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Hamburger Hochbahn: Mit dem Smartphone raus aus dem Tarifwirrwarr.

Hamburg | Lange versprochen, jetzt endlich in Sicht: Der HVV will seinen Tarifdschungel lichten. Im Herbst soll das automatische Ticketsystem „Check-in/Be-out“ an den Start gehen, so hat es Hochbahn-Vorstandschef Henrik Falk am Donnerstag angekündigt. Die Hochbahn ist federführend, umgesetzt wird die Neuerung aber im gesamten Verkehrsverbund in- und außerhalb der Metropole.
So geht’s: Beim Einsteigen erfasst ein Sensor das Handy des Fahrgastes. Dieser meldet sich per Fingertipp an („Check-in“), der Ausstieg wird automatisch registriert („Be-out“), die Software ermittelt den günstigsten Fahrpreis. Im Höchstfall zahlt der Nutzer auch bei mehreren Touren nur für eine Tageskarte. Die Abbuchung erfolgt bargeldlos über ein verknüpftes Konto.
Start beim Weltkongress
An der Bezahlrevolution arbeitet die Hochbahn seit Jahren. Die Einführung erfolgte nun schrittweise. Zum Weltverkehrskongress ITS (11. bis 15. Oktober) soll das System zunächst in größeren Teilen Hamburgs gelten, bis zum ersten Quartal 2022 im gesamten Stadtgebiet. Erst danach steht es auch im Umland komplett zur Verfügung....
Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Hochbahnalltag sind weiterhin gravierend. „Zurzeit haben wir 50 Prozent Fahrgäste im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit“, sagte der Vorstandschef. Im ersten Lockdown seien es 30 Prozent gewesen, im Sommer vorübergehend wieder 70. Die Einnahmeverluste in 2020 kalkuliert Falk für sein Unternehmen auf 100 Millionen Euro. Eine Rückkehr zum früheren Fahrgastniveau in U-Bahnen und Bussen erwartet er erst für Ende 2022. – Quelle: [www.shz.de] ©2021
(Auszüge aus dem Artikel)
Man kann das auch kritisch sehen: Es wird ein komplettes Bewegungsprofil des Nutzers im HVV erstellt. Irgendwie erinnert mich das sehr an diesen bekannten Roman, der erstmals 1949 erschienen war.
Es ist natürlich die Frage, ob die Nutzung im Detail gespeichert wird oder nicht. Aber alleine schon die Möglichkeit dazu halte ich für fragwürdig.
Oberdeichgraf schrieb:
Man kann das auch kritisch sehen: Es wird ein komplettes Bewegungsprofil des Nutzers im HVV erstellt. Irgendwie erinnert mich das sehr an diesen bekannten Roman, der erstmals 1949 erschienen war.
Es ist natürlich die Frage, ob die Nutzung im Detail gespeichert wird oder nicht. Aber alleine schon die Möglichkeit dazu halte ich für fragwürdig.
Dito. Cambridge Analytics und wie die alle heißen freuen sich bestimmt schon ein Loch in den Bauch. Grundsätzlich ist so ein System nicht verkehrt, dann aber bitte wie in London und in den Niederlanden auch anonym möglich machen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.21 08:43.
Oberdeichgraf schrieb:
Hamburger Hochbahn: Mit dem Smartphone raus aus dem Tarifwirrwarr.

