DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 01 - News 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
News und aktuelles Betriebsgeschehen - Fragen sind keine News, können aber in den anderen Foren gerne gestellt werden. Für Updatemeldungen von Websites bitte das Forum Bahn und Medien verwenden.
Hallo Ihr,

Am Sonntagnachmittag, 11.10.2020 um 17:15 Uhr, entgleiste am Bahnhof Sennelager ein Zug der Nordwestbahn. Bei der Einfahrt in den Bahnhof Sennelager überfuhr der Zug auf der Fahrt von Bielefeld nach Paderborn bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h ein Stahlprofil (Maße: 120x10x10 cm), das im Gleisbereich lag. Dadurch wurde eine Achse aus dem vorderen Drehgestell herausgerissen und der vordere Teil des Zuges entgleiste etwa 300 Meter vor dem Bahnsteig. Für die rund 80 Fahrgäste verlief der Unfall glimpflich, sie wurden durch die Feuerwehr unverletzt evakuiert und setzten ihre Fahrt mit Bussen fort. Ein Mitarbeiter der Nordwestbahn, der sich zum Unfallzeitpunkt im Fahrerstand aufhielt, wurde durch umherfliegende Glassplitter einer Glastür am Bein verletzt. Er wurde zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Augenzeugen berichteten von zwei Kindern, die kurz nach dem Unfall vom Tatort flüchteten. Durch weitere Hinweise gelang es Beamten der Bundespolizei, einen elfjährigen Tatverdächtigen zu ermitteln. Er räumte die Tat ein. Ob es noch weitere Tatbeteiligte gibt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Ebenso, woher das Stahlprofil, ein Bauteil zur Ladungssicherung auf Güterwagen, eine sogenannte "Runge", stammt. Am Zug, sowie am Gleisbett entstand erheblicher Sachschaden, der nach Einschätzung eines Bahnmitarbeiters "sicherlich im sechsstelligen Euro-Bereich liegt". Die Bergung des Zuges dauerte bis in die Nacht an. Die Instandsetzung des Gleisbettes werde vermutlich bis in die Nachmittagsstunden andauern.
Auch wenn es dieses Mal vergleichsweise glimpflich verlief, kann man sich vorstellen, wie schnell so ein Unfall in einer Katastrophe hätte enden können. Das war weit mehr, als ein Jugendstreich.

Quelle: [www.presseportal.de]

Ich hoffe das klein Filius das Taschengeld bis auf weiteres gestrichen wird. Da hat wohl wer die reale Bahn mit einer Modellbahn verwechselt. Herr lass Hirn vom Himmel fallen (...)

Gruß FLIRT>X
Unterwegs für Regio Mitte

Ich bin geprüft auf: 362/63, 290-295, 152, 182, Taurusfamilie, 425, 612 und 1428 (429.1)

Mein Youtubekanal:[www.youtube.com]
Dann kann man nur hoffen, dass die NWB und DB-Netz die Eltern in Regress nehmen -> Zivilrecht. Strafrechtlich gibt es für einen 11-jährigen ja nichts zu befürchten da strafunmündig. Die NBW könnte dem 11-jährigen höchstens lebenslang "Fahrverbot" im NWB Netz erteilen.
Huhu.


Zitat
Ich hoffe das klein Filius das Taschengeld bis auf weiteres gestrichen wird. Da hat wohl wer die reale Bahn mit einer Modellbahn verwechselt.
"Klein Filius"??? Klingt etwas verharmlosend.

Zitat
Herr lass Hirn vom Himmel fallen (...)
Was nutzt das, wenn man dann grad im Keller ist oder auf dem WC sitzt ...


Schöne Grüße von jörg
Crispin schrieb:Zitat:
Dann kann man nur hoffen, dass die NWB und DB-Netz die Eltern in Regress nehmen -> Zivilrecht.
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
hsimpson schrieb:
Crispin schrieb:Zitat:
Dann kann man nur hoffen, dass die NWB und DB-Netz die Eltern in Regress nehmen -> Zivilrecht.
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.20 17:20.
Crispin schrieb:
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.
Wenn Du dieses Problem lösen wolltest, könntest Du verlangen dass Eltern Haftpflichtversicherungen für ihre Kinder (ab einem gewissen Alter) abschliessen müssen. Das aber verteilt die Kosten dann auch wieder auf die Allgemeinheit, wenn auch nur den Teil der Bevölkerung der zumindest irgendwann in ihrem Leben Kinder haben. Analog zu Autohaftpflichtversicherungen könnte man dann im Schadensfall die Versicherungsprämien für das betroffene Kind deutlich erhöhen. Eine direkte Regressforderung an die Eltern (wenn man ihnen keine Verletzung ihrer Pflichten nachweisen kann) ginge eher in Richtung Sippenhaft.

