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kmueller schrieb:
Einen echten Vorteil hat der Batteriebetrieb m.E. nur im Kurzstreckenbetrieb, wo sich die Batterie klein halten läßt, oder wenn sonstige Besonderheiten vorliegen.

Am meisten wohl im Stop-and-Go-Betrieb.

http://www.fahrzeuglisten.de/signlogo.php

Stuttgart 21 Schluss!
Murrtalbahner schrieb:
MrEnglish schrieb:
Die Post hat übrigens gerade verkündet, dass sie doch noch nicht aus der Produktion ihrer E-Lieferwagen aussteigt.
Doch, sie steigt aus, nur halt ein halbes Jahr später.
Grund ist aber eher nicht der Elektroantrieb an sich.

http://www.fahrzeuglisten.de/signlogo.php

Stuttgart 21 Schluss!
MrEnglish schrieb:
Gabriel schrieb:
Eines der Primärprobleme in Stuttgart ist der Transitverkehr mitten durch die Stadt. Vom Remstal (und andersrum) muss ich jedes mal mitten durch die Stadt fahren, wenn ich Richtung Karlsruhe/Singen fahren will. Hier muss endlich durch eine Tunnelverbindung B14-Neckerbrücke zu den Fildern Abhilfe geschaffen werden.
Falsch, das ist die klassische, verfehlte Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte. Durch immer mehr Umgehungs- oder in deinem Beispiel Unterfahrungsstraßen lockt man immer mehr Verkehr an. Eigentlich ist das auch ganz logisch. Die Menschen sind ganz unterschiedlich und für jeden liegen Entscheidungsgrenzen anders. Braucht man mit dem ÖV 2 Stunden für eine Strecke die man im Auto in 15 min schafft, dann werden sich nur noch wenige für den ÖV entscheiden. Ist es der ÖV der das Auto deutlich unterbietet kehrt sich das Verhältnis um. Doch dazwischen gibt es einen fließenden Übergang. Wenn ich jetzt das Auto durch solche Maßnahmen beschleunige, dann werden Fahrgäste vom ÖV auf den MIV abwandern, je mehr ich beschleunige, desto mehr wandern ab. Umgekehrt führt ein Rückbau von Straßen dazu, dass es mehr Leuten endgültig reicht mit dem Stau und sie auf den ÖV umsteigen.
Was ist denn daran falsch? Ich behaupte hier eher das Gegenteil. Natürlich lockst du den Verkehr an bzw. schaffst die entsprechenden Situationen für den Pkw aber das selbe muss man mit der Schiene auch schaffen. Gerade der Transit-Verkehr muss aus den Städten raus - oder noch besser aus Deutschland raus. Gilt für Lkw, Transporter usw. Sieht man gut in der Schweiz und an der Grenze wie viel Verkehr die Schweiz umfährt (nicht durch Thayngen - Schaffhausen nach Waldshut sondern via Tengen - Blumberg)
Gabriel schrieb:
Vollkommen richtig: Das zweite Problem. Wobei die Doppelkennzeichen-Kommunen natürlich wenig Interesse haben, kostenlose Parkplätze zu bauen damit die Kaufkraft nach Stuttgart abfließt. Die Parkhäuser müsste dann logischer Weise die Stadt Stuttgart finanzieren.
Auch falsch. Warum soll man dafür belohnt werden, wenn man statt mit dem Bus oder dem Fahrrad mit dem Auto zum Bahnhof fährt. Oder noch extremer, weil das hier ja auch teilweise gefordert wird, warum soll man dafür belohnt werden wenn man parallel zu Bahnverbindungen bis an den Stadtrand fährt um erst dort umzusteigen?
P+R muss billiger sein als parken in der Stadt, deutlich billiger, aber das muss über hohe Parkgebühren in der Stadt gelöst werden, nicht über Gratisparkplätze an den Bahnhöfen.
Man kann das sogar auf die Kommunen übertragen. Warum sollen die Kommunen dafür belohnt werden, wenn sie nicht in den Zubringerverkehr investieren? Und wenn sie selbst die P+R Parkplätze betreiben, dann können sie das eingenommene Geld in den Ausbau des Busverkehrs stecken.

