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PM der DB vom 11.9.2020


Mehr Komfort: Neufahrzeug Siemens Mireo für Erweiterung der S-Bahn Rhein-Neckar vorgestellt
Aufgabenträger der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen investieren rund 270 Millionen Euro in neue Fahrzeuge für ein erweitertes S-Bahn-Netz ab 13. Dezember 2020 + Neue Fahrzeuge ab 14. September im Probebetrieb zwischen Mannheim und Biblis

Das Liniennetz der S-Bahn Rhein-Neckar ist das verkehrliche Rückgrat der Metropolregion Rhein-Neckar. Am 13. Dezember 2020 startet DB Regio als heutiger und künftiger Betreiber den Verkehr im Los 2 der S-Bahn Rhein-Neckar im Rahmen des neuen Verkehrsvertrages. Dazu gehören die heutigen S-Bahn-Linien S5/S51, S6 sowie die neue S9. Zum Einsatz kommen hier sukzessive Neufahrzeuge vom Typ Mireo (Baureihe 463) des Herstellers Siemens Mobility.

Die verantwortlichen Aufgabenträger - das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd) und die Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) für den hessischen Landkreis Bergstraße – sowie DB Regio Mitte und Siemens Mobility haben am Freitag, 11. September 2020, die neuen Fahrzeuge präsentiert. Erste Fahrzeuge gehen ab Montag, dem 14. September 2020, in den Probebetrieb auf planmäßigen Zügen mit Fahrgästen.

Die dreiteiligen, 70 Meter langen Züge verfügen über 200 Sitzplätze. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h. Das Innendesign sorgt für ein großzügiges Raumgefühl mit modernem Komfort und Sicherheit, unter anderem durch große Displays für Fahrgastinformationen in Echtzeit, für Fahrgäste kostenfreiem WLAN sowie Sicherheitsüberwachungssysteme im Fahrgastraum. Die Fahrgäste profitieren von einer bequemen Sitzlandschaft, Steckdosen, einer leistungsfähigen Klimaanlage und fünf Mehrzweckbereichen mit ausreichend Platz für Kinderwagen, Rollstühle und bis zu 26 Fahrrädern.

Das großräumige Universal-WC im Mittelwagen, in dem sich auch ein Wickeltisch für Kleinkinder befindet, ist für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste rampenfrei zugänglich. Alle Einstiege verfügen über einen Schiebetritt, der den Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zug überbrückt und so das Einsteigen erleichtert. An den speziell für die S-Bahn ausgebauten und modernisierten Stationen und Bahnsteigen mit einer Höhe von 76 cm bieten sie einen stufenlosen Ein- und Ausstieg. Nach Bedarf steht im Mittelwagen eine Überfahrrampe zur Verfügung, die das Fahrpersonal zum Einstieg von mobilitätseingeschränkten Reisenden bedienen kann.

Sowohl das Innendesign als auch das neue Außendesign wurden von einem durch die Aufgabenträger beauftragten Büro entwickelt und integriert die bestehenden Designelemente der Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die gelben Türen auf dunklem Hintergrund markieren deutlich die Einstiegsbereiche.

Das fahrzeughohe S-Bahn-Symbol kennzeichnet die Züge als Teil des erfolgreichen Nahverkehrssystems „S-Bahn Rhein-Neckar“ links und rechts des Rheins.
Der Mireo ist besonders energiesparend und umweltfreundlich konzipiert. Grundlage hierfür bildet die selbsttragende, geschweißte Leichtbaustruktur in Aluminium-Integralbauweise. Auch die verbesserte Aerodynamik, die Energieeffizienz der Komponenten und das intelligente Bordnetzmanagement tragen zur Reduzierung von Ressourcen, Emissionen und Lärm bei.

