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Guten (Sams)Tag!

Die seit Jahrzehnten schier unendliche Abfolge immer neuer „Projekte“ zu „flexiblen“ ÖV-Betriebsformen ist an sich schon ein weites Themenfeld mit bis heute bundesweit objektiv jämmerlicher Leistungsbilanz.

Unter Missbrauch immer neuer Phantasienamen werden gern Fördermittel abgegriffen, um zum gefühlten 175sten Mal einen Neuversuch anzutäuschen, mit dem
* die vom SPNV allein selbst bei progressivem Ausbau nicht leistbare und
* von der Busmafia seit Jahrzehnten konsequent versemmelte
sogenannten Flächenerschließung auf immer neue Verspielungsarten angeblich sicher gestellt werden soll.

Ein weiteres Beispiele, hier Südniedersachen:
[www.hna.de]

Also der übliche „wir haben das Bernsteinzimmer gefunden“-Kram.

Immerhin gibt es nun eine neue Dimension. Der zuständige Professor wanzt sich knallhart an die Verkehrswende-Protagonisten heran und fordert im Interview tatsächlich Unvorstellbares (Zitat aus dem Zeitungsinterview):
Frage: „Ist der organisierte Nahverkehr und die Politik in Deutschland bereit und willens, Projekte wie EcoBus umzusetzen. Was ist für die Umsetzung notwendig?“
Antwort: „Die Ablösung von Herrn Scheuer als Verkehrsminister.“

Wow!

Eher geht ein mutiertes 10m-Kamel durch eine Blutkapillare, als dass eine Polit-i-Kone wie Andreas Scheuer sich in selbstkritischer Bespiegelung üben würde. Digitalisierung? Oder doch nur homöopathische Dosen von Digitalis?

Und so bleiben die fundamentalen Zuständigkeitsirrtümer exakt so, wie wir sie uns gewöhnungstechnisch längst zurechtgelegt haben:

Der EU ist die Verkehrswende schei…egal
Dem Bund ist die Verkehrswende schei…egal
Den Bundesländern ist die Verkehrswende schei…egal
Den Provinzpolitikern ist die Verkehrswende schei…egal
Den Aufgabenträgern ist die Verkehrswende schei…egal
Den Verkehrsunternehmen ist die Verkehrswende schei…egal
Den Infrastrukturbetreibern ist die Verkehrswende schei…egal

Die Forschung hat seit Jahrzehnten schon immer „gut“ von der steuerbezahlten Alimentierung offenkundiger Nonsensprojekte gelebt, siehe netzinkompatibler Hänge- oder Schwebebahnen, auf gut Deutsch: praktizierter Aufwandsverschwendung ohne bis heute nachweisbarem Nutzen. Hamsterrad als Selbstzweck.

Doch bis heute zeigt jeder Akteur nur allzu gern mit seinen Fingern auf die anderen. Und die bürokratischen Sesselfurzer jubilieren, weil sie weiterhin nichts tun müssen – außer dem zunehmend dysfunktionalen ÖV-Ist-Zustand grinsend die Stange zu halten.

Leider ist es bei DSO kaum noch möglich, die Zukunftsentwicklung des ÖV zur Diskussion zu stellen, ohne dass die üblichen Foren-Trolle und Dummschwätzer das Thema sofort be- und zersetzen.

Ungeachtet solcher Effekte halte ich es für dennoch sehr nötig, das Thema „Flächenerschließung“ aufzurufen und vertieft zu diskutieren!

Anders als bei den hier einschlägig bekannten Forums-Querulanten („Flächenerschließung brauchen wir nicht“, “alles nur Milchkannen“, „Rückzug aus das Hauptstreckennetz“, „ich fahre meinen Uralt-Mercedes“ usw.) verkündet, wird am Zusammenwirken
* eines durch gezielte Reaktivierungen bzw. Neubauten auszudehnenden und insgesamt dichter zu befahrenden Eisenbahnnetzes als Rückgrat des ÖVs
* letztlich auch das Wohl bzw. Wehe der finanzierungstechnisch durchgepäppelten Bus-„Netze“ hängen.

