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Berlin. Intercity und ICE sind in der Corona-Pandemie nur gering ausgelastet. Dennoch würde viele Menschen in Deutschland eine Reservierungspflicht begrüßen, damit der nötige Abstand gesichert ist.
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist nach einer Umfrage in der Corona-Krise für eine Reservierungspflicht im Bahn-Fernverkehr.
63 Prozent sprachen sich in einer Yougov-Umfrage zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus dafür aus. 18 Prozent sind dagegen.
[www.noz.de]
Das finde ich sehr schade!

Leider scheint die Mehrheit in unserem Lande mit den Vorteilen des flexiblen Reisens gar nichts mehr anfangen zu können. Eine Reservierungspflicht würde die Benutzung des Fernverkehrs wesentlich unflexibler machen, und zwar nicht nur für Flexpreis-Fahrgäste, sondern generell im Falle unvorhergesehener Anschlussverluste.

Ich befürworte eine Reservierungspflicht nicht – die bisherigen Empfehlungen, jeden zweiten Platz einfach freizuhalten, sollten doch vollkommen ausreichen. Klar gibt es punktuell überlastete Züge, hier ließe sich die Problematik aber ggf. durch die Entzerrung des Reiseverkehrs entschärfen (in vielen Branchen hat sich ja gezeigt, dass Arbeit mobil und zeitlich entzerrt erbracht werden kann), oder punktuell auch durch die Schaffung zusätzlicher Transportkapazitäten.

Davon abgesehen wird die Pandemie auch wieder zu Ende gehen. Bis dahin müssen wir alle achtsam und mit Vernunft handeln – es ist gar nicht nötig, alles Gewohnte, das gut funktioniert hat und auch wieder gut funktionieren wird, auf den Kopf zu stellen.
Guten Tag,

wie oft soll dieses Thema hier noch diskutiert werden?

Ich persönlich halte eine Reservierungspflicht für Quatsch. Denn: Wer einen Platz haben will, soll reservieren, wer das Risiko eingeht, stehen zu müssen oder nicht mitfahren zu können, kann das selbst entscheiden. .. hat aber wenigstens die Chance auf Mitfahrt. Pandemie hin oder her. ..

Grüße aus dem Off

- nobody -

Yougov

geschrieben von: Werntalbahn

Datum: 18.11.20 11:22

Wenn ich schon "Yougov" und "repräsentativ" in einem Artikel zusammen lese...
Ich hoffe dieser Unsinn kommt nie, nie, nie. Gut, ansonsten ist die BC100F eben Geschichte, spart auch wieder knapp 7 TEUR pro Jahr...

Wer sind "viele Menschen"?

geschrieben von: Amzfriend

Datum: 18.11.20 11:23

Hallo,

sagen wir es mal so: ohne das Studiendesign dieser Umfrage zu kennen, sind die Ergebnisse erst einmal völlig ohne Aussagekraft oder - polemischer formuliert - für die Tonne. Das fängt schon zuallererst damit an, wer da überhaupt befragt wurde: Waren das überhaupt (regelmäßige) Bahnnutzer? Und so weiter...

Gruß, Amzfriend



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.11.20 11:24.

Re: Wer sind "viele Menschen"?

geschrieben von: D.

Datum: 18.11.20 11:33

Amzfriend schrieb:
für die Tonne. Das fängt schon zuallererst damit an, wer da überhaupt befragt wurde: Waren das überhaupt (regelmäßige) Bahnnutzer?
Eben. Man fragt 950 Nichtnutzer und 50 Nutzer, 90 % der Nichtnutzer sind dafuer, 90 % der Nutzer dagegen - ueberwaeltigende Mehrheit dafuer.

Und selbst wenn nur Nutzer befragt werden: 900 Leute, die jeweils einmal im Jahr fahren, 100 Leute, die jeweils 100-mal im Jahr fahren. Wenn jetzt die Gelegenheitsfahrer alle dafuer und die Vielfahrer alle dagegen sind - sind das jetzt - absolut - 90 % dafuer und 10 % dagegen, oder - nach Fahrten gewichtet - 8 % dafuer und 92 % dagegen?

Re: Wer sind "viele Menschen"?

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 18.11.20 11:43

Nichtbahnfahrer werden zur Reservierungspflicht in Zügen gefragt.

