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Guten Tag zusammen,

nach der Novellierung des Gemeindeverkehrsfinanzierungesetzes (GVFG) stimmte das baden-württembergische Landeskabinett am 13. Oktober 2020 für eine Anhebung der Landes-Fördersätze für Vorhaben, die aus Mitteln des GVFG finanziert werden. Das Landesprogramm ziele insbesondere auf kommunale Vorhaben wie zum Beispiel Stadtbahn-Projekte oder den Ausbau und die Elektrifizierung von Bahnstrecken. Mit der alten Regelung beteiligte sich der Bund mit bis zu 60 % an den zuwendungsfähigen Kosten, während sich das Land Baden-Württemberg unter denselben Bedingungen mit 20 % an den zuwendungsfähigen Kosten beteiligte. Die restlichen Kosten mussten die Kommunen aufbringen. Durch die Neuregelung werden die Kommunen finanziell entlastet, so dass sich auch mehr Projekte umsetzen lassen und auch mehr Mittel aus dem GVFG abgerufen werden können. Damit soll das Baden-Württemberg auch in Zukunft in hohen Maße vom GVFG profitieren.

Neu- und Ausbauvorhaben von kommunalen Straßenbahnen
– Bund fördert 75 % der zuwendungsfähigen Kosten
– Bund fördert Planungskosten pauschal mit 10 % der zuwendungsfähigen Kosten
– Land fördert 50 % der verbleibenden zuwendungsfähigen Kosten und Planungskosten

SPNV-Infrastrukturprojekte
Das Land fördert 57,5 % der nach Abzug der Bundesfinanzhilfen verbleibenden zuwendungsfähigen Kosten und Planungskosten.

Elektrifizierung und Reaktivierung
Bund fördert 90 % der zuwendungsfähigen Kosten
– Land fördert 57,5 % der verbleibenden zuwendungsfähigen Kosen und Planungskosten

Umsteigeanlagen
Bund fördert 60 % der zuwendungsfähigen Kosten
– Land fördert 50 % der verbleibenden zuwendungsfähigen Kosten

Grunderneuerungsvorhaben
Bund fördert 50 % der zuwendungsfähigen Kosten
– Land fördert 25 % der verbleibenden zuwendungsfähigen Kosten

Pressemitteilung des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg

Grüße
die Honigbiene

https://vm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/_processed_/f/a/csm_Schienenoffensive_2030_edc5b01b4a.jpg
Danke für die Grafik!

Wusste gar nicht, dass die Gaubahn wiederauferstanden ist... ;)
Ich bin etwas verwundert, dass das Land nicht alles zählt?

Bei wem bleibt der Rest hängen?

Die Kommunen in BaWü gelten zwar als ausgesprochen wohlhabend und können sicherlich einiges mitfinanzieren (siehe z.B. Böblingen - Detzenhausen).
Aber gerade was Reaktivierungen oder Elektrifizierungen angeht, ist das originäre Aufgabe der Länder und ich kenne es so, dass das Land den kompletten Rest übernimmt.

Ich BaWü hier ehrlich gesagt etwas knickerig.
Wird Weil der Stadt - Calw jetzt doch nicht reaktiviert? ;-)

Edit: Ach steht ja da, "Reaktivierungsprojekte sind nicht dargestellt". Trotzdem irgendwie komisch wenn Filderstadt-Neuhausen eingezeichnet ist aber die (hoffentlich) früher befahrbare Strecke Weil der Stadt - Calw nicht.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.20 19:45.
103612 schrieb:
[...]

Aber gerade was Reaktivierungen oder Elektrifizierungen angeht, ist das originäre Aufgabe der Länder und ich kenne es so, dass das Land den kompletten Rest übernimmt.

[...]
Ja was denn nun? Originäre Aufgabes des Länder und der Bund bezahlt den Rest, oder doch eher umgekehrt? Meines Erachtens ist das Grundgesetz (Art. 87e Abs. 4) hier eindeutig, dass die Länder de jure gar nichts bezahlen müss(t)en:

Zitat
Der Bund gewährleistet, daß dem Wohl der Allgemeinheit, insbesondere den Verkehrsbedürfnissen, beim Ausbau und Erhalt des Schienennetzes der Eisenbahnen des Bundes sowie bei deren Verkehrsangeboten auf diesem Schienennetz, soweit diese nicht den Schienenpersonennahverkehr betreffen, Rechnung getragen wird.
Aber schön zu hören, dass es ein Bundesland mit "Schienenland" tatsächlich ernst nimmt und vergleichbare Begriffe nicht nur - wie weiter östlich - aus Marketinggründen vor sich herträgt...
Nicht eher Schienen- und Autoland Nummer eins?
stellwerk_wf schrieb:
Aber schön zu hören, dass es ein Bundesland mit "Schienenland" tatsächlich ernst nimmt und vergleichbare Begriffe nicht nur - wie weiter östlich - aus Marketinggründen vor sich herträgt...
Ich glaube diese Geschichten, wenn Hochrhein und Bodensee elektrifiziert sind. Da wird schon wieder diverse Jahre geplant, nur um eine Strippe über bestehende Gleise zu spannen, ohne dass die Strippe tatsächlich aufgehängt wird.

Wobei ich diese träge Vorgehensweise nicht nur dem Verkehrsministerium anhängen will. Was da neuerdings in und um Stuttgart gebastelt wird, lässt einen langsam am Verstand zweifeln.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Baden-Württemberg soll Schienenland Nummer eins werden

geschrieben von: ifra

Datum: 13.10.20 20:17

103612 schrieb:
Ich bin etwas verwundert, dass das Land nicht alles zählt?

Bei wem bleibt der Rest hängen?

Die Kommunen in BaWü gelten zwar als ausgesprochen wohlhabend und können sicherlich einiges mitfinanzieren (siehe z.B. Böblingen - Detzenhausen).
Aber gerade was Reaktivierungen oder Elektrifizierungen angeht, ist das originäre Aufgabe der Länder und ich kenne es so, dass das Land den kompletten Rest übernimmt.

Ich BaWü hier ehrlich gesagt etwas knickerig.
Die richtig Cleverles unter den Kommunen klopfen dann halt bei der Europäischen Union an, beteiligen sich an einem Europäuischen Projekt zur Regionalen Entwicklung und bekommen da dann die letzten Prozente bezahlt, natürlich so es die Förderkriterien gesatten .... aber ich finde, aktiv werden sollten die Kommunen schon, zeigen dass sie die Bahn auch wollen und nicht nur warten bis das Land Schienen vom Himmel rieseln lässt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.20 20:25.
Hallo zusammen,

diesen Plan kann man doch nicht ernst nehmen: Bottwartalbahn (Heilbronn - Marbach) und Zabergäubahn (Lauffen - ...) sind beide in Betrieb (!) und sogar die beiden Orte Lauffen/Neckar und Brackenheim wurden miteinander getauscht. Spätestens jetzt ist der restliche Inhalt nicht mehr glaubwürdig.

MfG,
Ingbert Neumeister
Hallo,

Ich stelle einmal die Gretchenfrage:

Wie wirkt sich das auf Stuttgart 21 aus?

MfG Gitgut

"Giftgüter aus Osterspai"
Guten Abend,

ist ja mal schön, wenn wenigstens 1 von 16 Landesregierungen nicht demonstrativ Desinteresse am Schienenverkehr zur Schau stellt. Jedoch beeindrucken (mich) wohlfeile Worte wenig, es zählen einzig und allein erfahrbare Taten auf dem Gleis. Und zwar bitte nicht erst 2047 ff., sondern jetzt.

"Für den Erfolg gibt es keinen Ersatz!" (in memoriam Dieter Ludwig)

Freundliche Grüße
Tobias

"Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger - alles zu werden, strömt zuhauf!"
(aus "Die Internationale" | Deutscher Text durch Emil Luckhardt, 1910)

Kein Planung mehr

geschrieben von: ThomasR

Datum: 13.10.20 20:43

Benedikt_Hone schrieb:
Wird Weil der Stadt - Calw jetzt doch nicht reaktiviert? ;-)

Edit: Ach steht ja da, "Reaktivierungsprojekte sind nicht dargestellt". Trotzdem irgendwie komisch wenn Filderstadt-Neuhausen eingezeichnet ist aber die (hoffentlich) früher befahrbare Strecke Weil der Stadt - Calw nicht.
Naja, die letztgenannte ist ja auch lange aus der Planung raus. Da stehen die Bagger und buddeln. Das letzte große Los, der Tunnel, wurde neulich angeschlagen.

Baden-Württemberg...

geschrieben von: 38815

Datum: 13.10.20 20:55

...lässt die Pendler zwischen Freiburg, Bad Krozingen, Müllheim, Weil und Basel über die Altstrecke bummeln, damit die Senioren in Bad Bellingen, Efringen-Kirchen und Istein nicht beim Mittagsschlaf gestört werden.

So wird man nicht Schienenland Nummer eins.

Gruß

Kannst du mir das mal erklären

geschrieben von: Christof 421

Datum: 13.10.20 21:00

wenn der RE über die Altstrecke bummelt, dann werden doch grad die Senioren beim Mittagsschlaf gestört.

Im Übrigen glaube ich den schönen Worten vom Land erst dann, wenn auch noch zeitnahe Tatsachen folgen.
Ansonsten halte ich die Vorhaben vom Land nur für heisse Luft.

Unverständliche Grüsse
Christof 421

Du hast recht!

geschrieben von: 38815

Datum: 13.10.20 21:11

Christof 421 schrieb:
wenn der RE über die Altstrecke bummelt, dann werden doch grad die Senioren beim Mittagsschlaf gestört.
Man hätte den RE-Betrieb besser komplett eingestellt und die Bahnstrecke abgetragen!
Dann könnte man in Kleinkrems fast ungestört die Geräuschkulisse der A5 genießen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.20 21:12.

Ausbau Karslruhe - Bretten

geschrieben von: Chef de gare

Datum: 13.10.20 21:24

Hallo,

was ist denn zu o. g. Thema konkret geplant? Der Schreibfehler bei Karlsruhe ist übrigens in der Grafik so enthalten.

Und wenn wir schon dabei sind: Was soll zwischen Karlsruhe und Rastatt gemacht werden?


Gruß, Chef de gare

Re: Ausbau Karslruhe - Bretten

geschrieben von: 38815

Datum: 13.10.20 21:41

Chef de gare schrieb:
Hallo,

was ist denn zu o. g. Thema konkret geplant? Der Schreibfehler bei Karlsruhe ist übrigens in der Grafik so enthalten.

Und wenn wir schon dabei sind: Was soll zwischen Karlsruhe und Rastatt gemacht werden?
Das würde mich auch interessieren. Ist ja eines der wenigen Ausbauvorhaben auf badischer Seite.
Das meiste Geld fließt natürlich mal wieder ins Schwabenländle.

Gruß

Re: Baden-Württemberg soll Schienenland Nummer eins werden

geschrieben von: VT

Datum: 13.10.20 21:48

Könnte es sein, dass da auch die neuen Regio Busse drin sind? Fahren da welche?
Walldürn - Hardheim - Tauberbischofsheim war nie durchgehend. Allerdings fehlt dann der Bus von Gerabronn nach Crailsheim. Oder alles nach Künzelsau oder Schramberg.

Generell passiert mir da etwas wenig nördlich von Stuttgart. Sei es die Elektrifizierung Öhringen - Hall oder der Anschluss an die Elektrifizierung der Maintalbahn in Miltenberg.
CaNNibal schrieb:
Danke für die Grafik!

Wusste gar nicht, dass die Gaubahn wiederauferstanden ist... ;)

Auch die Bahnstrecke zum Baden-Badener Stadtbahnhof ist auch wiederauferstanden...

Gruß

Nahne Johannsen

Man kann es auch übertreiben!

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 13.10.20 22:20

38815 schrieb:
Man hätte den RE-Betrieb besser komplett eingestellt und die Bahnstrecke abgetragen!
Dann könnte man in Kleinkrems fast ungestört die Geräuschkulisse der A5 genießen.

Christof 421 schrieb:
Im Übrigen glaube ich den schönen Worten vom Land erst dann, wenn auch noch zeitnahe Tatsachen folgen. Ansonsten halte ich die Vorhaben vom Land nur für heisse Luft.

Na,

da haben sich ja die Richtigen gefunden!

Alle zwei Stunden "bummelt" ein (trotzdem ausgesprochen schneller!) RE wegen eines politischen Kompromisses über die Altstrecke und ist damit vier, fünf Minuten länger unterwegs, als wenn er durch den Tunnel fahren würde.
Und irgendwo im Raum Lörrach passt ein Bus nicht zum Zug.

Beides suboptimal, keine Frage. Das geht besser.