Wenn man das Alter der Schuldfähigkeit herabsetzen wollte, muss man dann aber auch sagen mit was man Zehnjährige bestrafen will.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.20 18:00.
Crispin schrieb:
hsimpson schrieb:
Crispin schrieb:Zitat:
Dann kann man nur hoffen, dass die NWB und DB-Netz die Eltern in Regress nehmen -> Zivilrecht.
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.
Was hat die Schuldfähigkeit (StGB) damit zu tun? Schadensersatz ist im BGB geregelt. Und man siehe und staune. Prinzipiell sind Kinder schon ab 7 Jahre (im bewegten Verkehr 10 Jahre) zum Schadensersatz verpflichtet (§ 828). Dies gilt aber nur, wenn das Kind die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit notwendige Einsicht hat. Eventuell muss also das Kind tatsächlich Schadensersatz leisten. Es besteht natürlich, genau so wie bei Erwachsenen die einen Schaden verursachen, die Möglichkeit, dass das Kind nicht in der Lage ist den Schaden in voller Höhe zu begleichen.
Manu Chao schrieb:
Analog zu Autohaftpflichtversicherungen könnte man dann im Schadensfall die Versicherungsprämien für das betroffene Kind deutlich erhöhen. Eine direkte Regressforderung an die Eltern (wenn man ihnen keine Verletzung ihrer Pflichten nachweisen kann) ginge eher in Richtung Sippenhaft.
Genau, und wenn die Sippe mal nicht durch den Familien-TÜV kommt, muss das Kind zur präventiven Nachbesserung ins Erziehungsheim.

Zitat
Wenn man das Alter der Schuldfähigkeit herabsetzen wollte, muss man dann aber auch sagen mit was man Zehnjährige bestrafen will.
Freiheitsentzug, was denn sonst? Früher auch "Stubenarrest" genannt. Da war die Welt noch in Ordnung.

Jetzt aber mal ernsthaft: Die strafrechtliche Ebene ist klar, da ist U14 nichts zu machen und das ist auch gut so. Aber zivilrechtlich, ab welchem Alter und unter welchen Voraussetzungen ist es möglich, das Kind höchstpersönlich zu verklagen? Natürlich wird es rechtlich durch seine Eltern vertreten, aber Beklagter ist erstmal direkt das Kind. Vielleicht kann das mal einer unserer hiesigen Juristen erklären?

Ich meine nämlich: Auch Kinder unter 14 können zivilrechtlich belangt werden, allerdings natürlich nur im Rahmen der ihnen altersgemäß möglichen Wissens- und Einsichtsfähigkeiten. Erfolgt eine Verurteilung zu Schadensersatz, sind sie natürlich noch nicht wirtschaftlich leistungsfähig, aber das ändert sich ja irgendwann - 30 Jahre lang kann vollstreckt werden.

Meistens sollte es aber so sein, dass die Eltern über eine Haftpflichtversicherung verfügen, welche regelmäßig auch die "Untaten" der im Haushalt lebenden Minderjährigen abdeckt. Spätestens bei einer erfolgreichen Klage gegen das Kind sollte also diese einspringen.
Genau, steckst irgendwelche 10 jährigen in den Bau wenn sie mal irgend einen Unfug machen... Vorstellungen haben manche...
EVU und EIU werden nicht gleich dran bankrott gehen wenn mal irgendwo nicht zu holen ist.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif
hsimpson schrieb:
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
Hallo,

ich weiss ja nicht wie man zu einer solchen Einschätzung kommen kann. Wenn Menschen ums Leben kommen, redest du dann auch noch von zurecht???
Ich finde sehr wohl, das Eltern hier endlich mehr zur Verantwortung gezogen werden sollten, wenn schon Kinder und Jugendliche nicht strafrechtlich zur Vernatwortung gezogen werden können, was ja dann zu solchen abstrusen Dingen wie den Ehrenmorden in Berlin geführt hat, wo man den nicht strafmündigen Bruder die Schwester mit dem Messer abstechen lies und das findest du in Ordnung in unserem Strafrecht???
Ich hoffe nur für dich, das niemand aus deiner Familie mal bei so einer Sache ums Leben kommt, mal sehen ob du das dann auch noch " zurecht in Ordnung findest".
Moin,

ICE 4 schrieb:
Zitat:
Ich meine nämlich: Auch Kinder unter 14 können zivilrechtlich belangt werden, allerdings natürlich nur im Rahmen der ihnen altersgemäß möglichen Wissens- und Einsichtsfähigkeiten.
genau so sieht‘s aus, siehe § 828 Abs. 3 BGB – eine vernünftige Regelung, die die (durchaus unterschiedlichen) Entwicklungsstände der Kinder sachgerecht abdeckt, auch wenn der erhabene DSO-Stammtisch der allzeit Verfehlungslosen natürlich wieder knirscht.

Übrigens nehmen die Gerichte eine solche Einsichtsfähigkeit schon dann an, wenn das Kind erkennen konnte, dass sein Handeln generell gefährlich ist und potenziell zu ersetzende Schäden herbeiführen kann – es muss die konkrete Schadenshöhe nicht abschätzen können. Wer eine Runge auf ein Gleis legt, wird – auch als Kind – vermutlich schon damit rechnen, dass die Aktion nicht völlig schadlos ausgeht. Letztlich richtet sich das freilich nach dem individuellen Entwicklungsstand des handelnden Kindes (wenn es denn mal nur eins war – dann aber Respekt!), also kann man nur spekulieren.

Das mit der Haftpflichtversicherung ist daher ein völlig berechtigter Hinweis! Wer Kinder hat, sollte ihnen zuliebe sicherstellen, dass die Privathaftpflicht auch deren Schäden abdeckt, zumindest wenn man ihnen einen schuldenfreien Start ins Berufsleben gönnen möchte.

