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Noch ein bißchen blaß, die EVG...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 11.09.20 23:07

Geht es doch derzeit hauptsächlich und vordergründig um die Einstellungszahlen. Naja, ist ja alles gut und schön. Aber das ist im Moment alles auch nur recht oberflächlich.

Vielleicht wird's ja noch. Und wenn man bei der GDL abschreibt...
Was mich ehrlich gesagt gar nicht stören würde. Besser spät (und abgeschrieben), als nie.

Doch warum nur beschleicht mich auch diesmal wieder das leise Gefühl daß da eine Finte, eine Augenwischerei, eine Mitgliederberuhigung und gespielte Entrüstung seitens des Arbeitgebers dahinterstecken könnten...?

Vielleicht, weil Svenni so euphorisch auftrumpft - nach dem Motto: "Ha, seht her, die EVG macht ja auch was und nicht nur die GDL!"?
Vielleicht, weil Erfahrungen der Vergangenheit auf ein abgekartetes Spiel schließen lassen?
Naja, man soll nicht immer negativ denken und so wünsche ich auch ganz ehrlich den Kollegen, die von der EVG vertreten werden, daß sich für sie etwas tut. Verdient hätten auch sie es auf alle Fälle!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 23:08.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 12.09.20 00:47

MD 612 schrieb:Zitat
kariadsko schrieb:Zitat:
Wie will die GDL den Eigentümer dazu bringen, die komplett aufzubringen, indem sie sich Verhandlungen mit dem Vorstand (also nicht dem Eigentümer!) verweigert?
Warum sollen nur bei dieser einen Bahn die Mitarbeiter Sonderopfer bringen, anstatt das endlich die grundlegenden Strukturprobleme dieses Konzern angegangen werden, um das ausufernde Kostenproblem zu lösen??
Sorry: Das ist keine Antwort auf meine Frage. Die GDL hätte ja auch vom Eigentümer (dem Bund) das fordern UND mit dieser Forderung in die Verhandlungen mit dem Vorstand gehen können.

Zitat
Der Bund hat das nicht gefordert. Bahn und EVG sind mit der Forderung nach Zusatzhilfen auf den Bund zugegangen und haben von sich aus Einsparungen im Personalkostenbereich angeboten. Das hat der Bund natürlich dankend angenommen in der Hoffnung, sich so in Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahlen nicht weiter mit seinem Problemkind Bahn beschäftigen zu müssen.

Dafür hätte ich gerne eine Quelle.

Zitat
kariadsko schrieb:Zitat:
ZitatZitat:
Abgesehen davon, dass der verlinkte Artikel längst veraltet ist
Ist das so? Hast Du aktuellere Quellen dazu?
Die Quelle steht im Artikel, der ist vom 11. Mai 2020.
Äh ja, und? Deshalb ist er doch nicht veraltet - das wäre er nur, wenn eine neuere Quelle etwas anderes aussagt. Deswegen ja meine Frage.

Zitat
Wenn das in den Verhandlungen besprochen werden sollte, dann hätte man das auch in der Verhandlungseinladung zusammen mit den eigenen Forderungen als entgegenkommendes Angebot schreiben können. Aber wenn Du Dir mal der Ergebnis der EVG anschaust, dann stellst Du schnell fest, dass das dort gar kein Thema ist...
Mit anderen Worten: Ihr erwartet, dass Eure Forderungen schon vor Verhandlungsbeginn erfüllt werden? Da habe ich ein anderes Verständnis vom Sinn von Verhandlungen.

Zitat
kariadsko schrieb:Zitat:
Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc. Da meint wohl keiner, dass man da nennenswert kürzen könnte.
Der war gut!! Ich gehe stark davon aus, dass ich den Konzern besser von innen kenne wie Du. Wenn die in der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz alles machen, aber mit Sicherheit weder Fahr- sowie Umlauf- und Dienstpläne. Die schieben sich die Berichte gegenseitig zu, die sie vorher frisiert haben, um gut dazustehen, damit die Karriere nicht gefährdet ist. Von oben nach unten und von recht nach links. Die sinnvolle Verwaltungsarbeit (eben u.a. das was Du schreibst) wird in den Regionen vor Ort erledigt.
Ich hatte schon häufiger in der Stephensonstraße zu tun. Die meisten Mitarbeiter dort machen entweder Arbeit wie die genannte oder aber erarbeiten zentral die Prozesse und Werkzeuge, mit denen andere Bahner ihre Arbeit effektiv und effizient machen können.
Und ja, auch das ist keine Kleinigkeit, zumal wenn man auf Synergieeffekte setzt. Das sind genau die von Dir weiter unten genannten "Truppen, die Dinge übergreifend betreuen".

Wenn bei Dir "Stephensonstraße und Potsdamer Platz" nur Synonym ist für "die, die weg können", dann sag das auch so. Sicher gibt es da Hierarchien, Mittelhäuptlinge und Strukturen, die sich gegenseitig und einem gemeinsamen effizienten Arbeiten im Weg stehen. Aber die Vorstellung, das seien so viele und da ließen sich mit einem Fingerschnippen Milliarden einsparen, halte ich für unrealistisch.

Zitat
Weil es außer diesem Pressegeschwafel keine konkreten Fakten gibt. Welche Organisationseinheiten werden zusammengefasst, welche Hierarchieebenen abgeschafft?? Wann wird die Akquise von Auslandstöchtern abseits des Kerngeschäfts eingestellt und die verlustbringenden Töchter abgestoßen?? Wo bleibt die längst fällige Trennung von Netz und Betrieb, wann fällt endlich der Renditezwang für die Infrastruktursparte?? Von alledem redet kein Mensch außer Weselsky, und dem wird das hier jetzt angekreidet. Und das bei vielen nur, weil ihnen dem seine Nase nicht passt.

