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Re: Irgendwie... hat hier jemand nichts begriffen...

geschrieben von: Hecken-WL

Datum: 18.11.20 22:24

Reservierungspflicht ist der Wunsch eines eher kleinen Teils der Reisenden und ggf. der Wunsch von Beförderern mit dem Ziel der besseren Übersicht über die Auslastung. Gegenüber steht die Flexibilität als der mehrheitliche Wunsch der Reisenden und wichtiges Merkmal der Bahn, sprich: Einstiegen und Mitfahren.
Notlösung: Reservierungspflicht für einzelne Wagen. Aber nur Notlösung! Besser gegen Überlastung: flexible Zuglängen/Zugfrequenzen.
Beste Grüße Jürgen

Shinkansen

geschrieben von: Frank Schönow

Datum: 18.11.20 22:26

Der Shinkansen und andere HGV Züge in Japan fahren allerdings nicht nur um Stundentakt sondern oft mehrmals die Stunde. Da kann man sich den Luxus von resiervierungsfreien Zugteilen durchaus leisten.

Frank aus der Prignitz
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Eisenbahn ist für mich Freizeit, nicht Lebensinhalt!

Tillig-Elite und Weinert-MeinGleis haben vorbildorientiert keine Herzstücke - Weisheiten eines Spielbahners
Ich habe es bei DSO ja schon mehrmals gefragt, aber eigentlich nie eine Antwort bekommen:

Ist bekannt, wie viele der Inklusiv-Reservierungen der 1. Klasse "Luftreservierungen" sind, und wie viele davon von der Bahn verschuldet (verpasste Anschlüsse)? Und wie viele Reservierungen wegen ausgefallenen Zügen und Zugteilen sowie abgesperrten Wagen (wegen Klimaanlage, Heizung) seitens der Bahn nicht eingehalten werden können?

Das ist doch alles täglich Brot bei der Deutschen Bahn AG, und Erfahrungswerte müssten bestehen. Ob mit Corona oder ohne Corona.
Heilbronner schrieb:Zitat
Wenn eine Mehrheit potentieller Bahnfahrgäste sich das wünscht
Erst einmal nur die Mehrheit der Befragten. Wie viele davon potentielle Bahnfahrgäste sind, darüber sagt die Umfrage nichts. (Und unter "potentiell" kenne ich dann noch etliche, die "im Prinzip" für die Bahn sind, selbst aber - oh Wunder - bei so ziemlich jeder ihrer Fahrten einen Grund finden, warum sie jetzt das Auto nehmen müssen.)

Zitat
Inklusivreservierungen (klingt positiver als "Pflicht" oder "Zwang")
Es ist ja auch etwas anderes!

Unter einer Inklusivreservierung verstehe ich eine Reservierung, die im Fahrpreis inbegriffen ist. Die kann man sofort mitkaufen oder auch später kostenlos dazubuchen, gerne auch automatisch bei Ausfällen oder verpassten Anschlüssen umbuchen lassen. Alles kein Problem. Und auch eine bessere Lenkung des Zugangs zum reservierten Platz etwa via App, die für flüssigere Fahrgastströme sorgt, würde ich begrüßen.

Aber: Dann kann man immer noch auch mit Fahrkarte ohne Reservierung mitfahren. Der Kern einer Reservierungspflicht ist ja gerade, dass das nicht mehr geht. Und damit kommt das Risiko auf, zu vollen Zeiten nicht mehr mitgenommen zu werden - und sei es nur, weil nur ein kurzes Teilstück auf dem Weg ausgebucht ist, auch wenn der Zug davor und danach noch ausreichend Platz hat (der Fall Frankfurt - Fraport wurde hier ja schon mehrfach erwähnt).

