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GDL: Absage zu Verhandlungen zum Sanierungstarifvertrag

geschrieben von: MD 612

Datum: 10.09.20 18:29

Pressemitteilung der GDL vom 10.09.2020:

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat Verhandlungen mit der Deutschen Bahn/dem Arbeitgeberverband MOVE zu einem Sanierungstarifvertrag abgesagt (siehe Anlage). „Wir haben gültige Tarifverträge bis Februar 2021 und sehen keinen Anlass, Abstriche beim Zugpersonal zuzulassen“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.“

Darüber hinaus hat die GDL heute einen offenen Brief an die DB und die Verkehrspolitik gesandt und ausführlich begründet, warum sie einen Beitrag des Zugpersonals zur Sanierung des Konzerns ablehnt und was getan werden muss, um den DB-Konzern wieder auf Vordermann zu bringen (siehe Anlage). „Wir werden alles tun, damit unsere Kollegen die falsche Struktur des DB-Konzerns und das Missmanagement des Vorstands nicht ausbaden müssen. Sie haben nämlich den systemrelevanten Schienenverkehr – Pandemie hin oder her – rund um die Uhr sicher und zuverlässig am Laufen gehalten“, so der GDL-Bundesvorsitzende.

Bereits im Mai 2020 hatte die GDL klargestellt, dass sie das „Bündnis für unsere Bahn“ nicht für geeignet hält, um den Systemverbund Bahn zu retten, denn nicht der Global Player DB-Konzern ist systemrelevant. Systemrelevant ist die gesamte Eisenbahninfrastruktur in Deutschland mit dem gesamten direkten Personal zum Transport von Menschen und Gütern, wie Lokomotivführer, Zugbegleiter, Fahrdienstleiter, Werkstattmitarbeiter, Gleis- und Fernmeldebauer, Wagenmeister, Aufsichten, Vertriebsmitarbeitende, Disponenten in den Einsatzstellen und Betriebsleitzentralen. Definitiv nicht systemrelevant sind eine Konzernholding, ein überbordender Verwaltungsapparat und tausende von Projekten, die sich nicht mit dem Eisenbahnsystem befassen. Deshalb hat die GDL schon ihre Unterschrift zum „Bündnis für unsere Bahn“ verweigert. Weselsky: „Nicht die Corona-Pandemie hat das Desaster verursacht, sondern nur verdeutlicht, wie schlimm es um den Konzern wirklich steht.“ Überhaupt ist nicht das Zugpersonal verantwortlich für die 30 Milliarden Euro Schulden der DB, von denen ein großer Teil im Ausland verzockt wurde, für die bilanziellen Milliardenverluste des DB-Konzerns, die schon vor Corona da waren, und für die falsche Struktur des DB-Konzerns resultierend aus der ehemaligen Aufgabenstellung an die Börse zu gehen. Um Daseinsvorsorge zu gewährleisten, attraktiven Schienengüter- und -personenverkehr zu betreiben, die Klimaziele tatsächlich zu erreichen und nicht Milliarden an Steuergeldern in einer Fehlkonstruktion zu verbrennen, bedarf es eines grundlegenden neuen Ansatzes.

Auf die Ablehnung der GDL zum „Bündnis für unsere Bahn“ hat die DB bis heute nicht reagiert. Sie hat keinen vernünftigen Grund benannt, warum ausgerechnet das Zugpersonal seinen Gürtel enger schnallen solle. Übrigens hat keine einzige Wettbewerbsbahn, mit der die GDL aktuell zum Teil Abschlüsse im zweistelligen Prozentbereich erreicht hat, aufgrund der Pandemie einen Sanierungstarifvertrag gefordert.

Das Grundübel wird mit einer zum x-ten Mal wiederholten Sanierung nicht beseitigt. Die Ursache des Fehlbetrags von bis zu 13,5 Milliarden Euro liegt nicht in der Pandemie. Für die GDL ist klar: Die Einsparung von Personalkosten in Höhe von zwei Milliarden Euro wird keinesfalls vom direkten Personal erbracht, denn dort sind Arbeitsplätze offen und müssen besetzt werden. Hierzu muss auch ausgebildet werden. Dagegen könnten ganze Geschäftsfelder aus dem Systemverbund eliminiert werden und bei der Konzentration auf das Eisenbahnsystem in Deutschland wären solche Heerscharen an Verwaltung überhaupt nicht notwendig. Weselsky spricht Tacheles: „Die massiven Eigenkapitalerhöhungen verhindern bei der DB die zwingend notwendigen Reformen. Die Rettungsstrategie aus Eigenkapitalerhöhung, steigender Verschuldung und pauschalen Einsparungen zementiert die strukturellen Probleme des DB-Konzerns, anstatt sie zu lösen.“ Wird endlich eine wirkliche Reform beherzt mit der Konzentration auf die Daseinsvorsorge umgesetzt, ergibt sich erst eine wirkliche Chance auf fairen Wettbewerb und auf eine Verkehrswende. Allein dies würde helfen, die Klimaziele zu erreichen.

Das Zugpersonal hat schon unzählige Sanierungen mit desaströsen Ergebnissen erleben müssen. Weselsky: „Wir lehnen es ab, den Gürtel enger zu schnallen. Unsere Kollegen wurden schon zu oft und immer wieder mit leeren Versprechungen enttäuscht und mit Millionen von bunten Power-Point-Folien in die Irre geführt.“ Die GDL wird erst dann über einen Sanierungstarifvertrag verhandeln, wenn die Ziele, die Maßnahmen und der Zeitplan dazu stimmen. Das Herzstück dazu ist die Bahnreform II.


PM aus gdl.de: Absage zu Verhandlungen zum Sanierungstarifvertrag

Offener Brief und Absage Tarifverhandlungen an AGV MOVE (PDF)

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller
War natürlich nicht anders von der GDL zu erwarten!

Die EVG verhält sich übrigens nicht so egoistisch, man kam sofort an den Verhandlungstisch und ist sich bereits "in wichtigen Punkten einig".

Von vornherein die Bereitschaft in dieser besonderen Situation zu verneinen, zeugt von einer unglaublichen Arroganz, aber genau das kennen wir von CW.
Wieder ein Nachweis dafür, dass die Verkehrswende nicht kommen wird.

Man würde sich dadurch abhängig vom Bahnpersonal und dessen Gewerkschaften machen.

Heute haben die meisten ein Auto mit dem sie fahren können, wenn eine Bahngewerkschaft meint sie müsste den Verkehr lahmlegen. Je mehr man die Bahn stärkt, desto weniger wird das der Fall sein.

Folglich macht man sich so erpressbar und schaft einen unbezahlbaren Bahnapparat ohne Rückfallebene.

Die Verschuldung des Eingentürmers der DB (Staat) wird in 2020 voraussichtlich von 59% des BIP in 2019 auf 80% des BIP in 2020 explodieren. Weiterhin liegt die Auslastung der Züge im Fernverkehr derzeit nur auf ca. 2/3 des Vorjahresniveaus mit den entsprechenden Einnahmeausfällen. Die GDL erwartet aber offenbar, dass die Eisenbahner keinen finanziellen Beitrag leisten, sondern allein der Bund über neue Schulden (d. h. die Allgemeinheit, insbesondere zukünftige Generationen) für das Defizit der DB aufkommen soll. Da kann die GDL nur hoffen, dass der Allgemeinheit das nicht ins Bewusstsein gerufen wird.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 21:16.

Genau so ist es richtig.

geschrieben von: Lalu

Datum: 10.09.20 21:15

Hallo,

geht es einem Unternehmen schlecht soll der Mitarbeiter „mithelfen“, geht es einem Unternehmen gut soll der Mitarbeiter nicht „übermütig“ werden. Der Kuschelkurs der EVG ist eine Beleidigung an die Mitglieder, welche ihre (!!!) Interessen von einer Gewerkschaft vertreten sehen wollen. Der „prägendste“ Satz den ich Anfang der 2000er von einem Verantwortlichen der jetzigen EVG in Frankfurt/Main hören durfte: „Sie müssen auch einmal Verständnis für die Sachzwänge Ihres Arbeitgebers haben.“ Tief Luft holen und den (gut eingerichteten) Besprechungsraum sofort verlassen, war wohl eine Reaktion von mir, welche Unsachlichkeiten verhindert hat. Wenn der Mitarbeiter dank Umstrukturierung (oder was auch immer) an seinem jetzigen Arbeitsplatz überzählig wird, ist auch keine Unterstützung zu erwarten.

Grüße,
Lalu



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 21:16.

Re: GDL: Absage zu Verhandlungen zum Sanierungstarifvertrag

geschrieben von: Pio

Datum: 10.09.20 21:23

Jawohl genau das war von der GDL zu erwarten, denn sie vertritt ihre Mitglieder und nicht den Konzern.
Aber bevor nur wieder Vorverurteilungen sowie Aroganz und Egoismus verbreitet werden, solltest Du dir das mal alles komplett durchlesen und vor allen Dingen auch verstehen. Und darin steht auch einiges zum Thema Sanieren. Und die Sanierungen der letzten Jahrzehnte gingen alle nur in eine Richtung. Beschäftigte u d Ku den spüren das fast täglich. Man erklärt den Beschäftigten ständig was Marktwirtschaft ist. Und durch eine Jahrzehntelange verfehlete Personalpolitik (die GDL weist seit Jahrzehnten darauf hin) ist dieser Marktwert enorm gestiegen. Andere EVU veröffentlichen Stellenanzeigen mit Tarif + 1000,00 € + + +, da soll die GDL sich mit Sparrunden beim sozialsten und besten Arbeitgeber zugunsten von Boni ect. pp. der Großkopferten zurückhalten? Von den Spitzenverdienern dieses Konzerns ist bis jetzt nichts von Verzicht und Zurückhaltung zu höhren.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 21:32.

Re: GDL: Absage zu Verhandlungen zum Sanierungstarifvertrag

geschrieben von: Sral

Datum: 10.09.20 21:32

Sven939 schrieb:
War natürlich nicht anders von der GDL zu erwarten!

Die EVG verhält sich übrigens nicht so egoistisch, man kam sofort an den Verhandlungstisch und ist sich bereits "in wichtigen Punkten einig".

Von vornherein die Bereitschaft in dieser besonderen Situation zu verneinen, zeugt von einer unglaublichen Arroganz, aber genau das kennen wir von CW.
Guten Abend,
viele der Probleme bei der Bahn gab es auch vor Corona auf Grund falscher Entscheidungen der Politik und des Vorstandes. Ist auch verständlich, wenn man das System Bahn nicht kennt und nicht wenigstens versucht es zu begreifen.
Ebenso könnte der Vorstand ja mit Verzicht mit gutem Beispiel voran gehen.
Und dann wäre noch die Frage zu klären, wer das während des Lockdowns gefahrene Angebot so haben wollte.
Die Politik in Berlin oder der Vorstand der Bahn?
Und das dabei Miese rumkommen, hätte jedem vorher klar sein sollen.
Wir haben zu der Zeit unsere Arbeit in der Öffentlichkeit gemacht, während sich viele in das sichere Homeoffice zurück gezogen haben.
Insofern finde ich es etwas gewagt, dem Herren CW einfach Arroganz für diese Entscheidung vorzuwerfen.
Aber von einem eventuellen Nichteisenbahner kann man wohl nichts anderes erwarten.
MfG
MD 612 schrieb:
Sehr lesenswerter Brief, den man nahezu 1:1 so unterschreiben kann.

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
"Wir haben zu der Zeit unsere Arbeit in der Öffentlichkeit gemacht, während sich viele in das sichere Homeoffice zurück gezogen haben."

Vielleicht nicht alle, 40% der DB-Lokführer hatten sich krank gemeldet. Hat vielleicht jemand dazu aufgerufen?
Auf manchen Bahnlinien fuhr überhaupt kein Zug. Manche andere Bahnunternehmen hatten dagegen kaum Einschränkungen. Zum Glück gab es beim Krankenhauspersonal keine vergleichbare Krankheitswelle.

In anderen Branchen gibt es Entlassungen oder Kurzarbeit, da wäre man froh, wenn sich dies durch einen Sanierungstarifvertrag vermeiden ließe.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 21:59.

FAZ: Bahn und GDL steuern auf Tarifkonflikt zu

geschrieben von: TGV4402

Datum: 10.09.20 21:54

[www.faz.net]

<<Bahn und GDL steuern auf neuen Tarifkonflikt zu>>

Fazit: Jeder, der (noch) ein eigenes Auto hat, kann sich entspannt zurücklehnen.

Re: GDL: Absage zu Verhandlungen zum Sanierungstarifvertrag

geschrieben von: Mw

Datum: 10.09.20 21:55

Murrtalbahner schrieb:
MD 612 schrieb:
Sehr lesenswerter Brief, den man nahezu 1:1 so unterschreiben kann.
So sehe (bzw lese) ich das auch. Bei den von der GDL unterstellten Überzähligen (Verwaltung, Projekte usw) sollte man aber auch mal einige prägnante Beispiele nennen,
sonst entsteht der Eindruck, das alles - außer dem Fahrpersonal und den unmittelbar am Betrieb Beteiligten - per se keine Daseinsberechtigung hat.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)

Dich gibt's ja auch noch!

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 10.09.20 21:55

Schön, mal wieder von dir zu lesen.
Und dann gleich wieder mit Beiträgen zur allgemeinen Volksbelustigung.
Du hast mir ja so gefehlt in meiner Raupensammlung; wo warst du die ganze Zeit?
Auf Abruf in der Mottenkiste? Oder war dir zwischendurch das Dummpulver ausgegangen?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 08:23.

An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 10.09.20 21:58

Guck an, der kleine Svenilein kommt ganz zuverlässig wie Kai aus der Kiste, wenn das Schlagwort GDL fällt. Und die nächsten kommen genauso zuverlässig hinterher...

Sven939 schrieb:
War natürlich nicht anders von der GDL zu erwarten!
Stimmt auffällig...