Zum einen vermischst Du hier Punkte, die die Bahn entscheidet, mit Vorgaben der Politik. Um Letztere kann es ja bei bahninternen Verhandlungen nicht gehen. Die böten im Gegenteil die Chance, sich zu diesen Punkten mit dem Arbeitgeber und den anderen Gewerkschaften auf eine gemeinsame Position zu einigen - dann hat man viel bessere Karten, diese bei Scheuer auch durchzusetzen.

Zum anderen zur Umorganisation: Wie soll man denn nach so kurzer Zeit schon einen detaillierten, mit allen abgestimmten Plan haben, wie eine Umorganisation eines Konzerns mit 300.000 Mitarbeitern und Tausenden betroffenen Organisationseinheiten aussehen kann? So etwas dauert doch Jahre. Geht hin und legt Eure Vorstellungen dazu vor! Ansonsten siehe oben: Es wirkt mir so, dass Ihr das Verhandlungsergebnis vorweg genommen sehen wollt.

Zitat
Die dahingehenden Forderungen der GDL sind Bund und Bahn längst bekannt und im verlinkten offenen Brief noch einmal benannt. Wenn Bund und Bahn mit der GDL darüber reden wollen, gerne. Dann muss man aber auch dazu einladen. Tut man aber nicht, weil man am Grundproblem nichts ändern will. Zeit war die letzten Jahre schon genug dazu, denn die Probleme wurden in den letzten Jahren schon x-fach und nicht nur von der GDL benannt.
Alles vertretbare Anliegen, aber sie müssen eben in großer Runde diskutiert werden. Ladet doch einfach mal öffentlich zu einer Gegenveranstaltung ein, um über diese Themen zu reden - auch den Bund, der bei den jetzigen Verhandlungen gar nicht am Tisch sitzt. Dann liegt der schwarze Peter mal auf deren Seite, darauf sollen sie mal reagieren! Mit Fundamentalopposition erreicht Ihr aber gar nichts.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Strizie

Datum: 12.09.20 06:30

Traumflug schrieb:
Die anstehende Kapitalerhöhung der DB AG bedeutet auch, dass man mehr Schulden machen kann.
Mehr Schulden bedeuten auch mehr Zinsen und das derzeitige System der Negativzinsen wird auf Dauer kein Bestand haben.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Yugi500

Datum: 12.09.20 12:48

MD 612 schrieb:
Wozu brauchen denn drei Konzernschwestern, die alle drei eigentlich nur Eisenbahn fahren ( die ien mit weißen Zügen, die andere mit roten Zügen, die dritte mit Kisten, Brettern und Kesseln) drei verschiedenen Planungs- und Disositionssysteme für Fahrzeug- und Personaleinsatzplanung und -disposition, jede eins für sich?? Jedes mit einer extra Truppe für die Inbetriebnahme und die laufende Systembetreuung und Reibungsverlusten untereinander ohne Ende?? Warum beschafft man nicht ein System, dass man einmal im Konzern in Betrieb nimmt und von einer Truppe konzernübergreifend betreuen lässt?? Das ist nur eins von hunderten ähnlichen Beispielen...

Gruß Peter
Wozu brauchen Audi, VW, Porsche und Skoda verschiedene IT-Systeme zur Produktion von Fahrzeugen, Verwalten von Kundenstammdaten, Planung von Werkskapazitäten, etc., gehören doch alle zum VW-Konzern? Zum Einen, da dank DSGVO nicht jeder einzelner Betrieb auf die Daten der anderen Betriebe zugreifen können darf. Zum Anderen aber auch, weil sich die Anforderungen in den einzelnen Bereichen aufgrund der unterschiedlichen betrieblichen Parameter (technisch: benötigte Schnittstellen, geforderte Reports, Menge der zu verarbeitenden Daten, fachlich: Verfügbarkeiten, betriebliche Rahmenbedingungen und Anforderungen an Verfügbarkeiten etc. pp.) stark unterscheiden und sich entsprechend nur auf einer sehr oberflächlichen Ebene konsolidieren lässt, was den betroffenen Kollegen am Ende noch viel manuelle Arbeit überlässt - was die Kollegen an der Basis noch stärker belastet und aufregen würde.

Wenn man etwas fordert, sollte man zunächst mal die naive rosarote Brille absetzen, die alles einfach und simpel erscheinen lässt und sich mit der Umsetzbarkeit und den sich daraus ergebenden Folgen der einzelnen Forderungen auseinandersetzen.

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß - sondern es gibt viele Nuancen dazwischen. Und die Kunst besteht nicht darin, plump etwas zu fordern, weil es der eigenen subjektiven Meinung entspricht - sondern sich auch aktiv mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen, weshalb man sich irgendwann zu einer Entscheidung durchgerungen hat und zu eruieren, wie man die aktuellen Gegebenheiten sinnvoll und entsprechend gegebener rechtlicher und operativer Rahmenbedingungen optimieren kann.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 12.09.20 14:02

Laber, Rhabarber...

Würd' ich ja alles gerne glauben, was du da so erzählst - wenn es das, was "MD612" anregt, nicht schon einmal gegeben hätte!

Sogar unter dem Dach einer schon reformierten Bahn gab es den Geschäftsbereich Traktion, in welchem alle Triebfahrzeuge und die Personale zusammengefaßt waren, welcher als konzerninterner Dienstleister gemeinsam für Nah-, Fern- und Ladungsverkehr auftrat und in welchem die Synergieeffekte bei Fahrzeugbeschaffung, Fahrzeugunterhaltung, Fahrzeugerhaltung, Personalgewinnung, Personalausbildung und Disposition von Fahrzeugen und Personalen mit einer gemeinsamen Verwaltung und mit gemeinsamen Computersystemen genutzt wurden.

