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Münchner Merkur am 09.09.2020:
Zitat
Nach Unfall am Bahnübergang: Neuer Schwung für Schranken
MANUELLE REGELUNG AN VIER STELLEN NÖTIG

vonMarlene Kadach

Seit Jahren ringen die Gemeinde Warngau und die DB Netz AG um mehr Sicherheit am Bahnübergang in Thann. Bislang ohne Erfolg. Der schwere Unfall am Dienstag könnte nun neuen Schwung in die zähen Verhandlungen bringen.

Am Dienstag ist wieder ein schwerer Unfall am Bahnübergang Thann passiert
Seit Jahren ringen Gemeinde und Bahn um mehr Sicherheit
Neue Verhandlungen zu Schrankenlösung sollen aufgenommen werden.


Thann – Der Schock sitzt noch tief. Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) muss das Ganze erst mal sacken lassen. So richtig überrascht ihn der Unfall allerdings nicht. „Das Problem ist nicht gelöst, wenn man nichts macht“, findet er. Und er selbst habe viel versucht.
[...]

FORTSETZUNG

Re: Peinlicher Streit auf Kosten von Menschenleben

geschrieben von: bollisee

Datum: 10.09.20 13:56

Da ist die Argumentation der Bahn zynisch. Unglaublich peinlich, dass man nur etwas machen will, wenn die Gemeinde einen Bahnübergang schließt. Ich fasse es nicht! Erst müssen Menschen ihr Leben lassen...
Wenn es dem Bürgermeister wirklich um das Schützen von Leib und Leben geht, dann muß er auch an jeder (!) Kreuzung und Einmündung in seinem Dorf - egal ob befestigte Straßen oder Feldwege - Ampeln aufstellen lassen.

98 80 3298 329-4 D-DB
Ampeln? Die würden dann aber auch lustig bei rot überfahren, so wie das Blinklicht am Bahnübergang. Bei Halbschranken ist das auch nicht anders, wie man fast täglich in der Zeitung lesen kann!
Zitat aus dem Merkur:
Update, 13.33 Uhr: Nach dem schweren Unfall bei Lochham (Gemeindegebiet Holzkirchen) bei dem ein Zug nach ersten Informationen von einem Pkw erfasst wurde, ist die Bahnstrecke zwischen Schaftlach und Holzkirchen gesperrt. Ein Ersatzverkehr wird von der BRB eingerichtet.
Analogie im Strassenverkehr wäre der Radfahrer, der beim Abbiegen den Lkw erfasst. Mangelnde Sorgfalt, Hauptsache schnell gemeldet.

Abgesehen davon ist es leider wieder einmal der ganz normale Wahnsinn, dass solche Sicherungen nicht mehr ausreichen. Die Sachlage scheint da eindeutig. Vielleicht muss darüber nachdenken, ob man die gesetzlichen Grundlagen ändert, um alle Blinklichtanlagen durch LSA (+ Schranken) zu ersetzen. Dann aber bitte auf Kosten örtlich zuständigen Strassenbaulastträgers, denn es sind die Straßenbenutzer, die in der Regel für die schlimmen Unfälle verantwortlich sind. Trotzdem: Mögen alle wieder gesund werden.

Grüsse ins Forum, Frank




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 15:52.
Wieso muss nach dem Bürgermeister unbedingt eine (Halb)schranke installiert werden? Die wird genauso umfahren wie das jetzige Blinklicht ignoriert wird. Der Grund für die vielen Übergangsunfälle ist die Disziplinlosigkeit der Verkehrsteilnehmer und ihr Wahn, sie hätten keine Zeit. Danach haben sie viel Zeit fürs Krankenhaus, wenn sie nicht gleich vor die göttliche Instanz zitiert werden.