Beste Grüße
Hendrik
Falk12 schrieb:
hsimpson schrieb:
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
Hallo,

ich weiss ja nicht wie man zu einer solchen Einschätzung kommen kann. Wenn Menschen ums Leben kommen, redest du dann auch noch von zurecht???
Ich finde sehr wohl, das Eltern hier endlich mehr zur Verantwortung gezogen werden sollten, wenn schon Kinder und Jugendliche nicht strafrechtlich zur Vernatwortung gezogen werden können, was ja dann zu solchen abstrusen Dingen wie den Ehrenmorden in Berlin geführt hat, wo man den nicht strafmündigen Bruder die Schwester mit dem Messer abstechen lies und das findest du in Ordnung in unserem Strafrecht???
Ich hoffe nur für dich, das niemand aus deiner Familie mal bei so einer Sache ums Leben kommt, mal sehen ob du das dann auch noch " zurecht in Ordnung findest".
Mensch, es haben doch schon mehrere Vorredner auf den Unterschied zwischen Straf-und Zivilrecht hingewiesen und du vermengst es doch wieder..
Hallo Falk12,

Falk12 schrieb:
Zitat:
Ich finde sehr wohl, das Eltern hier endlich mehr zur Verantwortung gezogen werden sollten, wenn schon Kinder und Jugendliche nicht strafrechtlich zur Vernatwortung gezogen werden können, was ja dann zu solchen abstrusen Dingen wie den Ehrenmorden in Berlin geführt hat, wo man den nicht strafmündigen Bruder die Schwester mit dem Messer abstechen lies und das findest du in Ordnung in unserem Strafrecht???
ich weiß zwar nicht, auf welchen Fall Du anspielst, aber eins sollte klar sein: Ein nicht strafmündiges, also noch nicht 14-jähriges Kind wird wohl in den seltensten Fällen von allein auf die Idee kommen, das eigene Geschwisterkind umzubringen. Zu glauben, dass das Strafrecht in solchen Fällen nicht den Hintermann – der dann natürlich der eigentliche Täter ist – zur Rechenschaft ziehen kann, zeugt von einer fast rührenden Naivität. Ganz so hinterwäldlerisch ist unser StGB dann doch nicht. Aber mit genau solchen „Argumenten“ werden seit Jahr und Tag schreckliche „Strafbarkeitslücken“ postuliert, denen natürlich nur mit einer drastischen Strafausweitung und -erhöhung beizukommen ist.

Dass es hier eigentlich um Zivilrecht geht, was damit gar nichts zu tun hat, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Beste Grüße
Hendrik
Straßenbahnschaffner schrieb:
Moin,

ICE 4 schrieb:
Zitat:
Ich meine nämlich: Auch Kinder unter 14 können zivilrechtlich belangt werden, allerdings natürlich nur im Rahmen der ihnen altersgemäß möglichen Wissens- und Einsichtsfähigkeiten.
genau so sieht‘s aus, siehe § 828 Abs. 3 BGB – eine vernünftige Regelung, die die (durchaus unterschiedlichen) Entwicklungsstände der Kinder sachgerecht abdeckt, auch wenn der erhabene DSO-Stammtisch der allzeit Verfehlungslosen natürlich wieder knirscht.

Übrigens nehmen die Gerichte eine solche Einsichtsfähigkeit schon dann an, wenn das Kind erkennen konnte, dass sein Handeln generell gefährlich ist und potenziell zu ersetzende Schäden herbeiführen kann – es muss die konkrete Schadenshöhe nicht abschätzen können. Wer eine Runge auf ein Gleis legt, wird – auch als Kind – vermutlich schon damit rechnen, dass die Aktion nicht völlig schadlos ausgeht. Letztlich richtet sich das freilich nach dem individuellen Entwicklungsstand des handelnden Kindes (wenn es denn mal nur eins war – dann aber Respekt!), also kann man nur spekulieren.

Das mit der Haftpflichtversicherung ist daher ein völlig berechtigter Hinweis! Wer Kinder hat, sollte ihnen zuliebe sicherstellen, dass die Privathaftpflicht auch deren Schäden abdeckt, zumindest wenn man ihnen einen schuldenfreien Start ins Berufsleben gönnen möchte.

Beste Grüße
Hendrik
Ganz genau! (Wenn das Kind vielleicht fest davon überzeugt war, dass es nur einen tollen Knall gibt und sonst nichts passieren kann, dürfte es schwierig sein, das Kind zivilrechtlich haftbar zu machen.)

Ebenso kann es sein, dass die Eltern auch nicht zivilrechtlich haftbar gemacht werden können. Denn die Eltern können nur dann in Anspruch genommen werden, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Sollten die Eltern allerdings beispielsweise glaubhaft machen können, dass der Elfjährige schon öfters (anfangs mit, später ohne Begleitung) solche Wege (am Bahndamm entlang) alleine zurückgelegt hat, sind diese wahrscheinlich auch aus dem Schneider.
Falk12 schrieb:
Hallo,

ich weiss ja nicht wie man zu einer solchen Einschätzung kommen kann. Wenn Menschen ums Leben kommen, redest du dann auch noch von zurecht???
Ich finde sehr wohl, das Eltern hier endlich mehr zur Verantwortung gezogen werden sollten, wenn schon Kinder und Jugendliche nicht strafrechtlich zur Vernatwortung gezogen werden können, was ja dann zu solchen abstrusen Dingen wie den Ehrenmorden in Berlin geführt hat, wo man den nicht strafmündigen Bruder die Schwester mit dem Messer abstechen lies und das findest du in Ordnung in unserem Strafrecht???
Ich hoffe nur für dich, das niemand aus deiner Familie mal bei so einer Sache ums Leben kommt, mal sehen ob du das dann auch noch " zurecht in Ordnung findest".
Hallo,