So richtig logisch und plausibel konnte bisher noch niemand erklären, warum man dieses riesige Pfund verspielt hat!
Aber heute seitens des Managements jammern, jammern, jammern, daß ja alles kostet, kostet, kostet, daß man keine Leute finde usw. usf.
Und dann auch noch die Mitarbeiter wegen der Management-eigenen Dauer-Fehlentscheidungen, Unfähigkeit und Perspektivenarmut mit zur Kasse bitten? Ich glaube, es hackt!!!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.09.20 14:03.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Achsstellkeil

Datum: 12.09.20 14:34

Wiebitte ? Warum wohl wurde eine Traktion aufgelöst ? Traktion wurde gegründet um die Privatisierung ohne großen Wiederstand der Lokführer durchführen zu können ! Als das erledigt war mußte die Einigkeit und Stärke einer Berufsgruppe einzelnen Berufsgruppe beendet und aufgelöst werden . Auch das funktionierte .
Danach mußte nur noch die Macht der FDL kontrolliert werden .... und ein Computer lässt sich nun einmal leichter fernsteuern als ein von innen verriegeltes Stellwerk , welches kein Signal auf Fahrt stellt .
Vielleicht erkennen nun einige , warum es früher mindestens immer zwei Gewerkschaften gab und nicht die FDL un Tf. in einer gemeinsam waren ...

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Yugi500

Datum: 12.09.20 15:24

Heizer Jupp schrieb:
Laber, Rhabarber...

Würd' ich ja alles gerne glauben, was du da so erzählst - wenn es das, was "MD612" anregt, nicht schon einmal gegeben hätte!

Sogar unter dem Dach einer schon reformierten Bahn gab es den Geschäftsbereich Traktion, in welchem alle Triebfahrzeuge und die Personale zusammengefaßt waren, welcher als konzerninterner Dienstleister gemeinsam für Nah-, Fern- und Ladungsverkehr auftrat und in welchem die Synergieeffekte bei Fahrzeugbeschaffung, Fahrzeugunterhaltung, Fahrzeugerhaltung, Personalgewinnung, Personalausbildung und Disposition von Fahrzeugen und Personalen mit einer gemeinsamen Verwaltung und mit gemeinsamen Computersystemen genutzt wurden.

So richtig logisch und plausibel konnte bisher noch niemand erklären, warum man dieses riesige Pfund verspielt hat!
Aber heute seitens des Managements jammern, jammern, jammern, daß ja alles kostet, kostet, kostet, daß man keine Leute finde usw. usf.
Und dann auch noch die Mitarbeiter wegen der Management-eigenen Dauer-Fehlentscheidungen, Unfähigkeit und Perspektivenarmut mit zur Kasse bitten? Ich glaube, es hackt!!!
Das ist ja genau der Punkt - das GAB es mal. Ein einziger Geschäftsbereich, der allumfänglich für die entsprechenden Ressourcen verantwortlich ist, hat natürlich auch die Möglichkeit entsprechend alle Ressourcen zentralisiert zu steuern.

In der Zwischenzeit, mit dem Aufkommen neuer Wettbewerber etc., hat sich die gesellschaftliche Struktur und die Fokussierung der einzelnen Bereiche verändert, sodass es in dem Maße eben aufgrund der daraus folgenden rechtlichen Gegebenheiten nicht mehr möglich ist.

Das Ganze ist ja kein exklusives DB-Thema oder Hirngespinst. Abellio bspw. hat mit Abellio BW, Abellio NRW, der Westfalenbahn und Abellio Mitteldeutschland ähnliche Strukturen.

Übertragen wir das Thema mal wieder auf andere Branchen: Wieso ist ein Daimler-Konzern in viele verschiedene Unterkonzerne (Trucks, Cars, Vans, etc.) unterteilt? Wieso ist der Lufthansa-Konzern in verschiedene Unterkonzerne (Passage, Cargo, Flight Academy, Technik) unterteilt? Weil man in Zeiten der Globalisierung versucht, durch eine Spezialisierung in den verschiedenen Geschäftsbereichen und dem Aufkommen neuer Wettbewerber und sich verändernder Marktbedingungen das bestmögliche Ergebnis und die bestmöglichen Produkte und Services zu entwickeln.

Ein weiser Mann sagte einst: "Wer nicht versucht besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein" - und bei aller Liebe für das Schwelgen in Erinnerungen, aber wenn man sich jetzt darüber aufregt, wieso man nicht am einstigen Status Quo festgehalten hat, dann sollte man sich nicht wundern, wieso plötzlich links und rechts vieles an einem vorbeigezogen ist und sich das Bild der Kunden verändert hat...

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 12.09.20 22:47

Yugi500 schrieb:
Wozu brauchen Audi, VW, Porsche und Skoda verschiedene IT-Systeme zur Produktion von Fahrzeugen, Verwalten von Kundenstammdaten, Planung von Werkskapazitäten, etc., gehören doch alle zum VW-Konzern?
Ich kann das nicht beurteilen, ich bin kein Autobauer. Sag Du es uns.

Yugi500 schrieb:
Zum Einen, da dank DSGVO nicht jeder einzelner Betrieb auf die Daten der anderen Betriebe zugreifen können darf. Die kann man zur Sicherheit sogar physisch voneinander trennen.
Muss er auch nicht. Man lässt die Systeme bei den drei Konzernschwestern einfach auf jeweils eigene Datenbanken zugreifen.

Yugi500 schrieb:
Zum Anderen aber auch, weil sich die Anforderungen in den einzelnen Bereichen aufgrund der unterschiedlichen betrieblichen Parameter (technisch: benötigte Schnittstellen, geforderte Reports, Menge der zu verarbeitenden Daten, fachlich: Verfügbarkeiten, betriebliche Rahmenbedingungen und Anforderungen an Verfügbarkeiten etc. pp.) stark unterscheiden.
Achwas?? In allen drei Unternehmen werden Loks und Wagen geplant und disponiert, in allen drei Unternehmen müssen die Fahrzeuge mit Personal besetzt werden, welches ebenfalls über diese Systeme geplant und disponiert werden und für die auch noch die Einhaltung der gleichen Arbeitszeitbestimmungen von den Systemen überwacht werden. Und das allerbeste ist, das hat sogar jahrelang mit dem gleichen System funktioniert. Nur kam das in die Jahre, musste ersetzt werden, und in den drei Gesellschaften entstanden drei teure Projektteams, drei teure Inbetriebnahmeteams, die wiederum drein teure Systeme beschafften, drei teure Systeme betreuen. Diese drei Einzelsysteme repräsentieren dann den "Systemverbund Bahn". Und dabei ginge das alles auch mit einem einheitlichen System, notfalls im Detail auch noch angepasst an die Bedürfnisse jeder einzelnen Gesellschaft. Ein Projektteam, ein Inbetriebnahmeteam, ein Betreuungsteam...