Welcher Vorteil für den Fahrgast stünde dem gegenüber?
Falk12 schrieb:
Umbuchung auf die nächst mögliche Verbindung zu meinem Endziel, egal ob direkt oder mit einem weiteren Umstieg und egal ob die Route teurer wird, denn die Differenz muss der Verspätungsverursacher und nicht der Kunde zahlen. Wahrscheinlich wäre die DB AG in 3 Monaten Pleite, wenn man das in Deutschland einführen würde.
Hä? Reden wir aneinander vorbei?
Aber natürlich bekommt ein Bahnfahrgast, dessen Zug ausgefallen ist oder der den Anschluss verpasst hat, die Fahrkarte auf die nächstmögliche Verbindung umgebucht. Auch jetzt schon. Und meiner Erfahrung nach in ziemlich weitem Rahmen auch dann, wenn die DB die Verspätung nicht verursacht hatte.

Um zum Stichwort Reservierungspflicht zurückzukommen: Heißt beim Flugverkehr "nächst mögliche Verbindung" auch, dass noch Plätze frei sein müssen? Wenn also die zwei noch ausstehenden Flüge zu meinem Ziel beide ausgebucht sind, habe ich Pech gehabt? Genau das ist doch das Szenario, um das sich die Diskussion dreht.

Re: Ich bin völlig Deiner Meinung!

geschrieben von: bauigel

Datum: 18.11.20 23:54

Da schlagen aber auch Mentalitätsunterschiede sondersgleichen zu, die aus dem Blickwinkel der hierzulande vorherrschenden Kombination aus protestantisch-preußischem Arbeitsethos und schwäbischer Sparsamkeit unvorstellbar sind ;-)

Falk12 schrieb:
Zitat:
kennt auch als Geschäftsmann, die Zeiten wo es nicht so voll ist und man auch kurzfristig einen Platz bekommt.
Und bis dahin wartet man, aber nicht als Privatvergnügen, sondern selbstverständlich als bezahlte Arbeitszeit (auch wenn man die Zeit gemütlich im Café de la Gare absitzt)... Oder wenn man heim zur Familie will, macht man eben zwei bis vier Reservierungen - egal welche Variante man wählt, der Kunde zahlt's ja.

Falk12 schrieb:
Dazu ist man dort auch in der Lage Termine so zu legen, das man auch am gleichen Tag noch Hause kommt
Nöö- auch nicht besser als hierzulande, aber dafür
Falk12 schrieb:Zitat:
plant von vornherein eine Übernachtung ein
und nutzt die Zeit dazwischen noch für - in Deutschland oft kaum vorstellbar - für soziale Kontakte unter Geschäftspartnern. Und selbstverständlich wird auf Firmenkosten übernachtet - in Geiz-ist-geil-Deutschland schiesst man sich damit ja schon fast ins Abseits...
Thomas I schrieb:
Ich gebe aber auch zu bedenken, dass sich bei solchen Einschränkungen auch bei anderen Themen ganz andere Umfrageergebnisse herauskämen.

Mit dieser Regel wäre es selbst hier im Forum einiges ruhiger... :-D
Reservierungspflicht ist absoluter Bullshit und führt dazu, dass noch weniger Leute Bahn fahren, weil dann auch noch die ganzen Spontanfahrer wegfallen.

Einfach pro Sitzgruppe nur einen Platz belegen und basta. Das geht auch ohne Reservierungspflicht oder im schlimmsten Fall Plätze ansperren.

Zum Thema Infektionsgefahr in Fernzügen ist eigentlich schon alles gesagt worden. Und ansonsten sind die Züge so leer, dass ich denke, dass ein Wagen für 5 Personen wohl genug Abstand ermöglicht. Seit Corona habe ich keinen einzigen Fernzug erlebt, der zu mehr als 30 Prozent ausgelastet war. Wie alles in Moment wieder eine rein politisch angestoßene dumme Scheindiskussion.

Hauptsache, man zeigt Aktionismus und haut eine sinnlose Maßnahme nach der anderen raus. Aber dafür ein Automobilgipfel jagt den nächsten... Sorry, aber diese Politikerriege hat bei mir versch... bis ans Ende aller Tage.





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.11.20 00:14.

