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Re: Busmafia

geschrieben von: Henra

Datum: 11.10.20 10:49

Bahn4Future@eclipso.de schrieb:
Ein Beispiel, was mit Busmafia gemeint ist wäre z.b. der Busunternehmer, der die Stilllegung der Thüringerwaldbahn in Gotha per Gericht erzwingen wollte um die Strecke mit Bussen zu befahren, ein anderes Beispiel dürfte ein bayrischer Landkreis sein, der seine Zustimmung zur Reaktivierung einer Eisenbahnstrecke wegen "Auswirkungen auf den Busverkehr" verweigert hat und wieder ein anderes Beispiel sind parteiische Gutachter, die Schienenreaktivierungen untersuchen sollen und Busverkehre empfehlen wie jüngst in Bottrop.

Es würde mich nicht wundern, wenn es bei den Stilllegungen der Straßenbahnen vieler westdeutscher Großstädte in der Zeit vor der Wiedervereinigung auch derartige Einflussnahmen von Busunternehmen gab.
Da bin ich mir auch sehr sicher. Zu den Zeiten der großen PV- Stillegungswellen der alten Bundesbahn haben die örtlichen Busunternehmer auch immer gut Lobby für die Tötung der Bahn gemacht. Der Bus ist kein Freund der Bahn. Da leben viele örtliche Busunternehmer sehr gut von. Und die wollen vor allem die 'Bahntauglichen' Strecken fahren, weil da genug Aufkommen ist, um Geld zu verdienen. Die feinmaschige Flächenerschließung querab der Verkehrsströme nach Kleinkleckersdorf&Co ist dagegen für sie wenig erstrebenswert. Das wird allenfalls lieblos mitgemacht. Oder man verweist auf ASTs.

Danke

geschrieben von: Georgi

Datum: 11.10.20 11:35

An Pinne46,Bahn4Future@eclipso.de,SES und Henra für eute Erklärung.

Schönen Sonntag.
Woher Wissen sie ob Pinne46 Grünkohl isst? Isst er überhaupt welchen? Und wenn! Haben sie auf der Toilette nachgeschaut wie der Stuhl aussieht?

Also! Fragen über Fragen!

Schönen Sonntag.
Wie können wir ein wirklich flächendeckendes Grundangebot im ÖPNV in unserem Land erreichen?

Ich fürchte dieses geschaffene Grundangebot würde immer noch wenig Leute vom Auto abziehen, selbst wenn der Bus alle 60 Minuten übers kleine Dorf kommt oder alle 30 Minuten durch die Kleinstadt kurvt. Eben weil das individuelle Ziel doch wieder zu weit abliegen kann, egal von welcher Haltestelle aus betrachtet. Man wird die Buslinien auf den Marktplatz, das Krankenhaus und den Bahnhof ausrichten. Die Arbeitsstelle, der Zahnarzt, der Supermarkt, der Schrebergarten werden aber doch wieder zu weit abseits liegen. Und ich kann von meiner eigenen werktäglichen Pendelei berichten, daß allein zwei Umsteigevorgänge und die resultierenden Wartezeiten fast so viel Zeit kosten können wie die direktr Autofahrt, führe ich mit dem Wagen zur Arbeit (25 min Autofahrt zu 18 Minuten Netto-Wartezeit). Und das, obwohl Bus und Bahn hier alle 10 Minuten kommen. Aber ich muß quer fahren und nicht ins Zentrum. Und diesen Effekt gibt es auch von allen Dörfern aus.

Noch krasser sind Geschichten von Kollegen, die mal ÖPNV-Selbstversuche gemacht haben und aus kleinen Vororten von Düsseldorf oder Bonn nach Köln hinein kommen. Das sind trotz voller Autobahnen galaktische Zeitunterschiede. Nun wird man aber nicht Direktbusse aus 500 kleinen vorgelagerten Vorort-Dörfern aus den Bezirken Aachen, Mönchengladbach, Euskirchen, Wuppertal, Leverkusen, Düsseldorf ...and so on... in dieses eine Kölner Gewerbegebiet organisieren können. Nebenbei gäbe es da noch unzählige weitere ähnliche Gewerbegebiete und das alles auch noch in der Gegen- und überhaupt in jede Himmelsrichtung.

