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Aartalbahn: Konkrete Planungsschritte vereinbart

geschrieben von: Pinne46

Datum: 07.01.21 14:41

Guten Tag,

das hessische Wirtschaftsministerium hat eine Pressemitteilung zur Aartalbahn-Reaktivierung veröffentlich.

[wirtschaft.hessen.de]

Es ist sehr zu begrüßen, dass nach dem irrationalen City-Bahn-Votum bestimmter Leute in Wiesbaden nun zeitnah zumindest die Aartalbahn ins Planungs(Al-)Visier genommen werden soll. Das geht nur zusammen mit Rheinland-Pfalz und deren (hoffentlich bestehender) Bereitschaft, endlich ihren nördlichen Reaktivierungsabschnitt der Aartalbahn auf die Reihe zu bekommen.

Leicht dürfte das alles nicht werden, denn die Aartalbahn führt nun einmal, historisch bedingt, an den eigentlichen NKU-Potenzialen in Wiesbaden vorbei.

Aber vielleicht gelingt es ja doch, zumindest eine planerische Einstiegsstufe auf Normalspur ins Laufen zu bekommen, die dann später aufwärtskompatibel erweiterbar ist.


Grüße
Pinne46

==========================================


Schienenprojekte

Konkrete Planungsschritte für Aartalbahn vereinbart

07.01.2021Pressestelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Die wichtigsten Akteure haben sich zur Reaktivierung der Strecke beraten.

Für die Weiterentwicklung des regionalen Verkehrs und nach dem Wiesbadener Bürgerentscheid vom 1.11.2020 zu einer City-Bahn ist für die Aartalbahn zwischen Wiesbaden und der Rheingau-Taunus-Kreisstadt Bad Schwalbach eine neue Situation mit deutlich veränderten Rahmenbedingungen entstanden. Deswegen haben sich mit Vertreter aus dem hessischen Verkehrsministerium, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund, dem Rheingau-Taunus-Kreis und der Landeshauptstadt Wiesbaden die wichtigsten hessischen Akteure zusammengefunden, um gemeinsam über das weitere Vorgehen bezüglich einer möglichen Reaktivierung der Strecke zu beraten.


Bürgerentscheid zur Citybahn hat neue Situation geschaffen

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hob hierzu hervor: „Die Wiesbadener Citybahn wäre auch eine Reaktivierung der Aartalbahn von Wiesbaden bis Bad Schwalbach gewesen. Das bedauerliche ablehnende Votum des Wiesbadener Bürgerentscheids zur City-Bahn hat für die Aartalbahn damit eine neue Situation geschaffen. Die Probleme im Auto- und Busverkehr insbesondere zwischen Bad Schwalbach und Wiesbaden bestehen weiter fort – ebenso wie die Vorteile einer Reaktivierung der Aartalbahn für Umwelt und Klima. Daher gilt es nun rasch neue Konzepte für eine verkehrlich sinnvolle Reaktivierung zu prüfen. Wegen des grenzüberschreitenden Verlaufs der Strecke wird das in enger Kooperation mit Rheinland-Pfalz und den dortigen Aufgabenträgern für den Öffentlichen Personennahverkehr erfolgen.“

Günter F. Döring, zuständiger Dezernent des Rheingau-Taunus-Kreises, betonte noch einmal die besondere Bedeutung einer modernisierten Aartalbahn für die weitere Entwicklung des Kreises: „Auch wir haben ein großes Interesse daran, die seit Jahrzehnten brach liegende Aartalbahn wieder für den Schienenverkehr zu nutzen. Dies eröffnet uns die Möglichkeit, für unsere Kreisstadt Bad Schwalbach und der größten Stadt im Kreis, Taunusstein, in Abstimmung mit den beiden Kommunen im Rahmen eines integrierten Zug-/Bus-Konzeptes attraktive Verbindungen in Richtung Wiesbaden und das gesamte Rhein-Main-Gebiet zu schaffen.
In einer Arbeitsgruppe sind jetzt die Ziele zu definieren, damit die Gutachter sämtliche realistischen Möglichkeiten einer Reaktivierung prüfen können.“