Sven939 schrieb:
Die EVG verhält sich übrigens nicht so egoistisch, man kam sofort an den Verhandlungstisch und ist sich bereits "in wichtigen Punkten einig".
Stimmt, Egoismus kennen die nicht. Schon gar nicht im Sinne ihrer Mitglieder. Aber nun musst Du uns noch erklären, worüber die GDL verhandeln soll, wenn selbst der Bahnvorstand das der GDL nicht sagen kann. Und die "wichtigen Punkte" sind nichts weiter als Blablabla, eine Nullrunde für das nächste Jahr für die Kollegen, die die Bahn in schwierigen Zeiten am Laufen gehalten haben und der Verweis auf das statistische Bundesamt, wenn es um eine mickrige Gehaltserhöhung für das Jahr 2022 in Höhe der Inflationsrate geht. Wo waren da jetzt gleich die wichtigen Punkte wie eine grundlegende Strukturreform im Konzern und das Abstoßen verlustreicher und für das Kerngeschäft unnötiger Auslandstöchter, um die dem Bundesminister versprochene Personal- und Sachkosteneinsparung erreichen zu können??

Sven939 schrieb:
Von vornherein die Bereitschaft in dieser besonderen Situation zu verneinen, zeugt von einer unglaublichen Arroganz, aber genau das kennen wir von CW.
Schade, dass der Bahnvorstand die GDL nicht kennt und der erst solch ein schäbiges Unterfangen unterbreitet...

Achja, Claus Weselsky ist nicht alleine die GDL. Der hat auch in dem Fall den Rückhalt seiner zigtausenden Mitglieder, die ständig immer mehr werden.

TGV4402 schrieb:
Die GDL erwartet aber offenbar, dass die Eisenbahner keinen finanziellen Beitrag leisten, sondern allein der Bund über neue Schulden (d. h. die Allgemeinheit, insbesondere zukünftige Generationen) für das Defizit der DB aufkommen soll.
Falsch, die GDL erwartet, dass die Bahn selbst ihren Teil zur Reduzierung der Schulden beiträgt. Und das nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter, die den Schuldenberg nicht verzapft haben, der lange vor Corona schon da war. Steht übrigens alles in der Pressemeldung und im verlinkten offenen Brief, man muss beides nur lesen...

Zwei Fragen noch an Euch beide: Wieso verlangen eigentlich die hunderten anderen Eisenbahnen in Deutschland keinen Beitrag ihrer Mitarbeiter zur Bewältigung der Corona-Krise?? Und wo bleibt eigentlich die Nullrunde der tausenden Häuptlinge im Konzern, die ihre Indianer weiter knechten wollen, ohne die diese Häuptlinge nichts wert sind??

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: GDL: Absage zu Verhandlungen zum Sanierungstarifvertrag

geschrieben von: Pio

Datum: 10.09.20 22:01

Woher hat Du deine 40% ???
Wenn das so gewesen währe, währe das was noch gefahren ist nicht gefahren.
Und nein zu so etwas würden die, denen Du das unterstellst nie aufrufen.
Zumendestens die DB Betriebe die ich kenne hatten auch zu Coronazeiten durchschnittliche Krankenstände.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 22:02.
Mw schrieb:
Bei den von der GDL unterstellten Überzähligen (Verwaltung, Projekte usw) sollte man aber auch mal einige prägnante Beispiele nennen,
sonst entsteht der Eindruck, das alles - außer dem Fahrpersonal und den unmittelbar am Betrieb Beteiligten - per se keine Daseinsberechtigung hat.
Das ist aber gerade das Problem bei der GDL. Das Gehalt kommt ja aus dem Geldautomaten, wer braucht da Verwaltung?

Rugby Central

Wie hieß eigentlich Altrot als es neu war?


Rudolf R schrieb:
"Wir haben zu der Zeit unsere Arbeit in der Öffentlichkeit gemacht, während sich viele in das sichere Homeoffice zurück gezogen haben."

Vielleicht nicht alle, 40% der DB-Lokführer hatten sich krank gemeldet. Hat vielleicht jemand dazu aufgerufen?
Auf manchen Bahnlinien fuhr überhaupt kein Zug.
Gibt's dazu auch eine belastbare Quelle?

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
Rugby Central schrieb:
Mw schrieb:
Bei den von der GDL unterstellten Überzähligen (Verwaltung, Projekte usw) sollte man aber auch mal einige prägnante Beispiele nennen,
sonst entsteht der Eindruck, das alles - außer dem Fahrpersonal und den unmittelbar am Betrieb Beteiligten - per se keine Daseinsberechtigung hat.
Das ist aber gerade das Problem bei der GDL. Das Gehalt kommt ja aus dem Geldautomaten, wer braucht da Verwaltung?
Du scheinst den Brief nicht gelesen zu haben?!

Zitat Facebook Deutsche Bahn Konzern vom 18.3.15: "Der geplante Ausbau des Fernverkehrs, der heute vorgestellt wurde, wird in jedem Fall auch ohne Unterstützung der Länder umgesetzt und ist eigenwirtschaftlich geplant. Es wird also keinen bestellten Fernverkehr geben."
Rugby Central schrieb:
Mw schrieb:
Bei den von der GDL unterstellten Überzähligen (Verwaltung, Projekte usw) sollte man aber auch mal einige prägnante Beispiele nennen,
sonst entsteht der Eindruck, das alles - außer dem Fahrpersonal und den unmittelbar am Betrieb Beteiligten - per se keine Daseinsberechtigung hat.
Das ist aber gerade das Problem bei der GDL. Das Gehalt kommt ja aus dem Geldautomaten, wer braucht da Verwaltung?
Herr Weselsky gehört ja auch zur Verwaltung der GDL.

Diese scheint im übrigen nicht sehr effektiv zu sein:

[www.haufe.de]

<<Der Dienstvertrag mit dem ehemaligen stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurde nicht wirksam gekündigt, entschied das OLG Frankfurt a.M. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) muss damit 170.000 Euro an ihren früheren stellvertretenden Vorsitzenden zahlen.>>

[www.handelsblatt.com]

<<Die GDL hat verhindern wollen, dass eine Mitarbeiterin ihre Arbeitszeit reduziert. Das Verfassungsgericht hat nun der Mitarbeiterin Recht zugesprochen.>>

Dass Gewerkschaften über eine eigene schlanke und effektive Verwaltung verfügen, habe ich noch nicht gehört, aber das Gegenteil.

Im übrigen finden viele fahrdienstuntaugliche Tf Beschäftigung in der Verwaltung. Was denn nun? Die Leute sofort rausschmeißen?



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 22:38.
Da war doch mal so ein Vogel von Schranner Negotations als Berater drin, damit man Verhandlungen gewinnt und nicht einen Kompromiss schließt. Der war der Scharfmacher, bis dem Vorstand von der Politik signalisiert wurde, dass der Kompromiss das Zeichen der Zeit sei.

Könnte es sein, dass der wieder aktiv ist?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 22:28.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: TGV4402

Datum: 10.09.20 22:49

MD 612 schrieb:
Falsch, die GDL erwartet, dass die Bahn selbst ihren Teil zur Reduzierung der Schulden beiträgt. Und das nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter, die den Schuldenberg nicht verzapft haben, der lange vor Corona schon da war. Steht übrigens alles in der Pressemeldung und im verlinkten offenen Brief, man muss beides nur lesen...

Zwei Fragen noch an Euch beide: Wieso verlangen eigentlich die hunderten anderen Eisenbahnen in Deutschland keinen Beitrag ihrer Mitarbeiter zur Bewältigung der Corona-Krise?? Und wo bleibt eigentlich die Nullrunde der tausenden Häuptlinge im Konzern, die ihre Indianer weiter knechten wollen, ohne die diese Häuptlinge nichts wert sind??
Scheinbar hast Du irgendwas verpasst:

[www.n-tv.de]

<<Die Einbußen für die Bahn einschließlich der Beteiligungen Arriva und Schenker würden für den Zeitraum 2020 bis 2024 in einem Basisszenario mit 11,0 Milliarden Euro und in einem "negativeren Szenario" mit 13,5 Milliarden Euro beziffert. Auf den Systemverbund Bahn würden dabei 8,2 beziehungsweise 10,2 Milliarden Euro entfallen. Die Hälfte davon solle die Bahn durch "Gegensteuerungsmaßnahmen" erbringen.

So solle es etwa 2020 für den Vorstand keinen Bonus geben. Zudem würden kurz- und langfristige Sparmaßnahmen bei Mitarbeitern von Kurzarbeit bis hin zur Überprüfung der Personalplanung genannt. Die Regierung schlage vor, 75 Prozent der verbleibenden Schäden, die auf derzeit 6,9 bis 8,4 Milliarden Euro geschätzt würden, durch eine Eigenkapitalerhöhung bei der Bahn AG auszugleichen. Dabei soll "sehr zeitnah in den nächsten Wochen eine erste Tranche von 4,5 Milliarden Euro" bereitgestellt werden. Die übrigen Mittel sollen zum Jahreswechsel 2020/2021 fließen. Stelle sich im vierten Quartal heraus, dass die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Bahn beeinträchtigt werde, könne der Bund nachjustieren.>>

Wir reden hier nur über die Einbußen durch Corona. Aktuell sind die FV-Züge nur zu 2/3 des Vorjahres ausgelastetl vorher waren sie es noch viel weniger. Wenn Du rechnen könntest, dann wüsstest Du, dass dadurch ein hohes Defizit entsteht.

Zu den Privatbahnen: Auch dort wird das Personal einen Beitrag leisten müssen, sofern die Firma betroffen ist (Im NV bei Bruttoverträgen weniger der Fall). Oder glaubst Du z. B. bei Flixtrain gab es keine Kurzarbeit?
> Wir haben zu der Zeit unsere Arbeit in der Öffentlichkeit gemacht, während sich viele in das sichere Homeoffice zurück gezogen haben.

Ich gehe mal davon aus, daß Du nicht in der GdL bist. Sonst hast Du nämlich Deiner Gewerkschaft und ihrem Ziel eine Bärendienst erwiesen. Diese Aussage ist nämlich ein extreme Frechheit!

Die Wenigsten sind freiwillig zu Hause geblieben, den meisten wurde es vorgeschrieben. Und gerade so, wie es hier kam, heißt das nämlich, daß Du im Homeoffice plötzlich Kosten hast, die es sonst nicht gab und andererseits Steuerposten wegfallen. Im Extremfall kannst Du nur am Eßtisch arbieiten (weil sonst nie zu Hause gearbeitet wurde): keinen Absetzposten für das häusliche Arbeitszimmer, mehr Stromverbrauch, aber die Kilometerpauschale fällt für 3 Monate oder mehr weg – unterm Strich also weniger Geld und teils sogar mehr Arbeit. Also bitte nicht solche Verallgemeinerungen, die helfen niemanden, sorgen aber sehr zuverlässig dafür, das böse Blut nur zu nähren.

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit
Rudolf R schrieb:
"Wir haben zu der Zeit unsere Arbeit in der Öffentlichkeit gemacht, während sich viele in das sichere Homeoffice zurück gezogen haben."

Die Arbeitsbelastung und das Infektionsrisiko hielten sich angesichts der kaum vorhandenen Fahrgäste wohl sehr in Grenzen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 23:27.

Klare Worte!

geschrieben von: MichiS

Datum: 10.09.20 23:41

Hallo zusammen,


auch, wenn ich den Poltereien des Herrn Weselsky üblicherweise skeptisch gegenüberstehe, würde ich diesen Brief vorbehaltlos unterschreiben.

Jetzt würde ich mir noch ähnlich klare Worte im Bereich der Pflege, der Erziehung, der Bildung usw. usf. wünschen. Die Wirtschaft muss für den Menschen da sein, nicht anders herum.


Gruß

Michi

Kurzarbeit Flixtrain GmbH

geschrieben von: Lalu

Datum: 11.09.20 00:01

Hallo,

wieviel mehr als ihre 4 offiziellen Mitarbeiter/ geschäftsführenden Gesellschafter hat die Flixtrain GmbH? 20? Oder mehr? Diese sind ja nun nicht der Maßstab.

Grüße,
Lalu
Sven939 schrieb:
Rudolf R schrieb:
"Wir haben zu der Zeit unsere Arbeit in der Öffentlichkeit gemacht, während sich viele in das sichere Homeoffice zurück gezogen haben."

Die Arbeitsbelastung und das Infektionsrisiko hielten sich angesichts der kaum vorhandenen Fahrgäste wohl sehr in Grenzen.

Es gibt auch noch Bahnbetrieb abseits vom Personenverkehr. Geht aber wahrscheinlich über deinen Horizont. Netz ( bspw. Fdl, Instandhaltung), Cargo, nötige Verwaltung und Dispositionsplätze wären nur ein paar Beispiele, wo man tagtäglich mit x Leuten in Berührung kommt.

Gruss Kabelcontainer, Tf bei Cargo, Railion, Railion Logistics, Schenker, Schenker Rail, Cargo 2.0


Die Bahn hat einen Wert von 120 Mrd. und Mehdorn will sie für 7 Mrd unbedingt an den Russen verkaufen. Warum wohl? Schon mal was von streikenden russischen Lokführern gehört? Die werden vorher erschossen und Ruhe ist!

