür gab es Verzicht auf eine anteilige Gehaltserhöhung! Das heißt, hier verlieren Gutverdiener mehr Einkommen als Geringverdiener, bekommen aber die gleiche Mobilitätsleistung ermöglicht).
Allerdings ist eben der Preis nicht alles, wenn es um den Wechsel des Verkehrsträgers geht - dazu gibt es weitreichende Untersuchungen, auch was Flatrate-Tarife angeht.



kmueller schrieb:
Black Eyed schrieb

Zitat:
...da die Bundesebene nicht die Budgets der Länder und der Kommunen vorgibt, sondern lediglich sich über ihren Anteil - sowohl für Infrastruktur (getrennt nach BVWP mit SPFV/SGV und MIV bzw. nach GVFG) bzw. für SPNV-Bestellungen mit den Regionalisierungsmittel differenziert und damit die Finanzierung anderer ÖV-Leistungen anderen Ebenen überlässt
Inwiefern widerspricht das (insbes. die von mir gemachten Hervorhebungen) der Aussage, daß auf Bundesebene (per Bundesgesetz) die entscheidenden Rahmenbedinungen gesetzt werden?

Was machen die "anderen Ebenen", wenn ihr "Anteil" zu Ende ist? Schulen schließen, Straßen schließen, Schneeräumung und Müllabfuhr einstellen, Kanäle einstürzen lassen, 'Sozialfälle' erfrieren oder verhungern lassen, Lufthansa besteuern... oder eben Nahverkehr abbauen?
Zu 1. Bundesrahmenbedingen setzen keinerlei Mindeststandards für die ÖV-Bestellungen. Darseinsvorsorge wird ganz unterschiedlich hierbei verstanden.
Integrierte Planung wäre eine sektorübergreifende Planung (also Verkehrsmittelübergreifend) aber eben auch die Einbeziehung der Ebenen.
Blödes Beispiel: Wenn der Bund Fernverkehr bestellen würde, müsste man eigentlich auch mit den Kommunen reden, damit diese ihren Stadtbus oder den Regionalbus hierauf anpassen!

Zu 2. Sie planen im Voraus bei Neuerschließungen und prognostizieren entsprechende Mittel im Haushalt. Und da gibt es eben auch keine so extremen Fälle, wie die gänzliche Umstellung eines Tarifsystem mit extrem anderen Kostendeckungsgrad. Ich kenne es eher so, dass Umgestaltungsmaßnahmen so geplant werden, dass die Prognose ein gleichartigen Kostendeckungsgrad erreichen lässt.

Und ja, Zentralisierungen im Schulwesen gibt es auch. Ich kenne einen Fall, in dem eine Schule teilgeschlossen wurde, weil die Sanierungskosten zu hoch gewesen wären. Stattdessen wird dort eine Kindertagesstätte neugebaut...

Und ja: Wenn du extreme Kostenüberschreitungen hast, wird zusätzlich im Haushalt gekürzt oder Maßnahmen nach Hinten geschoben...
Aber das ist auch ein Aushandlungsprozess der politischen Mehrheiten.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Es gibt halt Erfahrungen

geschrieben von: kmueller

Datum: 13.01.21 18:37

Black Eyed schrieb:
Blödes Beispiel: Wenn der Bund Fernverkehr bestellen würde, müsste man eigentlich auch mit den Kommunen reden, damit diese ihren Stadtbus oder den Regionalbus hierauf anpassen!
Das Beispiel ist gar nicht blöd. Etwa so wird Straßenbau betrieben. Jede Autobahn ist nach ihrem Bau auch für Kurzstreckenverkehr nutzbar; nicht wenige werden sogar eigens dafür gebaut. Auch beim Bau von Ausfahrten werden örtliche Bedürfnisse berücksichtigt. Die alte Bundesstraße wird nicht überbaut, sondern sie wird erhalten und allenfalls umgewidmet. Und erstaunlicherweise fehlte dafür lange Zeit nie das Geld (allerdings fängt das jetzt langsam an und es knirscht zunehmend auch anderswo im Getriebe)
Black Eyed schrieb:
Dagegen finde ich es interessant, wie wenig Entscheidungsbefugnisse im ZVV auf der kommunalen Seite liegen.Ein solch zentralisiertes System hätte ich in der sehr förderalen Schweiz gar nicht erst angenommen - gerade im Vergleich zu diesen deutschen Strukturen.

Aber wenn ich mich recht entsinne, war FARITIQ auch nicht die einzige entsprechende Anstrengung in der Schweiz - ich habe im Hinterkopf, dass die SBB ein eigenes System haben wollten...
Hallo
Da hast du Recht; Die SBB hat noch das Easy Ride:
[www.sbb.ch]
Und Bern das Lezzgo, das ist schon weg: [www.computerworld.ch]
Allen gemeinsam ist aber, dass sie schweizweit gelten. Easy Ride baut übrigens auf FairTQ auf.
Ob die App nun, gelb, rot oder violett ist, spielt für mich als Nutzer keine Rolle. Aber wenn ich bei meinem Beispiel von Olten nach Bern 4 Apps haben muss, dann schon.