Es ist schon peinlich, dass immer neue, scheininnovative Mikro-„Lösungen“ lokal aufploppen und zeitversetzt untergehen – statt dass sich die Aufgabenträger „Bund“ (der sich ja bekanntlich für gar nichts zuständig erklärt) und "Länder" (die ihre eigene Teilunfähigkeit gern an den oft noch unfähigeren Bestellerzoo herunterdeligieren…) zu einem plausiblen Gesamtkonzept bundesweit durchringen.

Dies ist zugleich ein Weckruf, endlich mal diese verblödeten DSO-Dauerscharmützel um „Zugführer/Triebfahrzeugführer/Lokführer“ in der Verwesungsgrube zu belassen und sich zur Abwechslung mit den wirklich wichtigen Themen der ÖV-Zukunft zu beschäftigen!

Übrigens: Schulzeitstaffelung ist aktuell gesellschaftlich heißest diskutiert.
Kommt nur leider auf DSO nicht vor, weil die behäbigen Platzhirsche das Thema nicht drauf haben und die einschlägigen Trolle ohnehin nur an der medialen Zersetzung des ÖV-Bestandes „arbeiten“ – mit dem Dolch in der Hand :-(

„Schöne Neue Welt“…

Grüße
Pinne46

Dieser Prof.:

geschrieben von: Mw

Datum: 10.10.20 15:38

>>Zur Person: Prof. Dr. Stephan Herminghaus
Prof. Dr. Stephan Herminghaus, geb. am 23. Juni 1959 in Wiesbaden, ist Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Er studierte Physik in Mainz, arbeitete in San José (USA), habilitierte und lehrte an der Uni Koblenz und Uni Ulm. Seit 2003 ist er am MPIDS und zudem Gastprofessor in Paris. Forschungsschwerpunkte sind komplexe Fluide, Kollektive Phänomene und Nichtgleichgewichtssysteme. Er leitet das Forschungsprojekt und -team EcoBus. Herminghaus lebt in Göttingen. (tko)<<

Ausrisszitat aus der verlinkten Seite im Ursprungsthread.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)

Kollektive Phänomene ?

geschrieben von: Georgi

Datum: 10.10.20 15:56

Die gab es in der verflossenen DDR ganz viele. (Brigade Abende,Brigade Ausflüge, Parteiversammlung,Subotnik,Hausordnug,Hausversammlung,Hausfest)u.s.w. :-))Und da forscht der?

P.S. Ach ja. Was issen ne Bus Mafia? Kollektive die KOM fahren?

Schönes Wochenende.:-))
Pinne46 schrieb:
Der EU ist die Verkehrswende schei…egal
Dem Bund ist die Verkehrswende schei…egal
Den Bundesländern ist die Verkehrswende schei…egal
Den Provinzpolitikern ist die Verkehrswende schei…egal
Den Aufgabenträgern ist die Verkehrswende schei…egal
Den Verkehrsunternehmen ist die Verkehrswende schei…egal
Den Infrastrukturbetreibern ist die Verkehrswende schei…egal

Und:

Der Bevölkerungsmehrheit ist die Verkehrswende schei...egal

Sonst würde sie Druck ausüben. Stattdessen wünscht man Radfahrern die Pest an den Hals und ist vermutlich auch willens, für den letzten Tropfen Benzin dereinst an der Tankstelle zu töten.

Busmafia

geschrieben von: Bahn4Future@eclipso.de

Datum: 10.10.20 16:54

Georgi schrieb:
Die gab es in der verflossenen DDR ganz viele. (Brigade Abende,Brigade Ausflüge, Parteiversammlung,Subotnik,Hausordnug,Hausversammlung,Hausfest)u.s.w. :-))Und da forscht der?

P.S. Ach ja. Was issen ne Bus Mafia? Kollektive die KOM fahren?

Schönes Wochenende.:-))
Ein Beispiel, was mit Busmafia gemeint ist wäre z.b. der Busunternehmer, der die Stilllegung der Thüringerwaldbahn in Gotha per Gericht erzwingen wollte um die Strecke mit Bussen zu befahren, ein anderes Beispiel dürfte ein bayrischer Landkreis sein, der seine Zustimmung zur Reaktivierung einer Eisenbahnstrecke wegen "Auswirkungen auf den Busverkehr" verweigert hat und wieder ein anderes Beispiel sind parteiische Gutachter, die Schienenreaktivierungen untersuchen sollen und Busverkehre empfehlen wie jüngst in Bottrop.

