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Hallo Ihr,

Am Sonntagnachmittag, 11.10.2020 um 17:15 Uhr, entgleiste am Bahnhof Sennelager ein Zug der Nordwestbahn. Bei der Einfahrt in den Bahnhof Sennelager überfuhr der Zug auf der Fahrt von Bielefeld nach Paderborn bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h ein Stahlprofil (Maße: 120x10x10 cm), das im Gleisbereich lag. Dadurch wurde eine Achse aus dem vorderen Drehgestell herausgerissen und der vordere Teil des Zuges entgleiste etwa 300 Meter vor dem Bahnsteig. Für die rund 80 Fahrgäste verlief der Unfall glimpflich, sie wurden durch die Feuerwehr unverletzt evakuiert und setzten ihre Fahrt mit Bussen fort. Ein Mitarbeiter der Nordwestbahn, der sich zum Unfallzeitpunkt im Fahrerstand aufhielt, wurde durch umherfliegende Glassplitter einer Glastür am Bein verletzt. Er wurde zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Augenzeugen berichteten von zwei Kindern, die kurz nach dem Unfall vom Tatort flüchteten. Durch weitere Hinweise gelang es Beamten der Bundespolizei, einen elfjährigen Tatverdächtigen zu ermitteln. Er räumte die Tat ein. Ob es noch weitere Tatbeteiligte gibt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Ebenso, woher das Stahlprofil, ein Bauteil zur Ladungssicherung auf Güterwagen, eine sogenannte "Runge", stammt. Am Zug, sowie am Gleisbett entstand erheblicher Sachschaden, der nach Einschätzung eines Bahnmitarbeiters "sicherlich im sechsstelligen Euro-Bereich liegt". Die Bergung des Zuges dauerte bis in die Nacht an. Die Instandsetzung des Gleisbettes werde vermutlich bis in die Nachmittagsstunden andauern.
Auch wenn es dieses Mal vergleichsweise glimpflich verlief, kann man sich vorstellen, wie schnell so ein Unfall in einer Katastrophe hätte enden können. Das war weit mehr, als ein Jugendstreich.

Quelle: [www.presseportal.de]

Ich hoffe das klein Filius das Taschengeld bis auf weiteres gestrichen wird. Da hat wohl wer die reale Bahn mit einer Modellbahn verwechselt. Herr lass Hirn vom Himmel fallen (...)

Gruß FLIRT>X
Unterwegs für Regio Mitte

Ich bin geprüft auf: 362/63, 290-295, 152, 182, Taurusfamilie, 425, 612 und 1428 (429.1)

Mein Youtubekanal:[www.youtube.com]
Dann kann man nur hoffen, dass die NWB und DB-Netz die Eltern in Regress nehmen -> Zivilrecht. Strafrechtlich gibt es für einen 11-jährigen ja nichts zu befürchten da strafunmündig. Die NBW könnte dem 11-jährigen höchstens lebenslang "Fahrverbot" im NWB Netz erteilen.
Huhu.


Zitat
Ich hoffe das klein Filius das Taschengeld bis auf weiteres gestrichen wird. Da hat wohl wer die reale Bahn mit einer Modellbahn verwechselt.
"Klein Filius"??? Klingt etwas verharmlosend.

Zitat
Herr lass Hirn vom Himmel fallen (...)
Was nutzt das, wenn man dann grad im Keller ist oder auf dem WC sitzt ...


Schöne Grüße von jörg
Crispin schrieb:Zitat:
Dann kann man nur hoffen, dass die NWB und DB-Netz die Eltern in Regress nehmen -> Zivilrecht.
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
hsimpson schrieb:
Crispin schrieb:Zitat:
Dann kann man nur hoffen, dass die NWB und DB-Netz die Eltern in Regress nehmen -> Zivilrecht.
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.20 17:20.
Crispin schrieb:
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.
Wenn Du dieses Problem lösen wolltest, könntest Du verlangen dass Eltern Haftpflichtversicherungen für ihre Kinder (ab einem gewissen Alter) abschliessen müssen. Das aber verteilt die Kosten dann auch wieder auf die Allgemeinheit, wenn auch nur den Teil der Bevölkerung der zumindest irgendwann in ihrem Leben Kinder haben. Analog zu Autohaftpflichtversicherungen könnte man dann im Schadensfall die Versicherungsprämien für das betroffene Kind deutlich erhöhen. Eine direkte Regressforderung an die Eltern (wenn man ihnen keine Verletzung ihrer Pflichten nachweisen kann) ginge eher in Richtung Sippenhaft.