Urban Priol




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 00:03.
Und wie wäre es dann mit Gegensteuern? Statt immer nur weiter munter Verluste zu produzieren? Z.b. 1/3 der Kapazität des Fernverkehrs zu streichen? Um mit den verbliebenen Zügen wieder einigermaßen eine Auslastung und ein brauchbares Verhältnis von Betriebskosten zu Einnahmen her zu stellen.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif
TGV4402 schrieb:
Im übrigen finden viele fahrdienstuntaugliche Tf Beschäftigung in der Verwaltung. Was denn nun? Die Leute sofort rausschmeißen?
Ist aber auch eine zweischneidige Sache. Werden dadurch doch Stellen besetzt, für die es Eventuell bessere Leute gäbe, die das mal gelernt / studiert haben und schon anderweitig passende Berufserfahrung vorzuweisen. Will sagen, wenns ganz dumm läuft hat man nacher eine Leistungsschwache Verwaltung voller Amateure.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif
Fahrdienstuntaugliche Tf in der Verwaltung ??? Und das mit ihren Praxiswissen , wie es draußen abläuft ? ....
De David schrieb:
Und wie wäre es dann mit Gegensteuern? Statt immer nur weiter munter Verluste zu produzieren? Z.b. 1/3 der Kapazität des Fernverkehrs zu streichen? Um mit den verbliebenen Zügen wieder einigermaßen eine Auslastung und ein brauchbares Verhältnis von Betriebskosten zu Einnahmen her zu stellen.
Macht man doch.
- zwischen Berlin und Rhein/Ruhr fielen lange alle, jetzt nur noch wochentags die Mehrzahl der Taktverdichter aus
- Sprinter Berlin-München fuhren lange nur 1-2, jetzt sind sie wieder da.
- Sprinter Berlin-Frankfurt sind weiterhin nur Gelegenheitsgäste.

Aber wenn man streicht, ist es ja auch wieder falsch.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 11.09.20 08:01

TGV4402 schrieb:
Scheinbar hast Du irgendwas verpasst:
Ich habe gar nichts verpasst. Denn erstens zeigen Deine Beispiele, dass der Großteil des Bilanzdilemmas schon lange vor Corona entstanden ist und vor allem auf strukturelle Probleme im Konzern zurückzuführen ist, die zu ändern weder der Bahnvorstand noch der Eigentümer bereit sind. Wenn der Eigentümer aber an seiner kostenintensiven Struktur festhält, dann muss er die auch selbst finanzieren und nicht die Mitarbeiter, die das nicht ändern können. Zweitens sind das Schreckenszenarios eines Bahnvorstandes, der auf der Betteltour beim Bundesminister war. Denn wie Du siehst, ist die Meldung vom Mai und damit uralt.

TGV4402 schrieb:
So solle es etwa 2020 für den Vorstand keinen Bonus geben. Zudem würden kurz- und langfristige Sparmaßnahmen bei Mitarbeitern von Kurzarbeit bis hin zur Überprüfung der Personalplanung genannt.
Abgesehen davon, dass der verlinkte Artikel längst veraltet ist, Kurzarbeit war und ist fast nirgends Thema, schon gar nicht in der Stephensonstraße oder am Potsdamer Platz. Und der Vorstand lässt großzügigerweise seine Boni in 2020 sausen, um sie 2021 wieder zu kassieren und durch saftige Gehaltszuschläge auszugleichen, während die Kollegen an der Basis eine Nullrunde feiern sollen. Merkste was??...

TGV4402 schrieb:
Zu den Privatbahnen: Auch dort wird das Personal einen Beitrag leisten müssen, sofern die Firma betroffen ist (Im NV bei Bruttoverträgen weniger der Fall). Oder glaubst Du z. B. bei Flixtrain gab es keine Kurzarbeit?
Seit wann fährt Flixtrain seine Züge selber?? Ich wette, deren Betreiber hat andernorts genügend Arbeit, um den mickrigen Verlust des Flixtrain-Auftrages auszugleichen. Und im Übrigen haben viele SPNV-EVU nach wie vor Nettoverträge und betteln trotzdem nach keinem Sanierungsvertrag. Im Gegenteil, die schließen gerade auch jetzt neue Tarifverträge mit Gehaltssteigerungen ab. Und außerdem ist die GDL auch bei einer ganzen Reihe von Güter-EVU und Personaldienstleistern Tarifpartner, und auch dort besteht kein Bedarf danach. Die wissen alle, dass sie ihre Leute nicht mit Nullrunden abspeisen können, weil die nämlich sonst dort wegrennen.

TGV4402 schrieb:
Herr Weselsky gehört ja auch zur Verwaltung der GDL.
Gehört er nicht, der ist gewählter Vorsitzender. Der hat eine Funktion und verwaltet nicht. Vor allem arbeitet der effektiv für seine Mitglieder, was man von den vielen Bahnvorständen und so manchem Mitarbeiter in der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz nun auch nicht immer sagen kann.

TGV4402 schrieb:
Dass Gewerkschaften über eine eigene schlanke und effektive Verwaltung verfügen, habe ich noch nicht gehört, aber das Gegenteil.
Rund 50 Angestellte bundesweit für knapp 40.000 Mitglieder. Wer bietet mehr??

TGV4402 schrieb:
Im übrigen finden viele fahrdienstuntaugliche Tf Beschäftigung in der Verwaltung. Was denn nun? Die Leute sofort rausschmeißen?
Wenn sie effektiv arbeiten, dann nicht. Denn wenn Du richtig lesen könntest, würdest Du feststellen, dass es Weselsky nicht um die gesamte Verwaltung geht, sondern nur um den aufgeblähten Teil derselben. Und der alleine ist beträchtlich. Wozu braucht es eigentlich sechs (wenn nicht sogar mehr) Hierachiestufen zwischen einem Lokführer und dem Konzernvorstand?? Hierachiestufen mit hunderten Stäben und Projektteams, die sich gegenseitig berichten und dabei das Negative weglassen, um selbst gut dazustehen??

Und zum Schluss noch ein Hinweis: Tarifverhandlungen kann man führen, wenn man in der Organisation die Verhandlungsziele (Forderungen) beraten und beschlossen hat. Soweit ist die GDL aber noch nicht. Warum auch, wo doch die jetzigen Verträge noch bis Ende Februar 2021 laufen. Von daher wäre der Gewerkschaftsvorstand auch gar nicht ermächtigt, jetzt schon über Tarifverträge zu verhandeln und neue abzuschließen. Zumal auch überhaupt nicht bekannt ist, was der Bahnvorstand konkret von der GDL will. Denn das aufzuschreiben, sind die ja nicht in der Lage...

Aber plapper Du nur weiter Deinen DBAG-Quatsch nach. Ohne grundlegende Strukturreform bei der DB wird das jedoch nichts mit einer Verkehrswende. Und jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür...

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Die Restlichen EVUs werden wohl noch fordern

geschrieben von: BR146106

Datum: 11.09.20 13:28

Moin,

aber wohl nicht direkt, sondern eher wenn es wieder um die neue Tarifrunde gehen wird. Also je nach Laufzeit der Verträge wohl noch 1-2 Jahre. Somit wird sich zeigen ob man es schon jetzt veröffentlicht oder eben abwartet, bis man soweit ist.

Alternativ wäre der Rückzug ebenso eine Lösung der Probleme, so wie es die eurobahn wohl schon veranstaltet, wenn man mal ein wenig zwischen den Zeilen ließt.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 11.09.20 15:16

Hallo MD 612,

MD 612 schrieb:Zitat
Denn erstens zeigen Deine Beispiele, dass der Großteil des Bilanzdilemmas schon lange vor Corona entstanden ist und vor allem auf strukturelle Probleme im Konzern zurückzuführen ist, die zu ändern weder der Bahnvorstand noch der Eigentümer bereit sind. Wenn der Eigentümer aber an seiner kostenintensiven Struktur festhält, dann muss er die auch selbst finanzieren und nicht die Mitarbeiter, die das nicht ändern können.

Es ist völlig unstrittig, dass die DB schon vor Corona in den roten Zahlen war; es geht hier einzig und allein um die durch Corona entstandenen Zusatzverluste. Wie will die GDL den Eigentümer dazu bringen, die komplett aufzubringen, indem sie sich Verhandlungen mit dem Vorstand (also nicht dem Eigentümer!) verweigert? Es wäre dem Vorstand sicherlich auch lieber gewesen, der Bund hätte die DB nicht aufgefordert, fünf Milliarden von dem Corona-Verlust selbst aufzubringen.

Zitat
Abgesehen davon, dass der verlinkte Artikel längst veraltet ist
Ist das so? Hast Du aktuellere Quellen dazu?

Zitat
Und der Vorstand lässt großzügigerweise seine Boni in 2020 sausen, um sie 2021 wieder zu kassieren und durch saftige Gehaltszuschläge auszugleichen, während die Kollegen an der Basis eine Nullrunde feiern sollen.
Das weißt Du genau woher?
Es war bisher halt einfach nur 2020 ein Thema. Was ab 2021 passiert, sollte doch gerade in den Verhandlungen besprochen werden.

Zitat
Denn wenn Du richtig lesen könntest, würdest Du feststellen, dass es Weselsky nicht um die gesamte Verwaltung geht, sondern nur um den aufgeblähten Teil derselben.
Und wer definiert, welcher Teil davon aufgebläht ist? Der Teil, mit dem Weselsky nicht direkt in Kontakt steht?
Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc. Da meint wohl keiner, dass man da nennenswert kürzen könnte.

Übrigens war laut verlinktem Artikel sogar ein Ziel der Verhandlungen, die Organisation zu verschlanken. Warum verweigert sich also die GDL, wenn sie im Kern dasselbe will?

Zitat
Und zum Schluss noch ein Hinweis: Tarifverhandlungen kann man führen, wenn man in der Organisation die Verhandlungsziele (Forderungen) beraten und beschlossen hat. Soweit ist die GDL aber noch nicht. Warum auch, wo doch die jetzigen Verträge noch bis Ende Februar 2021 laufen. Von daher wäre der Gewerkschaftsvorstand auch gar nicht ermächtigt, jetzt schon über Tarifverträge zu verhandeln und neue abzuschließen. Zumal auch überhaupt nicht bekannt ist, was der Bahnvorstand konkret von der GDL will. Denn das aufzuschreiben, sind die ja nicht in der Lage...
Warum geht die GDL dann nicht hin und hört sich an, was sich die anderen Verhandlungspartner vorstellen? Wenn sie da konkret an laufende Tarifverträge dran wollen, kann die GDL immer noch sagen: "Geht jetzt nicht, läuft bis Februar 2021 (ist ja auch nicht mehr so lange hin), dazu müssen wir noch ein Mandat von unseren Mitgliedern holen, dann kommen wir wieder."
Warum die Vorab-Verweigerung, wenn Ihr noch gar nicht wisst, ob es um Tarifverhandlungen in o.g. Sinne geht?

Zitat
Ohne grundlegende Strukturreform bei der DB wird das jedoch nichts mit einer Verkehrswende. Und jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür...
Dann erkläre mir mal bitte zweierlei:
1. Wie sollte nach Vorstellung der GDL eine grundlegende Strukturreform aussehen? (Und nein, nur Schlagworte und Allgemeinplätze wie "Verwaltung verschlanken" reichen mir nicht als Antwort.)
2. Wie wollen sie die durchsetzen, wenn sie sich weigern, sich mit anderen darüber an einen Tisch zu setzen?

Schöne Grüße
Kariadsko

Manchmal ist es besser zu schweigen

geschrieben von: Lalu

Datum: 11.09.20 15:28

Kariadsko schrieb: „Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc. Da meint wohl keiner, dass man da nennenswert kürzen könnte. “

Hallo,

wer derartiges behauptet, hat definitiv keinen Durchblick in der Konzernstruktur und den Standorten der Deutschen Bahn AG. Eine Meinung kann man als Hobbyeisenbahner ja haben, aber bei nicht bekannten Fakten sollte besser Zurückhaltung geübt werden.

Grüße,
Lalu



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 15:31.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Bernd Sandmann

Datum: 11.09.20 17:21

kariadsko schrieb:
Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc.

Hallo!
Bitte nicht persönlich nehmen, aber dieser Satz kommt in meiner Top10 der albernsten DSO-Klassiker sehr weit nach oben!
MfG. B.S.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Matze1980

Datum: 11.09.20 17:38

Träum weiter. Bei uns reichenmal wieder die Büroräume nicht aus, also wurden Ruheräume, Briefkastraum und Umkleide für Azubis wegrationalisiert und Büroräume geschaffen.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein paar Sabberlätzchen in meinem Briefkasten, bedruckt mit Werbung von meinem Betriebsteil. Da frage ich mich, was das soll, wenn die Kasse angeblich so knapp ist. Nein, in dem Unternehmen ist genug Geld vorhanden.

Gruß



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 19:36.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Strizie

Datum: 11.09.20 17:58

Na ja zum Glück hat der rote Riese noch eine Milliarde € für 30 neue ICE-Züge und noch mal eine Milliarde € um neue Loks für DB Cargo zu kaufen.

Also so schlecht scheint es dem roten Riesen nicht zu gehen.
Hallo,

wieso soll man sich bei seinen Forderungen immer an den schlechten Beispielen orientieren? Eine Erhöhung bis zum Jahre 2025 um 1/3 ist auch möglich. Beispiele: [ost.ngg.net] Eine Orientierung sollte nach oben erfolgen und nicht nach unten!

Grüße,
Lalu

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Traumflug

Datum: 11.09.20 20:25

Strizie schrieb:
Na ja zum Glück hat der rote Riese noch eine Milliarde € für 30 neue ICE-Züge und noch mal eine Milliarde € um neue Loks für DB Cargo zu kaufen.

