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Re: Vermutlich reichen die regionalen Bio-Rüben nicht?

geschrieben von: Djensi

Datum: 14.09.20 10:19

215 122-3 schrieb:
Wegen des Dürresommers soll die Rübenkampagne dieses Jahr tatsächlich erst einen Monat später beginnen.
Weil es beim Transport dann zu Überschneidungen mit der Maisernte kommt, könnte das die Chance für die Bahn sein, denn so können Sattelzüge für den eher regionalen Maistransport freigesetzt werden.

Erst kürzlich beklagte sich der Bundesbauernverband über die dritte Dürreernte in Folge.
So schlimm kann es aber dann doch nicht gewesen sein. Schon seit Jahren ist Deutschlands meistverkaufter Traktor der Fendt 724, gefolgt vom Fendt 516 und 313, also alles Traktoren in der Preisliga 100 000 bis 220 000 Euro. Dafür ist immerhin noch genug Ernteertrag da.
Landwirtschaft ist eine Industrie und die wird subventioniert. Eine betriebliche Investition wird, wie bei ganz vielen anderen Betrieben auch, häufig über Kredite finanziert. Wenn ein Landwirt warten würde, bis sein Gewinn eine solche Anschaffung rechtfertigt, wäre er verloren.
Heutzutage wird die Feldbearbeitung per GPS-gestützer Programme vorgenommen, da muss der Landwirt in solche Maschinen investieren, sonst ist er raus aus dem Geschäft.
und schont auch noch die Umwelt, da satellitengestützt der Düngerbedarf quadratmetergenau gesteuert werden kann, der Bodendruck geringer ist, der Kraftsstoffverbrauch verringert und dank jeweils modernster Angasreinigung der Schadstoffausstoß auch verringert wird.
In einer Welt, in der V100, Ludmilla und 218 das Maß der Dinge sind, vielleicht nicht sofort verständlich.
Gruß
Eberhard
ikonengold.de schrieb:
und schont auch noch die Umwelt, da satellitengestützt der Düngerbedarf quadratmetergenau gesteuert werden kann, der Bodendruck geringer ist, der Kraftsstoffverbrauch verringert und dank jeweils modernster Angasreinigung der Schadstoffausstoß auch verringert wird.
In einer Welt, in der V100, Ludmilla und 218 das Maß der Dinge sind, vielleicht nicht sofort verständlich.
Gruß
Eberhard

Wobei die Erfüllung der Abgasnormen nicht immer eine Frage der Technik und des Alters ist. Der Ölbrenner 50 0072 vom Bayrischen Eisenbahnmuseum schafft bei passendem Personal sogar Euro 4 ohne Filter oder Kat.

Liebe Leute,

Bleibt gesund und wenn es geht daheim!
das mag sein, wenn man die Regeln weit genug auslegt und die relativ hohe Leistung als Basis nimmt. Auch wird sie höchstens Euro IV schaffen, dir beinden Partikeln ja noch sehr großzügig war.
Bei den alten Dieselloks habe ich Zweifel.

Freundlicher Gruß
Eberhard



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.20 11:31.

Landwirtschaft ist eben keine Industrie,...

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 15.09.20 07:38

...sie ist Urproduktion, d.h. sie ist in der Lage, sich aus sich selbst heraus zu erhalten, was sie ja auch über Jahrtausende hin gemacht hat. Sie ist aber extrem wetteranfällig, ihre Erträge sind nicht unbegrenzt steigerbar, und sie muss viele Maßnahmen durchführen, die zwar für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit elementar wichtig sind (wo diese nicht gemacht werden, hat man mit ganz massiven Erosionsproblemen zu tun), die aber nicht über den Verkaufserlös der Produkte refinanzierbar sind, und - was zusehends zum Problem wird - landwirtschaftliche Fläche ist nicht vermehrbar!

Die industriebedingte Landflucht der Bevölkerung in den letzten hundertfünfzig Jahren einerseits und die Nachfrage nach billigen Lebensmitteln andererseits haben zur Einführung industrieller Produktionsmethoden in der Landwirtschaft geführt, die zwar - zusammen mit züchterischen Erfolgen - eine gewaltige Steigerung der Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft bewirkten, ihr aber andererseits einen Kapitaldienst aufgezwungen haben, den sie aus sich selbst heraus gar nicht leisten könnte. Folglich ist es nur recht und billig, wenn die Allgemeinheit das über öffentliche Mittel finanziert, zumal die ökologischen Forderungen von dritter Seite an die Landwirtschaft - die nicht selten dazu angetan sind, das Betriebsergebnis zu beeinträchtigen - immer mehr werden.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Landwirtschaft ist eben keine Industrie,...

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 15.09.20 08:24

Nietenreko schrieb:
... Folglich ist es nur recht und billig, wenn die Allgemeinheit das über öffentliche Mittel finanziert, zumal die ökologischen Forderungen von dritter Seite an die Landwirtschaft - die nicht selten dazu angetan sind, das Betriebsergebnis zu beeinträchtigen - immer mehr werden.
Wobei ich nicht verstehe, warum das nicht zu einem erheblich größeren Teil einfach durch höhere Preise an der Theke passieren kann? Denn salopp gesagt: Warum soll denn der Vegetarier mit seinen Steuermitteln die unsinnigen Schweine- oder Geflügelmastbetriebe in einigen Regionen subventionieren?