Aber wegen solchen Bagatellen den Untergang des Vaterlandes zu prophezeien oder die fraglosen Verbesserungen ausblenden, ist dann ein Stückweit unredlich. Etwa, dass es den RE überhaupt gibt oder dass im Wiesental die abendlichen Taktlücken geschlossen werden. Und irgendwann wird man dann auch nicht mehr ernst genommen.

Übrigens wäre die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke eigentlich ein 100%iges Bundesprojekt, wenn man sich z.B. den Staatsvertrag von 1852 oder die Funktion der Strecke als internationale Verbindung anschaut. Ganz abgesehen davon, dass es sich um eine bundeseigene Schienenstrecke handelt.

Gruß

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-Streik.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.20 22:24.
Nahne Johannsen schrieb:
CaNNibal schrieb:
Danke für die Grafik!

Wusste gar nicht, dass die Gaubahn wiederauferstanden ist... ;)
Auch die Bahnstrecke zum Baden-Badener Stadtbahnhof ist auch wiederauferstanden...

Gruß

Nahne Johannsen
Wie soll die denn gebaut werden? Das ginge nur als Straßenbahn

Karlsruhe-Rastatt

geschrieben von: luc

Datum: 13.10.20 22:23

Es gab mal Pläne für ein separates Stadtbahngleis zwischen Karlsruhe und mindestens Abzw. Bashaide. Es war zumindest einmal auch eine Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf den existierenden Gleisen auf 200 geplant, weshalb dieses Gleis ebenfalls benötigt werden würde. Bei Karlsruhe-Bretten gehe ich von einer Verlängerung der zweigleisigen Abschnitte aus.


Chef de gare schrieb:
Hallo,

was ist denn zu o. g. Thema konkret geplant? Der Schreibfehler bei Karlsruhe ist übrigens in der Grafik so enthalten.

Und wenn wir schon dabei sind: Was soll zwischen Karlsruhe und Rastatt gemacht werden?


Gruß, Chef de gare

Re: Ausbau Karslruhe - Bretten

geschrieben von: gt670dn

Datum: 13.10.20 22:27

Chef de gare schrieb:
Hallo,

was ist denn zu o. g. Thema konkret geplant? Der Schreibfehler bei Karlsruhe ist übrigens in der Grafik so enthalten.

Und wenn wir schon dabei sind: Was soll zwischen Karlsruhe und Rastatt gemacht werden?
Karlsruhe - Bretten soll auf Teilen weiter zweigleisig ausgebaut werden um mehr Zugverkehr zu ermöglichen. Und bei Karlsruhe - Rastatt ist das 3. Gleis zwischen Karlsruhe Hbf und Abzw. Bashaide geplant um das nach Eröffnung des Rastatter Tunnels noch bestehende Nadelöhr zu entschärfen.

Re: Karlsruhe-Rastatt

geschrieben von: JanH

Datum: 13.10.20 23:59

Für eine Anhebung der Geschwindigkeit auf 200 km/h wäre im Bereich Forchheim noch eine zusätzliche Kreuzungsmöglichkeit erforderlich, um die Stadtbahnen komplett von der Bestandsstrecke verbannen zu können (Verbot für LNT-Fahrzeuge bei v > 160 km/h).
Im ÖPNV-Sachstandsbericht des Landkreises Rastatt von letztem Jahr klang es allerdings so, als ob die DB die rein dreigleisige Variante (folglich ohne Geschwindigkeitserhöhung) bevorzugen würde:

Zitat:
Das 3. Gleis im Bereich Abzweig Basheide auf der ABS/NBS ist im Bundesverkehrswegeplan enthalten. Die Planungen hierfür sind bei der DB AG angelaufen. Bereits heute ist absehbar, dass die Trassen der Rheintalbahn auch nach der Tunnelfertigstellung und des Baus des 3. Gleises gut belegt sein werden. Die AVG hält die Planungsauffassung der DB AG, die nur ein 3. Gleis vorsieht, aus Gesichtspunkten einer weitsichtigen Verkehrsplanung für problematisch. Sie argumentiert aus Sicht zukünftig notwendiger Kapazitäten die Planung eines zusätzlichen 4. Gleises in die laufende Planung einzubeziehen oder zumindest Freihaltetrassen einzuplanen. Ein entsprechendes Schreiben der AVG an das Ministerium für Verkehr (SPNV-Aufgabenträger) blieb bislang unbeantwortet.
Ob und was sich seit letzem Jahr da getan hat, weiß ich aber auch nichts neues.

Re: Karlsruhe-Rastatt

geschrieben von: Straktisie

Datum: 14.10.20 00:50

Dies musste in die Zuständigkeit des Bahnprojektes Mannheim–Karlsruhe mittlerweile verschoben worden sein. Soweit ich weiß, werden sowohl 3 als auch 4 Gleise untersucht. Weiß nichtmehr genau wo ich dies vernommen habe, aber im BVWP stehen einige dreigleisige Ausbauten drinne, wo es sind macht direkt auf 4 Gleise zu gehen, um eine Situation wie Hanau-Gelnhausen nicht zu wiederholen. Unter anderen möchte man gerne bei Regensburg-Obertraubling direkt auf 4 Gleise ausbauen.
ThomasR schrieb:
Wie soll die denn gebaut werden? Das ginge nur als Straßenbahn
Das bietet sich ja an, dann kann man auch drüber nachdenken die Strecke noch weiter zu ziehen als bis zum ehemaligen Bahnhof. Trotzdem wäre es natürlich gut, wenn man bis zum Festspirlhaus einen unabhängigen Bahnkörper errichtet, Platz sollte ja noch sein.

Re: Baden-Württemberg soll Schienenland Nummer eins werden

geschrieben von: MJK

Datum: 14.10.20 01:47

Hallo Honigbiene,

danke für's Einstellen.

Erstaunt bin ich über den SPNV nach Heubach (bei Aalen).
Planungen für den Wiederaufbau der Strecke von Böbingen nach dort sind mit nicht bekannt, oder hab ich was verpasst?

Gruß
Matthias

Re: Karlsruhe-Rastatt

geschrieben von: BOSHobbygaertner

Datum: 14.10.20 04:59

Hallo in die Runde,

Für eine Anhebung der Geschwindigkeit größer 160 km/h müssen Züge anzeigengeführt unterwegs sein. Neu ist hier nur noch ETCS zulässig. Spielt das denn nicht auch eine Rolle?

Fullsupervision

hoffentlich ist der "Fehler" bei der Talgangbahn real!

geschrieben von: 20PSLok

Datum: 14.10.20 07:27

Hallo,

Da hat einer im Ministerium oder NVBW aber kräftig bei der Kartengrundlage geschlampt!

Die Talgangbahn Albstadt-Ebingen - Onstmettingen ist im Rahmen des Projekts Elektrifizierung Tübingen - Sigmaringen explizit mit verzeichnet und rot markiert.
Ich bin nicht ganz im Thema, ist das im Rahmen dieses Projektes schon gesetzt? Oder leider doch nur ein Darstellungsfehler?
Aktuell ist die ex WEG-Strecke seit 1998 (PV) 99 (GV) stillgelegt, aber nicht abgebaut, gehört seit 2012 dem Landkreis und liegt im Dornröschenschlaf. Hoffen wir, dass sie daraus nicht wie kürzlich Vaihingen - Enzweihingen in Form einer Entwidmung erwacht wird!

Grüße
20PSLok
Da fehlt aber irgendwie die Strecke Ulm-Münsingen-Engstingen-Gammertingen, weil dort doch jetzt auch SPNV durchgeführt wird.

Und tschüs!
Torsten aus Stuttgart

"Money ain't got no owners - only spenders." (Omar Little, The Wire)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 08:03.

Re: Karlsruhe-Rastatt

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 14.10.20 08:22

BOSHobbygaertner schrieb:
Hallo in die Runde,

Für eine Anhebung der Geschwindigkeit größer 160 km/h müssen Züge anzeigengeführt unterwegs sein. Neu ist hier nur noch ETCS zulässig. Spielt das denn nicht auch eine Rolle?

Fullsupervision
Nicht wirklich, die DB will ETCS L2 eh flächendeckend ausrollen. Aber selbst wenn man das für unrealistisch hält die paar Meter Lücke von Karlsruhe nach Basheide wird man noch schaffen. Und wenn man kein ESTW Karlsruhe Hbf bauen will, dann kann man auch mit der Abzweigstelle zum Güterbahnhof beginnen, vorher kommt man eh nicht auf 200 km/h. Ob das jetzt viel bringt ist die andere Frage, aber mit dem ICE 4 verschiebt sich da schon etwas die Grenze, weil er einfach Spurtstärker als der 1er ist. Über viel Fahrzeitgewinn reden wir da aber trotzdem nicht, daher halte ich das für ein Projekt das nur kommt wenn irgendwo noch 30 s für eine Kantenfahrzeit fehlen.
Aber schön zu hören, dass es ein Bundesland mit "Schienenland" tatsächlich ernst nimmt

Das Land Ba-Wü könnte es schon lange Jahre ernster nehmen. Was ich aber wiederholt persönlich auf der IRE-Linie Basel - Singen - Ulm erlebt habe ist nur zum davonlaufen und abgewöhnen. Mit sowas ist man von einem Ehrentitel 'Schienenland' noch astronomische Einheiten weit entfernt.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)

Re: Man kann es auch übertreiben!

geschrieben von: Hadufuns

Datum: 14.10.20 09:15

Hallo Heiko,

Der Zeuge Desiros schrieb:
[...]Alle zwei Stunden "bummelt" ein (trotzdem ausgesprochen schneller!) RE wegen eines politischen Kompromisses über die Altstrecke und ist damit vier, fünf Minuten länger unterwegs, als wenn er durch den Tunnel fahren würde. [...]
Gibt es eine zitierbare Quelle mit der sich dieser Kompromiss belegen lässt?

Gruß
Hadufuns

347685-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.05.20 18:53.
Nahne Johannsen schrieb:
CaNNibal schrieb:
Danke für die Grafik!

Wusste gar nicht, dass die Gaubahn wiederauferstanden ist... ;)
Auch die Bahnstrecke zum Baden-Badener Stadtbahnhof ist auch wiederauferstanden...

Gruß

Nahne Johannsen
Die Heubachbahn im Ostalbkreis existiert in der Karte ebenfalls, obwohl vor 45 Jahren stillgelegt.
Dafür fehlt die Schwäbische Albbahn Schelklingen - Münsingen - Gammertingen und die Räuberbahn nach Pfullendorf...

Nicht nur dort

geschrieben von: Christof 421

Datum: 14.10.20 09:44

auch die Anschlusssituation in Basel Bad Bf sowie der NV abends ab 20.00 h, Samstags und Sonntags in den Landkreisen LÖ, WT, Freiburg Land sind zum davonlaufen.
Wenn man aber im Raum Stuttgart, Böblingen wohnt wie ein Mitschreiber hier, kann man ja ruhig das Maul aufreissen von "die richtigen gefunden" und "Untergang des Vaterlandes".

Immerhin habe ich den direkten Vergleich, was man machen kann. ich brauche nur über die Grenze zu unseren südlichen Nachbarn fahren.
Auch die haben ländlichen Raum, da fährt dann aber was bis 22.00 h im Takt und ist erst noch an weiterführende Verbindungen angebunden.

Gruss, speziell in den ÖV-verwöhnten Raum Stuttgart
Christof 421

Re: Man kann es auch übertreiben!

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 14.10.20 10:14

Hallo zurück,

ich kenne es als ein "gentlemen agreement" mit den dortigen Eingeborenen, um mit diesem Kompromiss dort - im doppelten Sinne - Ruhe zu bekommen. Ob es irgendwo darnieder geschrieben ist entzieht sich meiner Kenntnis. Und ob es im Konfliktfalle rechtlichen Bestand hätte, weiß ich auch nicht. Es wird jetzt so gelebt. Natürlich ist das für den Regionalverkehr doof, aber es gibt Schlimmeres. Ich weiß auch nicht, ob bei einer Tunneldurchfahrt auf jedem Zug auch ein entsprechend ausgebildeter Schaffner mitfahren müsste.

Viele Grüße

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-Streik.jpg
wenn im vorderen Wiesental ein Wohngebiet von 2500 Einwohnern abends, am Samstagmittag und vor allem Sonntag mehr oder weniger vom Rest der verkehrenden Linien abgehängt ist. Abends der Bus sinn- und planlos nach Giesskannenprinzip fährt, nicht mal die aus Basel kommende S-Bahn abnimmt, Bus fährt 7 min vor der Ankunft der S6. Oder das Thema S6 aus Zell, Anschluss Wohngebiet mit 2500 Einwohnern am Sonntag.
Fahre mal in das Wohngebiet, diese Beanstandungen werden auch von anderen Bewohnern und regelmässigen Busbenützern ganz offen vorgebracht.
Nur, interessieren tut das niemanden und schon gar nicht die Verantwortlichen in Stuttgart, denn die fühlen sich für Buslinien eh nicht verantwortlich.