Re: Denn sie wissen nicht was sie sagen

geschrieben von: cs

Datum: 19.11.20 01:01

Falk12 schrieb:
die Probleme liegen also im Betriebszustand der DB AG. Diese Probleme sind aber mit fähigen Managern lösbar und selbst bei verpassten Anschluss könnte man schon während der Fahrt im verspäteten Zug, den nachfolgenden Anschluss in der App reservieren, also wo ist das Problem?
Das erste Problem wäre, dass ich mir dann extra für die App ein Smartfon zulegen müsste. Und das zweite Problem wäre dann, dass ich bei ausgebuchten nachfolgenden Zügen trotz Investition in ein Smartfon nicht mehr weiterkommen würde.

Vorteil Reservierungspflicht

geschrieben von: IC 241

Datum: 19.11.20 07:52

kariadsko schrieb:
Unter einer Inklusivreservierung verstehe ich eine Reservierung, die im Fahrpreis inbegriffen ist. Die kann man sofort mitkaufen oder auch später kostenlos dazubuchen, gerne auch automatisch bei Ausfällen oder verpassten Anschlüssen umbuchen lassen. Alles kein Problem. Und auch eine bessere Lenkung des Zugangs zum reservierten Platz etwa via App, die für flüssigere Fahrgastströme sorgt, würde ich begrüßen.

Aber: Dann kann man immer noch auch mit Fahrkarte ohne Reservierung mitfahren. Der Kern einer Reservierungspflicht ist ja gerade, dass das nicht mehr geht. Und damit kommt das Risiko auf, zu vollen Zeiten nicht mehr mitgenommen zu werden - und sei es nur, weil nur ein kurzes Teilstück auf dem Weg ausgebucht ist, auch wenn der Zug davor und danach noch ausreichend Platz hat (der Fall Frankfurt - Fraport wurde hier ja schon mehrfach erwähnt).

Welcher Vorteil für den Fahrgast stünde dem gegenüber?
Der Vorteil wäre, dass weniger Fahrgäste in den Zügen umherlaufen auf der Suche nach einem Platz. Der weitere, bereits mehrfach genannte wäre, dass keine Fahrgäste auf den Gängen/im Einstiegsbereich/ vor den Toiletten herumstehen. Allerdings macht sie nur Sinn, wenn ein System eingeführt wird, dass jeder Fahrgast bereits auf dem Bahnsteig sehen kann, wo er sich hinstellen muss , um seine Tür zu benutzen, die zu seinem Platz führt. Das dürfte ja technisch alles gehen, z B. durch digitale Anzeigen, die in den Bahnsteig eingelassen sind. Wenn man das nur will. Die bisherigen Wagenstandsanzeiger gibt es wie lange? Aber bloß nichts verändern!
Vielleicht fahren doch mehr Leute mit dem Zug (ICE), wenn es etwas zivilisierter und geordneter zugeht und man nicht nur die Wünsche eines bestimmten Klientels, die ohnehin in den Zügen unterwegs sind, bedient.

Re: Vorteil Reservierungspflicht

geschrieben von: cs

Datum: 19.11.20 08:29

IC 241 schrieb:
kariadsko schrieb:
Unter einer Inklusivreservierung verstehe ich eine Reservierung, die im Fahrpreis inbegriffen ist. Die kann man sofort mitkaufen oder auch später kostenlos dazubuchen, gerne auch automatisch bei Ausfällen oder verpassten Anschlüssen umbuchen lassen. Alles kein Problem. Und auch eine bessere Lenkung des Zugangs zum reservierten Platz etwa via App, die für flüssigere Fahrgastströme sorgt, würde ich begrüßen.

Aber: Dann kann man immer noch auch mit Fahrkarte ohne Reservierung mitfahren. Der Kern einer Reservierungspflicht ist ja gerade, dass das nicht mehr geht. Und damit kommt das Risiko auf, zu vollen Zeiten nicht mehr mitgenommen zu werden - und sei es nur, weil nur ein kurzes Teilstück auf dem Weg ausgebucht ist, auch wenn der Zug davor und danach noch ausreichend Platz hat (der Fall Frankfurt - Fraport wurde hier ja schon mehrfach erwähnt).