Re: Peinlicher Streit auf Kosten von Menschenleben?

geschrieben von: 217 055

Datum: 10.09.20 16:19

Was für ein sinnloser Kommentar!
Die Sache mit den Bahnübergängen ist eben nicht so einfach, wie mancher sich das vorstellt. Und daß man bei allgemeiner Unwilligkeit zu Lösungen vorhandene Druckmittel nutzt (oder versucht, zu nutzen), kann man ja nun niemandem vorwerfen. Um in Detailfragen eine Meinung zu haben, müßte man gute Ortskenntnisse haben (habe ich nicht).

Ich würde Deine Kritik vielleicht verstehen, wenn es sich um einen nicht technisch gesicherten BÜ gehandelt hätte - und niemand die Verbesserung durch eine technische Sicherung ernsthaft betreibt. Aber mitnichten, es handelt sich nur um eine "Verschönerung" bzw. Erneuerung der technischen Sicherung. Also im Fall einer Einigung um eine sicherheitsseitige Nullsumme. Wer Lichtzeichen ignoriert, ignoriert notfalls auch Schrankenbäume - alles schon belegt. Weshalb also die Aufregung?



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 10:15.

Re: Peinlicher Streit auf Kosten von Menschenleben

geschrieben von: kossmann

Datum: 10.09.20 17:03

bollisee schrieb:
Da ist die Argumentation der Bahn zynisch. Unglaublich peinlich, dass man nur etwas machen will, wenn die Gemeinde einen Bahnübergang schließt. Ich fasse es nicht! Erst müssen Menschen ihr Leben lassen...
Hast du dir mal die Situation auf Google Maps angeschaut ? Da gibt es zwei Bahnübergänge , die knapp 400m entfernt sind und wohl nicht sehr frequentiert sind. Da kann man nachvollziehen, das die Bahn Einen schließen will.
Und nein, nicht die Bahn ist an dem Unfall schuld. Sondern die Ignoranz des Autofahrers.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 17:04.

Re: Peinlicher Streit auf Kosten von Menschenleben

geschrieben von: Flauschi

Datum: 10.09.20 18:09

Was vielleicht auf die Schnelle helfen könnte wären Bodenwellen, die den Verkehr vor dem BÜ so stark abbremsen daß das Rotlicht nicht zu übersehen ist.

Re: Peinlicher Streit auf Kosten von Menschenleben

geschrieben von: Eibacher

Datum: 10.09.20 18:19

Volle Zustimmung! Beide BÜs werden sehr schwach genutzt, da ist es durchaus nicht abwegig, einen aufzulassen und den anderen aufzurüsten.

Ciao

Eibacher
Nur mal um eine Vorstellung der örtlichen Verhältnisse zu haben: ist der BÜ durch ein Blinklicht gesichert?
1.Klasse schrieb:
Nur mal um eine Vorstellung der örtlichen Verhältnisse zu haben: ist der BÜ durch ein Blinklicht gesichert?
Das ergibt sich unmittelbar durch das Betrachten des verlinkten Artikels im Erstbeitrag. :-/

Grüsse ins Forum, Frank
1.Klasse schrieb:
Nur mal um eine Vorstellung der örtlichen Verhältnisse zu haben: ist der BÜ durch ein Blinklicht gesichert?
Ja (siehe oben verlinke Zeitungsmeldung - mit Bild)


Hier eine Liste nach "geo-bahnübergang":