Bleiben für mich also die Fragen, warum zu viele Menschen überhaupt von so weit draußen einpendeln müssen (Stichwort unbezahlbarer Wohnraum in den Metropolen, Verdrängung von Familien und Kleinverdienern) und dann auch gewisse individuelle Bequemlichkeiten (Mutter fährt Kinder innerorts im Auto zur Schule oder zum Sport statt denen ein Fahrrad in die Hand zu drücken).

Daher meine ich braucht es

- P&R-Stellplätze für Pkw-Pendler vom einsamen Dorf, die ab dem nächstgelegenen Bahnhof mit dem Zug in die Stadt fahren
- P&R-Stellplätze für Pendler von außerhalb vor den Toren großer Städte, von wo aus Bahnen (Regio, U/S-Bahn, Tram, Bus) im guten Takt in die Städte hinein befördert werden
- saubere, gesicherte Fahrradstellplätze (und -parkhäuser) an Bahnhöfen auch kleinerer Städte nach niederländischem Vorbild
- mehr breite Fahrradspuren, damit eine Familie auch mal per Velo und Fahrradanhänger den Wochenendeinkauf vom Supermarkt holen kann statt das Auto zu nehmen
- Versorgungsmärkte besser verteilen statt wie leider oft zu beobachten diese an wenigen Stellen (weil schön autogerecht!) zu konzentrieren, damit die Wege für die Bürger kürzer sind und man auch mal wieder zu Fuß mit einem Trolley einkaufen gehen kann statt das Auto zu nehmen
- attraktive Jobtickets anbieten
- dörfliche Infrastrukturen fördern, damit man auch für kleine Besorgungen nicht immer in den nächst größeren Ort fahren muß

Ein weites Stück hin zu einer spürbaren Verkehrswende wäre aber geschafft, wenn man den hemmungslosen Warengütertransport per Lkw quer durch ganz Europa eindampfen würde: Es muß kein Mineralwasser von Italien nach Schweden, keine Butter aus Irland nach Kroatien und kein Joghurt aus Österreich nach NRW gekarrt werden. Und es braucht auch keinen Göttinger Großbäcker, der zweimal täglich Brötchen und Kuchen über die Autobahn nach Hannover schaufelt - die Hannoveraner können sicher selber gut backen. Der Straßen-Lastenverkehr ist viel zu billig.

Aber generell wird keiner von uns einen idealen Generalplan präsentieren können. Auch nicht solche Foristen, die in jedem zweiten Satz mindestens einen Kraftausdruck verwenden.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)

Re: Scheuer muss weg

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 11.10.20 11:58

Er hat geschworen, Schaden von der deutschen Autoindustrie fernzuhalten.

Re: Scheuer pumpte Milliarden in die (Deutsche) Bahn

geschrieben von: Henra

Datum: 11.10.20 12:10

Alibizugpaar schrieb:
Ein weites Stück hin zu einer spürbaren Verkehrswende wäre aber geschafft, wenn man den hemmungslosen Warengütertransport per Lkw quer durch ganz Europa eindampfen würde:
Da ist ganz viel Wahres dran!!!

Schulzeitstaffelungen - Willkommen in deiner Blase

geschrieben von: Rostocker1989

Datum: 11.10.20 12:30

Pinne46 schrieb:
Übrigens: Schulzeitstaffelung ist aktuell gesellschaftlich heißest diskutiert.
Kommt nur leider auf DSO nicht vor, weil die behäbigen Platzhirsche das Thema nicht drauf haben und die einschlägigen Trolle ohnehin nur an der medialen Zersetzung des ÖV-Bestandes „arbeiten“ – mit dem Dolch in der Hand :-(
Den Punkt fand ich sehr interessant. Das Thema ist mir gefühlt ewig nicht mehr begegnet.
Test in der großen Suchmaschine: Auf der ersten Seite bekomme ich genau 1 Ergebnis aus diesem Jahr angezeigt.
Test in Nachrichtensuchpartal der großen Suchmaschine: Recht wenig Ergebnisse und, was auffällt: NRW, NRW, NRW, ..., NRW, Bayern.

