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Rudolf R schrieb:
"Wir haben zu der Zeit unsere Arbeit in der Öffentlichkeit gemacht, während sich viele in das sichere Homeoffice zurück gezogen haben."

Die Arbeitsbelastung und das Infektionsrisiko hielten sich angesichts der kaum vorhandenen Fahrgäste wohl sehr in Grenzen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 23:27.

Klare Worte!

geschrieben von: MichiS

Datum: 10.09.20 23:41

Hallo zusammen,


auch, wenn ich den Poltereien des Herrn Weselsky üblicherweise skeptisch gegenüberstehe, würde ich diesen Brief vorbehaltlos unterschreiben.

Jetzt würde ich mir noch ähnlich klare Worte im Bereich der Pflege, der Erziehung, der Bildung usw. usf. wünschen. Die Wirtschaft muss für den Menschen da sein, nicht anders herum.


Gruß

Michi

Kurzarbeit Flixtrain GmbH

geschrieben von: Lalu

Datum: 11.09.20 00:01

Hallo,

wieviel mehr als ihre 4 offiziellen Mitarbeiter/ geschäftsführenden Gesellschafter hat die Flixtrain GmbH? 20? Oder mehr? Diese sind ja nun nicht der Maßstab.

Grüße,
Lalu
Sven939 schrieb:
Rudolf R schrieb:
"Wir haben zu der Zeit unsere Arbeit in der Öffentlichkeit gemacht, während sich viele in das sichere Homeoffice zurück gezogen haben."

Die Arbeitsbelastung und das Infektionsrisiko hielten sich angesichts der kaum vorhandenen Fahrgäste wohl sehr in Grenzen.

Es gibt auch noch Bahnbetrieb abseits vom Personenverkehr. Geht aber wahrscheinlich über deinen Horizont. Netz ( bspw. Fdl, Instandhaltung), Cargo, nötige Verwaltung und Dispositionsplätze wären nur ein paar Beispiele, wo man tagtäglich mit x Leuten in Berührung kommt.

Gruss Kabelcontainer, Tf bei Cargo, Railion, Railion Logistics, Schenker, Schenker Rail, Cargo 2.0


Die Bahn hat einen Wert von 120 Mrd. und Mehdorn will sie für 7 Mrd unbedingt an den Russen verkaufen. Warum wohl? Schon mal was von streikenden russischen Lokführern gehört? Die werden vorher erschossen und Ruhe ist!

Urban Priol




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 00:03.
Und wie wäre es dann mit Gegensteuern? Statt immer nur weiter munter Verluste zu produzieren? Z.b. 1/3 der Kapazität des Fernverkehrs zu streichen? Um mit den verbliebenen Zügen wieder einigermaßen eine Auslastung und ein brauchbares Verhältnis von Betriebskosten zu Einnahmen her zu stellen.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif
TGV4402 schrieb:
Im übrigen finden viele fahrdienstuntaugliche Tf Beschäftigung in der Verwaltung. Was denn nun? Die Leute sofort rausschmeißen?
Ist aber auch eine zweischneidige Sache. Werden dadurch doch Stellen besetzt, für die es Eventuell bessere Leute gäbe, die das mal gelernt / studiert haben und schon anderweitig passende Berufserfahrung vorzuweisen. Will sagen, wenns ganz dumm läuft hat man nacher eine Leistungsschwache Verwaltung voller Amateure.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif
Fahrdienstuntaugliche Tf in der Verwaltung ??? Und das mit ihren Praxiswissen , wie es draußen abläuft ? ....
De David schrieb:
Und wie wäre es dann mit Gegensteuern? Statt immer nur weiter munter Verluste zu produzieren? Z.b. 1/3 der Kapazität des Fernverkehrs zu streichen? Um mit den verbliebenen Zügen wieder einigermaßen eine Auslastung und ein brauchbares Verhältnis von Betriebskosten zu Einnahmen her zu stellen.
Macht man doch.
- zwischen Berlin und Rhein/Ruhr fielen lange alle, jetzt nur noch wochentags die Mehrzahl der Taktverdichter aus
- Sprinter Berlin-München fuhren lange nur 1-2, jetzt sind sie wieder da.
- Sprinter Berlin-Frankfurt sind weiterhin nur Gelegenheitsgäste.