Auch hier ist es nicht falsch. Vielleicht in Metropolregionen mag das gerade so sein aber davor und danach sicherlich nicht. Tut mir leid aber der Bus ist (war in Odysso im ARD/SWR letztens eine Reportage dazu) auf dem Absteigenden Ast. Keiner hat mehr Bock in einem Verkehrsmittel zu sitzen welches gefühlt unendlich mal hält und 3-Fach so lang für die selbe Strecke braucht wie mein Auto. Ggf. ist man sogar mit dem Fahrrad schneller.. und genau das ist der springende Punkt. Dann ist der Zubringer-Verkehr nicht gut genug ausgebaut (60-Takt Bus bei 30-Takt RB/S-Bahn = passt nicht). Anschlusssicherheit ist heutzutage ein sehr hohes gut. Wenn der Zug im Winter 1x 8min zu spät ist und der Bus ist weg dann stinkt dir das richtig! Für mich sind Anruf-Sammel-Taxi, Linientaxi, Rufbus-Leistungen im Freizeitverkehr durchaus akzeptabel (sofern dies auch richtig funktioniert und man nicht um 16 Uhr keinen mehr erreicht.. unter der Tel-Nr...) genau so ist Eigenwirtschaftlicher Bus-Verkehr eher auf Schul und Ausbildungsverkehre ausgestaltet (siehe Rottweil, relativ teurer ÖPNV für wenig Leistung) und nicht auf den üblichen Bedarf.
Deshalb ist P&R oftmals die einzig Sinnvolle Alternative. Auch die typisch Deutschland dumme Situation mit den E-Scootern das man dafür ein Kennzeichen braucht und nur auf der Straße fahren darf.. unattraktiv hoch10.. schaut mal nach Wien oder Zürich da geht das besser (und effektiver). Ja auch dort hat man Straßen Autolos gemacht aber mit echten Alternativen - auch im ZULAUF auf diese Städte. Schaut man Graz wo morgens die Züge alle rein fahren (Berufsverkehr-Züge) und Nachmittags rausfahren - genau in Lastrichtung und dafür werden extra Zuggarnituren vorgehalten.. dieses Wagenmaterial gibt es bei uns in Deutschland. Wenn man sich anschaut was in den nächsten 2-3 Jahren an hochwertigem Material "arbeitslos" wird. 140 km/h-Dosto Tiefeinstieg klimatisiert mit 146.0 ist für so etwas zwischen Stuttgart und Schwäbisch Gmünd bzw. Stuttgart und Murrhardt doch vollkommend ausreichend. Oder auch zwischen Karlsruhe und Landau.. die meisten kleineren Kommunen beteiligen sich erst gar nicht. Was willst du in Denkendorf als Beispiel so eine Abgabe ein führen? Die fahren mit dem Auto.. im besten fall zum nächsten Bahnhof.. auch in Filderstadt oder Ostfildern.. das ist einfach unrealistisch. Wenn wir was verändern wollen brauchen wir mehr und zwar effektiv mehr Schiene und mehr Fahrrad/E-Scooter/Zukunftsfähige Alternativen bzw. Konzepte.


Next Stop Frankfurt Airport Long distance Trains

Re: Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 21.11.20 15:28

dt8.de schrieb:
VT schrieb:
Dann kann man sich offensichtlich in der Stadt kein Auto leisten und lebt über seine Verhältnisse. Sonst hätte man einen festen Platz dafür.
Und dann gibt es auch noch welche mit eigener Garage, die aber 100m vom Haus weg ist (Haus nur am Fußweg gelegen). Garage nicht vom Haus aus versorgbar (Grundstücke dazwischen), Stromversorger will ~10000 um die Garage mit Strom zu versorgen, plus eigenen Stromzähler von der Straße aus zugänglich (da nicht dauerhaft bewohntes Gebäude). Wo soll der hin, und natürlich kostet der als zusätzlicher Anschluß jeden Monat nicht ganz wenig extra.

Das ist weder von den Kosten noch von den Forderungen her realisierbar, also bleibts beim Verbrenner. Noch nicht alles sehr durchdacht.

Wirtschaftlich würde das werden, wenn ich statt ~6000 km/Jahr 30000 km/Jahr fahren würde.