Strecke 5505 München - Lenggries
18,8 + 79 Bü 18.878 Schrankenabschluss (Deisenhofen)
19,1 + 34 Bü 19.135 Schrankenabschluss (Deisenhofen)
21,8 + 93 Bü 21.893 Lichtzeichen / Blinklicht
28,7 + 08 Bü 28.709 Schrankenabschluss (Arget)
29,7 + 20 Bü 29.718 Schrankenabschluss (Arget)
37,6 + 48 Bü 37.648 Schrankenabschluss (Holzkirchen)
37,9 + 92 Bü 37.992 Schrankenabschluss (Holzkirchen)
38,6 + 34 Bü 38.634 Lichtzeichen / Blinklicht (oder doch Schranken??)
39,2 + 18 Bü 39.218 Lichtzeichen / Blinklicht (Warngau Thann)
39,6 + 07 Bü 39.607 Lichtzeichen / Blinklicht (Warngau Thann)
41,8 + 82 Bü 41.882 Schrankenabschluss (Warngau)
42,5 + 59 Bü 42.559 Schrankenabschluss (Warngau)
43,1 + 45 Bü 43.145 Lichtzeichen / Blinklicht (Warngau Flugplatz)
44,3 + 51 Bü 44.351 Lichtzeichen / Blinklicht (Warngau / Piesenkam)
47,4 + 10 Bü 47.410 Schrankenabschluss (Schaftlach)
47,7 + 68 Bü 47.768 Schrankenabschluss (Schaftlach)
48,8 + 77 Bü 48.877 Schrankenabschluss (Waakirchen)
49,5 + 91 Bü 49.591 Lichtzeichen / Blinklicht (Waakirchen)
51,5 + 95 Bü 51.595 Lichtzeichen / Blinklicht (Reichersbeuern)
52,1 + 45 Bü 52.145 Schrankenabschluss (Reichersbeuern)
56,4 + 43 Bü 56.443 Schrankenabschluss (Bad Tölz Allgaustraße)
62,9 + 50 Bü 62.95 Schrankenabschluss (Obergries Kindergarten)
63,4 + 53 Bü 63.453 Schrankenabschluss (Obergries) Halbschranken
65,4 + 52 Bü 65.452 Nicht technisch gesichert (nurmehr Fußgänger) (Lenggries Tratenbach)
66,2 + 79 Bü 66.279 Schrankenabschluss (Lenggries)

So richtig nicht technisch gesicherte BÜs gibts halt noch auf der Bayrischzeller sowie auf der Tegernseer Strecke



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 19:13.
Der Autofahrer vom Dienstag wird seines Lebens nicht mehr froh. Wenn ich zu seinen Gunsten davon ausgehe dass er nur wenige Sekunden unaufmerksam war weil das Baby geschrien hat, dann hat er riesiges Pech gehabt. Auch eine Halbschranke spricht halt eine deutlichere Sprache als ein Blinklicht. Die Gemeinde finde ich auch stur, wenn sie wegen einem Anwesen auf den BÜ bestehen.

Das kann für die DB Netz auch Haftungsfragen aufwerfen

geschrieben von: ThomasR

Datum: 10.09.20 20:48

Da braucht es nur eine Anwalt, der einen Richter davon überzeugt, dass DB Netz da eine bekannte Gefahrenquelle nicht beseitigt hat und schon sitzen die mit auf der Anklagebank, sofern man einen findet.
Die beiden Bahnübergänge werden auch für die Umgehung von Holzkirchen genutzt, wenn dort wieder mal "alles dicht" ist - genau, wegen der ampelgereglten Kreuzung in der Ortsmitte.
Die Südumgehung ist zwar inzwischen in der Planung:

[www.stbaro.bayern.de]

die Realisierung wird aber seit Jahren von der:

“Bürgervereinigung Holzkirchen gegen die geplante Umgehungsstraße Holzkirchen e.V.”.

behindert.