Wenn sie kommt, bin ich weg, und zwar endgültig.
Hey.


-nobody- schrieb:
Ich persönlich halte eine Reservierungspflicht für Quatsch. Denn: Wer einen Platz haben will, soll reservieren, wer das Risiko eingeht, stehen zu müssen oder nicht mitfahren zu können, kann das selbst entscheiden. .. hat aber wenigstens die Chance auf Mitfahrt.
Und als Platzinhaber darf ich mich dann an stehenden Fahrgästen im Vorraum oder sogar im Gang vorbeiquetschen ... Ein Komfortmangel.

Eine Reservierungspflicht sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Sie wird aber nie kommen, da ein Teil des Geschäftsmodells dann wegfällt.


Schöne Grüße von jörg

Geschäftsmodell ...

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 18.11.20 12:04

Hey.

AlexK schrieb:
Klar gibt es punktuell überlastete Züge, hier ließe sich die Problematik aber ggf. durch die Entzerrung des Reiseverkehrs entschärfen oder punktuell auch durch die Schaffung zusätzlicher Transportkapazitäten.

Gerade wegen letzterem wehrt sich die DB ja dagegen.

Denn bei hoch ausgelasteten Verbindungen müsste sie dann endlich angemessene Kapazitäten bereitstellen!

So aber werden Überfüllungen hingenommen und man verdient gut dran.

Für die stehenden Fahrgäste eine Zumutung. Und für Sitzplatzinhaber auch, wenn sie zum WC/Ausgang/Bistro wollen.

Da ist ein Sitzplatzzwang oder anders gesagt eine SitzplatzSICHERHEIT eine echte Komfortsteigerung, die, passend vermarktet, neue Fahrgastgruppen erschließt. Diese ganzen bahn.comfort-Vorzugssitzplatzdiskussionen und all der Klimbim entfällt. Und niemand braucht Sorge haben, dass ihm wer den Platz streitig macht und sich dreist hinsetzt.


Auf die paar DS-O-Meckerköppe, die dann - angeblich - wegbleiben, kann man dann verzichten.

Aber die Diskussion wird aus o.g. Grund hypothetisch bleiben.


Schöne Grüße von jörg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.11.20 12:07.
Ist das der nächste Versuch, die Verkehrswende dauerhaft abzuschießen? Mit Reservierungszwang käme für mich das Ende der FV-Nutzung. Ich kann nicht Tage oder Wochen vorher planen, wann ich reisen kann oder muss. Und auch in Zeiten von Corona lege ich keinen Wert darauf, auf einem Sitz platziert zu werden, dessen Umgebung mir suspekt erscheint. Ich habe auch schon einen Zug (war aber NV) fahren lassen und eine Stunde in Leipzig auf den Folgezug gewartet, weil es mir zu voll war. Mit dem FV hätte ich das genauso gehandhabt, wenn es nötig gewesen wäre. Vermietet man mir diese Freiheit, hat sich das Thema Bahnfahren für mich erledigt. Muss ich wohl doch noch Auto fahren lernen. Wollte es eigentlich vermeiden und fühlte mich damit bislang eigentlich auf der ethisch "saubereren" Seite.

Wenig durchdacht

geschrieben von: autolos

Datum: 18.11.20 12:12

bahnratefuchs schrieb:
Hey.


-nobody- schrieb:
Ich persönlich halte eine Reservierungspflicht für Quatsch. Denn: Wer einen Platz haben will, soll reservieren, wer das Risiko eingeht, stehen zu müssen oder nicht mitfahren zu können, kann das selbst entscheiden. .. hat aber wenigstens die Chance auf Mitfahrt.
Und als Platzinhaber darf ich mich dann an stehenden Fahrgästen im Vorraum oder sogar im Gang vorbeiquetschen ... Ein Komfortmangel.

Eine Reservierungspflicht sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Sie wird aber nie kommen, da ein Teil des Geschäftsmodells dann wegfällt.


Schöne Grüße von jörg
Jörg, dafür, dass du so viel mit Zügen unterwegs bist, scheint mir deine Antwort wenig durchdacht. Es wurde schon so oft dargestellt, dass die Siedlungsstruktur in Deutschland mit kaum sinnvollen Punkt-zu-Punkt-Verkehren eine Reservierungspflicht unsinnig macht. Das krasseste Beispiel ist, dass ein Zug, der zwischen Frankfurt Hbf und Flughafen ausreserviert ist, ansonsten aber nur halb voll, nicht mehr für Fahrten buchbar wäre, die diesen Abschnitt beinhalten.