warum willst Du ein Kind, das nicht einschätzen kann, ob das was es tut gut oder böse ist; bestrafen? Voraussetzung für die Schuldfähigkeit ist doch die Einsichtsfähigkeit, die bei Kindern unter 14 Jahren nicht gegeben ist. Da haben sich genug Juraprofessoren den Kopf drüber zerbrochen, und zumindest hat die Mehrheit keinen Grund gefunden das zu ändern. Deshalb haben solche "Ehrenmorde" einen faden Beigeschmack, weil hier unser Rechtssystem gnadenlos ausgenutzt wird.
Aber die Anstifter sind doch mindestens wegen Anstiftung und Beihilfe dran. Das bringt zwar keine 15 Jahre, aber in solchen Fällen können die Richter auch gnadenlos sein!

Viele Grüße von der Lahn

HPNuller

"Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen.
Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen."

PS: Setzt bitte einen passende Themabeschreibung über euren Text!
Ein guter Titel über dem Beitrag ist das Tüpfelchen auf dem i für einen wirklich guten Beitrag oder eine wirklich gute Antwort!
Im verlinkten Artikel ist von der 1,20m langen Runge eines Güterwagens die Rede! Jeder, der sowas schon mal bewegen mußte, weiß, welche erhebliche Energie und "Zielstrebigkeit" dazugehört, solch ein schweineschweres Ding aufs Gleis zu packen!

In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 12.10.20 20:13

...welcher User selbst Kinder hat und welcher nicht.
Und wer von ihnen im Laufe seines Lebens vergessen hat, was er selbst als Kind für Blödsinn gemacht hat, auch wenn es hoffentlich gut gegangen ist.

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-Streik.jpg

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Crispin

Datum: 12.10.20 20:54

Es gibt aber verschiedene Formen von Blödsinn und dieser Fall ist mir zu extrem um verharmlost zu werden. Bei diesem Fall hätten auch viele sterben können.

In den USA kann man ab 10 Jahre nach erwachsenen Strafrecht verurteilt werden, darunter auch nach Jugendstrafrecht. In der Schweiz ist man ab 7 Jahre schuldfähig. Und nein, man sieht nicht wer Kinder hat. Mir geht die Verharmlosung allgemein auf den Geist.
Crispin schrieb:
hsimpson schrieb:
Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.
Warum willst Du das Schuldfähigkeitsalter auf 10 Jahre herabsetzen? Nur weil es jetzt ein 11-jähriger war? Demnächst baut dann ein 9-jähriger Mist und Du forderst Verschärfung auf 8 Jahre, oder was?

Davon ab: Strafmündigkeit (ab 14) und zivilrechtliche Haftung sind voneinander zu trennen. Der Junge kann nicht wegen gefährlichen Eingriffs in den Eisenbahnverkehr belangt werden, da strafunmündig. Es kann aber zivilrechtlich gegen die Eltern auf Schadenersatz geklagt werden, und da würde sich dann im Prozess zeigen, ob eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegt und ob überhaupt die zum Erkennen eines Fehlverhaltens notwendige Reife vorliegt. Der Anwalt der Eltern könnte auch den Spieß umdrehen und geltend machen, dass die Bahnanlage ja nicht gesichert war (z.B. durch einen Zaun) und somit dem Jungen gar nicht bewusst war, dass es sich dort um einen Bereich mit so schnell fahrenden Zügen handelt, dass das Teil auf den Gleisen Menschen gefährden kann. Damit könnte ein Richter auf die Idee kommen, die Klage abzuweisen und der NWB zu empfehlen, DB Netz zu verklagen. ;-)

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: MD 612

Datum: 12.10.20 21:00

Crispin schrieb:
In den USA kann man ab 10 Jahre nach erwachsenen Strafrecht verurteilt werden, darunter auch nach Jugendstrafrecht. In der Schweiz ist man ab 7 Jahre schuldfähig. Und nein, man sieht nicht wer Kinder hat. Mir geht die Verharmlosung allgemein auf den Geist.
Wenn eins von Deinen Kindern solchen Blödsinn verzapft, besuchst Du den 12jährigen Filius dann im Knast und sagst ihm ins Gesicht, dass ihm Recht geschieht?? Das hast Du drauf?? Ich wette dagegen...

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller
CHB schrieb:
Crispin schrieb:
hsimpson schrieb:
Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.
Warum willst Du das Schuldfähigkeitsalter auf 10 Jahre herabsetzen? Nur weil es jetzt ein 11-jähriger war? Demnächst baut dann ein 9-jähriger Mist und Du forderst Verschärfung auf 8 Jahre, oder was?