Also so schlecht scheint es dem roten Riesen nicht zu gehen.
Die anstehende Kapitalerhöhung der DB AG bedeutet auch, dass man mehr Schulden machen kann.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 11.09.20 20:45

kariadsko schrieb:
Es ist völlig unstrittig, dass die DB schon vor Corona in den roten Zahlen war; es geht hier einzig und allein um die durch Corona entstandenen Zusatzverluste.
Für letzteres bekommen fast alle Unternehmen, egal welcher Branche, Hilfe vom Staat, und das ohne Vorbedingungen wie Personalkosteneinsparungen. Aber darum geht es auch nicht. Es geht um das zusätzliche Gesamtpaket aus Milliarden-Zuschüssen und Kapitalerhöhungen, beides aus Steuermitteln, und beides nur für diesen einen Bahnkonzern. Nicht umsonst haben andere Bahnunternehmen und -verbände Klagen wegen Ungleichbehandlung und Wettbewerbsverzerrung eingereicht. Und der Bundesrechnungshof guckt auch schon (gelinde gesagt) kritisch, nachdem schon die letzten Bilanzen nur durch einen (legalen) Steiertrisck schöngerechnet wurden.

kariadsko schrieb:
Wie will die GDL den Eigentümer dazu bringen, die komplett aufzubringen, indem sie sich Verhandlungen mit dem Vorstand (also nicht dem Eigentümer!) verweigert?
Warum sollen nur bei dieser einen Bahn die Mitarbeiter Sonderopfer bringen, anstatt das endlich die grundlegenden Strukturprobleme dieses Konzern angegangen werden, um das ausufernde Kostenproblem zu lösen??

kariadsko schrieb:
Es wäre dem Vorstand sicherlich auch lieber gewesen, der Bund hätte die DB nicht aufgefordert, fünf Milliarden von dem Corona-Verlust selbst aufzubringen.
Der Bund hat das nicht gefordert. Bahn und EVG sind mit der Forderung nach Zusatzhilfen auf den Bund zugegangen und haben von sich aus Einsparungen im Personalkostenbereich angeboten. Das hat der Bund natürlich dankend angenommen in der Hoffnung, sich so in Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahlen nicht weiter mit seinem Problemkind Bahn beschäftigen zu müssen.

kariadsko schrieb:
Zitat
Abgesehen davon, dass der verlinkte Artikel längst veraltet ist
Ist das so? Hast Du aktuellere Quellen dazu?
Die Quelle steht im Artikel, der ist vom 11. Mai 2020.

kariadsko schrieb:
Zitat
Und der Vorstand lässt großzügigerweise seine Boni in 2020 sausen, um sie 2021 wieder zu kassieren und durch saftige Gehaltszuschläge auszugleichen, während die Kollegen an der Basis eine Nullrunde feiern sollen.
Das weißt Du genau woher? Es war bisher halt einfach nur 2020 ein Thema. Was ab 2021 passiert, sollte doch gerade in den Verhandlungen besprochen werden.
Du glaubst auch noch an den Weihnachtsmann?? Glaubst Du ernsthaft es fragt im nächsten Jahr noch einer danach, welche Gehaltssteigerungen die sich gegönnt haben und wie hoch die Boni für 2021 sind?? Die feiern sich selber und lachen den Rest aus...

Wenn das in den Verhandlungen besprochen werden sollte, dann hätte man das auch in der Verhandlungseinladung zusammen mit den eigenen Forderungen als entgegenkommendes Angebot schreiben können. Aber wenn Du Dir mal der Ergebnis der EVG anschaust, dann stellst Du schnell fest, dass das dort gar kein Thema ist...

kariadsko schrieb:
Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc. Da meint wohl keiner, dass man da nennenswert kürzen könnte.
Der war gut!! Ich gehe stark davon aus, dass ich den Konzern besser von innen kenne wie Du. Wenn die in der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz alles machen, aber mit Sicherheit weder Fahr- sowie Umlauf- und Dienstpläne. Die schieben sich die Berichte gegenseitig zu, die sie vorher frisiert haben, um gut dazustehen, damit die Karriere nicht gefährdet ist. Von oben nach unten und von recht nach links. Die sinnvolle Verwaltungsarbeit (eben u.a. das was Du schreibst) wird in den Regionen vor Ort erledigt.

kariadsko schrieb:
Übrigens war laut verlinktem Artikel sogar ein Ziel der Verhandlungen, die Organisation zu verschlanken. Warum verweigert sich also die GDL, wenn sie im Kern dasselbe will?
Weil es außer diesem Pressegeschwafel keine konkreten Fakten gibt. Welche Organisationseinheiten werden zusammengefasst, welche Hierarchieebenen abgeschafft?? Wann wird die Akquise von Auslandstöchtern abseits des Kerngeschäfts eingestellt und die verlustbringenden Töchter abgestoßen?? Wo bleibt die längst fällige Trennung von Netz und Betrieb, wann fällt endlich der Renditezwang für die Infrastruktursparte?? Von alledem redet kein Mensch außer Weselsky, und dem wird das hier jetzt angekreidet. Und das bei vielen nur, weil ihnen dem seine Nase nicht passt.

kariadsko schrieb:
Warum geht die GDL dann nicht hin und hört sich an, was sich die anderen Verhandlungspartner vorstellen?
Wenn ich mit jemandem verhandeln will, dann sag ich vorher, worüber ich verhandeln will. So machen das ehrbare Kaufmannsleute. Denn wenn die Kosten einsparen wollen, dann sollten sie ja ein Konzept dazu haben, worüber sie reden wollen. Die GDL geht ja bei Ablauf der Tarifverträge auch nicht einfach hin nach dem Motto, lasst uns mal reden, vielleicht kriegen wir ja mehr. Da stehen Forderungen im Raum, die der AG vor der ersten Verhandlungsrunde kennt und mit denen er sich beschäftigen kann. Und abgesehen davon schrieb ich bereits, dass die GDL noch gar nicht in Tarifverhandlungen gehen kann, weil die Ziele dazu in der Organisation noch gar nicht beraten und beschlossen sind.

kariadsko schrieb:
Wenn sie da konkret an laufende Tarifverträge dran wollen, kann die GDL immer noch sagen: "Geht jetzt nicht, läuft bis Februar 2021 (ist ja auch nicht mehr so lange hin), dazu müssen wir noch ein Mandat von unseren Mitgliedern holen, dann kommen wir wieder."
Da brauchen wir gar nicht erst hingehen, denn das wissen wir vorher. Weselsky hat schließlich noch anderes zu tun als Smalltalk mit dem Bahnvorstand zu halten. Der hat schließlich noch weitere 57 EVU zu betreuen, die unsere Tarifpartner sind. Von Pflichten in der Organisation ganz zu schweigen.

kariadsko schrieb:
Warum die Vorab-Verweigerung, wenn Ihr noch gar nicht wisst, ob es um Tarifverhandlungen in o.g. Sinne geht?
Die Bahn hat die GDL ausdrücklich zu Tarifverhandlungen eingeladen. Dazu gehört aber eben auch zu schreiben, worüber man konkret verhandeln will.

kariadsko schrieb:
Wie sollte nach Vorstellung der GDL eine grundlegende Strukturreform aussehen?
Trennung von Netz und Betrieb und Ausgliederung der Infrastruktur (Netz, Stationen, Energie, Werkstätten) in eine nicht gewinnorientierte Institution des Bundes, damit staatliche Gelder ausdrücklich dort bleiben, wo sie hingehören, nämlich in der Infrastruktur. Und damit diese Gelder nicht auf verschlungenen Wegen doch wieder bei Cargo, Regio oder Fernverkehr landen, wo sie einfach nur im Moloch versacken. Dazu Abschaffung von Hierachieebenen im Konzern, Konzentration auf's Kerngeschäft Eisenbahn und dort auf das Wesentliche, wozu auch die stringente Nutzung von Synergieeffekten gehört. Steht übrigens alles in der PM und im dort angehefteten offenen Brief. Da kannst Du es ausführlich lesen.

Wozu brauchen denn drei Konzernschwestern, die alle drei eigentlich nur Eisenbahn fahren ( die ien mit weißen Zügen, die andere mit roten Zügen, die dritte mit Kisten, Brettern und Kesseln) drei verschiedenen Planungs- und Disositionssysteme für Fahrzeug- und Personaleinsatzplanung und -disposition, jede eins für sich?? Jedes mit einer extra Truppe für die Inbetriebnahme und die laufende Systembetreuung und Reibungsverlusten untereinander ohne Ende?? Warum beschafft man nicht ein System, dass man einmal im Konzern in Betrieb nimmt und von einer Truppe konzernübergreifend betreuen lässt?? Das ist nur eins von hunderten ähnlichen Beispielen...

kariadsko schrieb:
Wie wollen sie die durchsetzen, wenn sie sich weigern, sich mit anderen darüber an einen Tisch zu setzen?
Die dahingehenden Forderungen der GDL sind Bund und Bahn längst bekannt und im verlinkten offenen Brief noch einmal benannt. Wenn Bund und Bahn mit der GDL darüber reden wollen, gerne. Dann muss man aber auch dazu einladen. Tut man aber nicht, weil man am Grundproblem nichts ändern will. Zeit war die letzten Jahre schon genug dazu, denn die Probleme wurden in den letzten Jahren schon x-fach und nicht nur von der GDL benannt.

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller
HSB Tw 44 schrieb:
Die Wenigsten sind freiwillig zu Hause geblieben, den meisten wurde es vorgeschrieben.
Oh, jetzt kullern mir aber die Tränen...

So wie ich das überblicke, haben die meisten von denen schon vorher gelegentlich zu Hause gearbeitet, ganz ohne Corona. Und sie waren nicht unfroh darüber, dass jetzt fast ständig zu tun.

HSB Tw 44 schrieb:
Und gerade so, wie es hier kam, heißt das nämlich, daß Du im Homeoffice plötzlich Kosten hast, die es sonst nicht gab und andererseits Steuerposten wegfallen.
Kosten, ja, da gucken wir mal. Drei Mark fuffzich für den Strom im Jahr, WLAN läuft sowieso aus privaten Gründen. Was denn noch?? Kannst ja Deinen Arbeitgeber fragen, dass der Dir das erstattet, das sind schließlich Betriebskosten für den, noch dazu wenn der das Homeoffice angeordnet hat. Und Kilometerpauschale?? Du trauerst tatsächlich den zehn Cent je Kilometer vom Finanzamt hinterher (Du bekommst ja schließlich keine 30cent, die werden nur vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, womit Du 10cent Steuern sparst, um gleich vorher einen altbekannten Irrtum auszuräumen), obwohl Du täglich 30 und mehr cent je Kilometer und eine Menge Zeit gespart hast, weil der Arbeitsweg wegfiel??

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

EVG: Nachverhandlungen gefordert

geschrieben von: Sven939

Datum: 11.09.20 21:48

Auch die EVG steht für ihre Mitglieder ein, nach einer Bewertung der Tarifkommission sieht man Nachbesserungsbedarf.
Die Bahn zeigt sich "mehr als verwundert".

[www.rnd.de]

Pressemitteilung von heute:
[www.evg-online.org]

Noch ein bißchen blaß, die EVG...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 11.09.20 23:07

Geht es doch derzeit hauptsächlich und vordergründig um die Einstellungszahlen. Naja, ist ja alles gut und schön. Aber das ist im Moment alles auch nur recht oberflächlich.

Vielleicht wird's ja noch. Und wenn man bei der GDL abschreibt...
Was mich ehrlich gesagt gar nicht stören würde. Besser spät (und abgeschrieben), als nie.

Doch warum nur beschleicht mich auch diesmal wieder das leise Gefühl daß da eine Finte, eine Augenwischerei, eine Mitgliederberuhigung und gespielte Entrüstung seitens des Arbeitgebers dahinterstecken könnten...?

Vielleicht, weil Svenni so euphorisch auftrumpft - nach dem Motto: "Ha, seht her, die EVG macht ja auch was und nicht nur die GDL!"?
Vielleicht, weil Erfahrungen der Vergangenheit auf ein abgekartetes Spiel schließen lassen?
Naja, man soll nicht immer negativ denken und so wünsche ich auch ganz ehrlich den Kollegen, die von der EVG vertreten werden, daß sich für sie etwas tut. Verdient hätten auch sie es auf alle Fälle!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 23:08.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 12.09.20 00:47

MD 612 schrieb:Zitat
kariadsko schrieb:Zitat:
Wie will die GDL den Eigentümer dazu bringen, die komplett aufzubringen, indem sie sich Verhandlungen mit dem Vorstand (also nicht dem Eigentümer!) verweigert?
Warum sollen nur bei dieser einen Bahn die Mitarbeiter Sonderopfer bringen, anstatt das endlich die grundlegenden Strukturprobleme dieses Konzern angegangen werden, um das ausufernde Kostenproblem zu lösen??
Sorry: Das ist keine Antwort auf meine Frage. Die GDL hätte ja auch vom Eigentümer (dem Bund) das fordern UND mit dieser Forderung in die Verhandlungen mit dem Vorstand gehen können.

Zitat
Der Bund hat das nicht gefordert. Bahn und EVG sind mit der Forderung nach Zusatzhilfen auf den Bund zugegangen und haben von sich aus Einsparungen im Personalkostenbereich angeboten. Das hat der Bund natürlich dankend angenommen in der Hoffnung, sich so in Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahlen nicht weiter mit seinem Problemkind Bahn beschäftigen zu müssen.

Dafür hätte ich gerne eine Quelle.

Zitat
kariadsko schrieb:Zitat:
ZitatZitat:
Abgesehen davon, dass der verlinkte Artikel längst veraltet ist
Ist das so? Hast Du aktuellere Quellen dazu?
Die Quelle steht im Artikel, der ist vom 11. Mai 2020.
Äh ja, und? Deshalb ist er doch nicht veraltet - das wäre er nur, wenn eine neuere Quelle etwas anderes aussagt. Deswegen ja meine Frage.

Zitat
Wenn das in den Verhandlungen besprochen werden sollte, dann hätte man das auch in der Verhandlungseinladung zusammen mit den eigenen Forderungen als entgegenkommendes Angebot schreiben können. Aber wenn Du Dir mal der Ergebnis der EVG anschaust, dann stellst Du schnell fest, dass das dort gar kein Thema ist...
Mit anderen Worten: Ihr erwartet, dass Eure Forderungen schon vor Verhandlungsbeginn erfüllt werden? Da habe ich ein anderes Verständnis vom Sinn von Verhandlungen.

