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Moin,

wie das Handelsblatt (hinter Bezahlschranke) schreibt, reichen die geplanten 5 Milliarden Eigenkapitalspritze möglicherweise nicht aus. Die finanzielle Lage der DB ist offenbar durch den anhaltenden Lockdown und wegen weiterer Probleme (u.a. im Cargo-Bereich und Arriva) schlechter als noch im Dezember 2020 angenommen.
Eine deutliche Besserung der lage wird nicht in absehbarer Zeit erwartet.

Ebenso wird erneut erwähnt, dass der Antrag zur Genehmigung bei der EU bis heute nicht eingereicht wurde.

[www.handelsblatt.com]

Hinter der Bezahlschranke wird erwähnt:
- Weihnachtsgeschäft lief schlechter als erwartet.
- Bis Sommer reicht die Liquidität ohne Kapitalhilfe
- Wasserkopf wächst: ausufernder Verwaltungsapperat: Seit 2010 33% mehr Personal, im gleichen Zeitraum bei den Eisenbahner im Kerngeschäft nur 15%.

Gruß



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.01.21 13:17.
gastronomie1916 schrieb:
wie das Handelsblatt (hinter Bezahlschranke) schreibt, reichen die geplanten 5 Milliarden Eigenkapitalspritze möglicherweise nicht aus. Die finanzielle Lage der DB ist offenbar durch den anhaltenden Lockdown und wegen weiterer Probleme (u.a. im Cargo-Bereich und Arriva) schlechter als noch im Dezember 2020 angenommen.
Eine deutliche Besserung der lage wird nicht in absehbarer Zeit erwartet.

Ebenso wird erneut erwähnt, dass der Antrag zur Genehmigung bei der EU bis heute nicht eingereicht wurde.

[www.handelsblatt.com]
Wie bei Scheuers Ausländermaut muß wohl zuerst in Brüsseler Institutionen vorgekungelt werden, wie man den Weg frei bekommt. Ein normaler europagerechter Ablauf.

Interessanter ist die Frage, von welcher Seite dieses Mal eine Klage kommen könnte, und wie sich der EU-Gerichtshof dazu stellen wurde. Diese Ebene wurde bei der Maut gründlich verbockt.

Nachtrag: Ich konnte mit einem neuen Firefox den Artikel problemlos anzeigen lassen. Das Handelsblatt verlangte beim ersten Versuch - mit einem anderen Browser - lediglich die Aktivierung von Javaskript.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.01.21 13:40.
gastronomie1916 schrieb:
Hinter der Bezahlschranke wird erwähnt:
...
- Wasserkopf wächst: ausufernder Verwaltungsapperat: Seit 2010 33% mehr Personal, im gleichen Zeitraum bei den Eisenbahner im Kerngeschäft nur 15%.
OK, das passt zu dem was ich so gesehen/gelesen/gehört hatte.
Wurde zuletzt hier mal wieder angezweifelt, dass im 'Overhead' ein Wachstum stattgefunden hat und bei den Indianern Verluste zu verzeichnen waren.
Weltbild passt wieder. Leider :-(. Hätte mich ehrlich gerne geirrt.
Der "Wasserkopf" kommt halt auch durch den allseits gewünschten Wettbewerb. Irgendjemand muss sich ja um den nicht zu unterschätzenden Aufwand von z.B. Ausschreibungen und der Erfindung eines SyltShuttle Plus kümmern ... Es wäre ja schön wenn die Eisenbahn wieder einfach nur Eisenbahn sein könnte.
Henra schrieb:
gastronomie1916 schrieb:
Hinter der Bezahlschranke wird erwähnt:
...
- Wasserkopf wächst: ausufernder Verwaltungsapperat: Seit 2010 33% mehr Personal, im gleichen Zeitraum bei den Eisenbahner im Kerngeschäft nur 15%.
OK, das passt zu dem was ich so gesehen/gelesen/gehört hatte.
Wurde zuletzt hier mal wieder angezweifelt, dass im 'Overhead' ein Wachstum stattgefunden hat und bei den Indianern Verluste zu verzeichnen waren.
Weltbild passt wieder. Leider :-(. Hätte mich ehrlich gerne geirrt.
Im Handelsblatt-Artikel ist von einem Personalwachstum von 33% in der DB-Holding die Rede. Diese wird im Artikel als "Wasserkopf" bezeichnet.

Deine Beobachtungen können also nicht bestätigt sein, denn die beziehst Du auf die Verwaltung allgemein.

Die Frage ist: Wer gehört zur "DB-Holding" und wieviel Mitarbeiter hat diese überhaupt?