Die neuen Mireo kommen ab 13. Dezember 2020 auf den S-Bahn-Linien S5/S51 Heidelberg – Eppingen / Aglasterhausen sowie der neuen S9 Groß–Rohrheim – Mannheim – Schwetzingen – Karlsruhe zum Einsatz. Auf dem Abschnitt Mannheim – Weinheim – Bensheim der S-Bahn-Linie S6 wird es aus betrieblichen Gründen im ersten Betriebsjahr noch einen Mischverkehr mit den heutigen Fahrzeugen geben. Ab Dezember 2021 werden sie auch auf der gesamten S6 Bensheim – Weinheim - Mannheim - Mainz fahren und damit auch in Rheinland-Pfalz die heutigen Fahrzeuge ablösen.
Die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) ist Eigentümer der Fahrzeuge und verpachtet diese für die Dauer des Verkehrs-vertrages an DB Regio. Bis Dezember 2020 werden 38 Neufahrzeuge ausgeliefert, die übrigen 19 Fahrzeuge folgen in 2021.

Insgesamt investieren die Aufgabenträger rund 270 Millionen Euro in die neue Fahrzeugflotte.
Die Laufzeit des Verkehrsvertrages beträgt 14 Jahre.

Neufahrzeuge ab 14. September 2020 im Probebetrieb mit Fahrgästen

Zur weiteren Erprobung der ausgelieferten und zugelassenen Neufahrzeuge setzt DB Regio Mitte ab kommenden Montag, dem 14. September 2020, erste Fahrzeuge auf planmäßigen Zügen im S-Bahn-Netz ein.
Vorgesehen ist zunächst ein Zugpaar auf der künftigen S-Bahn-Linie S 9 im Abschnitt Mannheim - Biblis: Erste Abfahrt ist um 6.11 Uhr ab Mannheim Hbf mit Ankunft in Biblis um 6.37 Uhr. Die Rückleistung startet um 7.02 Uhr in Biblis mit Ankunft in Mannheim Hbf um 7.44 Uhr.
Nach Bedarf werden die neuen Triebwagen auch bei weiteren Zügen auf dieser Relation sowie zwischen Karlsruhe und Mannheim eingesetzt. Ab 12. Oktober ist dann eine sukzessive Ausweitung des Probebetriebs im Netz geplant, bei dem die Neufahrzeuge auch nach Heidelberg, Bensheim und Schwetzingen fahren. In Richtung Sinsheim/Eppingen bzw. Aglasterhausen sind erste Probefahrten ab Anfang November vorgesehen.

>>> Pressemitteilung + Innenraumbilder


Gruß,
Marko



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 17:10.
Danke für die Info!

Interessant sind die Innenraumbilder. Die 1. Klasse ist mal wieder erbärmlich ausgestattet und generell dürften die Liliput-Armlehnen auf der Fenster-/Wandseite quasi unbenutzbar sein, außer vielleicht für Kinderarme. So viel zum Thema "bequeme Sitzlandschaften"...

Gruß, Amzfriend

Lehen und Stühle

geschrieben von: Freddy M.

Datum: 11.09.20 20:15

Moin,
na wenigstens keine Lederbezüge in der 1. Klasse. Viel problematischer, als die Länge der Lehne ist, ist der fehlende Abstand zur Wand, sodass das Ablegen des Arms nicht/kaum möglich ist. Das dürfte den langen und deshalb sehr schmalen Wagenkasten geschuldet sein!?

Im Abellio Talent BW sind die Lehnen enorm hoch. Ist das hier auch der Fall, es dürfte sich um Matsh 2 handeln?

Ich bin gespannt und hoffe auf höhere Pünktlich durch V max 160 km/h auf der (dann) S9.

Grüße
Freddy
Hallo,

also für eine S-Bahn finde ich zwei Doppelspuren pro Wagon ohnehin schon sehr wenig (zum Vergleich, klassische S-Bahn-Fahrzeuge wie die Baureihen 420 oder 472 haben 4 Doppelspuren pro Wagon), aber dann auch noch direkt an jedem Eingangsbereich zwei Stufen zu platzieren - da muss der Fahrgastfluss ja völlig ins Stocken geraten.

Gruß Jörg

es ist ja auch keine klassische S-Bahn

geschrieben von: der pasinger

Datum: 11.09.20 21:46

ja, die erwähnten Merkmale sind nicht unkritisch,
allerdings ist ist die Strecke keine klassische "S-Bahn", sondern eine eine ehemalige 08/15 Silberling- Nahverkehrszugsbahn (141er Genickschlag - you know?)in Dunstraum einer Großstadt, die neumodisch von der Politik zur "S-Bahn" befördert wurde. Der "Karpfen" ersetzt ja keine 420 oder 423 ...

mfg
Nils

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: Tz 4683

Datum: 12.09.20 07:06

Hej,

das sind einfach Regionalbahnen die zur S-Bahn umgezeichnet wurden(wie so oft damit es 'cool' ist), das hat aber nichts am Charakter der Linien geändert.

Gruß
Tz 4683
___________________

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Na ja mal schauen wie der Mireo im Vergleich zum Desiro ML so ist.

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: 146 227

Datum: 12.09.20 08:51

Tz 4683 schrieb:
Hej,

das sind einfach Regionalbahnen die zur S-Bahn umgezeichnet wurden(wie so oft damit es 'cool' ist), das hat aber nichts am Charakter der Linien geändert.
Hallo,
so ganz stehen lassen kann man das nicht. Im Gegensatz zu anderen S-Bahnen (als auch geplanten) ist die S-Bahn RheinNeckar schon was anderes.
Du hast zwischen Heidelberg und Mannheim Hbf eine Art Hauptstrecke wo fast alle S-Bahnen fahren und das sehr dicht (4-5 Züge/h*). Heidelberg - Neckargemünd ist sehr dicht befahren.
Es macht schon einen Unterschied mit was man das vergleicht. Ja es gibt keine Stammstrecke aber das ist immer noch eher eine S-Bahn als im Breisgau.. zumal ja pro Wagenkasten 2 Türen vorhanden sind - was bei einem 4-Teiler auch 8 Türen (ex ET 425) gewesen wären (z.B. Stadler FLIRT)

*S-Bahnen mit weiterem NV sogar deutlich mehr und auf Teilabschnitten nochmals mehr.
Strizie schrieb:
Na ja mal schauen wie der Mireo im Vergleich zum Desiro ML so ist.
Nach ersten Berichten (aus Freiburg) im Forum sehr leise im Betrieb beim fahren/bremsen/beschleunigen.


JoergAtDSO schrieb:
Hallo,

also für eine S-Bahn finde ich zwei Doppelspuren pro Wagon ohnehin schon sehr wenig (zum Vergleich, klassische S-Bahn-Fahrzeuge wie die Baureihen 420 oder 472 haben 4 Doppelspuren pro Wagon), aber dann auch noch direkt an jedem Eingangsbereich zwei Stufen zu platzieren - da muss der Fahrgastfluss ja völlig ins Stocken geraten.

Gruß Jörg
Teilweise kann ich zustimmen aber die 425 hatten auch nur 2 Türspuren. Die Mireo sind nun mal gleich lang und haben 2 Türen weniger. Siemens hätte dann in den Endwägen 3 Türen verbauen müssen (oder eine im Mittelwagen aber dann wären es auch nur 7 und nicht 8 - 9 ist unrealistisch)
Dennoch hast du pro Wagenkasten deine 2 Türen. Das ist bei anderen Regionen (Breisgau) nicht der Fall.

Gruß

Next Stop Frankfurt Airport Long distance Trains




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.09.20 08:52.

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: truestepper

Datum: 12.09.20 11:57

146 227 schrieb:
Zitat:
Hallo,
so ganz stehen lassen kann man das nicht. Im Gegensatz zu anderen S-Bahnen (als auch geplanten) ist die S-Bahn RheinNeckar schon was anderes.
Du hast zwischen Heidelberg und Mannheim Hbf eine Art Hauptstrecke wo fast alle S-Bahnen fahren und das sehr dicht (4-5 Züge/h*). Heidelberg - Neckargemünd ist sehr dicht befahren.
Es macht schon einen Unterschied mit was man das vergleicht. Ja es gibt keine Stammstrecke aber das ist immer noch eher eine S-Bahn als im Breisgau.. zumal ja pro Wagenkasten 2 Türen vorhanden sind - was bei einem 4-Teiler auch 8 Türen (ex ET 425) gewesen wären (z.B. Stadler FLIRT)

(...)
Nur weil dort eine Art Stammstrecke für mehrere durchgebundene Regionalbahnlinien existiert, ist es noch lange keine S-Bahn. Der Begriff Regio-S-Bahn passt hier deutlich besser und dies am besten auch mit einer eigenen Bildmarke. Diese wünsche ich mir deutschlandweit für alle ähnlichen Systeme.

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: bollisee

Datum: 13.09.20 16:59

truestepper schrieb:
146 227 schrieb:
Zitat:
Hallo,
so ganz stehen lassen kann man das nicht. Im Gegensatz zu anderen S-Bahnen (als auch geplanten) ist die S-Bahn RheinNeckar schon was anderes.
Du hast zwischen Heidelberg und Mannheim Hbf eine Art Hauptstrecke wo fast alle S-Bahnen fahren und das sehr dicht (4-5 Züge/h*). Heidelberg - Neckargemünd ist sehr dicht befahren.
Es macht schon einen Unterschied mit was man das vergleicht. Ja es gibt keine Stammstrecke aber das ist immer noch eher eine S-Bahn als im Breisgau.. zumal ja pro Wagenkasten 2 Türen vorhanden sind - was bei einem 4-Teiler auch 8 Türen (ex ET 425) gewesen wären (z.B. Stadler FLIRT)

(...)
Nur weil dort eine Art Stammstrecke für mehrere durchgebundene Regionalbahnlinien existiert, ist es noch lange keine S-Bahn. Der Begriff Regio-S-Bahn passt hier deutlich besser und dies am besten auch mit einer eigenen Bildmarke. Diese wünsche ich mir deutschlandweit für alle ähnlichen Systeme.
Und was ist dann Deiner Meinung nach die S-Bahn St. Gallen? 9 Millionen Zugkilometer/Jahr und durchgehender Halbstundentakt. Rhein-Main kommt mit gerade mal 14,8 Millionen Zugkilometer auf die Hälfte mehr. Und es führt kein Zug durch eine Großstadt (wenn man von Konstanz+Kreuzlingen als eine Stadt absieht). Im Gegensatz zur benachbarten S-Bahn Zürich. Deiner Meinung nach eine Pampasmetro mit Alpenblick?

Irgendwie zeugt die Einstellung, alle anderen System als Hamburg, München, Berlin und Frankfurt abzuwerten, schon von einer gewissen Art Großstadtarroganz...
Auf dem Abschnitt nach Bensheim gab es erste (Leer)Probefahrten bereits vor ein paar Wochen!

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: glx

Datum: 13.09.20 23:02

146 227 schrieb:Zitat:

zumal ja pro Wagenkasten 2 Türen vorhanden sind - was bei einem 4-Teiler auch 8 Türen (ex ET 425) gewesen wären (z.B. Stadler FLIRT)
Es zählt aber nicht Türen pro Wagenteil, sondern Türen pro Meter oder Türen pro Sitzplatz.

Dabei ist der Mireo den 425er unterlegen, was aber kaum zum Problem werden dürfte, da an den wichtigen Haltestellen ja lange genug gehalten wird.

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 14.09.20 10:41

bollisee schrieb:Zitat:
Irgendwie zeugt die Einstellung, alle anderen System als Hamburg, München, Berlin und Frankfurt abzuwerten, schon von einer gewissen Art Großstadtarroganz...
Das ist doch klar, man will eine einfache Weltansicht. Und dazu gehört eine strikte Abgrenzung, auch wenn die Übergänge fließend sind. Auch in Frankfurt (bspw.) haben S-Bahnstrecken "nur" einen Regionalbahnmäßigen Halbstundentakt. Umgekehrt haben Regionalbahnen eben auch einen mindestens halbstündlichen Takt (+ Verstärker)... Die Übergänge sind entsprechend fließend. Insbesondere wenn Regionalbahnen sich durchaus Richtung Viertelstundentakte entwickeln, aber dennoch nicht S-Bahn genannt werden (dürfen?). Von einer ehemaligen S-Bahnlinie, die so bezeichnet nur mit Einzelfahrten fuhr (bei der S-Bahn Leipzig) ganz zu schweigen.