Äh nein, das kann's nicht sein.
...und 30.000km/Jahr sind je nach Nutzungsverhalten mit einem E-Auto derzeit noch recht unrealistisch, vor allem außerhalb des hochpreisigen Segments.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
kmueller schrieb:
MrEnglish schrieb:
Das ist aber ein Äpfel mit Birnen Vergleich. Ein Renault Zoe verbraucht auch wesentlich weniger als ein 911er Porsche. Dein Polo ist nämlich nicht nur leichter weil er keine Batterien drin hat.
Und warum verkauft man es dann als Umweltschutz, mit öffentlichen Geldern eine Schwerfahrzeug-Fabrik in Grünheide zu fördern? Statt eines Renault-Werks?
Was fragst du das mich? Man verkauft es ja auch als Umweltschutz Autobahnen zu elektrifizieren, statt endlich dafür zu sorgen, dass die Güter auf die Schiene kommen oder überhaupt mal weniger transportiert wird.
Ich denke Stuttgart hat vier verkehrsauslösende Probleme:

1) Immobilienpreise, welche die Menschen immer weiter hinaus treiben. Das führt zwangsläufig zu (unnötiger) Mobilität. Auch der Speckgürtel ist inzwischen für viele Menschen nicht mehr finanzierbar. Hier im beschaulichen Kleinheppach (ÖPNV: Reine Fahrzeit knapp 40 Minuten zum Hauptbahnhof Stuttgart) ruft gerade die Kreisbau für eine 4-Zimmer-Wohnung 750.000€ auf. Wenn du nun zu den "Versagern" gehörst, die keine 120k Jahreseinkommen haben - wirst du nur noch irgendwo in den Seitentälern hinter Backnang oder tief im Welzheimer Wald fündig. Dort ist ein Auto pro Person gesetzt. Und auch ein Auto kostet (da hier ja irgendwo angemerkt wurde, es sei quasi gratis und besetze Verkehrsraum). Es macht auch wirtschaftlich keinen Sinn nach Hinterwestermurr einen 15 Minutentakt von 4 bis 23 Uhr zu fahren. Da ist der P&R-Parkplatz die bessere Wahl.

2) Unnötige Arbeitsplätze in der City. Ich behaupte mal fast alle Büro-Jobs lassen sich problemlos im Home-Office machen. Hier würde massive Investitionen in den Breitbandausbau helfen. Und moderne Manager die Führen können, ohne Hofhalten zu müssen... Man hat im ersten Lockdown deutlich gesehen was dies für eine Verkehrsentlastung bringt.

3) Will bzw. braucht Stuttgart Käufer aus außerhalb? Da muss sich Stuttgart einfach mal klar bekennen. Hier auf dem Dorf leben wir inzwischen hervorragend mit Onlineshopping. Und ja, das ist umweltfreundlich: Vier Postunternehmen die durchs Dorf kutschieren sind besser, wie 300 Einkaufsfahrten im Privatwagen. Abgesehen davon: Was soll ich denn in Stuttgart überhaupt einzigartiges Kaufen, wenn nur noch die Ketten da sind, die auch nach hause liefern. Ich war da schon seit Jahren nicht mehr zum Einkaufen.

4) Durchgangsverkehr bzw. Querverkehr. Diesen ordne ich nicht den o.g. Problemen zu und da es sich um Gelegenheitsverkehr handelt, der dann weite Strecken anschließt, sehe ich hier keine Chancen für den ÖPNV. Aber durch die genannte Filder-Neckar-Verbindung gäbe es eine Option die City deutlich zu entlasten.

Gruß Gabriel


http://www.eisenbahn-foto.de/bannereisenbahntv.jpg

146 227 schrieb:
Was ist denn daran falsch? Ich behaupte hier eher das Gegenteil. Natürlich lockst du den Verkehr an bzw. schaffst die entsprechenden Situationen für den Pkw aber das selbe muss man mit der Schiene auch schaffen. Gerade der Transit-Verkehr muss aus den Städten raus - oder noch besser aus Deutschland raus. Gilt für Lkw, Transporter usw. Sieht man gut in der Schweiz und an der Grenze wie viel Verkehr die Schweiz umfährt (nicht durch Thayngen - Schaffhausen nach Waldshut sondern via Tengen - Blumberg)

Besser kann man eine falsche Verkehrspolitik überhaupt nicht zusammenfassen. Ein Wettbewerb darum welches Verkehrsmittel mehr transportieren kann bringt der Umwelt überhaupt nichts. Was nützt es der Umwelt wenn die Schiene ihre Anteile am Modalsplit steigert, deswegen aber auf der Straße kein Stück weniger gefahren würde?