Und zur Hochrheinbahn ist zu sagen, das dauert ja noch mindestens 7 Jahre, eher 10 mit den in D-Land üblichen Bauverzögerungen.
Und vorher werden hier sicher keine Verbesserungen mehr eingeführt.

Oder ganz neu, der Regiobus nach St. Louis (F)kommt in 2020 nicht mehr.
[www.badische-zeitung.de]
Verschoben auf den St. Nimmerleinstag??????

Keine Grüsse aus ebendieser Region
Christof 421

Re: Man kann es auch übertreiben!

geschrieben von: Hadufuns

Datum: 14.10.20 10:26

Hallo Heiko,

Danke für deine Antwort.

Meine persönliche Haltung dazu: mir persönlich stehen die Beförderungsfälle näher als die Nimbys und daher bin ich dafür dass diese Vereinbarung zum Nachteil der Fahrgäste Vereinbarung geknickt wird und der Bf Müllheim auch Bahnsteigkanten an den Fernbahngleisen erhält. In Vaihingen (Enz) wäre man auch Niemand auf die Idee gekommen schnellen InterRegio- oder Nahverkehr von/nach Stuttgart zu verunmöglichen.

Viele Grüße aus Bad Krozingen
Hadufuns

Der Zeuge Desiros schrieb:
Hallo zurück,

ich kenne es als ein "gentlemen agreement" mit den dortigen Eingeborenen, um mit diesem Kompromiss dort - im doppelten Sinne - Ruhe zu bekommen. Ob es irgendwo darnieder geschrieben ist entzieht sich meiner Kenntnis. Und ob es im Konfliktfalle rechtlichen Bestand hätte, weiß ich auch nicht. Es wird jetzt so gelebt. Natürlich ist das für den Regionalverkehr doof, aber es gibt Schlimmeres. Ich weiß auch nicht, ob bei einer Tunneldurchfahrt auf jedem Zug auch ein entsprechend ausgebildeter Schaffner mitfahren müsste.

Viele Grüße

Heiko

347685-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.05.20 18:53.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 11:07.

Vorbildliche Auslandsverbindung

geschrieben von: kmueller

Datum: 14.10.20 10:33

CaNNibal schrieb:
Wusste gar nicht, dass die Gaubahn wiederauferstanden ist... ;)
Doch, das ist sie.

Selbst vom Vorortbahnhof Stuttgart-Vaihingen wird es Direktzüge nach Zürich geben. Auf ICE von Köln-Mülheim nach Amsterdam werden wir hier noch lange warten müssen, ebenso auf solche von Brüssel nach Köln-Weiden. Obwohl beide Stationen einen perfekten Stadtbahnanschluß haben...

Bus

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 14.10.20 11:02

"Nur, interessieren tut das niemanden und schon gar nicht die Verantwortlichen in Stuttgart, denn die fühlen sich für Buslinien eh nicht verantwortlich"

...sind sie auch nicht. Also, alles gut!

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-Streik.jpg

Re: Vorbildliche Auslandsverbindung

geschrieben von: Daffy Duck

Datum: 14.10.20 11:04

kmueller schrieb:
CaNNibal schrieb:
Wusste gar nicht, dass die Gaubahn wiederauferstanden ist... ;)
Doch, das ist sie.

Selbst vom Vorortbahnhof Stuttgart-Vaihingen wird es Direktzüge nach Zürich geben. Auf ICE von Köln-Mülheim nach Amsterdam werden wir hier noch lange warten müssen, ebenso auf solche von Brüssel nach Köln-Weiden. Obwohl beide Stationen einen perfekten Stadtbahnanschluß haben...
Auf der Gaubahn gibt es kein Stuttgart-Vaihingen ...

Re: Vorbildliche Auslandsverbindung

geschrieben von: kmueller

Datum: 14.10.20 11:34

Daffy Duck schrieb:
kmueller schrieb:
CaNNibal schrieb:
Wusste gar nicht, dass die Gaubahn wiederauferstanden ist... ;)
Doch, das ist sie.

Selbst vom Vorortbahnhof Stuttgart-Vaihingen wird es Direktzüge nach Zürich geben. Auf ICE von Köln-Mülheim nach Amsterdam werden wir hier noch lange warten müssen, ebenso auf solche von Brüssel nach Köln-Weiden. Obwohl beide Stationen einen perfekten Stadtbahnanschluß haben...
Auf der Gaubahn gibt es kein Stuttgart-Vaihingen ...
Aber die neuen Schnellzüge werden über die Gäubahn fahren und sie damit aufwerten. Oder etwa nicht?

Re: Bus

geschrieben von: Christof 421

Datum: 14.10.20 11:36

Ist nur so, wenn der Busanschluss nicht klappt, dann wird auch der in den Verantwortlichkeitsbereich von Stuttgart fallende Zug NICHT benützt.

Es mischeln im dt. ÖV einfach zu viele mit, anstatt diesen Verkehr aus einer Hand anzubieten.
Und jede Landkreisgrenze ist zugleich Zonengrenze. Nur ja keinen Bus über die Landkreisgrenze fahren lassen.
Wenn ich nur das Busangebot von Kandern nach Müllheim betrachte, dann graust es mir.

Gruss aus Südbaden
Christof 421

Re: Vorbildliche Auslandsverbindung (mL)

geschrieben von: Daffy Duck

Datum: 14.10.20 11:46

kmueller schrieb:
Daffy Duck schrieb:
kmueller schrieb:
CaNNibal schrieb:
Wusste gar nicht, dass die Gaubahn wiederauferstanden ist... ;)
Doch, das ist sie.

Selbst vom Vorortbahnhof Stuttgart-Vaihingen wird es Direktzüge nach Zürich geben. Auf ICE von Köln-Mülheim nach Amsterdam werden wir hier noch lange warten müssen, ebenso auf solche von Brüssel nach Köln-Weiden. Obwohl beide Stationen einen perfekten Stadtbahnanschluß haben...
Auf der Gaubahn gibt es kein Stuttgart-Vaihingen ...
Aber die neuen Schnellzüge werden über die Gäubahn fahren und sie damit aufwerten. Oder etwa nicht?
Sicherlich, aber halt nicht auf der Gaubahn :-)
Auf der Gäubahn sicherlich ...


edit:

Gaubahn <-> Gäubahn



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 15:47.

Re: Man kann es auch übertreiben!

geschrieben von: GP4Flo

Datum: 14.10.20 12:13

Der Zeuge Desiros schrieb:
Hallo zurück,

ich kenne es als ein "gentlemen agreement" mit den dortigen Eingeborenen, um mit diesem Kompromiss dort - im doppelten Sinne - Ruhe zu bekommen. Ob es irgendwo darnieder geschrieben ist entzieht sich meiner Kenntnis. Und ob es im Konfliktfalle rechtlichen Bestand hätte, weiß ich auch nicht. Es wird jetzt so gelebt. Natürlich ist das für den Regionalverkehr doof, aber es gibt Schlimmeres. Ich weiß auch nicht, ob bei einer Tunneldurchfahrt auf jedem Zug auch ein entsprechend ausgebildeter Schaffner mitfahren müsste.

Viele Grüße

Heiko
Genau das ist ja der Skandal an der Sache. Es gab irgendwo in Hinterzimmergesprächen eine Abmachung, die tausende Pendler betrifft, ohne dass dies irgendwo schriftlich nachzulesen wäre. Ob dafür überhaupt eine demokratische Legitimation da war, wage ich zu bezweifeln.
GP4Flo schrieb:
Der Zeuge Desiros schrieb:
Hallo zurück,

ich kenne es als ein "gentlemen agreement" mit den dortigen Eingeborenen, um mit diesem Kompromiss dort - im doppelten Sinne - Ruhe zu bekommen. Ob es irgendwo darnieder geschrieben ist entzieht sich meiner Kenntnis. Und ob es im Konfliktfalle rechtlichen Bestand hätte, weiß ich auch nicht. Es wird jetzt so gelebt. Natürlich ist das für den Regionalverkehr doof, aber es gibt Schlimmeres. Ich weiß auch nicht, ob bei einer Tunneldurchfahrt auf jedem Zug auch ein entsprechend ausgebildeter Schaffner mitfahren müsste.

Viele Grüße

Heiko
Genau das ist ja der Skandal an der Sache. Es gab irgendwo in Hinterzimmergesprächen eine Abmachung, die tausende Pendler betrifft, ohne dass dies irgendwo schriftlich nachzulesen wäre. Ob dafür überhaupt eine demokratische Legitimation da war, wage ich zu bezweifeln.
Das bringt es gut auf den Punkt. Danke! :)

Gruß
Hadufuns

347685-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.05.20 18:53.

Re: Baden-Württemberg soll Schienenland Nummer eins werden

geschrieben von: VT

Datum: 14.10.20 12:56

Streiche mal Schuenenverkehr und ersetze es durch vom Land eventuell unterstützten ÖPNV. Vieles davon sind Vorschläge für die Reguobusse. Ein Teil davon auch schon umgesetzt.

Re: Man kann es auch übertreiben!

geschrieben von: 38815

Datum: 14.10.20 13:16

Auch hallo.

Der Zeuge Desiros schrieb:
ich kenne es als ein "gentlemen agreement" mit den dortigen Eingeborenen, um mit diesem Kompromiss dort - im doppelten Sinne - Ruhe zu bekommen. Ob es irgendwo darnieder geschrieben ist entzieht sich meiner Kenntnis. Und ob es im Konfliktfalle rechtlichen Bestand hätte, weiß ich auch nicht. Es wird jetzt so gelebt. Natürlich ist das für den Regionalverkehr doof, aber es gibt Schlimmeres. Ich weiß auch nicht, ob bei einer Tunneldurchfahrt auf jedem Zug auch ein entsprechend ausgebildeter Schaffner mitfahren müsste.
Das lass ich Dir nicht durchgehen! Du weißt ganz genau, dass es künftig unmöglich sein wird, von den Weiler Bahnsteigen in den Katzenbergtunnel abzubiegen. Dass es nicht mehr möglich sein wird Müllheim, das bislang eine SPFV-Anbindung hat, weiterhin im SPFV zu bedienen.
Was passiert, wenn es einen Personenunfall in Istein, eine Oberleitungsstörung, eine Kuh oder ein umgeknickter Baum auf dem Gleis oder sonst was gibt? Was ist bei Gleisarbeiten?
Dann dürfen die von Dir angeblich so geschätzten Pendler alle stundenlang im Zug darauf warten, dass es weiter geht oder müssen sich in den SEV quetschen, nur weil die hochmodernen Kamele wegen eines "gentlemen agreement" nicht in den Tunnel dürfen, weil die Tfs nicht für den Tunnel ausgebildet sind und und und.

Aber das interessiert Dich natürlich nicht. Dein Alltag spielt sich nämlich hunderte Kilometer nordöstlich ab und wenn es nach Basel geht, dann musst Du mit diesem RE ja gar nicht fahren. Du jammerst über jeden Ausfall und jede Minute Verspätung eines IC2 auf der Gäubahn, aber wenn die Pendler Südbaden, die diesen Tunnel mit ihren Steuern mitfinanziert haben, täglich eine Viertelstunde mehr Fahrzeit pro Nase zzgl. irgendwelcher Betriebsstörungen auf der Altstrecke in Kauf nehmen müssen, und man im selbsternannten Schienenland Nr. 1 diesen inakzeptablen Zustand anprangert, dann heißt es von Dir, man übertreibt. Danke für die Blumen.

Gruß

Re: Baden-Württemberg soll Schienenland Nummer eins werden

geschrieben von: JanH

Datum: 14.10.20 13:40

MrEnglish schrieb:
ThomasR schrieb:
Wie soll die denn gebaut werden? Das ginge nur als Straßenbahn
Das bietet sich ja an, dann kann man auch drüber nachdenken die Strecke noch weiter zu ziehen als bis zum ehemaligen Bahnhof. Trotzdem wäre es natürlich gut, wenn man bis zum Festspirlhaus einen unabhängigen Bahnkörper errichtet, Platz sollte ja noch sein.
War ja schon neulich mal Thema .
Nochmal hallo!

"Was passiert, wenn es einen Personenunfall in Istein, eine Oberleitungsstörung, eine Kuh oder ein umgeknickter Baum auf dem Gleis oder sonst was gibt? Was ist bei Gleisarbeiten?"
Dann wird durch den Tunnel gefahren. Sorry, aber dieses "Agreement" heißt doch nicht, dass zumindest im Störungsfalle nicht "durch die Katze" gefahren werden kann/darf/soll. Das ist ja in der Vergangenheit auch regelmäßig praktiziert worden, sogar mit Flachwagen! Wo ist das Problem? Dass dabei nicht in Bad Bellingen & Co. gehalten werden kann ist dann natürlich die Folge.