Davon ab: Strafmündigkeit (ab 14) und zivilrechtliche Haftung sind voneinander zu trennen. Der Junge kann nicht wegen gefährlichen Eingriffs in den Eisenbahnverkehr belangt werden, da strafunmündig. Es kann aber zivilrechtlich gegen die Eltern auf Schadenersatz geklagt werden, und da würde sich dann im Prozess zeigen, ob eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegt und ob überhaupt die zum Erkennen eines Fehlverhaltens notwendige Reife vorliegt. Der Anwalt der Eltern könnte auch den Spieß umdrehen und geltend machen, dass die Bahnanlage ja nicht gesichert war (z.B. durch einen Zaun) und somit dem Jungen gar nicht bewusst war, dass es sich dort um einen Bereich mit so schnell fahrenden Zügen handelt, dass das Teil auf den Gleisen Menschen gefährden kann. Damit könnte ein Richter auf die Idee kommen, die Klage abzuweisen und der NWB zu empfehlen, DB Netz zu verklagen. ;-)
Solche Empfehlungen darf der Richter natürlich nicht machen, da er unabhängig und neutral ist. Aber im Kern hast du natürlich Recht.

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Crispin

Datum: 12.10.20 21:09

MD 612 schrieb:
Crispin schrieb:
In den USA kann man ab 10 Jahre nach erwachsenen Strafrecht verurteilt werden, darunter auch nach Jugendstrafrecht. In der Schweiz ist man ab 7 Jahre schuldfähig. Und nein, man sieht nicht wer Kinder hat. Mir geht die Verharmlosung allgemein auf den Geist.
Wenn eins von Deinen Kindern solchen Blödsinn verzapft, besuchst Du den 12jährigen Filius dann im Knast und sagst ihm ins Gesicht, dass ihm Recht geschieht?? Das hast Du drauf?? Ich wette dagegen...

Gruß Peter
Es sollte in der Erziehung der Eltern liegen, dass so ein Blödsinn niemals passiert. Ich habe sowas als Kind auch nicht gemacht und bin bis heute noch nie mit dem Gesetz in Probleme geraten. Als Kind mal einen Lolly mitgehen lassen oder 20 KG (?) oder mehr auf eine Eisenbahnstrecke zu legen ist ein Unterschied.

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: MD 612

Datum: 12.10.20 21:15

Crispin schrieb:
Es sollte in der Erziehung der Eltern liegen, dass so ein Blödsinn niemals passiert. Ich habe sowas als Kind auch nicht gemacht und bin bis heute noch nie mit dem Gesetz in Probleme geraten. Als Kind mal einen Lolly mitgehen lassen oder 20 KG (?) oder mehr auf eine Eisenbahnstrecke zu legen ist ein Unterschied.
Das haben die Eltern des betreffenden Kindes bis vor ein paar Tagen sicher auch gesagt. Manche halten sich und ihre Kinder eben für unfehlbar. Und dann sehen sie ihr Kind auf der Strafbank sitzen und / oder müssen doch für dessen Blödsinn zahlen...

Allerdings beantwortest Du damit meine vorherige Frage auch nicht...

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.20 21:17.

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Ringbahner4

Datum: 12.10.20 21:41

Das Gelände des Bf Sennelager ist zum Wohngebiet hin offen und nur der Bereich am Bahnsteig ist auf der Stadtseite eingezäunt.
Spielende Kinder sind dort öfters anzutreffen und der abgestellte DB-CARGO-Schrott ist nun mal ein Abenteuerspielplatz.
Seit 15.11.2014 ist der Bf Sennelager unbesetzt und gibt keine Aufpasser mehr.

Hier ein Bild vom Wärterstellwerk, rechts der BÜ und links etwa 200m im Hintergrund das Wohngebiet, wo spielende Kinder meistens her kamen.

Sennelager-Sn-3.jpg

Produktwarnung:
Einige Bilder können in den der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Bereichen, aber auf legale Weise entstanden sein!

MfG Lutz

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Straßenbahnschaffner

Datum: 12.10.20 22:09

Moin,

Crispin schrieb:
Mir geht die Verharmlosung allgemein auf den Geist.
und mir die Skandalisierung allgemein. Mal im Ernst: Eltern erziehen ihr Kind doch nicht anders, wenn die Strafmündigkeitsschwelle von 14 auf 10 Jahre gesenkt wird. Und auch das Kind wird sich nicht nach Lektüre des Strafgesetzbuches angsterfüllt von jeglichen potenziell gefährlichen Freizeitaktivitäten zurückziehen. Insofern halte ich es für illusorisch zu glauben, man müsste nur die Kinder früher strafrechtlich zur Verantwortung ziehen und könnte so gefahrgeneigten Jugendblödsinn wirksam verhindern. Wer so etwas im politischen Kontext vorschlägt, wird sich den Vorwurf des billigen Stimmenfangs mit unterkomplexen „Lösungsansätzen“ gefallen lassen müssen.

Beste Grüße
Hendrik

PS: Auch in der Schweiz sind Kinder – soweit mir ersichtlich – erst ab zehn strafmündig. Die Bedrohung der eidgenössischen Sicherheit und Ordnung durch kriminelle Achtjährige, derer man nicht habhaft werden kann, lässt sich nur erahnen.

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Mw

Datum: 12.10.20 22:16

MD 612 schrieb:
Crispin schrieb:
In den USA kann man ab 10 Jahre nach erwachsenen Strafrecht verurteilt werden, darunter auch nach Jugendstrafrecht. In der Schweiz ist man ab 7 Jahre schuldfähig. Und nein, man sieht nicht wer Kinder hat. Mir geht die Verharmlosung allgemein auf den Geist.
Wenn eins von Deinen Kindern solchen Blödsinn verzapft, besuchst Du den 12jährigen Filius dann im Knast und sagst ihm ins Gesicht, dass ihm Recht geschieht?? Das hast Du drauf?? Ich wette dagegen...