Welcher Vorteil für den Fahrgast stünde dem gegenüber?
Der Vorteil wäre, dass weniger Fahrgäste in den Zügen umherlaufen auf der Suche nach einem Platz. Der weitere, bereits mehrfach genannte wäre, dass keine Fahrgäste auf den Gängen/im Einstiegsbereich/ vor den Toiletten herumstehen. Allerdings macht sie nur Sinn, wenn ein System eingeführt wird, dass jeder Fahrgast bereits auf dem Bahnsteig sehen kann, wo er sich hinstellen muss , um seine Tür zu benutzen, die zu seinem Platz führt. Das dürfte ja technisch alles gehen, z B. durch digitale Anzeigen, die in den Bahnsteig eingelassen sind. Wenn man das nur will. Die bisherigen Wagenstandsanzeiger gibt es wie lange? Aber bloß nichts verändern!
Vielleicht fahren doch mehr Leute mit dem Zug (ICE), wenn es etwas zivilisierter und geordneter zugeht und man nicht nur die Wünsche eines bestimmten Klientels, die ohnehin in den Zügen unterwegs sind, bedient.
Es würden nicht nur weniger Fahrgäste in den Zügen herumlaufen, es würden bei einer generellen Resevierungspflicht auch weniger Fahrgäste in den Zügen mitfahren, nämlich alle diejenigen, die bisher ohne Reservierungspflicht in den Zügen stehen müssen. Der mittlere Besetzungsgrad der Züge würde also sinken und die Bahn müsste vom einzelnen Fahrgast höhere Fahrpreise verlangen, um auf die erforderlichen Einnahmen zu kommen.
Vielleicht fahren dann andere Leute mit dem Zug, denen es bisher zu unzivilisiert und ungeordnet zugeht, aber mit Sicherheit werden das weniger zusätzliche Fahrgäste sein, als andererseits durch die Reservierungspflicht am Bahnfahren gehindert werden.

Re: Denn sie wissen nicht was sie sagen

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 19.11.20 09:02

cs schrieb:
Das erste Problem wäre, dass ich mir dann extra für die App ein Smartfon zulegen müsste.
Und dabei bliebe es nicht. Denn da sich die DB seit Jahren weigert, die App (ich kann nur für Android sprechen) auch außerhalb des Google-App-Stores anzubieten, musst Du Dich auch noch als Google-Datensklave registrieren lassen, gestattest Google also künftig, Dein Leben noch wesentlich präziser und eindeutig zuordenbar zu tracken. Oder hat irgendjemand hier komplett den Überblick, in welchen Untiefen von Android er allen anderen (vorinstallierten) Apps verbieten kann, keine Daten mit diesem dann einzurichtenden Google-Konto auszutauschen - und ob das dann wirklich genügt?

Ich benutze Android ohne Google-Konto. Andere benutzen Android auf einem komplett "entgoogelten" Smartphone. Die Leute wären dann außen vor. Ich halte das jetzt schon für skandalös, denn es unterbindet auch die Nutzung der Corona-Warn-App, die auch nur über diesen Vertriebskanal angeboten wird. Eine Beteiligung an der "Grundversorgung" der Gesellschaft darf doch nicht davon abhängig gemacht werden, dass man sich von einer Datenkrake permanent und vertraglich gebunden durchleuchten lässt! [bonn.social]