Und bevor ihr mich weiterhin wegen dieses Agreements verhaut - ich habe nie gesagt, dass ich das gut finde! Nochmal zum Mitmeißeln: nein, ich finde das nicht gut! Ganz im Gegenteil. Es ist aber damals irgendwo zwischen irgendwem so vereinbart worden, und damit müssen wir jetzt erst einmal leben. Verhaut deswegen nicht mich, sondern eure Volksvertreter oder die Nimbys in Kleinkems & Co. und fordert ein Umdenken ein.

Zum Fernverkehr nach Müllheim: wenn der über den "Baden-Kurier" hinaus jemals kommen sollte, dann kann der natürlich weiterhin in Müllheim halten - wieso auch nicht? Einzige Voraussetzung: die Bahnsteige müssen beim Umbau von RML lang genug bleiben. Das ist eher ein Hemmnis für einen IC-Halt, weniger die Fahrstraßen. Schaut mal nach Baden-Baden, wo die Schnellfahrgleise auch keine Bahnsteige haben, aber sogar stündlich/zweistündlich Weißwürste halten.
Doch auch diese Verantwortung liegt nicht in Stuttgart oder Lörrach, denn die Bahnsteiglängen werden von den EVU "bestellt". Sprich: wenn DB FV da künftig weiterhin halten will, dann muss dieses EVU eine Bedarfsanmeldung äußern. Das kann nicht das Land und auch nicht DB Regio machen. Auch hier: verhaut bitte den richtigen.

"Du jammerst über jeden Ausfall und jede Minute Verspätung eines IC2 auf der Gäubahn, aber wenn die Pendler Südbaden, die diesen Tunnel mit ihren Steuern mitfinanziert haben, täglich eine Viertelstunde mehr Fahrzeit pro Nase"
Guck,
so hat jeder etwas zu jammern... Und wenn ich wirklich jeden Ausfall und jede Verspätung des Gäubahn-IC2 beklagen würde... oh je, ich käme gar nicht mehr zum Lachen. Aber zurück ins Rheintal: Dort ist der außen um den Tunnel herum fahrende RE selbst auf der Altstrecke schneller, als es jeder RE früher gewesen ist! Wie man da auf eine Viertelstunde MEHR an Fahrzeit kommt ist nicht wirklich nachvollziehbar.
Richtig wäre: der jetzt schon schnelle RE würde mit der Tunneldurchfahrt nochmals schneller. Aber er ist bereits jetzt schneller als das, was da früher fuhr. Bitte ehrlich bleiben!

Viele Grüße

Heiko (und: predigt bitte vor der richtigen Kirche! Vielleicht hilft das)

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Einzelschicksale?

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 14.10.20 14:49

"Ist nur so, wenn der Busanschluss nicht klappt, dann wird auch der in den Verantwortlichkeitsbereich von Stuttgart fallende Zug NICHT benützt"

Klar,
das ist ärgerlich, und auch klar, das sollte geändert werden. Aber es scheinen wirklich Einzelschicksale zu sein. Denn auf der Wiesentalbahn besteht eher das Problem der "zuvielen" Fahrgäste! Und es werden immer noch mehr, mal von Corona abgesehen. Deshalb gibt es ja auch die Ausbaubestrebungen im Bereich Lörrach-Basel.

Offenbar scheint das Angebot im Dreiländereck nicht ganz so mies zu sein, wie es hier von einzelnen Personen stets suggeriert wird.

Gruß

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-Streik.jpg
Hallo Heiko,

da ich gleich einen Termin habe, nur eine ganze kurze Antwort:

Der Zeuge Desiros schrieb:
Nochmal hallo!
[...]
Und bevor ihr mich weiterhin wegen dieses Agreements verhaut - ich habe nie gesagt, dass ich das gut finde! Nochmal zum Mitmeißeln: nein, ich finde das nicht gut! Ganz im Gegenteil.
[...]
Zum Fernverkehr nach Müllheim: wenn der über den "Baden-Kurier" hinaus jemals kommen sollte, dann kann der natürlich weiterhin in Müllheim halten - wieso auch nicht? Einzige Voraussetzung: die Bahnsteige müssen beim Umbau von RML lang genug bleiben. Das ist eher ein Hemmnis für einen IC-Halt, weniger die Fahrstraßen. Schaut mal nach Baden-Baden, wo die Schnellfahrgleise auch keine Bahnsteige haben, aber sogar stündlich/zweistündlich Weißwürste halten.
[...]
Ich habe nicht vor dich zu verhauen. Aber darf ich dich zitieren? Für mein Empfinden ist es politisch höchst fragwürdig dass hier eine Mauschelei ganz offen "gelebt" wird und diejenigen die am lautesten Schreien ihr "Recht" bekommen. Das widerspricht meinem Verständnis von Demokratie. Für die Bahnreisenden ist diese Art von Gemauschel ein dummdreister Schlag ins Gesicht.

Du weißt sicher wie sehr die Rheintalbahn bzw. deren Ausbau die Menschen in der Rheinebene polarisiert. "Die Bahn" ist hier oftmals so etwas wie ein Feindbild, ich habe da immer dagegen gehalten, in meinem Bekanntenkreis und beispielsweise auch in öffentlichen Gemeinderatssitzungen. Ich habe mir damit nicht nur Freunde gemacht, wie Du dir sicher vorstellen kannst. Eines meiner Argumente war dass dieses Ausbau auch auch im Sinne der Bahnreisenden sei, und nun?

Zur Infrastruktur: in Müllheim für einen Fahrgastwechsel haltende Züge müssen in Zukunft zwangsläufig am Klotz vorbeischleichen. Die Situation stellt sich daher anders als etwa in Baden-Baden dar.

Gruß
Hadufuns

347685-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.05.20 18:53.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 15:03.

Re: Wie sieht es denn dann mit der Neigetechnik aus?

geschrieben von: Strizie

Datum: 14.10.20 15:17

Verzichtet man auf diese sobald die Strecken Fahrdraht haben oder schließt man sich Bayern bei der Beschaffung von elektrischen Neigezügen an?

Ihr seid da nicht ganz unrichtig!

geschrieben von: 38815

Datum: 14.10.20 15:42

Der Zeuge Desiros schrieb:
Und bevor ihr mich weiterhin wegen dieses Agreements verhaut - ich habe nie gesagt, dass ich das gut finde! Nochmal zum Mitmeißeln: nein, ich finde das nicht gut! Ganz im Gegenteil. Es ist aber damals irgendwo zwischen irgendwem so vereinbart worden, und damit müssen wir jetzt erst einmal leben. Verhaut deswegen nicht mich, sondern eure Volksvertreter oder die Nimbys in Kleinkems & Co. und fordert ein Umdenken ein.

Heiko (und: predigt bitte vor der richtigen Kirche! Vielleicht hilft das)
Wenn Ihr Euch gar nicht sicher darüber seid, ob dieses "Agreement" überhaupt rechtlich bindend ist und wirklich "Schienenland Nr. 1" werden wollt, dann hättet ihr auch den Hintern in der Hose, diesen @#$%&-RE durch den Tunnel zu trassieren.
Wo kein Kläger, da kein Richter und sollte in Bad Bellingen und Co. doch irgendein Hund anfangen zu bellen, weil ihr mit Euren Kamelen durch die Katze reitet, dann kann man, wenn die Rentner erfolgreich dagegen geklagt haben, immer noch über Istein bummeln.

Zitat
"Was passiert, wenn es einen Personenunfall in Istein, eine Oberleitungsstörung, eine Kuh oder ein umgeknickter Baum auf dem Gleis oder sonst was gibt? Was ist bei Gleisarbeiten?"
Dann wird durch den Tunnel gefahren. Sorry, aber dieses "Agreement" heißt doch nicht, dass zumindest im Störungsfalle nicht "durch die Katze" gefahren werden kann/darf/soll.
Ja, genau das heißt es! Denn wenn der RE in Müllheim oder Weil am Bahnsteig steht, dann muss er wieder erstmal wieder ein ganzes Stück zurück, bevor er im Störungsfall durch den Tunnel fahren kann.

Gruß



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 15:45.

Re: Einzelschicksale?

geschrieben von: Christof 421

Datum: 14.10.20 16:04

Zitat: Offenbar scheint das Angebot im Dreiländereck nicht ganz so mies zu sein, wie es hier von einzelnen Personen stets suggeriert wird.

Das Angebot im Landkreis Lörrach ist für Schüler und Pendler gemacht, von Mo-Fr von 6-20 Uhr.
Alles andere kann man vergessen.
Will man zu anderen Zeiten als den geschriebenen etwas unternehmen, nimmt man das Auto und das trotz Klimadiskussion und Klimawandel.
Oder kannst du mir erklären, warum am So der Bus in besagtes Wohngebiet um 51 mit 4 min Weg vom Bahnhof Stetten abfährt, wenn der Zug erst um 54 von Basel ankommt???
Oder der Zug kommt am Sonntag aus Zell im Wiesental mit Anschluss aus Titisee mit dem 7300 um 04 an und 300 m weiter fährt der stündliche Bus in das Wohngebiet um 06 ab.
Jeder normale Verkehrsplaner sollte merken, dass das nicht funktioniert. Nicht so diejenigen, die in Lörrach für Bus zuständig sind und das seit Jahrzehnten.

Und was nützt mir abends eine halbstündlich verkehrende S-Bahn, wenn ich dann anschliessend 25 min durch den stockdunklen Wald laufen kann?
Im Übrigen soll es auch speziell ältere Fahrgäste geben, die kaum mehr laufen können.
Aber das interessiert in Stuttgart nicht, weil der Behörden liebster Spruch, nicht zuständig.

Und die S6 ist auch nur deshalb so gefragt, weil sie im Raum Basel, wo viele Grenzgänger zur Arbeit gehen, die Parkplatzproblematik in die umliegenden Kantone und Länder ausgelagert haben, selbst eine sehr restriktive Parkraumbewirtschaftung betreiben.

Gruss aus Südbaden
Christof 421
Der Zeuge Desiros schrieb:
Nochmal hallo!

"Was passiert, wenn es einen Personenunfall in Istein, eine Oberleitungsstörung, eine Kuh oder ein umgeknickter Baum auf dem Gleis oder sonst was gibt? Was ist bei Gleisarbeiten?"
Dann wird durch den Tunnel gefahren. Sorry, aber dieses "Agreement" heißt doch nicht, dass zumindest im Störungsfalle nicht "durch die Katze" gefahren werden kann/darf/soll. Das ist ja in der Vergangenheit auch regelmäßig praktiziert worden, sogar mit Flachwagen! Wo ist das Problem?
Hallo Heiko,

das Problem ist, dass es in Zukunft keine Weichenverbindung mehr gibt, um von den Bahnsteigen in Weil am Rhein in den Tunnel zu kommen. Das bedeutet, im Störungsfall kann nur dann umgeleitet werden, wenn auch nicht mehr in Weil am Rhein gehalten wird! Es wundert mich doch, dass dieses Problem bei der NVBW (und auch im Verkehrsministerium?) offensichtlich noch nicht angekommen ist. Auch der Baden IC wird sich entscheiden müssen ob er entweder weiterhin in Weil hält und außen rum gurkt oder den Halt künftig auslässt. Beides ist nicht möglich. Selbst wenn man sich in 50 Jahren entscheiden sollte, den RE doch durch den Tunnel zu schicken, wird das aufgrund der fehlenden Weichen nur mit sündhaft teuren Umbaumaßnahmen möglich sein oder man muss Weil auslassen.

Das selbe Trauerspiel mangelhafter betrieblicher Flexibilität wird es bei Riegel geben. Die Überleitverbindung, um im Störungsfall von Offenburg ABS kommend auf die NBS Güterbahn zu wechseln soll nur provisorisch sein und später wieder abgebaut werden. Das bedeutet, wenn sich mal wieder einer aus der Emmendinger Klinik vor die Gleise wirft, können die ICEs den Bereich nur umfahren, wenn sie bereits in Offenburg auf die Güterbahn wechseln, falls dies überhaupt nach dem Bahnhof möglich sein wird.

Viele Grüße

Florian

Zukunft Baden-Kurier

geschrieben von: 38815

Datum: 14.10.20 17:42

GP4Flo schrieb:
Der Zeuge Desiros schrieb:
Nochmal hallo!