Wenn man das Alter der Schuldfähigkeit herabsetzen wollte, muss man dann aber auch sagen mit was man Zehnjährige bestrafen will.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.20 18:00.
Crispin schrieb:
hsimpson schrieb:
Crispin schrieb:Zitat:
Dann kann man nur hoffen, dass die NWB und DB-Netz die Eltern in Regress nehmen -> Zivilrecht.
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.
Was hat die Schuldfähigkeit (StGB) damit zu tun? Schadensersatz ist im BGB geregelt. Und man siehe und staune. Prinzipiell sind Kinder schon ab 7 Jahre (im bewegten Verkehr 10 Jahre) zum Schadensersatz verpflichtet (§ 828). Dies gilt aber nur, wenn das Kind die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit notwendige Einsicht hat. Eventuell muss also das Kind tatsächlich Schadensersatz leisten. Es besteht natürlich, genau so wie bei Erwachsenen die einen Schaden verursachen, die Möglichkeit, dass das Kind nicht in der Lage ist den Schaden in voller Höhe zu begleichen.
Manu Chao schrieb:
Analog zu Autohaftpflichtversicherungen könnte man dann im Schadensfall die Versicherungsprämien für das betroffene Kind deutlich erhöhen. Eine direkte Regressforderung an die Eltern (wenn man ihnen keine Verletzung ihrer Pflichten nachweisen kann) ginge eher in Richtung Sippenhaft.
Genau, und wenn die Sippe mal nicht durch den Familien-TÜV kommt, muss das Kind zur präventiven Nachbesserung ins Erziehungsheim.

Zitat
Wenn man das Alter der Schuldfähigkeit herabsetzen wollte, muss man dann aber auch sagen mit was man Zehnjährige bestrafen will.
Freiheitsentzug, was denn sonst? Früher auch "Stubenarrest" genannt. Da war die Welt noch in Ordnung.

Jetzt aber mal ernsthaft: Die strafrechtliche Ebene ist klar, da ist U14 nichts zu machen und das ist auch gut so. Aber zivilrechtlich, ab welchem Alter und unter welchen Voraussetzungen ist es möglich, das Kind höchstpersönlich zu verklagen? Natürlich wird es rechtlich durch seine Eltern vertreten, aber Beklagter ist erstmal direkt das Kind. Vielleicht kann das mal einer unserer hiesigen Juristen erklären?

Ich meine nämlich: Auch Kinder unter 14 können zivilrechtlich belangt werden, allerdings natürlich nur im Rahmen der ihnen altersgemäß möglichen Wissens- und Einsichtsfähigkeiten. Erfolgt eine Verurteilung zu Schadensersatz, sind sie natürlich noch nicht wirtschaftlich leistungsfähig, aber das ändert sich ja irgendwann - 30 Jahre lang kann vollstreckt werden.

Meistens sollte es aber so sein, dass die Eltern über eine Haftpflichtversicherung verfügen, welche regelmäßig auch die "Untaten" der im Haushalt lebenden Minderjährigen abdeckt. Spätestens bei einer erfolgreichen Klage gegen das Kind sollte also diese einspringen.
Genau, steckst irgendwelche 10 jährigen in den Bau wenn sie mal irgend einen Unfug machen... Vorstellungen haben manche...
EVU und EIU werden nicht gleich dran bankrott gehen wenn mal irgendwo nicht zu holen ist.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif
hsimpson schrieb:
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
Hallo,

ich weiss ja nicht wie man zu einer solchen Einschätzung kommen kann. Wenn Menschen ums Leben kommen, redest du dann auch noch von zurecht???
Ich finde sehr wohl, das Eltern hier endlich mehr zur Verantwortung gezogen werden sollten, wenn schon Kinder und Jugendliche nicht strafrechtlich zur Vernatwortung gezogen werden können, was ja dann zu solchen abstrusen Dingen wie den Ehrenmorden in Berlin geführt hat, wo man den nicht strafmündigen Bruder die Schwester mit dem Messer abstechen lies und das findest du in Ordnung in unserem Strafrecht???
Ich hoffe nur für dich, das niemand aus deiner Familie mal bei so einer Sache ums Leben kommt, mal sehen ob du das dann auch noch " zurecht in Ordnung findest".
Moin,

