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BEG am 16.10.2020
:

Zitat
BEG veröffentlicht Pünktlichkeits- und Zugausfall-Statistik 2019

Im Durchschnitt erreichen bayerische Regionalzüge und S-Bahnen eine Pünktlichkeitsquote von 92,3 Prozent
2,9 Prozent der von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft beauftragten Verkehrsleistung sind ausgefallen


MÜNCHEN. Die Bayerische Eisenbahn­ge­sell­schaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, hat für 2019 die Zahlen zu Pünktlichkeit und Zugaus­fällen vorgelegt. Bayernweit lag die Pünktlich­keitsquote der Regionalzüge und S-Bahnen bei 92,3 Prozent, ein Minus von 0,4 Prozent­punkten gegenüber 2018 (92,7 Prozent). Als pünktlich gewertet werden alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. Die bayernweite Ausfallquote ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent­punkte gestiegen: Vom von der BEG bestellten Gesamt­volumen von 1251 Millionen Zugkilo­metern sind 2,9 Prozent der Verkehrs­leis­tungen ausgefallen (2018: 2,8 Prozent2). Seit Jahren nimmt der Anteil an infrastruk­tur­be­dingten Verspä­tungen zu – 2019 gegenüber 2018 um fünf Prozent­punkte auf 37,4 Prozent: Mängel bei der Infrastruktur, wie zum Beispiel technische Störungen der Leit- und Sicherungs­technik, machen über 23 Prozent aus, Bauarbeiten über 14 Prozent (Zahlen beziehen sich auf Verspä­tungen, die auf eine konkrete Ursache zurück­zu­führen sind; Folgever­spä­tungen sind nicht berück­sichtigt). Bei den Zugaus­fällen gehen sogar 48 Prozent der Ursachen auf Bauarbeiten zurück.


„Das hohe Bauvolumen in Bayern ist ein Hoffnungs­zeichen, auch wenn Bauarbeiten selbst zunächst zu Verspä­tungen und Zugaus­fällen führen und ärgerlich für die Fahrgäste sind“, sagt Bayerns Verkehrs­mi­nisterin Kerstin Schreyer. „Diese Investi­tionen in die Infrastruktur sind jedoch dringend nötig. Die Staats­re­gierung hat gegenüber dem Bund wiederholt darauf gedrängt, mehr Mittel für die Moderni­sierung der Schienen­in­fra­struktur bereit­zu­stellen. Erfreu­li­cherweise haben Bund und DB die entspre­chenden Gelder inzwischen deutlich aufgestockt, es besteht aber weiterhin ein erheblicher Investi­ti­onsstau.“


Der Anteil an Verspä­tungen, die im Verant­wor­tungs­bereich der Verkehrs­un­ter­nehmen liegen, sinkt hingegen tendenziell seit Jahren – 2019 um 4,5 Prozent­punkte auf 45,5 Prozent (Verkehrliche Durchführung 27 Prozent, Fahrzeuge 18,5 Prozent). „Hier wirkt unser Pönale­system als Anreiz für Verbes­se­rungen“, so Thomas Prechtl, Sprecher der Geschäfts­führung der BEG. „Allein 2019 mussten die Betreiber der bayerischen Bahnen Strafzah­lungen für Verspä­tungen in Höhe von rund 14 Millionen Euro zahlen.“


Weitere Gründe für Unpünkt­lichkeit oder Zugausfälle im letzten Jahr: Der deutsch­landweit akute Fachkräf­te­mangel in der Bahnbranche; der späte, aber umso heftigere Winter­einbruch Anfang 2019 – vor allem in Südbayern – sowie unpünktliche Fernver­kehrszüge, die sich auch erheblich in Form von Zugfol­ge­ver­spä­tungen auf den Regional- und S-Bahn-Verkehr ausgewirkt haben.


Die einzelnen Pünktlich­keitswerte lassen sich nur bedingt miteinander vergleichen. Strecken oder Netze, wo Regionalzüge komplett oder überwiegend allein unterwegs sind, schneiden insgesamt besser ab als diejenigen, wo sich Regionalzüge die Schienen mit anderen Nah-, Fern- und Güterzügen teilen.


Besonders stark von Verspä­tungen und Ausfällen waren die beiden Alex-Netze der Länderbahn betroffen. Das Unternehmen hatte 2019 unter anderem mit akutem Fachkräf­te­mangel und mit Problemen bei den Fahrzeugen zu kämpfen. Beim Alex-Süd (Pünktlich­keitsquote: 83,9 Prozent) kam außerdem die Großbau­stelle zur Elektri­fi­zierung der Strecke München – Lindau hinzu. Diese Faktoren trugen auch zur extrem hohen Ausfallquote von 11,1 Prozent bei. Beim Alex-Nord (Pünktlich­keitsquote: 78,8 Prozent) sorgten vor allem Baumaß­nahmen in Tschechien für Störungen des Betriebs­ablaufs.

DETAILS (PÜNKTLICHKEITS- u. AUSFALLWERTE NACH NETZEN) HIER



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.10.20 20:13.
Hallo zusammen,

wie jedes Jahr sind die Daten aus Bayern nur sehr eingeschränkt brauchbar und aussagekräftig, da die Gliederung nach Netzen viel zu grobschlächtig ist und Werte von schlechten Linien auf Hauptbahnen durch Bimmelbahnen schöngerechnet werden. Viel spannender wäre es doch zu wissen, wie es auf "seiner" oder "ihrer" Linie aussieht, anstatt mit einem Durchschnittswert abgespeist zu werden. Es bleibt zu hoffen, dass mit der Einführung des Liniennummernsystems Ende des Jahres in Zukunft auch linienscharfe Infos erhoben und veröffentlicht werden!