Der Hinweis auf die Schweiz ist auch nur teilweise zielführend. Die Schweiz wird umfahren, weil man eben das Fahren durch die Schweiz mit verschiedenen Maßnahmen unattraktiver gemacht hat. Man hat eben z.B. keinen Tunnel unter dem großen San Bernadino Pass gebaut, man hat überhaupt keinen vierspurigen Alpendurchstich gebaut. Es gibt mit dem Gotthard überhaupt nur eine Möglichkeit die Alpen in der Schweiz ohne Passfahrt zu überqueren.
Doch der Ausweichverkehr den du beschreibst zeigt das nächste Problem. Verlagert man den Verkehr nur örtlich und fährt außen rum, dann entstehen zusätzliche Fahrtkilometer mit zusätzlicher Belastung. Eine Umfahrung der Schweiz ist dabei noch so aufwendig, dass sie zu einer Abnahme des Verkehrs führt, also prinzipiell schon was bringt, aber für Umgehungsstraßen gilt das nicht mehr. Die produzieren oft einfach nur zusätzliche Kilometer. Und das tun sie auch noch in doppelter Hinsicht. Der "Transitverkehr" nimmt einen Umweg und der verringerte Stau in der Stadt lock zusätzlichen lokalen Verkehr an.

146 227 schrieb:
Auch hier ist es nicht falsch. Vielleicht in Metropolregionen mag das gerade so sein aber davor und danach sicherlich nicht. Tut mir leid aber der Bus ist (war in Odysso im ARD/SWR letztens eine Reportage dazu) auf dem Absteigenden Ast. Keiner hat mehr Bock in einem Verkehrsmittel zu sitzen welches gefühlt unendlich mal hält und 3-Fach so lang für die selbe Strecke braucht wie mein Auto. Ggf. ist man sogar mit dem Fahrrad schneller.. und genau das ist der springende Punkt. Dann ist der Zubringer-Verkehr nicht gut genug ausgebaut (60-Takt Bus bei 30-Takt RB/S-Bahn = passt nicht). Anschlusssicherheit ist heutzutage ein sehr hohes gut. Wenn der Zug im Winter 1x 8min zu spät ist und der Bus ist weg dann stinkt dir das richtig! Für mich sind Anruf-Sammel-Taxi, Linientaxi, Rufbus-Leistungen im Freizeitverkehr durchaus akzeptabel (sofern dies auch richtig funktioniert und man nicht um 16 Uhr keinen mehr erreicht.. unter der Tel-Nr...) genau so ist Eigenwirtschaftlicher Bus-Verkehr eher auf Schul und Ausbildungsverkehre ausgestaltet (siehe Rottweil, relativ teurer ÖPNV für wenig Leistung) und nicht auf den üblichen Bedarf.
Deshalb ist P&R oftmals die einzig Sinnvolle Alternative. Auch die typisch Deutschland dumme Situation mit den E-Scootern das man dafür ein Kennzeichen braucht und nur auf der Straße fahren darf.. unattraktiv hoch10.. schaut mal nach Wien oder Zürich da geht das besser (und effektiver). Ja auch dort hat man Straßen Autolos gemacht aber mit echten Alternativen - auch im ZULAUF auf diese Städte. Schaut man Graz wo morgens die Züge alle rein fahren (Berufsverkehr-Züge) und Nachmittags rausfahren - genau in Lastrichtung und dafür werden extra Zuggarnituren vorgehalten.. dieses Wagenmaterial gibt es bei uns in Deutschland. Wenn man sich anschaut was in den nächsten 2-3 Jahren an hochwertigem Material "arbeitslos" wird. 140 km/h-Dosto Tiefeinstieg klimatisiert mit 146.0 ist für so etwas zwischen Stuttgart und Schwäbisch Gmünd bzw. Stuttgart und Murrhardt doch vollkommend ausreichend. Oder auch zwischen Karlsruhe und Landau.. die meisten kleineren Kommunen beteiligen sich erst gar nicht. Was willst du in Denkendorf als Beispiel so eine Abgabe ein führen? Die fahren mit dem Auto.. im besten fall zum nächsten Bahnhof.. auch in Filderstadt oder Ostfildern.. das ist einfach unrealistisch. Wenn wir was verändern wollen brauchen wir mehr und zwar effektiv mehr Schiene und mehr Fahrrad/E-Scooter/Zukunftsfähige Alternativen bzw. Konzepte.