"Was passiert, wenn es einen Personenunfall in Istein, eine Oberleitungsstörung, eine Kuh oder ein umgeknickter Baum auf dem Gleis oder sonst was gibt? Was ist bei Gleisarbeiten?"
Dann wird durch den Tunnel gefahren. Sorry, aber dieses "Agreement" heißt doch nicht, dass zumindest im Störungsfalle nicht "durch die Katze" gefahren werden kann/darf/soll. Das ist ja in der Vergangenheit auch regelmäßig praktiziert worden, sogar mit Flachwagen! Wo ist das Problem?
Hallo Heiko,

das Problem ist, dass es in Zukunft keine Weichenverbindung mehr gibt, um von den Bahnsteigen in Weil am Rhein in den Tunnel zu kommen. Das bedeutet, im Störungsfall kann nur dann umgeleitet werden, wenn auch nicht mehr in Weil am Rhein gehalten wird! Es wundert mich doch, dass dieses Problem bei der NVBW (und auch im Verkehrsministerium?) offensichtlich noch nicht angekommen ist.
Wie man daran erkennen kann, dass Heiko das Thema herunterspielt, ist es leider noch nicht angekommen.

Zitat
Auch der Baden IC wird sich entscheiden müssen ob er entweder weiterhin in Weil hält und außen rum gurkt oder den Halt künftig auslässt. Beides ist nicht möglich. Selbst wenn man sich in 50 Jahren entscheiden sollte, den RE doch durch den Tunnel zu schicken, wird das aufgrund der fehlenden Weichen nur mit sündhaft teuren Umbaumaßnahmen möglich sein oder man muss Weil auslassen.
Er wird Weil und Müllheim künftig auslassen.
1. kann man es bei einem ICE nicht rechtfertigen nochmal 9min. Fahrzeit zwischen Freiburg und Basel zu verlieren, indem man "außenrum" fährt.
2. deuten die D-Takt-Fahrplanentwürfe ICE1564 und ICE1565 stark darauf hin, dass der Baden-Kurier in einer FV29-Takttrasse verkehren wird (Linientauscher), sowie Müllheim und auch Bad Krozingen vom SPFV abgehängt werden. Der schnelle RE soll dann auch nur noch in den Knoten und Mittelzentren halten, wird also praktisch zu einem IRE (mit obligatorischer Bummelrunde um den Katzenberg).

Ist ja auch lustig, dass der Baden-Kurier aktuell als zusätzlicher Zug durch den Tunnel kann, der Takt-RE aber nicht.

Darüber lässt sich nur der Kopf schütteln.

Bzgl. Riegel kann man nur beipflichten.

Gruß



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 18:09.

Wie man einen schnellen RE künstlich verlangsamt

geschrieben von: GP4Flo

Datum: 14.10.20 18:02

Ein weiteres Problem, wo bei den Planungen der neuen Rheintalbahn der schnelle RE künstlich verlangsamt wird, ist der neue Haltepunkt Buggingen. Dort werden sich in Zukunft Nahverkehrs- und ICE Gleise verzweigen. Der ICE kann dort 250 km/h fahren, der schnelle RE wird jedoch jedes Mal bei Vorbeifahrt des Abzw Buggingens von 160 km/h auf 100 km/h (Süd -> Nord) bzw. 130 km/h (Nord - Süd) abbremsen müssen nur um kurz danach wieder auf 160 km/h zu beschleunigen.

Sorry Leute, aber für alles ist bei diesem Milliardenprojekt Geld da, für jede einzelne Fledermaus werden Millionen ausgegeben, tausende Meter Gleise werden tiefer gelegt, damit die Renter auch vor ihrem Haus bloß keinen Zug hören. Aber für den Regionalverkehr werden wieder nur halbherzige Lösungen gebaut. Da hätte man zwei Schnellfahrweichen verplanen müssen, so wie es bei Abzweigen für ICEs selbstverständlich ist. Auch hier hat meiner Meinung nach das Verkehrsministerium entweder gepennt oder man legt die Prioritäten eben wo anders.

Wer sich das mit der Weiche selbst anschauen will, hier die Planungsunterlage:
[evit-net.de]

Re: Bus

geschrieben von: VT

Datum: 14.10.20 18:17

Christof 421 schrieb:

Es mischeln im dt. ÖV einfach zu viele mit, anstatt diesen Verkehr aus einer Hand anzubieten.

Ehrlich gesagt ist mir das bei Euch auch schon negativ aufgefallen. Ich komme ja aus dem VRN-Land, da werden sich 24 Landkreise und Kommunen aus 3 (4)Bundesländern und zwei Staaten einig aber die fünf Südbadener bekommen es untereinander nicht auf die Reihe. Mit Fanta5 hatte man ja schon mal eine Ausgangsbasis für einen gescheiten Verbund. Daran müsste man nur weiter arbeiten.
Hallo,

warum sollte es in Zukunft keine Weichenverbindung mehr geben um von den Bahnsteig Gleisen in Weil am Rhein aus auf die SFS und in den Katzenbergtunnel zu kommen?? Wie sollen dann die ganzen Güterzüge, die in Weil am Rhein an den Bahnsteiggleisen Systemwechsel und Lokwechsel machen und nicht über Basel Bad Rbf fahren in Zukunft auf die SFS kommen?? In den öffentlichen Systemskizzen sind nicht alle Weichenverbindungen enthalten. Genau das Gleiche im Müllheim(Baden). Es ist nicht gesagt, dass es keine Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen der Rheintalbahn und der SFS beim Bahnhof Müllheim(Baden) geben wird.

Auf der jetzigen Strecke schon bestehenden SFS kann man in Baden-Baden, Ottersweier und in Appenweier von der SFS auf die Rheintalbahn und umgekehrt wechseln. Das wird auf den Abschnitten wo Rheintalbahn und SFS paralell liegen nicht anders sein.

Wie schon in anderen Beiträgen von anderen Usern geschrieben wurde, würde dem "schnellen" RE Basel - Freiburg(Breisgau) der Weg durch den Katzenbergtunnel 3-4 Minuten weniger Fahrzeit bringen.

Der Norden und Osten ist recht schwach vertreten.

geschrieben von: VT

Datum: 14.10.20 19:54

Eigentlich sollte man auch mal den Kommunen an der Hohenlohebahn etwas Dampf machen, dass sie die Elektrifizierung auf diesem Weg voranbringen. Für die Brenzbahn könnte man ähnliches andenken. Die Bahnsteige an der Frankenbahn zwischen Osterburken und Lauda waren auch sowas. In Lauda bzw. Königshofen fände ich niveaufreie Kreuzungen/Überwerfungsbauwerke bzw. Führung von Tauber-und Frankenbahn hilfreich. Am besten mit zwei Gleisen von Tauber bis Mergentheim durchgehend und einer Beseitigung des Bahnübergangs in Königshofen.

Insgesamt finde ich Nord- und Ostwürttemberg auf der Karte etwas schwach vertreten. Ob das nur am Land liegt glaube ich aber nicht.
Strizie schrieb:
Verzichtet man auf diese sobald die Strecken Fahrdraht haben oder schließt man sich Bayern bei der Beschaffung von elektrischen Neigezügen an?
BaWü hat schon länger keinen Bock mehr auf Regionalverkehrsneigezüge und will die länger Schritt für Schritt durch nichtneigende Züge mit verlängerten Reisezeiten ersetzten.
Man will keine elektrischen Neigezüge, obwohl mit den dadurch möglichen Fahrzeitverkürzungen teils einen sehr guten Fahrplan und viel stabiler fahren könnte. Gerade Hochrhein und Bodenseegürtelbahn schreit eigentlich nach elektischen Neigezügen, damit könnte man den guten früheren Fahrplan gut fahren (der allerdings schon damals verspätungsanfällig war, allerdings haben die Verschlimmbesserungen mit minimal verlängerten Fahrzeiten, aber verschlechterten Anschlüssen daran nicht viel geändert, da ist man teils 55 min länger unterwegs wegen "stabilerem Fahrplan und trotzdem in 30 % der Fälle der Anschluss weg). Selbst ohne Neigezüge könnte man die damaligen Fahrzeiten elektrischen einigermassen stabil fahren und mit Neigetechnil hätte man viel Reserve, auch um die ganzen sonstigen Probleme an der Strecke gut abfangen kommen.
Aber nach dem Trauerspiel, was man da den Reisenden in der Vergangenheit mit massiven Verschlechterungen zugemutet hat, will man sich wohl damit mit kleineren Verbesserung gegenüber dem jetzigen miesen Fahrplan begnügen. Ohne Neigetechnik, die schlimmsten Verschlechterungen zumindest zum Teil kompensiert, dafür wird man sich dann wohl als Wohltäter feiern lassen wollen.
Was man da auf manchen Relationen den Reisenden zugemutet hat (Fahrzverlängerungen von ca. 1 Stunde mit zusätzlichem Umstieg, mit LINT-Desaster dann teils Taktausdünnung von Stunden- auf Zweistundentakt), dagegen sind die Zumutungen für die Gäubahnreisende fast schon vernachlässigbar, einmal mehr Umsteigen um dann nur wenige Minuten später in Stuttgart Hbf zu sein :-).
Und ab Dezember 2021 sind dann noch drastische Fahrgastzahleinbrüche zu erwarten, wenn die IRE Basel-Ulm nicht mehr durchgehend fahren :-), wo doch alleine der durchgehende Zug zu einer Fahrgastexplosion geführt hat :-).

Auf den Fernverkehr macht das Land noch länger Druck (klar, ist man ja nicht selber zuständig), aber auch hier hat das Land nun aufgegeben, auch weil langfristig keine Neigezüge in Sicht sind. Wenn man aber für den Regionalverkehr elektrische Neigezüge beschaffen würde (z.B. Dreiteiler mit angetriebenen Endwagen und Niederflureinstieg im Mittelwagen) wäre es natürlich einfacher, einen Neigezug zu finden, z.B. indem man aus dem Dreiteiler einen Sechsteiler mit angepasster Bestuhlung ableiten würde.
Für die Gäubahn heist das erst Mal, das ein Ausbau erst mal deutlich unwahrscheinlicher wurde, da sehr viel teurer. Und wenn er doch kommt, man noch sehr viel länger warten muss, da man jetzt wiede komplett bei Null bei noch anspruchvolleren Bauten anfängt.

Im Fahrplan gib es heute viele nervige Kleinigkeiten, so wie die in eine Richtung gekappte stündliche schnelle Verbindung Konstanz-Gottmadingen (ok, inoffiziell funktioniert die immer noch recht zuverlässig und wird auch noch von denen die das wissen benutzt). Gäubahn-Interimskonzept sei jetzt als "Notfalllösung" mal ausgeklammert. Auch nervig, dass frühmorgens oft chaotische Fahrpläne herrschen, um mit den zuwenigen vorhandenen Fahrzeugen durch wildes taktloses Fahren versuchen Löcher zu stopfen (und damit aber andere aufreist...).
Bei meiner Pendelstrecke auch ein Problem, erstens fährt der Zug sowieso nur stündlich, zweitens ist er "ewig" unterwegs. Wäre im Takt unter umständen noch erträglich, aber die Verbindung mit Ankunft 7:55 ist dann gleich noch mal zusätzlich 35 langsamer durch den chaotischen Morgenfahrplan, unterwegs darf man schon nur alleine in zwei Bahnhöfe zusammen 45 herumgammeln. Mit dem Auto schaffe ich die Strecke in 35-40 min, also weniger als was ich alleine in diesem beiden Bahnhöfen herumstehen würde. Ankunft 06:58 als einzige von der Fahrzeit noch irgenwie akzeptable Verbindung ist dann doch arg früh und später geht sowieso nichts mehr bei Arbeitsbeginn bis 9 Uhr.

Immerhin seien zumindest bei mir hier in der Gegend beim Busverkehr doch einige Verbesserungen erwähnt. Allerdings natürlich von sehr niedrigem Niveau aus. War früher das Angebot ausserhalb des Schülerverkehrs oft katastrophal, hat es sich inzwischen dort auf oft auf schlecht verbessert. Mit "schlecht" überzeugt man aber natürlich trotzdem nicht viele, ihr Auto stehen zu lassen. Immerhin, die Linien mit früh schon "nur" schlechtem Angebot gehen teils schon in die Richtung von "nicht so gut", vielleicht schafft man es in einiger Zeit zu akzeptabel (wenn man nicht aus Mangel an zusätzlichen Fahrgästen wieder den Rotstift ansetzt...).

Gruss

Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 20:38.
Nabend!

"das interessiert in Stuttgart nicht, weil der Behörden liebster Spruch, nicht zuständig."
Wahrscheinlich ist "Stuttgart" auch noch für die Abhol-Intervalle der Lörracher Altpapiertonnen oder die Farbe der Sitzbänke im Stadtpark zuständig. Für den Busverkehr liegt die Zuständigkeit jedenfalls seit Jahr & Tag bei den Landkreisen.

"Oder kannst du mir erklären, warum am So der Bus in besagtes Wohngebiet um 51 mit 4 min Weg vom Bahnhof Stetten abfährt, wenn der Zug erst um 54 von Basel"
Öh... wieso sollte ich das können? Tipp: mal den fragen, der dafür zuständig ist. Oder weiter auf "Stuttgart" schimpfen. Ist einfacher, und man hat sich wieder am gepflegten Feindbild abarbeiten können. Tut ja auch mal gut!