ICE 4 schrieb:
Zitat:
Ich meine nämlich: Auch Kinder unter 14 können zivilrechtlich belangt werden, allerdings natürlich nur im Rahmen der ihnen altersgemäß möglichen Wissens- und Einsichtsfähigkeiten.
genau so sieht‘s aus, siehe § 828 Abs. 3 BGB – eine vernünftige Regelung, die die (durchaus unterschiedlichen) Entwicklungsstände der Kinder sachgerecht abdeckt, auch wenn der erhabene DSO-Stammtisch der allzeit Verfehlungslosen natürlich wieder knirscht.

Übrigens nehmen die Gerichte eine solche Einsichtsfähigkeit schon dann an, wenn das Kind erkennen konnte, dass sein Handeln generell gefährlich ist und potenziell zu ersetzende Schäden herbeiführen kann – es muss die konkrete Schadenshöhe nicht abschätzen können. Wer eine Runge auf ein Gleis legt, wird – auch als Kind – vermutlich schon damit rechnen, dass die Aktion nicht völlig schadlos ausgeht. Letztlich richtet sich das freilich nach dem individuellen Entwicklungsstand des handelnden Kindes (wenn es denn mal nur eins war – dann aber Respekt!), also kann man nur spekulieren.

Das mit der Haftpflichtversicherung ist daher ein völlig berechtigter Hinweis! Wer Kinder hat, sollte ihnen zuliebe sicherstellen, dass die Privathaftpflicht auch deren Schäden abdeckt, zumindest wenn man ihnen einen schuldenfreien Start ins Berufsleben gönnen möchte.

Beste Grüße
Hendrik
Falk12 schrieb:
hsimpson schrieb:
Das ist in D zurecht nur sehr eingeschränkt möglich. Und zwar muss man den Eltern da eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweisen können. Und dass ein 11-Jähriger auch mal unbeaufsichtigte Zeiten haben kann, ist eigentlich vollkommen normal, von daher müssten den Eltern schon nachzuweisen sein, dass eine solche Tat explizit vorhersehbar gewesen wäre und durch strengere Aufsicht hätte vermieden werden können. Das dürfte wohl schwer werden, wenn das Kind nicht schon einschlägig bekannt ist.

Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.

Grüße
Hallo,

ich weiss ja nicht wie man zu einer solchen Einschätzung kommen kann. Wenn Menschen ums Leben kommen, redest du dann auch noch von zurecht???
Ich finde sehr wohl, das Eltern hier endlich mehr zur Verantwortung gezogen werden sollten, wenn schon Kinder und Jugendliche nicht strafrechtlich zur Vernatwortung gezogen werden können, was ja dann zu solchen abstrusen Dingen wie den Ehrenmorden in Berlin geführt hat, wo man den nicht strafmündigen Bruder die Schwester mit dem Messer abstechen lies und das findest du in Ordnung in unserem Strafrecht???
Ich hoffe nur für dich, das niemand aus deiner Familie mal bei so einer Sache ums Leben kommt, mal sehen ob du das dann auch noch " zurecht in Ordnung findest".
Mensch, es haben doch schon mehrere Vorredner auf den Unterschied zwischen Straf-und Zivilrecht hingewiesen und du vermengst es doch wieder..
Hallo Falk12,