Hamburg | Lange versprochen, jetzt endlich in Sicht: Der HVV will seinen Tarifdschungel lichten. Im Herbst soll das automatische Ticketsystem „Check-in/Be-out“ an den Start gehen, so hat es Hochbahn-Vorstandschef Henrik Falk am Donnerstag angekündigt. Die Hochbahn ist federführend, umgesetzt wird die Neuerung aber im gesamten Verkehrsverbund in- und außerhalb der Metropole.
So geht’s: Beim Einsteigen erfasst ein Sensor das Handy des Fahrgastes. Dieser meldet sich per Fingertipp an („Check-in“), der Ausstieg wird automatisch registriert („Be-out“), die Software ermittelt den günstigsten Fahrpreis. Im Höchstfall zahlt der Nutzer auch bei mehreren Touren nur für eine Tageskarte. Die Abbuchung erfolgt bargeldlos über ein verknüpftes Konto.
Start beim Weltkongress
An der Bezahlrevolution arbeitet die Hochbahn seit Jahren. Die Einführung erfolgte nun schrittweise. Zum Weltverkehrskongress ITS (11. bis 15. Oktober) soll das System zunächst in größeren Teilen Hamburgs gelten, bis zum ersten Quartal 2022 im gesamten Stadtgebiet. Erst danach steht es auch im Umland komplett zur Verfügung....
Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Hochbahnalltag sind weiterhin gravierend. „Zurzeit haben wir 50 Prozent Fahrgäste im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit“, sagte der Vorstandschef. Im ersten Lockdown seien es 30 Prozent gewesen, im Sommer vorübergehend wieder 70. Die Einnahmeverluste in 2020 kalkuliert Falk für sein Unternehmen auf 100 Millionen Euro. Eine Rückkehr zum früheren Fahrgastniveau in U-Bahnen und Bussen erwartet er erst für Ende 2022. – Quelle: [www.shz.de] ©2021
(Auszüge aus dem Artikel)
Man kann das auch kritisch sehen: Es wird ein komplettes Bewegungsprofil des Nutzers im HVV erstellt. Irgendwie erinnert mich das sehr an diesen bekannten Roman, der erstmals 1949 erschienen war.
Es ist natürlich die Frage, ob die Nutzung im Detail gespeichert wird oder nicht. Aber alleine schon die Möglichkeit dazu halte ich für fragwürdig.

Funktioniert bekanntlich in den Niederlanden schon seit Jahren - OV Chipcard.
ICE11 schrieb:
Oberdeichgraf schrieb:
Man kann das auch kritisch sehen: Es wird ein komplettes Bewegungsprofil des Nutzers im HVV erstellt. Irgendwie erinnert mich das sehr an diesen bekannten Roman, der erstmals 1949 erschienen war.
Es ist natürlich die Frage, ob die Nutzung im Detail gespeichert wird oder nicht. Aber alleine schon die Möglichkeit dazu halte ich für fragwürdig.
Dito. Cambridge Analytics und wie die alle heißen freuen sich bestimmt schon ein Loch in den Bauch. Grundsätzlich ist so ein System nicht verkehrt, dann aber bitte wie in London und in den Niederlanden auch anonym möglich machen.
Das beste Feature in London für Besucher: das funktioniert auch mit der Kreditkarte, die man eh schon dabei hat. Einfach ranhalten, fertig. Das ist wirklich nutzerfreundlich!

Gruß

Thrax
Wenn als Voraussetzung zwingend ein Smartphone mit Bluetooth oder NFC erforderlich ist, dazu irgendeine App die permanent im Handy rumschnüffelt, dann werden die Datenschutzwächter bestimmt Sturm laufen. Warum nicht über eine, durchaus mit Pfand, erwerbbare Chipkarte, gglfs sogar mit Prepaidguthaben?
So wie es hier offenbar geplant ist, wird man ständig Staus am Eingang des Fahrzeuges generieren, weil wieder irgendwas nicht gelesen werden könnte. Wie heute schon in verschiedenen Verbünden mit Abochipkarten und Vordereinstieg im Bus mit Lesegerät.

Mal sehen was wirklich kommen wird.

Der HVV selbst hat dazu nix auf seiner Webseite stehen.

Gruß

-OR
Bevor man an der Elbe versucht, das Rad neu zu erfinden, könnte man sich bei den Niederländern vielleicht mal erkundigen, wie das dort seit vielen Jahren mit der OV-Chipkaart funktioniert...
ICE11 schrieb:Oberdeichgraf schrieb:
Oberdeichgraf schrieb:
Man kann das auch kritisch sehen: Es wird ein komplettes Bewegungsprofil des Nutzers im HVV erstellt. Irgendwie erinnert mich das sehr an diesen bekannten Roman, der erstmals 1949 erschienen war.
Es ist natürlich die Frage, ob die Nutzung im Detail gespeichert wird oder nicht. Aber alleine schon die Möglichkeit dazu halte ich für fragwürdig.
Dito. Cambridge Analytics und wie die alle heißen freuen sich bestimmt schon ein Loch in den Bauch. Grundsätzlich ist so ein System nicht verkehrt, dann aber bitte wie in London und in den Niederlanden auch anonym möglich machen.
Euch ist hoffentlich bekannt, wie akribisch der deutsche Datenschutz bei solchen Themen vor dem Start prüft?!