Ich kann deinen Argumenten irgendwie nicht ganz folgen. Du zeigst doch gerade auf, warum es im ländlichen Raum mehr Finanzmittel für den Anschluss-ÖV benötigt. P&R ist vor allem deswegen die einzige Alternative, weil es kein akzeptables ÖV Angebot gibt.

Meint du ernsthaft, dass die E-Scooter nennenswert Autofahrten verringern? Ich würde mal eher sagen, sie sorgen dafür, dass manche Leute noch fauler werden und noch weniger zu Fuß gehen. Bestenfalls holen sie Leute aus dem ÖV oder vom Fahrrad (schon eher fraglich).

Den Hinweis auf Graz und die DoStos verstehe ich nicht. Bist du der Meinung man würde in Deutschland keine HVZ Verstärkerleistungen anbieten?
146 227 schrieb:Zitat:
Auch hier ist es nicht falsch. Vielleicht in Metropolregionen mag das gerade so sein aber davor und danach sicherlich nicht. Tut mir leid aber der Bus ist (war in Odysso im ARD/SWR letztens eine Reportage dazu) auf dem Absteigenden Ast. Keiner hat mehr Bock in einem Verkehrsmittel zu sitzen welches gefühlt unendlich mal hält und 3-Fach so lang für die selbe Strecke braucht wie mein Auto. Ggf. ist man sogar mit dem Fahrrad schneller.. und genau das ist der springende Punkt. Dann ist der Zubringer-Verkehr nicht gut genug ausgebaut (60-Takt Bus bei 30-Takt RB/S-Bahn = passt nicht). Anschlusssicherheit ist heutzutage ein sehr hohes gut. Wenn der Zug im Winter 1x 8min zu spät ist und der Bus ist weg dann stinkt dir das richtig! Für mich sind Anruf-Sammel-Taxi, Linientaxi, Rufbus-Leistungen im Freizeitverkehr durchaus akzeptabel (sofern dies auch richtig funktioniert und man nicht um 16 Uhr keinen mehr erreicht.. unter der Tel-Nr...) genau so ist Eigenwirtschaftlicher Bus-Verkehr eher auf Schul und Ausbildungsverkehre ausgestaltet (siehe Rottweil, relativ teurer ÖPNV für wenig Leistung) und nicht auf den üblichen Bedarf.
Deshalb ist P&R oftmals die einzig Sinnvolle Alternative.

Man muss es halt einfach auch realistisch sehen: Eine flächendeckende, attraktive Erschließung aller Siedlungsgebiete wird nicht möglich sein.

Das Thema P+R hat halt auch ein rechtliches Problem: Es gibt viele verschiedene Betreiber. Eigentlich müsste die Gesellschaft die P+R betreiben, die auch die Tarifeinnahmen im ÖPNV hat. Rund um Stuttgart wäre das der VVS. So hat man z.B in Marbach die kuriose Situation, dass es zwei P+R Anlagen auf jeweils einer Bahnhofsseite gibt, man aber zwei unterschiedliche Betreiber und zwei unterschiedliche Tarife dafür hat. Der ohnehin schon volle P+R wurde demletzt an DB Bahnpark übergeben, die daraus einen 24/7-Parkgebührenparkplatz gemacht und die Anzahl der Dauerparkausweise begrenzt hat. SO kann man gleich doppelt Pendler aus der Bahn ins Auto vertreiben.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: [BW] "Gutachten" zur Drittnutzerfinanzierung des ÖPNV

geschrieben von: Node

Datum: 21.11.20 16:58

kmueller schrieb:
Traumflug schrieb:
Ungeachtet dessen fände ich eine generelle Abgabe, nur weil man in einem bestimmten Ort wohnt, etwas schräg. Ich benutze den ÖPNV recht selten, weil mir die Fahrradfahrerei so viel Spass macht und meine Arbeit 100% im Homeoffice stattfindet.
Es müßte das Fahren (incl. Parken) belastet werden, nicht das Wohnen.
Eine technische Lösung für die kilometerabhängige Maut ist halt relativ teuer. Einfacher wäre m.E. eine Regionalisierung der KFZ-Steuer nach folgendem Schema:

- Wenn Stadtgebiet Mindeststeuer 1200 € + CO2- und fahrzeuggrößenabhängige Komponente. Anwohnerparken zusätzliche ca. 50 € pro Monat. Zweit- und Drittautos einfach entsprechende Mulitiplikation des Basisbetrages.

