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Re: Bürokratie

geschrieben von: Supercity

Datum: 06.01.21 23:06

dor Jörsch schrieb:
Ja, der Kommentar triffts ganz gut. Der öffentliche Dienst braucht immer mehr Personal, aber nicht weil die eigentliche Arbeit wächst sondern der ganze rechtliche KlimPlim mit seinen übertriebenen Regularien drumherum. Hier noch ein Betriebsratmitglied mehr, da noch ne Gleichstellungsbeauftragte, usw. - das sind alles nutzlose Bedenkenträger, die außer im Prozesse verschleppen keinen Mehrwert bieten. Und erstmal eingenistet schaffen all diese Mitentscheider ihr kleines Imperium und wollen mit aller Macht ihrem Dasein irgendne Daseinsberechtigung schaffen. Die Seuche zieht sich durch ganz Deutschland. Bei mir würde ich Prozesse zeitlich locker um die Hälfte verkürzen können wenn nicht jeder dieser zu beteiligenden Stellen vorhanden wären. Und deshalb dauert in Deutschland alles ewig lange.
... Und morgen beschweren wir uns wieder über den schlanken Staat, wo alles weggespart wurde.

http://www.bilder-hochladen.net/files/ii7i-e9-3cf1.jpg
TGV4402 schrieb:
Henra schrieb:
gastronomie1916 schrieb:
Hinter der Bezahlschranke wird erwähnt:
...
- Wasserkopf wächst: ausufernder Verwaltungsapperat: Seit 2010 33% mehr Personal, im gleichen Zeitraum bei den Eisenbahner im Kerngeschäft nur 15%.
OK, das passt zu dem was ich so gesehen/gelesen/gehört hatte.
Wurde zuletzt hier mal wieder angezweifelt, dass im 'Overhead' ein Wachstum stattgefunden hat und bei den Indianern Verluste zu verzeichnen waren.
Weltbild passt wieder. Leider :-(. Hätte mich ehrlich gerne geirrt.
Im Handelsblatt-Artikel ist von einem Personalwachstum von 33% in der DB-Holding die Rede. Diese wird im Artikel als "Wasserkopf" bezeichnet.

Deine Beobachtungen können also nicht bestätigt sein, denn die beziehst Du auf die Verwaltung allgemein.

Die Frage ist: Wer gehört zur "DB-Holding" und wieviel Mitarbeiter hat diese überhaupt?
DB-Holding sind die "Stabsabteilungen" des Konzerns, die die einzelnen DB-Unternehmen in übergreifenden Angelegenheiten koordinieren. Das gilt beispielsweise für die Normen und Gesetze, die Corailliebhaber genannt hat, die sonst jedes DB-Unternehmen einzeln für sich umsetzen müsste.

Googeln ergab als Auszug aus dem Handelsblatt-Artikel:

Zitat
Nach Angaben der Regierung auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Matthias Gastel ist die Zahl der Mitarbeiter in der DB-Holding binnen zehn Jahren seit 2010 um 33 Prozent auf 6364 gestiegen.

Zum Vergleich: Ende 2019 hatte laut Wikipedia die DB AG insgesamt 323.944 Mitarbeiter.
Demnach wären weniger als 2 Prozent davon bei der Holding - über eine solche Wasserkopf-Quote könnte sich doch niemand beschweren. Aber wenn der Handelsblatt-Autor die Holding als Wasserkopf und alle anderen als produktiv einstuft, dann belegt er eigentlich nur eins: dass er vom Konzern DB AG nicht die geringste Ahnung hat.
Hallo zusammen,

ich gebe schon gleich mal zu dass ich nicht alle Antworten gelesen habe und masse mir auch nicht an, den grossen Überblick zu haben.
Aber:
Als kleinen Teilaspekt werfe ich mal ein dass etliche Dinge aus europäischer Sicht der DB übergestülpt wurden, ohne dass sie sich wehren konnte.
Beispiel TSI, TEIV, EIGV. Das ist z.T. ein erheblicher Verwaltungsaufwand, der gestemmt werden muss, sonst gibt's weder Zulassung noch Inbetriebnahmegenehmigungen.
Viel Papier, aber ob die Bahn besser fährt?

