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Guten Tag zusammen,

das Ministerium für Verkehr hat gemeinsam mit den Modellkommunen Bad Säckingen, Heidelberg, Mannheim, Stuttgart und Tübingen ein Gutachten zu neuen Finanzierungsmöglichkeiten des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorgestellt.

Der motorisierte Individualverkehr (MIV) verursacht in Städten nicht nur erhebliche Umweltprobleme (z. B. durch Lärm- und Schadstoffemissionen), sondern sorgt auch für einen erheblichen Raumverbrauch, insbesondere durch den ruhenden Verkehr. Im Sinne des Klimaschutzes muss der Umweltverbund (Fuß, Rad und ÖPNV) gestärkt werden, wie zum Beispiel durch eine gerechtere Aufteilung des öffentlichen Raums zulasten des MIV (Wegfall von Parkplätzen, Ausbau von Radwegen, Verbreiterung von Gehwegen etc.) und durch einen Ausbau des ÖPNV. Mit dem Gutachten wurden die Möglichkeiten einer Drittnutzerfinanzierung für den Ausbau des ÖPNV erörtert, da der Investitionsbedarf und die Betriebskosten eines ausgeweiteten ÖPNV die Kommunen vor eine enorme finanzielle Herausforderung stellen würden.

Konkret wurden dabei drei verschiedene Finanzierungsmodelle anhand der Modellkommumen untersucht:

„Bürgerticket“
Einwohner innerhalb eines Erhebungsgebietes leisten eine monatliche Abgabe zur Finanzierung des ÖPNV und erhalten im Gegenzug die Möglichkeit zur vergünstigten oder kostenlosen Nutzung des ÖPNV.

„Nahverkehrsabgabe“
Kfz-Halter innerhalb eines Erhebungsgebietes leisten eine monatliche Abgabe zur Finanzierung des ÖPNV und erhalten im Gegenzug die Möglichkeit zur vergünstigten oder kostenlosen Nutzung des ÖPNV.

„Straßennutzungsgebühr“
Zur Nutzung bestimmter Straßen wird eine Gebühr erhoben, im Gegensatz besteht die Möglichkeit zur vergünstigten Nutzung des ÖPNV.

Auch wurden durch ein Rechtsgutachten Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Land Baden-Württemberg eine Gesetzesgrundlage schaffen kann, damit Kommunen in die Lage versetzt werden, eigenständig über die Notwendigkeit und Art einer Drittnitzerfinanzierung zu entscheiden.
Die Idee der Drittnutzerfinanzierung ist nicht neu und wurde teilweise bereits umgesetzt. So zahlen Arbeitgeber in Wien eine Dienstgeberabgabe („U-Bahn-Steuer“) in Höhe von zwei Euro je Mitarbeiter und Woche. In Frankreich können Kommunen ebenfalls eine Transportsteuer („Versement transport“) zur Finanzierung des ÖPNV von den Arbeitgebern erheben.

Pressemitteilung des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg

Grüße
die Honigbiene
Sehr interessant. Vielen Dank für die Verlinkung.
Was für ein Un-, Wahn- und Irrsinn! - Will man denn da die Städte zu 'Lost Places' machen? Oder die Bewohner (für doof halten und) abzocken?
Allein schon das Wort "Drittnutzerfinanzierung" ... ist doch schon eine Ver....

Wenn man wirklich mehr Geld für den Ausbau des ÖPNV einnehmen möchte, dann z.B. deutliche Erhöhungen der LKW-Maut und deutliche Erhöhungen der Mineralölsteuer (auch mit dem Gedanken als CO2-Abgabe).
Zp9b an Gleis 9 3/4 schrieb:
Wenn man wirklich mehr Geld für den Ausbau des ÖPNV einnehmen möchte, dann z.B. deutliche Erhöhungen der LKW-Maut und deutliche Erhöhungen der Mineralölsteuer (auch mit dem Gedanken als CO2-Abgabe)
Schon mal dran gedacht, wo diese politischen Hebel fest gesetzt sind? Antwort in Berlin: Die Stadt Buxtehude kann weder die LKW Maut noch die Mineralöltsteuer anheben.
Hier geht es aber darum, wie einzelne Kommunen, Städte, Landkreise zusätzlich Geld einnehmen können für den ÖPNV weil der Bund sich dafür Nicht, bzw. Zuwenig zuständig fühlt.