Aber wenn man streicht, ist es ja auch wieder falsch.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 11.09.20 08:01

TGV4402 schrieb:
Scheinbar hast Du irgendwas verpasst:
Ich habe gar nichts verpasst. Denn erstens zeigen Deine Beispiele, dass der Großteil des Bilanzdilemmas schon lange vor Corona entstanden ist und vor allem auf strukturelle Probleme im Konzern zurückzuführen ist, die zu ändern weder der Bahnvorstand noch der Eigentümer bereit sind. Wenn der Eigentümer aber an seiner kostenintensiven Struktur festhält, dann muss er die auch selbst finanzieren und nicht die Mitarbeiter, die das nicht ändern können. Zweitens sind das Schreckenszenarios eines Bahnvorstandes, der auf der Betteltour beim Bundesminister war. Denn wie Du siehst, ist die Meldung vom Mai und damit uralt.

TGV4402 schrieb:
So solle es etwa 2020 für den Vorstand keinen Bonus geben. Zudem würden kurz- und langfristige Sparmaßnahmen bei Mitarbeitern von Kurzarbeit bis hin zur Überprüfung der Personalplanung genannt.
Abgesehen davon, dass der verlinkte Artikel längst veraltet ist, Kurzarbeit war und ist fast nirgends Thema, schon gar nicht in der Stephensonstraße oder am Potsdamer Platz. Und der Vorstand lässt großzügigerweise seine Boni in 2020 sausen, um sie 2021 wieder zu kassieren und durch saftige Gehaltszuschläge auszugleichen, während die Kollegen an der Basis eine Nullrunde feiern sollen. Merkste was??...

TGV4402 schrieb:
Zu den Privatbahnen: Auch dort wird das Personal einen Beitrag leisten müssen, sofern die Firma betroffen ist (Im NV bei Bruttoverträgen weniger der Fall). Oder glaubst Du z. B. bei Flixtrain gab es keine Kurzarbeit?
Seit wann fährt Flixtrain seine Züge selber?? Ich wette, deren Betreiber hat andernorts genügend Arbeit, um den mickrigen Verlust des Flixtrain-Auftrages auszugleichen. Und im Übrigen haben viele SPNV-EVU nach wie vor Nettoverträge und betteln trotzdem nach keinem Sanierungsvertrag. Im Gegenteil, die schließen gerade auch jetzt neue Tarifverträge mit Gehaltssteigerungen ab. Und außerdem ist die GDL auch bei einer ganzen Reihe von Güter-EVU und Personaldienstleistern Tarifpartner, und auch dort besteht kein Bedarf danach. Die wissen alle, dass sie ihre Leute nicht mit Nullrunden abspeisen können, weil die nämlich sonst dort wegrennen.

TGV4402 schrieb:
Herr Weselsky gehört ja auch zur Verwaltung der GDL.
Gehört er nicht, der ist gewählter Vorsitzender. Der hat eine Funktion und verwaltet nicht. Vor allem arbeitet der effektiv für seine Mitglieder, was man von den vielen Bahnvorständen und so manchem Mitarbeiter in der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz nun auch nicht immer sagen kann.

TGV4402 schrieb:
Dass Gewerkschaften über eine eigene schlanke und effektive Verwaltung verfügen, habe ich noch nicht gehört, aber das Gegenteil.
Rund 50 Angestellte bundesweit für knapp 40.000 Mitglieder. Wer bietet mehr??

TGV4402 schrieb:
Im übrigen finden viele fahrdienstuntaugliche Tf Beschäftigung in der Verwaltung. Was denn nun? Die Leute sofort rausschmeißen?
Wenn sie effektiv arbeiten, dann nicht. Denn wenn Du richtig lesen könntest, würdest Du feststellen, dass es Weselsky nicht um die gesamte Verwaltung geht, sondern nur um den aufgeblähten Teil derselben. Und der alleine ist beträchtlich. Wozu braucht es eigentlich sechs (wenn nicht sogar mehr) Hierachiestufen zwischen einem Lokführer und dem Konzernvorstand?? Hierachiestufen mit hunderten Stäben und Projektteams, die sich gegenseitig berichten und dabei das Negative weglassen, um selbst gut dazustehen??

Und zum Schluss noch ein Hinweis: Tarifverhandlungen kann man führen, wenn man in der Organisation die Verhandlungsziele (Forderungen) beraten und beschlossen hat. Soweit ist die GDL aber noch nicht. Warum auch, wo doch die jetzigen Verträge noch bis Ende Februar 2021 laufen. Von daher wäre der Gewerkschaftsvorstand auch gar nicht ermächtigt, jetzt schon über Tarifverträge zu verhandeln und neue abzuschließen. Zumal auch überhaupt nicht bekannt ist, was der Bahnvorstand konkret von der GDL will. Denn das aufzuschreiben, sind die ja nicht in der Lage...

Aber plapper Du nur weiter Deinen DBAG-Quatsch nach. Ohne grundlegende Strukturreform bei der DB wird das jedoch nichts mit einer Verkehrswende. Und jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür...

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Die Restlichen EVUs werden wohl noch fordern

geschrieben von: BR146106

Datum: 11.09.20 13:28

Moin,

aber wohl nicht direkt, sondern eher wenn es wieder um die neue Tarifrunde gehen wird. Also je nach Laufzeit der Verträge wohl noch 1-2 Jahre. Somit wird sich zeigen ob man es schon jetzt veröffentlicht oder eben abwartet, bis man soweit ist.

Alternativ wäre der Rückzug ebenso eine Lösung der Probleme, so wie es die eurobahn wohl schon veranstaltet, wenn man mal ein wenig zwischen den Zeilen ließt.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: kariadsko

Datum: 11.09.20 15:16

Hallo MD 612,

MD 612 schrieb:Zitat
Denn erstens zeigen Deine Beispiele, dass der Großteil des Bilanzdilemmas schon lange vor Corona entstanden ist und vor allem auf strukturelle Probleme im Konzern zurückzuführen ist, die zu ändern weder der Bahnvorstand noch der Eigentümer bereit sind. Wenn der Eigentümer aber an seiner kostenintensiven Struktur festhält, dann muss er die auch selbst finanzieren und nicht die Mitarbeiter, die das nicht ändern können.

Es ist völlig unstrittig, dass die DB schon vor Corona in den roten Zahlen war; es geht hier einzig und allein um die durch Corona entstandenen Zusatzverluste. Wie will die GDL den Eigentümer dazu bringen, die komplett aufzubringen, indem sie sich Verhandlungen mit dem Vorstand (also nicht dem Eigentümer!) verweigert? Es wäre dem Vorstand sicherlich auch lieber gewesen, der Bund hätte die DB nicht aufgefordert, fünf Milliarden von dem Corona-Verlust selbst aufzubringen.

Zitat
Abgesehen davon, dass der verlinkte Artikel längst veraltet ist
Ist das so? Hast Du aktuellere Quellen dazu?

Zitat
Und der Vorstand lässt großzügigerweise seine Boni in 2020 sausen, um sie 2021 wieder zu kassieren und durch saftige Gehaltszuschläge auszugleichen, während die Kollegen an der Basis eine Nullrunde feiern sollen.
Das weißt Du genau woher?
Es war bisher halt einfach nur 2020 ein Thema. Was ab 2021 passiert, sollte doch gerade in den Verhandlungen besprochen werden.

Zitat
Denn wenn Du richtig lesen könntest, würdest Du feststellen, dass es Weselsky nicht um die gesamte Verwaltung geht, sondern nur um den aufgeblähten Teil derselben.
Und wer definiert, welcher Teil davon aufgebläht ist? Der Teil, mit dem Weselsky nicht direkt in Kontakt steht?
Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc. Da meint wohl keiner, dass man da nennenswert kürzen könnte.

Übrigens war laut verlinktem Artikel sogar ein Ziel der Verhandlungen, die Organisation zu verschlanken. Warum verweigert sich also die GDL, wenn sie im Kern dasselbe will?

Zitat
Und zum Schluss noch ein Hinweis: Tarifverhandlungen kann man führen, wenn man in der Organisation die Verhandlungsziele (Forderungen) beraten und beschlossen hat. Soweit ist die GDL aber noch nicht. Warum auch, wo doch die jetzigen Verträge noch bis Ende Februar 2021 laufen. Von daher wäre der Gewerkschaftsvorstand auch gar nicht ermächtigt, jetzt schon über Tarifverträge zu verhandeln und neue abzuschließen. Zumal auch überhaupt nicht bekannt ist, was der Bahnvorstand konkret von der GDL will. Denn das aufzuschreiben, sind die ja nicht in der Lage...
Warum geht die GDL dann nicht hin und hört sich an, was sich die anderen Verhandlungspartner vorstellen? Wenn sie da konkret an laufende Tarifverträge dran wollen, kann die GDL immer noch sagen: "Geht jetzt nicht, läuft bis Februar 2021 (ist ja auch nicht mehr so lange hin), dazu müssen wir noch ein Mandat von unseren Mitgliedern holen, dann kommen wir wieder."
Warum die Vorab-Verweigerung, wenn Ihr noch gar nicht wisst, ob es um Tarifverhandlungen in o.g. Sinne geht?

Zitat
Ohne grundlegende Strukturreform bei der DB wird das jedoch nichts mit einer Verkehrswende. Und jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür...
Dann erkläre mir mal bitte zweierlei:
1. Wie sollte nach Vorstellung der GDL eine grundlegende Strukturreform aussehen? (Und nein, nur Schlagworte und Allgemeinplätze wie "Verwaltung verschlanken" reichen mir nicht als Antwort.)
2. Wie wollen sie die durchsetzen, wenn sie sich weigern, sich mit anderen darüber an einen Tisch zu setzen?

Schöne Grüße
Kariadsko

Manchmal ist es besser zu schweigen

geschrieben von: Lalu

Datum: 11.09.20 15:28

Kariadsko schrieb: „Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc. Da meint wohl keiner, dass man da nennenswert kürzen könnte. “

Hallo,

wer derartiges behauptet, hat definitiv keinen Durchblick in der Konzernstruktur und den Standorten der Deutschen Bahn AG. Eine Meinung kann man als Hobbyeisenbahner ja haben, aber bei nicht bekannten Fakten sollte besser Zurückhaltung geübt werden.

Grüße,
Lalu



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 15:31.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Bernd Sandmann

Datum: 11.09.20 17:21

kariadsko schrieb:
Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc.

Hallo!
Bitte nicht persönlich nehmen, aber dieser Satz kommt in meiner Top10 der albernsten DSO-Klassiker sehr weit nach oben!
MfG. B.S.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Matze1980

Datum: 11.09.20 17:38

Träum weiter. Bei uns reichenmal wieder die Büroräume nicht aus, also wurden Ruheräume, Briefkastraum und Umkleide für Azubis wegrationalisiert und Büroräume geschaffen.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein paar Sabberlätzchen in meinem Briefkasten, bedruckt mit Werbung von meinem Betriebsteil. Da frage ich mich, was das soll, wenn die Kasse angeblich so knapp ist. Nein, in dem Unternehmen ist genug Geld vorhanden.

Gruß



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 19:36.

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Strizie

Datum: 11.09.20 17:58

Na ja zum Glück hat der rote Riese noch eine Milliarde € für 30 neue ICE-Züge und noch mal eine Milliarde € um neue Loks für DB Cargo zu kaufen.

Also so schlecht scheint es dem roten Riesen nicht zu gehen.
Hallo,

wieso soll man sich bei seinen Forderungen immer an den schlechten Beispielen orientieren? Eine Erhöhung bis zum Jahre 2025 um 1/3 ist auch möglich. Beispiele: [ost.ngg.net] Eine Orientierung sollte nach oben erfolgen und nicht nach unten!

Grüße,
Lalu

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: Traumflug

Datum: 11.09.20 20:25

Strizie schrieb:
Na ja zum Glück hat der rote Riese noch eine Milliarde € für 30 neue ICE-Züge und noch mal eine Milliarde € um neue Loks für DB Cargo zu kaufen.

Also so schlecht scheint es dem roten Riesen nicht zu gehen.
Die anstehende Kapitalerhöhung der DB AG bedeutet auch, dass man mehr Schulden machen kann.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: An Svenilein & co...

geschrieben von: MD 612

Datum: 11.09.20 20:45

kariadsko schrieb:
Es ist völlig unstrittig, dass die DB schon vor Corona in den roten Zahlen war; es geht hier einzig und allein um die durch Corona entstandenen Zusatzverluste.
Für letzteres bekommen fast alle Unternehmen, egal welcher Branche, Hilfe vom Staat, und das ohne Vorbedingungen wie Personalkosteneinsparungen. Aber darum geht es auch nicht. Es geht um das zusätzliche Gesamtpaket aus Milliarden-Zuschüssen und Kapitalerhöhungen, beides aus Steuermitteln, und beides nur für diesen einen Bahnkonzern. Nicht umsonst haben andere Bahnunternehmen und -verbände Klagen wegen Ungleichbehandlung und Wettbewerbsverzerrung eingereicht. Und der Bundesrechnungshof guckt auch schon (gelinde gesagt) kritisch, nachdem schon die letzten Bilanzen nur durch einen (legalen) Steiertrisck schöngerechnet wurden.

kariadsko schrieb:
Wie will die GDL den Eigentümer dazu bringen, die komplett aufzubringen, indem sie sich Verhandlungen mit dem Vorstand (also nicht dem Eigentümer!) verweigert?
Warum sollen nur bei dieser einen Bahn die Mitarbeiter Sonderopfer bringen, anstatt das endlich die grundlegenden Strukturprobleme dieses Konzern angegangen werden, um das ausufernde Kostenproblem zu lösen??

kariadsko schrieb:
Es wäre dem Vorstand sicherlich auch lieber gewesen, der Bund hätte die DB nicht aufgefordert, fünf Milliarden von dem Corona-Verlust selbst aufzubringen.
Der Bund hat das nicht gefordert. Bahn und EVG sind mit der Forderung nach Zusatzhilfen auf den Bund zugegangen und haben von sich aus Einsparungen im Personalkostenbereich angeboten. Das hat der Bund natürlich dankend angenommen in der Hoffnung, sich so in Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahlen nicht weiter mit seinem Problemkind Bahn beschäftigen zu müssen.

kariadsko schrieb:
Zitat
Abgesehen davon, dass der verlinkte Artikel längst veraltet ist
Ist das so? Hast Du aktuellere Quellen dazu?
Die Quelle steht im Artikel, der ist vom 11. Mai 2020.

kariadsko schrieb:
Zitat
Und der Vorstand lässt großzügigerweise seine Boni in 2020 sausen, um sie 2021 wieder zu kassieren und durch saftige Gehaltszuschläge auszugleichen, während die Kollegen an der Basis eine Nullrunde feiern sollen.
Das weißt Du genau woher? Es war bisher halt einfach nur 2020 ein Thema. Was ab 2021 passiert, sollte doch gerade in den Verhandlungen besprochen werden.
Du glaubst auch noch an den Weihnachtsmann?? Glaubst Du ernsthaft es fragt im nächsten Jahr noch einer danach, welche Gehaltssteigerungen die sich gegönnt haben und wie hoch die Boni für 2021 sind?? Die feiern sich selber und lachen den Rest aus...