Zitat
kariadsko schrieb:Zitat:
Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc. Da meint wohl keiner, dass man da nennenswert kürzen könnte.
Der war gut!! Ich gehe stark davon aus, dass ich den Konzern besser von innen kenne wie Du. Wenn die in der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz alles machen, aber mit Sicherheit weder Fahr- sowie Umlauf- und Dienstpläne. Die schieben sich die Berichte gegenseitig zu, die sie vorher frisiert haben, um gut dazustehen, damit die Karriere nicht gefährdet ist. Von oben nach unten und von recht nach links. Die sinnvolle Verwaltungsarbeit (eben u.a. das was Du schreibst) wird in den Regionen vor Ort erledigt.
Ich hatte schon häufiger in der Stephensonstraße zu tun. Die meisten Mitarbeiter dort machen entweder Arbeit wie die genannte oder aber erarbeiten zentral die Prozesse und Werkzeuge, mit denen andere Bahner ihre Arbeit effektiv und effizient machen können.
Und ja, auch das ist keine Kleinigkeit, zumal wenn man auf Synergieeffekte setzt. Das sind genau die von Dir weiter unten genannten "Truppen, die Dinge übergreifend betreuen".

Wenn bei Dir "Stephensonstraße und Potsdamer Platz" nur Synonym ist für "die, die weg können", dann sag das auch so. Sicher gibt es da Hierarchien, Mittelhäuptlinge und Strukturen, die sich gegenseitig und einem gemeinsamen effizienten Arbeiten im Weg stehen. Aber die Vorstellung, das seien so viele und da ließen sich mit einem Fingerschnippen Milliarden einsparen, halte ich für unrealistisch.

Zitat
Weil es außer diesem Pressegeschwafel keine konkreten Fakten gibt. Welche Organisationseinheiten werden zusammengefasst, welche Hierarchieebenen abgeschafft?? Wann wird die Akquise von Auslandstöchtern abseits des Kerngeschäfts eingestellt und die verlustbringenden Töchter abgestoßen?? Wo bleibt die längst fällige Trennung von Netz und Betrieb, wann fällt endlich der Renditezwang für die Infrastruktursparte?? Von alledem redet kein Mensch außer Weselsky, und dem wird das hier jetzt angekreidet. Und das bei vielen nur, weil ihnen dem seine Nase nicht passt.

Zum einen vermischst Du hier Punkte, die die Bahn entscheidet, mit Vorgaben der Politik. Um Letztere kann es ja bei bahninternen Verhandlungen nicht gehen. Die böten im Gegenteil die Chance, sich zu diesen Punkten mit dem Arbeitgeber und den anderen Gewerkschaften auf eine gemeinsame Position zu einigen - dann hat man viel bessere Karten, diese bei Scheuer auch durchzusetzen.

Zum anderen zur Umorganisation: Wie soll man denn nach so kurzer Zeit schon einen detaillierten, mit allen abgestimmten Plan haben, wie eine Umorganisation eines Konzerns mit 300.000 Mitarbeitern und Tausenden betroffenen Organisationseinheiten aussehen kann? So etwas dauert doch Jahre. Geht hin und legt Eure Vorstellungen dazu vor! Ansonsten siehe oben: Es wirkt mir so, dass Ihr das Verhandlungsergebnis vorweg genommen sehen wollt.

Zitat
Die dahingehenden Forderungen der GDL sind Bund und Bahn längst bekannt und im verlinkten offenen Brief noch einmal benannt. Wenn Bund und Bahn mit der GDL darüber reden wollen, gerne. Dann muss man aber auch dazu einladen. Tut man aber nicht, weil man am Grundproblem nichts ändern will. Zeit war die letzten Jahre schon genug dazu, denn die Probleme wurden in den letzten Jahren schon x-fach und nicht nur von der GDL benannt.
Alles vertretbare Anliegen, aber sie müssen eben in großer Runde diskutiert werden. Ladet doch einfach mal öffentlich zu einer Gegenveranstaltung ein, um über diese Themen zu reden - auch den Bund, der bei den jetzigen Verhandlungen gar nicht am Tisch sitzt. Dann liegt der schwarze Peter mal auf deren Seite, darauf sollen sie mal reagieren! Mit Fundamentalopposition erreicht Ihr aber gar nichts.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Strizie

Datum: 12.09.20 06:30

Traumflug schrieb:
Die anstehende Kapitalerhöhung der DB AG bedeutet auch, dass man mehr Schulden machen kann.
Mehr Schulden bedeuten auch mehr Zinsen und das derzeitige System der Negativzinsen wird auf Dauer kein Bestand haben.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Yugi500

Datum: 12.09.20 12:48

MD 612 schrieb:
Wozu brauchen denn drei Konzernschwestern, die alle drei eigentlich nur Eisenbahn fahren ( die ien mit weißen Zügen, die andere mit roten Zügen, die dritte mit Kisten, Brettern und Kesseln) drei verschiedenen Planungs- und Disositionssysteme für Fahrzeug- und Personaleinsatzplanung und -disposition, jede eins für sich?? Jedes mit einer extra Truppe für die Inbetriebnahme und die laufende Systembetreuung und Reibungsverlusten untereinander ohne Ende?? Warum beschafft man nicht ein System, dass man einmal im Konzern in Betrieb nimmt und von einer Truppe konzernübergreifend betreuen lässt?? Das ist nur eins von hunderten ähnlichen Beispielen...

Gruß Peter
Wozu brauchen Audi, VW, Porsche und Skoda verschiedene IT-Systeme zur Produktion von Fahrzeugen, Verwalten von Kundenstammdaten, Planung von Werkskapazitäten, etc., gehören doch alle zum VW-Konzern? Zum Einen, da dank DSGVO nicht jeder einzelner Betrieb auf die Daten der anderen Betriebe zugreifen können darf. Zum Anderen aber auch, weil sich die Anforderungen in den einzelnen Bereichen aufgrund der unterschiedlichen betrieblichen Parameter (technisch: benötigte Schnittstellen, geforderte Reports, Menge der zu verarbeitenden Daten, fachlich: Verfügbarkeiten, betriebliche Rahmenbedingungen und Anforderungen an Verfügbarkeiten etc. pp.) stark unterscheiden und sich entsprechend nur auf einer sehr oberflächlichen Ebene konsolidieren lässt, was den betroffenen Kollegen am Ende noch viel manuelle Arbeit überlässt - was die Kollegen an der Basis noch stärker belastet und aufregen würde.

Wenn man etwas fordert, sollte man zunächst mal die naive rosarote Brille absetzen, die alles einfach und simpel erscheinen lässt und sich mit der Umsetzbarkeit und den sich daraus ergebenden Folgen der einzelnen Forderungen auseinandersetzen.

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß - sondern es gibt viele Nuancen dazwischen. Und die Kunst besteht nicht darin, plump etwas zu fordern, weil es der eigenen subjektiven Meinung entspricht - sondern sich auch aktiv mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen, weshalb man sich irgendwann zu einer Entscheidung durchgerungen hat und zu eruieren, wie man die aktuellen Gegebenheiten sinnvoll und entsprechend gegebener rechtlicher und operativer Rahmenbedingungen optimieren kann.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 12.09.20 14:02

Laber, Rhabarber...

Würd' ich ja alles gerne glauben, was du da so erzählst - wenn es das, was "MD612" anregt, nicht schon einmal gegeben hätte!

Sogar unter dem Dach einer schon reformierten Bahn gab es den Geschäftsbereich Traktion, in welchem alle Triebfahrzeuge und die Personale zusammengefaßt waren, welcher als konzerninterner Dienstleister gemeinsam für Nah-, Fern- und Ladungsverkehr auftrat und in welchem die Synergieeffekte bei Fahrzeugbeschaffung, Fahrzeugunterhaltung, Fahrzeugerhaltung, Personalgewinnung, Personalausbildung und Disposition von Fahrzeugen und Personalen mit einer gemeinsamen Verwaltung und mit gemeinsamen Computersystemen genutzt wurden.

So richtig logisch und plausibel konnte bisher noch niemand erklären, warum man dieses riesige Pfund verspielt hat!
Aber heute seitens des Managements jammern, jammern, jammern, daß ja alles kostet, kostet, kostet, daß man keine Leute finde usw. usf.
Und dann auch noch die Mitarbeiter wegen der Management-eigenen Dauer-Fehlentscheidungen, Unfähigkeit und Perspektivenarmut mit zur Kasse bitten? Ich glaube, es hackt!!!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.09.20 14:03.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Achsstellkeil

Datum: 12.09.20 14:34

Wiebitte ? Warum wohl wurde eine Traktion aufgelöst ? Traktion wurde gegründet um die Privatisierung ohne großen Wiederstand der Lokführer durchführen zu können ! Als das erledigt war mußte die Einigkeit und Stärke einer Berufsgruppe einzelnen Berufsgruppe beendet und aufgelöst werden . Auch das funktionierte .
Danach mußte nur noch die Macht der FDL kontrolliert werden .... und ein Computer lässt sich nun einmal leichter fernsteuern als ein von innen verriegeltes Stellwerk , welches kein Signal auf Fahrt stellt .
Vielleicht erkennen nun einige , warum es früher mindestens immer zwei Gewerkschaften gab und nicht die FDL un Tf. in einer gemeinsam waren ...

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Yugi500

Datum: 12.09.20 15:24

Heizer Jupp schrieb:
Laber, Rhabarber...

Würd' ich ja alles gerne glauben, was du da so erzählst - wenn es das, was "MD612" anregt, nicht schon einmal gegeben hätte!

Sogar unter dem Dach einer schon reformierten Bahn gab es den Geschäftsbereich Traktion, in welchem alle Triebfahrzeuge und die Personale zusammengefaßt waren, welcher als konzerninterner Dienstleister gemeinsam für Nah-, Fern- und Ladungsverkehr auftrat und in welchem die Synergieeffekte bei Fahrzeugbeschaffung, Fahrzeugunterhaltung, Fahrzeugerhaltung, Personalgewinnung, Personalausbildung und Disposition von Fahrzeugen und Personalen mit einer gemeinsamen Verwaltung und mit gemeinsamen Computersystemen genutzt wurden.

So richtig logisch und plausibel konnte bisher noch niemand erklären, warum man dieses riesige Pfund verspielt hat!
Aber heute seitens des Managements jammern, jammern, jammern, daß ja alles kostet, kostet, kostet, daß man keine Leute finde usw. usf.
Und dann auch noch die Mitarbeiter wegen der Management-eigenen Dauer-Fehlentscheidungen, Unfähigkeit und Perspektivenarmut mit zur Kasse bitten? Ich glaube, es hackt!!!
Das ist ja genau der Punkt - das GAB es mal. Ein einziger Geschäftsbereich, der allumfänglich für die entsprechenden Ressourcen verantwortlich ist, hat natürlich auch die Möglichkeit entsprechend alle Ressourcen zentralisiert zu steuern.

In der Zwischenzeit, mit dem Aufkommen neuer Wettbewerber etc., hat sich die gesellschaftliche Struktur und die Fokussierung der einzelnen Bereiche verändert, sodass es in dem Maße eben aufgrund der daraus folgenden rechtlichen Gegebenheiten nicht mehr möglich ist.

Das Ganze ist ja kein exklusives DB-Thema oder Hirngespinst. Abellio bspw. hat mit Abellio BW, Abellio NRW, der Westfalenbahn und Abellio Mitteldeutschland ähnliche Strukturen.

Übertragen wir das Thema mal wieder auf andere Branchen: Wieso ist ein Daimler-Konzern in viele verschiedene Unterkonzerne (Trucks, Cars, Vans, etc.) unterteilt? Wieso ist der Lufthansa-Konzern in verschiedene Unterkonzerne (Passage, Cargo, Flight Academy, Technik) unterteilt? Weil man in Zeiten der Globalisierung versucht, durch eine Spezialisierung in den verschiedenen Geschäftsbereichen und dem Aufkommen neuer Wettbewerber und sich verändernder Marktbedingungen das bestmögliche Ergebnis und die bestmöglichen Produkte und Services zu entwickeln.

Ein weiser Mann sagte einst: "Wer nicht versucht besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein" - und bei aller Liebe für das Schwelgen in Erinnerungen, aber wenn man sich jetzt darüber aufregt, wieso man nicht am einstigen Status Quo festgehalten hat, dann sollte man sich nicht wundern, wieso plötzlich links und rechts vieles an einem vorbeigezogen ist und sich das Bild der Kunden verändert hat...

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 12.09.20 22:47

Yugi500 schrieb:
Wozu brauchen Audi, VW, Porsche und Skoda verschiedene IT-Systeme zur Produktion von Fahrzeugen, Verwalten von Kundenstammdaten, Planung von Werkskapazitäten, etc., gehören doch alle zum VW-Konzern?
Ich kann das nicht beurteilen, ich bin kein Autobauer. Sag Du es uns.

Yugi500 schrieb:
Zum Einen, da dank DSGVO nicht jeder einzelner Betrieb auf die Daten der anderen Betriebe zugreifen können darf. Die kann man zur Sicherheit sogar physisch voneinander trennen.
Muss er auch nicht. Man lässt die Systeme bei den drei Konzernschwestern einfach auf jeweils eigene Datenbanken zugreifen.

Yugi500 schrieb:
Zum Anderen aber auch, weil sich die Anforderungen in den einzelnen Bereichen aufgrund der unterschiedlichen betrieblichen Parameter (technisch: benötigte Schnittstellen, geforderte Reports, Menge der zu verarbeitenden Daten, fachlich: Verfügbarkeiten, betriebliche Rahmenbedingungen und Anforderungen an Verfügbarkeiten etc. pp.) stark unterscheiden.
Achwas?? In allen drei Unternehmen werden Loks und Wagen geplant und disponiert, in allen drei Unternehmen müssen die Fahrzeuge mit Personal besetzt werden, welches ebenfalls über diese Systeme geplant und disponiert werden und für die auch noch die Einhaltung der gleichen Arbeitszeitbestimmungen von den Systemen überwacht werden. Und das allerbeste ist, das hat sogar jahrelang mit dem gleichen System funktioniert. Nur kam das in die Jahre, musste ersetzt werden, und in den drei Gesellschaften entstanden drei teure Projektteams, drei teure Inbetriebnahmeteams, die wiederum drein teure Systeme beschafften, drei teure Systeme betreuen. Diese drei Einzelsysteme repräsentieren dann den "Systemverbund Bahn". Und dabei ginge das alles auch mit einem einheitlichen System, notfalls im Detail auch noch angepasst an die Bedürfnisse jeder einzelnen Gesellschaft. Ein Projektteam, ein Inbetriebnahmeteam, ein Betreuungsteam...