Aggregierte anonymisierte Bewegungsprofile der Fahrten wären in der Verkehrsplanung wünschenswert (also wenn 50 / 100 / 1000 / 20000 Fahrten die gleichen Start- und Zielpunkte anfahren) - da man darauf die Verkehrsplanung besser optimieren könnte, als mit händischer Verkehrserhebung
Nur: Sowas lässt nicht mal der deutsche Datenschutz zu. Insbesondere nicht, wenn die Summe zu klein oder die Kopplung der einzelnen Fahrten irgendeinen Rückschluss auf die realen Personen ermöglicht.

Das ist ähnlich, wie mit der Corona-App: Es gibt Datenmerkmale, die gespeichert werden müssen (im hiesigen Fall für die Abrechnung), aber diese müssen so gespeichert werden, dass man nicht einfach Bewegungsdaten (Fahrten/Fahrtabschnitte) in Kombination mit den Nutzerdaten abrufen kann. Dennoch müssen diese zur Rechnungsbildung auch wieder zusammengefügt werden. Das sind sehr aufwändige Programmierungen. Der zuständige Landesdatenschutzbeauftragter (Hamburgs) wird sicher hierin eingebunden gewesen sein und muss keine Bedenken gefunden haben.

Ober-Rodener schrieb:
Zitat:
Wenn als Voraussetzung zwingend ein Smartphone mit Bluetooth oder NFC erforderlich ist, dazu irgendeine App die permanent im Handy rumschnüffelt, dann werden die Datenschutzwächter bestimmt Sturm laufen. Warum nicht über eine, durchaus mit Pfand, erwerbbare Chipkarte, gglfs sogar mit Prepaidguthaben?
Wie gesagt: Solchen Konzepten sind, meines Wissens nach, erst unter fachlicher Prüfung des Landesdatenschutzbeauftragten für die Regelnutzung freigegeben.

Warum nicht Chipkarte: Weil dann ein "Check-Out" zwingend ist, dieser wird aber in bis zu 20% der Fälle vergessen... Beim Handy erfolgt der Check-Out automatisch durch Kontaktabbruch zwischen Fahrzeug und Handy.

In Soest gab/gibt (?) es einen Pilotbetrieb...

Ober-Rodener schrieb:
Zitat:
So wie es hier offenbar geplant ist, wird man ständig Staus am Eingang des Fahrzeuges generieren, weil wieder irgendwas nicht gelesen werden könnte. Wie heute schon in verschiedenen Verbünden mit Abochipkarten und Vordereinstieg im Bus mit Lesegerät.
Kommt drauf an, wo alles Lesegeräte installiert sind. Bei beispielsweise get<<in in Hanau (Check-In/Check-Out-System) waren an allen Türbereichen Terminals installiert.


Langfristziel ist eigentlich bundesweit, dass man ein "Be-In/Be-Out"-System hinbekommt, sowohl mit Pre- als auch mit Postpaid-Verfahren.


Zu London: Dort kann man nicht nur per Kreditkarte Ein- und Auschecken, auch per AppleWatch, etc. ist das möglich. Bekanntermaßen sind aber britische Datenschutzbestimmungen anders und eher laxer als deutsche. Das macht ein solches System einfacher.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
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Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.21 10:55.
Uwe Busch schrieb:Zitat:
Bevor man an der Elbe versucht, das Rad neu zu erfinden, könnte man sich bei den Niederländern vielleicht mal erkundigen, wie das dort seit vielen Jahren mit der OV-Chipkaart funktioniert...
Wobei ich vor Jahren heftige Kritik an der OV-Chipkaart gehört habe - durch die niederländische Fahrgastvertretung. Letztendlich würde man ein solches System so nicht mehr bauen und eher auf Smartphonebasis.

Eines der Probleme dabei ist doch, dass in Hauptverkehrszeiten Massen gleichzeitig anmelden können müssen. Das braucht man nur auf schöne, dicht getaktete S-Bahnen im Zenrum anwenden. Und bei solchen Terminals an den Zu- und Abgängen hat man schnell Ängste vor bspw. Brandfällen oder ähnlichen Problemen. Meiner Erfahrung nach ist es in Deutschland politisch nicht gewollt, entsprechende Zugangsbeschränkungen baulich nachzurüsten. Deswegen die Tendenz zu einem "Check-In/Be-Out" bzw. gar zu einem §Be-In/Be-Out"-System. Letzteres strebt man meines Wissens nach auch langfristig in der Schweiz an.