Bsp. Wien das böse Wort Parkraumbewirtschaftung, in Wien darf die Stadt für einen Straßenparkplatz im Prinizp soviel Geld verlangen wie sie will, in Deutschland wird dies auf 120 € begrenzt, mehr darf ein Parkplatz im Jahr nicht kosten, wobei dieses Gesetz wohl auch in Deutschland bald fallen wird.
Die Frage ist halt, wie wird man die Autos in Deutschland wieder los, welche insbesondere in den Städten schlicht und einfach zuviel sind. Anstatt wie heute, teils für jedes erwachsene Familienmitglied ein Auto, wurde es vielfach ausreichen wenn es nur noch ein Auto je Haushalt geben wurde, schon damit wäre viel geholfen und es wurde 1/3 weniger Autos geben. Aber geregelt kann da vieles eben nur auf Bundesebene. Auf Regionaler Ebene muss man andere Ansätze finden um das Auto zu vermiesen, zu vergrämen nicht um das Auto selbst komplett abzuschaffen, aber deren Anzahl erheblich zu reduzieren, wieder auf das Nieveau von vor 20-30 Jahren herunter zu bringen. Im gleichen Maße muss man aber vielfach ÖPNV ausbauen, aber dafür sieht der Bund wiederum kein Geld vor. Die sagt von sich, dass ist regionale Aufgabe, daher wohl eben auch der neue Ansatz, dann muss es dafür eben auch dafür vermehrt regionale Einkommen dafür geben.
Ziel ist ja hier eine Rechtssicherheit quasie einen Bauplan zu liefern, wie die Städte ihre Bürger da finanziell miteinbringen können, ohne dass sie Gefahr laufen müssen, auf einen Gerichtsprozeße zu zulaufen, weil die ökologische regionale Steuerungspolitik gesetzlich nicht nagelfest und bruchsicher ist. Dies wird somit unterbunden, man schafft einen rechtlichen korrekten Rahmen dafür. Damit die Verkehrswende auch funktioniert, die Fahrgastzahlen des ÖPV bin in 10 Jahren zu verdoppeln.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.11.20 20:32.

Zusammenhang?

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 20.11.20 21:10

"Die Stadt Buxtehude kann weder die LKW Maut noch die Mineralöltsteuer anheben"

Hallo,

wieso sollte die Stadt Buxtehude, die übrigens in Niedersachsen und nicht in Ba-Wü liegt, das tun? Denn gerade die Region dort ist bei der Nahverkehrs-Finanzierung seit vielen Jahren ordentlich dabei - die Älteren erinnern sich vielleicht noch an den regional finanzierten City-Bahn-Tarif, die anderen an die AC/DC-S-Bahn teilweise alle 10 Minuten. Irgendwie erkenne ich da den Zusammenhang dieses Beispiels nicht...

Gruß

Heiko (dessen Eltern in Buxtehude wohnen)

http://www.desiro.net/Signatur-Streik.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.11.20 21:11.

Mobilitäts-GEZ

geschrieben von: Ferdi

Datum: 20.11.20 21:26

Man muss für etwas bezahlen, was man nie nutzt. (wann muss ich mal nach Stuttgart rein? Zur Arbeit laufe ich)


Macht doch einfach ne City-Maut und steckt dieses Geld in den ÖPNV.

Re: Mobilitäts-GEZ

geschrieben von: ulrich

Datum: 20.11.20 21:36

Wenn man dem Autofahrer Geld abnimmt wenn er in die Innenstädte fährt muss man unbedingt aber auch eine Zufahrtsmaut zu den Einkaufszentren draußen vor der Stadt einführen samt Parkgebühr in den dortigen Parkhäusern und -plätzen. Und als drittes darf natürlich auf keinen Fall eine Onlinebestellungsabgabe fehlen samt Liefersteuer für Alle die etwas zun Kunden transportieren.

Ulrich
Zp9b an Gleis 9 3/4 schrieb:
Will man denn da die Städte zu 'Lost Places' machen?
Ganz im Gegenteil. Man will mehr Raum für Menschen gewinnen, indem man die leeren herumstehenden Autos fern hält.

Drive-in-Geschäfte gibt es bestenfalls auf dem Land. In der Stadt muss man die Menschen aus den Autos heraus bekommen, sonst können sie nicht in die Läden gehen. Da ist es doch am besten, wenn diese Menschen ihr Auto gleich zu Hause lassen, weil sie mit dem ÖPNV ohnehin schneller und bequemer unterwegs sind. Es ist ja keine Strafsteuer angedacht, sondern eine Finanzierungsquelle für mehr und besseren ÖPNV.