Es würde mich nicht wundern, wenn es bei den Stilllegungen der Straßenbahnen vieler westdeutscher Großstädte in der Zeit vor der Wiedervereinigung auch derartige Einflussnahmen von Busunternehmen gab.
Hallo!

Das mit den Schulzeitenstaffelung, bzw. Verlegung des Unterrichtsbeginns, ist gar nicht mal so selten in den letzten Jahren medial gelaufen (hier bei DSO, da gebe ich recht, kaum bis gar nicht). Es hat schon wissenschaftliche Untersuchungen hier gegeben, dass u. a. der Schulbeginn zeitlich nach hinten verschoben werden möge (statt z. B. 7.30 Uhr erst um 9.00 Uhr usw.). Wer da mehr erfahren möchte, nutzt bitte die gängigen Infoquellen.

Zu Herrn Scheuer selbst:

Er hat in seiner bisherigen Amtszeit im Grunde genommen, den Scherbenhaufen seiner Vorgänger übernommen. Dazu dann noch die ganzen Lobbygruppen, die in seine Tätigkeit mit eingreifen. Gestaltungsspielräume hat er daher kaum bis gar keine. Zusätzlich ist zur Zeit ja auch das Mautdebakel Gegenstand eines U-Ausschusses.

Alles weitere muss sich in nächster Zeit zeigen, was noch herauskommt.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.20 17:15.

Re: Busmafia

geschrieben von: SES

Datum: 10.10.20 17:20

Wunderschönen Sonnabend,

Busmafia - siehe auch Gruppe 4 (KOM).

Oder doch lieber BT KOM?

Gerne würde ich den ZDF Mainzelmännchen Gruß wieder geben. Nur leider war ZDF in der Tieflandsbucht scharz-weiß grisselig.
Pinne46 schrieb:
Ungeachtet solcher Effekte halte ich es für dennoch sehr nötig, das Thema „Flächenerschließung“ aufzurufen und vertieft zu diskutieren!

Anders als bei den hier einschlägig bekannten Forums-Querulanten („Flächenerschließung brauchen wir nicht“, “alles nur Milchkannen“, „Rückzug aus das Hauptstreckennetz“, „ich fahre meinen Uralt-Mercedes“ usw.) verkündet, wird am Zusammenwirken
* eines durch gezielte Reaktivierungen bzw. Neubauten auszudehnenden und insgesamt dichter zu befahrenden Eisenbahnnetzes als Rückgrat des ÖVs
* letztlich auch das Wohl bzw. Wehe der finanzierungstechnisch durchgepäppelten Bus-„Netze“ hängen.
Lustig, da mockierst du dich über die "finanzierungstechnisch durchgepäppelten Busnetze" forderst aber gleichzeitig Bahnstrecken in der Fläche. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Ich will dir aber mal zugute halten, dass du sicher nicht weißt was ÖV kostet. Der Vergleich Bus - Zug geht da rein operativ zumeist pro Bus aus, es sei denn es geht um große Fahrgastmengen. Genau die erreicht man in der Fläche nicht. Dazu kommt, dass man nie die Flächenerschließung von Bussen erreicht.

Scheuer muss weg

geschrieben von: traktionsumrichter

Datum: 10.10.20 19:33

Scheuer ist nach dem Mautdebakel überhaupt nicht mehr tragbar. Er hat eine halbe Milliarde an Steuergelder verprasselt und schert sich einen Dreck um die Verkehrswende. Am besten sollte man das Verkehrsministerium mit Herrn Gastel von den Grünen besetzen, damit es mit unserer Verkehrsinfrastruktur endlich wieder bergauf geht.