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Zitat: "Hamburg | Lange versprochen, jetzt endlich in Sicht: Der HVV will seinen Tarifdschungel lichten.(…) Die Software ermittelt den günstigsten Fahrpreis."

Das klingt nach allem, aber nicht nach "Tarifdschungel lichten". Ich vermute, die Bäume des Tarifdschungels stehen noch genauso zahlreich herum wie vorher, es wird kein einziger Baum abgesägt (= kein einziger Tarif abgeschafft). Der Fahrgast wird nur im Blindflug um die zahlreichen Bäume herum geführt. Wenn er das möchte, meinetwegen. Allerdings hat er keine Kontrolle mehr darüber, was er kauft bzw. was ihm verkauft wird und ist auf Gedeih & Verderb dem Abrechnungs-Algorithmus ausgeliefert.

Oder überspitzt dargestellt: wer wirklich seinen Tarifdschungel lichtet, der braucht diese Form der "Tarifberatung" gar nicht. Denn der Tarif erschließt sich dann von selbst.

RhB-Dirk "Funktioniert bekanntlich in den Niederlanden schon seit Jahren - OV Chipcard".
Funktionieren ja. Aber nicht gut. Erstens ist dieses ständige An- und Abmelden mit Suchen nach dem richtigen Lesegerät einfach nur nervig. Zweitens war ich von den "Vorteilen" dieses tollen Systems spätestens an jenem Tage "überzeugt", als sich nach dem Ausstieg aus dem IC und den Umstieg in den Arriva-Zug im Bahnhof Sittard -zig Fahrgäste bei der NS ab- und bei Arriva anmelden wollten und sich zuerst Schlangen vor den Lesegeräten bildeten und dann der Anschlusszug verspätet abfuhr. In Sittard! Einem besseren Landbahnhof.
Und nun stelle man sich das bitte einmal in Hamburg Hauptbahnhof vor, wenn 1.000 Fahrgäste aus einem Pendlerzug (bei Metronom oder DB abmelden) fallen und zur U-Bahn (bei der Hochbahn anmelden) umsteigen. Da trage ich doch lieber ganz altmodisch meine Monatskarte in der Tasche und steige ohne diese Schikanen einfach um.

Heiko



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.21 11:37.
Das dient nur der weiterführenden voranschleichenden Überwachung... Dem Fahrgast wird nur das "Gute" sugeriert... Übersichtlicher wird es dadurch noch lange nicht... Eher verliert man den totalen Überblick...
Uwe Busch schrieb:
Bevor man an der Elbe versucht, das Rad neu zu erfinden, könnte man sich bei den Niederländern vielleicht mal erkundigen, wie das dort seit vielen Jahren mit der OV-Chipkaart funktioniert...
Bei all dem Lob auf die OV-Chipkaart sollte man bitte nicht diejenigen vergessen, die nicht in den Niederlanden wohnen. Für Touristen ist dieses System reinster murks! Da ist mir eine App, wie sie z.B. mit Fairtix gibt, deutlich lieber, da niedrigschwelliger.

Und zum Datenschutz - wie (fast) immer gilt: Wer nicht will, muss nicht mitmachen! In den Niederlanden muss ich dagegen mitmachen, wenn ich den ÖV nutzen will. Andere Angebote sind rar.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
Murrtalbahner schrieb:
Bei all dem Lob auf die OV-Chipkaart sollte man bitte nicht diejenigen vergessen, die nicht in den Niederlanden wohnen. Für Touristen ist dieses System reinster murks! Da ist mir eine App, wie sie z.B. mit Fairtix gibt, deutlich lieber, da niedrigschwelliger.

Und zum Datenschutz - wie (fast) immer gilt: Wer nicht will, muss nicht mitmachen! In den Niederlanden muss ich dagegen mitmachen, wenn ich den ÖV nutzen will. Andere Angebote sind rar.
Man kann überall Einzeltickets kaufen. Das kann(!) sogar günstiger sein als die Nutzung der Chipkaart; im Regelfall allerdings ist es teurer, im Stadtverkehr ist es meistens erheblich teurer.

Übersichtlicher ist es allerdings allemal verglichen mit dem Wildwuchs der zahllosen Handy-Apps (für die man zuallererst eine Google-oder Apple-Datenschleuder anschaffen und in Betrieb nehmen müßte).