Personalmehrung im nicht direkt operativen Bereich vor Ort könnte evtl. auch damit zusammenhängen, dass einzelne Bereiche wo hohes eisenbahntechnisches Know-how erforderlich ist, wieder mehr von eigenem kompetenten Personal wahrgenommen wird, als von "Dritten" / outgesourcten....
Die gelieferte Qualität und die aufgerufenen Preise könnten evtl die Erkenntnis gebracht haben, dass man darüber nachdenken sollte.

Meint der Funkentratzer



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.21 07:57.
Corona?

Man kann sehr unterschiedlicher Meinung sein.

Ich möchte keine Diskussion über Sinn oder Unsinn der Maßnahmen aufmachen. Allerdings bin ich zunehmend besorgt.

Ich befürchte, dass der Lockdown immer weiter verschärft werden wird und länger dauert. Grund: die englische Mutation. Offenbar hat man vor dieser Mutation große Angst. Vermutlich ist sie schon deutlicher hier, als viele Wissenschaftler befürchten. Aktuelle englische Verhältnisse sind ganz grausam. Im China hat man ca. 100 positiv getestete Menschen in einer Stadt entdeckt. Man riegelt alles ab und jeder muss zum Test antreten. Panik oder einzige Chance? Leider habe ich das Empfinden es war noch nie so schlimm und es ist erst der Anfang!!!

Greetings

Heiko
Zitat: "Ohne Ausschreibungen hätten wir auf vielen Nebenstrecken gar keine Eisenbahn mehr."

Ui. Abgesehen davon, dass die Bahnreform in Bayern allein 1995 und 1996 jeweils zehnmal (!) so viele Streckenkilometer gekillt hat wie der Durchschnitt der Jahre 1949-94, wird die Entscheidung, wo welcher SPNV stattfindet nachwievor von einem staatlichen Aufgabenträger entschieden, der nicht die beste Leistung ausschreibt, sondern den billigsten Betrieb für eine bereits festgelegte Leistung. Genauso wie der Wettbewerb keine Strecken gerettet hat, ist er für Abbestellungen z.B. in Sachen verantwortlich noch für die Nichtreaktivierungen in Bayern, z.B. der Ilztalbahn. Der Bund hat die DB durch Beschlüsse des Bundestags 1980 (zur Erinnerung, wir hatten Wirtschaftsflaute) massivst zum Sparen verdonnert und u.a. den Ilztalbahn-SPNV dann 1982 eingestellt. Heute ist so viel Geld im System wie nie, aber die Linie komischerweise immer noch nicht wieder regulär am Netz. Warum? Würden die heutigen Regionalisierungsmittel aber auch mal wieder halbiert oder geviertelt, bin ich mal gespannt, ob der "Wettbewerb" gegen ähnlich massive Ausdünnungen des Fahrplans irgendwas helfen würde. Es hat schon Gründe, warum viele Städte ihre Betriebe längst oft wieder rekommunalisieren. Es spart Geld und demokratisch legitimierte Gremien wie ein Stadtrat bekommen direkten Einfluss drauf! Ausgerecht bei der Eisenbahn sollen diese Effekte alle nicht wirken?

Der "Wettbewerb" hat uns auch nicht, wie oft behauptet, den Taktverkehr im SPNV gebracht, der wurde als Rolle Rückwärts 1984/85 auf den Weg gebracht samt z.B. Bestellung der ersten 150 Stück der Baureihe 628.2. Das ist das nächste: Aus der Hauptverwaltung heraus zentral 150 Stück ist sicherlich günstiger als wenn man jedes Jahr zig Firmen mit zig Verwaltungen und Leuten, die das auch nicht jeden Tag machen, irgendwo Kleinserien von irgendwas bestellen lässt, oder?

Hinter jeder nicht gewonnenen Ausschreibung steht nicht unerheblich für die Unternehmen kostenpflichtige Arbeitsleistung. Das können, wenn man "kleine Teams zu 10 Leuten" das machen lässt, bei nur Gehältern im Mittel um 4.000 Euro bei zwei Monaten plus Urlaubsanspruch etc. allein an die 100.000 Euro nur Arbeitskosten sein. Dann sitzen da überall Qualitätsmanager auf EVU- und Bestellerseite, die wiederum am besten beim allem, was sie tun, in Wettbewebsrecht erfahrene Juristen zu Rate ziehen. Im Eigenbetrieb sparen sich z.B. die erwähnten Stadtwerke als Aufgabenträger = ausführendes Unternehmen mittlerweile diese ganzen, für diese letztendlich durchgeführten Bahnbetrieb im Grunde unerheblichen Zwischenebenengeplänkel gerne.