Falk12 schrieb:
Zitat:
Ich finde sehr wohl, das Eltern hier endlich mehr zur Verantwortung gezogen werden sollten, wenn schon Kinder und Jugendliche nicht strafrechtlich zur Vernatwortung gezogen werden können, was ja dann zu solchen abstrusen Dingen wie den Ehrenmorden in Berlin geführt hat, wo man den nicht strafmündigen Bruder die Schwester mit dem Messer abstechen lies und das findest du in Ordnung in unserem Strafrecht???
ich weiß zwar nicht, auf welchen Fall Du anspielst, aber eins sollte klar sein: Ein nicht strafmündiges, also noch nicht 14-jähriges Kind wird wohl in den seltensten Fällen von allein auf die Idee kommen, das eigene Geschwisterkind umzubringen. Zu glauben, dass das Strafrecht in solchen Fällen nicht den Hintermann – der dann natürlich der eigentliche Täter ist – zur Rechenschaft ziehen kann, zeugt von einer fast rührenden Naivität. Ganz so hinterwäldlerisch ist unser StGB dann doch nicht. Aber mit genau solchen „Argumenten“ werden seit Jahr und Tag schreckliche „Strafbarkeitslücken“ postuliert, denen natürlich nur mit einer drastischen Strafausweitung und -erhöhung beizukommen ist.

Dass es hier eigentlich um Zivilrecht geht, was damit gar nichts zu tun hat, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Beste Grüße
Hendrik
Straßenbahnschaffner schrieb:
Moin,

ICE 4 schrieb:
Zitat:
Ich meine nämlich: Auch Kinder unter 14 können zivilrechtlich belangt werden, allerdings natürlich nur im Rahmen der ihnen altersgemäß möglichen Wissens- und Einsichtsfähigkeiten.
genau so sieht‘s aus, siehe § 828 Abs. 3 BGB – eine vernünftige Regelung, die die (durchaus unterschiedlichen) Entwicklungsstände der Kinder sachgerecht abdeckt, auch wenn der erhabene DSO-Stammtisch der allzeit Verfehlungslosen natürlich wieder knirscht.

Übrigens nehmen die Gerichte eine solche Einsichtsfähigkeit schon dann an, wenn das Kind erkennen konnte, dass sein Handeln generell gefährlich ist und potenziell zu ersetzende Schäden herbeiführen kann – es muss die konkrete Schadenshöhe nicht abschätzen können. Wer eine Runge auf ein Gleis legt, wird – auch als Kind – vermutlich schon damit rechnen, dass die Aktion nicht völlig schadlos ausgeht. Letztlich richtet sich das freilich nach dem individuellen Entwicklungsstand des handelnden Kindes (wenn es denn mal nur eins war – dann aber Respekt!), also kann man nur spekulieren.

Das mit der Haftpflichtversicherung ist daher ein völlig berechtigter Hinweis! Wer Kinder hat, sollte ihnen zuliebe sicherstellen, dass die Privathaftpflicht auch deren Schäden abdeckt, zumindest wenn man ihnen einen schuldenfreien Start ins Berufsleben gönnen möchte.

Beste Grüße
Hendrik
Ganz genau! (Wenn das Kind vielleicht fest davon überzeugt war, dass es nur einen tollen Knall gibt und sonst nichts passieren kann, dürfte es schwierig sein, das Kind zivilrechtlich haftbar zu machen.)

Ebenso kann es sein, dass die Eltern auch nicht zivilrechtlich haftbar gemacht werden können. Denn die Eltern können nur dann in Anspruch genommen werden, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Sollten die Eltern allerdings beispielsweise glaubhaft machen können, dass der Elfjährige schon öfters (anfangs mit, später ohne Begleitung) solche Wege (am Bahndamm entlang) alleine zurückgelegt hat, sind diese wahrscheinlich auch aus dem Schneider.
Falk12 schrieb:
Hallo,

ich weiss ja nicht wie man zu einer solchen Einschätzung kommen kann. Wenn Menschen ums Leben kommen, redest du dann auch noch von zurecht???
Ich finde sehr wohl, das Eltern hier endlich mehr zur Verantwortung gezogen werden sollten, wenn schon Kinder und Jugendliche nicht strafrechtlich zur Vernatwortung gezogen werden können, was ja dann zu solchen abstrusen Dingen wie den Ehrenmorden in Berlin geführt hat, wo man den nicht strafmündigen Bruder die Schwester mit dem Messer abstechen lies und das findest du in Ordnung in unserem Strafrecht???
Ich hoffe nur für dich, das niemand aus deiner Familie mal bei so einer Sache ums Leben kommt, mal sehen ob du das dann auch noch " zurecht in Ordnung findest".
Hallo,