Gruß Peter
In der Schweiz kommt deswegen kein Kind in den "Knast" . Man befasse sich mal mit den einschlägigen Paragrafen des Schweizer Jugendstrafrechts:

[www.admin.ch]

Schönen Gruß an die Stammtische
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.20 22:18.
Schlimm. Letztlich wird es auf dem Richter ankommen. Meine Lebenspartnerin in den 80er Jahren arbeitete in Berlin (West) beim Jugendgericht als Protokollführerin. Was die damals an Richter erlebte war sehr unterschiedlich. Der eine Richter hat immer Verständnis für die Wiederholungstäter gehabt. Ein sehr milder Richter änderte erst seine Sicht der Dinge, als er mal als privater Mensch selbst von Jugendlichen angegriffen wurde. Was ich also damit sagen will: Gesetze haben wir genug. Und auch für ("Problem") Kinder mit 11 Jahren gibt es Lösungen.

Bei den ganzen Kommentaren geht schon wieder der verletzte Mitarbeiter der Nordwestbahn unter. Ihm gute Besserung.

Alles andere ist eine spätere juristische und soziale Aufarbeitung.

Bodo Schulz
bsbw schrieb:
Ein sehr milder Richter änderte erst seine Sicht der Dinge, als er mal als privater Mensch selbst von Jugendlichen angegriffen wurde.
Und wie ändert ein sehr strenger Richter seine Sicht der Dinge? Was für Erlebnisse braucht er dafür?

Siehe übrigens auch diesen ganz aktuellen lesenswerten Kommentar: [www.spiegel.de]

Im aktuellen Fall wird allerdings möglicherweise überhaupt gar kein Richter auch nur ein Wort sagen können, denn falls Geschädigte und Haftpflichtversicherung der Eltern sich einfach so einig werden, war es das. Eine strafrechtliche Relevanz liegt mangels strafrechtlich relevantem Täter hier ja eben nicht vor.

Nebenbei bemerkt: Ein Kind, welches einmal eine ganz gravierende leichtsinnig-fahrlässige Dummheit mit heftigen Folgen begeht, ist deshalb nicht sofort auch mit seinen restlichen 99,5 % ein "Problemkind", welches nun aus dem ganzen Rest seines Lebens und Umfelds ebenfalls herausgerissen und bis in alle Winkel untersucht gehört...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.20 23:27.
CHB schrieb:
Crispin schrieb:
hsimpson schrieb:
Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.
Warum willst Du das Schuldfähigkeitsalter auf 10 Jahre herabsetzen? Nur weil es jetzt ein 11-jähriger war? Demnächst baut dann ein 9-jähriger Mist und Du forderst Verschärfung auf 8 Jahre, oder was?

Davon ab: Strafmündigkeit (ab 14) und zivilrechtliche Haftung sind voneinander zu trennen. Der Junge kann nicht wegen gefährlichen Eingriffs in den Eisenbahnverkehr belangt werden, da strafunmündig. Es kann aber zivilrechtlich gegen die Eltern auf Schadenersatz geklagt werden, und da würde sich dann im Prozess zeigen, ob eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegt und ob überhaupt die zum Erkennen eines Fehlverhaltens notwendige Reife vorliegt. Der Anwalt der Eltern könnte auch den Spieß umdrehen und geltend machen, dass die Bahnanlage ja nicht gesichert war (z.B. durch einen Zaun) und somit dem Jungen gar nicht bewusst war, dass es sich dort um einen Bereich mit so schnell fahrenden Zügen handelt, dass das Teil auf den Gleisen Menschen gefährden kann. Damit könnte ein Richter auf die Idee kommen, die Klage abzuweisen und der NWB zu empfehlen, DB Netz zu verklagen. ;-)
Du vergisst, dass zivilrechtlich auch gegen den Jungen vorgegangen werden kann - es muss also nicht gegen die Eltern zivilrechtlich vorgegangen werden.
Selbst wenn der Junge im Rahmen des Schadenersatzes in Anspruch genommen werden sollte, werden es effektiv die Eltern oder deren Privathaftpflicht (schließt i.d.R. Kinder unter 18 ein) zahlen, damit der Junge mit 18 nicht mit einem ordentlichen "Startkapital" in sein Berufsleben startet.

Noch was: Für den zivilrechtlichen Part gegen das Kind ist es unerheblich, ob dort ein Zaun stand oder nicht - das könnten höchstens die Eltern bei der Aufsichtspflicht geltend machen (und sich bei einer -hier nicht möglichen- strafrechtlichen Beurteilung ggfs. strafmildernd auswirken).
Für die zivilrechtliche Klage gegen das Kind zählt alleine die Frage, ob es die Einsicht hatte, dass sein Tun einen Schaden herbeiführen kann.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.20 23:32.
Crispin schrieb:
CHB schrieb:
Damit könnte ein Richter auf die Idee kommen, die Klage abzuweisen und der NWB zu empfehlen, DB Netz zu verklagen. ;-)
Solche Empfehlungen darf der Richter natürlich nicht machen, da er unabhängig und neutral ist. Aber im Kern hast du natürlich Recht.
Die Bedeutung von ";-)" kennst Du...?