Ungeachtet dessen fände ich eine generelle Abgabe, nur weil man in einem bestimmten Ort wohnt, etwas schräg. Ich benutze den ÖPNV recht selten, weil mir die Fahrradfahrerei so viel Spass macht und meine Arbeit 100% im Homeoffice stattfindet.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
Ergänzend vielleicht ein Vorschlag des Klimaschutzrates in Kassel:

Preispolitische Steuerung der Verkehrsnachfrage

Ziel und Inhalt:
Zitat
Preise sind ein wesentlicher Einflussfaktor, mit dem die Nachfrage gesteuert werden kann. Mit Hilfe dieser Maßnahme sollen einerseits Anreize für die Nutzung von Verkehrsmitteln gesetzt werden, die wenig CO2 emittieren, und andererseits die Nutzung von Verkehrsmitteln mit hohen CO2-Emissionen stärker bepreist werden.

Konkret sollen im NVV-Tarifsystem neue Abos („AboFlex“) eingeführt werden, die mit Zahlung eines festen monatlichen Preises die ÖPNV-Nutzung und in einer weiteren Ticketvariante auch das Parken vergünstigen. Darüber hinaus ist eine Erhöhung und Differenzierung bei den Parkgebühren vorgesehen. Es wäre exemplarisch folgende Variante denkbar:

 AboFlex: 5,- € monatlicher Preis, 50%-Rabatt auf Einzelfahrt und Kurzstrecke in KasselPlus

 AboFlexPlus: 10,- € monatlicher Preis, 50%-Rabatt auf Einzelfahrt und Kurzstrecke in KasselPlus und bei den Parkgebühren zunächst in Parkhäusern bzw. Tiefgaragen
 Erhöhung der Parkgebühren für alle anderen und im öffentlichen Raum, z.B. um 1,00 € für 30 Minuten

 Elektrofahrzeuge sind im Rahmen der gesetzlichen Förderung weiterhin von den Parkgebühren im öffentlichen Raum befreit.

Die genannten Preise stellen ein Beispiel dar und sind im Rahmen eines detaillierten Konzeptes festzulegen, wobei die Rabatthöhe von 50% aufgrund positiver wissenschaftlicher Untersuchungen zur Wirksamkeit beibehalten werden sollte. Entscheidend für die Wirksamkeit der Maßnahme hinsichtlich der CO2-Einsparung ist darüber hinaus die Kombination aus attraktivem ÖPNV-Ticket und der Erhöhung der Parkgebühren. Die Integration der Parkgebühren soll zunächst bei privatwirtschaftlich betriebenen Parkierungseinrichtungen der Parkhausgesellschaft angestoßen werden, nach Überwindung ggf. vorhandener rechtlicher Hürden soll eine Ausdehnung des Rabattierungsansatzes auf den öffentlichen Verkehrsraum angestrebt werden

Klingt für mich schon eher nach Kompromiss. Jedenfalls schmeißt man MIV-Nutzer nicht komplett über Bord und gibt denen einen Anreiz.
Es gibt ja auch nicht wenige, die beides nutzen.

Re: Mobilitäts-GEZ

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 20.11.20 23:18

Ferdi schrieb:
Man muss für etwas bezahlen, was man nie nutzt. (wann muss ich mal nach Stuttgart rein? Zur Arbeit laufe ich)


Macht doch einfach ne City-Maut und steckt dieses Geld in den ÖPNV.
In zwei der drei Modellen müsstest du nichts zahlen, denn du nutzt ja als Fußgänger kein Auto.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 01:34.
Siggis Malz schrieb:
Ergänzend vielleicht ein Vorschlag des Klimaschutzrates in Kassel:

Preispolitische Steuerung der Verkehrsnachfrage

Ziel und Inhalt:
Zitat
Preise sind ein wesentlicher Einflussfaktor, mit dem die Nachfrage gesteuert werden kann. Mit Hilfe dieser Maßnahme sollen einerseits Anreize für die Nutzung von Verkehrsmitteln gesetzt werden, die wenig CO2 emittieren, und andererseits die Nutzung von Verkehrsmitteln mit hohen CO2-Emissionen stärker bepreist werden.

