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Dampflok-Erlebniswelt entsteht in Meiningen.

geschrieben von: Bernd Thielbeer

Datum: 05.01.21 08:56

Mit größeren Bauprojekten kennt sich die Südthüringer Theaterstadt Meiningen aus. Für rund fünf Millionen Euro hat die Stadt zum Beispiel das Volkshaus saniert. Doch die geplante Dampflok-Erlebniswelt hat noch einmal eine ganz andere Dimension. Vor inzwischen sechs Jahren hatten sich die Stadt Meiningen, der Freistaat Thüringen und die Deutsche Bahn AG öffentlich zu dem Vorhaben bekannt, das künftig Zehntausende Besucher anlocken soll. In diesem Jahr geht es endlich los.

Begehbare Dampflok als Herzstück

Dreh- und Angelpunkt für das ehrgeizige Projekt ist das europaweit einzigarte Dampflokausbesserungswerk. Seine Geschichte geht bis ins Jahr 1863 zurück und ist heute das letzte große Instandhaltungswerk für Dampflokomotiven. Zu den Kunden gehören Eisenbahnmuseen und Museumsbahnen in ganz Europa und Australien. Trotzdem soll die neue Erlebniswelt etwas noch nie Dagewesenes schaffen.

"Wir wollen keinem technischen Museum Konkurrenz machen", sagt Fabian Giesder. Ihm geht es tatsächlich mehr um das Erleben und Anfassen. Dafür lagert im Werk ein noch ziemlich unansehnlicher und unscheinbarer Rosthaufen. Was einmal eine Dampflok war, soll wieder eine werden. Die Handwerker aus dem Werk setzen sie Stück für Stück zusammen und schneiden sie dann in der Mitte durch. Damit sie für die Besucher begehbar wird. Geplant ist außerdem ein virtueller Führerstand, in dem sich dann jeder als Lokomotivführer versuchen kann.

[www.mdr.de]

Re: Dampflok-Erlebniswelt entsteht in Meiningen.

geschrieben von: blechwurmpilot

Datum: 05.01.21 09:17

Wird ja auch mal Zeit, dass man die 92 739 aufschneidet. Diese seltene T13 ist für diesen Zweck deutlich besser geeignet, als eine 50.35 oder 52.80....

...

Re: Dampflok-Erlebniswelt entsteht in Meiningen.

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 05.01.21 09:49

Die Idee an sich finde ich gut. Meiningen hatte mich damals schwer beeindruckt, allerdings war die Sanierungsbedürftigkeit auch augenfällig. Eine behutsame Weiterentwicklung und Sanierung dürfte auch die Zukunft des Werkes sichern.

Was ich mir wünschen würde wäre, wenn an den Dampfloktagen dann auch regelmäßig Dampfzüge aus Eisenach zum Werk kämen. Ist aber teuer.

Re: Dampflok-Erlebniswelt entsteht in Meiningen.

geschrieben von: Bahnfrosch

Datum: 05.01.21 10:19

Hallo zusammen,

würde mich mal interessieren, ob das jetzt der Ausstieg der DB aus der Dampflokausbesserung ist...
So kann man den einen oder anderen Arbeitsplatz bis zur Rente sichern.

Ein Kerngeschäft der Bahn ist es nicht, das zeigt schon die Distanz zum DB Museum und dessen Niederlassungen.
Und Großkunden mit mehreren Dampfloks wie Schmalspurbahnen haben mittlerweile ja fast alle eigene Pläne (Ausbesserungsstätten in Oberwiesental, demnächst in Wernigerode).

Gruß Bahnfrosch



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.01.21 10:20.

Der Pressetext ist „eigentlich schon“ vom November.

geschrieben von: Lalu

Datum: 05.01.21 11:17

Hallo,

der „feierliche Beginn“ ist Ende November gewesen. Zu diesem Pressetermin wurde auch der MDR eingeladen. Allerdings ist der Termin angesichts des „Corona-Panikorchesters“ etwas untergegangen. Nach über 6wöchiger Verspätung mit einem diesbezüglichen Bericht, hätten es vom MDR schon einige neue Informationen sein können. Auch die Fotos im Bericht sind vom Novembertermin. Zu dieser Zeit berichtete nur die Lokalzeitung über das Ereignis. Der „offizielle Spatenstich“ soll dann vermutlich vor dem Sommerbeginn erfolgen.

Grüße,
Lalu

(Quelle: Meininger Tageblatt)
DCDD6717-46E7-4245-8FFE-B720CB3E6417.png



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.01.21 11:20.