Bei Apple siehts da ja wohl sogar noch schlimmer aus, aber da fehlt mir der detaillierte Einblick.
Heckeneilzugfan schrieb:
Und die solventeren DB-Geschäftsreisenden haben eine ICE-Zeitkarte oder BahnCard 100. Wenn sie nicht genau wissen, wann sie aus der Firma rauskommen, kaufen sie sich einfach drei Reservierungen, eine für 13.46 Uhr, eine für 14.46 Uhr, eine für 15.46 Uhr.
Und dann fahren 2+x Züge mit leeren Plätzen rum, für die maximal der Preis einer Reservierung gezahlt wurde.
Ferner kauft sich der solvente Geschäftsreisende zum nächst möglichen Zeitpunkt endlich ein gescheites Auto, nachdem er mehrmals mangels Reservierung an irgend einem dreckig-zugigen Bahnhof zurück gelassen wurde. Für 7.000 EUR pro Jahr kriegt man schon ne coole Karre.
kariadsko schrieb:Zitat
Heilbronner schrieb:Zitat
Wenn eine Mehrheit potentieller Bahnfahrgäste sich das wünscht
Erst einmal nur die Mehrheit der Befragten. Wie viele davon potentielle Bahnfahrgäste sind, darüber sagt die Umfrage nichts.
Genauso wenig, wie zu welchem Anteil die Reservierungspflicht nur vor dem Hintergrund von Corona befürwortet wird.

Re: Vorteil Reservierungspflicht

geschrieben von: kariadsko

Datum: 19.11.20 10:10

IC 241 schrieb:Zitat
Der Vorteil wäre, dass weniger Fahrgäste in den Zügen umherlaufen auf der Suche nach einem Platz. Der weitere, bereits mehrfach genannte wäre, dass keine Fahrgäste auf den Gängen/im Einstiegsbereich/ vor den Toiletten herumstehen.
Selbst wenn das so wäre, ich halte das für weit weniger wichtig als das Risiko, erst Stunden später oder schlimmstenfalls gar nicht mehr an mein Ziel zu kommen.
Und wie gesagt, dieses Risiko kann sogar dann zuschlagen, wenn die Züge gar nicht voll sind.

Zitat
Allerdings macht sie nur Sinn, wenn ein System eingeführt wird, dass jeder Fahrgast bereits auf dem Bahnsteig sehen kann, wo er sich hinstellen muss , um seine Tür zu benutzen, die zu seinem Platz führt. Das dürfte ja technisch alles gehen, z B. durch digitale Anzeigen, die in den Bahnsteig eingelassen sind. Wenn man das nur will. Die bisherigen Wagenstandsanzeiger gibt es wie lange? Aber bloß nichts verändern!
Das kann man alles auch ohne Reservierungspflicht haben.

Zitat
Vielleicht fahren doch mehr Leute mit dem Zug (ICE), wenn es etwas zivilisierter und geordneter zugeht und man nicht nur die Wünsche eines bestimmten Klientels, die ohnehin in den Zügen unterwegs sind, bedient.
Zu den Mitreisenden, von denen sich andere gestört fühlen, zählen meine Bekannten eher grölende Fußballfans, sektlustige Feiergrüppchen, Dauertelefonierer, "duftende" Picknickende etc., aber nicht Leute, die auf dem Gang stehen.
Und noch ein Grüppchen: Leute, die andere in barschem Ton von ihrem Platz verjagen wollen, obwohl sie sich einfach nur im Wagen geirrt haben. Das würde eher noch zunehmen, wenn nach einer Reservierungspflicht jeder wirklich auf seinen zugewiesenen Platz soll und sich nicht einfach irgendwo hinsetzen kann, wo frei ist.
Heilbronner schrieb:
Wenn eine Mehrheit potentieller Bahnfahrgäste sich das wünscht, sollte man das auch machen. Rein schon deswegen um auch in Coronazeiten wieder Fahrgäste in die Bahnen zu locken. Temporär kann man ja die Auslastung dann auch problemlos auf 50 % deckeln.
Im Anschluss, also postpandemisch, kann man wieder mehr zu lassen. Grundsätzlich müsste dann halt eine Reservierung immer inklusive sein, die dann bei Zugausfall, Fahrzeugtausch, Ersatzzügen und Verspätung einfach wie im Flugverkehr üblich auf die neuen Verbindung umgebucht werden. Zugreihungen und Fahrzeugeinsätze sind ja planbar, und informationstechnisch ist das zwar ein bisschen Arbeit, würde aber unter dem Strich für sehr viel mehr Komfort sorgen. Das ist ja auch einfach der Wunsch der Mehrheit.