Heiko

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 21:53.

Weitblick

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 14.10.20 22:00

Wenn Ihr Euch gar nicht sicher darüber seid, ob dieses "Agreement" überhaupt rechtlich bindend ist und wirklich "Schienenland Nr. 1" werden wollt, dann hättet ihr auch den Hintern in der Hose, diesen @#$%&-RE durch den Tunnel zu trassieren.

Es kann manchmal klüger sein, Kröten erst einmal zu schlucken, um an anderen offenen Fronten im Sinne des Schienenlandes Nr. 1 weiter zu kommen. Recht im Kleinen (3 min weniger kurze Fahrzeit) zu erzwingen kann manchmal dem Großen Ganzen schaden. Vor allem da, wo es menschelt.

Alles klar?

Gruß

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-Streik.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 22:02.
Eine schnelle RE-Verbindung von Müllheim nach Weil am Rhein - Basel wird für ca. 800 tägliche Pendler interessant sein. Man muss sehen, dass es in Basel relativ schwierig ist, Parkplätze zu finden. Ich war unlängst auf einer Veranstaltung in Rümmingen an der Kandertalbahn, wo mir von Pendlern berichtet wurde, dass sie für private Parkplätze in Basel bis zu 2.000 CHF/Jahr bezahlen müssten. Eine schnelle Verbindung von Müllheim nach Basel würde damit optimal den Pendlern nutzen. Unabhängig davon wäre es aber auch notwendig, die Verbindung von Müllheim Stadt (oder sogar von Badenweiler) zum Müllheimer Bahnhof attraktiver zu gestalten. Wenn das Land wirklich 100% Zuwachs für den ÖV erzielen möchte, dann wäre Müllheim - Basel absolut ein geeigneter Ansatzpunkt für eine Angebotsreform. Die Nachfrage ist da, das Angebot nur bedingt. Übrigens, die knappen Anschlüsse bei den Busverbindungen verantwortet indirekt auch das Land, denn die SWEG, die das Angebot (eigenwirtschaftlich) konzipiert, ist mehrheitlich im Landesbesitz. Wenn der Auftrag (des Eigentümers Land an seine Firma SWEG) lautet, mit möglichst geringem Ressourceneinsatz möglichst viel herauszuholen, dann ist man mit verantwortlich für die vielen verpassten Anschlüsse, die die Pendler letztendlich auf die A 5 treiben. Völlig klar ist, dass RE durch den Katzenbergtunnel dann nicht den Halt in Bad Bellingen bedienen können. Das wäre m.E. hinzunehmen. Ich bin unlängst mal in Bad Bellingen vom Bus auf die Bahn umgestiegen, alles eine Glückssache, wie die Anschlüsse funktioniert haben, dazu Fußwege, die eigentlich nicht zumutbar sind. Nicht viel anders in Schliengen.

Re: Die Bartaufwickel-Maschine läuft und läuft...

geschrieben von: Christof 421

Datum: 14.10.20 22:39

Zitat: Tipp: mal den fragen, der dafür zuständig ist.

Genau DER verschwindet in der Versenkung und ist beratungsresistent, wenn es um Wünsche zahlender Kunden geht.
Im Landkreis Lörrach sind nur die RVL-Monatskartenbesitzer wichtig, die bringen das meiste Geld in die Kasse.
Alles andere interessiert die Verantwortlichen in Sachen ÖV nicht.

Im Landkreis Lörrach wird sich erst etwas zum Besseren im ÖV verändern, wenn die jetzigen Provinzfürsten in Rente sind, vorher nicht.

Gruss aus ebendiesem Landkreis
Christof 421

VRN

geschrieben von: Christof 421

Datum: 14.10.20 23:08

Das ist mir auch schon aufgefallen, ein Riesenverbund. Sogar nach Frankreich rüber und nach Hessen kann man fahren. Wir haben einen einen mickrigen Verbund in Landkreisgrösse und zahlen erst noch über 60.--€ für die Monatskarte.
Immerhin, was sie bei uns schon geschafft haben für 2 Jahre auf Probe, die Monatskarte ist im Verbund TNW in der Stadt Basel gültig.
Das ist jetzt neu seit Juni 20.
Seit Juni 2016 gibt es grenzüberschreitende Einzeltickets in den TNW-Verbund, das haben aber die SWEG-Fahrer nach 4 Jahren immer noch nicht begriffen und können, bzw. wollen diese Fahrkarten nicht ausstellen.
Vermutlich muss diese Landesfirma an der Tarifschulung sparen.

Gruss aus Südbaden
Christof 421
Bist du dir sicher, dass das Land keine Neigetechnik mehr will? Eher hat die DB keine Lust darauf und lässt keine Gelegenheit aus, zu betonen, dass Neigetechnik in Deutschland keine Zukunft hat. Auf Gäu- und Murrbahn ist doch das Land bestrebt, mit Hilfe der Neigetechnik zu ITF-tauglichen Zeiten zu kommen.
Also ich kann nicht erkennen, dass das Land keine Neigetechnik möchte.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."

Re: Wie sieht es denn dann mit der Neigetechnik aus?

geschrieben von: Siggis Malz

Datum: 14.10.20 23:36

Murrtalbahner schrieb:
Bist du dir sicher, dass das Land keine Neigetechnik mehr will? Eher hat die DB keine Lust darauf und lässt keine Gelegenheit aus, zu betonen, dass Neigetechnik in Deutschland keine Zukunft hat. Auf Gäu- und Murrbahn ist doch das Land bestrebt, mit Hilfe der Neigetechnik zu ITF-tauglichen Zeiten zu kommen.
Also ich kann nicht erkennen, dass das Land keine Neigetechnik möchte.
Ich kann erkennen, dass hier 2 Geschäftsbereiche der DB tangiert werden.
DB FV will tatschlich keine NT mehr betreiben und sagt, dass wäre alles unwirtschaftlich, betrieblich zu aufwändig etc. pp.
Wenn sich endlich mal mehrere Länder dazu durchringen könnten NT-Fahrzeuge als Elektro- und Alternativantrieb in Großserie abzufragen, bleibt dem Markt (an Herstellern und EVU) nichts anderes übrig als darauf zu bieten. Wenn "die DB" dann immer noch nicht will, dann ist das halt so. Fahren halt die Privaten.
Auf vielen Strecken wäre eine (teilweise (bspw. im Mittelwagen) barrierefreie) modernere Variante des VT 612 ein Segen. Für immer nur mit Elektrifizierung die Fahrtzeiten der BR 612 annähernd zu halten, kann ja nicht das Ziel sein. Ausbau muss das Credo sein.
Und ganz vergessen kann das Thema NT bei den Ingenieuren der Hersteller auch nicht sein, einige Züge auch im HGV-Segment wurden und werden ja noch abgefragt.
Auszug aus Gesprächsprotokoll.

Land BaWü : Wir wollen Neigetechnik!!!
DB Netz : Bauen wir dir.
DB Fern und SBB und Flix :Jo fahren wir dir.
Land BaWü: Hurraa dann ist alles bestens.
DB Fern, SBB und Flix: Nun du müsstest den Fernverkehr zu 100% bezahlen.
Land BaWü: Druckst, würg ,äh ,ja nein, ist mir zu teuer, will doch keine Neigetechnik mehr.
DB Fern, SBB und Flix: Schade.
DB Netz: Verdammte sch...endlich hätten wir mal ordentlich Kasse machen können.

Welcher Private fährt dann ??

Re: Wie sieht es denn dann mit der Neigetechnik aus?

geschrieben von: VT

Datum: 15.10.20 01:00

Wenn das Land zu 100% zählt und wie hier üblich auch die Fahrzeuge stellt wird sich da schon einer finden. Ist ja dann de facto Nahverkehr. Wenn sich nach einer Ausschreibung keiner finden sollte, kann man es immer noch über nen Landesbetrieb machen.

Nur für ne handvoll Fernzüge wird macht das aber keinen Sinn einen Zug zu entwickeln. Da muss dann schon ein größeres Netz entstehen. Strecken die viele Kurven haben und ebenfalls lange Haltabstände aufweisen haben wir ja. Gäubahn und Frankenbahn dürften die bekannteren sein. Die Südbahn, Brenzbahn und die Hochrheinstrecke haben da vergleichsweise wenige Kurven. Da ist die Verkürzung der Fahrzeit eher der hohen Geschwindigkeit der 612 und weniger der Neigetechnik als solcher geschuldet. Bodenseegürtelbahn ist nur ein Abschnitt davon. Die Donautalbahn ist weit weg von einer Elektrifizierung. Die Schwarzwaldbahn hat auch viele Kurven und lange Haltabstände. Von dem her wäre die vielleicht auch geeignet.

Bei den Strecken sehe ich aber eher ein anderes Problem: Die Züge sind zumindest abschnittsweise so voll, dass es bei einer weiteren Attraktivitätssteigerung noch enger wird und man eher ernsthaft über Dostos nachdenken sollte. Das wird aber mit Neigetechnik schwierig oder die Züge sehr lang bzw die Takte müssten noch weiter verdichtet werden. Am Hochrhein wird es auch, falls die planmäßigen Zweiteiler fahren am Wochenende schon kuschelig. Am Bodensee sowieso. Im Zulauf auf Stuttgart auch.

Ich mag Neigetechnik und hab es geliebt am Bodensee entlang zu flitzen. Aber ich denke das wird schwierig da eine Entscheidung zu finden. Für den Landkreis Sigmaringen ist es halt richtig unglücklich. Für das Donautal braucht man die Neigetechnik aber eine Elektrifizierung ist, denke ich, unrealistisch. Für die Brenzbahn vermute ich dass man am Markt eher nen schnellen Dieseltriebwagen finden kann als das die Strecke elektrisch wird. Der 628-Sport konnte da ja schon ganz gut mithalten als Ersatzzug. Für Südbahn und Hochrhein tun es eher schnelle doppelstöckige Elektrozüge, weil da die NT ebenfalls nicht so viel bringt. Für die Gäubahn ist der Neige-Et sinnvoll, für die Frankenbahn sind die Taktknoten in Würzburg und Stuttgart, denke ich, gesetzt. Da sollte man also ne Stunde rauß fahren damit es was bringt. Das ist auch eher nicht zu erwarten Auf der Schwarzwaldbahn kann ich das nicht einschätzen. Kann man da zwischen Offenburg und Singen ne Stunde holen oder bringt da vielleicht auch schon ne halbe Stunde was? Heilbronn - Heidelberg wäre vielleicht noch denkbar als schneller IRE. Da wohnen so viele, dass die Anschlüsse nicht ganz so wichtig sind bzw irgendwie kommt man immer weiter.

Bleibt eigentlich nur die Gäubahn übrig, wo es zwingend ist. Wie viele Züge braucht man da? Acht? Das ist ne ziemliche Kleinserie besonders wenn er noch schweiztauglich sein soll. Die Bodenseegürtelbahn braucht es m. E. auch, aber das hängt auch von den Anschlüssen ab und was auf den anderen Strecken passiert.

Unterm Strich bin ich echt pessimistisch, dass da vom Land was kommen wird.

Re: Wie sieht es denn dann mit der Neigetechnik aus?

geschrieben von: Saxobav

Datum: 15.10.20 01:31

Siggis Malz schrieb:
...
Wenn sich endlich mal mehrere Länder dazu durchringen könnten NT-Fahrzeuge als Elektro- und Alternativantrieb in Großserie abzufragen, bleibt dem Markt (an Herstellern und EVU) nichts anderes übrig als darauf zu bieten. Wenn "die DB" dann immer noch nicht will, dann ist das halt so. Fahren halt die Privaten.
Auf vielen Strecken wäre eine (teilweise (bspw. im Mittelwagen) barrierefreie) modernere Variante des VT 612 ein Segen. Für immer nur mit Elektrifizierung die Fahrtzeiten der BR 612 annähernd zu halten, kann ja nicht das Ziel sein.
Hallo Siggis,
da ist BaWü eigentlich in einer ähnlichen guten Situation wie Niedersachsen, weil man eine eigene Gesellschaft für den Rollmaterial-Besitz hat. Und damit kann man Landespolitik machen, vielleicht sogar Material an andere Interessenten vermieten.
Leider hat man sich nicht der 605er Züge angenommen und die mit elektrischen Mittelwagen gestreckt. Damit hätte man die 415er Baureihe ergänzen können und zusammen eine respektable Flotte guter "Eilzüge" bekommen.
Analog sind ja noch die 611er und 612er Züge in größerer Menge abgestellt, die man um (einen) Mittelwagen ergänzen könnte. Profan ausgedrückt: Einen Bügel aufs Dach, die Powerpacks und Dieseltanks gegen Trafo, Akku und E-Motoren ausgetauscht. Bei den Mengen sollten sich Bieter finden. Für die Neigetechnik-Mittelwagen sind die Konstruktionen sicher noch da, wo die Tief-/Breiteinstiege einzubauen wären. Wagenkasten kann man ggf. von den 412ern aus der Serie nehmen oder überzählige Dostos umrüsten. Da diese Dieselzüge keine Motoren in den Antriebsdrehgestellen hatten, erscheint ein Ersatz ab dem derzeitigen Getriebeausgang durch einen E-Motor am Chassis nicht so schwierig.
Und dann wären noch zahlreiche elektrische Talent-Züge, die Chassis-Seitig für Neigetechnik vorbereitet sind und denen man nur andere Drehgestelle spendieren müßte. Wenn dort also Midlife-Sanierungen anstehen (auch BR 643/644), kann man dort entsprechende Spenderfahrzeuge für Fahrversuche finden. Bombardier sollte solchem Recycling aufgeschlossen gegenüberstehen, wenn man die Pönalen aus Schlechtlieferung damit bezahlen kann.