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 12.09.20 23:38

kariadsko schrieb:
Die GDL hätte ja auch vom Eigentümer (dem Bund) das fordern UND mit dieser Forderung in die Verhandlungen mit dem Vorstand gehen können.
Die GDL wurde vom Bahnvorstand ohne Angaben über Verhandlungsinhalte zu Tarifverhandlungen geladen, nicht vom Eigentümer. Der ist dafür auch nicht zuständig. Und wenn man nicht weiß, über was verhandelt werden soll, dann kann man auch keine Forderungen an den Bund richten, wo man doch gar nicht weiß, ob die für die Verhandlungen relevant sind. Im Übrigen sind die Forderungen der GDL nach einer grundlegenden Strukturreform der DB inklusive der Herauslösung der Infrastruktur aus dem Konzern auch nicht neu und der Bundesregierung längst bekannt. Aber was eine seit Jahren verschleppte Strukturreform mit Tarifverhandlungen unbekannten Inhaltes zu tun haben soll, musst Du uns dann schon noch erklären. Und am Ende bleibt auch noch die Frage, welches Verhandlungsziel sich die GDL selbst überhaupt gibt. Das zu beraten und zu beschließen hat sich die GDL einen Zeithorizont bis Februar 2021 gegeben. Eben jener Zeitpunkt, an dem die Tarifverträge auslaufen und neu zu verhandeln sind. Warum sollte also der GDL-Vorstand heute ohne Verhandlungsmandat der Organisation zu Tarifverhandlungen bereit sein, die zeitgerecht in einem halben Jahr zu führen sind??

kariadsko schrieb:
Zitat
Der Bund hat das nicht gefordert. Bahn und EVG sind mit der Forderung nach Zusatzhilfen auf den Bund zugegangen...
Dafür hätte ich gerne eine Quelle.
Die kannst Du Dir gerne selbst suchen, ich bin schließlich nicht das Dienstleistungskombinat. Schau Dich einfach auf der EVG-Homepage zum Thema um, die legen mehrfach Wert darauf, wer das "Bündnis für unsere Bahn" auf den Weg gebracht hat.

kariadsko schrieb:
Zitat
Die Quelle steht im Artikel, der ist vom 11. Mai 2020.
Äh ja, und? Deshalb ist er doch nicht veraltet - das wäre er nur, wenn eine neuere Quelle etwas anderes aussagt.
Die Welt dreht sich weiter, und nur weil es zu einem Thema keine neue Meldung gibt (was hier auch nicht erwiesen ist), ist die alte Meldung nicht automatisch immer noch relevant.

kariadsko schrieb:
Zitat
Wenn das in den Verhandlungen besprochen werden sollte, dann hätte man das auch in der Verhandlungseinladung zusammen mit den eigenen Forderungen als entgegenkommendes Angebot schreiben können. Aber wenn Du Dir mal der Ergebnis der EVG anschaust, dann stellst Du schnell fest, dass das dort gar kein Thema ist...
Mit anderen Worten: Ihr erwartet, dass Eure Forderungen schon vor Verhandlungsbeginn erfüllt werden? Da habe ich ein anderes Verständnis vom Sinn von Verhandlungen.
Du hast Schwierigkeiten Geschriebenes zu lesen und zu verstehen. Nicht das Verhandlungsergebnis soll feststehen, sondern Verhandlungsinhalte. Über was will die DB verhandeln?? Sag Du es uns, die DB tut das ja nicht.

kariadsko schrieb:
Ich hatte schon häufiger in der Stephensonstraße zu tun. Die meisten Mitarbeiter dort machen entweder Arbeit wie die genannte
Ich weiß nicht, welchen Bären die Dir dort aufgebunden haben. Aber Fahr-, Umlauf- und Dienstpläne werden definitiv nicht in der Unternehmens- bzw. Konzernzentrale erarbeitet.

kariadsko schrieb:
oder aber erarbeiten zentral die Prozesse und Werkzeuge, mit denen andere Bahner ihre Arbeit effektiv und effizient machen können.
Prust...

Das Ergebnis dieser Prozesse und Werkzeuge kennen wir. Verspätungen ohne Ende, kaputte Züge, fehlende Ersatzteile, "Zug heute anders gereiht", zurückgebaute und vergammelte Infrastruktur, und zur Abhilfe all dessen werden hunderte Projektteams neu gegründet, die sich gegenseitig behindern, aber die Karre nicht aus dem Dreck ziehen. Und diejenigen, die die Suppe auslöffeln müssen, sich mit zu Recht verärgerten Fahrgästen rumärgern dürfen, ihren Feierabend immer wieder in den Wind schreiben dürfen, die belohnt man dann mit zwei Jahren Nullrunde...

kariadsko schrieb:
Und ja, auch das ist keine Kleinigkeit, zumal wenn man auf Synergieeffekte setzt.
Ich pruste gleich nochmal. Das Beispiel mit den drei Dispositionssystemen hattest Du verstanden?? Und dass das kein Einzelbeispiel ist auch??

kariadsko schrieb:
Aber die Vorstellung, das seien so viele und da ließen sich mit einem Fingerschnippen Milliarden einsparen, halte ich für unrealistisch.
Ich fürchte, so wirklich hast Du keinen Durchblick in den Strukturen dieses aufgeblähten Konzerns. Da machen sicher die meisten Leute gewissenhaft ihre Arbeit. Nur merkt keiner (oder besser, keiner will merken), dass vieles davon gar nicht nötig ist, weil es doppelt passiert, zu Reibungsverlusten führt, nur Statistik- und Berichtsgeschiebe ist...

kariadsko schrieb:
Zum einen vermischst Du hier Punkte, die die Bahn entscheidet, mit Vorgaben der Politik.
Deswegen ging das ausführliche Schreiben der GDL auch an Bahn und Politik.

kariadsko schrieb:
... dann hat man viel bessere Karten, diese bei Scheuer auch durchzusetzen.
Du glaubst also, der DB-Vorstand sägt an dem Ast, auf dem der selber sitzt?? Die Frage mit dem Weihnachtsmann hattest Du verstanden??

kariadsko schrieb:
Wie soll man denn nach so kurzer Zeit schon einen detaillierten, mit allen abgestimmten Plan haben, wie eine Umorganisation eines Konzerns mit 300.000 Mitarbeitern und Tausenden betroffenen Organisationseinheiten aussehen kann?
Die Forderung besteht schon seit Jahren, nicht nur von Seiten der GDL. Zeit war also genug. Die Zeit wurde verplembert, und zu Recht sagt die GDL gerade deshalb, dass Einsparungen auf Kosten des Personals nicht verhandelbar sind. Schon gar nicht, wenn es zu den anderen Themen keine Aussagen gibt. Es ist Aufgabe des Eigentümers, den Konzern auf Kurs zu bringen. Wenn der das nicht tut, muss er die Zeche zahlen, nicht die Mitarbeiter, die den Betrieb trotz aller Widrigkeiten am Laufen halten.

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: VT605

Datum: 13.09.20 07:42

kariadsko schrieb:
Ich hatte schon häufiger in der Stephensonstraße zu tun. Die meisten Mitarbeiter dort machen entweder Arbeit wie die genannte oder aber erarbeiten zentral die Prozesse und Werkzeuge, mit denen andere Bahner ihre Arbeit effektiv und effizient machen können.

Ja, das sehen wir täglich welch effiziente Schichten dort in der Vorplanung erstellt werden... Ironie aus

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: VT605

Datum: 13.09.20 07:54

Yugi500 schrieb:

Ein weiser Mann sagte einst: "Wer nicht versucht besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein" - und bei aller Liebe für das Schwelgen in Erinnerungen, aber wenn man sich jetzt darüber aufregt, wieso man nicht am einstigen Status Quo festgehalten hat, dann sollte man sich nicht wundern, wieso plötzlich links und rechts vieles an einem vorbeigezogen ist und sich das Bild der Kunden verändert hat...

Aha, was hat sich denn verbessert durch die Aufteilung? Ist der Einsatz effizienter geworden? Warum jammert man denn dann das in einigen Schichten zuviel unproduktive Zeit drin ist?
Weiterentwicklung ja, wenn es wirklich Verbesserungen gibt und nicht nur weiterentwickelt wird um Posten für Herrscharen von Managern und Kaufleuten für sinnlose Projekte zu schaffen.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 13.09.20 11:42

Wieder laber, Rhabarber. Wieder viel geschrieben und nichts gesagt; wieder genauso unplausibel und an Ahnungs- und Hilflosigkeit nicht zu überbietende zeitgeisttypische Sprechblasen!
Dieses dumme und unerträgliche Zeug müssen wir uns nun schon seit Jahren aus Managermündern anhören, in Hochglanzbroschüren und in jovial klingenden Mitarbeiterbriefen lesen!

Nichts gegen Veränderungen, bei denen am Ende echte Verbesserungen herauskommen. Doch im Bereich der Triebfahrzeuge und Personale gab es mit der Zerrschlagung der Traktion kurzfristig Augenwischerei, aber langfristig ineffektiven, teueren Obermurks!
Und wer sagt übrigens, daß sich nicht auch ein Geschäftsbereich Traktion hätte weiterentwickeln können...?

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 13.09.20 20:49

Noch eine Ergänzung:

kariadsko schrieb:
Wenn bei Dir "Stephensonstraße und Potsdamer Platz" nur Synonym ist für "die, die weg können", dann sag das auch so. Sicher gibt es da Hierarchien, Mittelhäuptlinge und Strukturen, die sich gegenseitig und einem gemeinsamen effizienten Arbeiten im Weg stehen. Aber die Vorstellung, das seien so viele und da ließen sich mit einem Fingerschnippen Milliarden einsparen, halte ich für unrealistisch.
Es geht nicht darum, dass dort alle "weg können". Es geht darum, die Verwaltungsarbeit effizient zu gestalten und nur die Leute dort zu halten, die für die notwendige Arbeit gebraucht werden.

Zwei Punkte dazu:

1) DB Regio wirbt seit einigen Jahren damit, bereits vor Jahren verlorene Netze mittels der Start-Gesellschaften zurückgewinnen zu wollen. Hauptargument ist dabei, dass mit den Start-Gesellschaften schlanke und wettbewerbsfähige Strukturen möglich seien. Und jetzt die Preisfrage: Warum gehen schlanke und wettbewerbsfähige Strukturen nur mit den Start-Gesellschaften, warum nicht bei DB Regio im Speziellen und im DB Konzern allgemein??

2) Wenn Du kannst, dann vergleiche mal die Overheadquoten (das prozentuale Verhältnis der Mitarbeiter, die direkt in der Produktion tätig sind [Lokführer, Zugpersonal, Werkstatt], zu den Mitarbeitern in der Verwaltung inklusive Führungskräfte, Vorstand, Geschäftsführung u. dgl.) der DB Regio und DB Cargo mit denen diverser EVU abseits der DB. Du wirst feststellen, dass die bei der DB um deutlich höher ist. Und dann vegleiche mal noch, wie der Anteil der einzelnen Bereiche im Overhead bei DB und privaten EVU aussieht. Genau da findest Du die Kostentreiber.

Gruß Peter

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Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 14.09.20 00:01

Hallo Peter,

MD 612 schrieb:
Zitat:
kariadsko schrieb:
Zitat
Der Bund hat das nicht gefordert. Bahn und EVG sind mit der Forderung nach Zusatzhilfen auf den Bund zugegangen...
Die kannst Du Dir gerne selbst suchen, ich bin schließlich nicht das Dienstleistungskombinat. Schau Dich einfach auf der EVG-Homepage zum Thema um, die legen mehrfach Wert darauf, wer das "Bündnis für unsere Bahn" auf den Weg gebracht hat.
Entschuldigung: Du hast eine Faktenbehauptung gebracht (und zwar eine ziemlich krasse, die ich sonst so noch nirgends gehört habe). Dann ist es auch Deine Sache, diese mit nachvollziehbaren Quellen zu unterlegen. Ganz normaler Stil in Internet-Diskussionen.
Das "Bündnis für unsere Bahn" kenne ich erst, NACHDEM der Bund die fünf Milliarden Eigenbeteiligung gefordert hatte und es dann darum ging, wie diese aufzutreiben seien.

Zitat
Das Ergebnis dieser Prozesse und Werkzeuge kennen wir. Verspätungen ohne Ende, kaputte Züge, fehlende Ersatzteile, "Zug heute anders gereiht", zurückgebaute und vergammelte Infrastruktur, und zur Abhilfe all dessen werden hunderte Projektteams neu gegründet, die sich gegenseitig behindern, aber die Karre nicht aus dem Dreck ziehen. Und diejenigen, die die Suppe auslöffeln müssen, sich mit zu Recht verärgerten Fahrgästen rumärgern dürfen, ihren Feierabend immer wieder in den Wind schreiben dürfen, die belohnt man dann mit zwei Jahren Nullrunde...

Du meinst, die fachliche Arbeit der Zentrale sei schlecht, nachdem Du vorher noch behauptet hattest, die machten gar keine fachliche Arbeit? Nicht im laufenden Strafprozess die Anklage wechseln.

Zitat
Das Beispiel mit den drei Dispositionssystemen hattest Du verstanden?? Und dass das kein Einzelbeispiel ist auch??
Ist zwar OT, aber da muss ich einhaken.