Re: Frage eines Unwissenden

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 08.01.21 12:10

Murrtalbahner schrieb:
Bei all dem Lob auf die OV-Chipkaart sollte man bitte nicht diejenigen vergessen, die nicht in den Niederlanden wohnen. Für Touristen ist dieses System reinster murks! Da ist mir eine App, wie sie z.B. mit Fairtix gibt, deutlich lieber, da niedrigschwelliger.

Da ich das System in den Niederlanden nicht kenne:
Worin genau liegt bei touristischer Nutzung der Nachteil des Systems in den Niederlanden?

Ich kenne lediglich das System der Oyster-Card in London, welches ich auch seit Jahren als Tourist nutze. Die Oyster-Cards liegen hier zu Hause und wurde einmalig erworben. Bei jedem Aufenthalt kann man sie dann wieder nutzen.
Der größte Hinderungsgrund für so ein System dürften aber in Deutschland tatsächlich die flächendeckend zu installierenden Zugangsstationen, entweder in Form einer Bahnsteigsperre oder als Chipleser, sein.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian
Mit dem Beenden des Tarifwirrwarrs oder dem Lichten des Tarifdschungels hat das alles natürlich nichts zu tun. Die Beförderungsbedingungen werden nicht geändert. Vielmehr wird über den bestehenden Tarif noch ein elektronisches Bezahlsystem gestülpt. Es wird für die Fahrgäste noch intransparenter. Der Kunde weiß vor der Fahrt nicht, was das System nach der Fahrt abbucht.

Wenn der HVV seinen Tarifdschungel wirklich lichten wollte, kann er das sofort tun. Wir werden es dann in den Beförderungsbedingungen nachlesen können.

Langfristig droht, dass der Tarif mit dem automatischen Ticketsystem noch komplizierter wird. Es gibt nämlich bereits Gedankenspiele, die Verkehrsmittel je nach Tageszeit und Auslastung unterschiedlich zu bepreisen. Das Ziel des HVV ist und bleibt: Die sog. Preiselastizität der Kunden maximal auszureizen (catch as catch can).

Ich bezweifle, dass die Software für das System auch nur annhähernd in der Lage ist, die ungeheure Komplexität des Tarifs, der eben nicht vereinfacht wird, abzubilden. Das fängt bei Gruppen an und hört bei Reiserouten, die nicht im Mainstream liegen, noch lange nicht auf.

Nutznießer des neuen Systems sind vornehmlich die beauftragten Beratungsfirmen, Softwarehäuser und IT-Dienstleister.
- Es wird auf keinen Fall funktionieren
- Alle Daten werden meistbietend an Datenkraken verhökert werden
- Datenschutzbelange werden auch sonst nicht beachtet werden
- Die Nutzung wird für alle zwingend sein
- Wenn das System doch für die meisten Nutzer gut sein sollte, aber für Gruppenreisende nicht, ist es natürlich insgesamt @#$%&
- Wie jeder weiß, kann eine Chipkarte alles, was auch ein vollwertiges Smartphone kann, z. B. Be-Out
- Eine Preisauskunft durch das System und damit eine transparente Abrechnung ist selbstverständlich unmöglich
- Wie jeder weiß, ist mit der Einführung des Einzelverbindungsnachweises auf der Telefonrechnung das Abendland untergegangen
- Auf keinen Fall hat sich irgendeiner der Beteiligten über irgendetwas Gedanken gemacht, außer wie er damit seine privaten Taschen füllt
Und selbst ein Zeuge Desiros tutet in dieses Horn. Kann ja gar nicht sein, dass irgendetwas gut ist, was nicht schon erfunden wurde, oder irgendein Aufgabenträger/Verbund/Verkehrsunternehmen außerhalb Baden-Württembergs vielleicht mal die Fahrgäste im Blick hätte.
Kannst DU es besser?
Warum sollten wir nicht Bedenken äussern, die gglfs. im Vorfeld Probleme aufzeigen könnten?
Ich denke, wenn die so gut planen und durchführen wie bei der Elbphilharmonie, dann gute Nacht.

Gruß

-OR
Um den Datenschutz mache ich mir da wenig Sorgen. Als Unternehmen in städtischer Hand ist der HVV dazu verdammt, akribisch mit Hamburgs obersten Datenschützer zusammenzuarbeiten - und der ist bekanntlich ein harter Hund. Google kann ein Lied davon singen...