Um es klar zu sagen: S-Bahn hat keine Definition, die sich klar von der Regionalbahn juristisch abgrenzt - es ist ein Marketingbegriff. Und genauso wirkt eine "S-Bahn" moderner und attraktiver. Folglich gewinnt man mit S-Bahnen mehr Fahrgäste als mit Regionalbahnen - bei gleichem Fahrzeug- und Fahrplanangebot! Dazu passend der Vergleich der Grundstücks- bzw. Wohnungswertigkeit.

Aber diese Sau muss seit Jahr und Tag durch's (virtuelle) Bahnerdorf getrieben werden...

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: bollisee

Datum: 14.09.20 19:18

Black Eyed schrieb:
bollisee schrieb:Zitat:
Irgendwie zeugt die Einstellung, alle anderen System als Hamburg, München, Berlin und Frankfurt abzuwerten, schon von einer gewissen Art Großstadtarroganz...
Das ist doch klar, man will eine einfache Weltansicht. Und dazu gehört eine strikte Abgrenzung, auch wenn die Übergänge fließend sind. Auch in Frankfurt (bspw.) haben S-Bahnstrecken "nur" einen Regionalbahnmäßigen Halbstundentakt. Umgekehrt haben Regionalbahnen eben auch einen mindestens halbstündlichen Takt (+ Verstärker)... Die Übergänge sind entsprechend fließend. Insbesondere wenn Regionalbahnen sich durchaus Richtung Viertelstundentakte entwickeln, aber dennoch nicht S-Bahn genannt werden (dürfen?). Von einer ehemaligen S-Bahnlinie, die so bezeichnet nur mit Einzelfahrten fuhr (bei der S-Bahn Leipzig) ganz zu schweigen.

Um es klar zu sagen: S-Bahn hat keine Definition, die sich klar von der Regionalbahn juristisch abgrenzt - es ist ein Marketingbegriff. Und genauso wirkt eine "S-Bahn" moderner und attraktiver. Folglich gewinnt man mit S-Bahnen mehr Fahrgäste als mit Regionalbahnen - bei gleichem Fahrzeug- und Fahrplanangebot! Dazu passend der Vergleich der Grundstücks- bzw. Wohnungswertigkeit.

Aber diese Sau muss seit Jahr und Tag durch's (virtuelle) Bahnerdorf getrieben werden...
Na dann hast Du ein klares Argument geliefert. Im Prinzip funktioniert also die S-Bahn St. Gallen genau, wie Du es beschreibst, aber nicht wirkt, sondern ist moderner und attraktiver. Angrenzend die S-Bahn Vorarlberg, die S-Bahnen Zürich und Zug, die "S-Bahnen" Schaffhausen und Chur, sowie S-Bahn-Standart ohne den Namen der Landkreis Konstanz, zusätzlich faktisch überall barrierefreier Einstieg. Zusammen dürfte wohl die Verkehrsleistung von Rhein-Neckar und Frankfurt erbracht werden und die Pendlerströme nicht unerheblich. Warum in den Landkreisen Friedrichshafen und Lindau nur Regionalbahnen fahren, wird deutlich: Diesel und weitgehend Stundentakt, sowie Kletterpartien beim Einsteigen, bisweilen in einen 628, am nördlichen Bodenseeufer verfehlt die . Vielleicht verfehlt der Seehas ja wegen Kletterpartien beim Einstieg in Radolfzell und Konstanz den Titel...

Dem Fahrgast ist der Name S-Bahn ohnehin schnuppe, hauptsache, der Zug fährt einigermaßen pünktlich und hat mindestens Halbstundentakt. Fahrplanminute merken, einsteigen, grobe Idee zur Fahrtroute haben und im integrierten Takt umsteigen. Da hinkt man in sogar beim RMV oder RNV noch weit hinterher. Einziger Wermutstropfen, was man unumwunden zugeben muss. Das Preisniveau ist auch dem Service angepasst, wenn man mal von einzelnen Strecken absieht.

Insofern finde ich es immer wieder befremdlich, wenn die Sau immer wieder von den Großstädtern durchs virtuelle Bahnerdorf getrieben wird. Vor dreißig Jahren hätte ich zugestimmt, noch mehr vor über 40 Jahren, als ich zum ersten Mal in einem heiligen 420er saß, aber den Anspruch, die einzige Bahnwelt zu sein, das hat heute ausgedient. Deswegen finde ich schon die Diffamierung der S-Bahn Rhein-Neckar sehr befremdlich...

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: truestepper

Datum: 14.09.20 21:01

bollisee schrieb:
Und was ist dann Deiner Meinung nach die S-Bahn St. Gallen? 9 Millionen Zugkilometer/Jahr und durchgehender Halbstundentakt. Rhein-Main kommt mit gerade mal 14,8 Millionen Zugkilometer auf die Hälfte mehr. Und es führt kein Zug durch eine Großstadt (wenn man von Konstanz+Kreuzlingen als eine Stadt absieht). Im Gegensatz zur benachbarten S-Bahn Zürich. Deiner Meinung nach eine Pampasmetro mit Alpenblick?

Irgendwie zeugt die Einstellung, alle anderen System als Hamburg, München, Berlin und Frankfurt abzuwerten, schon von einer gewissen Art Großstadtarroganz...
Also ich definiere den S-Bahn-Standard nicht über die Größe des Leistungsvolumens. Denn diese Zahl sagt qualitativ nichts aus.
Hallo zusammen,

gleislatscher schrieb:
Zitat:
Mehr Komfort: Neufahrzeug Siemens Mireo für Erweiterung der S-Bahn Rhein-Neckar vorgestell
ich bin am Montagmorgen gleich mal mit dem neuen Zug gefahren. Einige Bilder und einen erläuternden Bericht findet ihr unter [www.fr.de]

Der Zug mach wirklich einen sehr geräumigen Eindruck, was für das Konzept der Inneneinrichtung mit vielen Stellplätzen für Fahrräder, Kinderwägen und Rollstühle spricht.

Als die Bahn sich hinter Lampertheim von Gleis 2 aufs Hauptgleich nach Mannheim vorarbeitet, war das im vorderen Zugteil ziemlich ruckelig.

Zur Höchstgeschwindigkeit und der besseren Fahrbahntreue kann ich nichts sagen; gefühlt steht diese RB5 mehr als sie fährt.

Herzliche Grüße
Michael

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: Ulf Kutzner

Datum: 15.09.20 09:03

Black Eyed schrieb:
bollisee schrieb:Zitat:
Irgendwie zeugt die Einstellung, alle anderen System als Hamburg, München, Berlin und Frankfurt abzuwerten, schon von einer gewissen Art Großstadtarroganz...
Das ist doch klar, man will eine einfache Weltansicht. Und dazu gehört eine strikte Abgrenzung, auch wenn die Übergänge fließend sind. Auch in Frankfurt (bspw.) haben S-Bahnstrecken "nur" einen Regionalbahnmäßigen Halbstundentakt. Umgekehrt haben Regionalbahnen eben auch einen mindestens halbstündlichen Takt (+ Verstärker)... Die Übergänge sind entsprechend fließend. Insbesondere wenn Regionalbahnen sich durchaus Richtung Viertelstundentakte entwickeln, aber dennoch nicht S-Bahn genannt werden (dürfen?). Von einer ehemaligen S-Bahnlinie, die so bezeichnet nur mit Einzelfahrten fuhr (bei der S-Bahn Leipzig) ganz zu schweigen.

Um es klar zu sagen: S-Bahn hat keine Definition, die sich klar von der Regionalbahn juristisch abgrenzt - es ist ein Marketingbegriff. Und genauso wirkt eine "S-Bahn" moderner und attraktiver. Folglich gewinnt man mit S-Bahnen mehr Fahrgäste als mit Regionalbahnen - bei gleichem Fahrzeug- und Fahrplanangebot!

Eben nicht. Ging zwischen Frankfurt und Goddelau mit Verzicht auf Zugtoiletten einher.

Bei der Fahrzeugkapazität bin ich mir nicht sicher, ob man bei der Zuggattung 'S-Bahn'
die Stehplätze bevorzugt mitrechnet.

Tarifliche Unterscheidungen dürften weggefallen sein.

Aber vielleicht kommt da noch eine der Schnapsideen von Ringat als Tarifversuch.

Rebstockbad - Frankfurt Hbf.

Tarif 6.2.a) (XL)

[www.rmv.de]

Sommerferien: SEV-Bus Rebstockbad - Messe, ab dort war die U-Bahn der SEV.
Eine Preiskomponente nach 6 b) wurde aufgeschlagen, schließlich hat man
den zahlenden Fahrgast per Umsteigezwang in die schnelle U-Bahn genötigt.

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 15.09.20 12:25

Ulf Kutzner schrieb:
Zitat:
Eben nicht. Ging zwischen Frankfurt und Goddelau mit Verzicht auf Zugtoiletten einher.
Einzelmeinung und Mehrheitsmeinungen sollte man nicht durcheinander bringen.
Für die Mehrzahl der Fahrgäste wirkt es besser. Zudem waren die Silberlinge im Vergleich zu den 420ern keineswegs "moderner".

Auch gibt es Regionalbahnen ohne Toiletten (auch im RMV) - gerade bei der RB12 kann man sich sehr wohl fragen, wo dort der wesentliche Unterschied zur S7 liegt - insbesondere wenn nun moderne barrierefreie Züge kommen und die Vorplanungen für den Viertelstundentakt (S7 auch nur Halbstundentakt) laufen.

Ulf Kutzner schrieb:
Zitat:
Bei der Fahrzeugkapazität bin ich mir nicht sicher, ob man bei der Zuggattung 'S-Bahn'
die Stehplätze bevorzugt mitrechnet.
Nein, ist kein Kriterium. Es ist Einsatzgebietsbedingt. Ansonsten würde jede Linie mit vielen Mehrzweckabteilen (bspw. Fahrradzügen) auch zur S-Bahn.

Ulf Kutzner schrieb:
Zitat:
Tarifliche Unterscheidungen dürften weggefallen sein.
Ja. Es geht nur noch um Marketing. Mittlerweile beschränkt sich die S-Bahn auch nicht allein auf DB-Linien oder auf Kooperationen mit DB...

Ulf Kutzner schrieb:
[www.rmv.de] (...)
RMVsmart jetzt hier zu Diskutieren ist alles andere als sinnhaft und nur eine unnötige Blindgranate deinerseits. Bitte wieder verstärkt auf das Kernthema konzentrieren.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
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Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: S-Bahn Rhein-Neckar ist keine klassische S-Bahn

geschrieben von: cinéma

Datum: 15.09.20 16:00

bollisee schrieb:
Dem Fahrgast ist der Name S-Bahn ohnehin schnuppe,
Da muss ich widersprechen, der Name S-Bahn wird zumindest hier im VRS explizit mit einem Verkehrsmittel in Verbindung gebracht, dass sich von anderen positiv unterscheidet, da gibt es in den Köpfen schon eine klare Abgrenzung zur RB. Gefördert wird das auch durch die Unterschiede beim Fahrzeugeinsatz und die unterschiedliche Haltepolitik. Die S-Bahn hat auch eine innerstädtische Aufgabe, die RB so gut wie gar nicht.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.09.20 16:04.
cinéma
Da muss ich widersprechen, der Name S-Bahn wird zumindest hier im VRS explizit mit einem Verkehrsmittel in Verbindung gebracht, dass sich von anderen positiv unterscheidet, da gibt es in den Köpfen schon eine klare Abgrenzung zur RB. Gefördert wird das auch durch die Unterschiede beim Fahrzeugeinsatz und die unterschiedliche Haltepolitik. Die S-Bahn hat auch eine innerstädtische Aufgabe, die RB so gut wie gar nicht.
Die Auslegung des Begriffs S-Bahn ist entscheidend. Immer wieder taucht im Forum die Behauptung auf ein EMU mit nur zwei angDG wäre ungeeignet für solche Einsätze.
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