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 12.09.20 23:38

kariadsko schrieb:
Die GDL hätte ja auch vom Eigentümer (dem Bund) das fordern UND mit dieser Forderung in die Verhandlungen mit dem Vorstand gehen können.
Die GDL wurde vom Bahnvorstand ohne Angaben über Verhandlungsinhalte zu Tarifverhandlungen geladen, nicht vom Eigentümer. Der ist dafür auch nicht zuständig. Und wenn man nicht weiß, über was verhandelt werden soll, dann kann man auch keine Forderungen an den Bund richten, wo man doch gar nicht weiß, ob die für die Verhandlungen relevant sind. Im Übrigen sind die Forderungen der GDL nach einer grundlegenden Strukturreform der DB inklusive der Herauslösung der Infrastruktur aus dem Konzern auch nicht neu und der Bundesregierung längst bekannt. Aber was eine seit Jahren verschleppte Strukturreform mit Tarifverhandlungen unbekannten Inhaltes zu tun haben soll, musst Du uns dann schon noch erklären. Und am Ende bleibt auch noch die Frage, welches Verhandlungsziel sich die GDL selbst überhaupt gibt. Das zu beraten und zu beschließen hat sich die GDL einen Zeithorizont bis Februar 2021 gegeben. Eben jener Zeitpunkt, an dem die Tarifverträge auslaufen und neu zu verhandeln sind. Warum sollte also der GDL-Vorstand heute ohne Verhandlungsmandat der Organisation zu Tarifverhandlungen bereit sein, die zeitgerecht in einem halben Jahr zu führen sind??

kariadsko schrieb:
Zitat
Der Bund hat das nicht gefordert. Bahn und EVG sind mit der Forderung nach Zusatzhilfen auf den Bund zugegangen...
Dafür hätte ich gerne eine Quelle.
Die kannst Du Dir gerne selbst suchen, ich bin schließlich nicht das Dienstleistungskombinat. Schau Dich einfach auf der EVG-Homepage zum Thema um, die legen mehrfach Wert darauf, wer das "Bündnis für unsere Bahn" auf den Weg gebracht hat.

kariadsko schrieb:
Zitat
Die Quelle steht im Artikel, der ist vom 11. Mai 2020.
Äh ja, und? Deshalb ist er doch nicht veraltet - das wäre er nur, wenn eine neuere Quelle etwas anderes aussagt.
Die Welt dreht sich weiter, und nur weil es zu einem Thema keine neue Meldung gibt (was hier auch nicht erwiesen ist), ist die alte Meldung nicht automatisch immer noch relevant.

kariadsko schrieb:
Zitat
Wenn das in den Verhandlungen besprochen werden sollte, dann hätte man das auch in der Verhandlungseinladung zusammen mit den eigenen Forderungen als entgegenkommendes Angebot schreiben können. Aber wenn Du Dir mal der Ergebnis der EVG anschaust, dann stellst Du schnell fest, dass das dort gar kein Thema ist...
Mit anderen Worten: Ihr erwartet, dass Eure Forderungen schon vor Verhandlungsbeginn erfüllt werden? Da habe ich ein anderes Verständnis vom Sinn von Verhandlungen.
Du hast Schwierigkeiten Geschriebenes zu lesen und zu verstehen. Nicht das Verhandlungsergebnis soll feststehen, sondern Verhandlungsinhalte. Über was will die DB verhandeln?? Sag Du es uns, die DB tut das ja nicht.

kariadsko schrieb:
Ich hatte schon häufiger in der Stephensonstraße zu tun. Die meisten Mitarbeiter dort machen entweder Arbeit wie die genannte
Ich weiß nicht, welchen Bären die Dir dort aufgebunden haben. Aber Fahr-, Umlauf- und Dienstpläne werden definitiv nicht in der Unternehmens- bzw. Konzernzentrale erarbeitet.

kariadsko schrieb:
oder aber erarbeiten zentral die Prozesse und Werkzeuge, mit denen andere Bahner ihre Arbeit effektiv und effizient machen können.
Prust...

Das Ergebnis dieser Prozesse und Werkzeuge kennen wir. Verspätungen ohne Ende, kaputte Züge, fehlende Ersatzteile, "Zug heute anders gereiht", zurückgebaute und vergammelte Infrastruktur, und zur Abhilfe all dessen werden hunderte Projektteams neu gegründet, die sich gegenseitig behindern, aber die Karre nicht aus dem Dreck ziehen. Und diejenigen, die die Suppe auslöffeln müssen, sich mit zu Recht verärgerten Fahrgästen rumärgern dürfen, ihren Feierabend immer wieder in den Wind schreiben dürfen, die belohnt man dann mit zwei Jahren Nullrunde...

kariadsko schrieb:
Und ja, auch das ist keine Kleinigkeit, zumal wenn man auf Synergieeffekte setzt.
Ich pruste gleich nochmal. Das Beispiel mit den drei Dispositionssystemen hattest Du verstanden?? Und dass das kein Einzelbeispiel ist auch??

kariadsko schrieb:
Aber die Vorstellung, das seien so viele und da ließen sich mit einem Fingerschnippen Milliarden einsparen, halte ich für unrealistisch.
Ich fürchte, so wirklich hast Du keinen Durchblick in den Strukturen dieses aufgeblähten Konzerns. Da machen sicher die meisten Leute gewissenhaft ihre Arbeit. Nur merkt keiner (oder besser, keiner will merken), dass vieles davon gar nicht nötig ist, weil es doppelt passiert, zu Reibungsverlusten führt, nur Statistik- und Berichtsgeschiebe ist...