Wenig überzeugt bin ich von der These, dass man mit spurtstarken E-Fahrzeugen die Fahrzeiten von NGT erreichen kann. Ja, kann man vielleicht.
Aber: Systemvorteil der Bahn gegenüber Bus ist die Laufruhe und geringere Quer- und Längsbeschleunigungen. Ohne NGT hat man also einen deutlich höheren Energiebedarf wegen fortlaufendem Bremsen und Beschleunigen. Und es wirft einen nicht nur in Kurven an die Scheiben, sondern zuvor ggf. auf den Boden. Empfindliche Typen brauchen dann Lufthansa-Tüten, oder doch das Auto. Mit NGT hat man einen gleichmäßigeren Lauf (Längsbeschleunigung) und eine Kompensation der Querbeschleunigung (Komfortneigung) in vielen Bereichen.
Und neben der Fahrzeit und direkten Kosten spielt in den Argumenten für den Privat-PKW immer noch der Komfort eine Rolle. Und da ist ein GoKart-Stil mit der Bahn über die Alp sicher kein Argument für das Zeitunglesen drin.

Viele Grüße, saxobav.

Geht Neigetechnik auch barrierefrei?

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 15.10.20 10:18

Wie ist der Stand der technischen Entwicklung? Kann es elektrische Neitech-Triebzüge geben ohne Stufeneinstiege?

Gerade in Urlaubsregionen wie dem Großraum Bodensee sind Fahrradverladungen in die 612 mit ein Grund für üble Verspätungen. Da trifft die Radler keine Schuld, es liegt an fehlenden Zugteilen (Überfüllung), generell ungeeigneten Fahrzeugen und der fehlenden last-minute Reservierungspflicht.

Gruß, Olaf

(,“)
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_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)

Nur 3 Minuten?

geschrieben von: Hadufuns

Datum: 15.10.20 10:27

Der Zeuge Desiros schrieb:
Wenn Ihr Euch gar nicht sicher darüber seid, ob dieses "Agreement" überhaupt rechtlich bindend ist und wirklich "Schienenland Nr. 1" werden wollt, dann hättet ihr auch den Hintern in der Hose, diesen @#$%&-RE durch den Tunnel zu trassieren.

Es kann manchmal klüger sein, Kröten erst einmal zu schlucken, um an anderen offenen Fronten im Sinne des Schienenlandes Nr. 1 weiter zu kommen. Recht im Kleinen (3 min weniger kurze Fahrzeit) ...
Ich würde eher von 7 Minuten ausgehen.

347685-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.05.20 18:53.

Re: Wie sieht es denn dann mit der Neigetechnik aus?

geschrieben von: junglok13

Datum: 15.10.20 11:37

Saxobav schrieb:
Analog sind ja noch die 611er und 612er Züge in größerer Menge abgestellt, die man um (einen) Mittelwagen ergänzen könnte. Profan ausgedrückt: Einen Bügel aufs Dach, die Powerpacks und Dieseltanks gegen Trafo, Akku und E-Motoren ausgetauscht. Bei den Mengen sollten sich Bieter finden.
Diese Idee gab es ja schon öfters, selbst MTU kam auf diese Idee und hat schon fertig entwickelte Hybridtechnologie für die Baureihen in der Schublade. Der Vorschlag wurde aber abgelehnt. Das Problem dürfte hierbei das Alter der Fahrzeuge sein, beide Baureihen feiern in den kommenden Jahren bereits ihren 30sten Geburtstag. Wie lange sollen die Fahrzeuge noch durchhalten? Zumal die Neigetechnik die Fahrzeuge doch stärker beansprucht als Normal. Bzw. dann müsste man im Prinzip nach 30 Jahren sowieso so gut wie alle Bauteile der Fahrzeuge erneuern, vielleicht sogar Teile der Grundkarosserie, womit die Frage wäre, wie teuer wurde der Spaß? Wohl in etwa gleich teuer, als wenn man eine neue NT-Baureihen bestellen wurde.
Sinn wurde es wirklich nur geben wenn die Südländer: Bayern, BadenWürttemberg, Rheinlandpfalz, Saarland und Thühringen da einen einem Strang ziehen wurden, sich zuvor auf ein IR-Netz festlegen wurden und dann gemeinsam Fahrzeuge und Leistung ausschreiben wurden.
Aber ja man glaubt es nicht, vielfach wurden an manchen Stellen ja ausgebaut ursprünglich für NT, aber vielfach hat der Ausbau auch ohne NT etwas genutzt, da man vielerorts dennoch die Vmax. auf den Strecken auch ohne NT etwas erhöhen konnte, Kleinvieh macht halt auch Miest, die Schweizer machen es ja vor, die fahren generell etwa 10 % schneller durch die selben Kurven (die selben Radien) als die Deutschen. Gerade am Hochrhein und im Donautal hat man da zumindest an ein paar Stellen die Geschwindigkeiten auch für ohne NT, etwas erhöht, was zur Fahrplanstabilität nach dem großen NT-Ausfall beitrug.
Was eben vielfach unterschätzt wird, ist der Zeitbedarf des Fahrgastwechsels, es macht ein Unterschied ob ich bei 100 km, 10 min mit Null km/h unterwegs bin, wegen Fahrgastwechsel, oder nur 7 min, da kann man auch einiges an Zeit rausholen. Das Fahrgastwechsel Zeit braucht hat man ja auch bei der Breisgau S-Bahn total unterschätzt, bzw. eben völlig theoretische, unrealistische Zahlen angenommen, welche eben nicht mit der Praxis übereinstimmten. Aber auch hierbei kann man mit dem passenden Fahrzeugen, dann genauso ein paar Minuten wieder gut machen und dass halt wohl wesentlich günstiger als mit NT Fahrzeugen.
Hallo,

bei den VT 611/612 mit Dieselhydraulischem Antrieb ist genau die Neigetechnik das Problem. Der Fahrzeughersteller hat damals nicht wie bei den VT 610, den ICE-T(Baureihe 411 und 415) und ICE-TD (Baureihe 605) die bewährte und funktionierende Neigetechnik von FIAT eingebaut, denn die FIAT Neigetechnik bedingt Elektrofahrmotoren, deshalb haben die Baureihe 605 und 610 auch einen Dieselelektrischen Antrieb, sondern man hat Panzerneigetechnik aus dem Leopard 2 Panzer eingebaut. Diese Panzerneigetechnik hat man nie wirklich Eisenbahnfest bekommen.

Abgesehen davon sind gar nicht so viele Strecken in Baden-Württemberg die von Neigetechnik Fahrzeugen befahren werden auf für Neigetechnik ertüchtigt, sprich die Neigetechnik Züge können ihren Fahrzeitvorteil nicht ausspielen.

Mal eine kleine Übersicht der ertüchtigten Strecken ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Basel Bad Bf - Singen(Htw) - Friedrichshafen Stadt - Lindau Hbf
Ulm Hbf - Aalen
Ulm Hbf - Sigmaringen - Abzweig Inzigkofen - Abstadt-Ebingen - Balingen - Tübingen - Stuttgart Hbf
Stuttgart Hbf - Rottweil - Singen (Htw) - Schaffhausen

Re: Bei den VT 611/612 ist die Neigetechnik das "Problem"

geschrieben von: 103612

Datum: 15.10.20 13:03

Beim 612er hat die Neigetechnik auch ganz gut funktioniert und tut dies noch immer. Sie vielleicht etwas härter im Einschlga als die etwas weichere Technik im 610er, aber ansonsten funktioniert sie gut und zuverlässig.
Machen kann man das sicher, bei einem Fahrzeug wie dem 612 einen riesen Knick in den Rahmen, so daß man in der Mitte 60 cm Fußbodenhöhe hat. Nur müsste man sich dann eben für die Powerpacks was neues überlegen, und hätte eben im Fahrzeug 4 Stufen zwischen Niederflurteil und über den Drehgestellen.


Nur was ich mich frage, da das wie am 612 alles aufwändig und mit viel Klapparatismus ist, wie weit würde man mit passiver Neigetechnik von Talgo kommen? Also Wageneinheiten von Talgo, und eben irgendwelche nicht ganz so schweren Diesel- und E-Loks ohne Neigetechnik aber dafür mit GNT davor (und wenns die 218 wäre).

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif
Wessex Trains schrieb:
...
bei den VT 611/612 mit Dieselhydraulischem Antrieb ist genau die Neigetechnik das Problem. Der Fahrzeughersteller hat damals nicht wie bei den VT 610, den ICE-T(Baureihe 411 und 415) und ICE-TD (Baureihe 605) die bewährte und funktionierende Neigetechnik von FIAT eingebaut, denn die FIAT Neigetechnik bedingt Elektrofahrmotoren, deshalb haben die Baureihe 605 und 610 auch einen Dieselelektrischen Antrieb, sondern man hat Panzerneigetechnik aus dem Leopard 2 Panzer eingebaut. Diese Panzerneigetechnik hat man nie wirklich Eisenbahnfest bekommen.

Abgesehen davon sind gar nicht so viele Strecken in Baden-Württemberg die von Neigetechnik Fahrzeugen befahren werden auf für Neigetechnik ertüchtigt, sprich die Neigetechnik Züge können ihren Fahrzeitvorteil nicht ausspielen.
Hallo Wessex Trains,

nach meiner Ansicht quirlst Du hier verschiedene Sachen für die Schlußfolgerung.

Nach Forenberichten hat die NGT bei allen Bauarten zuletzt sehr zuverlässig funktioniert, ist also keine besondere Problemstelle. Die Technik ist wartungsaufwändiger, und eine Vernachlässigung hat dann bekannte Folgen. Zum Aufwand zählen auch die Kollegen, die sich an der Technik qualifizieren mussten.
Die Benutzung der Dieselmotoren selbst bedingt einen hohen Wartungsaufwand, hat das bekannte CO2-Problem und zunehmend auch die Abgasreinigung. Derzeit scheint man neue Powerpacks zu bestellen, weil die alten verschlissen sind. Es wäre also auch eine Gelegenheit, solche Powerpacks gegen Trafo, Bügel, Akkupack und E-Motor auszutauschen.

Es gibt keine mir bekannte technische Kopplung der Antriebsauslegung mit der Neigetechnikbauart. Das ist eher Zufall gewesen. Insbesondere bei der BR611/612 hat man mit der bisherigen Konstruktion ein leichtes Spiel, auf einen elektromotorischen Antrieb umzustellen durch ein neues "Powerpack". Bei Regiosprintern mit drehgestellintegriertem Schaltgetriebe könnte das mehr Arbeit sein. Immerhin verbrauchen die hydraulischen Getriebe 20% der Energie. So eine Optimierung sucht man woanders verzweifelt.

Es gibt in D mindestens vier Bauarten von NGT-Einrichtungen, ICE-T und ICE-TD unterscheiden sich. Der Hinweis auf Panzertechnik ist nicht relevant, nach 50 Jahren gibt es keine Geheimnisse. Es geht bei einer Neubeschaffung nicht um das Vorbeten erlebter Fehler, sondern den sauberen Status und die Projektion auf 50 Jahre voraus.

Die aktuelle Streckennutzung in der RE-Klasse kann man wirklich hinterfragen. Da gibt es elektrifizierte NGT-Strecken ohne oder mit Dieselverkehr (Dresden/Leipzig-Hof, Leipzig-Saalfeld-Bamberg, Leipzig-Weimar-Bebra, Basel-Lindau, Lindau-München, Nürnberg-Passau). Da gibt es NGT-Fahrzeuge auf nichtausgerüsteten Strecken. Und es gibt keine Regio-Elektofahrzeuge mit NGT (diese Diskussion). Und es gibt ausgerüstete Strecken, die nicht im Infrastrukturregister geführt werden (nutzlose Investition), wo man möglicherweise die Wartungskosten einspart. Ebenso wäre eine Konsolidierung (Abbau der ZUB 122) notwendig, weil defacto keine Fahrzeuge mehr darauf angewiesen sind, aber die Doppelausrüstung vorhalten müssen. Auch hier ist die Frage, ob man nicht gleich nach ETCS L2 umstellt (L1LS wird die Option nie bekommen), da es sich ja um wichtige stark genutzte Fahrzeuge und Strecken handelt.

Da es weiterhin kein Geld für die Neutrassierung der Strecken aus der Kaiserzeit geben wird, ist die Neigetechnik die kleine schnelle Lösung. Sie muss dann aber seitens der Fahrwege trotzdem begleitet werden durch schnelle Fahrstraßen, schnelle Weichen im Abzweig, Überholungsmöglichkeiten (steigender GV) und signaltechnische Verbessserungen (ETCS L2). Da wir auch im Bereich der Elektrifizierung weiterhin Lücken gerade im Regiobereich haben werden, ist die vorrangige BEMU-Bestellung sehr sinnvoll. Die optionale Nachbestellung reiner Elektrovarianten ist dann immer noch möglich.

Die kleinteilige Diskussion auf BaWü-Ebene ist nicht förderlich, wenngleich hier vielleicht das Thema modellhaft angestossen wird. Man sollte den Blick auf die ganzen Landschaften zwischen Ardennen und Sudeten richten und erkennt dann einen Markt. Vielleicht ist die Tram-Train-Ausschreibung das Vorbild für NGT-BEMU-Triebzüge einer Fahrzeugklasse unterhalb der ICE, für die man dann eine Beschaffungsgemeinschaft bildet. Eine schnelle Quelle von Spenderfahrzeugen wären die Talent-Züge, die mal aus modischen Gründen bestellt wurden, aber nicht alle Anforderungen (z.B. als Dosto-Ersatz) erfüllen konnten. Eine Umrüstung beim Hersteller sollte funktionieren und ggf. schneller sein als solche Großausschreibungen.

Viele Grüße, saxobav.

Re: Geht Neigetechnik auch barrierefrei?

geschrieben von: Strizie

Datum: 15.10.20 18:19

In Norwegen gab (oder gibt es noch) Talente mit Neigetechnik.

hier

Elektrischer Antrieb erforderlich?

geschrieben von: 1.Bauserie

Datum: 15.10.20 18:42

Hallole!

Wessex Trains schrieb:
> Der Fahrzeughersteller hat damals nicht wie bei den VT 610, den ICE-T(Baureihe 411 und 415) und ICE-TD (Baureihe 605) die bewährte und funktionierende Neigetechnik von FIAT eingebaut, denn die FIAT Neigetechnik bedingt Elektrofahrmotoren, deshalb haben die Baureihe 605 und 610 auch einen Dieselelektrischen Antrieb, sondern man hat Panzerneigetechnik aus dem Leopard 2 Panzer eingebaut. 

Warum soll die einen elektrischen Antrieb benötigen? Vor allem bei einer Konstruktion wie beim 610 ist doch vollkommen egal, was wagenkastenseitig an der Gelenkwelle dreht...

Gruß
1.Bauserie


Fahr lieber mit der BUNDESBAHN
Saxobav schrieb:

Die Benutzung der Dieselmotoren selbst bedingt einen hohen Wartungsaufwand, hat das bekannte CO2-Problem und zunehmend auch die Abgasreinigung. Derzeit scheint man neue Powerpacks zu bestellen, weil die alten verschlissen sind. Es wäre also auch eine Gelegenheit, solche Powerpacks gegen Trafo, Bügel, Akkupack und E-Motor auszutauschen.
Meinst du das ernst?
MrEnglish schrieb:
Saxobav schrieb:
Die Benutzung der Dieselmotoren selbst bedingt einen hohen Wartungsaufwand, hat das bekannte CO2-Problem und zunehmend auch die Abgasreinigung. Derzeit scheint man neue Powerpacks zu bestellen, weil die alten verschlissen sind. Es wäre also auch eine Gelegenheit, solche Powerpacks gegen Trafo, Bügel, Akkupack und E-Motor auszutauschen.
Meinst du das ernst?
Ja, auch wenn ich nicht immer Ironie kennzeichne.

RollsRoyce/MTU bereitet gerade neue Powerpacks in verschiedenen Konfigurationen vor. Mit Öffentlichkeitsarbeit im Bodenseeraum. Dann scheint man einen Bedarf festgestellt zu haben, auch außerhalb neuer DMUs. Da solche Powerpacks ja ein Baukastensystem für den schnellen Austausch im Block darstellen, kann man sich gedanklich alles möliche zusammenstellen.

Die Diesel-Akku-Variante mit Bremsenergierückgewinnung wurde ausdrücklich erwähnt, muss aber nicht zwangsläufig einen Elektroantrieb darstellen. Man könnte das auch unterstützend (hybrid) an mechanische oder hydraulische Getriebe anflanschen. Nicht erwähnt wurde eine Erdgasvariante, die sehr nah am Dieselmotor wäre und u.a. mit lokalem Bioerdgas gespeist werden könnte.

Die elektrische Komplettvariante ist leider nur meine Fantasie, obwohl sie vergleichsweise einfach nachrüstbar wäre. Da so eine Einheit bisher aus zwei symmetrischen Hälften besteht, könnte man ein schönes Mix-Max der Optionen spielen, aber jeder Seite ihren Antrieb belassen. Zum "Gewichtsausgleich" könnte man einer Seite auch ein komplettes Akkupack spendieren, wenn die andere Seite Generator und Treibstofftank etc. übernehmen würde. Das Prinzip ginge natürlich auch für die 628er Züge anzuwenden; Ende der Wanderdüne mit stärkeren Antrieben und Entdieselung. Vermutlich aber nur ein Märchen und die Züge werden schnell den 605er Weg gehen.

Viele Grüße, saxobav.
Entschuldige, aber es fällt mir gerade wirklich schwer dich ernst zu nehmen. Wenn du allen Ernstes der Meinung bist eine Umrüstung der 612er auf Oberleitungsbetrieb wäre in irgendeiner Weise einfach umzusetzen, dann solltest du dich dringend beim Fahrzeughersteller deines Vertrauens bewerben, denn offenbar bist du ein Genie.
Man muss sich aber darüber im Klaren sein, daß es nach der nächsten Landtagswahl anders aussehen kann, wenn Grün nicht mehr
an der Regierung ist. (was ich nicht hoffe) Die Autolobby wird schon dagegenhalten und mit der Coronakrise kann man ja viel begründen.
Das bisherige Ergebnis wäre ohne die "Grüne" Politik nicht möglich geworden.

WaRa

Es wird wohl billiger kommen,

geschrieben von: Christof 421

Datum: 16.10.20 13:46

ein bereits bestehendes elektrisches Fahrzeug mit NGT in Deutschland zuzulassen und dieses zu kaufen als den Schrott-612 auf Elektro umzubauen.
Immerhin braucht auch der dann eine neue Zulassung.
Die Schweizer haben inzwischen ja elektrische Fahrzeuge mit NGT.
Und der ICN läuft meines Wissens ganz zuverlässig ohne grössere Störungen und Ausfällen.

Gruss aus Südbaden
Christof 421

Re: Es wird wohl billiger kommen,

geschrieben von: netcurli

Datum: 16.10.20 16:49

Christof 421 schrieb:Zitat:
Die Schweizer haben inzwischen ja elektrische Fahrzeuge mit NGT.
Und der ICN läuft meines Wissens ganz zuverlässig ohne grössere Störungen und Ausfällen
Der RABDe 500 hat aber auch Stufen beim Einstieg, oder?

Re: Es wird wohl billiger kommen,

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 16.10.20 17:08

Alle (richtigen) Schweizer Neigetechnikfahrzeuge haben Stufen am Einstieg. Dafür hat das BAV ja eine Ausnahmegenehmigung in seinen strengen Regeln zur Barrierefreiheit drin. Das wollten die SBB ja ausnutzen und für den Gotthardbasistunnel Neitechzüge bestellen (die nichts gebracht hätten). Bekanntlich wurde daraus nichts und Stadler kam mit dem Giruno zum Zug.
Walter Raible schrieb:
Man muss sich aber darüber im Klaren sein, daß es nach der nächsten Landtagswahl anders aussehen kann, wenn Grün nicht mehr
an der Regierung ist. (was ich nicht hoffe) Die Autolobby wird schon dagegenhalten und mit der Coronakrise kann man ja viel begründen.
Das bisherige Ergebnis wäre ohne die "Grüne" Politik nicht möglich geworden.
Die jüngsten Umfragen lassen vermuten, dass es zu einer Fortführung der Grün-Schwarzen Regierung kommt. Alle anderen Regierungsbeteiligungen sehe ich nicht und eine Umkehr der Kräfteverhältnisse halte ich zwar für möglich, aber nicht sher wahrscheinlich. Derzeit liegen 5% zwischen Grün und Schwarz.

Re: Baden-Württemberg soll Schienenland Nummer eins werden

geschrieben von: VT

Datum: 16.10.20 18:26

Wobei man aber auch sagen muss, daß BW vor Mappus (der war schon Verkehrsstaatssekretär) auch nicht komplett schlecht war. Südbahn, Schwarzwaldbahn, Seehas, Ringzug, Gaisbockbahn, Ammertalbahn, Allgäu-Schwaben-Takt und vieles aus dem Karlsruher Modell sind zu schwarzen Zeiten entstanden. Allerdings sehe ich es auch so, dass es sich in dem letzten Jahrzehnt der schwarzen Regierung eher zurück entwickelt hat. Es kommt m. E. eher auf die Personen an und zumindest in BW weniger auf das Parteibuch. Allerdings sehe ich im Verkehrsbereich auch abseits der Schiene gerade nur wenig was so schief läuft, dass Wechselstimmung deshalb aufkommt.
Saxobav schrieb:

Die aktuelle Streckennutzung in der RE-Klasse kann man wirklich hinterfragen. Da gibt es elektrifizierte NGT-Strecken ohne oder mit Dieselverkehr (Dresden/Leipzig-Hof, Leipzig-Saalfeld-Bamberg, Leipzig-Weimar-Bebra, Basel-Lindau, Lindau-München, Nürnberg-Passau). Da gibt es NGT-Fahrzeuge auf nichtausgerüsteten Strecken. Und es gibt keine Regio-Elektofahrzeuge mit NGT (diese Diskussion). Und es gibt ausgerüstete Strecken, die nicht im Infrastrukturregister geführt werden (nutzlose Investition), wo man möglicherweise die Wartungskosten einspart. Ebenso wäre eine Konsolidierung (Abbau der ZUB 122) notwendig, weil defacto keine Fahrzeuge mehr darauf angewiesen sind, aber die Doppelausrüstung vorhalten müssen. Auch hier ist die Frage, ob man nicht gleich nach ETCS L2 umstellt (L1LS wird die Option nie bekommen), da es sich ja um wichtige stark genutzte Fahrzeuge und Strecken handelt.
Viele Grüße, saxobav.

Nürnberg-Augsburg fehlt da noch. Weiter nach Lindau.

Nürnberg-Hof bekommt bald eine Oberleitung



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.10.20 22:51.
So kann man nicht erfolgrich Kunden finden, wenn man die nur 85% im Jahr bedient...

Re: Geht Neigetechnik auch barrierefrei? - Talgo

geschrieben von: bollisee

Datum: 18.10.20 01:32

Alibizugpaar schrieb:
Wie ist der Stand der technischen Entwicklung? Kann es elektrische Neitech-Triebzüge geben ohne Stufeneinstiege?

Gerade in Urlaubsregionen wie dem Großraum Bodensee sind Fahrradverladungen in die 612 mit ein Grund für üble Verspätungen. Da trifft die Radler keine Schuld, es liegt an fehlenden Zugteilen (Überfüllung), generell ungeeigneten Fahrzeugen und der fehlenden last-minute Reservierungspflicht.
Talgo kann das schon lange. Mit seiner passiven Neigetechnik dürfte die Zeiteinsparung im Bereich der WAKO der Twindexx-Suisse liegen.

Wenn die 612 gut gepflegt sind, dann fahren die reibungslos und haben 5-7 Minuten Zeitreserver am Hochrhein, selbst mit zwei Baustellen genau an den 160er-Stellen. Verspätungen liegen nur in einer minimalen Anzahl Fälle an den Reisenden. Marode Signaltechnik und mangelnde Pflege des Rollmaterials machen dem Betrieb an Bodensee und Hochrhein schwer zu schaffen. Zusätzlich Dauerbaustellen.

Re: Geht Neigetechnik auch barrierefrei? - Talgo

geschrieben von: MrEnglish

Datum: Gestern, 01:16:31

5-7 min Reserve sind bei den angesprochenen Fahrradverladungrn gleich weg. Für sowas sind die Dinger noch schlechter geeignet als 628er.