Natürlich wirkt der Bundesbahnbetrieb aus der Sicht von über 25 Jahre später irgendwie "alt" und außer für Museumsbahner unattraktiv. Aber das letztlich unreklektiert 1:1 mit heute zu vergleichen ist so blöd wie heutige Preise nach 19 Jahren einfach mal in D-Mark von 2001 oder "gefühlt" noch viel früher umrechnen und daraus Rückschlüsse auf die jeweiligen Währungen ziehen ... ;-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.21 03:35.

Angehalten nicht, aber ...

geschrieben von: märchenerzähler

Datum: 07.01.21 08:02

Der nachdenkliche Stromrichter schrieb:
...... Der Klimawandel ist nämlich nicht per Verordnung für die Dauer der Pandemie angehalten.
... verlangsamt.
Stuttgart kann nur wegen des geringeren Verkehrsaufkommens die Umweltvorgaben bezüglich Feinstaub, etc. einhalten.

Re: Der Trend ist doch vorhersehbar ...

geschrieben von: Werntalbahn

Datum: 07.01.21 09:56

bahnratefuchs schrieb:
Zitat
Trotzdem denke ich, die Züge nicht fahren zu lassen, wäre auch nicht das Gelbe vom Ei:

- Personal und Material müssen umdisponiert werden
Das einzige Problem ist: wohin mit all den stillgelegten Zügen.

Den paar Zwangskunden wird das Taxi bezahlt. Deutlich günstiger.

ICE 1-LDV wird beerdigt und wie die ICE 2 werden die Züge ersatzlos verschrottet. Mit den neueren und noch bestellten Zügen wird man auf lange Zeit auskommen.
(...)

1. Du hast offenbar noch nie Personal und/oder Material in der Größenordnung eines DB-FV disponiert.
2. Für alle verbliebenen Dienstreisenden (so wenig sind das nicht) Taxis über tausende Kilometer... na ja...
3. Den Rest des Beitrags verbuche ich mal unter: "Willst Du Dich nicht auf Deine Kernkompetenzen (Fahrgäste zählen) konzentrieren?"
Hallo,

weshalb sollten sich die Mitarbeiter deren Arbeit immer weiter verdichtet und deren Arbeitsbedingungen von Jahr zu Jahr immer schlechter werden (weil es dem Unternehmen angeblich wirtschaftlich so schlecht geht) auch noch darüber freuen, daß Bereiche in diesem Unternehmen - die meist überhaupt nicht gebraucht werden - immer weiter aufgebläht werden und das dafür erforderliche Geld vor allem bei den betrieblich notwendigen Mitarbeitern und deren Arbeitsbedingungen und an den Kundenbedürfnissen gespart wird?!

Wie kann es z.B. sein, daß mittlerweile die 4 oder 5 Cargozentrale für hunderte Millionen gebaut/ gemietet wird, obwohl dieser Unternehmensbereich pro Jahr hunderte Millionen an Verlusten einfährt und gleichzeitig hunderte von Güterverkehrsverladestellen geschlossen wurden/werden.

Natürlich kann da der einzelne im Wasserkopf beschäftigte Mitarbeiter nichts dafür, aber insgesamt muß diese "Strategie" endlich hinterfragt und vor allem gegengesteuert werden! Bei der DB dürfte aktuell etwa 1 "Führungskraft" auf 2 - 3 "Indianer" kommen, das ist der Ruin JEDES wirtschaftlich geführten Unternehmens.

In diesem Unternehmen diskutiert man ernsthaft über 0,75 % Lohnerhöhung für ALLE, obwohl gerade das zum Eisenbahnbetrieb notwendige Personal immer höheren Belastungen ausgesetzt ist (z.B. Dank optimierter Schichtplanung muß im Monat für mehr als 50% der Arbeitseinsätze das Auto zur Fahrt zur Arbeit genutzt werden, mit entsprechenden Mehrkosten) obwohl sich bedeutend mehr Geld sparen ließe, wenn man den im Handelsblatt skizzierten Wasserkopf um die notwendigen MINDESTENS 15 - 20 % reduzieren würde.