kariadsko schrieb:
Zum einen vermischst Du hier Punkte, die die Bahn entscheidet, mit Vorgaben der Politik.
Deswegen ging das ausführliche Schreiben der GDL auch an Bahn und Politik.

kariadsko schrieb:
... dann hat man viel bessere Karten, diese bei Scheuer auch durchzusetzen.
Du glaubst also, der DB-Vorstand sägt an dem Ast, auf dem der selber sitzt?? Die Frage mit dem Weihnachtsmann hattest Du verstanden??

kariadsko schrieb:
Wie soll man denn nach so kurzer Zeit schon einen detaillierten, mit allen abgestimmten Plan haben, wie eine Umorganisation eines Konzerns mit 300.000 Mitarbeitern und Tausenden betroffenen Organisationseinheiten aussehen kann?
Die Forderung besteht schon seit Jahren, nicht nur von Seiten der GDL. Zeit war also genug. Die Zeit wurde verplembert, und zu Recht sagt die GDL gerade deshalb, dass Einsparungen auf Kosten des Personals nicht verhandelbar sind. Schon gar nicht, wenn es zu den anderen Themen keine Aussagen gibt. Es ist Aufgabe des Eigentümers, den Konzern auf Kurs zu bringen. Wenn der das nicht tut, muss er die Zeche zahlen, nicht die Mitarbeiter, die den Betrieb trotz aller Widrigkeiten am Laufen halten.

Gruß Peter

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Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: VT605

Datum: 13.09.20 07:42

kariadsko schrieb:
Ich hatte schon häufiger in der Stephensonstraße zu tun. Die meisten Mitarbeiter dort machen entweder Arbeit wie die genannte oder aber erarbeiten zentral die Prozesse und Werkzeuge, mit denen andere Bahner ihre Arbeit effektiv und effizient machen können.

Ja, das sehen wir täglich welch effiziente Schichten dort in der Vorplanung erstellt werden... Ironie aus

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: VT605

Datum: 13.09.20 07:54

Yugi500 schrieb:

Ein weiser Mann sagte einst: "Wer nicht versucht besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein" - und bei aller Liebe für das Schwelgen in Erinnerungen, aber wenn man sich jetzt darüber aufregt, wieso man nicht am einstigen Status Quo festgehalten hat, dann sollte man sich nicht wundern, wieso plötzlich links und rechts vieles an einem vorbeigezogen ist und sich das Bild der Kunden verändert hat...

Aha, was hat sich denn verbessert durch die Aufteilung? Ist der Einsatz effizienter geworden? Warum jammert man denn dann das in einigen Schichten zuviel unproduktive Zeit drin ist?
Weiterentwicklung ja, wenn es wirklich Verbesserungen gibt und nicht nur weiterentwickelt wird um Posten für Herrscharen von Managern und Kaufleuten für sinnlose Projekte zu schaffen.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 13.09.20 11:42

Wieder laber, Rhabarber. Wieder viel geschrieben und nichts gesagt; wieder genauso unplausibel und an Ahnungs- und Hilflosigkeit nicht zu überbietende zeitgeisttypische Sprechblasen!
Dieses dumme und unerträgliche Zeug müssen wir uns nun schon seit Jahren aus Managermündern anhören, in Hochglanzbroschüren und in jovial klingenden Mitarbeiterbriefen lesen!

Nichts gegen Veränderungen, bei denen am Ende echte Verbesserungen herauskommen. Doch im Bereich der Triebfahrzeuge und Personale gab es mit der Zerrschlagung der Traktion kurzfristig Augenwischerei, aber langfristig ineffektiven, teueren Obermurks!
Und wer sagt übrigens, daß sich nicht auch ein Geschäftsbereich Traktion hätte weiterentwickeln können...?

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 13.09.20 20:49

Noch eine Ergänzung:

kariadsko schrieb:
Wenn bei Dir "Stephensonstraße und Potsdamer Platz" nur Synonym ist für "die, die weg können", dann sag das auch so. Sicher gibt es da Hierarchien, Mittelhäuptlinge und Strukturen, die sich gegenseitig und einem gemeinsamen effizienten Arbeiten im Weg stehen. Aber die Vorstellung, das seien so viele und da ließen sich mit einem Fingerschnippen Milliarden einsparen, halte ich für unrealistisch.
Es geht nicht darum, dass dort alle "weg können". Es geht darum, die Verwaltungsarbeit effizient zu gestalten und nur die Leute dort zu halten, die für die notwendige Arbeit gebraucht werden.

Zwei Punkte dazu:

1) DB Regio wirbt seit einigen Jahren damit, bereits vor Jahren verlorene Netze mittels der Start-Gesellschaften zurückgewinnen zu wollen. Hauptargument ist dabei, dass mit den Start-Gesellschaften schlanke und wettbewerbsfähige Strukturen möglich seien. Und jetzt die Preisfrage: Warum gehen schlanke und wettbewerbsfähige Strukturen nur mit den Start-Gesellschaften, warum nicht bei DB Regio im Speziellen und im DB Konzern allgemein??

2) Wenn Du kannst, dann vergleiche mal die Overheadquoten (das prozentuale Verhältnis der Mitarbeiter, die direkt in der Produktion tätig sind [Lokführer, Zugpersonal, Werkstatt], zu den Mitarbeitern in der Verwaltung inklusive Führungskräfte, Vorstand, Geschäftsführung u. dgl.) der DB Regio und DB Cargo mit denen diverser EVU abseits der DB. Du wirst feststellen, dass die bei der DB um deutlich höher ist. Und dann vegleiche mal noch, wie der Anteil der einzelnen Bereiche im Overhead bei DB und privaten EVU aussieht. Genau da findest Du die Kostentreiber.