Re: Scheuer muss weg

geschrieben von: Mw

Datum: 10.10.20 19:40

traktionsumrichter schrieb:
Scheuer ist nach dem Mautdebakel überhaupt nicht mehr tragbar. Er hat eine halbe Milliarde an Steuergelder verprasselt und schert sich einen Dreck um die Verkehrswende. Am besten sollte man das Verkehrsministerium mit Herrn Gastel von den Grünen besetzen, damit es mit unserer Verkehrsinfrastruktur endlich wieder bergauf geht.
Was besseres kam (fast) nie nach.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)
MrEnglish schrieb:


Ich will dir aber mal zugute halten, dass du sicher nicht weißt was ÖV kostet. Der Vergleich Bus - Zug geht da rein operativ zumeist pro Bus aus, es sei denn es geht um große Fahrgastmengen. Genau die erreicht man in der Fläche nicht. Dazu kommt, dass man nie die Flächenerschließung von Bussen erreicht.
Hallo,

deswegen sollte es ja auch nicht heißen Zug oder Bus, sondern beides aufeinander abgestimmt.
Fakt ist, das die Bahn in den meisten Fällen, wenn die Strecke ordentlich ausgebaut ist, schneller als der Bus ist. Das konnte ich bisher bei jedem Schienenersatzverkehr erleben.

Re: Scheuer muss weg

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 10.10.20 21:04

Moin.

Das sehe ich genau so.

Hat er als Minister damals nicht auch geschworen (u.a.) "Schaden vom ........ fern zu halten"?
Knapp 550 Millionen scheinen in diesem Fall nur Peanuts zu sein. Der Steuerzahler zahlt ja.
Wenn ein kleiner Beamter sich auch nur eine Kleinigkeit daneben benimmt, läuft sofort das "volle Programm".
Aber in den Region, weiter oben, spielt das scheinbar keine Rolle mehr.
Ohne wenn und aber:
Die Urväter dieser Maut sitzen nach wie vor warm und trocken.
Mit der Bahn hatte in der letzten Zeit kein Verkehrsminister was am Hut.
Außer:
Es galt sich Medienwirksam beim "Bändchen durchschneiden" zu präsentieren, und die dabei üblichen Sprüche los zu lassen.

Bis dann!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.20 21:49.
Hallo,

vorweg: ich mag Andreas Scheuer auch nicht.
Aber bevor ihr ihn hier in Bausch & Bogen verdammt, dann denkt daran, dass in den vergangenen Jahren gewaltige Summen in die Bahn, wenngleich meist nur in die DB AG, geflossen sind. Leider wissen die meisten Scheuer-Basher mit Begriffen wie "LuFV-Mittel-Erhöhung" nicht viel anzufangen, obwohl es da um Milliarden geht. Oder denkt an die genehmigungsrechtliche Vereinfachung bei der Elektrifizierung von Bahnstrecken (statt wie bisher nur bei der Elektrifizierung von Straßen). Oder die Töpfe/Förderprogramme für Corona-Rettungen, für Gleisanschlüsse... Oder kennt ihr das? Auch, wenn es keine Loknummer oder die letzte 120 bei DB Fernverkehr ist?
[www.bundesrat.de]

Maut hin, bahnpolitische Überzeugung her. Aber er hat für die Eisenbahn so viel Kohle locker gemacht wie lange keiner vor ihm.

Heiko

http://www.desiro.net/Wal.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.20 22:20.
Pinne46 schrieb:Zitat:
Ungeachtet solcher Effekte halte ich es für dennoch sehr nötig, das Thema „Flächenerschließung“ aufzurufen und vertieft zu diskutieren!
Das ist natürlich ein umfagreiches Vorhaben. und ich weiß nur ansatzweise, wie das auf DSO gehen könnte.
Für mich - ich bin vor allem sehr aktiv im ADFC - ist es grundsätzlich immer ein sehr gewinnbringender Ansatz,
bestehende und erfolgreiche, etablierte Modelle zu betrachten. Ggf. 1:1 zu kopieren oder anzupassen an besondere Gegebenheiten.
Wie macht es die Schweiz auf diesem Gebiet ? Wo gibt es (halbwegs vergleichbare) Regionen auf der Welt, wo es schon passabel
läuft ?
Natürlich ist Deutschland in verschiedener Hinsicht "besonders" (autoaffin) und ohne die massive Weichenstellung durch Politik
auf allen Ebenen ist da kaum etwas durchzusetzen.
Die Niederlande sind ein ähnlich "autoverseuchtes" Land gewesen wie Deutschland - bis man eines Tages einen deutlichen Kurswechsel vollzogen hat.
Ob so etwas politisch bei uns mehrheitsfähig ist ?
Die Wahlergebnisse bei den jüngsten Kommunalwahlen in NRW stimmen mich nachdenklich....