Re: Dampflok-Erlebniswelt entsteht in Meiningen.

geschrieben von: Henra

Datum: 05.01.21 13:29

blechwurmpilot schrieb:
Wird ja auch mal Zeit, dass man die 92 739 aufschneidet. Diese seltene T13 ist für diesen Zweck deutlich besser geeignet, als eine 50.35 oder 52.80....
Ja, das ist leider Frevel erster Güteklasse. Warum man ausgerechnet so ein seltenes Stück dafür zerstören musss, habe ich immer noch nicht so richtig verstanden!?
Derweil rosten Dutzende 52.80 eh irgendwo vor sich hin. Die wäre zudem in der Funktion für den Laien noch beeindruckender.

Erlebnis-Bullshit

geschrieben von: Markus Heesch

Datum: 05.01.21 15:38

Ich darf den einschneidenden Satz nochmal hervorheben:

Dafür lagert im Werk ein noch ziemlich unansehnlicher und unscheinbarer Rosthaufen. Was einmal eine Dampflok war, soll wieder eine werden. Die Handwerker aus dem Werk setzen sie Stück für Stück zusammen und schneiden sie dann in der Mitte durch. Damit sie für die Besucher begehbar wird.
Wer dagegen Bedenken hat, der darf diese gerne schriftlich zum Ausdruck bringen: mail@dampflokwerk.de

Mein persönlicher Kommentar:

Eine über 100 Jahre alte preußische T 13 durchzuschneiden (die letzte erhaltene Bundesbahn 92) ist an Idiotie kaum zu überbieten.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.01.21 15:39.

Re: Sachverstand?

geschrieben von: Nord_süd_bahn

Datum: 05.01.21 15:48

Meinentwegen sollen sie ne 64er oder eine 86 nehmen, davon gibts echt genug.

MfG die Nordsüd S-Bahn

Re: Erlebnis-Bullshit

geschrieben von: Henra

Datum: 05.01.21 16:25

Markus Heesch schrieb:
Wer dagegen Bedenken hat, der darf diese gerne schriftlich zum Ausdruck bringen: mail@dampflokwerk.de
Danke für die Mailadresse. Habe die mal genutzt.
Fabian Giesder sagte im mdr-Interview,
dass im Werk ein noch ziemlich unansehnlicher und unscheinbarer Rosthaufen lagere, der wieder eine Dampflok werden solle. Die Handwerker aus dem Werk würden sie Stück für Stück wieder zusammensetzen und dann in der Mitte durchschneiden werden, damit sie für die Besucher begehbar wirden könne [www.mdr.de].
Die einstige T 13 „Essen 7964“, also 92 739, [eisenbahn-museumsfahrzeuge.de] zuerst „Stück für Stück wieder zusammensetzen und dann in der Mitte durchschneiden“ — hat man sich denn von diesem Schwachsinn noch immer nicht verabschiedet?

Es gibt doch m.W. im Werk bereits einen aufgeschnittenen Kessel, der sich für dieses Vorhaben eignen würde, oder gibt’s dieses Schaustück etwa gar nicht mehr?




Walter

Re: Dampflok-Erlebniswelt entsteht in Meiningen.

geschrieben von: Cargoknipser

Datum: 05.01.21 20:51

Hoffentlich kümmern sie sich auch um die maroden und denkmalgeschützten Gebäude und Hallen. Anstatt wieder Geld für Prestigeprojekte auszugeben, wäre die Sanierung der Baulichkeiten wohl aktuell wichtiger.

Was der Irrsinn mit der T13 soll, erschließt sich mir noch weniger.

VG Günter
Irgendwo stand mal, dass für eine 52 oder 50 der Platz nicht reicht, daher die T 13. Aber dann hätte man ja auch eine mehrfach vorhandene Tenderlok nehmen können, eine Industrielok, eine abgerockte Spielplatzlok, irgendein Schrotthaufen von einem Lokfriedhof aus Polen oder Rumänien....
Vor ein paar Jahren ist eine " Hannibal" ex Berliner Eisenbahnfreunde verschrottet worden.

Re: Dampflok-Erlebniswelt entsteht in Meiningen.

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 06.01.21 09:04

das war eine Bergbau, keine Hannibal!

Und das man immer noch an der zersägten T13 festhält, erschüttert mich tief.

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(

Re: Erlebnis-Bullshit

geschrieben von: Württ.C mit Orient-Express

Datum: 08.01.21 15:59

Habe auch dorthin geschrieben, schade um diese Lok.

dafür kann man auch eine Schmalspurlok nehmen oder was.