Konkret sollen im NVV-Tarifsystem neue Abos („AboFlex“) eingeführt werden, die mit Zahlung eines festen monatlichen Preises die ÖPNV-Nutzung und in einer weiteren Ticketvariante auch das Parken vergünstigen. Darüber hinaus ist eine Erhöhung und Differenzierung bei den Parkgebühren vorgesehen. Es wäre exemplarisch folgende Variante denkbar:

 AboFlex: 5,- € monatlicher Preis, 50%-Rabatt auf Einzelfahrt und Kurzstrecke in KasselPlus

 AboFlexPlus: 10,- € monatlicher Preis, 50%-Rabatt auf Einzelfahrt und Kurzstrecke in KasselPlus und bei den Parkgebühren zunächst in Parkhäusern bzw. Tiefgaragen
 Erhöhung der Parkgebühren für alle anderen und im öffentlichen Raum, z.B. um 1,00 € für 30 Minuten

 Elektrofahrzeuge sind im Rahmen der gesetzlichen Förderung weiterhin von den Parkgebühren im öffentlichen Raum befreit.

Die genannten Preise stellen ein Beispiel dar und sind im Rahmen eines detaillierten Konzeptes festzulegen, wobei die Rabatthöhe von 50% aufgrund positiver wissenschaftlicher Untersuchungen zur Wirksamkeit beibehalten werden sollte. Entscheidend für die Wirksamkeit der Maßnahme hinsichtlich der CO2-Einsparung ist darüber hinaus die Kombination aus attraktivem ÖPNV-Ticket und der Erhöhung der Parkgebühren. Die Integration der Parkgebühren soll zunächst bei privatwirtschaftlich betriebenen Parkierungseinrichtungen der Parkhausgesellschaft angestoßen werden, nach Überwindung ggf. vorhandener rechtlicher Hürden soll eine Ausdehnung des Rabattierungsansatzes auf den öffentlichen Verkehrsraum angestrebt werden

Klingt für mich schon eher nach Kompromiss. Jedenfalls schmeißt man MIV-Nutzer nicht komplett über Bord und gibt denen einen Anreiz.
Es gibt ja auch nicht wenige, die beides nutzen.
Nö, das ist kein Kompromiss, das ist Mist. Warum sollten E-Autos, die genauso viel Platz verbrauchen wie Verbrenner, keine Parkgebühren zahlen?
Zp9b an Gleis 9 3/4 schrieb:
Was für ein Un-, Wahn- und Irrsinn! - Will man denn da die Städte zu 'Lost Places' machen? Oder die Bewohner (für doof halten und) abzocken?
Allein schon das Wort "Drittnutzerfinanzierung" ... ist doch schon eine Ver....

Wenn man wirklich mehr Geld für den Ausbau des ÖPNV einnehmen möchte, dann z.B. deutliche Erhöhungen der LKW-Maut und deutliche Erhöhungen der Mineralölsteuer (auch mit dem Gedanken als CO2-Abgabe).
Stimmt genau. Kennst du den bekannten Lost Place London? Der ist genau so entstanden.
Zp9b an Gleis 9 3/4 schrieb:
Was für ein Un-, Wahn- und Irrsinn! - Will man denn da die Städte zu 'Lost Places' machen? Oder die Bewohner (für doof halten und) abzocken?
Allein schon das Wort "Drittnutzerfinanzierung" ... ist doch schon eine Ver....

Wenn man wirklich mehr Geld für den Ausbau des ÖPNV einnehmen möchte, dann z.B. deutliche Erhöhungen der LKW-Maut und deutliche Erhöhungen der Mineralölsteuer (auch mit dem Gedanken als CO2-Abgabe).
Ach und was wäre dann dein Vorschlag? Korrekt! Drittnutzerfinanzierung!

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner

geschrieben von: Tw666

Datum: 21.11.20 00:17

MrEnglish schrieb:
Nö, das ist kein Kompromiss, das ist Mist. Warum sollten E-Autos, die genauso viel Platz verbrauchen wie Verbrenner, keine Parkgebühren zahlen?

Nein, ein Kompromiss ist es in der Tat nicht. Dafür sind die Konzepte des Klimaschutzrates zu stark auf KANN statt MUSS aufgebaut. Andere Vorschläge, wie bessere Taktungen, Ausbau des ÖV und Radverkehr bringen da deutlich mehr. In Kassel könnten noch viele Kilometer Straßenbahn gebaut, ein 10 Minuten-Grundtakt eingeführt und weitere
Direktverbindungen überlegt werden. Mit der Liniennetzreform ist dort im Kernnetz schon recht viel passiert...