Fazit: Ein Thema, das medial so gut wie gar nicht stattfindet und auch das bisschen nur im tiefen Westen.
Der Verdacht liegt daher nahe, dass du entwender von den Sozialen Medien eine entsprechende Blase bereitgestellt bekommst, in der dies ein heißes Thema ist oder / und du dich gesellschaftlich in einem Umfeld bewegst, das sich mit diesem Thema intensiv befasst.
"Aktuell gesellschaftlich heißest diskutiert" ist da aber trotzdem (leider?) nichts.

Grüße
E.S.

Re: Scheuer muss weg

geschrieben von: Null2

Datum: 11.10.20 13:03

"Wenn ein kleiner Beamter sich auch nur eine Kleinigkeit daneben benimmt, läuft sofort das "volle Programm"."

Herr Scheuer ist nun mal kein Beamter, also nicht vergleichbar.

"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
Carlo Schmid (SPD) 1948

„Si vis pacem para bellum“ Marcus Tullius Cicero
Eurocity341 schrieb:
Zu Herrn Scheuer selbst:

Er hat in seiner bisherigen Amtszeit im Grunde genommen, den Scherbenhaufen seiner Vorgänger übernommen. Dazu dann noch die ganzen Lobbygruppen, die in seine Tätigkeit mit eingreifen. Gestaltungsspielräume hat er daher kaum bis gar keine.
Die Auftragsvergabe an die Mautfirmen hätte er ganz sicher bis zum Gerichtsurteil aufschieben können.

500 Mio. ausgeben, solange die Gegenleistung noch von einem gerichtlichen Verbot bedroht ist, sollte nicht in einem Untersuchungsausschuß sondern von der Strafjustiz behandelt werden.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.20 16:55.

Re: Scheuer muss weg

geschrieben von: kmueller

Datum: 11.10.20 14:14

Null2 schrieb:
"Wenn ein kleiner Beamter sich auch nur eine Kleinigkeit daneben benimmt, läuft sofort das "volle Programm"."

Herr Scheuer ist nun mal kein Beamter, also nicht vergleichbar.
Das Strafrecht gilt auch für Minister. Dagegen immun sind nur Kaiser.

Qualitätsjournalismus ?

geschrieben von: BOS

Datum: 11.10.20 14:17

Alle die hier den Daumen nach unten drehen, sollten sich mal fragen aufgrund welcher Informationen sie das tun?

Ich frage mich schon lange warum der Minister nicht alles offen darlegt? Vielleicht haben ja beiden Seiten Recht?

Da hier ja ein munteres Rätselraten herrscht, darf ich ja wohl auch mitmachen?! Wie wäre es denn wie folgt: Bei den bekannten Summen sind ja Nachlässe auch im kleineren Prozentbereich nicht zu verachten. Und wenn der Minister hier bei schnellst möglichem Vertragsabschluß 3 oder 5 oder vielleicht sogar noch mehr Prozent einsparen konnte, dann ist es natürlich so, dass die Industrie hier gerne bereit war, den Vertragsabschluß nach hinten zu verschieben, wegen der EU usw und der Minister die Großwetterlage aber anders wahrgenommen hat, bsw das man in Brüssel anders entschieden hätte, bei vorhandenem Vertragsabschluß ? Gut, die Sache ist wie bekannt ausgegangen und der Andi hat sich verzockt. Hat er das wirklich? Oder ist er in eine Falle getappt?
Wo liegt eigentlich das Problem im System?
Wenn ich mit dem Auto losfahre bin ich über kurz oder lang jenseits unserer Grenzen nicht nur (auch) Ausländer, ich muß auch ganz schön tief in die eigene Tasche greifen will ich auf schnellstem Weg durch Frankreich oder bsw auch durch die Schweiz oder Österreich fahren!
Wie haben die das denn hinbekommen, dass das so (einfach) hingenommen wird und man in Deutschland überall "frei" fahren kann?
So doof wie hier die Politiker dargestellt werden, so doof können die nicht sein!
Ich würde mich daher hüten, aufgrund von journalistischen (ideologischen) Ergüssen, hier in den Foren meine Daumen in der einen wie in der anderen Form zu gebrauchen.
Ganz ehrlich, mir gibt der Andi auch mehr Rätsel auf als das er Lösungen anbietet ( jedenfalls nach mir bekannter Quellenlage) aber ich bewundere auch seinen Mut, bei der bekannten Situation überhaupt so ein Amt anzunehmen. Deutschland wird seit vielen Jahren immer unregierbarer und wieviele gut gemeinte Aktionen sind schon gescheitert, weil überall die "Kriegsgewinnler", also die Lobbyisten ihre klebrigen Finger im Spiel haben.?
Früher war das noch in einer Größenordung der Fall, da habe ich geglaubt, dass bei dem Spiel immer 2 dazugehören. Heute hat das alles einen Umfang angenommen, da ist soviel Geld im Einsatz, dass es mir geboten erscheint, dass die Politik, auch zum Selbstschutz, die Gesetzeslage so verändern muß, das jedermann erkennen kann, wer mit wieviel Einsatz seine Interessen durchzusetzen versucht.
Wir brauchen zu allererst nicht den gläsernen kleinen Mann, sondern wir brauchen schnellstmöglich eine "gläserne Politik", sonst ist es aus mit der Demokratie in diesem Land !
Jeder Mensch ist käuflich und heute sind derart gewaltige Geldmengen im Umlauf, dass es einen nur so graust.
Und der Andi macht zur Zeit nicht den Eindruck als wolle er nur für sich Gewinn aus seinem Job ziehen.
Da steckt was ganz anderes dahinter!?
Denkt mal darüber nach.