Grüsse
Ja, wirklich. Viel zu schade um diese Lok. Ich kenne zwar die Geografische Lage des Werks nicht, aber können sie die T13 doch als Ganzes neben das Museum hinstellen (restauriert). Für die Ausstellung alte Kessel und Räder von anderen Loks nehmen, die eh schon „zerschnitten“ sind. Verstehe ich nicht wie man da mit nem Schneidbrenner drangehen kann.

Re: Dampflok-Erlebniswelt entsteht in Meiningen.

geschrieben von: StellwerkPsf

Datum: 08.01.21 21:57

"Verstehe ich nicht wie man da mit nem Schneidbrenner drangehen kann."

Das muss man auch nicht verstehen, weil es jeglichen modernen fachlichen Standards zum konservatorischen Umgang mit Museumsgut widerspricht. Das sind Methoden der Vermittlung von vor 100 Jahren, die aus der Zeit gefallen sind
Jesus ... wie siehts denn da aus...

Zugegeben ich war bisher nur einmal in Meiningen. Mit dem Eierkopf von München über Schweinfurt ins RAW. Das dürfte gut 30 Jahre her sein. Das war für den kleinen Stephan ein Eintauchen in eine geheimnisvolle neue Welt. Und es gab ein feines Mittagessen in einer gepflegten Kantine! Nun sieht sie so aus und irgendwann steht eine verstümmelte Länderbahnlok in ihr. So sieht das also aus wenn Nadelstreifenträger und keine Eisenbahner planen.

Mich würde interessieren wie die Arbeiter das sehen. Was denkt ein Lokschlosser einer Dampflokwerkstatt wenn er in der heutigen Zeit so etwas tun soll?


Vater, vergib ihnen denn sie wissen nicht, was sie tun!

Achtungspfiff
Stephan - der Schienenbus

Es geht auch anders

geschrieben von: 042 096-8

Datum: 09.01.21 12:30

StellwerkPsf schrieb:
"Verstehe ich nicht wie man da mit nem Schneidbrenner drangehen kann."

Das muss man auch nicht verstehen, weil es jeglichen modernen fachlichen Standards zum konservatorischen Umgang mit Museumsgut widerspricht. Das sind Methoden der Vermittlung von vor 100 Jahren, die aus der Zeit gefallen sind
Beispiel aus Kühlungsborn - West, man kann die Funktion auch erklären ohne eine Lok zu zerstören.

S2160011.JPG

Einen alten Kessel findet man sicher auch in Meiningen.

S2160014 (2).JPG


S2160015.JPG

Wie auch einen Zylinderblock.

Auch wenn noch andere T 13 erhalten sind wäre die Halbierung unverzeihlich, die häufig erwähnte 97 501 zeigt was man aus einem scheinbar hoffnungslosen Schrotthaufen machen kann.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.01.21 13:14.

Re: Es geht auch anders

geschrieben von: Patrick Rudin

Datum: 09.01.21 13:11

Es kommt drauf an, wie man die Lok aufschneidet.

Wenn man Fahrwerk und Rahmen intakt lässt und nur "Verbrauchsteile" wie den Kessel aufschneidet, sehe ich das Thema sehr entspannt bis positiv. Bei einer späteren betriebsfähigen Aufarbeitung muss man diesen ersetzen, bei einer optischen Vervollständigung neu verblechen, und gut ist.

Wenn man natürlich so zur Sache geht wie vor 100 Jahren bei der Pfälzischen P2.1 (2x quer durchschneiden und den Mittelteil verschrotten), die heute bei der Technischen Hochschule in Karlsruhe steht, verstehe ich den Aufschrei.

Allenfalls könnte ja jemand, der das Projekt kennt, die Gemüter besänftigen, mit der Bestätigung, dass das "in der Mitte durchschneiden" nur den Kessel betrifft.

Zerschneiden/ Schnittmodell

geschrieben von: SES

Datum: 09.01.21 16:25

Nach und nach wird die Anzahl vorhandener Fahrzeuge weniger.

Für Ausbildungs- oder Ausstellungszwecke mögen Schnittmodelle Sinnvoll gewesen sein.

Mit den technischen Möglichkeiten von heute ältere Dokumente Medial zu bearbeiten und mit 3D Graphiken zu verknüpfen erfüllt die Verbindung von alt und neu.

Stupide vor einem weiteren "aufgeschnittenen Haufen - ja was ist denn zu sehen" bringt nichts mehr. Dann lieber den Rest erst mal aufheben, um später (wann auch immer) noch was (was auch immer) daraus zu machen.

Denn: weg ist weg.
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