Leistungsfähige Schienenstrecken gefragt

Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV, verwies auf die Bedeutung leistungsfähiger Eisenbahnlinien: „Seit RMV-Gründung vor 25 Jahren ist es uns gelungen, jedes Jahr die Fahrgastnachfrage zu steigern. Daran möchten wir nach Corona anknüpfen. Schließlich sind nach Corona die Verkehrswende für‘s Klima und die Vermeidung von Fahrverboten genauso wichtig wie vor der Pandemie. Für mehr Fahrgäste brauchen wir mehr und leistungsfähigere Schienenstrecken. Daher untersuchen wir zusammen mit den Partner in der Region Potenzi-al, Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten für die Aartalbahn.“

Andreas Kowol, Verkehrsdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, unterstützt das Vorgehen, einerseits ein Begutachtungsverfahren zu starten und andererseits die Vernetzung mit weiteren Angeboten in Wiesbaden und dem Umland stets mit zu betrachten: „Wir als Landeshauptstadt Wiesbaden haben ein vitales Interesse an grundlegenden Verbesserungen im Schienenverkehr. Nach der ablehnenden Entscheidung zur CityBahn werden wir uns dabei nun verstärkt auf eine mögliche Reaktivierung der Aartalbahn konzentrieren, selbstverständlich auch mit Blick auf Querbezügen zu sämtlichen anderen regionalen Zugverkehren nach Wiesbaden.
Das Jahr 2021 soll genutzt werden, um vertiefende Fachgutachten zu beauftragen und die veränderte Situation neu zu bewerten. Das betrifft selbstverständlich auch die Perspektiven für die Nassauische Touristikbahn“. Gleichzeitig ist es Kowol ein besonderes Anliegen, ab Frühjahr 2021 einen transparenten Beteiligungsprozess auf den Weg zu bringen, der es allen interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern ermöglicht, ihre jeweiligen Gedanken und Anregungen einzubringen: „Die vielfältigen Diskussionen im Vorfeld der CityBahn-Entscheidung haben uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, die Öffentlichkeit in die Entwicklung großer Infrastrukturvorhaben mit einzubinden. Mit Blick auf die Aartalbahn wollen wir darum noch frühzeitiger in einen öffentlichen Kommunikationsprozess eintreten. Unter anderem werden wir darum in den nächsten Monaten aufbereitete Hintergrundinformationen zu verschiedenen Schienenverkehrsthemen in Wiesbaden online stellen“.

Re: Aartalbahn: Konkrete Planungsschritte vereinbart

geschrieben von: Strizie

Datum: 07.01.21 15:28

Pinne46 schrieb:
Guten Tag,

das hessische Wirtschaftsministerium hat eine Pressemitteilung zur Aartalbahn-Reaktivierung veröffentlich.

[wirtschaft.hessen.de]

Es ist sehr zu begrüßen, dass nach dem irrationalen City-Bahn-Votum bestimmter Leute in Wiesbaden nun zeitnah zumindest die Aartalbahn ins Planungs(Al-)Visier genommen werden soll. Das geht nur zusammen mit Rheinland-Pfalz und deren (hoffentlich bestehender) Bereitschaft, endlich ihren nördlichen Reaktivierungsabschnitt der Aartalbahn auf die Reihe zu bekommen.

Leicht dürfte das alles nicht werden, denn die Aartalbahn führt nun einmal, historisch bedingt, an den eigentlichen NKU-Potenzialen in Wiesbaden vorbei.

Aber vielleicht gelingt es ja doch, zumindest eine planerische Einstiegsstufe auf Normalspur ins Laufen zu bekommen, die dann später aufwärtskompatibel erweiterbar ist.


Grüße
Pinne46
Worauf das hinauslaufen wird wissen wir doch alle.

In der Vergangenheit sind sämtliche Reaktivierungsbemühungen gescheitert.

Da die Stadt Wiesbaden nicht in Geld schwimmt und man die Reaktivierungskosten so gering wie möglich halten muss um eine positive NKU zu erreichen, dürfte das auf ein Sparausbau hinauslaufen.

Bei der kleinsten Verspätung bricht dann das Fahrplangefüge zusammen, weil die Kreuzungsstellen nur für einen optimalen Betriebsablauf ausreichen.

Auf der Oberbergischen Bahn im Kölner Raum kann man sehen wohin das führt. Bei Verspätungen wird vorzeitig gewendet mit entsprechendem Ärger bei den Fahrgästen.

Re: Aartalbahn: Konkrete Planungsschritte vereinbart

geschrieben von: M. Müller

Datum: 07.01.21 15:38

Strizie schrieb
Da die Stadt Wiesbaden nicht in Geld schwimmt
Echt? Ich hab mal gelernt, daß Wiesbaden zu den gut betuchten Städte zählt. Die haben genug Thermalquellen und damit verbundenen Tourismus.

Nach Nordhessen hin ebbt der Reichtum der Städte ab.

Jetzt und nach der Coronakrise wird man sehen, was noch von übrig bleibt.

Divide et impera

geschrieben von: D-Takter

Datum: 07.01.21 15:57

Hallo,

das sind gute Nachrichten.

Zum einen darf man Bürger vor Ort nicht fragen. Das hat man nun in Wiesbaden zum x-ten Mal gelernt. Die Mehrheit hat eben schon ein Auto.
Zum anderen sind Projekte, die man aufwärtskompatibel entwickeln kann, in Deutschland erfolgreicher als Großprojekte. Wenn die Aartalbahn erst einmal wieder fährt, dann kommt der Druck, sie quer durch die Innenstadt fahren zu lassen, von selbst, allerdings vielleicht erst in einigen Jahrzehnten.
Das schließt nicht aus, dass vom anderen Ende die Mainzer Straßenbahn auch kommt. Dass das technisch und organisatorisch geht, kann man sich in Krefeld ansehen.

Der D-Takter

Für die Nicht-Lateiner die Übersetzung: Teile und herrsche...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.21 15:58.

Re: Aartalbahn: Konkrete Planungsschritte vereinbart

geschrieben von: See-Hund

Datum: 07.01.21 16:07

Hallo Foristi,
wie steht es eigentlich um die seinerzeit durch einen LKW beschädigte Brücke? So wie ich den Vorfall in Erinnerung
habe, war das doch ein Versicherungsfall, oder? Wenn diese Brücke repariert/ersetzt werden würde, ist doch ein
wesentliches Hindernis, um wieder bis Wiesbaden zu gelangen, beseitigt. Denn wenn die Aartalbahn für den ÖPNV
genutzt werden soll, muß den Hauptpendlerströmen folgend, der wichtigste Verknüpfungspunkt in Wiesbaden sein.
Die Reaktivierung geht wahrscheinlich nur schrittweise, zuerts wieder Touristikverkehr, dann ÖPNV, so wie das hier
bei uns mit der Ablachtalbahn geplant ist.
Grüße vom See
Strizie schrieb:
Zitat:
Worauf das hinauslaufen wird wissen wir doch alle.
Nein, das weiß ich leider nicht.
Gibt es zu dieser Einschätzung eine nachvollziehbare Bergründung?

Strizie schrieb:
Zitat:
In der Vergangenheit sind sämtliche Reaktivierungsbemühungen gescheitert.
Das ist für mich kein Grund zu prüfen, wie unter veränderten Bedingungen eine Wiederinbetriebnahme gelingen kann.

Strizie schrieb:
Zitat:
Da ... man die Reaktivierungskosten so gering wie möglich halten muss um eine positive NKU zu erreichen, dürfte das auf ein Sparausbau hinauslaufen.
qed.

Strizie schrieb:
Zitat:
Bei der kleinsten Verspätung bricht dann das Fahrplangefüge zusammen, weil die Kreuzungsstellen nur für einen optimalen Betriebsablauf ausreichen.
Auf der Oberbergischen Bahn im Kölner Raum kann man sehen wohin das führt. Bei Verspätungen wird vorzeitig gewendet mit entsprechendem Ärger bei den Fahrgästen.

Da ist noch nicht einmal ein Prüfauftrag oder Gutachten vergeben,
aber der User @Strizie weiß es schon ganz genau.
Wieder einmal darf man nur noch mit dem Kopf schütteln, wenn das rheinische Orakel hier seine destruktiven Thesen zu besten gibt.

Ich finde es sehr begrüßenswert, dass sich Al-Wazir konstruktiv positioniert.

Re: Divide et impera

geschrieben von: Henra

Datum: 07.01.21 16:55

D-Takter schrieb:
Hallo,

das sind gute Nachrichten.

Zum einen darf man Bürger vor Ort nicht fragen. Das hat man nun in Wiesbaden zum x-ten Mal gelernt. Die Mehrheit hat eben schon ein Auto.
Ja, volle Zustimmung!
Sowohl, dass das gute Nachrichten sind als auch mit der Aussage zum Thema Befragung der SUV Besitzer. Einfach machen! Der Erfolg kommt dann schon.