- Wenn Land, dann erstes Auto unterhalb gewissen CO2-Wertes und bis 8.400 Jahrrs-KM frei. Alles was darüber geht kostet zusätzliche KM- Pauschale. CO2-Aufschlag kommt dazu. Regelmäßige KM-Stsns-Meldung an KBA.

Zusätzlich 30 ct Aufschlag auf Spritpreis und Untersagung von Dienstwagenmodellen ohne adäquate Beteilung privater Fahrleistung.

Das wäre alles innerhalb eines Jahres umsetzbar. Fahrzeugdaten liegen vor, Kilometerstandserfassung ist trivial, Haushaltsdaten hat die Steuerverwaltung.

Ergänzung: Für den Verkehrsanteil, bei dem der MIV nicht verzichtbar ist, braucht es einen großflächigen Ausbau von Carsharing. Das Karlsruher Stadtgebiet wäre bzgl. Stationsdichte ein gutes Beispiel. Dort ist km-anhängige und sogar tageszeit- und streckenbezogene Abrechnung auch kein Problem. Eine Distanz von 3km zur nächsten Station wie in meiner Stadt macht es mit Kindern z.B. fast nicht nutzbar.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 17:17.
146 227 schrieb:
Gerade der Transit-Verkehr muss aus den Städten raus - oder noch besser aus Deutschland raus. Gilt für Lkw, Transporter usw. Sieht man gut in der Schweiz und an der Grenze wie viel Verkehr die Schweiz umfährt (nicht durch Thayngen - Schaffhausen nach Waldshut sondern via Tengen - Blumberg)
Ist jetzt aber nicht gerade das beste Beispiel, der Weg um die Schweiz herum ist zwar weiter, dafür kann man aber schneller fahren, so dass der Umweg in zeitlicher hinsicht recht gering ist. Laut Google Maps ist der Umweg um CH herum gerade mal eine Minute langsamer als durch Schaffhausen durch, das ist vielleicht etwas zu wenig berechnet, zeigt aber schon die Richtung an.
Bei so einem kleinen Zeitunterschied kann dann eine Vignette oder die LSVA schnell den Ausschlag geben, es ist aber schon die Frage, wie das bei echten Umwegen aussehen würde.

Geld spielt zwar auch eine Rolle durch die teureren Transitgebühren in der Schweiz. Aber wenn ich mir die langen Schlangen von LKW am Gotthadr ansehe und wie dort teils im Stau stehen, dann ist mangelnde Kapazität für weitere LKW heute auch ein wichtiger Punkt...

Was mir als täglicher Pendler auf der A 98/B 31 aber aufgefallen ist während der Corona-Grenzschliessungen im Frühjahr, es waren auffallend viele LÖ-Kennzeichen unterwegs, die man sonst zumindest ausserhalb der Urlaubszeit eher selten sieht. Da geht der schnellste Weg Richtung München wenn die Grenze offen ist ansonsten durch die Schweiz. Eine CH-Vignette haben viele in der Gegend wohl sowieso, bleibt als nur das kurze Österreich-Stück an Zusatzkosten im Vergleich der längeren Fahrt via Stockach. Wobei selbst durch Bregenz durch statt via Autobahn noch spürbar schneller als via Deutschland ist...

Gruss

Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 17:26.

Re: Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner

geschrieben von: Traumflug

Datum: 21.11.20 17:47

dt8.de schrieb:
Wirtschaftlich würde das werden, wenn ich statt ~6000 km/Jahr 30000 km/Jahr fahren würde.
Es ist ein Fehler, aus der persönlichen Situation auf die gesamte Bevölkerung hochzurechnen. Es gibt zigtausende Fahrzeughalter, die schon jetzt laden oder dies preiswert installieren können. Sind all die versorgt, sind ein paar Jahre ins Land gegangen. Dann stehen auch mehr öffentliche Ladesäulen zur Verfügung und die Elektroautos werden schon in der Anschaffung preiswerter als Verbrenner sein.

Man kann übrigens auch beim Arbeitgeber laden. Ist sowieso besser, denn tagsüber gibt's mehr Photovoltaik-Strom.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner

geschrieben von: VT

Datum: 21.11.20 18:13

dt8.de schrieb:
Und dann gibt es auch noch welche mit eigener Garage, die aber 100m vom Haus weg ist (Haus nur am Fußweg gelegen). Garage nicht vom Haus aus versorgbar (Grundstücke dazwischen), Stromversorger will ~10000 um die Garage mit Strom zu versorgen, plus eigenen Stromzähler von der Straße aus zugänglich (da nicht dauerhaft bewohntes Gebäude). Wo soll der hin, und natürlich kostet der als zusätzlicher Anschluß jeden Monat nicht ganz wenig extra.

Mir gings zwar eigentlich mehr um die viel zi geringen Kosten für Stellplätze für eigene PKW. Da ist der Antrieb erstmal egal und das Problem löste auch das E-Auto nicht. Und autonome Fahren auch nicht.
Aber bei deinen Problem könnte man analog wie mit der Abwasserversorgung in einzelnen Wohnplätzen bzw abgelegenen kleinen Weiler verfahren: Lösung des Problems durch den Eigentümer, ansonsten droht der Verlust der Baugenehmigung. Individualismus ist Luxus den man sich leisten können muss.

Kein neuer Inhalt

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 21.11.20 18:50

Good evening,

dem ist absolut nichts hinzuzufügen. Deshalb von mir auch... siehe Betreff.

"Die Gratismentalität von Autofahrern ist sehr erschreckend. Da werden regelmäßig Unsummen in neue Blechkisten investiert die mit den neusten Spielereien ausgerüstet sind, aber für Parkplätze oder Straßenbenützung darf man auf keinen Fall was verlangen."
Ja, das ist absurd!
Das sind die gleichen, die für 2.000 Euro in den Urlaub fahren, aber wehe, die S-Bahn-Fahrt zum Flughafen kostet 3 Euro.

"Selbst auf dem Land zahlt man für ein Grundstück oder eine Wohnung mehr wenn man fußläufig zum Bahnhof wohnt. Wer das Geld spart und lieber abgelegen wohnt, der muss dann eben damit leben, dass er entsprechend zur Kasse gebeten wird."
Das sind die gleichen, die auf´s Land ziehen, dort dann aber die Infrastruktur einschl. ÖV-Angebot erwarten wie in der Großstadt. Natürlich auf Kosten anderer, weil man selbst ja sparen will.

Merci, Mr. English, für das Aufzeigen dieser Lebenslügen, dieses Anspruchsdenkens und der Absurdität im Verhalten Einiger.

Heiko

http://www.desiro.net/Wal.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 19:52.

Straßenbau für die Mobilitätswende? Absurd!

geschrieben von: Honigbiene

Datum: 21.11.20 20:08

Gabriel schrieb:
Durchgangsverkehr bzw. Querverkehr. Diesen ordne ich nicht den o.g. Problemen zu und da es sich um Gelegenheitsverkehr handelt, der dann weite Strecken anschließt, sehe ich hier keine Chancen für den ÖPNV. Aber durch die genannte Filder-Neckar-Verbindung gäbe es eine Option die City deutlich zu entlasten.
Guten Tag Gabriel,

mit dem Bau von neuen Straßen erreicht man keine Mobilitätswende, ganz im Gegenteil, eine solche Filder-Neckar-Verbindung wäre ein weiteres Beispiel für die verfehlte Verkehrspolitik, die man in den letzten Jahrzehnten verfolgt hat, wie MrEnglish bereits angemerkt hat. Eine solche Verbindung entlastet die Stadt Stuttgart nur bedingt, zusätzlich wird der ohnehin schon geringe Effekt durch den zusätzlich induzierten Verkehr überkompensiert. Stuttgart wurde nach dem Zweiten Weltkrieg konsequent als autogerechte Stadt gestaltet, man hat die gesamte Stadtplanung den Bedürfnissen des motorisierten Individualverkehrs (MIV) unterworfen, ohne dass sich ein positiver Effekt eingestellt hätte, im Gegenteil, viele Verkehrsprobleme lassen sich auf das Konzept der autogerechten Stadt zurückführen, dass heute zu recht als Beispiel für eine verfehlte Stadtplanung aufgeführt wird.

Grüße
die Honigbiene

Re: Straßenbau für die Mobilitätswende? Absurd!

geschrieben von: Gabriel

Datum: 21.11.20 20:55

Zitat
mit dem Bau von neuen Straßen erreicht man keine Mobilitätswende

Richtig. Bei der Idee geht es ausschließlich um die Entlastung der Innenstadt von unnötigem Verkehr und nicht um die Verkehrswende im allgemeinen. Aber vielleicht doch: Wenn der Verkehr z.B. über die neue Weinsteige signifikant durch diesen Entlastungstunnel sinkt, wäre hier Platz für einen Fahrrad-Highway? Welche Optionen würden sich zwischen Neckartor und Marienplatz mit der Hälfte des Verkehrs ergeben? Man muss da, meiner Meinung nach, etwas flexibler denken.

Gruß Gabriel


http://www.eisenbahn-foto.de/bannereisenbahntv.jpg

Re: Straßenbau für die Mobilitätswende? Absurd!

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 21.11.20 21:17

Und genau da liegt der Denkfehler. Der Verkehr wird eben nicht abnehmen, schon gar nicht auf die Hälfte. Das bedeutet man hat auf den von dir genannten Strecken genau so viele Optionen wie jetzt.

Re: Straßenbau für die Mobilitätswende? Absurd!

geschrieben von: Gabriel

Datum: 21.11.20 21:36

Du machst einen Denkfehler.

Richtig ist: Mit der Tunnellösung wird der PKW-Verkehr wird IN der Stadt Stuttgart abnehmen (aber tatsächlich insgesamt nicht). Es ergeben sich dadurch die geschilderten Optionen IN der Stadt Stuttgart (nicht überregional).


Gruß Gabriel


http://www.eisenbahn-foto.de/bannereisenbahntv.jpg

Node schrieb:
- Wenn Stadtgebiet Mindeststeuer 1200 € + CO2- und fahrzeuggrößenabhängige Komponente. Anwohnerparken zusätzliche ca. 50 € pro Monat.
Einspruch: Anwohnerparken gehört über kurz oder lang abgeschafft. Warum sollten ausgerechnet Anwohner verbilligt im öffentlichen Raum parken dürfen? Es gibt kein verkehrspolitisch sinnvolles Argument dafür. Die sollten die gleichen Preise pro Tag oder Stunde zahlen wie jeder Autofahrer, der dort parken möchte.

Re: [BW] "Gutachten" zur Drittnutzerfinanzierung des ÖPNV

geschrieben von: Node

Datum: 21.11.20 22:31

Allberto schrieb:
Node schrieb:
- Wenn Stadtgebiet Mindeststeuer 1200 € + CO2- und fahrzeuggrößenabhängige Komponente. Anwohnerparken zusätzliche ca. 50 € pro Monat.
Einspruch: Anwohnerparken gehört über kurz oder lang abgeschafft. Warum sollten ausgerechnet Anwohner verbilligt im öffentlichen Raum parken dürfen? Es gibt kein verkehrspolitisch sinnvolles Argument dafür. Die sollten die gleichen Preise pro Tag oder Stunde zahlen wie jeder Autofahrer, der dort parken möchte.
Ich halte es in der praktischen Durchführung für einfacher, die Option zu lassen. Es wird trotz der hohen Preise Fälle geben, die es in Anspruch nehmen werden. Eine kurzfristige Umstellung auf Parkhäuser ist an vielen Stellen unrealistisch, und im Preis könnte z.B. für m.E. legitime Ausnahmen für Großfamilien oder körperlich Beeinträchtige auch Raum sein.

Re: Flächenverbrauch

geschrieben von: andreas +

Datum: 21.11.20 23:10

Honigbiene schrieb:
Trotzdem verbraucht ein Auto denselben Raum wie zehn Fahrräder, drei Autos verbrauchen dieselbe Fläche wie ein Gelenkbus und acht Autos verbrauchen dieselbe Fläche wie eine 40 Meter lange Straßenbahn.
Liebe Honigbiene,

ein Auto, ein Fahrrad oder auch ein Gelenkbus oder eine Straßenbahn verbraucht keine Fläche, denn die jeweilige Fläche ist, wenn das Fahrzeug weg- / weitergefahren ist, immer noch da. Das ist anders als z.B. beim Honig, der wird verbraucht, nämlich gegessen, verdaut, und anschließend in völlig anderer chemischer Zusammensetzung ...

Schöne Grüße von den Blumen am Bahndamm
Seiten: 1 2 3 4 5 All Angemeldet: -