Das mit den Parkgebühren für E-Autos ist so eine Sache. Verbrenner sind halt wirklich @#$%& fürs Klima, E-Autos sind in der Regel nach 30.000 Kilometern Laufleistung umweltfreundlicher als Verbrenner (Tesla Model 3, ein Porsche Taycan S gegenüber einem Bugatti Veyron schon nach 11.000 Kilometern).

Jetzt ist es in Kassel so, dass die Stadt doch eher flächig gestaltet ist und viele Ein- und Zweifamilienhäuser in Stadt und Umland stehen, die meisten Personen besitzen ein Auto und auch ein Parkplatz. Zusammen mit verbesserten PV-Anlagen und -Akzeptanz kann recht umweltfreundlich (gegenüber einem Verbrenner) gefahren werden.

Die meisten Menschen werden auch trotz eines super-tollem-luxuriösem ÖV-Angebot nicht auf den Luxus des MIV verzichten wollen. Da ist das Elektroauto halt deutlich sinnvoller als ein Verbrenner. Nur leider ist die Akzeptanz für Batterieelektrische Autos in Deutschland katastrophal und sollte demnach mit ein paar Schmeckewöhlerchen verändert werden...
Sobald sich die Lage ändert und immer mehr Leute E-Autos statt Verbrennern fahren, wird man diese Regelung wieder abschaffen. Zu lieb sind die Einnahmen durch Parkraumbewirtschaftung.

Beste Grüße aus Kassel

666



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 00:18.
Das sind definitiv alles interessante Ansätz. Sofern diese aber nicht flächendeckend eingesetzt werden, wird das ganze aber wirkungslos.

Beispiel Region Stuttgart: Es mag ja nett sein, dass die Stuttgarter dann den ÖPNV kostenlos nutzen. Aber erstens tun sie das schon zu recht hohen Prozentzahlen, zum anderen sind die Verkehrsprobleme Stuttgarts nicht durch Stuttgarter gemacht, sondern die Einpendler. Wenn aber mein Dorf eine Abgabe einführen würde, könnte ich hier drei Haltestellen kostenlos nutzen. Ja ganz toll.

Lieber sollte man dazu übergehen, den Wechsel zum ÖPNV zu erleichtern. Stattdessen arbeitet man just beim Verband Region Stuttgart an einem Konzept, diejenigen verstärkt abzukassieren, die ihr Auto zugunsten des ÖPNV stehen lassen, und schaffen damit zusätzliche Einstiegsbarrieren. Man will auch den letzten kostenlosen P+R-Angeboten den Garaus machen, dabei bräuchte es noch viel viel mehr solcher kostenloser Plätze. Beispielsweise ein Parkhaus am Flughafen mit engem Takt zum Hbf (S21), entweder kostenlos und dann Fahrkarte, oder geringe Nutzungsgebühr und dann Fahrkarte inklusive. Stattdessen lässt man die U14neu genau eine Station vor dem großen P+R-Platz am Hornbach enden, und diesen P+R-Platz hat man (damals noch) genau eine Station außerhalb der Kernzone 10 gebaut und direkt hinter des großen Stauproblems in dem Bereich: Wenn man am P+R-Platz ist, hat man das gröbste hinter sich und kann gleich weiterfahren.

Diese Studie hat ebenso mal wieder den Gedanken (ich hatte es im ersten Absatz schon angedeutet), dass alle in ihrem Topf bleiben und alle ins (nächste) Zentrum wollen. Diese Gedanken blockieren leider eine weitere sinnvolle Entwicklung von ÖPNV-Angeboten in der Fläche. Alles läuft ins nächste politisch definierte Zentrum (meist Landkreisebene). Daher rühren auch die meisten Verkehrsprobleme, weil man die wichtigen Querverbindungen vergisst. Sitzt man einmal im Auto, bleibt man auch dort. Insbesondere wenn man für den P+R-Platz auch nochmal löhnen muss. Da gibt es dann noch so Kuriositäten wie in Heilbronn, wo man am großen P+R-Platz nur maximal 24h stehen darf, oder wie in Sulzbach, wo man sein Parkticket in einer Amtsstube im entfernten Rathaus lösen soll.

Für viel teuer Geld hat man dann rund um Stuttgart ein Fahrradleihsystem aufgebaut. Ergebnis: Die App funktioniert nicht recht und letztens sind wir in Kirchheim an der Rückgabestation gestanden und konnten die Räder nicht abgeben, weil voll. Wurde aber in der App nicht angezeigt (bzw. die Station irgendwann mal gar nicht mehr).