Mit Gruß von
Unterwegs
BOS

Wenn die GUTEN nichts tun - gehört die Welt den BÖSEN

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.

Woher Wissen sie ob Pinne46 Grünkohl isst?

Erkennt man am müffelnden Schreibstil. War mir direkt in Zeile 3 mit der unterstellten 'Busmafia' klar in welche Richtung das schon wieder abrutscht. Busse sind kein Teufelszeug, ohne sie würde kaum was gehen. Und die Schiene allein ist kein Allheilmittel.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)

Re: Scheuer muss weg

geschrieben von: Null2

Datum: 11.10.20 15:20

kmueller schrieb:
Null2 schrieb:
"Wenn ein kleiner Beamter sich auch nur eine Kleinigkeit daneben benimmt, läuft sofort das "volle Programm"."

Herr Scheuer ist nun mal kein Beamter, also nicht vergleichbar.
Das Strafrecht gilt auch für Minister. Dagegen immun sind nur Kaiser.
Jo, schnack nur weiter.
Vor dem Schreiben erst mal lesen und verstehen.

"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
Carlo Schmid (SPD) 1948

„Si vis pacem para bellum“ Marcus Tullius Cicero

Ah Ha!

geschrieben von: Georgi

Datum: 11.10.20 15:22

Gegen eine "Bus Mafia". Hm!(Gebe zu ein Verunglückter Begriff) deshalb weiter oben die Frage was eine "Bus Mafia" ist. Nun schrieb Pinne46 aber gar nicht gegen Busse.Sondern nur gegen Busunternehmer die ihre Marktmacht stärken wollen. Dagegen ist doch nichts einzuwenden. Verstehe nicht das man da gleich ins grüne abgleitet. Vor allem sollte man den Grünkohl genießen. Und andere Meinungen... Na lassen wir das! Ist halt DSO.

Schönen Sonntag noch.
MrEnglish schrieb:
Pinne46 schrieb:
Ungeachtet solcher Effekte halte ich es für dennoch sehr nötig, das Thema „Flächenerschließung“ aufzurufen und vertieft zu diskutieren!

Anders als bei den hier einschlägig bekannten Forums-Querulanten („Flächenerschließung brauchen wir nicht“, “alles nur Milchkannen“, „Rückzug aus das Hauptstreckennetz“, „ich fahre meinen Uralt-Mercedes“ usw.) verkündet, wird am Zusammenwirken
* eines durch gezielte Reaktivierungen bzw. Neubauten auszudehnenden und insgesamt dichter zu befahrenden Eisenbahnnetzes als Rückgrat des ÖVs
* letztlich auch das Wohl bzw. Wehe der finanzierungstechnisch durchgepäppelten Bus-„Netze“ hängen.
Lustig, da mockierst du dich über die "finanzierungstechnisch durchgepäppelten Busnetze" forderst aber gleichzeitig Bahnstrecken in der Fläche. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Ich will dir aber mal zugute halten, dass du sicher nicht weißt was ÖV kostet. Der Vergleich Bus - Zug geht da rein operativ zumeist pro Bus aus, es sei denn es geht um große Fahrgastmengen. Genau die erreicht man in der Fläche nicht. Dazu kommt, dass man nie die Soweit die Flächenerschließung von Bussen erreicht.
Soweit die Allgemeinsätze der Theorie aus den 70er Jahren. Jdoch lohnt es sich an einzelnen Beispielen genau mit ehrlichen Zahlen der Kalkulation nachzurechnen. Und da wird man schnell feststellen, dass der Busverkehr für diesselbe Anzahl an Fahrgästen bei gleichem Komfort und gleicher Reisezeit gar nicht so viel billiger sein muss, wie es auch heutzutage in der Branche gern behauptet wird.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.20 16:34.