warum willst Du ein Kind, das nicht einschätzen kann, ob das was es tut gut oder böse ist; bestrafen? Voraussetzung für die Schuldfähigkeit ist doch die Einsichtsfähigkeit, die bei Kindern unter 14 Jahren nicht gegeben ist. Da haben sich genug Juraprofessoren den Kopf drüber zerbrochen, und zumindest hat die Mehrheit keinen Grund gefunden das zu ändern. Deshalb haben solche "Ehrenmorde" einen faden Beigeschmack, weil hier unser Rechtssystem gnadenlos ausgenutzt wird.
Aber die Anstifter sind doch mindestens wegen Anstiftung und Beihilfe dran. Das bringt zwar keine 15 Jahre, aber in solchen Fällen können die Richter auch gnadenlos sein!

Viele Grüße von der Lahn

HPNuller

"Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen.
Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen."

PS: Setzt bitte einen passende Themabeschreibung über euren Text!
Ein guter Titel über dem Beitrag ist das Tüpfelchen auf dem i für einen wirklich guten Beitrag oder eine wirklich gute Antwort!
Im verlinkten Artikel ist von der 1,20m langen Runge eines Güterwagens die Rede! Jeder, der sowas schon mal bewegen mußte, weiß, welche erhebliche Energie und "Zielstrebigkeit" dazugehört, solch ein schweineschweres Ding aufs Gleis zu packen!

In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 12.10.20 20:13

...welcher User selbst Kinder hat und welcher nicht.
Und wer von ihnen im Laufe seines Lebens vergessen hat, was er selbst als Kind für Blödsinn gemacht hat, auch wenn es hoffentlich gut gegangen ist.

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-Streik.jpg

Re: In diesem Thread sieht man genau...

geschrieben von: Crispin

Datum: 12.10.20 20:54

Es gibt aber verschiedene Formen von Blödsinn und dieser Fall ist mir zu extrem um verharmlost zu werden. Bei diesem Fall hätten auch viele sterben können.

In den USA kann man ab 10 Jahre nach erwachsenen Strafrecht verurteilt werden, darunter auch nach Jugendstrafrecht. In der Schweiz ist man ab 7 Jahre schuldfähig. Und nein, man sieht nicht wer Kinder hat. Mir geht die Verharmlosung allgemein auf den Geist.
Crispin schrieb:
hsimpson schrieb:
Wir haben in D zum Glück nicht den Anspruch an die Eltern, dass sie 24/7 jeden Schritt ihrer Kinder bewachen müssen. Ansonsten gäbe es wohl noch mehr Helikoptereltern und die Geburtenrate wäre wohl noch weiter rückläufig, als sie es eh schon ist.
Hm, und wer sollte dann für den Schaden der sechstellig ist aufkommen? Was sagt man eigentlich den vielen Fahrgästen die Glück im Unglück hatten? Und was dem Triebfahrzeugführer, der neben einem Schock auch Verletzungen hat? Viellleicht wäre mal eine Anpassung des Alters der Schuldfähigkeit von 14 auf 10 Jahre sinnvoll.
Warum willst Du das Schuldfähigkeitsalter auf 10 Jahre herabsetzen? Nur weil es jetzt ein 11-jähriger war? Demnächst baut dann ein 9-jähriger Mist und Du forderst Verschärfung auf 8 Jahre, oder was?

Davon ab: Strafmündigkeit (ab 14) und zivilrechtliche Haftung sind voneinander zu trennen. Der Junge kann nicht wegen gefährlichen Eingriffs in den Eisenbahnverkehr belangt werden, da strafunmündig. Es kann aber zivilrechtlich gegen die Eltern auf Schadenersatz geklagt werden, und da würde sich dann im Prozess zeigen, ob eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegt und ob überhaupt die zum Erkennen eines Fehlverhaltens notwendige Reife vorliegt. Der Anwalt der Eltern könnte auch den Spieß umdrehen und geltend machen, dass die Bahnanlage ja nicht gesichert war (z.B. durch einen Zaun) und somit dem Jungen gar nicht bewusst war, dass es sich dort um einen Bereich mit so schnell fahrenden Zügen handelt, dass das Teil auf den Gleisen Menschen gefährden kann. Damit könnte ein Richter auf die Idee kommen, die Klage abzuweisen und der NWB zu empfehlen, DB Netz zu verklagen. ;-)
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