Mit freundlichen Grüßen
Kilometerrekord
Hallo,

jetzt vergleiche doch einfach mal den prozentualen Anteil am "Overhead" der anderen mehr als 350 EVU in Deutschland -die die gleichen von Dir genannten Vorgaben zu erfüllen haben- mit dem der DB und stelle Dir die Frage, weshalb die sich diesen unglaublichen Luxus an Personalverschwendung nicht leisten (können)?!

Mit freundlichen Grüßen
Kilometerrekord
kmueller schrieb:
Werntalbahn schrieb:
Na ja, schauen wir mal, wie es weiter geht...
Was man auf den Bildern aus der 1.Kl. sieht, ist der Einbruch des Flugverkehrs. Hier im konkreten Segment 'Flughöhe null'.
Ja, da ist schon was dran. Dienstreisen sind quasi auf 0...
Obwohl ich zur "Ehrenrettung der 1. Klasse" sagen muss, dass es nicht immer ganz so leer aussieht. In so manchem IC hab ich aktuell schon in jedem Abteil des Avmmz 1-2 Personen sitzen sehen, so dass ich dann schon überlege wohin ich mich selber setzen soll. ;-) Und wie gesagt, im ICE sitzen manchmal 20-30 Leute brav ihre erstklassigen Reservierungen in einem Wagen ab, während der andere komplett leer ist.

Blendet man die Material"verschwendung", das Geld usw. aus, könnte man fast sagen so entspannt wie zur Zeit ist man selten gereist. :-)

Vogel Strauß-Politik ...

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 07.01.21 10:36

Huhu.


erbsenzähler89 schrieb:
Das ist doch völlig realitätsfremd.
In Wirklichkeit wird sich kurz-, mittel- und langfristig der Ausbau der Angebote fortsetzen.

Die seit Monaten hier prophezeiten Untergangsszenarien sind alle nicht eingetreten und es gibt auch keine Anzeichen, dass sich das nach dem Ende der Pandemie ändern wird.
Genau. Halbes Jahr abwarten und alles wird wie früher.

Nach allem, was man liest, ist das Weihnachtsgeschäft noch deutlich katastrophaler ausgefallen als befürchtet. Die Mobilität der Bürger im 2. Lockdown ist deutlich geringer gesunken als im 1. Lockdown. Die Bahn hat davon offensichtlich nicht profitiert. Die Krise ist also längst da.

Das Geschäftsmodell: mit vollen bzw übervollen Zügen die leeren mit zu finanzieren, dürfte in der Form für längere Zeit nicht aufgehen. Oder glaubst du ernsthaft, dass in den nächsten Monaten irgendwer Besetzungen über 50% - sprich: auf dem Nachbarsitz ein Fremder - akzeptieren wird?

Und inwieweit sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen auswirken, wird auch sehr spannend. Zu meinen, dass sich nichts ändert und alles wie vorher wird, halte ich gelinge gesagt für sehr naiv.

Oder sollen wir es einfach so machen wie weiland in der DDR: Der Staat zahlt einfach für alles! Damit es hier bald so aussieht wie 1989 in der DDR?

Es geht nicht um Weltuntergangsszenarien - es geht darum, sich JETZT Gedanken zu machen, wie die Eisenbahn der Zukunft aussehen soll. Wie sie finanziert werden soll. Und wie das Vertrauen in eine pandemiesichere Beförderung erhöht werden kann. Wobei da nicht die Frage entscheidend ist, ob die Bahn sicher ist, sondern ob sie als sicher empfunden wird. Der überdeutliche Einbruch des Weihnachtsverkehrs lässt da nicht auf Vertrauenserhöhung schließen.

By the way: wann ist das eigentlich --> 'nach der Pandemie'? Wenn Pofalla sie für beendet erklärt? Wenn die Zahl der Coronatoten unter Zahl X sinkt? Oder wenn wir ein neues Erregungsthema gefunden haben - Terror ist grad 'out', Klimawandel auch nicht sooo das Thema, jetzt Corona; was als nächstes?

Aber gut, dass alles muss nicht interessieren. Zumal wenn Bahnfans oder gar im Bahnwesen Beschäftigte leere Züge bejubeln - "alles richtig gemacht".