Wenn das in den Verhandlungen besprochen werden sollte, dann hätte man das auch in der Verhandlungseinladung zusammen mit den eigenen Forderungen als entgegenkommendes Angebot schreiben können. Aber wenn Du Dir mal der Ergebnis der EVG anschaust, dann stellst Du schnell fest, dass das dort gar kein Thema ist...

kariadsko schrieb:
Die meisten Mitarbeiter "der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz" erstellen Fahrpläne, Dienstpläne, Umlaufpläne etc. Da meint wohl keiner, dass man da nennenswert kürzen könnte.
Der war gut!! Ich gehe stark davon aus, dass ich den Konzern besser von innen kenne wie Du. Wenn die in der Stephensonstraße und am Potsdamer Platz alles machen, aber mit Sicherheit weder Fahr- sowie Umlauf- und Dienstpläne. Die schieben sich die Berichte gegenseitig zu, die sie vorher frisiert haben, um gut dazustehen, damit die Karriere nicht gefährdet ist. Von oben nach unten und von recht nach links. Die sinnvolle Verwaltungsarbeit (eben u.a. das was Du schreibst) wird in den Regionen vor Ort erledigt.

kariadsko schrieb:
Übrigens war laut verlinktem Artikel sogar ein Ziel der Verhandlungen, die Organisation zu verschlanken. Warum verweigert sich also die GDL, wenn sie im Kern dasselbe will?
Weil es außer diesem Pressegeschwafel keine konkreten Fakten gibt. Welche Organisationseinheiten werden zusammengefasst, welche Hierarchieebenen abgeschafft?? Wann wird die Akquise von Auslandstöchtern abseits des Kerngeschäfts eingestellt und die verlustbringenden Töchter abgestoßen?? Wo bleibt die längst fällige Trennung von Netz und Betrieb, wann fällt endlich der Renditezwang für die Infrastruktursparte?? Von alledem redet kein Mensch außer Weselsky, und dem wird das hier jetzt angekreidet. Und das bei vielen nur, weil ihnen dem seine Nase nicht passt.

kariadsko schrieb:
Warum geht die GDL dann nicht hin und hört sich an, was sich die anderen Verhandlungspartner vorstellen?
Wenn ich mit jemandem verhandeln will, dann sag ich vorher, worüber ich verhandeln will. So machen das ehrbare Kaufmannsleute. Denn wenn die Kosten einsparen wollen, dann sollten sie ja ein Konzept dazu haben, worüber sie reden wollen. Die GDL geht ja bei Ablauf der Tarifverträge auch nicht einfach hin nach dem Motto, lasst uns mal reden, vielleicht kriegen wir ja mehr. Da stehen Forderungen im Raum, die der AG vor der ersten Verhandlungsrunde kennt und mit denen er sich beschäftigen kann. Und abgesehen davon schrieb ich bereits, dass die GDL noch gar nicht in Tarifverhandlungen gehen kann, weil die Ziele dazu in der Organisation noch gar nicht beraten und beschlossen sind.

kariadsko schrieb:
Wenn sie da konkret an laufende Tarifverträge dran wollen, kann die GDL immer noch sagen: "Geht jetzt nicht, läuft bis Februar 2021 (ist ja auch nicht mehr so lange hin), dazu müssen wir noch ein Mandat von unseren Mitgliedern holen, dann kommen wir wieder."
Da brauchen wir gar nicht erst hingehen, denn das wissen wir vorher. Weselsky hat schließlich noch anderes zu tun als Smalltalk mit dem Bahnvorstand zu halten. Der hat schließlich noch weitere 57 EVU zu betreuen, die unsere Tarifpartner sind. Von Pflichten in der Organisation ganz zu schweigen.

kariadsko schrieb:
Warum die Vorab-Verweigerung, wenn Ihr noch gar nicht wisst, ob es um Tarifverhandlungen in o.g. Sinne geht?
Die Bahn hat die GDL ausdrücklich zu Tarifverhandlungen eingeladen. Dazu gehört aber eben auch zu schreiben, worüber man konkret verhandeln will.