Viel mehr Sorgen macht mir da, dass der HVV nun schon seit Ewigkeiten an seinem Check-In-Be-Out-System arbeitet und inzwischen 5 Jahre Verspätung hat (was der oben verlinkte Artikel leider (oder wohlwissentlich) verschweigt). Der Verbund hat viele Jahre damit verdödelt, die zig Softwaresystem im Verbund zu harmonisieren und Kriterien für einen Testbetrieb zu formulieren (Quelle: [www.nahverkehrhamburg.de] )

Osnabrück hat dagegen ein fast identisches System nach sehr viel weniger Vorbereitungszeit im letzten Herbst an den Start gebracht. Funfact: Das dortige System wurde von einem Unternehmen entwickelt, dass auch beim HVV Softwaresysteme betreibt. Warum hat man da keine Synergien genutzt?

Insofern ist die Ankündigung, dass im Herbst der erste öffentliche Test startet, auch keine wirkliche Erfolgsmeldung.

Re: Frage eines Unwissenden

geschrieben von: JanH

Datum: 08.01.21 13:43

1. Extrakosten, um überhaupt erstmal eine eine Chipkarte zu erhalten.
2. Bei Bahnnutzung ist ein vergleichsweise großes Mindestguthaben (20 €, mit Ausnutzung des erlaubten negativen Guthabens effektiv wohl 16 €) notwendig, selbst wenn man eigentlich nur eine Kurzstrecke zurücklegen möchte.
3. Ermäßigungen für Kinder und Senioren gibt es nur mit persönlicher Chipkarte. Für nicht-Niederländer gab es die lange Zeit gar nicht zu kaufen, und auch jetzt ist das nur für die unmittelbaren Nachbarländer (Deutschland und Belgien und zusätzlich noch Luxemburg) möglich, alle anderen sind weiterhin außen vor (was dann auch zu paradoxen Ergebnissen führt – ein Deutscher aus Berchtesgaden bekommt problemlos eine persönliche ÖV-Chipkarte, ein eigentlich viel näher an den Niederlanden wohnender Franzose aus z.B. Lille hingegen nicht).

Punkt 1 und 2 fallen naturgemäß besonders ins Gewicht, wenn man mit der Karte nur relativ wenige Fahrten in einem begrenztem Zeitraum unternimmt, was eben gerade auf Urlaubsreisen zutrifft (insbesondere wenn man seinen Urlaub nicht regelmäßig in den Niederlanden verbringt).

Oyster ist in der Hinsicht auch nicht absolut perfekt, fällt aber bei allen Punkten insgesamt doch eher fahrgastfreundlicher als die ÖV-Chipkarte aus.
Ostholsteiner1 schrieb:
Viel mehr Sorgen macht mir da, dass der HVV nun schon seit Ewigkeiten an seinem Check-In-Be-Out-System arbeitet und inzwischen 5 Jahre Verspätung hat (was der oben verlinkte Artikel leider (oder wohlwissentlich) verschweigt). Der Verbund hat viele Jahre damit verdödelt, die zig Softwaresystem im Verbund zu harmonisieren und Kriterien für einen Testbetrieb zu formulieren (Quelle: [www.nahverkehrhamburg.de] )

Osnabrück hat dagegen ein fast identisches System nach sehr viel weniger Vorbereitungszeit im letzten Herbst an den Start gebracht. Funfact: Das dortige System wurde von einem Unternehmen entwickelt, dass auch beim HVV Softwaresysteme betreibt. Warum hat man da keine Synergien genutzt?
Osnabrück hat ein System, was im Prinzip nur kann: Fahrgast ist egal wo eingestiegen, Fahrgast ist egal wo wieder ausgestiegen. Das ist jetzt nicht ganz das, was im HVV gemacht werden soll...
Ober-Rodener schrieb:
Warum sollten wir nicht Bedenken äussern, die gglfs. im Vorfeld Probleme aufzeigen könnten?
Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber "Bedenken äußern" ist nicht:
- Das ist doch datenschutzmäßig auf jeden Fall Schrott
- Das kann gar nicht funktionieren
- Es MUSS die eierlegende Wollmilchsau werden
- Daran verdienen nur die Berater/IT-ler usw.
- Tariflich wird das nichts ändern (kann zwar so sein, hat aber mit dem System nichts zu tun)
...
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