Man sieht, mit welchen Risiken solche Leute spielen.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 22:10.
Otwf (K) schrieb:
Ampeln? Die würden dann aber auch lustig bei rot überfahren, so wie das Blinklicht am Bahnübergang. Bei Halbschranken ist das auch nicht anders, wie man fast täglich in der Zeitung lesen kann!
Also in meiner nicht. Vielleicht liest du die falsche Zeitung? 🙂
Das sind ja Konstrukte! Die Leute sollen mit einer gut ausgebauten Bahn fahren und nicht über die gut ausgebaute Umgehungsstraße. Was glaubst du warum da so ein Verkehrschaos ist? Auch deshalb weil die S-Bahn in Holzkirchen endet und dann nur noch Bummelbahn nach Süden brummt!? Schon mal was von Verkehrswende gehört? Oder bin ich jetzt im falschen Forums?
Bei einem gleichen Unfall - ob Unachtsamkeit oder Leichtsinn - an einer Straßenkreuzung gäbe es kaum mehr als ein paar Zeilen in der Lokalpresse, passiert tagtäglich hundertfach, mal kleiner Blechschaden, mal Todesopfer. Auffällig ist auch die Häufung von BÜ-Unfällen durch Mißachtung von Rotlicht oder Halbschranken. Um Ausreden und Rechtfertigungen ist man nie verlegen, im Zweifelsfall hat die Eisenbahn schuld, die ausgerechnet im unpassenden Moment mit rasenden Zügen daherkommt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 14:26.
Ganz offenbar sind die betreffenden Bahnübergänge mit roten Lichtzeichen ausgerüstet.

Wenn Straßenbenutzer zu blöd oder unwillig sind, an einem roten Lichtzeichen anzuhalten, dann fordert man Schranken.
Andererseits baut man doch an einer mit Ampeln gesicherten Kreuzung auch keine Schranken hin, wenn ein paar Unverbesserliche das Rotlicht mißachten und es zu Zusammenstößen kommt.
Und wer schon das Rotlicht geflissentlich ignoriert, umkurvt kraft seiner Wassersuppe auch geschlossene (Halb)Schranken...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 12:50.

spannende These

geschrieben von: bauigel

Datum: 11.09.20 13:20

schließlich ist jeder Bahnübergang eine bekannte Gefahrenquelle und es gibt - hier offenbar eingehaltene - Vorschriften, wie diese Gefahrenquelle zu sichern ist.

Und was wird, wenn die Rechtssprechung auf die Idee kommt anzudeuten, dass man trotz vollständiger Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik in Haftung genommen werden kann: das kann man schon heute sehr schön beim Thema Brandschutz - insbesondere von Versammlungsstätten - besichtigen. Ich bin mir nicht sicher, dass irgendjemand tatsächlich so etwas an anderer Stelle nochmal will...

ThomasR schrieb:
Da braucht es nur eine Anwalt, der einen Richter davon überzeugt, dass DB Netz da eine bekannte Gefahrenquelle nicht beseitigt hat und schon sitzen die mit auf der Anklagebank, sofern man einen findet.

Re: spannende These

geschrieben von: Zugsicherer

Datum: 11.09.20 14:13

bauigel schrieb:
schließlich ist jeder Bahnübergang eine bekannte Gefahrenquelle und es gibt - hier offenbar eingehaltene - Vorschriften, wie diese Gefahrenquelle zu sichern ist.
Wenn sich an einem BÜ die Unfälle häufen, geht die Rechtsprechung in der Tat davon aus, dass die bisherige Sicherung unzureichend ist. Auch dann, wenn diese eigentlich den Vorschriften entspricht. Das ist auch nicht neu, siehe z. B. OLG Oldenburg, 23.04.1999 - 13 U 1/99, also vor mehr als 20 Jahren (Zum Verständnis des Begriffs "Häufung": der Unfall, über den verhandelt wurde, war am 31.08.1995.):
Zitat
In der Berufungsinstanz ist unstreitig geworden, daß es an diesem Bahnübergang nicht nur im Jahre 1994 zu einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang gekommen war. Bereits 1991 war ein Radfahrer auf dem Bahnübergang zu Tode gekommen. 1991 war bei einem weiteren Unfall ein Beifahrer in einem Pkw bei einem Zusammenstoß mit einem Personenzug schwer verletzt worden. Damals hatte die örtliche Presse vermutet, daß die Fahrerin das intakte Blinklicht infolge der grellen Mittagssonne nicht gesehen habe. Hinzu kommt ein weiterer Unfall im Jahr 1993, bei dem ein Autofahrer unter nicht ganz geklärten Umständen bei einem Abbiegemannöver gegen einen Eilzug gefahren war.