Es passt halt leider alles hinten und vorne nicht zusammen, da hilft kostenloser Nahverkehr im Zentrum auch nichts. Der Preis, insbesondere den man in Stuttgart zahlt, ist kein Argument mehr, den ÖPNV nicht zu nutzen.

Positiv zu sehen ist aber, dass man seitens des Ministeriums hier voranschreitet und nicht nur schöne Präsentationen und Veranstaltungen abhält, sondern eben auch ganz aktiv Möglichkeiten auslotet. Und ebenso sehr positiv: Man stellt alle Unterlagen dazu öffentlich einsehbar online! Großes Lob dafür, da können sich andere Nahverkehrsauftraggeber eine große Scheibe noch davon abschneiden.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner

geschrieben von: Murrtalbahner

Datum: 21.11.20 00:28

Tw666 schrieb:
Das mit den Parkgebühren für E-Autos ist so eine Sache. Verbrenner sind halt wirklich @#$%& fürs Klima, E-Autos sind in der Regel nach 30.000 Kilometern Laufleistung umweltfreundlicher als Verbrenner (Tesla Model 3, ein Porsche Taycan S gegenüber einem Bugatti Veyron schon nach 11.000 Kilometern).

Jetzt ist es in Kassel so, dass die Stadt doch eher flächig gestaltet ist und viele Ein- und Zweifamilienhäuser in Stadt und Umland stehen, die meisten Personen besitzen ein Auto und auch ein Parkplatz. Zusammen mit verbesserten PV-Anlagen und -Akzeptanz kann recht umweltfreundlich (gegenüber einem Verbrenner) gefahren werden.

Die meisten Menschen werden auch trotz eines super-tollem-luxuriösem ÖV-Angebot nicht auf den Luxus des MIV verzichten wollen. Da ist das Elektroauto halt deutlich sinnvoller als ein Verbrenner. Nur leider ist die Akzeptanz für Batterieelektrische Autos in Deutschland katastrophal und sollte demnach mit ein paar Schmeckewöhlerchen verändert werden...
Sobald sich die Lage ändert und immer mehr Leute E-Autos statt Verbrennern fahren, wird man diese Regelung wieder abschaffen. Zu lieb sind die Einnahmen durch Parkraumbewirtschaftung.
Zu "Wann ist ein Elektroauto umweltfreundlich" gibt es ja zurecht eine sehr kontroverse Diskussion. Da gibt es ja auch Studien die die Marke 100.000 Kilometer als break-even-Point ausgeben. Der Vergleich mit Tesla und Porsche ist bisschen skuril, denn wer kann sich das leisten?! Zudem gibt es ja auch beim Thema Batterieproduktion/Entsorgung noch einige Probleme zu lösen. Stand heute löst man mit den Elektroautos bei !ehrlicher! Rechung noch keine Umweltprobleme. Erst recht nicht, wenn man auf Teufel komm raus, jetzt die Nutzung von Verbrennern verteuern will. Bei ohnehin Neuanschaffungen - okay. Aber es macht kein Sinn, noch recht neu produzierte Autos jetzt wegzuwerfen. Letztlich trifft man dann ohnehin die, die es finanziell eben nicht so dicke haben, die von dir angesprochenen Modelle so kaufen. Die können sich gar kein Elektroauto leisten, das ist für die allermeisten noch ein unerreichbarer Luxus, auch wenn es in der politischen Diskussion so gut wie keine Rolle spielt.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner

geschrieben von: Tw666

Datum: 21.11.20 00:58

Murrtalbahner schrieb:
Tw666 schrieb:
Das mit den Parkgebühren für E-Autos ist so eine Sache. Verbrenner sind halt wirklich @#$%& fürs Klima, E-Autos sind in der Regel nach 30.000 Kilometern Laufleistung umweltfreundlicher als Verbrenner (Tesla Model 3, ein Porsche Taycan S gegenüber einem Bugatti Veyron schon nach 11.000 Kilometern).

Jetzt ist es in Kassel so, dass die Stadt doch eher flächig gestaltet ist und viele Ein- und Zweifamilienhäuser in Stadt und Umland stehen, die meisten Personen besitzen ein Auto und auch ein Parkplatz. Zusammen mit verbesserten PV-Anlagen und -Akzeptanz kann recht umweltfreundlich (gegenüber einem Verbrenner) gefahren werden.

Die meisten Menschen werden auch trotz eines super-tollem-luxuriösem ÖV-Angebot nicht auf den Luxus des MIV verzichten wollen. Da ist das Elektroauto halt deutlich sinnvoller als ein Verbrenner. Nur leider ist die Akzeptanz für Batterieelektrische Autos in Deutschland katastrophal und sollte demnach mit ein paar Schmeckewöhlerchen verändert werden...
Sobald sich die Lage ändert und immer mehr Leute E-Autos statt Verbrennern fahren, wird man diese Regelung wieder abschaffen. Zu lieb sind die Einnahmen durch Parkraumbewirtschaftung.
Zu "Wann ist ein Elektroauto umweltfreundlich" gibt es ja zurecht eine sehr kontroverse Diskussion. Da gibt es ja auch Studien die die Marke 100.000 Kilometer als break-even-Point ausgeben. Der Vergleich mit Tesla und Porsche ist bisschen skuril, denn wer kann sich das leisten?! Zudem gibt es ja auch beim Thema Batterieproduktion/Entsorgung noch einige Probleme zu lösen. Stand heute löst man mit den Elektroautos bei !ehrlicher! Rechung noch keine Umweltprobleme. Erst recht nicht, wenn man auf Teufel komm raus, jetzt die Nutzung von Verbrennern verteuern will. Bei ohnehin Neuanschaffungen - okay. Aber es macht kein Sinn, noch recht neu produzierte Autos jetzt wegzuwerfen. Letztlich trifft man dann ohnehin die, die es finanziell eben nicht so dicke haben, die von dir angesprochenen Modelle so kaufen. Die können sich gar kein Elektroauto leisten, das ist für die allermeisten noch ein unerreichbarer Luxus, auch wenn es in der politischen Diskussion so gut wie keine Rolle spielt.
Eigentlich gibt es da kaum noch kontroversen, da Verbrenner seit Jahren schön gerechnet werden.
Die Zahlen die ich oben genannt habe sind immer der direkte Modellvergleich, also e-Golf mit Toyota Prius, Model 3 mit Mercedes C-Klasse, Porsche mit Bugatti. Ein Model 3 gibt es ab 43.000€. Eine C-Klasse gibt es ab 35.000€ und ein Passat ab 32.000€. Den ID3 gibt es ab 38.000 und ein Golf ab 20.000€.
So groß ist der Unterschied jetzt nicht, vor allem wenn man bedenkt, welche Sonderausstattungen bspw. bei Tesla schon inbegriffen sind - dafür soll ja die Qualität recht bescheiden sein.
Da ich aktuell viele Fahrzeuge sehe, welche von BMW, Daimler, Audi sind aber auch keine Luxushersteller wie VW (obwohl kaum günstiger als die eben genannten), Skoda, Ford, Opel etc., ist es für viele Menschen da draußen problemlos möglich Tesla zu kaufen. Dieser lohnt sich schon allein aus wirtschaftlichen Gründen gegenüber einem Verbrenner.

Ich selbst könnte mir kein E-Auto leisten (einen Skoda Fabia Kombi gab es für unschlagbare 12.300€), da kann leider kein E-Auto mithalten und eine Ladeinfrastruktur kann ich auch nicht am Haus nutzen (Mehrfamilienhaus ohne Parkstand). Also ja, ich gebe dir recht, dass für Kleinwagenbesitzer aktuell ein E-Auto keine Alternative ist. ABER: Ein Renault Zoe gibt es ab rund 20.000€. Rechnet man die Betriebskosten bspw. für fünf Jahre dagegen ist ein Polo schon teurer.

Wie gesagt, aus rein logischen und (meist) auch wirtschaftlichen Gründen ergibt ein e-Auto sinn. Aus Umweltgründen übrigens ebenso. Zwar wird die Umweltunfreundlichkeit der Lithiumproduktion aktuell sehr gepusht im Zusammenhang mit Autoakkus, allerdings darf man dabei zwei Dinge nicht vergessen:
1. Erdöl wird wesentlich dreckiger produziert (einfach mal Ölsande, Ölkatastrophen (Liste, als Beispiel in Sibirien, Nigerdelta etc.), Fracking und CO2-Ausstoß googlen)
2. Lithium wird nur zu 40% für die Akkuherstellung verwendet. Davon werden aber wiederum 90% für Kleinstakkus wie in Laptops oder Smartphones verwendet...

Aber klar, MIV ist nie gut, insbesondere in (Groß-)Städten. Wir müssen dringend runter damit - aber MIV, welcher fast klimaneutral betrieben werden kann ist besser als welcher der darauf nichts gibt.

Beste Grüße

666
... Mannheim und besonders Stuttgart okay, aber in Tübingen und Heidelberg hat der Umweltverbund über 75% Anteil am modal split (SrV 2018 innerstädtisch), das ist deutschlandweit allererste Güte. In einer der pdf-Dateien steht auch ganz hinten in einer einzigen Zeile, dass mit "Drittnutzerfinanzierung" hauptsächlich bisherige Radfahrer und Fußgänger in den ÖPNV umsteigen, das weiß man ja nun aus etlichen Beispielen. Wenn man für deren Beförderung eigens zusätzliche Verkehre bestellen muss, ist der Nutzen für den Klimaschutz ins Gegenteil verkehrt. Scheinbar müssen ein paar Verantwortliche in der Gegend erstmal Physik lernen... ich weiß nicht, man kann auch Bretter vorm Kopf haben. Aber von der maßgebenden Partei bin ich das gewohnt, leider.

Gruß Thomas

Re: Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner

geschrieben von: 1418

Datum: 21.11.20 08:46

Moin,
Zitat:
Aber es macht kein Sinn, noch recht neu produzierte Autos jetzt wegzuwerfen. Letztlich trifft man dann ohnehin die, die es finanziell eben nicht so dicke haben, die von dir angesprochenen Modelle so kaufen. Die können sich gar kein Elektroauto leisten, das ist für die allermeisten noch ein unerreichbarer Luxus, auch wenn es in der politischen Diskussion so gut wie keine Rolle spielt.
Und wer in der Stadt zur Miete wohnt (i.d.R. ohne festen Parkplatz) und einen PKW hat/braucht, der kann mit einem E-Auto derzeit ohnehin noch nichts anfangen. Lade-Infrastruktur: Fehlanzeige. Und wenn die Karre heute hier und morgen da parkt (weil "hier" gerade keine Lücke frei war), soll man dann regelmäßig 200 Meter Ladekabel über Straßen und Fußwege ziehen, falls man im eigenen Keller an "Saft" kommt? Alles noch recht unausgegoren.
Und auch sonst sehe ich in den eingangs beschriebenen Maßnahmen/Vorschlägen nicht das Seelenheil. Es müsste mehr zur (freiwilligen) Verkehrsvermeidung getan werden anstatt den Fokus auf "möglichst grüne Verkehre" zu setzen. Und auch das vielerorts gepriesene Fahrrad (mit oder ohne E) ist nicht das Gelbe vom Ei, weil viel zu oft (ja, manche fahren auch beim größten Mistwetter Fahrrad, aber das ist bei Strecken länger als wenige Einzelkilometer echt die Minderheit!) nur die Schönwetter-Alternative, die dann einen Plan B für schlechtes Wetter benötigt. Ob dieser Plan B dann "PKW" oder "fassungsstarker ÖPNV" heißt, spielt keine Rolle. Richtig blöd wird es, wenn das Fahrrad als "First+Last Mile"-Gerät im ÖPNV mitgenommen wird. Ein Fahrrad benötigt geschätzt den Platz von 3-4 stehenden Fahrgästen. Wenn das in größeren Mengen in z.B. Busse und Strabas mit rein soll - wer soll diese sonst ungenutzte Platzreserve finanzieren?
Viele Fragen, viele Möglichkeiten, und (aus meiner bescheidenen Sicht) kein goldener Weg greifbar.
1418

Re: Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner

geschrieben von: VT

Datum: 21.11.20 09:28

1418 schrieb:

Und wer in der Stadt zur Miete wohnt (i.d.R. ohne festen Parkplatz) und einen PKW hat/braucht, der kann mit einem E-Auto derzeit ohnehin noch nichts anfangen. Lade-Infrastruktur: Fehlanzeige. Und wenn die Karre heute hier und morgen da parkt (weil "hier" gerade keine Lücke frei war), soll man dann regelmäßig 200 Meter Ladekabel über Straßen und Fußwege ziehen, falls man im eigenen Keller an "Saft" kommt? Alles noch recht unausgegoren.

Dann kann man sich offensichtlich in der Stadt kein Auto leisten und lebt über seine Verhältnisse. Sonst hätte man einen festen Platz dafür. Die Sache mit den kostenlosen (stark vergünstigten) Parkplätzen im öffentlichen Bereich hat sich aufgrund ler laufenden Rechtssprechung eh bald erledigt. Zumindest für Anwohner.
Seiten: 1 2 3 4 5 All Angemeldet: -