Ja, ich habe das verstanden, und ich kenne selbst ein Dutzend solcher Beispiele. Und ich verrate Dir mal ein Geheimnis: Gegen Standardisierung und Vereinheitlichung wehrt sich in der Regel nicht die Zentrale (warum sollte sie auch?), sondern viel häufiger im Gegenteil Mitarbeiter in der Fläche und ihre direkten Interessenvertreter. Die haben sich nämlich oft mit ihren Speziallösungen eingerichtet und diese für die lokalen und organisatorischen Besonderheiten optimiert, so dass ein Standard für sie, zumindest am Anfang, sogar Mehraufwand bedeuten würde. In jedem Einzelfall durchaus verständlich, aber in Summe sorgt es für das undurchschaubare, ineffiziente Dickicht, als das wir alle die DB kennen - in dieser Zustandsdiagnose gebe ich Dir ja völlig recht.

Der krasseste Fall aus meinem persönlichen Umfeld, wenn auch schon fast 20 Jahre alt: Für die Zugdisposition in den Betriebszentralen hat DB Netz ZWEI Systeme gekauft, die zu 95 Prozent dasselbe leisten, beide individuell entwickelt mit Kosten jeweils im zweistelligen Millionenbereich - alleine deswegen, weil sich die Regionalbereiche nicht auf ein favorisiertes System einigen konnten und die Zentrale ihre Wunschlösung nicht geschafft hat durchzusetzen. Wohlgemerkt, innerhalb eines DB-Geschäftsbereichs.

Und Du musst damit rechnen, dass so etwas auch mit der GB Traktion passieren wird. Ich bin durchaus dafür, aber das geht nicht ohne Reibungsverluste. Und da rede ich nicht vom Management, sondern von den betroffenen Mitarbeitern.

Zitat
Du glaubst also, der DB-Vorstand sägt an dem Ast, auf dem der selber sitzt?? Die Frage mit dem Weihnachtsmann hattest Du verstanden??
Ich finde, hier verschenkt ihr Potential, indem ihr Politik und Vorstand, und die EVG noch dazu, als monolithischen "Block der Feinde" behandelt. M.E. solltet ihr besser unterscheiden zwischen einerseits Themen, wo ihr auf der einen Seite sitzt und der Vorstand auf der anderen, und andererseits Themen, wo sich eure Interessen sogar mit denen des Vorstands decken und ihr mit diesem gemeinsam Zugeständnisse von der Politik erreichen könnt.

Schöne Grüße
Kariadsko

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Saarsachse

Datum: 14.09.20 12:45

Moinsen,

@kariadsko - es hat schon seinen Grund warum wir GDL`er nicht gut auf die EVG zu sprechen sind, befaß Dich einfach mal mit deren Geschichte.

So und jetzt was zum Thema GB Traktion, wir hatten 2 PC-Programme - eins für die Steuerung und Planung des Personals und das andere für die Tfz`s - Rückfallebene war das berühmte Blatt Papier und bunte Stifte. Kannst Du einen Triebfahrzeugeinsatzbogen führen? Ich jetzt immer noch!
Wir hätten nie mehr als diese 2 Programme gebraucht - aber der GB Traktion mußte ja auf Teufel komm raus weg, vielleicht weil ja auch da die GDL die Mehrheit hatte! Ich bin nicht mehr bei der DBAG und kann das einschätzen, das Problem ist einfach der Wasserkopf!
Der Oschatzer Saarsachse

IVK - Fan

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 14.09.20 14:30

Saarsachse schrieb:Zitat
es hat schon seinen Grund warum wir GDL`er nicht gut auf die EVG zu sprechen sind, befaß Dich einfach mal mit deren Geschichte.
Schon klar: Es geht nicht um Differenzen in Sachfragen, sondern um grundsätzliche Abneigung. Aber wenn Ihr etwas erreichen wollt, ist Emotion ein schlechter Ratgeber, egal ob die Abneigung begründet ist oder nicht.

Zitat
So und jetzt was zum Thema GB Traktion, wir hatten 2 PC-Programme - eins für die Steuerung und Planung des Personals und das andere für die Tfz`s - Rückfallebene war das berühmte Blatt Papier und bunte Stifte. Kannst Du einen Triebfahrzeugeinsatzbogen führen? Ich jetzt immer noch!
Der GB Traktion existierte bis 1999. Kann es sein, dass sich seitdem die Welt ein klein wenig weitergedreht hat?
Noch einmal, ich kann mich durchaus dafür erwärmen, den GB Traktion wiederzubeleben. Aber ich sehe es nicht als das Allheilmittel.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 14.09.20 15:33

kariadsko schrieb:
Das "Bündnis für unsere Bahn" kenne ich erst, NACHDEM der Bund die fünf Milliarden Eigenbeteiligung gefordert hatte und es dann darum ging, wie diese aufzutreiben seien.
Gut, dann war's halt so rum, wenn Dir das wichtig ist. Trotzdem war es die EVG, die mit ihrer Initiative zu diesem "Bündnis" selbst auf Bund und Bahn zugegangen ist und damit von vornherein völlig kritiklos die Einsparung der Personalkosten mitgetragen hat. Man hätte sich ja an der Stelle auch wehren können. Insgesamt macht es das Verhalten der EVG nicht besser.

kariadsko schrieb:
Du meinst, die fachliche Arbeit der Zentrale sei schlecht, nachdem Du vorher noch behauptet hattest, die machten gar keine fachliche Arbeit?
Das Ergebnis ist dasselbe, und nur darauf kommt es an. Aber interessant, wie Du Dich auf Nebenkriegsschauplätze konzentrierst und dabei das Hauptanliegen gekonnt ignorierst. Das scheint Methode bei Leuten zu sein, um ein vernünftiges Handeln einer streitbaren Gewerkschaft schlecht darzustellen. Was sind denn nun Deine Antworten auf meine beiden Grundsatzfragen hier: [www.drehscheibe-online.de]??

kariadsko schrieb:
Gegen Standardisierung und Vereinheitlichung wehrt sich in der Regel nicht die Zentrale (warum sollte sie auch?), sondern viel häufiger im Gegenteil Mitarbeiter in der Fläche und ihre direkten Interessenvertreter. Die haben sich nämlich oft mit ihren Speziallösungen eingerichtet und diese für die lokalen und organisatorischen Besonderheiten optimiert, so dass ein Standard für sie, zumindest am Anfang, sogar Mehraufwand bedeuten würde.
Das trifft an der Stelle aber nicht zu. Es musste aus "Altersgründen" ein einheitliches Dispositionssystem ersetzt werden, welches die Akzeptanz in der Fläche und bei den Interessenvertretern hatte. Wenn der Konzern die Kompetenz hätte, die er gerne vorgibt, dann hätte der auch ein neues einheitliches System durchgesetzt, alleine schon aus Kostengründen. Und an den Interessenvertretern hat es nun gar nicht gelegen, schon gar nicht an denen aus der Fläche. Denn die wurden im Vorfeld nicht mit eingebunden, die wurden nur mit den Ergebnissen der entsprechenden Ausschreibungen der drei Konzernschwestern konfrontiert. Und nochmal, dass war ein einzelnes Beispiel von vielen. Von daher geht Dein Vorwurf schon wieder an die falsche Adresse und zeigt erneut, dass Du von den Innereien dieses Konzern nicht wirklich was verstehst.

kariadsko schrieb:
Ich finde, hier verschenkt ihr Potential, indem ihr Politik und Vorstand, und die EVG noch dazu, als monolithischen "Block der Feinde" behandelt.
Danke für die Tipps, aber ich glaube, die GDL weiß selbst am Besten, wie sie in der Sache vorgeht. So theoretisch einfach, wie Du es Dir in Deiner Hochglanzbahnwelt vorstellst, ist das nämlich praktisch in der Sache nicht. Weder Vorstand noch Aufsichtsrat und Eigentümer haben sich bisher mit den Positionen der GDL und auch anderer Verbände hinsichtlich einer Neuausrichtung des Bahnkonzerns ernsthaft beschäftigt. Deswegen war diese klare Ansage der GDL zum jetzigen Zeitpunkt genau richtig.

kariadsko schrieb:
Schon klar: Es geht nicht um Differenzen in Sachfragen, sondern um grundsätzliche Abneigung. Aber wenn Ihr etwas erreichen wollt, ist Emotion ein schlechter Ratgeber, egal ob die Abneigung begründet ist oder nicht. Du kannst uns ja mal verraten, wie man mit der Truppe etwas zusammen erreichen will, wenn die schon einknicken, bevor es überhaupt zu Verhandlungen kommt.
Und nochmal zur Wiederholung: Könntest Du Deine guten Tipps in Zukunft für Dich behalten und es der GDL überlassen selbst zu entscheiden, auf welchem Weg sie die Interessen Ihrer Mitglieder vertritt?? Eins kann ich Dir sagen, zusammen mit der EVG wird das nichts. Und das beruht nicht nur auf alten Erfahrungen, sondern auch auf solchen aus der jüngeren Zeit.

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 15.09.20 00:07

Hallo Peter,

sorry, dass ich grinse, wenn Du mir erst Nebenkriegsschauplätze vorwirfst und mich weiter unten dann aufforderst, zum Hauptthema die Klappe zu halten.

Na schön, also nur noch zu den zwei Punkten, zu denen Du extra nachfragst:

Zitat
1) DB Regio wirbt seit einigen Jahren damit, bereits vor Jahren verlorene Netze mittels der Start-Gesellschaften zurückgewinnen zu wollen. Hauptargument ist dabei, dass mit den Start-Gesellschaften schlanke und wettbewerbsfähige Strukturen möglich seien. Und jetzt die Preisfrage: Warum gehen schlanke und wettbewerbsfähige Strukturen nur mit den Start-Gesellschaften, warum nicht bei DB Regio im Speziellen und im DB Konzern allgemein??
Ich denke, es geht es bei der DB auch, es braucht nur länger, weil größere Unternehmen schwerer umzumodeln sind - und so lange will Regio vielleicht nicht warten, bis sie noch Dutzende Ausschreibungen verloren haben?

Aber ich erlaube mir auch eine Gegenfrage: Wenn nur so kleinteilig "schlanke und wettbewerbsfähige" Strukturen möglich sind, warum fordert die GDL dann das Gegenteil, nämlich die EVU der DB zu vereinigen oder zumindest stärker miteinander zu vernetzen?

Zitat
2) Wenn Du kannst, dann vergleiche mal die Overheadquoten (das prozentuale Verhältnis der Mitarbeiter, die direkt in der Produktion tätig sind [Lokführer, Zugpersonal, Werkstatt], zu den Mitarbeitern in der Verwaltung inklusive Führungskräfte, Vorstand, Geschäftsführung u. dgl.) der DB Regio und DB Cargo mit denen diverser EVU abseits der DB. Du wirst feststellen, dass die bei der DB um deutlich höher ist. Und dann vegleiche mal noch, wie der Anteil der einzelnen Bereiche im Overhead bei DB und privaten EVU aussieht. Genau da findest Du die Kostentreiber.

Es ist m.W. normal, dass größere Unternehmen, auch wenn sie gut laufen, eine höhere "Overheadquote" haben als kleinere. Für größere lohnt sich nämlich viel eher, dass die Zentrale immer mehr Dinge vorplant und Prozesse vorgibt, so dass die Mitarbeiter in der Produktion nur noch Schema F abarbeiten müssen, wo sie in kleineren Unternehmen Sonderfälle auf eigene Faust lösen müssen.

Aber noch einmal, auch wenn ich mich wiederhole: Ja, bei der DB läuft das nicht gut, sie braucht schlankere Organisationsstrukturen. Es ist einzig Deine undifferenzierte Schuldzuweisung an Management und Zentrale, bei der ich nicht mitgehe.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 15.09.20 18:42

kariadsko schrieb:
Ich denke, es geht es bei der DB auch, es braucht nur länger, weil größere Unternehmen schwerer umzumodeln sind - und so lange will Regio vielleicht nicht warten, bis sie noch Dutzende Ausschreibungen verloren haben?
Also lassen wir alles so wie es ist und lassen die Mitarbeiter an der Basis bluten?? Dann macht ja die GDL alles richtig, wenn sie da nicht mitspielt. Denn die Forderung nach Verschlankung der Strukturen im Konzern besteht ja schon länger, und nicht nur seitens der GDL. Bahn und Bund haben es bis jetzt verschlafen das aufzugreifen, und sie verschlafen es weiterhin. Danke für die Steilvorlage...

kariadsko schrieb:
Aber ich erlaube mir auch eine Gegenfrage: Wenn nur so kleinteilig "schlanke und wettbewerbsfähige" Strukturen möglich sind, warum fordert die GDL dann das Gegenteil, nämlich die EVU der DB zu vereinigen oder zumindest stärker miteinander zu vernetzen?
Ich glaube Du verwechselst was. Die GDL forciert weder kleinteilige Strukturen noch das Gegenteil, weil sie überzeugt davon ist, dass schlanke Strukturen sowohl in kleinteiligen als auch in größeren Unternehmen möglich sind. Die Arbeit bleibt schließlich die gleiche, egal ob eine "schlanke" Start-GmbH den Verkehr organisiert oder die zuständige Region der "großen" Regio-AG. Zahlreiche private EVU beweisen, dass schlanke Strukturen auch in Konzernen möglich sind. Und ja, dort gibt es auch eine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen regionalen Tochterunternehmen sowie eine (Konzern)Zentrale oben drüber, die den Laden steuert. Nur ist der eben nicht so ausladend wie ein DB Konzern.

kariadsko schrieb:
Es ist m.W. normal, dass größere Unternehmen, auch wenn sie gut laufen, eine höhere "Overheadquote" haben als kleinere. Für größere lohnt sich nämlich viel eher, dass die Zentrale immer mehr Dinge vorplant und Prozesse vorgibt, so dass die Mitarbeiter in der Produktion nur noch Schema F abarbeiten müssen, wo sie in kleineren Unternehmen Sonderfälle auf eigene Faust lösen müssen.
Es mag normal sein, dass größere Konzerne etwas höhere Overheadquoten haben, die nutzen dann aber normalerweise auch Synergieeffekte im Konzern, was wiederum Kosten spart. Genau das passiert aber in einem DB Konzern nur selten, die arbeiten trotzdem parallel jeder für sich, wie auch mein Beispiel betreffs der Dispositionssysteme (ich wiederhole, ein Beispiel von vielen weiteren) zeigt. Und ja, man kann Prozesse aus der Zentrale steuern. Aber dann steht die Frage, warum die jeweiligen Funktionen doppelt vorhanden sind, zentral und regional. Auf eines von beiden kann man verzichten, man tut es aber nicht. Im Gegenteil, man stellt noch Referenten ein, die die zentralen Vorgaben für die regionalen Abteilungen aufarbeiten und die Ergebnisse der regionalen Abteilungen den übergeordneten zentralen Abteilungen aufarbeitet und zuleitet.