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 14.09.20 00:01

Hallo Peter,

MD 612 schrieb:
Zitat:
kariadsko schrieb:
Zitat
Der Bund hat das nicht gefordert. Bahn und EVG sind mit der Forderung nach Zusatzhilfen auf den Bund zugegangen...
Die kannst Du Dir gerne selbst suchen, ich bin schließlich nicht das Dienstleistungskombinat. Schau Dich einfach auf der EVG-Homepage zum Thema um, die legen mehrfach Wert darauf, wer das "Bündnis für unsere Bahn" auf den Weg gebracht hat.
Entschuldigung: Du hast eine Faktenbehauptung gebracht (und zwar eine ziemlich krasse, die ich sonst so noch nirgends gehört habe). Dann ist es auch Deine Sache, diese mit nachvollziehbaren Quellen zu unterlegen. Ganz normaler Stil in Internet-Diskussionen.
Das "Bündnis für unsere Bahn" kenne ich erst, NACHDEM der Bund die fünf Milliarden Eigenbeteiligung gefordert hatte und es dann darum ging, wie diese aufzutreiben seien.

Zitat
Das Ergebnis dieser Prozesse und Werkzeuge kennen wir. Verspätungen ohne Ende, kaputte Züge, fehlende Ersatzteile, "Zug heute anders gereiht", zurückgebaute und vergammelte Infrastruktur, und zur Abhilfe all dessen werden hunderte Projektteams neu gegründet, die sich gegenseitig behindern, aber die Karre nicht aus dem Dreck ziehen. Und diejenigen, die die Suppe auslöffeln müssen, sich mit zu Recht verärgerten Fahrgästen rumärgern dürfen, ihren Feierabend immer wieder in den Wind schreiben dürfen, die belohnt man dann mit zwei Jahren Nullrunde...

Du meinst, die fachliche Arbeit der Zentrale sei schlecht, nachdem Du vorher noch behauptet hattest, die machten gar keine fachliche Arbeit? Nicht im laufenden Strafprozess die Anklage wechseln.

Zitat
Das Beispiel mit den drei Dispositionssystemen hattest Du verstanden?? Und dass das kein Einzelbeispiel ist auch??
Ist zwar OT, aber da muss ich einhaken.

Ja, ich habe das verstanden, und ich kenne selbst ein Dutzend solcher Beispiele. Und ich verrate Dir mal ein Geheimnis: Gegen Standardisierung und Vereinheitlichung wehrt sich in der Regel nicht die Zentrale (warum sollte sie auch?), sondern viel häufiger im Gegenteil Mitarbeiter in der Fläche und ihre direkten Interessenvertreter. Die haben sich nämlich oft mit ihren Speziallösungen eingerichtet und diese für die lokalen und organisatorischen Besonderheiten optimiert, so dass ein Standard für sie, zumindest am Anfang, sogar Mehraufwand bedeuten würde. In jedem Einzelfall durchaus verständlich, aber in Summe sorgt es für das undurchschaubare, ineffiziente Dickicht, als das wir alle die DB kennen - in dieser Zustandsdiagnose gebe ich Dir ja völlig recht.

Der krasseste Fall aus meinem persönlichen Umfeld, wenn auch schon fast 20 Jahre alt: Für die Zugdisposition in den Betriebszentralen hat DB Netz ZWEI Systeme gekauft, die zu 95 Prozent dasselbe leisten, beide individuell entwickelt mit Kosten jeweils im zweistelligen Millionenbereich - alleine deswegen, weil sich die Regionalbereiche nicht auf ein favorisiertes System einigen konnten und die Zentrale ihre Wunschlösung nicht geschafft hat durchzusetzen. Wohlgemerkt, innerhalb eines DB-Geschäftsbereichs.

Und Du musst damit rechnen, dass so etwas auch mit der GB Traktion passieren wird. Ich bin durchaus dafür, aber das geht nicht ohne Reibungsverluste. Und da rede ich nicht vom Management, sondern von den betroffenen Mitarbeitern.

Zitat
Du glaubst also, der DB-Vorstand sägt an dem Ast, auf dem der selber sitzt?? Die Frage mit dem Weihnachtsmann hattest Du verstanden??
Ich finde, hier verschenkt ihr Potential, indem ihr Politik und Vorstand, und die EVG noch dazu, als monolithischen "Block der Feinde" behandelt. M.E. solltet ihr besser unterscheiden zwischen einerseits Themen, wo ihr auf der einen Seite sitzt und der Vorstand auf der anderen, und andererseits Themen, wo sich eure Interessen sogar mit denen des Vorstands decken und ihr mit diesem gemeinsam Zugeständnisse von der Politik erreichen könnt.

Schöne Grüße
Kariadsko

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Saarsachse

Datum: 14.09.20 12:45

Moinsen,

@kariadsko - es hat schon seinen Grund warum wir GDL`er nicht gut auf die EVG zu sprechen sind, befaß Dich einfach mal mit deren Geschichte.

So und jetzt was zum Thema GB Traktion, wir hatten 2 PC-Programme - eins für die Steuerung und Planung des Personals und das andere für die Tfz`s - Rückfallebene war das berühmte Blatt Papier und bunte Stifte. Kannst Du einen Triebfahrzeugeinsatzbogen führen? Ich jetzt immer noch!
Wir hätten nie mehr als diese 2 Programme gebraucht - aber der GB Traktion mußte ja auf Teufel komm raus weg, vielleicht weil ja auch da die GDL die Mehrheit hatte! Ich bin nicht mehr bei der DBAG und kann das einschätzen, das Problem ist einfach der Wasserkopf!
Der Oschatzer Saarsachse

IVK - Fan

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 14.09.20 14:30

Saarsachse schrieb:Zitat
es hat schon seinen Grund warum wir GDL`er nicht gut auf die EVG zu sprechen sind, befaß Dich einfach mal mit deren Geschichte.
Schon klar: Es geht nicht um Differenzen in Sachfragen, sondern um grundsätzliche Abneigung. Aber wenn Ihr etwas erreichen wollt, ist Emotion ein schlechter Ratgeber, egal ob die Abneigung begründet ist oder nicht.