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: De David

Datum: 13.10.20 01:25

Vielelicht war es ja gar nicht mit Absicht?
Würde dir dann einer ab gehen wenn er verknackt werden würde?
Muss man heute immer alles überdramatisieren?

Als mein Opa in dem Alter war, haben sie mit gefundenen Granaten und vermeintlichen Blindgängern usw ausversehen Wehre in die Luft gesprengt und ganze Scheunen zum Einsturz gebracht, und wie man sich denken kann habens auch nicht alle überlebt, und viel mehr als vom Vater eine tracht Prügel die sich gewaschen hatte, gabs dafür auch nicht, und dann war gut und das ganze aus der Welt.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif
Nur der "Heizer Jupp" kam bisher auf die Idee wie das nun war mit der Runge ...
Ich möchte wirklich mal live dabei sein, wenn ein 11-jähriger oder auch zwei 11-jährige eine Runge herbeischleppen!

Vielleicht haben andere das Teil dort abgelegt und die 11-jährigen wollten sie nur weiter bewegen? - Indianerspiel mit Beute machen - Als der Zug kam haben sie vor Schreck die Runge liegenlassen und Reißaus genommen?

Das kann eine eigentlich ganz "harmlose" Sache gewesen sein, mit leider fast tragischem Ausgang!

Das hier dann solche "Expertenrunden" aufgebläht werden läßt mich doch am gesunden Menschenverstand zweifeln.
Leute, bleibt gelassen, Stress haben wir von allen Seiten her (auch "dank" Corona) wirklich schon mehr als genug!

Keep cool und gesund
Mit Gruß von
Unterwegs
BOS

Wenn die GUTEN nichts tun - gehört die Welt den BÖSEN

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Rugby Central

Datum: 14.10.20 07:42

Der Zeuge Desiros schrieb:
...welcher User selbst Kinder hat und welcher nicht.
Und wer von ihnen im Laufe seines Lebens vergessen hat, was er selbst als Kind für Blödsinn gemacht hat, auch wenn es hoffentlich gut gegangen ist.

Heiko
Danke, Heiko. Ein Bekannter (jetzt um die 90) hat sich als Kind vom Schulfreund an den Beinen während der Fahrt von der Bühne einer Donnerbüchse herabhängen lassen und öffnete dann die HL, um das Zugpersonal zu ärgern. Die Konsequenzen konnte er sich und kann sich in dem alter kein Kind vorstellen. Darum bringt das mit dem Absenken des Alters im Strafrecht auch nichts. Nein, ich heiße das trotzdem nicht gut.

An den Reiz des Spiels mit dem Feuer (teilweise sprichwörtlich) kann ich mich aber gut erinnern. Als Teenie schon habe ich das anders gesehen. Zum Glück.

Rugby Central

Wie hieß eigentlich Altrot als es neu war?

Volle Zustimmung (o.w.T)

geschrieben von: Weststadt

Datum: 14.10.20 14:47

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Absolut richtig.

geschrieben von: Weststadt

Datum: 14.10.20 14:48

Hier wird versucht, wie im Mittelalter die Tat irgendwie aufzuwiegen. Leute, denkt zweimal!
Einstein sagte Mal das es nur 2 Dinge gibt die unendlich sind. Das Universum und die menschliche Dummheit. Bei ersterem war er sich allerdings nicht so sicher.

Liebe Leute,

Bleibt gesund und wenn es geht daheim!

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 14.10.20 15:07

Wenn das mein Kind wäre würde ich es persönlich in der JVA abliefern und das Personal darum bitten zu vergessen wo der Zellenschlüssel ist. Das war aus meiner Sicht ein Mordversuch!

Liebe Leute,

Bleibt gesund und wenn es geht daheim!

Tja...

geschrieben von: Peter

Datum: 14.10.20 16:43

Hallo!

Ladehilfe schrieb:
Wenn das mein Kind wäre würde ich es persönlich in der JVA abliefern und das Personal darum bitten zu vergessen wo der Zellenschlüssel ist. Das war aus meiner Sicht ein Mordversuch!
Bloss gut, dass Deine Meinung juristisch irrelevant ist.

Denn wenn Du Dir mal die Muehe machtest, zu verstehen, was einen Mord bzw. Mordversuch ausmacht, dann kaemest Du ganz schnell darauf, dass dafuer bestimmte objektive und subjektive Tatbestandsmerkmale vorliegen muessen, dass Rechtswidrigkeit und Schuldfaehigkeit vorliegen muessen.
Und wenn Du dann die bekannten Fakten noch einmal anschautest, dann stelltest Du fest, dass da nichts ist mit "Mordversuch" ...

Aber am Stammtisch klingt Haerte natuerlich immer gut.

Und dieser Beitrag ...

Ladehilfe schrieb:
Zitat:
Einstein sagte Mal das es nur 2 Dinge gibt die unendlich sind. Das Universum und die menschliche Dummheit. Bei ersterem war er sich allerdings nicht so sicher.
... entbehrt dann im o. g. Zusammenhang nicht einer gewissen Komik - tut mir leid, dass ich das mal so offen schreiben muss.

Soll heissen: Lasse das die Menschen entscheiden, die etwas von der Rechtsfindung verstehen, weil sie ihr "Handwerk" in langen Jahren des Studiums erlernt haben.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 14.10.20 18:53

Ladehilfe schrieb:
Einstein sagte Mal das es nur 2 Dinge gibt die unendlich sind. Das Universum und die menschliche Dummheit. Bei ersterem war er sich allerdings nicht so sicher.

Und die Dümmsten sind die, die meinen sich mit diesem abgegriffenen Spruch als klüger als andere hinstellen zu müssen.

Ladehilfe schrieb:
Wenn das mein Kind wäre würde ich es persönlich in der JVA abliefern und das Personal darum bitten zu vergessen wo der Zellenschlüssel ist. Das war aus meiner Sicht ein Mordversuch!

Nur gut, dass du nix zu melden hast. Aber dieser geistige Dünnsсhiss bestätigt den Eindruck vom Beitrag eins drüber.

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Plüschetageneisenbahner

Datum: 14.10.20 21:44

Liebe Mitvorristen,

Grundlagen der Entwicklungspsycologie:
Straf(un)mündigkeit ist im Kindes- und Jugendalter immer eine Frage der Moral. Inwiefern können hier Regel- und Moralverständnis vorausgesetzt werden. Hier empfiehlt sich die Lektüre des Murmelexperimentes von Jean Piaget.
Moralisch gesehen aus der Sicht eines 11jährigen Kindes dürfte es verwerflicher sein etwas aus dem Laden zu stehlen, (da es ja weiß, dass wenn man jemanden etwas weg nimmt, dies nicht okay ist) als etwas auf die schienen zu legen, um einen möglichst lauten Knall zu erzeugen. Auf diesen Erkenntnissen beruhend fußt unser (Jugend-)Strafrecht. Übrigens wurden Moralstufen auch im Erwachsenenslter postuliert. Interessenten empfehle ich hier die 6 Moralstufen nach Kohlberg. Jeder kann dann selbst überlegen, wo er den einen oder anderen plakativ Thread einordnen möchte.

Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie
Es wird immernoch hitzig diskutiert, ob Umwelteinflüsse oder genetische Veranlagung Ausschlaggebend für die Persönlichkeit ist. Die meisten Psychologen gehen hier von einer etwa 50/50 Aufteilung aus, welche im mittleren Erwachsenenalter zum Tragen kommt. Davor sind Umwelteinflüsse ehr ausschlaggebend.Dies lässt folgende Sclüsse zu:
- Es gibt durchaus Kinder, da hilft die beste Erziehung nichts.
- Die Meisten Kinder werden nicht nur durch die Umwelt "Elternhaus" (Mikroebene) sondern auch durch den Freundeskreis oder Mitschüler (Mesoebebe) beeinflusst. Selbst das besterzogene Kind kann also durch entsprechenden Ansporn von z.B. Gleichaltrigen zu FehlTATEN animiert werden.
Auch dieser Aspekt wird im (Jugend-) Strafrecht berücksichtigt.

Abgesehen davon, wenn Jungs bzw. Kinder vor 20 oder 30 Jahren so eine Runge auf die Gleise gelegt hätten ,hätte es wirklich nur einen lauten Knall gegeben, da die BR 218 das "Hindernis" einfach weggeschoben hätte.
Grundbotachaft: Unfug wurde schon immer gemacht, teils anderer, teils gleicher, aber mit anderen Ausgang, weil die Rahmenbedingungen sich geändert haben.

Es grüßt

Der Püschetageneisenbahner



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.20 21:59.

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: 41 052

Datum: 15.10.20 09:50

Moin.

Genau.
Eine BR 218 würde das wohl überstehen.
Aber was ist mit einem Steuerwagen?
Was ist mit einem 614 / 624?
Was ist mit einem SKL?
Und so weiter (es gibt bestimmt noch mehr leichtere Fahrzeuge).

Also scheinbar alles nicht so schlimm.
Der arme Junge.

Durchhalten!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.10.20 11:08.

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Der Hemmschuh

Datum: 15.10.20 12:12

Plüschetageneisenbahner schrieb:
Abgesehen davon, wenn Jungs bzw. Kinder vor 20 oder 30 Jahren so eine Runge auf die Gleise gelegt hätten ,hätte es wirklich nur einen lauten Knall gegeben, da die BR 218 das "Hindernis" einfach weggeschoben hätte.
Das würde ich so jetzt nicht behaupten, es kommt immer auf die Umstände an. Zum Beispiel wurde 2006 in Hamburg Rahlstedt ein Stahlstück über die Gleise gelegt. Eine 218 erfasste das Hindernis, daß sich daraufhin in der Einfahrweiche verkeilte - Lok stellt sich quer und räumt auf 200m Gleise und Signale ab.


Der Hemmschuh

"Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null. Und das nennen sie ihren Standpunkt." - Albert Einstein

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Plüschetageneisenbahner

Datum: 15.10.20 23:04

Hallo Hemmschuh,

Mir ging es ja um den Allgemeigrundatz, welchen du ja auch bestätigt hast, es kommt auf die Umstände auch an.

Es grüßt

Der Plüschetageneisenbahner

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Plüschetageneisenbahner

Datum: 15.10.20 23:15

Hallo 41 052,

Ich glaube nicht, dass die Masse des Fahrzeuges allein ausschlaggebend ist, sondern auch Art des Drehgestells, Durchmesser der Räder, vorhandene Bauteile. Kraftübertragung am Radsatz, Radsatzführung (z.B. Drehzapfen versus Zug- und Druckstangenen), usw.

Es grüßt

Der Plüschetageneisenbahner