Der ZVV wurde aufgrund einer Volksabstimmung 1988 geschaffen. Die kam sehr gut durch:
[www.e-periodica.ch]
Zitat
Einem neuen Verfassungsartikel sowie
dem Erlass eines zeitgemässen Gesetzes
über den öffentlichen Personenverkehr
haben die Zürcher am 6. März 1988
wiederum mit grossem Mehr (159 212
Ja zu 49 512 Nein) ihre Zustimmung
erteilt. In diesem Verkehrsförderungsgesetz
wurden die gesetzlichen Grundlagen
für den Zürcher Verkehrsverbund
(ZVV) gelegt und die Sicherung der
weiteren Finanzierung für den öffentlichen
Verkehr geregelt.
Black Eyed schrieb:
Was man in Deutschland aber noch zur Verteidigung sagen muss: Der VDV organisiert - als Zusammenschluss der deutschen Verkehrsunternehmen - im Hintergrund, sehr viele gemeinsame technische Standards, die eine Interoperabilität ermöglichen sollen - in Form von Schnittstellen für notwendigen Datenaustausch. In diesem Bereich wird stark weiterentwickelt.
Hoffentlich.
Was in Deutschland, meiner Meinung nach fehlt, ist eine gesetzliche Verpflichtung zur Zusammenarbeit:
Das nennt sich in der Schweiz "Direkter Verkehr" und ist im Personenbeförderungsgesetz geregelt:
[www.admin.ch]
Auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Verkehrsträger ist in Art 18 geregelt.
Das sind keine Phrasen:
https://live.staticflickr.com/2834/33118120071_314b45856d_b.jpg

Hier die Anzeige in unserem Dorfbus in Olten, wenn der IR von Bern her Verspätung hat.
Mehr dazu:
Der Direkte Verkehr - Alliance SwissPass

Gruss Leo



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.21 08:07.

Re: Es gibt halt Erfahrungen

geschrieben von: bauigel

Datum: 14.01.21 08:47

kmueller schrieb:
Die alte Bundesstraße wird nicht überbaut, sondern sie wird erhalten und allenfalls umgewidmet.
Und zu diesen "Umwidmungen" (also Herabstufung zu Landes- oder gar Kreisstraßen) gab es schon Dutzende von Auseinandersetzungen - zum Teil bis vor die Verwaltungsgerichte - zwischen den Ländern und Kreisen, die sich nicht einfach die Bau- und Erhaltungslast für diese Straßen aufs Auge drücken lassen wollten und dem Bund; obwohl der Bund seit Jahrzehnten klare Vorschriften hat, dass dafür Ablöse- und Ausgleichszahlungen gezahlt werden und wie die sich berechnen. Mit dem Ergebnis, dass die Herabstufung oft nicht geklappt hat.
Wenn es nach dem Bund ginge wären z. B. die autobahnparallelen Bundesstraßen B10 (Karlsruhe - Stuttgart - Ulm parallel zur A8), B3 (Heidelberg - Bundesgrenze bei Basel parallel zur A5) und B36 (Mannheim - Rastatt parallel zu A6/A5) schon seit mindestens 10 Jahren Landesstraßen des Landes Baden-Württemberg - sind sie aber immer noch nicht und werden sie auch in nächster Zeit nicht werden...

Und jetzt sag' mir einen Grund, warum das im ÖPNV anders sein soll - und sich die Länder, Kreise und Kommunen plötzlich vom Bund in ihre Zuständigkeit hineinredenlassen werden, nur weil der vielleicht ein paar Euro dazugibt...

Re: Es gibt halt Erfahrungen

geschrieben von: kmueller

Datum: 14.01.21 12:05

bauigel schrieb:
kmueller schrieb:
Die alte Bundesstraße wird nicht überbaut, sondern sie wird erhalten und allenfalls umgewidmet.
Und zu diesen "Umwidmungen" (also Herabstufung zu Landes- oder gar Kreisstraßen) gab es schon Dutzende von Auseinandersetzungen - zum Teil bis vor die Verwaltungsgerichte - zwischen den Ländern und Kreisen, die sich nicht einfach die Bau- und Erhaltungslast für diese Straßen aufs Auge drücken lassen wollten und dem Bund; obwohl der Bund seit Jahrzehnten klare Vorschriften hat, dass dafür Ablöse- und Ausgleichszahlungen gezahlt werden und wie die sich berechnen. Mit dem Ergebnis, dass die Herabstufung oft nicht geklappt hat.
Interessenkonflikte sind normal. Die interessante Frage ist, wo es letztendlich zum Abriß oder zumindest zu drastischer Verminderung der Nutzbarkeit solcher Straßen kam. Mit der Empfehlung, stattdessen (unter Zahlung einer Extragebühr) über die Autobahn zu fahren, möglichst noch mit größerem Umweg.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.21 13:49.

Für Dänen und denen Dänen nahestehen

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 15.01.21 13:30

Die Rejsekort!

http://www.rejsekort.dk


Das die Dänen damit schon etwas früher begonnen hatten, zeigen die stationären Säulen für "Check ind" und "Check ud" die in Anschaffung und Unterhalt natürlich ein paar Krönchen mehr kosten als das virtuelle Verfahren via Luftpost auf's Telefon.

So wartet an jedem Bahnhof und Haltepunkt der blaue Bruder von HAL9000 auf Kundschaft.
Wie hier am Abend des 15. August 2018 in Naksok auf Lolland, passend zur "Blå timme":

http://et420-online.de/d_pic/dso/2018-08-15_IMG_0478_rejsekort-check-ind_nakskov_1280x853_dm.jpg


Nur orignal mit dem "pling!"

Huch!? Hat es tatsächlich eben "pling!" gemacht?
Dann schnell wieder auschecken:
Rejsekort: Check ud (Youtube Förklaring)



Trevlig resa,
Dirk
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