Zitat
So und jetzt was zum Thema GB Traktion, wir hatten 2 PC-Programme - eins für die Steuerung und Planung des Personals und das andere für die Tfz`s - Rückfallebene war das berühmte Blatt Papier und bunte Stifte. Kannst Du einen Triebfahrzeugeinsatzbogen führen? Ich jetzt immer noch!
Der GB Traktion existierte bis 1999. Kann es sein, dass sich seitdem die Welt ein klein wenig weitergedreht hat?
Noch einmal, ich kann mich durchaus dafür erwärmen, den GB Traktion wiederzubeleben. Aber ich sehe es nicht als das Allheilmittel.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 14.09.20 15:33

kariadsko schrieb:
Das "Bündnis für unsere Bahn" kenne ich erst, NACHDEM der Bund die fünf Milliarden Eigenbeteiligung gefordert hatte und es dann darum ging, wie diese aufzutreiben seien.
Gut, dann war's halt so rum, wenn Dir das wichtig ist. Trotzdem war es die EVG, die mit ihrer Initiative zu diesem "Bündnis" selbst auf Bund und Bahn zugegangen ist und damit von vornherein völlig kritiklos die Einsparung der Personalkosten mitgetragen hat. Man hätte sich ja an der Stelle auch wehren können. Insgesamt macht es das Verhalten der EVG nicht besser.

kariadsko schrieb:
Du meinst, die fachliche Arbeit der Zentrale sei schlecht, nachdem Du vorher noch behauptet hattest, die machten gar keine fachliche Arbeit?
Das Ergebnis ist dasselbe, und nur darauf kommt es an. Aber interessant, wie Du Dich auf Nebenkriegsschauplätze konzentrierst und dabei das Hauptanliegen gekonnt ignorierst. Das scheint Methode bei Leuten zu sein, um ein vernünftiges Handeln einer streitbaren Gewerkschaft schlecht darzustellen. Was sind denn nun Deine Antworten auf meine beiden Grundsatzfragen hier: [www.drehscheibe-online.de]??

kariadsko schrieb:
Gegen Standardisierung und Vereinheitlichung wehrt sich in der Regel nicht die Zentrale (warum sollte sie auch?), sondern viel häufiger im Gegenteil Mitarbeiter in der Fläche und ihre direkten Interessenvertreter. Die haben sich nämlich oft mit ihren Speziallösungen eingerichtet und diese für die lokalen und organisatorischen Besonderheiten optimiert, so dass ein Standard für sie, zumindest am Anfang, sogar Mehraufwand bedeuten würde.
Das trifft an der Stelle aber nicht zu. Es musste aus "Altersgründen" ein einheitliches Dispositionssystem ersetzt werden, welches die Akzeptanz in der Fläche und bei den Interessenvertretern hatte. Wenn der Konzern die Kompetenz hätte, die er gerne vorgibt, dann hätte der auch ein neues einheitliches System durchgesetzt, alleine schon aus Kostengründen. Und an den Interessenvertretern hat es nun gar nicht gelegen, schon gar nicht an denen aus der Fläche. Denn die wurden im Vorfeld nicht mit eingebunden, die wurden nur mit den Ergebnissen der entsprechenden Ausschreibungen der drei Konzernschwestern konfrontiert. Und nochmal, dass war ein einzelnes Beispiel von vielen. Von daher geht Dein Vorwurf schon wieder an die falsche Adresse und zeigt erneut, dass Du von den Innereien dieses Konzern nicht wirklich was verstehst.

kariadsko schrieb:
Ich finde, hier verschenkt ihr Potential, indem ihr Politik und Vorstand, und die EVG noch dazu, als monolithischen "Block der Feinde" behandelt.
Danke für die Tipps, aber ich glaube, die GDL weiß selbst am Besten, wie sie in der Sache vorgeht. So theoretisch einfach, wie Du es Dir in Deiner Hochglanzbahnwelt vorstellst, ist das nämlich praktisch in der Sache nicht. Weder Vorstand noch Aufsichtsrat und Eigentümer haben sich bisher mit den Positionen der GDL und auch anderer Verbände hinsichtlich einer Neuausrichtung des Bahnkonzerns ernsthaft beschäftigt. Deswegen war diese klare Ansage der GDL zum jetzigen Zeitpunkt genau richtig.

kariadsko schrieb:
Schon klar: Es geht nicht um Differenzen in Sachfragen, sondern um grundsätzliche Abneigung. Aber wenn Ihr etwas erreichen wollt, ist Emotion ein schlechter Ratgeber, egal ob die Abneigung begründet ist oder nicht. Du kannst uns ja mal verraten, wie man mit der Truppe etwas zusammen erreichen will, wenn die schon einknicken, bevor es überhaupt zu Verhandlungen kommt.
Und nochmal zur Wiederholung: Könntest Du Deine guten Tipps in Zukunft für Dich behalten und es der GDL überlassen selbst zu entscheiden, auf welchem Weg sie die Interessen Ihrer Mitglieder vertritt?? Eins kann ich Dir sagen, zusammen mit der EVG wird das nichts. Und das beruht nicht nur auf alten Erfahrungen, sondern auch auf solchen aus der jüngeren Zeit.

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 15.09.20 00:07

Hallo Peter,

sorry, dass ich grinse, wenn Du mir erst Nebenkriegsschauplätze vorwirfst und mich weiter unten dann aufforderst, zum Hauptthema die Klappe zu halten.

Na schön, also nur noch zu den zwei Punkten, zu denen Du extra nachfragst:

Zitat
1) DB Regio wirbt seit einigen Jahren damit, bereits vor Jahren verlorene Netze mittels der Start-Gesellschaften zurückgewinnen zu wollen. Hauptargument ist dabei, dass mit den Start-Gesellschaften schlanke und wettbewerbsfähige Strukturen möglich seien. Und jetzt die Preisfrage: Warum gehen schlanke und wettbewerbsfähige Strukturen nur mit den Start-Gesellschaften, warum nicht bei DB Regio im Speziellen und im DB Konzern allgemein??
Ich denke, es geht es bei der DB auch, es braucht nur länger, weil größere Unternehmen schwerer umzumodeln sind - und so lange will Regio vielleicht nicht warten, bis sie noch Dutzende Ausschreibungen verloren haben?