Re: Qualitätsjournalismus ?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 11.10.20 16:31

BOS schrieb:
Alle die hier den Daumen nach unten drehen, sollten sich mal fragen aufgrund welcher Informationen sie das tun?

Ich frage mich schon lange warum der Minister nicht alles offen darlegt? Vielleicht haben ja beiden Seiten Recht?

Da hier ja ein munteres Rätselraten herrscht, darf ich ja wohl auch mitmachen?! Wie wäre es denn wie folgt: Bei den bekannten Summen sind ja Nachlässe auch im kleineren Prozentbereich nicht zu verachten. Und wenn der Minister hier bei schnellst möglichem Vertragsabschluß 3 oder 5 oder vielleicht sogar noch mehr Prozent einsparen konnte, dann ist es natürlich so, dass die Industrie hier gerne bereit war, den Vertragsabschluß nach hinten zu verschieben, wegen der EU usw und der Minister die Großwetterlage aber anders wahrgenommen hat, bsw das man in Brüssel anders entschieden hätte, bei vorhandenem Vertragsabschluß ? Gut, die Sache ist wie bekannt ausgegangen und der Andi hat sich verzockt. Hat er das wirklich? Oder ist er in eine Falle getappt?
Wo liegt eigentlich das Problem im System?
Wenn ich mit dem Auto losfahre bin ich über kurz oder lang jenseits unserer Grenzen nicht nur (auch) Ausländer, ich muß auch ganz schön tief in die eigene Tasche greifen will ich auf schnellstem Weg durch Frankreich oder bsw auch durch die Schweiz oder Österreich fahren!
Wie haben die das denn hinbekommen, dass das so (einfach) hingenommen wird und man in Deutschland überall "frei" fahren kann?
So doof wie hier die Politiker dargestellt werden, so doof können die nicht sein!
Ich würde mich daher hüten, aufgrund von journalistischen (ideologischen) Ergüssen, hier in den Foren meine Daumen in der einen wie in der anderen Form zu gebrauchen.
Ganz ehrlich, mir gibt der Andi auch mehr Rätsel auf als das er Lösungen anbietet ( jedenfalls nach mir bekannter Quellenlage) aber ich bewundere auch seinen Mut, bei der bekannten Situation überhaupt so ein Amt anzunehmen. Deutschland wird seit vielen Jahren immer unregierbarer und wieviele gut gemeinte Aktionen sind schon gescheitert, weil überall die "Kriegsgewinnler", also die Lobbyisten ihre klebrigen Finger im Spiel haben.?
Früher war das noch in einer Größenordung der Fall, da habe ich geglaubt, dass bei dem Spiel immer 2 dazugehören. Heute hat das alles einen Umfang angenommen, da ist soviel Geld im Einsatz, dass es mir geboten erscheint, dass die Politik, auch zum Selbstschutz, die Gesetzeslage so verändern muß, das jedermann erkennen kann, wer mit wieviel Einsatz seine Interessen durchzusetzen versucht.
Wir brauchen zu allererst nicht den gläsernen kleinen Mann, sondern wir brauchen schnellstmöglich eine "gläserne Politik", sonst ist es aus mit der Demokratie in diesem Land !
Jeder Mensch ist käuflich und heute sind derart gewaltige Geldmengen im Umlauf, dass es einen nur so graust.
Und der Andi macht zur Zeit nicht den Eindruck als wolle er nur für sich Gewinn aus seinem Job ziehen.
Da steckt was ganz anderes dahinter!?
Denkt mal darüber nach.
Also es ist ja nicht verboten mal seinen gesunden Menschenverstand einzusetzen und darum will ich das im Bezug auf deine Ausführungen mal machen. Welchen Grund sollte es für Scheuer geben solche entlastenden Informationen zurückzuhalten? Es kam aber nur der Hinweis darauf, dass man die Einführung verschieben hätte müssen und dadurch Einnahmeverluste entstanden wären. Ignorieren wir mal, dass das gar nicht stimmt, weil diese Maut unter dem Strich mehr gekostet als sie eingebracht hätte. Die Einnahmeverluste hätten auch die Unternehmen getroffen die dennoch empfohlen haben zu warten.