Hallo Foristi,
wie steht es eigentlich um die seinerzeit durch einen LKW beschädigte Brücke? So wie ich den Vorfall in Erinnerung
habe, war das doch ein Versicherungsfall, oder? Wenn diese Brücke repariert/ersetzt werden würde, ist doch ein
wesentliches Hindernis, um wieder bis Wiesbaden zu gelangen, beseitigt. Denn wenn die Aartalbahn für den ÖPNV
genutzt werden soll, muß den Hauptpendlerströmen folgend, der wichtigste Verknüpfungspunkt in Wiesbaden sein.
Die Reaktivierung geht wahrscheinlich nur schrittweise, zuerts wieder Touristikverkehr, dann ÖPNV, so wie das hier
bei uns mit der Ablachtalbahn geplant ist.
Grüße vom See

Touristikverkehr dürfte es auf absehbarer Zeit kaum geben, da die NTB keine einsatzfähigen Fahrzeuge hat und der Oberbau sich mittlerweile in einem sehr schlechten Zustand befindet.
Seit 2009 ist kein Zug mehr gefahren. Zudem ist im Raum Taunusstein (Hahn-Wehen und Bleidenstadt) sehr dicht an die Bahngleise dran gebaut worden. Dort werden sich die Bewohner eine qualmende Dampflok nicht gefallen lassen. Wenn die Politik finanziell nicht kurzfristig hilft, wird die Strecke weiter kaputt gehen und der Wiederaufbau noch teurer.

Das schlimme ist, dass es über Jahre hinweg vielversprechende Ausflugsverkehr gab, dieser wegen Oberbaumängel aufgeben werden musste und man es nicht verstanden hat, für Abhilfe zu sorgen.

Bereits 1987 hatte man kurzfristig Fahrten im Berufsverkehr angeboten, die aber keine Resonanz fanden.

Re: Aartalbahn: Konkrete Planungsschritte vereinbart

geschrieben von: Tz 4683

Datum: 07.01.21 17:34

Hej,

am 14. März sind in Hessen Kommunalwahlen, danach löst sich das Thema wieder in Luft auf...

Auf der Aartalbahn wird nie wieder ein Zug fahren, leider:(

Gruß
Tz 4683
___________________

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Re: Divide et impera

geschrieben von: Werntalbahn

Datum: 07.01.21 18:00

Henra schrieb:
Ja, volle Zustimmung!
Sowohl, dass das gute Nachrichten sind als auch mit der Aussage zum Thema Befragung der SUV Besitzer. Einfach machen! Der Erfolg kommt dann schon.
Erinnert mich an die Reaktivierung Bad Bentheim-Neuenhaus. Ginge es nach der Meinung / Stimmung in der dortigen Bevölkerung, würden die heutigen* Menschenmengen noch lange auf ihren Zug warten. Was wurde damals gegen die Bahn gewettert...

*ja, und zur Corona-Zeit ist da natürlich weniger los, aber trotzdem sind die Züge noch ganz gut besetzt
Tz 4683 schrieb:
Hej,

am 14. März sind in Hessen Kommunalwahlen, danach löst sich das Thema wieder in Luft auf...

Auf der Aartalbahn wird nie wieder ein Zug fahren, leider:(
So ist es und dem ist nichts hinzuzufügen.

Re: Aartalbahn: Konkrete Planungsschritte vereinbart

geschrieben von: andreas +

Datum: 07.01.21 18:40

Strizie schrieb:
Worauf das hinauslaufen wird wissen...., dürfte das auf ein Sparausbau hinauslaufen.

... bricht dann das Fahrplangefüge zusammen, ...
Nu' lamentiere nicht gleich so sauertöpfisch 'rum, sondern laß' die das mal machen.

Re: Aartalbahn

geschrieben von: andreas +

Datum: 07.01.21 18:42

Tz 4683 schrieb:
Auf der Aartalbahn wird nie wieder ein Zug fahren,
Sag niemals 'nie' !

Re: Aartalbahn

geschrieben von: andreas +

Datum: 07.01.21 19:07

Der Mann aus dem Feld schrieb:
Zudem ist im Raum Taunusstein (Hahn-Wehen und Bleidenstadt) sehr dicht an die Bahngleise dran gebaut worden. Dort werden sich die Bewohner eine qualmende Dampflok nicht gefallen lassen.