Eine Wende setzt entsprechende Player in der Politik und Wahlergbnisse voraus....

Ein sehr weites Feld.....



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.20 22:12.

Re: Scheuer pumpte Milliarden in die (Deutsche) Bahn

geschrieben von: andreas +

Datum: 11.10.20 01:32

Der Zeuge Desiros schrieb:
... denkt daran, dass in den vergangenen Jahren gewaltige Summen in die Bahn, wenngleich meist nur in die DB AG, geflossen sind. ...

Maut hin, bahnpolitische Überzeugung her. Aber er hat für die Eisenbahn so viel Kohle locker gemacht
Ja, mag sein, aber viel (Steuer-)Geld ausgeben allein hilft nicht. Helmut Kohl sagte mal "es kommt darauf an, was hinten 'rauskommt". Und da sieht's bei Scheuer und Deutscher Bahn schlecht aus. (Man schaue mal auf Stuttgart 21; für arg viel Geld wird ein Bahnhof mit 16 Bahnsteiggleisen zu einem mit lediglich 8 Bahnsteiggleisen zurückgebaut, und das dann als großartige Modernisierung angepriesen).

Re: Dieser Prof.:

geschrieben von: Gt2x4/4

Datum: 11.10.20 07:29

Mw schrieb:
>>Zur Person: Prof. Dr. Stephan Herminghaus
Prof. Dr. Stephan Herminghaus, geb. am 23. Juni 1959 in Wiesbaden, ist Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Er studierte Physik in Mainz, arbeitete in San José (USA), habilitierte und lehrte an der Uni Koblenz und Uni Ulm. Seit 2003 ist er am MPIDS und zudem Gastprofessor in Paris. Forschungsschwerpunkte sind komplexe Fluide, Kollektive Phänomene und Nichtgleichgewichtssysteme. Er leitet das Forschungsprojekt und -team EcoBus. Herminghaus lebt in Göttingen. (tko)<<

Ausrisszitat aus der verlinkten Seite im Ursprungsthread.

Gruß
Mw
Schön.

Hoffentlich weiß der Herr Professor auch, wer für die Entlassung von Bundesministern zuständig ist.

.

Re: Scheuer pumpte Milliarden in die (Deutsche) Bahn

geschrieben von: Marienfelde

Datum: 11.10.20 08:53

Der Zeuge Desiros schrieb:
Hallo,

vorweg: ich mag Andreas Scheuer auch nicht.
Aber bevor ihr ihn hier in Bausch & Bogen verdammt, dann denkt daran, dass in den vergangenen Jahren gewaltige Summen in die Bahn, wenngleich meist nur in die DB AG, geflossen sind. Leider wissen die meisten Scheuer-Basher mit Begriffen wie "LuFV-Mittel-Erhöhung" nicht viel anzufangen, obwohl es da um Milliarden geht. Oder denkt an die genehmigungsrechtliche Vereinfachung bei der Elektrifizierung von Bahnstrecken (statt wie bisher nur bei der Elektrifizierung von Straßen). Oder die Töpfe/Förderprogramme für Corona-Rettungen, für Gleisanschlüsse... Oder kennt ihr das? Auch, wenn es keine Loknummer oder die letzte 120 bei DB Fernverkehr ist?
[www.bundesrat.de]

Maut hin, bahnpolitische Überzeugung her. Aber er hat für die Eisenbahn so viel Kohle locker gemacht wie lange keiner vor ihm.

Heiko
Vorab: Scheuer ist insbesondere wegen des Maut-Desasters seit längerer Zeit untragbar, und es spricht sehr gegen die Bundesregierung, an so einer Person festzuhalten. Wenn er an den Unfug, den er zur Maut verbreitet, auch noch selbst glaubt, mag ihn dies natürlich entlasten.

Die im Link nachlesbare Erhöhung der Regionalisierungsmittel ist selbstverständlich bekannt, und sie ist sicher ein erfreulicher Ausdruck langsamer politischer Umorientierungsprozesse.

Dem SPNV wird (bei aller Kritik auch dank der positiven Entwicklung seiner Fahrgastzahlen) wieder ein größeres Gewicht beigemessen - einen gewissen Anteil an diesem Erfolg können sich auch Leute wie wir kollektiv zuschreiben.