kariadsko schrieb:
Wie sollte nach Vorstellung der GDL eine grundlegende Strukturreform aussehen?
Trennung von Netz und Betrieb und Ausgliederung der Infrastruktur (Netz, Stationen, Energie, Werkstätten) in eine nicht gewinnorientierte Institution des Bundes, damit staatliche Gelder ausdrücklich dort bleiben, wo sie hingehören, nämlich in der Infrastruktur. Und damit diese Gelder nicht auf verschlungenen Wegen doch wieder bei Cargo, Regio oder Fernverkehr landen, wo sie einfach nur im Moloch versacken. Dazu Abschaffung von Hierachieebenen im Konzern, Konzentration auf's Kerngeschäft Eisenbahn und dort auf das Wesentliche, wozu auch die stringente Nutzung von Synergieeffekten gehört. Steht übrigens alles in der PM und im dort angehefteten offenen Brief. Da kannst Du es ausführlich lesen.

Wozu brauchen denn drei Konzernschwestern, die alle drei eigentlich nur Eisenbahn fahren ( die ien mit weißen Zügen, die andere mit roten Zügen, die dritte mit Kisten, Brettern und Kesseln) drei verschiedenen Planungs- und Disositionssysteme für Fahrzeug- und Personaleinsatzplanung und -disposition, jede eins für sich?? Jedes mit einer extra Truppe für die Inbetriebnahme und die laufende Systembetreuung und Reibungsverlusten untereinander ohne Ende?? Warum beschafft man nicht ein System, dass man einmal im Konzern in Betrieb nimmt und von einer Truppe konzernübergreifend betreuen lässt?? Das ist nur eins von hunderten ähnlichen Beispielen...

kariadsko schrieb:
Wie wollen sie die durchsetzen, wenn sie sich weigern, sich mit anderen darüber an einen Tisch zu setzen?
Die dahingehenden Forderungen der GDL sind Bund und Bahn längst bekannt und im verlinkten offenen Brief noch einmal benannt. Wenn Bund und Bahn mit der GDL darüber reden wollen, gerne. Dann muss man aber auch dazu einladen. Tut man aber nicht, weil man am Grundproblem nichts ändern will. Zeit war die letzten Jahre schon genug dazu, denn die Probleme wurden in den letzten Jahren schon x-fach und nicht nur von der GDL benannt.

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller
HSB Tw 44 schrieb:
Die Wenigsten sind freiwillig zu Hause geblieben, den meisten wurde es vorgeschrieben.
Oh, jetzt kullern mir aber die Tränen...

So wie ich das überblicke, haben die meisten von denen schon vorher gelegentlich zu Hause gearbeitet, ganz ohne Corona. Und sie waren nicht unfroh darüber, dass jetzt fast ständig zu tun.

HSB Tw 44 schrieb:
Und gerade so, wie es hier kam, heißt das nämlich, daß Du im Homeoffice plötzlich Kosten hast, die es sonst nicht gab und andererseits Steuerposten wegfallen.
Kosten, ja, da gucken wir mal. Drei Mark fuffzich für den Strom im Jahr, WLAN läuft sowieso aus privaten Gründen. Was denn noch?? Kannst ja Deinen Arbeitgeber fragen, dass der Dir das erstattet, das sind schließlich Betriebskosten für den, noch dazu wenn der das Homeoffice angeordnet hat. Und Kilometerpauschale?? Du trauerst tatsächlich den zehn Cent je Kilometer vom Finanzamt hinterher (Du bekommst ja schließlich keine 30cent, die werden nur vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, womit Du 10cent Steuern sparst, um gleich vorher einen altbekannten Irrtum auszuräumen), obwohl Du täglich 30 und mehr cent je Kilometer und eine Menge Zeit gespart hast, weil der Arbeitsweg wegfiel??

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

EVG: Nachverhandlungen gefordert

geschrieben von: Sven939

Datum: 11.09.20 21:48

Auch die EVG steht für ihre Mitglieder ein, nach einer Bewertung der Tarifkommission sieht man Nachbesserungsbedarf.
Die Bahn zeigt sich "mehr als verwundert".

[www.rnd.de]

Pressemitteilung von heute:
[www.evg-online.org]
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