"Sehr dicht" an die Bahngleise ist relativ; dicht an die Gleise gebaut wird bzw. ist nur das sog. neue Hahner Zentrum.

(Und den "Qualm" einer Dampflok kann man ja mal ins Verhältnis setzen zu den Abgasen aus den Kaminen der Wohnhäuser aufgrund zu feuchten Holzes und schlechter Feuerführung.)

Re: Aartalbahn

geschrieben von: Christof_K

Datum: 07.01.21 19:08

andreas + schrieb:
Tz 4683 schrieb:
Auf der Aartalbahn wird nie wieder ein Zug fahren,
Sag niemals 'nie' !

Naja, den "klassischen" Abbauzug gibt es wohl nicht mehr. Das macht man jetzt alles mit dem Lkw.

Aber es sind ja nur Kommunalwahlen, keine Landtagswahlen.

Abso wird die Durststrecke noch etwas länger dauern als bis März.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.21 19:09.

Was hat sich denn groß verändert

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 07.01.21 23:49

...seit der letzten NKU? Die Bahnhöfe von Bad Schwalbach, Taunusstein und Wiesbaden liegen noch immer fernab der Eigentlich Quell- und Zielgebiete, die Strecke ist noch immer steil und kurvenreich, und erlaubt mit „heavy Rail“-Fahrueugen nur vergleichsweise niedrige Geschwindigkeiten und damit kaum Fahrzeitgewinne. Eine durchgehende Reaktivierung wird auch keinen besseren NK-Quotienten bringen, denn im Mittelteil mäandert die Strecke durch dünn besiedeltes Gebiet im Tal, während die Ortschaften oben auf der Höhe liegen. Der Bus auf der „Hühnerstraße“ hat da wesentlich mehr Potenzial, vom PKW sprechen wir lieber gar nicht erst. Der Nordteil für sich sieht wieder positiver aus, aber nur in Richtung Limburg, Richtung Wiesbaden wird sich die Fahrt kaum einer antun. Immer wieder das gleiche zu versuchen und jedesmal auf ein anderes Ergebnis zu hoffen ist das, was Einstein mal als Definition von Wahnsinn beschrieb. Insofern eine echte Wahnsinnsidee.
Welche Reaktivierung wurde denn bislang sehr großzügig ausgestaltet. Sagen wir mal mit konkurrenzfähigen Fahrzeiten zum Auto und einer Infrastruktur welche bei Verspätungen nicht gleich ans Limit kommt.

Das Problem bei solchen Reaktivierungen ist immer das gleiche. Die Bahninfrastruktur liegt oftmals unverändert seit ihrem Bau. Damals wo die Aartalbahn in Betrieb genommen wurde gab es aber noch keine vierspurigen Bundesstraßen mit guter Trassierung.

Um die Aartalbahn wirklich konkurrenzfähig und als Alternative zum Auto machen zu können reicht es nicht die Strecke nur zu reaktivieren. Man müsste also hingehen und die Strecke in Teilen neu trassieren (was bei der Bahn ja immer zu Teuer ist für die Straße jedoch nicht).

Des Weiteren bräuchte man spurstarke Züge (Fahrdraht) und am besten zweigleisige Begegnungsabschnitte in gewissen Abständen (also nicht nur lumpige Kreuzungsbahnhöfe).

Das wäre aus meiner Sicht ein angemessener Standard aus heutiger Sicht.

So und jetzt mal die Frage an Dich wie realistisch ist so ein Szenario bei der Aartalbahn?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.21 00:25.
Strizie schrieb:
Zitat:
Um die Aartalbahn wirklich konkurrenzfähig und als Alternative zum Auto machen zu können reicht es nicht die Strecke nur zu reaktivieren. Man müsste also hingehen und die Strecke in Teilen neu trassieren (was bei der Bahn ja immer zu Teuer ist für die Straße jedoch nicht).
Das Problem dabei ist, dass man schnell umweltrechtliche Fragestellungen im Aartal bekommt, teilweise auch bei der Nachrüstung/Verlängerung von Kreuzungsgleisen....


Strizie schrieb:
Zitat:
Des Weiteren bräuchte man spurstarke Züge (Fahrdraht) und am besten zweigleisige Begegnungsabschnitte in gewissen Abständen (also nicht nur lumpige Kreuzungsbahnhöfe).
Und die Elektrifzierung kostet aber auch einiges.