Zur eigentlichen Frage: Wie können wir ein wirklich flächendeckendes Grundangebot im ÖPNV in unserem Land erreichen? Wenige Gedanken dazu:

1. Die föderalen Strukturen insbesondere beim für den Flächenaufschluß prädestinierten Bus sind für "eine bundesweite Lösung" dieser Frage sicherlich nicht sehr förderlich. Immerhin dürften die Verbünde zu einer tendenziellen Angleichung der Fahrpreise geführt haben.

2. Positiv ist sicher auch die Tendenz, überall Nahverkehrspläne zu entwickeln - die Beschäftigung der Politik mit dem Thema ÖV, die hier zum Ausdruck kommt, ist auch ein Fortschritt, und sie eröffnet über die damit verbundenen Diskussionsprozesse Chancen für "unsere Leute" vor Ort, sich für bessere Standards einzusetzen.

3. Vielleicht ein "externes Beispiel": Die ökonomische Stellung der Frau war in der DDR bekanntlich besser als in der "Alt-BRD" (höhere Erwerbsarbeitsquote, geringere ökonomische Abhängigkeit vom Mann, bescheidene Ansätze zur Frauenförderung, als dieses Wort noch ungebräuchlich war).

Im Gefolge der auch durch die "Einheit" verbundenen gesellschaftlichen Umbrüche gelang es, einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz gesetzlich zu verankern. Dieser Rechtsanspruch hat zu sehr deutlichen Veränderungen in der diesbezüglichen Kommunalpolitik besonders in den westdeutschen Flächenländern geführt - insgesamt ist ein Bemühen erkennbar, den gesetzlichen Anspruch auch zu verwirklichen.

4. Aus 3. würde ich schlußfolgern: Gelänge es, auch ein einklagbares "Recht auf ÖV" zu verankern (auf die Schnelle habe ich die entsprechenden Bestimmungen in Schweizer Kantonen natürlich nicht gefunden, wie immer in solchen Fällen), würde ein sehr großer politischer Handlungsdruck in unserem Sinne aufgebaut werden.

Gelänge es, so ein Gesetz politisch durchzusetzen, wäre die Saat für eine Mobilitätswende, die diesen Namen verdient, gelegt.

Allseits einen schönen Sonntag wünscht Euch
Marienfelde

Re: Scheuer muss weg

geschrieben von: silvestergm

Datum: 11.10.20 08:59

Ha, ha, ha....selten so gelacht.

Dessen Wein ich trink, dessen Lied ich sing.

Wie war das damals als die Grünen in den Bundestag in Bonn zogen? Fahrradständer mußten her, weil die neuen Politiker die Möglichkeit haben wollten mit dem Rad zum Bundestag zu kommen. Leider sind die bis zum Umzug nach Berlin immer Jungfräulich geblieben. Dann haben die Grünen mal eben eine Dienstlimousine von (glaube) Frankfurt nach Hamburg geschickt um Champagner zu holen für ihr Parteifest.

Aber zur Ehrenrettung muß ich sagen das die Grünen schon einiges in der Republik zum positiven für die Umwelt getan und ein anderes denken initiiert haben. Aber die sind nicht die Heilsbringer, wie sie sich gerne darstellen.



Der Westfale im Rheinland.
Dein Schreibstil gleicht einzig einem Pinne-Stuhlgang nach zu viel Grünkohl.

Gruß, Olaf

(,“)
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_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)
Radiowaves schrieb:
Und:

Der Bevölkerungsmehrheit ist die Verkehrswende schei...egal

Sonst würde sie Druck ausüben. Stattdessen wünscht man Radfahrern die Pest an den Hals und ist vermutlich auch willens, für den letzten Tropfen Benzin dereinst an der Tankstelle zu töten.
Ich fürchte, damit hast Du die eigentliche Wurzel des Übels auf den Punkt gebracht. Alles andere sind im wesentlichen 'Folgeschäden'.
Kann man auch sehr schön an dem Verhältnis derjenigen ablesen, die sich vor Ort für Reaktivierungen oder Taktverdichtungen wirklich einsetzen. Gründet wer eine 'Dagegen'- BI hat die sofort 10x soviele Mitglieder.
Problem ist, dass das leider nicht so einfach zu ändern ist.
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