Schöne Grüße von jörg

Fast total leere Züge sind ganz schlecht fürs Klima

geschrieben von: pm

Datum: 07.01.21 10:55

diese Grunderkenntnis sollte man doch ersteinmal haben- bei der derzeitigen Auslastung ist selbst eine Porsche Cayenne Nutzer umweltfreundlicher unterwegs als ein ÖPNV Nutzer. Es ist einfach fiskalischer und umweltpolitischer Wahnsinn den ÖPNV nicht zu reduzieren-25% der Leistungen könnten problemlos wegfallen.Hier fährt der SPNV wie an jedem normalen Schultag-entsprechend ist die Auslastung. Morgen fahren die ganzen 19xx Entlaster ICs.Am Wcohenende fahren die ganzen Nachtexpressbusse. Und die völlig leeren neuen Schnell- oder Metrobusse und neu eingeführten Angebote zum Fahrplanwechsel im Dezember-warum hat man dies einfach nicht verschoben?

Re: Bürokratie

geschrieben von: kmueller

Datum: 07.01.21 11:05

Supercity schrieb:
dor Jörsch schrieb:
erstmal eingenistet schaffen all diese Mitentscheider ihr kleines Imperium und wollen mit aller Macht ihrem Dasein irgendne Daseinsberechtigung schaffen. Die Seuche zieht sich durch ganz Deutschland. Bei mir würde ich Prozesse zeitlich locker um die Hälfte verkürzen können wenn nicht jeder dieser zu beteiligenden Stellen vorhanden wären. Und deshalb dauert in Deutschland alles ewig lange.
... Und morgen beschweren wir uns wieder über den schlanken Staat, wo alles weggespart wurde.
Schlimm ist es, wenn Produktion weg'gespart' wird. Verteilungskämpfe dagegen sind verzichtbar.

Das Problem ist: je höher die Produktivität, desto weniger lohnt das (selber) Produzieren gegenüber (Verteilungs-)Kampf um das, was (immer weniger) andere noch produzieren. Damit führt sich die Konkurrenzgesellschaft selber ad absurdum. Das Bahnwesen ist nur ein besonders lerreiches Beispiel dafür.
Dafür müssen aber fast alle Gäste bei uns derzeit mit der Bahn anreisen (auf der Mittelstrecke wird auch öfters das Auto genommen)-die Flieger sind alle gestrichen.
Rohrbacher schrieb:
Es hat schon Gründe, warum viele Städte ihre Betriebe längst oft wieder rekommunalisieren. Es spart Geld und demokratisch legitimierte Gremien wie ein Stadtrat bekommen direkten Einfluss drauf! Ausgerecht bei der Eisenbahn sollen diese Effekte alle nicht wirken?
Das wichtigste Wort habe ich im Zitat hervorgehoben. Daß 'Kommunalisieren' wirkt, sieht man nämlich nicht nur in hiesigen Städten sondern auch im Ausland. Man müßte nur hinschauen, aber man will das nicht.

Die Politiker (fast) aller Parteien verhalten sich auf diesem Gebiet exakt so, wie sie es - auf einem anderen Politikfeld - den 'Coronaleugnern' vorwerfen. Mit den bekannten Resultaten fauler Kompromisse: es wird das Schlechteste aus beiden Optionen kombiniert.
Kilometerrekord schrieb:
Hallo,

jetzt vergleiche doch einfach mal den prozentualen Anteil am "Overhead" der anderen mehr als 350 EVU in Deutschland -die die gleichen von Dir genannten Vorgaben zu erfüllen haben- mit dem der DB und stelle Dir die Frage, weshalb die sich diesen unglaublichen Luxus an Personalverschwendung nicht leisten (können)?!
Sorry, aber auf die Dauer ist mir das doch zu billig. Was kann man denn tun, wenn es um "Overhead reduzieren" geht?
Es fängt ja schon damit an, dass sich hier offenbar unter "Overhead" jeder etwas anderes vorstellt.

a) Laut Handelsblatt: Overhead = Holding.
Das ist offensichtlicher Humbug. Beleg: Jeder, aber auch wirklich jeder, der die DB von innen kennt.

b) Aus Deinem anderen Beitrag:

Zitat
Bei der DB dürfte aktuell etwa 1 "Führungskraft" auf 2 - 3 "Indianer" kommen
Da würde mich mal interessieren, wie Du auf diese Einschätzung kommst. Ich kenne keine DB-Führungskraft, die nicht mindestens 8 bis 10 Mitarbeiter "unter sich" hätte, es können auch mal 20 bis 30 sein. Oder aber Teamleiter von ca. 5 Personen, die dann aber die Teamleitung nur als Teilzeitjob machen und sich selbst noch an der direkt produktiven Arbeit beteiligen.

c) Forist Henra in einem anderen Thread:

Zitat
Allerhand interne Powerpoint "Fabriken", die sich z.B. mit Flugtaxis&Co beschäftigen.
Mit Flugtaxis&Co beschäftigen sich die wenigsten. Und diese wenigen lassen sich durchaus noch gut rechtfertigen damit, dass die Bahn ja mit modernen Entwicklungen Schritt halten muss. (Selbst um einen Trend als irrelevant verwerfen zu können, muss man ihn sich erst einmal angeschaut haben.)

d) Manchmal habe ich den Eindruck, dass manche "Eisenbahner der Front" so ziemlich alle Büro-Mitarbeiter als Overhead ansehen. Bei näherem Nachfragen weicht man dann schrittweise zurück. Ja, Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc. müssen ja sein. Und ja, dafür müssen auch zentral Prozesse aufgesetzt und die nötigen Werkzeuge für diese Prozesse spezifiziert und entwickelt oder beschafft werden, insbesondere wenn es um sicherheitskritische Dinge geht. Und das muss auch noch ständig an wechselnde Anforderungen, etwa neue gesetzliche Vorschriften, angepasst werden. Also?

Mittlerweile kann ich mir daher vorstellen, dass die Antwort auf Deine Frage zumindest teilweise lautet: Die gleiche Aufgabe wird bei der DB als Overhead gezählt und bei den Privaten nicht, weil sie bei der DB an übergreifender Stelle für alle erledigt wird, bei Privaten dagegen von irgend jemandem direkt vor Ort (der aber genauso viel Aufwand hineinstecken muss), oder auch als externer Auftrag vergeben. In diesen Fällen wäre der höhere Overhead-Anteil der DB nichts als eine statistische Seifenblase.

Gut möglich, dass manche der genannten Punkte durchaus noch Einspar-Potential haben. Aber bevor wir das Potential heben können, sollten wir uns schon darüber einig werden, was wir denn eigentlich wollen. Und wie das zu schaffen ist, ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten. Es ist ja auch niemandem geholfen, wenn man eine Arbeit des "Overheads" stattdessen plötzlich auch noch den "Basis"-Mitarbeitern aufdrückt.
kariadsko schrieb:
Kilometerrekord schrieb:
jetzt vergleiche doch einfach mal den prozentualen Anteil am "Overhead" der anderen mehr als 350 EVU in Deutschland -die die gleichen von Dir genannten Vorgaben zu erfüllen haben- mit dem der DB und stelle Dir die Frage, weshalb die sich diesen unglaublichen Luxus an Personalverschwendung nicht leisten (können)?!
Sorry, aber auf die Dauer ist mir das doch zu billig. Was kann man denn tun, wenn es um "Overhead reduzieren" geht?
Strukturen verschlanken, Hierarchieebenen reduzieren, Kompetenzen klar regeln, Synergieeffekte konsequent nutzen, auf's Kerngeschäft konzentrieren. Das alles wäre ja schonmal ein guter Anfang.

kariadsko schrieb:
Es fängt ja schon damit an, dass sich hier offenbar unter "Overhead" jeder etwas anderes vorstellt.
Der Begriff Overhead ist ziemlich eindeutig bestimmt. Dazu gehört alles, was nicht direkt an der Produktion beteiligt ist. Und zwar im Gesamtkonzern. Und um nun den Zusammenhang zum Beitrag von @Kilometerrekord herzustellen: Bei anderen EVU beträgt der Anteil des Overheads an der Gesamtanzahl aller Mitarbeiter bis in die Konzerspitze rund 15%, alles was höher liegt wird allgemein nicht als wettbewerbsfähig angesehen. Bei der DB wird dieser Wert schon auf der Ebene der Regionen erreicht, der Anteil in den Unternehmens- und Konzernzentralen kommt dann noch oben drauf. Da kommen dann nochmal locker 10% zusammen...

kariadsko schrieb:
Mit Flugtaxis&Co beschäftigen sich die wenigsten.
Die sind aber trotzdem unnötig. Vor allem die in deren Zusammenhang nötigen Investitionen. Erst beklagt man ein Minus von weit über fünf Milliarden Euro, dann kauft man noch solche unnötigen Buden dazu. Finde den Widerspruch...

kariadsko schrieb:
Manchmal habe ich den Eindruck, dass manche "Eisenbahner der Front" so ziemlich alle Büro-Mitarbeiter als Overhead ansehen.
Das ist auch so, auch Teamleiter, Fahrplaner, Umlaufplaner, Schichtplaner, Einsatzplaner, Disponenten etc. gehören zum Overhead.

kariadsko schrieb:
Und ja, dafür müssen auch zentral Prozesse aufgesetzt und die nötigen Werkzeuge für diese Prozesse spezifiziert und entwickelt oder beschafft werden
Das stimmt sogar. Nur kann das in der Konzernzentrale durchgeführt werden und muss nicht drei Mal separat in jeder Unternehmenszentrale auf drei Mal unterschiedliche Weise erledigt werden. Siehe oben: Synergieeffekte nutzen, davon sind wir im Konzern meilenweit entfernt. Da kocht bei vielen Sachen jedes Unternehmen, jede Region, jeder Bereich und/oder jeder Standort sein eigenes Süppchen anstatt das zentral vorgegebene Systeme genutzt und/oder zentral geregelte Prozesse vor Ort nur noch umgesetzt werden.

kariadsko schrieb:
Mittlerweile kann ich mir daher vorstellen, dass die Antwort auf Deine Frage zumindest teilweise lautet: Die gleiche Aufgabe wird bei der DB als Overhead gezählt und bei den Privaten nicht
Kannst Du Dir denken, Du weißt es aber nicht. Aber zum Schönreden der Widrigkeiten im Konzern reicht das allemal. Oder kennst Du etwa Lokführer bei den Privaten, die in ihrer Wendepause mal schnell drei Schichten umbauen oder Zugbegleiter, die bei geringem Fahrgastandrang mal eben so nebenbei die Umläufe für den nächsten Jahresfahrplan basteln??

kariadsko schrieb:
Aber bevor wir das Potential heben können, sollten wir uns schon darüber einig werden, was wir denn eigentlich wollen.
Ich wäre dafür, dass der Konzern Eisenbahnverkehr organisiert und durchführt und sich von allem nebenher laufenden Schnickschnack trennt. Und vor allem wäre ich dafür, Infrastruktur und Verkehr zu trennen. dann braucht's auch (fast) keine Konzernzentrale bzw. Holding mehr...

Gruß Peter

Richte dein Gesicht immer zur Sonne und die Schatten werden hinter dich fallen.
Walt Whitman (1819-1892), amerikanischer Dichter

Englishman In New York

geschrieben von: bw_halle_g

Datum: 07.01.21 15:38

Danke, jetzt weiß ich zumindest, das ich kein Eisenbahner bin und mich mein "berufs"-lebenslanges Gefühl nicht getäuscht hat. Und ja, meine, anfänglich existente, emotionale Bindung zum Unternehmen habe ich irgendwann in den letzten 39 Jahren in eine Job-Option umgewandelt. Spätestens vermutlich zum 01.04.2017. Ich leiste meine Arbeit zwar mit fachlicher Bravour ab, aber auch mit der mir größtmöglichen emotionalen Distanz zu den Unternehmen für die ich gerade tätig bin. In den letzten Jahrzehnten konnte ich leider weder Herdentrieb noch Stallgeruch annehmen.

Zitat meiner lebenslangen persönlichen Hymne: "I'm an alien, I'm a legal alien, I'm an Englishman in New York"

Das Zitat drückt gut aus, wie es sich anfühlt, bei der DB AG und den Rechts-Vorgängern angestellt zu sein, wenn man keinen preußischen Reserve-Heizer 3. Klasse in seinen Ahnen hat und auch zu keiner Familiendynastie in Hundertschaftsstärke zählt.

Wie relevant sind Schweizer Meinungen?

[www.spiegel.de]
Auch Huhu!

Was soll die Eisenbahn nach Volkes Meinung tun?
- Wenn die Eisenbahn ihren Zugverkehr einstellt, kräht das Volk: Wir kommen nicht mehr zur Arbeit.
- Wenn die Eisenbahn das volle Programm weiter fährt, kräht das Volk: was für eine Geldverschwendung!
- Wenn die Eisenbahn ihre Züge verkürzt, kräht das Volk: es wird so eng in den Zügen, wir werden uns alle infizieren und sterben dann.
- Wenn die Eisenbahn ihre Züge in voller Stärke weiterfahren lässt, kräht das Volk: was für eine Geldverschwendung!

Was hat die Eisenbahn gemacht? In einer Situation, für die es keine Blaupause gab und in der immer erst danach die Besserwisser aus ihren Löchern gekrochen kommen?
- Die Eisenbahn hat dort gestrichen, wo es nicht weh tut. Schülerzüge im Lockdown, On-Top-Sprinterzüge...
- Die Eisenbahn hat Züge dort verkürzt, wo dennoch keine Überbesetzungen zu erwarten waren.

Ansonsten hat die Eisenbahn ihr Angebot aufrecht erhalten! Mit dem Erfolg, dass
- es so gut wie keine Beschwerden über überfüllte Züge gab.
- jeder Fahrgast immer gut bis sehr gut an sein Ziel kam.

"Zumal wenn Bahnfans oder gar im Bahnwesen Beschäftigte leere Züge bejubeln - "alles richtig gemacht"."
Es werden nicht leere Züge bejubelt, denn leere Züge sind - egal ob Pandemie oder nicht - immer doof.
Bejubelt wird, mit wie viel Bedacht die Eisenbahn in dieser beispiellosen und kaum planbaren Situation handelt. Wie sie sich nicht angreifbar macht, sie würde als rollende Infektionsherde auf die Reise gehen. Und wie sie dennoch den Zweck ihres Daseins für jene Menschen zuverlässig und sicher erfüllt, die diesen Zweck nutzen müssen.

Ja, alles richtig gemacht!

Viele Grüße

Heiko, der nachher wieder in seinen S-Bahn-Langzug steigen wird. In dem beruhigenden Wissen "der fährt!" und in dem ebenso beruhigenden Wissen, stets genug Abstand zum Mitreisenden halten zu können. Was wäre die Alternative?



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.21 16:29.
TRAXXP160DE schrieb:
Corona?

Man kann sehr unterschiedlicher Meinung sein.

Ich möchte keine Diskussion über Sinn oder Unsinn der Maßnahmen aufmachen. Allerdings bin ich zunehmend besorgt.

Ich befürchte, dass der Lockdown immer weiter verschärft werden wird und länger dauert. Grund: die englische Mutation. Offenbar hat man vor dieser Mutation große Angst. Vermutlich ist sie schon deutlicher hier, als viele Wissenschaftler befürchten. Aktuelle englische Verhältnisse sind ganz grausam. Im China hat man ca. 100 positiv getestete Menschen in einer Stadt entdeckt. Man riegelt alles ab und jeder muss zum Test antreten. Panik oder einzige Chance? Leider habe ich das Empfinden es war noch nie so schlimm und es ist erst der Anfang!!!
...die Entwicklung kann durchaus in auch diese Richtung gehen. Mein Gefühl ist (vielleicht täusche ich mich und längst werden hinter den Kulissen andere Optionen in Erwägung gezogen), dass sämtliche Prognosen zu dieser Pandemie bis jetzt (fast) immer zu optimistisch waren. Jetzt wird bekanntlich gehofft, dass sich mit Impfungen das ganze Problem irgendwie aus der Welt schaffen lässt. Was ist, wenn das nicht so richtig klappt?

Optimismus ist ja nicht generell schlecht, aber wenn alles nur auf Grundlage von Zweckoptimismus geplant wird, dann kann viel dauerhaft zerstört werden. Außerdem wird vielfach gemeint, nach der Pandemie wird alles wieder wie früher werden. Deshalb ist es einfacher, jetzt erst einmal so wenig wie möglich anzupassen. Aber je länger es dauert, umso mehr wird anders sein. Videokonferenzen, Homeoffice usw. werden sicher bleiben und das Mobilitätsverhalten nachhaltig verändern.
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