Es müsste viel mehr wieder die Wertigkeit von landwirtschaftlichen Produkten gesehen werden, die zu höheren Preisen im Laden führt. Das mag dann am Ende zwar etwas am Konsumverhalten ändern, die Landwirte würde sich dann aber vermutlich eher trauen, etwas an ihrem Wirtschaften zu ändern. Das hat dann auch nicht zwingend etwas mit einer Bio-Zertifikation zu tun.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian

Re: Landwirtschaft ist eben keine Industrie,...

geschrieben von: bauigel

Datum: 15.09.20 08:34

Sebastian Berlin schrieb:
Nietenreko schrieb:
... Folglich ist es nur recht und billig, wenn die Allgemeinheit das über öffentliche Mittel finanziert, zumal die ökologischen Forderungen von dritter Seite an die Landwirtschaft - die nicht selten dazu angetan sind, das Betriebsergebnis zu beeinträchtigen - immer mehr werden.
Wobei ich nicht verstehe, warum das nicht zu einem erheblich größeren Teil einfach durch höhere Preise an der Theke passieren kann? Denn salopp gesagt: Warum soll denn der Vegetarier mit seinen Steuermitteln die unsinnigen Schweine- oder Geflügelmastbetriebe in einigen Regionen subventionieren?
Weil es auch bei pflanzlichen Lebensmitteln nicht besser ist - oder um einem Landwirt aus dem Nachbarort zu zitieren: "Die größte Hilfe dabei, das Rauchen aufzugeben war für mich, dass ich eine Zigarettenschachtel angeschaut habe, und mir klargemacht habe, dass das die Einnahmen (nicht der Gewinn) aus dem Verkauf von anderthalb Zentnern Kartoffeln sind." Und der raucht schon seit über zehn Jahren nicht mehr

Unwidersprochen,...

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 15.09.20 09:25

...es wäre betriebswirtschaftlich das Richtigste, die Kosten der Erzeugung über die Verkaufspreise zu decken, das würde aber bedeuten, daß die Menschen wieder einen großen Teil ihres Einkommens für Lebensmittel aufwenden müssten, so, wie es nach dem Krieg und in den fünfziger Jahren noch war. In der Folge davon würde aber nur noch ein geringer Teil des Einkommens für alle anderen Güter wie Autos, Konsumgüter, Urlaubsreisen etc. zur Verfügung stehen, mit den entsprechenden nachteiligen Folgen für die Unternehmen in diesen Branchen und die daran hängenden Arbeitsplätze. Es wäre auch ökologisch sinnvoll, weniger zu verbrauchen, sprich die Dinge des täglichen Bedarfs oder auch höherwertige Konsumgüter so haltbar zu machen, daß man nur wenige davon in seinem Leben kaufen muss, aber diese Erkenntnis ist noch nicht sehr verbreitet, oder zumindest hat sie noch nicht oft zu aktivem Handeln geführt.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Abschließbare Zuckerdosen

geschrieben von: Lalu

Datum: 15.09.20 10:24

Hallo,

die Zeiten, in welchen Zucker so wertvoll war, dass er in abschließbaren Zuckerdosen aufbewahrt wurde, sind mit der „Erfindung“ der Zuckerrübengewinnung vorbei. [tfgrothe.eu] Selbst die Handstreuer für den wertvollen Inhalt waren damals kleine Kunstwerke.

Beispiel: [beta.lot-tissimo.com]

Und es ist egal ob Vegetarier oder Fleischesser, bei beiden werden die „Grundprodukte“ subventioniert. Der Verbraucher möchte bzw. (tlw.) kann andere Preise nicht zahlen. Und selbst Bio-Produkte werden hauptsächlich über die großen klassischen Lebensmittelketten oder größeren Biomarktketten vertrieben. Bis hin zu der Tatsache, dass die Marktführer selbst „Landgrapping“ in großem Stil betreiben. [taz.de] oder [www.agrarheute.com] Früher waren die Sklaven direkt an der Kette. Heutzutage sind die Bauern von den großen Handelsunternehmen abhängig. Welche ja auch irgendwie „Ketten“ sind.

Grüße,
Lalu



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.09.20 10:30.

Re: Abschließbare Zuckerdosen

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 15.09.20 11:27

Lalu schrieb:
Hallo,

...

Und es ist egal ob Vegetarier oder Fleischesser, bei beiden werden die „Grundprodukte“ subventioniert. Der Verbraucher möchte bzw. (tlw.) kann andere Preise nicht zahlen. Und selbst Bio-Produkte werden hauptsächlich über die großen klassischen Lebensmittelketten oder größeren Biomarktketten vertrieben. ...

Grüße,
Lalu
Natürlich ist der Vertrieb ein Faktor, der den Bauern die Preise vermiest. Denn wenn einer die Preise senkt, machen alle anderen mit und der Landwirt schaut in die Röhre. Viele Bio-Produkte werden ja auch von den gleichen Firmen weiterverarbeitet, wie die konventionellen Produkte, weshalb die Vertriebsstrukturen dort ähnlich sind. Ob eine Molkerei nun Biomilch oder konventionelle Milch herstellt, ist technisch identisch. Man muss nur die Reihenfolge im Produktionsablauf beachten.

Die Billig-Preise, die jedoch aktuell für diverse Lebensmittel aufgerufen werden, spiegeln deren tatsächlichen Wert nicht wider. Und da muss man ansetzen und die Preise erhöhen, damit möglichst bei den Erzeugern mehr hängen bleibt. Dann kann man wieder mehr in Richtung "Klasse statt Masse".
Wie Nietenreko schon schrieb, muss man dann natürlich anteilig mehr Geld für die eigenen Ernährung ausgeben und ggf. sein Konsumverhalten umstellen. Aber schädlich ist das nicht. Wenn dem Erzeuger dann am Ende mehr Geld in der Tasche bleibt, wäre dies meiner Meinung nach sogar wünschenswert.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.09.20 12:24.
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