Re: Geschäftsmodell ...

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 18.11.20 12:13

bahnratefuchs schrieb:
So aber werden Überfüllungen hingenommen und man verdient gut dran.

Für die stehenden Fahrgäste eine Zumutung. Und für Sitzplatzinhaber auch, wenn sie zum WC/Ausgang/Bistro wollen.

Da ist ein Sitzplatzzwang oder anders gesagt eine SitzplatzSICHERHEIT eine echte Komfortsteigerung, die, passend vermarktet, neue Fahrgastgruppen erschließt.
Wer stehen muss, hätte vorab reservieren können und müsste nicht stehen - oder wäre zu spät gekommen und hätte nicht mitfahren können.

Ich stehe teils sogar lieber, als bei noch vorhandenen freien Sitzplätzen irgendwo dazischengequetscht zu sein, wo es für mich energetisch nicht passt. Die Flexibilität des nicht-Tage-vorher-festlegen-Müssens ist für mich weitaus komfortabler als eine Sitzplatzgarantie, die ich auch jetzt schon haben könnte, wenn ich mir Unflexibilität leisten könnte.

Wegfall

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 18.11.20 12:20

Tag!

"Sie wird aber nie kommen, da ein Teil des Geschäftsmodells dann wegfällt."

Da fällt eher etwas ganz anderes weg: -Zig-Tausende Pendler oder Netzkartenfahrer nämlich, die jeden Tag die Eisenbahn nutzen, wenn sie es wollen (und nicht, wenn die Eisenbahn es will).

Gruß

Heiko

http://www.desiro.net/Wal.jpg

Und Ende mit dem Schlendrian!

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 18.11.20 12:29

Hey.

Ach, fällt der Zug halt aus.
Ach, nehmen wir einfach irgendein Ersatzpark.
Ach, nehmen wir einfach ne andere Baureihe.

Und überlassen den Unmut den Schaffnern. Sollen die es doch ausbaden.

Der ganze Klumpatsch hat dann weitgehend ein Ende.

DB Fernverkehr müsste mal versprochene Leistungen erbringen. Wäre für den Fahrgast ein Segen.

Also, her mit der Pflicht. Da die DB es nie machen wird, müßte die Politik es tun. Wird aber auch schwer.

Ich würde das mit dem Sicherheitswahn durchdrücken: stehende Fahrgäste sind ein Risiko für andere und selbst überdurchschnittlich gefährdet. Und deswegen wird das generell verboten.

In ein Auto mit 8 zugelassenen Sitzplätzen dürfen auch nicht 10 Leute rein.



Schöne Grüße von jörg

Wegfall des Unzulänglichen.

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 18.11.20 12:36

Huhu.


Der Zeuge Desiros schrieb:
Tag!

"Sie wird aber nie kommen, da ein Teil des Geschäftsmodells dann wegfällt."

Da fällt eher etwas ganz anderes weg: -Zig-Tausende Pendler oder Netzkartenfahrer nämlich, die jeden Tag die Eisenbahn nutzen, wenn sie es wollen (und nicht, wenn die Eisenbahn es will).
Zigtausende Pendler atmen auf: endlich Komfort auf der Fahrt vom/zum Job. Und: Fernzüge im 10-Minuten-Takt. S-Bahnen alle 2 bis 3 Minuten. Deutlich erhöhte Zuverlässigkeit der verkehrenden Züge.

Ein Paradies!


Schöne Grüße von jörg


Aktuelle Besetzungsquote allerdings 5 von 109. Zwischen Ederbringhausen und Schmittlotheim..

Ansporn für neues Denken!

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 18.11.20 12:43

Hey.


autolos schrieb:
Das krasseste Beispiel ist, dass ein Zug, der zwischen Frankfurt Hbf und Flughafen ausreserviert ist, ansonsten aber nur halb voll, nicht mehr für Fahrten buchbar wäre, die diesen Abschnitt beinhalten.
Richtig. Dann gäbe es zwischen Hbf und Flughafen einen zusätzlichen Zug, um die Kurzreisenden damit zu befördern. Damit der langlaufende Zug frei bleibt für Langstreckenreisende. Das Angebot würde größer, was die Nachfrage erhöht.