Warum du im Ausland zahlen musst ist ganz einfach. In anderen Ländern hat man die nicht ausschließlich deswegen eingeführt um damit rechte Stammtischwähler zufrieden zu stellen die ihren Mangel an Selbstbewusstsein durch SUVs kompensieren. Das war der grundlegende Fehler, man brauchte ein Ausländermaut, und genau die ist nicht zulässig. Das hat auch so ziemlich jeder Experte von Anfang an gesagt. Und ja, daran ist Scheuer nicht Schuld, das haben Dobrindt und Seehofer verbockt. Es ist aber nicht strafbar dumme Gesetze einzubringen. Eine ganz andere Hausnummer ist es aber gegen die explizite Warnung von zahlreichen Experten und sogar der Vertragspartner Verträge zu unterschreiben die ein hohes Risiko für hohe Strafzahlungen bergen. Warum wohl haben die Firmen so hohe Schadensersätze reinverhandelt? Weil sie wussten, dass das schief geht und nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben wollten.
Aber das ist ja nicht mal alles. Der Bundestag hat Scheuer keinen Freibrief erteilt die Maut um jeden Preis einzuführen, es gab einen Kostendeckel von 2 Milliarden Euro. Nachdem die Vergabe aber komplett schief lief und niemand zu dem Preis die notwendige Leistung anbietet wollte hätte Scheuer diese aufheben und sich einen Nachschlag vom Bundestag abholen müssen. Stattdessen hat er aber angefangen zu tricksen und mit einem einzelnen Bieterkonsortium nachverhandelt. Dabei wurde aber nicht einfach der Preis so weit gedrückt, dass es passt, es wurden Leistungen rausgenommen und von Toll Collect übernommen, die praktischerweise gerade verstaatlicht wurde. Dadurch sind die Kosten für die Maut aber nicht auf das genehmigte Niveau gesunken, sondern sie wurden nur teilweise in andere Töpfe verlagert.

Scheuer hat also nicht nur leichtfertig Geld verspielt, er hat auch den Bundestag getäuscht. Das hat für mich nichts mehr mit unfähigem Politiker zu tun, das ist Vorsatz und damit strafbar. Leider wird es aber mal wieder laufen wie immer, der Steuerzahler löhnt und die Politiker werden nicht für ihr Fehlverhalten belangt.
ifra schrieb:
Soweit die Allgemeinsätze der Theorie aus den 70er Jahren. Jdoch lohnt es sich an einzelnen Beispielen genau mit ehrlichen Zahlen der Kalkulation nachzurechnen. Und da wird man schnell feststellen, dass der Busverkehr für diesselbe Anzahl an Fahrgästen bei gleichem Komfort und gleicher Reisezeit gar nicht so viel billiger sein muss, wie es auch heutzutage in der Branche gern behauptet wird.
Das sind keine Allgemeinplätze, das sind Erfahrungswerte aus meinem Job. Ich habe auch nie behauptet, dass der Busverkehr immer billiger ist, aber dazu muss die Nachfrage schon recht hoch sein, damit das billiger wird.
Allerdings stimmt es durchaus, dass oft nicht fair gerechnet wird. Die Ansprüche an den Bahnverkehr sind deutlich höher als beim Busverkehr. Das ändert aber nichts grundlegend an der Feststellung, dass Busse billiger sind.

Re: Verkehrswende: Schnelle Erfolge erwünscht?

geschrieben von: Allberto

Datum: 11.10.20 17:01

Alibizugpaar schrieb:
Wie können wir ein wirklich flächendeckendes Grundangebot im ÖPNV in unserem Land erreichen?