Außerdem schade, dass kein wirklicher Bericht mit Erläuterungen, Detailbetrachtungen und Trends veröffentlicht wird. Das darf sich der lästige Fahrgast dann wohl selbst zusammenreimen!?

Nordrhein-Westfalen macht hier mit seinem (bereits vor 4 Monaten!!) präsentierten SPNV-Qualitätsbericht vor, wie es besser geht. In Zukunft sollen dort die wichtigsten Infos sogar noch zeitnäher auf Quartalsbasis online bereitgestellt werden.

https://abload.de/thumb/1232wken.jpghttps://abload.de/thumb/123jkkm1.jpghttps://abload.de/thumb/123t8k1l.jpg


Viele Grüße
stellwerk_wf

Alex Nord - Desaster hausgemacht

geschrieben von: 1.Klasse

Datum: 17.10.20 17:17

Dass die Alex-Nord-Züge die rote Laterne souverän halten, verwundert nicht. Man macht es sich etwas einfach, die Schuld nach Tschechien zu schieben. Klar kommen Züge schonmal verspätet aus Tschechien. Das wird auf den ganzen eingleisigen Strecken ab Furth im Wald jedoch nur verschlimmert. Dazu kommt das unglaublich komplexe Rangiermanöver in Schwandorf und die Kopfmacherei in Regensburg. Auch das Wagenmaterial (das vom Komfort her mit seinen klapperigen Karnickelbuchten ebenfalls unzumutbar ist) ist nicht geeignet, einen zügigen Fahrgastwechsel bei etwas Andrang auf den größtenteils niedrigen Bahnsteigen in der Oberpfalz zu gewährleisten. Hier krankt das ganze System, davon kann sich der Besteller der Leistungen mal garnicht frei machen. Man wünscht sich moderne, spurtstarke Triebwagen mit Scharfenbergkupplung. Bei meinen Reisen nach Kötzting meide ich die Alex inzwischen. Vollkatastrophe.

Re: Alex Nord - Desaster hausgemacht

geschrieben von: Felin

Datum: 17.10.20 23:17

Seh ich total anders, bin aber auch Gelegenheitsfahrer. Wenn ich es nur irgendwie schaffen kann, den Alex zu nehmen, dann mach ich das auch. Ich sitz gerne im Abteil, kann die Fenster öffnen und die Fahrt als solche genießen. Auch waren alle meine letzten Fahrten - aber nur Momentaufnahmen - absolut pünktlich. Die Statistik sagt aber tatsächlich leider etwas anders, hab ich wohl immer Glück gehabt...

Re: Alex Süd - Desaster weitgehend hausgemacht

geschrieben von: Patrick Rudin

Datum: 18.10.20 12:48

Dank den "Karnickelbuchten" bin ich als Wochenpendler (München-Östlich Zürich) 2008 vom Flugzeug wieder auf die Bahn umgestiegen und haben den ALEX gute 10 Jahre wirklich geliebt. Die wöchentlich 2x 2 3/4 Stunden von München nach Lindau und zurück habe ich als Eisenbahnfreund als "Quality Time" bezeichnet, die Fahrzeit von fast 6 Stunden von Tür zu Tür machte mir nichts aus.

Dann nach den Sommerferien 2018 ging es steil bachab - Personalmangel (verständlich, dass die wenigsten scharf drauf sind, im Dezember 2020 beim Arbeitgeber das Licht auszumachen), zuwenig Wagen (wieviele dürfen es sein, wenn der zweite Zugbegleiter fehlt?) und das übliche Chaos von DB Netz potenzierten sich, sodass ich nach 3x Stranden innerhalb eines Monats keinen ALEX Süd mehr von innen gesehen habe und bis zum Beginn von Corona auf den nie ausgefallenen Flixbus nach/ab St. Gallen umgestiegen bin. Zuverlässigkeit, Preis und Fahrzeit als Komfortmerkmale...

Auch wenn die Ausfallquote "nur" 11,1% ist - allgemeine Informationen, wie ich sie damals erlebt habe - "Vereinzelte Ausfälle wegen Personalmangels, bitte konsultieren Sie kurz vor Abfahrt den Online-Fahrplan" - gehen einfach gar nicht, wenn man auf das Verkehrsmittel angewiesen ist.

Ich werde aber dem Astoro gerne eine Chance geben (oder zwei, drei), sobald ich im ÖV wieder normal atmen darf. So ungemütlich finde ich den nicht, er hat auch einen Speisewagen und vor allem eine konkurrenzfähige Fahrzeit - zumindest auf dem Papier (das Problem "DB Netz" bleibt ja). Eine Abschiedsfahrt mit dem ALEX mache ich aus genanntem Grund nicht.
Seit gestern 0:00 darf ich ja aus dem Kanton Zürich eh mal wieder nicht nach Bayern pendeln, aber zudem steht seit diesem Spätsommer ein neues Verkehrsmittel vor der Tür, in dem ich atmen darf, wie ich will und muss: Mein eigenes Auto.