Und es gäbe mehr Direktverbindungen außerhalb des starren Taktes, um Umsteigen und Kurzstreckenfahrer in den jeweiligen Teilstrecken zu vermeiden.

Alles würde besser!


Schöne Grüße von jörg

Denn sie wissen nicht was sie sagen

geschrieben von: nozomi07

Datum: 18.11.20 12:54

Viele Leute wissen garnicht, was eine Reservierungspflicht bedeutet.

Die Debatte habe ich zur Genüge geführt, vor Corona. "Die Bahn soll nur so viele Tickets verkaufen wie sie Sitzplätze hat", und dann wird das Heil auf Erden beschworen: Niemand muss stehen, es gibt immer genug Platz für alle...

Dass Reservierungspflicht bedeutet, dass man im Zweifelsfall überhaupt nicht wegkommt, was sie an Häckmäck mit sich bringt, machen die Leute sich nicht bewusst. Wenn ich dann erzähle, wie ich in Frankreich oder Spanien mir kurzfristige Übernachtungen organisieren musste, weil an diesem Tag alles ausgebucht war, können die es nicht glauben.

Noch erstaunter sind die Leute, dass es im Shinkansen keine Reservierungspflicht gibt. Denn angeblich haben ja alle anderen Länder eine, nur die doofe DB nicht.

Hier ist noch viel Aufklärung nötig. Und ich hoffe, die DB bleibt vernünftig.

Re: Ansporn für neues Denken!

geschrieben von: nozomi07

Datum: 18.11.20 12:56

bahnratefuchs schrieb:
Richtig. Dann gäbe es zwischen Hbf und Flughafen einen zusätzlichen Zug, um die Kurzreisenden damit zu befördern. Damit der langlaufende Zug frei bleibt für Langstreckenreisende. Das Angebot würde größer, was die Nachfrage erhöht.
Sieht man ja in Spanien oder Italien, dann fährt einfach immer ein Zug mehr... oder? Nein, man macht einfach die Tickets teurer.

Man kann sich auch die harten Zahlen anschauen: Bahnen mit Reservierungspflicht haben durchweg sehr viel höhere Auslastungen. Was im Umkehrschluss bedeutet: Viele Spontanreisende bleiben am Bahnhof zurück.

Re: Geschäftsmodell ...

geschrieben von: nozomi07

Datum: 18.11.20 12:58

bahnratefuchs schrieb:
Gerade wegen letzterem wehrt sich die DB ja dagegen.

Denn bei hoch ausgelasteten Verbindungen müsste sie dann endlich angemessene Kapazitäten bereitstellen!

So aber werden Überfüllungen hingenommen und man verdient gut dran.

Für die stehenden Fahrgäste eine Zumutung. Und für Sitzplatzinhaber auch, wenn sie zum WC/Ausgang/Bistro wollen.

Da ist ein Sitzplatzzwang oder anders gesagt eine SitzplatzSICHERHEIT eine echte Komfortsteigerung, die, passend vermarktet, neue Fahrgastgruppen erschließt. Diese ganzen bahn.comfort-Vorzugssitzplatzdiskussionen und all der Klimbim entfällt. Und niemand braucht Sorge haben, dass ihm wer den Platz streitig macht und sich dreist hinsetzt.
Es gibt keine Sitzplatzsicherheit! Im Zweifelsfall stehts du eben die Nacht am Bahnsteig. Keine Zwangsreservierung garantiert dir einen Sitzplatz. Und die Eisenbahn mit Zwangsreservierung, die genug Kapazitäten hat, die zeigst du mir bitte, ich kenne sie nicht.

Komm raus aus deiner Traumwelt.
Radiowaves schrieb:
Thema Bahnfahren für mich erledigt. Muss ich wohl doch noch Auto fahren lernen. Wollte es eigentlich vermeiden und fühlte mich damit bislang eigentlich auf der ethisch "saubereren" Seite.
Und was sind dann die Menschen auf dem Land mit wenig bis keiner praktikablen Anbindung an den ÖPNV in ethischer hinsicht?
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