Spaßig wird es eh, wenn es darum geht, wo/wie man in Wiesbaden die Strecke mit dem restlichen ÖV-Verkehrsnetz sinnhaft verknüpft. Es fehlt eben schon die Innenstadtanbindung und so schnell wird sie nicht kommen.

Die Kommunalwahl sehe ich als problematischer an, da dort die Autofraktion Oberwasser hat. Im Land sieht es derzeit viel besser aus...

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
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Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]
Strizie schrieb:
Welche Reaktivierung wurde denn bislang sehr großzügig ausgestaltet. Sagen wir mal mit konkurrenzfähigen Fahrzeiten zum Auto und einer Infrastruktur welche bei Verspätungen nicht gleich ans Limit kommt.
...

Das wäre aus meiner Sicht ein angemessener Standard aus heutiger Sicht.

So und jetzt mal die Frage an Dich wie realistisch ist so ein Szenario bei der Aartalbahn?
Moin Strizie,

ich antworte jetzt einfach mal...

Klar wäre ein Superluxus-Ausbau mit allen Schikanen ne tolle Sache. Daß das Geld nicht vorhanden ist, dürfte Dir vollkommen klar sein.

Mit solchen Forderungen kann man ein Projekt auch totrechnen. Denn ob das mit so hohen Ausgaben immer noch wirtschaftlich ist, ist noch gar nicht bewiesen. Dann lieber erstmal klein anfangen und sehen, was man mit den vorhandenen Mitteln erreichen kann.
Dann fährt nicht erst in 15 Jahren der Hightech-Zug auf der Supertrasse, sondern in 5 Jahren ein gewöhnlicher Zug, auf vorhandener Trasse mit dem nötigsten Ausbau.
Aber es fährt was und bietet erstmal eine Verbindung. Die kann man ja später immer noch weiter ausbauen, wenn weiterer Bedarf besteht.

Dazu steht in der Pressemitteilung auch drin: "Daher gilt es nun rasch neue Konzepte für eine verkehrlich sinnvolle Reaktivierung zu prüfen"
Also nicht gleich mit Maximalforderungen durch die Wand, sondern realistisch planen.
Ich hoffe einfach mal, daß es etwas vernünftiges wird - wenns vorliegt, folgt sicherlich Detailkritik.

Dieses Konzept wird z.B. in Baden-Württemberg bei diversen Strecken erfolgreich verfolgt. Auch bei der weiter oben schon genannten Bentheimer Eisenbahn wurde nicht gewartet, bis die Gesamtstrecke nach Coevoerden / NL bereit für die Reaktivierung wäre, sondern es wurde erstmal mit dem Abschnitt bis Neuenhaus begonnen. Der erweist sich als voller Erfolg, die Fahrgastzahlen liegen über den Prognosen. Da hat man also anscheinend die Wünsche der Fahrgäste getroffen - ob die Fahrzeit konkurrenzfähig ist, werden sie am besten beurteilen können. Es gibt ja auch noch ein paar andere Kriterien bei der Verkehrsmittelwahl.
Und gut genutzte Züge sind auch ein gutes Argument für Folgemaßnahmen.

Bei der Aartalbahn wäre ja auch schon etwas gewonnen, wenn die Autofahrer nicht mehr die gesamte Strecke bis Wiesbaden oder Frankfurt mit dem Auto zurücklegen, sondern nur bis zum Bahnhof Bad Schwalbach, Taunusstein etc. fahren und dort in den Zug umsteigen.
Immer noch attraktiver als die Juckelei mit dem Bus über die Dörfer!

Und wenn ich hier im Eisenbahn-Forum schon gleich die pauschalen "Da wird nie wieder was fahren"-Kommentare lese, wundert es mich nicht, in der weniger Eisenbahn-interessierten Bevölkerung eine ablehnende Haltung zu finden...

Viele Grüße
schienenbär42

Re: Aartalbahn: Konkrete Planungsschritte vereinbart

geschrieben von: ingo st.

Datum: 08.01.21 12:21

Die Parteien sollen sich zur Eisenbahn positionieren.
Wenn sie gewählt werden, können sie entsprechende Beschlüsse zur Reaktivierung machen und umsetzen lassen.
Das Wahlvolk hat entschieden.

Noch mal fragen ? Wie häufig denn?
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