Ich fürchte dieses geschaffene Grundangebot würde immer noch wenig Leute vom Auto abziehen, selbst wenn der Bus alle 60 Minuten übers kleine Dorf kommt oder alle 30 Minuten durch die Kleinstadt kurvt. Eben weil das individuelle Ziel doch wieder zu weit abliegen kann, egal von welcher Haltestelle aus betrachtet. Man wird die Buslinien auf den Marktplatz, das Krankenhaus und den Bahnhof ausrichten. Die Arbeitsstelle, der Zahnarzt, der Supermarkt, der Schrebergarten werden aber doch wieder zu weit abseits liegen. Und ich kann von meiner eigenen werktäglichen Pendelei berichten, daß allein zwei Umsteigevorgänge und die resultierenden Wartezeiten fast so viel Zeit kosten können wie die direktr Autofahrt, führe ich mit dem Wagen zur Arbeit (25 min Autofahrt zu 18 Minuten Netto-Wartezeit). Und das, obwohl Bus und Bahn hier alle 10 Minuten kommen. Aber ich muß quer fahren und nicht ins Zentrum. Und diesen Effekt gibt es auch von allen Dörfern aus.
Wie kann die Verkehrswende gelingen?

In den vergangenen Jahrhunderten waren meist die Städte und städtischen Räume die Gegenden, in denen Kulturgeschichte geschrieben wurde, in denen neue, ungewohnte Dinge ausprobiert wurde, die später Vorbild für den weniger veränderungsbereiten (und -fähigen) ländlichen Raum wurden. Die ländlichen Regionen haben in der Regel an ihren Traditionen festgehalten, und zwar so lange, bis sie von den Erfolgen der Städte profitieren wollten bzw. bis sie die Vorteile auch bei sich umsetzen wollten. (Ausnahmen waren Rohstoffe und Energiezugang für die Industrialisierung, die auch in ländlichen Regionen vorhanden waren bzw. sind. Die Nachfrage dafür kam und kommt meist aus den Städten.)
Ich halte es deshalb für sinnvoll, die Verkehrswende in den Städten zu beginnen. Auf dem Land würde dies ungleich mehr Kosten und Zeit und Energie erfordern. Wenn die Verkehrswende in den Städten funktioniert, kommen die ländlichen Regionen von allein darauf, die Erfolge zu imitieren und die Trial-and-Error-Umwege der Städte zu vermeiden.

Ein flächendeckendes Taktangebot oder Rufbussystem auf dem Land ist aus meiner Sicht nur Ablenkungsmanöver: Durch die ständigen Lösungsversuche für die große, allumfassende und schwierige Lösung werden Zeit, Geld und Energie gebunden, die deshalb nicht in kleine, schnell erfolgversprechende Maßnahmen investiert werden. Irgendwie analog zum Ausbau des Schienennetzes in Deutschland...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.20 17:02.

Re: Qualitätsjournalismus ?

geschrieben von: kmueller

Datum: 11.10.20 17:04

MrEnglish schrieb:
Das war der grundlegende Fehler, man brauchte ein Ausländermaut, und genau die ist nicht zulässig. Das hat auch so ziemlich jeder Experte von Anfang an gesagt. Und ja, daran ist Scheuer nicht Schuld, das haben Dobrindt und Seehofer verbockt. Es ist aber nicht strafbar dumme Gesetze einzubringen. Eine ganz andere Hausnummer ist es aber gegen die explizite Warnung von zahlreichen Experten und sogar der Vertragspartner Verträge zu unterschreiben die ein hohes Risiko für hohe Strafzahlungen bergen. Warum wohl haben die Firmen so hohe Schadensersätze reinverhandelt? Weil sie wussten, dass das schief geht und nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben wollten.
Rechtlich muß man dem Scheuer vorwerfen, daß er bzw. in seiner Amtszeit sein Ministerium diese Konditionen akzeptiert und damit am Ende den Schaden verursacht hat.

Man kann ihm rechtlich nicht vorwerfen, daß er das Ausländermaut-Konzept weiterverfolgt hat. Aber man kann ihm das als Fortsetzung einer politischen Fehlentscheidung auf politischer Ebene vorwerfen, genauso wie seinen Vorgängern.

Re: Qualitätsjournalismus ?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 11.10.20 18:37

Ja, da gebe ich dir Recht.
Seiten: 1 2 3 4 All Angemeldet: -