Angesichts dieser Umstände - jedenfalls seit Ende 1991 - konnte die Beklagte nicht mehr davon ausgehen, daß die Sicherung des Bahnüberganges den tatsächlichen Bedürfnissen entsprach [...]

Ergebnis: Trotz grober Fahrlässigkeit des LKW-Fahrers 1/3 Haftung für die Bahn.

Gruß,
Sven
Fahrleitung schrieb:
Das sind ja Konstrukte! Die Leute sollen mit einer gut ausgebauten Bahn fahren und nicht über die gut ausgebaute Umgehungsstraße. Was glaubst du warum da so ein Verkehrschaos ist? Auch deshalb weil die S-Bahn in Holzkirchen endet und dann nur noch Bummelbahn nach Süden brummt!? Schon mal was von Verkehrswende gehört? Oder bin ich jetzt im falschen Forums?
Die ganze Gegend gehört - auch - zum Zufahrtsbereich Bad Tölz/Lenggries/Achensee und hat damit überörtliche Funktion. Das trifft - wegen fehelnder Umgehungsstraße, wie geschildert - auch auf die beiden Bahnübergänge (und noch mehrere andere in der Gegend) zu. Das hat mit S-Bahn-Verlängerung usw. nichts zu tun.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)
Ja richtig. Verkehr ist eine Angelegenheit, bei der man in Netzen denken sollte. Ich möchte anmerken, dass ich in dieser Gegend wohne und die Netze kenne. Trotzdem: wer Straßen sät wird Verkehr ernten. Der Klimawandel verbietet mehr Straßenverkehr.
Noch was anderes: Warum gibt es bei Hausham eine Bahnunterführung für einen Feldweg zu einer Wiese, die der Landwirt vielleicht fünfmal im Jahr hin und zurück befährt, welche letztes Jahr durch einen kompletten Neubau durch DB-NETZ ersetzt wurde und andernorts kreuzen Bundesstraßen mit einer Halbschrank bzw. eiert die Bahn Jahrzehnte herum mit einer besseren Lösung?

Re: spannende These

geschrieben von: kmueller

Datum: 11.09.20 18:01

Zugsicherer schrieb:
bauigel schrieb:
schließlich ist jeder Bahnübergang eine bekannte Gefahrenquelle und es gibt - hier offenbar eingehaltene - Vorschriften, wie diese Gefahrenquelle zu sichern ist.
Wenn sich an einem BÜ die Unfälle häufen, geht die Rechtsprechung in der Tat davon aus, dass die bisherige Sicherung unzureichend ist. Auch dann, wenn diese eigentlich den Vorschriften entspricht. Das ist auch nicht neu
und auch nicht auf Bahnübergänge beschränkt.

Nach einem Unfall mit Todesfolge hat jeder Mitverantwortliche, der gegen irgendeine Vorschrift verstoßen hatte, erstmal ein Strafverfahren am Hals, das nicht zwingend, aber doch meistens mit einer Verurteilung endet.

Kommt es zu mehreren Unfällen, obwohl die Vorschriften eingehalten wurden, sieht die Rechtsprechung eine Notwendigkeit zur Anpassung (Verschärfung) der Vorschriften. Wird das unterlassen, kriegt beim nächsten Mal der dafür Verantwortliche Probleme. Im industriellen Bereich ist das ein uferloses Thema, von dem mittlerweile nicht wenige 'Sicherheitsverantwortliche'(*) gut leben. Eine gängige Verschärfung im Straßenverkehr wäre das Aufstellen eines Geschwindigkeitslimits.

(*)Schon was wir seinerzeit in Diplomarbeiten praktizierten, würde heute mehrere von ihnen auf den Plan rufen.