Nur weil in einem Eisenbahnforum vielleicht ein paar laute Stimmen dagegen sind, scheint es ja in der Bevölkerung eine klare Mehrheit für solche Inklusivreservierungen (klingt positiver als "Pflicht" oder "Zwang")zu geben. Alle Entwicklungen der letzten Zeit wie der Komfort-Checkin und die automatische Umreservierung in Ersatzzügen deuten ja sehr darauf, dass die Entwicklung genau in diese Richtung geht.
Warum habe ich den Eindruck, dass die Fürredner sich mit den angefügten Argumenten gegen eine Zwangsreservierung gar nicht befassen. Auch du: Hast du meine und anderer Leute (Der Zeuge Desiros, Wermtalbahner,...) Beiträge überhaupt gelesen oder zur Kenntnis genommen?

Re: Vorteil Reservierungspflicht

geschrieben von: IC 241

Datum: 19.11.20 10:54

kariadsko schrieb:
IC 241 schrieb:Zitat
Der Vorteil wäre, dass weniger Fahrgäste in den Zügen umherlaufen auf der Suche nach einem Platz. Der weitere, bereits mehrfach genannte wäre, dass keine Fahrgäste auf den Gängen/im Einstiegsbereich/ vor den Toiletten herumstehen.
Selbst wenn das so wäre, ich halte das für weit weniger wichtig als das Risiko, erst Stunden später oder schlimmstenfalls gar nicht mehr an mein Ziel zu kommen.
Und wie gesagt, dieses Risiko kann sogar dann zuschlagen, wenn die Züge gar nicht voll sind.

Zitat
Allerdings macht sie nur Sinn, wenn ein System eingeführt wird, dass jeder Fahrgast bereits auf dem Bahnsteig sehen kann, wo er sich hinstellen muss , um seine Tür zu benutzen, die zu seinem Platz führt. Das dürfte ja technisch alles gehen, z B. durch digitale Anzeigen, die in den Bahnsteig eingelassen sind. Wenn man das nur will. Die bisherigen Wagenstandsanzeiger gibt es wie lange? Aber bloß nichts verändern!
Das kann man alles auch ohne Reservierungspflicht haben.

Zitat
Vielleicht fahren doch mehr Leute mit dem Zug (ICE), wenn es etwas zivilisierter und geordneter zugeht und man nicht nur die Wünsche eines bestimmten Klientels, die ohnehin in den Zügen unterwegs sind, bedient.
Zu den Mitreisenden, von denen sich andere gestört fühlen, zählen meine Bekannten eher grölende Fußballfans, sektlustige Feiergrüppchen, Dauertelefonierer, "duftende" Picknickende etc., aber nicht Leute, die auf dem Gang stehen.
Und noch ein Grüppchen: Leute, die andere in barschem Ton von ihrem Platz verjagen wollen, obwohl sie sich einfach nur im Wagen geirrt haben. Das würde eher noch zunehmen, wenn nach einer Reservierungspflicht jeder wirklich auf seinen zugewiesenen Platz soll und sich nicht einfach irgendwo hinsetzen kann, wo frei ist.
Ich nehme zur Kenntnis, dass vielen das Spontanreisen ziemlich wichtig ist, was für mich nicht zutrifft bzw. ich es durch Umbuchung lösen würde. Außer zu Hauptreisezeiten gibt es doch kaum voll ausgebuchte Züge, auch nicht zwischen Frankfurt Hauptbahnhof und Flughafen. Mit einem voll ausgebuchten Zug möchte ich sowieso nicht fahren, schon gar nicht ohne Reservierung. Dann fahre ich lieber später.

Zu den von Dir genannten Gruppen, die andere stören, gibt es leider kein Heilmittel. Dieses Problem kann jederzeit auftreten, da besagte Gruppen auch unterwegs zusteigen können. Vielleicht kann da der "soziale Druck" helfen, wenn "normale" Reisende aufgrund Reservierung daneben platziert sind und sich mit dem Problem auseinandersetzen müssen.

Re: Vorteil Reservierungspflicht

geschrieben von: kmueller

Datum: 19.11.20 10:56

IC 241 schrieb:
Der Vorteil wäre, dass weniger Fahrgäste in den Zügen umherlaufen auf der Suche nach einem Platz. Der weitere, bereits mehrfach genannte wäre, dass keine Fahrgäste auf den Gängen/im Einstiegsbereich/ vor den Toiletten herumstehen.
Bei meinen letzten Fernfahrten südwärts ab Köln war der Zug jedesmal bis Frankfurt hoffnungslos überfüllt (ein bis zwei Dutzend stehende Fahrgäste pro Wagen) und danach zu weniger als 20% belegt (Vierertisch für mich alleine). Da wird nicht rumgerannt, sondern für die erste Stunde ein Bodensitzplatz im Vorraum eingenommen, im sicheren Wissen, wie es danach weitergehen wird. Der Anschlußzug war übrigens jedesmal zu ca. 50% besetzt, nur leider in der Hälfte der Fälle 20 Min. zu spät.

Bei Reservierungspflicht hätten die meisten Fahrten entfallen bzw. per Eurowings abgewickelt werden müssen (Auto ging nicht, weil jeweils eine Woche zuvor am Zielort zurückgelassen). Bemerkenswerterweise wäre dies beim letzten Mal gegenüber DB sogar billiger gewesen!

Re: Denn sie wissen nicht was sie sagen

geschrieben von: kmueller

Datum: 19.11.20 10:59

Radiowaves schrieb:
cs schrieb:
Das erste Problem wäre, dass ich mir dann extra für die App ein Smartfon zulegen müsste.
Und dabei bliebe es nicht. Denn da sich die DB seit Jahren weigert, die App (ich kann nur für Android sprechen) auch außerhalb des Google-App-Stores anzubieten, musst Du Dich auch noch als Google-Datensklave registrieren lassen, gestattest Google also künftig, Dein Leben noch wesentlich präziser und eindeutig zuordenbar zu tracken. Oder hat irgendjemand hier komplett den Überblick, in welchen Untiefen von Android er allen anderen (vorinstallierten) Apps verbieten kann, keine Daten mit diesem dann einzurichtenden Google-Konto auszutauschen - und ob das dann wirklich genügt?
Bei Apple siehts da ja wohl sogar noch schlimmer aus, aber da fehlt mir der detaillierte Einblick.
Sicher ist, sich kein solches Ding zuzulegen. Oder allenfalls - in höchster Not - ein chinesisches. Das wäre wenigstens billig, und man könnte sich zumindest drauf verlassen, daß einen der chinesische Geheimdienst nicht mit Werbung nervt.
Falk12 schrieb:
gutes Beispiel. Beim Flugzeug kommt kein Geschäftsreisender auf die Idee mit dem Auto zu fahren, nur weil er nicht weiß, wann die Konferenz, Tagung oder Messe oder Kundenbesuch zu Ende ist.
Es kommt auch keiner auf die Idee, ein Meeting in Barcelona fürTeilnehmer aus halb Europa ohne Rücksicht auf die real existierenden Flugverbindungen zu planen nach dem Mottö 'Dann fahren Sie doch einfach mit dem Auto!'.

Was ich übrigens zur Zeit der auf hohem Roß sitzenden 'Netzwerk-Fluggesellschaften' sogar schon gemacht habe. Nicht nach Barcelona, wohl aber nach ähnlich weit entfernten Zielen, wohin man damals von Hannover oder Düsseldorf nur mit miesen Anschlüssen (womöglich gleich zweimal) gekommen wäre.
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