Aber ich erlaube mir auch eine Gegenfrage: Wenn nur so kleinteilig "schlanke und wettbewerbsfähige" Strukturen möglich sind, warum fordert die GDL dann das Gegenteil, nämlich die EVU der DB zu vereinigen oder zumindest stärker miteinander zu vernetzen?

Zitat
2) Wenn Du kannst, dann vergleiche mal die Overheadquoten (das prozentuale Verhältnis der Mitarbeiter, die direkt in der Produktion tätig sind [Lokführer, Zugpersonal, Werkstatt], zu den Mitarbeitern in der Verwaltung inklusive Führungskräfte, Vorstand, Geschäftsführung u. dgl.) der DB Regio und DB Cargo mit denen diverser EVU abseits der DB. Du wirst feststellen, dass die bei der DB um deutlich höher ist. Und dann vegleiche mal noch, wie der Anteil der einzelnen Bereiche im Overhead bei DB und privaten EVU aussieht. Genau da findest Du die Kostentreiber.

Es ist m.W. normal, dass größere Unternehmen, auch wenn sie gut laufen, eine höhere "Overheadquote" haben als kleinere. Für größere lohnt sich nämlich viel eher, dass die Zentrale immer mehr Dinge vorplant und Prozesse vorgibt, so dass die Mitarbeiter in der Produktion nur noch Schema F abarbeiten müssen, wo sie in kleineren Unternehmen Sonderfälle auf eigene Faust lösen müssen.

Aber noch einmal, auch wenn ich mich wiederhole: Ja, bei der DB läuft das nicht gut, sie braucht schlankere Organisationsstrukturen. Es ist einzig Deine undifferenzierte Schuldzuweisung an Management und Zentrale, bei der ich nicht mitgehe.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 15.09.20 18:42

kariadsko schrieb:
Ich denke, es geht es bei der DB auch, es braucht nur länger, weil größere Unternehmen schwerer umzumodeln sind - und so lange will Regio vielleicht nicht warten, bis sie noch Dutzende Ausschreibungen verloren haben?
Also lassen wir alles so wie es ist und lassen die Mitarbeiter an der Basis bluten?? Dann macht ja die GDL alles richtig, wenn sie da nicht mitspielt. Denn die Forderung nach Verschlankung der Strukturen im Konzern besteht ja schon länger, und nicht nur seitens der GDL. Bahn und Bund haben es bis jetzt verschlafen das aufzugreifen, und sie verschlafen es weiterhin. Danke für die Steilvorlage...

kariadsko schrieb:
Aber ich erlaube mir auch eine Gegenfrage: Wenn nur so kleinteilig "schlanke und wettbewerbsfähige" Strukturen möglich sind, warum fordert die GDL dann das Gegenteil, nämlich die EVU der DB zu vereinigen oder zumindest stärker miteinander zu vernetzen?
Ich glaube Du verwechselst was. Die GDL forciert weder kleinteilige Strukturen noch das Gegenteil, weil sie überzeugt davon ist, dass schlanke Strukturen sowohl in kleinteiligen als auch in größeren Unternehmen möglich sind. Die Arbeit bleibt schließlich die gleiche, egal ob eine "schlanke" Start-GmbH den Verkehr organisiert oder die zuständige Region der "großen" Regio-AG. Zahlreiche private EVU beweisen, dass schlanke Strukturen auch in Konzernen möglich sind. Und ja, dort gibt es auch eine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen regionalen Tochterunternehmen sowie eine (Konzern)Zentrale oben drüber, die den Laden steuert. Nur ist der eben nicht so ausladend wie ein DB Konzern.

kariadsko schrieb:
Es ist m.W. normal, dass größere Unternehmen, auch wenn sie gut laufen, eine höhere "Overheadquote" haben als kleinere. Für größere lohnt sich nämlich viel eher, dass die Zentrale immer mehr Dinge vorplant und Prozesse vorgibt, so dass die Mitarbeiter in der Produktion nur noch Schema F abarbeiten müssen, wo sie in kleineren Unternehmen Sonderfälle auf eigene Faust lösen müssen.
Es mag normal sein, dass größere Konzerne etwas höhere Overheadquoten haben, die nutzen dann aber normalerweise auch Synergieeffekte im Konzern, was wiederum Kosten spart. Genau das passiert aber in einem DB Konzern nur selten, die arbeiten trotzdem parallel jeder für sich, wie auch mein Beispiel betreffs der Dispositionssysteme (ich wiederhole, ein Beispiel von vielen weiteren) zeigt. Und ja, man kann Prozesse aus der Zentrale steuern. Aber dann steht die Frage, warum die jeweiligen Funktionen doppelt vorhanden sind, zentral und regional. Auf eines von beiden kann man verzichten, man tut es aber nicht. Im Gegenteil, man stellt noch Referenten ein, die die zentralen Vorgaben für die regionalen Abteilungen aufarbeiten und die Ergebnisse der regionalen Abteilungen den übergeordneten zentralen Abteilungen aufarbeitet und zuleitet.

Und wenn man sich verheddert hat und nicht mehr weiter weiß, dann gründet man noch einen Arbeitskreis (den man bei der DB Projektteam nennt)...

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 15.09.20 23:37

Hallo Peter,

MD 612 schrieb:
Und ja, man kann Prozesse aus der Zentrale steuern. Aber dann steht die Frage, warum die jeweiligen Funktionen doppelt vorhanden sind, zentral und regional. Auf eines von beiden kann man verzichten, man tut es aber nicht. Im Gegenteil, man stellt noch Referenten ein, die die zentralen Vorgaben für die regionalen Abteilungen aufarbeiten und die Ergebnisse der regionalen Abteilungen den übergeordneten zentralen Abteilungen aufarbeitet und zuleitet.
Darauf können wir uns einigen - das unterschreibe ich.
Also: Peace?

Schöne Grüße
Kariadsko
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