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.01.21 14:11.
Warum gibt es bei einigen Eisenbahnern so große Abneigungen gegen andere Eisenbahner, die als sogenannter Wasserkopf diffamiert werden? Sollte das nicht etwas kameradschaftlicher ablaufen?
Leider vertut man jetzt aktuell die gefühlt letzte Chance zur besonders kritischen Jahreszeit mit außergewöhnlich knackigen Corona-Einschränkungen zu reagieren. Je knuspriger sie ausfallen würden, um so kürzer könnte man sie gestalten. Um so schneller könnte man wieder Richtung Sommer 2021 reisen und sich freier bewegen. Sollten wir uns durch Jan/Feb/März aber nur so halbwegs durchwursteln, dann werden sich die halbgaren Vorhaben und Pandemiezahlen weiter in die Länge ziehen und -jetzt kommt der Knackpunkt- Monat um Monat um Monat mehr und mehr Milliarden kosten. Zwölf, achtzehn oder vierundzwanzig Monate die Bahn, Lufthansa, TUI, (...vieles mehr) bis zu kleinen geschlossenen Restaurants und Kneipen voll durchzualimentieren kostet logischerweise ungleich mehr, als wenn nur 3-4 Monate nötig gewesen wären. Zudem nötigt es schlimm Betroffene länger von kleinen Hartz-Zahlungen oder Resterspartem zu leben. Von 5.000 EUR auf dem Sparbuch kann ein sehr bescheidener freischaffender Normalo bei laufenden Kosten eine kurze Zeit leben. Aber dann ist plötzlich Schluss, das reicht definitiv nicht für ein halbes Jahr. Wie auch der Handel 3 Monate Vollschließung anders überstehen würde als 12. Und nicht zu vergessen was man alles den Schülern zumutet: Rein, raus, online, offline, rein, raus, Hausfrust: Versetzung?

Mein ganz persönlicher Beitrag: Normalerweise gehe ich dreimal die Woche je zwei Stunden stramm schwimmen. Nicht wie bei einer Poolparty am Beckenrand faul auf Reede liegen, sondern ohne Pause Bahnen ziehen. Je mehr Monate Bäder aber in Summe geschlossen bleiben, um so mehr merke ich den Entzug körperlich in meinem Bürojob. Ich beginne zu verspannen. Deshalb auch hier: 2, 3, 4 Monate Verzicht sind hart, 6 oder 9 wären aber der Hammer. Ganz zu schweigen von den Schwimmern, die es medizinisch bitter nötig haben.

Nun ist leider schon ein Großteil der Zeit bei stagnierenden Zahlen mehr oder weniger effektlos verstrichen, der Ärztebund äußert sich jedenfalls so. Es zeichnet sich ab, daß am Horizont ein Punkt sichtbar wird, ab dem Länder aufgeben und der Sache ihren freien Lauf lassen. Da denke ich nicht nur an Deutschland, was werden arme Länder in Europa und der Welt machen? Man schielt zwar auf den Impfstoff und hofft, daß er nachhaltig wirkt und der Virus nicht gefährlich mutiert. Aber bis ein deutlicher Herdeneffekt eintritt wird das Jahr 2021 schon wieder in Richtung Herbst gehen. Was wird kommen, wenn die Leute wieder global reisen? Was wird sein, wenn im Jahre 2025 ein ganz neues Corona II auf die Bühne tritt? Dann wird keiner mehr Geld haben.

Es wird mit etwas zeitlichem Abstand also in ganzer Bandbreite zu reflektieren sein, ob unsere Verfassungen, Gesetze und (Nicht-)Zuständigkeiten überhaupt auf Krisensituationen ausgelegt sind und effektiv Schritt halten können. Wie kann eine freie Gesellschaft in solchen Situationen schneller reagieren und dabei zweifelsfrei klar auf Abstand zu autokratischen Diktaturen bleiben? Sind wir glücklich und stolz darauf wie es bislang gelaufen ist? Der König von Schweden hat zum total liberalen Corona-Umgang in seinem Land jedenfalls öffentlich konstatiert: "Wir haben versagt."

Hoffen wir also, daß noch Geld für die gewünschte Verkehrswende pro Schiene übrig bleibt.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)
Zitat
Doch die Bahn ist eben kein normales Unternehmen, sondern eine staatliche Aktiengesellschaft, und sie wird sich deshalb weiter mühelos Geld am Kapitalmarkt besorgen können. Pleitegefahr besteht keine. Allein 2020 platzierte die Bahn Unternehmensanleihen über 5,4 Milliarden Euro. Das ist nicht schön für die Optik: Der Schuldenberg der Bahn wird 2020 auf 31 bis 32 Milliarden Euro gewachsen sein.
Zu dem Beitrag von Alibizugpaar, ich will das jetzt nicht alles zitieren:

Das hast du alles sehr treffend beschrieben finde ich..! Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Danke für deinen Beitrag!

Die Frage ist halt nur, die ich mir stelle. Wenn man mal den normalen Menschenverstand einschaltet, kommt man eigentlich immer zu dem Schluss, dass selbst der härteste Lockdown zwar vielleicht die Zahlen nach unten bringt (oder auch bei der neuen Mutation wohl nicht mehr, siehe Großbritannien). Aber: ist der Lockdown erstmal beendet, steigen die Zahlen ja wieder. Gut, im Frühling/Sommer vielleicht weniger, aber es kommt ja auch wieder der nächste Herbst/Winter. Und ich glaube da müssen wir uns auch nix vormachen, diese Kontaktverfolgung wird nie funktionieren, allein schon wegen der Dunkelziffer. Also dreht man sich doch auch mit diesen Lockdowns im Kreis.
Und wenn die Durchimpfung/Immunisierung wirklich bis 2024 dauert, stelle ich mir halt die Frage, ob wir uns jetzt wirklich die nächsten drei Jahre jeden Winter einsperren lassen wollen, und für ein halbes Jahr das komplette öffentliche Leben still legen?
Mal davon abgesehen, dass ich meine Zweifel habe, ob
die Disziplin/Akzeptanz in der Bevölkerung solange anhält.

Ich denke halt wir müssen irgendwie von diesem 0-Ziel abrücken, und es muss sich so ein Gleichgewicht zwischen Geimpften/Immunisierten einstellen, und im Gegenzug müssen wir aber auch wieder Schritt für Schritt zum alten Leben zurück. Sonst finden wir den Ausstieg nicht mehr.

Vielleicht bin ich da auch in der Minderheit, und der Mehrheit der Bevölkerung geht es wirklich mehr ums ÜBERleben. Aber so auf Dauer zu leben wie jetzt, und alles kaputt gehen zu lassen, was wir vorher hatten, ist für mich immer noch sehr schwer vorstellbar.


Grüße
Es sind alles bekannte und hier ausreichend diskutierte Informationen.

Die DB AG jammert wegen Corona, aber wird dankenswerter Weise auch auf die anderen strukturellen Probleme der DB AG hingewiesen.

Wasserkopf plus 33% sagt nix aus. Wenn ich vorher 4 Mitarbeiter hatte und jetzt6 sind es auch plus 33%. Die Menge machts.

Immerhin wird das IT-Zentrum in Mahlsdorf zugunsten einer Microsoft-Cloud aufgegeben. Das spart hunderte IT-ler mit guten Gehältern, die ihnen gegönnt seien.
Aus meiner Sicht ist die Problematik die, dass der "Wasserkopf" (also die DB Holding) wächst um die inzwischen an der Anzahl ausufernden eisenbahnrechtlichen Vorschriften - sowohl aus EU-Recht (z.B. Verordnung 2018/545, 2019/779, 2018/762, 402/2013, TSI) als auch aus nationalem Recht, s. allein die TfV oder TfPV, umzusetzen bzw. einzuhalten. Dies bedeutet die Vorhaltung von Ressourcen. Die DB Holding führt für die einzelnen Konzernunternehmen eisenbahnrechtliche Sicherheitsvorschriften teilweise gesamtheitlich aus, sodass die einzelnen Konzernunternehmen keine zusätzlichen Ressourcen für bestimmte Themengebiete vorhalten müssen, sondern die Bearbeitung zentralisiert durch die Holding erfolgt.
erbsenzähler89 schrieb:
Warum gibt es bei einigen Eisenbahnern so große Abneigungen gegen andere Eisenbahner...

Ich denke, das muß man sehr differenziert betrachten. So weiß wohl jeder halbwegs verständige Kollege, daß es auch Eisenbahner hinter den Kulissen braucht, die die Arbeit der "Frontschweine" planen, regeln, abrechnen, kontrollieren, usw.

"Eisenbahner" wird man allerdings nicht automatisch, sobald man einen Vertrag mit einem Eisenbahnunternehmen schließt.

Eisenbahner zu sein heißt nämlich weit mehr, als nur 'nen Job zu haben. Man muß schon einen gewissen Bezug, eine Affinität, eine gewisse emotionale Ergriffenheit haben und es nicht nur des Geldes wegen machen. Außerdem darf niemand vergessen, daß hier Menschen für andere Menschen Dienst tun.

Wenn gewisse Leute aber vor lauter Zahlen und Geld die Menschen aus den Augen verlieren (oder diesen Blick nie hatten), dann verlieren sie das Prädikat, ein "Eisenbahner, also "einer von uns" zu sein (oder sie erlangen nie diesen Status).

Leider nahm die Anzahl derer, die das Prädikat "Eisenbahner" aus genannten Gründen nicht so richtig verdient haben, stetig zu; während der Anteil der "Indianer" ständig sank.
ingo st. schrieb:
Immerhin wird das IT-Zentrum in Mahlsdorf zugunsten einer Microsoft-Cloud aufgegeben. Das spart hunderte IT-ler mit guten Gehältern, die ihnen gegönnt seien.
Wobei eine Azure Cloud nicht zwingend günstiger ist, wenn man vorher mit halbwegs schlanker Mannschaft DE** Bleche betrieben hat (weiß aber nicht, von wem die DB im RZ ihre Hardware hatte. Da gibt es zwischen den Großen auch ganz ordentliche Unterschiede)...
erbsenzähler89 schrieb:
Warum gibt es bei einigen Eisenbahnern so große Abneigungen gegen andere Eisenbahner, die als sogenannter Wasserkopf diffamiert werden? Sollte das nicht etwas kameradschaftlicher ablaufen?
Sowas passiert, wenn sich ein gefühltes Missverhältnis einstellt und diejenigen, die operativ das Geschäft am Laufen halten, immer weniger werden, während diejenigen, die errechnen, dass die Operativen viel zu viele und viel zu teuer sind, oder diejenigen, die ein praxisuntaugliches Projekt nach dem anderen über das operative Volk drüberrollen und denen den Alltag mit lustigen Ideen ggf. auch noch erschweren, immer mehr.
In Buden mit halbwegs ausgewogenem Verhältnis gibt es das so in der Form eher nicht. Ist i.d.R. ein Zeichen, dass etwas aus der Balance geraten ist.
Zitat
Wenn gewisse Leute aber vor lauter Zahlen und Geld die Menschen aus den Augen verlieren (oder diesen Blick nie hatten), dann verlieren sie das Prädikat, ein "Eisenbahner, also "einer von uns" zu sein (oder sie erlangen nie diesen Status).

Das glaube ich gerne. Ich wollte mit meiner (in Teilen sicher rhetorischen) Frage nur darauf hinaus, dass man nur, weil man nicht selbst im Führerstand oder einer Werkstatt, sondern vielleicht in einem gut klimatisierten Büro arbeitet und dafür auch noch mehr Geld bezieht, nicht weniger dazu gehört.
Sage ich, als jemand, der gar nicht bei der DB, sondern in einem anderen Verkehrsunternehmen arbeitet.
...
Thema Fernverkehr:
Ich befinde im DB-Fernverkehr, dass es ja einerseits recht komfortabel ist, wenn ich seit Monaten in leeren Zügen reise, manchmal den gesamten Wagen allein für mich habe. Aber dahinter steckt natürlich ein finanzielles Desaster unglaublichen Ausmaßes. Bleibt die Frage, ob es
a) all diese Züge überhaupt aktuell geben muss, die im Fernverkehr fahren und
b) ob man nicht die Billigpreiskontingente ausdünnt. Wer jetzt Bahn fährt, der muss es in der Regel auch, zumeist wohl beruflich. Da sind die Kosten absetzbar usw. Und die Bahn braucht jeden Cent.

Beispiele:
Die ICE 3 Köln-Basel-Köln könnten prinzipiell in Mannheim oder Karlsruhe enden / beginnen, Basel-Karlsruhe-Basel mit den direkt voraus fahrenden bzw. folgenden ICE1/4 usw. Die Züge sind doch so oder so mehr leer als gut besetzt.

Warum in Gottes Namen, gewollt von wem auch immer, muss jeder Zug aktuell in der Lockdownzeit verkehren? Da entstehen Material-, Trassen-, Personal- und Energiekosten, die vermeidbar wären. Es ist auch ökologisch unsinnig, fast leere Züge mit bis zu 300 kmh durch das Land rasen zu lassen.
Zitat
Warum in Gottes Namen, gewollt von wem auch immer, muss jeder Zug aktuell in der Lockdownzeit verkehren? Da entstehen Material-, Trassen-, Personal- und Energiekosten, die vermeidbar wären. Es ist auch ökologisch unsinnig, fast leere Züge mit bis zu 300 kmh durch das Land rasen zu lassen.

Züge mit 25% Auslastung sind aber nicht fast leer. Die bisher geringste Besetzung, die ich in diesem Lockdown persönlich erlebt habe, waren 16 Mitreisende in meinem Wagen (bei einem zweiteiligen ICE). Ich finde, dass auch wenn ein ICE nur mit 100 Personen besetzt ist, dass dieser dann trotzdem seine Daseinsberechtigung hat.

Ich würde es aus reiner Neugier auch mal gerne erleben, in diesen von elric genutzten Zügen zu fahren, wo man offenbar alleine ist.
Rohrbacher schrieb:
Der "Wasserkopf" kommt halt auch durch den allseits gewünschten Wettbewerb. Irgendjemand muss sich ja um den nicht zu unterschätzenden Aufwand von z.B. Ausschreibungen und der Erfindung eines SyltShuttle Plus kümmern ... Es wäre ja schön wenn die Eisenbahn wieder einfach nur Eisenbahn sein könnte.
Guten Tag,

mal abgesehen davon, dass die Staatsbahnen bis zur Epoche IV auch keine Effizienzwunder waren und von daher auch in diesem System eine Weiterentwicklung erforderlich wäre, wundere ich mich schon, wie es im Regional- und Güterverkehr dann doch "das eine oder andere" EVU geben kann, dass in genau dem ach so beklagenswerten System schon jahrelang und bis heute recht erfolgreich ohne DB-ähnliche Verwaltungsauswüchse wirtschaften kann - auch bei Ausweitungen der Verkehre.

"Ein Volk, ein Reich, eine Eisenbahn" ist nicht das Allheilmittel...

Freundliche Grüße
Tobias

"Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger - alles zu werden, strömt zuhauf!"
(aus "Die Internationale" | Deutscher Text durch Emil Luckhardt, 1910)

Rohrbacher schrieb:
Der "Wasserkopf" kommt halt auch durch den allseits gewünschten Wettbewerb. Irgendjemand muss sich ja um den nicht zu unterschätzenden Aufwand von z.B. Ausschreibungen und der Erfindung eines SyltShuttle Plus kümmern ... Es wäre ja schön wenn die Eisenbahn wieder einfach nur Eisenbahn sein könnte.
Ohne Ausschreibungen hätten wir auf vielen Nebenstrecken gar keine Eisenbahn mehr.
Außerdem: Eine Ausschreibung kann in der Regel von einem kleinen Team mit ca. 10 Leuten bearbeitet werden (sofern man nicht noch etliche "Konzernjuristen" dazwischen schalten muss).
Viele Aufgaben in Planung von Betrieb und Infrastruktur, Tarif und Marketing sind hingegen übergegangen zu Aufgabenträgern und Verbünden sowie in die Privatwirtschaft.
Warum der Wasserkopf trotzdem so stark gewachsen ist, wäre in der Tat zu diskutieren.

http://www.bilder-hochladen.net/files/ii7i-e9-3cf1.jpg
Alibizugpaar schrieb:
(das derzeit allerseits so hippe Blabla vom knallharten Lockdown*...)

Es wird mit etwas zeitlichem Abstand also in ganzer Bandbreite zu reflektieren sein, ob unsere Verfassungen, Gesetze und (Nicht-)Zuständigkeiten überhaupt auf Krisensituationen ausgelegt sind und effektiv Schritt halten können. Wie kann eine freie Gesellschaft in solchen Situationen schneller reagieren und dabei zweifelsfrei klar auf Abstand zu autokratischen Diktaturen bleiben? Sind wir glücklich und stolz darauf wie es bislang gelaufen ist? Der König von Schweden hat zum total liberalen Corona-Umgang in seinem Land jedenfalls öffentlich konstatiert: "Wir haben versagt."
Wir "versagen" doch gerade ebenfalls, zumindest hinsichtlich der Erreichung unserer heeren Ziele. Ich bin sicher, dass wir in den nächsten 3 Monaten Gleichstand zur schwedischen Inzidenz herstellen werden.

Wirklich versagt haben wir aber erst dann, wenn die mit zwei Weltkriegen errungene freiheitliche Gesellschaft dem gerade ebenfalls so hippen Wunsch nach dem starken Staat, der seine schützenden(?) Schwingen über uns alle ausbreitet, endgültig geopfert wurde. Ein gutes Stück Weg ist schon geschafft.

Ich bin von meinen Mitmenschen jedenfalls noch mehr enttäuscht als von unserer Regierung.

*) zu dem übrigens auch eine 100%-Einstellung zumindest des gesamten Reisezugverkehrs gehören würde



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.01.21 17:26.
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