Und wenn man sich verheddert hat und nicht mehr weiter weiß, dann gründet man noch einen Arbeitskreis (den man bei der DB Projektteam nennt)...

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 15.09.20 23:37

Hallo Peter,

MD 612 schrieb:
Und ja, man kann Prozesse aus der Zentrale steuern. Aber dann steht die Frage, warum die jeweiligen Funktionen doppelt vorhanden sind, zentral und regional. Auf eines von beiden kann man verzichten, man tut es aber nicht. Im Gegenteil, man stellt noch Referenten ein, die die zentralen Vorgaben für die regionalen Abteilungen aufarbeiten und die Ergebnisse der regionalen Abteilungen den übergeordneten zentralen Abteilungen aufarbeitet und zuleitet.
Darauf können wir uns einigen - das unterschreibe ich.
Also: Peace?

Schöne Grüße
Kariadsko

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Bernd Sandmann

Datum: 16.09.20 08:12

MD 612 schrieb:
Und wenn man sich verheddert hat und nicht mehr weiter weiß, dann gründet man noch einen Arbeitskreis (den man bei der DB Projektteam nennt)...


Da bleibt das Geld zumindest im eigenen Haus, was die Sache aber auch nicht besser macht. Leider pumpt man in letzter Zeit immer häufiger das wenige Geld in fragwürdige Aufträge mit Beraterfirmen, die häufig noch weniger Ahnung vom Bahnbetrieb haben, als die Führungsetage des DB Konzerns. Aber was für die Bundeswehr gut ist, kann für die DB ja nicht verkehrt sein....

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 16.09.20 13:52

kariadsko schrieb:
Also: Peace?
Es war ein Wortgefecht in friedlichen Zeiten. Von daher, alles gut...

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 17.09.20 23:39

MD 612 schrieb:
Es war ein Wortgefecht in friedlichen Zeiten. Von daher, alles gut...

Okay, wenn Heiko den Parallelthread schließt und auf diesen verweist, kann es ja nicht so arg gewesen sein *g*.
Dir noch alles Gute und liebe Grüße!

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Sven939

Datum: 17.09.20 23:51

kariadsko schrieb:
MD 612 schrieb:
Es war ein Wortgefecht in friedlichen Zeiten. Von daher, alles gut...

Okay, wenn Heiko den Parallelthread schließt und auf diesen verweist, kann es ja nicht so arg gewesen sein *g*.

Schon seltsam, warum ein Thread welchen einen EVG-Erfolg thematisiert relativ schnell geschlossen wird?!

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 18.09.20 08:18

Sven939 schrieb:
kariadsko schrieb:
Okay, wenn Heiko den Parallelthread schließt und auf diesen verweist, kann es ja nicht so arg gewesen sein *g*.

Schon seltsam, warum ein Thread welchen einen EVG-Erfolg thematisiert relativ schnell geschlossen wird?!

Nobody is perfect. Aber jetzt Heiko im Disput der Gewerkschaftssympathisanten untereinander Parteilichkeit zu unterstellen, ist schon ein starkes Stück!

Und das von einem, der nur dann wie ein Kasperkopp an der Feder aus der Kiste geschossen kommt, wenn das Triggerwort "GDL" fällt; der ansonsten aber eher farblos bis nichtssagend bleibt. Na bravo...!

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Sven939

Datum: 18.09.20 11:37

Heizer Jupp schrieb:
Nobody is perfect. Aber jetzt Heiko im Disput der Gewerkschaftssympathisanten untereinander Parteilichkeit zu unterstellen, ist schon ein starkes Stück!
Wie will man es sonst nennen, wenn man die Möglichkeit unterbindet ein erfolgreiches und bisher in Deutschland einzigartiges Tarifergebnis ausreichend zu würdigen?

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 18.09.20 14:43

Sven939 schrieb:
Heizer Jupp schrieb:
Nobody is perfect. Aber jetzt Heiko im Disput der Gewerkschaftssympathisanten untereinander Parteilichkeit zu unterstellen, ist schon ein starkes Stück!
Wie will man es sonst nennen, wenn man die Möglichkeit unterbindet ein erfolgreiches und bisher in Deutschland einzigartiges Tarifergebnis ausreichend zu würdigen?

Nenne es, wie du willst. Und mache das mit Heiko selbst aus.

Ob das Tarifergebnis wirklich die von dir verwendeten Attribute verdient, ist die nächste Frage...

Re: Einzigartig - wie man's nimmt

geschrieben von: Nordy

Datum: 18.09.20 15:30

sorry , war schon vermeldet-



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.09.20 15:36.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 18.09.20 18:07

Sven939 schrieb:
Wie will man es sonst nennen, wenn man die Möglichkeit unterbindet ein erfolgreiches und bisher in Deutschland einzigartiges Tarifergebnis ausreichend zu würdigen?
Hast Recht. Einzigartig war der Abschluss vor allem in der Hinsicht, wie sich Hommel & Konsorten über den Tisch haben ziehen lassen. Erfolgreich war der Abschluss für die DB-Vorstände, die mit hoher Wahrscheinlichkeit vor lauter Lachen in der letzten Nacht keinen Schlaf gefunden haben...

Ansonsten zeigen @zonk' Links ja eher, wie verantwortungsvolle Gewerkschaften auch in krisengeschüttelten Branchen gute Tarifergebnisse für ihre Mitglieder hinkriegen.

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Hurra! Hurra! Hurra!

geschrieben von: Lalu

Datum: 18.09.20 21:21


[i
Sven939 schrieb:[/i]]
Wie will man es sonst nennen, wenn man die Möglichkeit unterbindet ein erfolgreiches und bisher in Deutschland einzigartiges Tarifergebnis ausreichend zu würdigen?
Hallo,

ist das jetzt spezieller südbayerischer Humor? Sind denn die arbeitnehmerfreundlicheren Abschlüsse anderer Berufszweige in Ihrer Realität völlig ausgeblendet? Wenn Sie in der DDR sozialisiert worden wären, wäre aus Ihnen ein Vorzeigeparteisekretär mit vermutlich ganz großen Chancen geworden.

Grüße,
Lalu

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Sven939

Datum: 18.09.20 21:42

MD 612 schrieb:
Ansonsten zeigen @zonk' Links ja eher, wie verantwortungsvolle Gewerkschaften auch in krisengeschüttelten Branchen gute Tarifergebnisse für ihre Mitglieder hinkriegen.
Wenn du dich vorab etwas informiert hättest, dann wäre dir aufgefallen, dass es der Baubranche trotz Pandemie vergleichsweise gut geht. Dementsprechend kann man die Abschlüsse überhaupt nicht miteinander vergleichen.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 18.09.20 22:46

Sven939 schrieb:
Wenn du dich vorab etwas informiert hättest, dann wäre dir aufgefallen, dass es der Baubranche trotz Pandemie vergleichsweise gut geht. Dementsprechend kann man die Abschlüsse überhaupt nicht miteinander vergleichen.
Informieren solltest Du Dich erstmal, eh Du hier zum Thema weiter rumfaselst.

Ist denn die DB krisengeschüttelt?? Mit Sicherheit nicht, die heult nur rum, um ihre Kuschelgewerkschaft verar***en zu können. Solange die DB nicht einen Gedanken daran verschwendet ihre völlig verkrusteten und überteuerten Strukturen zu verschlanken, kann die wohl kaum erzählen, dass sie krisengeschüttelt wäre. Die soll sich mal Branchen wie Gastro oder Veranstaltungen / Messen anschauen, dann erfahren sie, was Krise ist.

Und mal abgesehen davon, wie sollen denn 18.000 Menschen überzeugt werden ausgerechnet bei der DB arbeiten zu wollen, wenn die hören, dass es hier nur Nullrunden und kaum den Inflationsausgleich gibt. Die wollen Kohle sehen und attraktive Arbeitsbedingungen. Und das ist eben nicht das, was Hommel & Konsorten da gerade unterschrieben haben.

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Sven939

Datum: 18.09.20 23:04

MD 612 schrieb:

Ist denn die DB krisengeschüttelt??
Du hast schon mitbekommen, was in den letzten 6 Monaten in diesem Land los war und dass wir die schlimmste Krise seit dem 2. Weltkrieg haben?

MD 612 schrieb:Zitat:
Und mal abgesehen davon, wie sollen denn 18.000 Menschen überzeugt werden ausgerechnet bei der DB arbeiten zu wollen, wenn die hören, dass es hier nur Nullrunden und kaum den Inflationsausgleich gibt. Die wollen Kohle sehen und attraktive Arbeitsbedingungen. Und das ist eben nicht das, was Hommel & Konsorten da gerade unterschrieben haben.
Ich kenne viele Arbeitnehmer die froh wären, wenn diese bis Anfang 2023 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt wären. Dank der EVG gibt es bis zu 100 Tage Freistellung bei einem möglichen zweiten Lockdown. Und trotz der schwierigen Lage ist sogar noch eine (moderate) Lohnerhöhung möglich. Wenn dieses Paket nicht die vorhandenen und auch zukünftigen Arbeitnehmer überzeugt, dann weiß ich auch nicht.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 18.09.20 23:32

Sven939 schrieb:
Du hast schon mitbekommen, was in den letzten 6 Monaten in diesem Land los war und dass wir die schlimmste Krise seit dem 2. Weltkrieg haben?
Manche hat es schwer getroffen, die DB weniger. Aber das kapierst Du ja nicht. Wenn Du wüsstest, wo da derzeit die Kohle immer noch sinnlos zum Fenster rausgeschmissen wird...

Sven939 schrieb:
Ich kenne viele Arbeitnehmer die froh wären, wenn diese bis Anfang 2023 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt wären.
Das wären sie bei der DB auch ohne diesen Abschluss. Erstens, weil jede Hand gebraucht wird und an allen Ecken und Enden Leute fehlen. Zweitens, weil es Beschäftigungssicherung und Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen längst schon gibt. Schon heute sind betriebsbedingte Kündigungen im Konzern ausgeschlossen. Von daher sieht man doch, wie Du auf die DB- und EVG-Soße wieder reingefallen bist.

Sven939 schrieb:
Dank der EVG gibt es bis zu 100 Tage Freistellung bei einem möglichen zweiten Lockdown.
Aber nur, wenn der dieses Jahr stattfinden sollte, was aber allerorten weitgehend ausgeschlossen wird. Für nächstes Jahr zählt dieses vermeintliche Versprechen schon wieder nicht mehr...

Sven939 schrieb:
Und trotz der schwierigen Lage ist sogar noch eine (moderate) Lohnerhöhung möglich.
Das ist nicht moderat, das ist unterhalb von minimal...

Sven939 schrieb:
Wenn dieses Paket nicht die vorhandenen und auch zukünftigen Arbeitnehmer überzeugt, dann weiß ich auch nicht.
Tja, Du bist kein Eisenbahner, sondern nur DB-Nachquatscher, wie wir ja schon seit Jahren wissen. Woher sollst Du denn dann auch wissen, was heutige und zukünftige Eisenbahner überzeugen kann...

Aber wenn Du das alles so toll findest, wo ist denn dann Deine Bewerbung??

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Reaktion des Eigentümer

geschrieben von: SES

Datum: 19.09.20 20:03

Hallo,

wir haben eine parlamentarische Demokratie.

Wie will ich als einer von vielen Miteigentümern bei der DB AG was ändern? Die es könnten, sind wie Krähen. Da bleiben die Augen heil... .

Genau das ändern? Ah ja. Bundesrat und Bundestag darf ja von uns keiner direkt wählen.

Re: Reaktion des Eigentümer

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 21.09.20 18:42

SES schrieb:
Hallo,

... .

Genau das ändern? Ah ja. Bundesrat und Bundestag darf ja von uns keiner direkt wählen.
Es ist schon fast ne Katastrophe, dass ein solcher Autor, der so was schreibt und damit seine komplette Unwissenheit über unser Wahlrecht offen legt, auch noch wählen darf.

Für Dich zum Mitmeißeln:

In dem Du in Deinem verschissenen Wahlkreis einen der dort kandidierenden Bürger für ein Bundestagsmandat und mit der Zweitsstimme eine der antretenden Parteien wählst, bestimmst Du was noch mal mit? Genau, z.B. schon mal nicht, wer im nächst besten Wirtshaus die Stammtischhoheit besitzt. Wenn der von Dir gewählte Kandidat in Deinem Wahlkreis das Glück hat, das entsprechende Direktmandat zu gewinnen, wie direkt wählst Du den Bundestag dann mit? Direkter gehts wohl kaum.

Erzähl uns nicht, dass das mit der direkten Wahl nicht läuft, nur weil der Kandidat jedesmal hinten runter fällt, bei dem Du das Kreuz machst.

Und zum Thema Bundesrat:

Dort sitzen die Vertreter der Regierungen sämtlicher Bundesländer. Das Zeugs nennt man auch Länderkammer.

Worüber man wirklich streiten könnte, ist die Geschichte mit einer direkten Wahl des Bundespräsidenten. So wie das derzeit geregelt ist, halte ich es auch für überholt und wenig transparent. Denn hier ist das Wahlvolk doch ein wenig weit weg.

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen