DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 01 - News 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
News und aktuelles Betriebsgeschehen - Fragen sind keine News, können aber in den anderen Foren gerne gestellt werden. Für Updatemeldungen von Websites bitte das Forum Bahn und Medien verwenden.
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: Henra

Datum: 14.09.20 18:52

MD 612 schrieb:
Nun, ist es aber, wie wir im Ausgangsbeitrag lesen können, gar nicht ein einzelner gewählter Bürgermeister (der möglicherweise schon vor seiner Wahl aus seiner Position betreffs Radweg und Bahnlinie keinen Hehl gemacht hatte und trotzdem gewählt wurde), der den Baubeginn des Radweges fordert, sondern der dortige Gemeinderat als Gremium.
In dem konkreten Fall ist es tatsächlich etwas weniger krass. Da ist ohnehin kaum zu erwarten, dass in dem abgelegenen Winkel mal wieder gedeihlicher Eisenbahnbetrieb möglich sein wird. Da kann man eher über die Stilllegung und den Abriss der Dörfer nachdenken.

Leider hat es aber auch massenweise andere Fälle gegeben. Da hat der Bürgermeister im Alleingang einen Feldzug gegen die Bahn geführt. Jetzt ist sie weg und man diskutiert sie wieder aufzubauen. Extrem schwierig und viele zig/hundert Millionen Euro teuer.

Was ist denn Deine Idee für solche Fälle?
Gut, man kann auch die Straßen ausbauen. Hat sich ja Jahrzente bewährt...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.20 18:54.

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: Henra

Datum: 14.09.20 18:57

MD 612 schrieb:
Und was machst Du, wenn ein solches Gesetz in Bundes- oder Landtag keine Mehrheit findet?? Weiter mit den Füßen aufstampfen??
Für ein Gesetz kämpfen, das in solchen Fällen eine Ent- Entwidmung ermöglicht. Nach Beschluss zur Reaktivierung bekommen die Hausbewohner eine ordentlich bemessene Entschädigung, dann haben sie noch 3 Monate Zeit das Haus zu Räumen, bis die Bagger kommen.

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: MD 612

Datum: 14.09.20 20:11

Henra schrieb:
Was ist denn Deine Idee für solche Fälle?
Den Gemeinderat einschalten. Denn ohne den kann der Bürgermeister solche Entscheidungen nicht treffen. Wenn das nicht hilft, dann die demokratisch zustande gekommene Entscheidungen akzeptieren. Und auch mal daran denken, dass nicht alles, was man selber will, von der Mehrheit der Bürger gewollt ist.

Henra schrieb:
MD 612 schrieb:
Und was machst Du, wenn ein solches Gesetz in Bundes- oder Landtag keine Mehrheit findet?? Weiter mit den Füßen aufstampfen??
Für ein Gesetz kämpfen, das in solchen Fällen eine Ent- Entwidmung ermöglicht.
Das beantwortet die Frage immer noch nicht. Was machst Du, wenn Du auch für dieses Gesetz keine Mehrheit in den Parlamenten findest??

Henra schrieb:
Nach Beschluss zur Reaktivierung bekommen die Hausbewohner eine ordentlich bemessene Entschädigung, dann haben sie noch 3 Monate Zeit das Haus zu Räumen, bis die Bagger kommen.
Das kann man gut schreiben, wenn es sich nicht um sein Eigentum handelt. Im Übrigen dürfte solch ein Vorgehen nicht mit unserer Verfassung gedeckt sein. Wir sind schließlich nicht in China, Gott sei Dank...

Also bleibt nur das Aufstampfen mit den Füßen übrig...

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: Henra

Datum: 14.09.20 22:17

MD 612 schrieb:
Also bleibt nur das Aufstampfen mit den Füßen übrig...

Nööö, einfach gemütlich weiter mit dem Auto fahren. Für mich selber bin ich da entspannt, finde es aber schade, wie sorglos mit Möglichkeiten/Chancen für die Zukunft (und ggf. meinem Steuergeld) umgegangen wird.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.20 22:19.

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: Henra

Datum: 14.09.20 22:20

MD 612 schrieb:
Wenn das nicht hilft, dann die demokratisch zustande gekommene Entscheidungen akzeptieren.
Und auch mal daran denken, dass nicht alles, was man selber will, von der Mehrheit der Bürger gewollt ist.

Dann aber ned' rumflenne' wenn neue Rennbahnen für die Monster SUFF's gebaut werden. Genau das will nämlich die Mehrheit der Bürger.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.20 22:21.

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: Strizie

Datum: 14.09.20 22:42

In der Eifel so wie in RLP hat man sich ganz klar pro Straße und gegen die Schiene entschieden und das wird langfristig auch Auswirkungen haben.

Wer möchte denn schon ernsthaft in der Eifel Urlaub oder Tagesausflüge machen, wenn man rund um die Uhr den Straßenlärm um die Ohren hat.

Die Nebelkerze Reaktivierung der Eifelquerbahn bis Gerolstein ist auch so eine Sache. Auf der alten kurvigen Trasse geht es dann in vielleicht 2 Stunden von Gerolstein bis Koblenz.

Demgegenüber steht eine hervorragend ausgebaute Straßeninfrastruktur gegenüber wo man das ganze in der Hälfte der Zeit schafft.

So funktioniert Verkehrswende halt nicht und Neutrassierungen bei Bahninfrastruktur sind ja immer unbezahlbar.

Also am besten Nägel mit Köpfen machen.

Die Eifelstrecke im Abschnitt Gerolstein-Ehrang stilllegen und Prüm-Gerolstein-Mayen zum Radweg machen.

Das wäre konsequent.

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: Elztalbahn

Datum: 15.09.20 12:31

MD 612 schrieb:
Henra schrieb:
Henra schrieb:
Nach Beschluss zur Reaktivierung bekommen die Hausbewohner eine ordentlich bemessene Entschädigung, dann haben sie noch 3 Monate Zeit das Haus zu Räumen, bis die Bagger kommen.
Das kann man gut schreiben, wenn es sich nicht um sein Eigentum handelt. Im Übrigen dürfte solch ein Vorgehen nicht mit unserer Verfassung gedeckt sein. Wir sind schließlich nicht in China, Gott sei Dank...

In China ist die Entschädigung nicht so starr geregelt wie hierzulande. Wenn es schnell gehen soll, wird dort halt deutlich über Marktwert entschädigt. Und die nicht unmittelbar von der Grundinanspruchnahme betroffenen haben dort weniger Einspruchmöglichkeiten (mit Ausnahme von Landwirten deren Weg zu den Feldern länger wird).

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: Elztalbahn

Datum: 15.09.20 12:34

Henra schrieb:
MD 612 schrieb:
Nun, ist es aber, wie wir im Ausgangsbeitrag lesen können, gar nicht ein einzelner gewählter Bürgermeister (der möglicherweise schon vor seiner Wahl aus seiner Position betreffs Radweg und Bahnlinie keinen Hehl gemacht hatte und trotzdem gewählt wurde), der den Baubeginn des Radweges fordert, sondern der dortige Gemeinderat als Gremium.
In dem konkreten Fall ist es tatsächlich etwas weniger krass. Da ist ohnehin kaum zu erwarten, dass in dem abgelegenen Winkel mal wieder gedeihlicher Eisenbahnbetrieb möglich sein wird. Da kann man eher über die Stilllegung und den Abriss der Dörfer nachdenken.

Leider hat es aber auch massenweise andere Fälle gegeben. Da hat der Bürgermeister im Alleingang einen Feldzug gegen die Bahn geführt. Jetzt ist sie weg und man diskutiert sie wieder aufzubauen. Extrem schwierig und viele zig/hundert Millionen Euro teuer.

Was ist denn Deine Idee für solche Fälle?
Gut, man kann auch die Straßen ausbauen. Hat sich ja Jahrzente bewährt...
In Frankreich schafft man es anscheinend, stillgelegte Bahntrassen sehr lange nicht zuzubauen. Selbst von der inneren Umfahrung von Paris (im Personenverkehr 1934 stillgelegt) ist noch relativ viel erhalten.

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: KHM

Datum: 15.09.20 15:01

Strizie schrieb:
Wer möchte denn schon ernsthaft in der Eifel Urlaub oder Tagesausflüge machen, wenn man rund um die Uhr den Straßenlärm um die Ohren hat.
Ich! Wie mehrmals vor wenigen Jahren auch. Denn die Verkehrslast auf der B410 Prüm - Gerolstein und der resultierende Verkehrslärm sind ehrlich gesagt, ziemlich durchschnittlich / gewöhnlich für eine zweispurige Bundesstraße, eher niedriger.

Re: Westeifelbahn - Gemeinderat von Prüm

geschrieben von: Henra

Datum: 15.09.20 23:06

Elztalbahn schrieb:
In China ist die Entschädigung nicht so starr geregelt wie hierzulande. Wenn es schnell gehen soll, wird dort halt deutlich über Marktwert entschädigt. Und die nicht unmittelbar von der Grundinanspruchnahme betroffenen haben dort weniger Einspruchmöglichkeiten (mit Ausnahme von Landwirten deren Weg zu den Feldern länger wird).
Auch wenn ich ansonsten definitiv keine chinesischen Verhältnisse bei uns haben möchte, habe ich manchmal das Gefühl dass die Balance zwischen Gemein- und Eigenwohl bei uns hier und da vielleicht manchmal einen kleinen Hauch zu weit in Richtung 'Ich' ausgeschlagen ist.
Insbesondere im Hinblick auf Reaktivierungen finde ich es schwierig, dass da das persönliche/emotionale Interesse eines Häuslebesitzers ggf. höher eingestuft wird als die Verkehrsanbindung einer ganzen Stadt/Region. Gerade in Zeiten des Klimawandels und dem Zubauen der Städte wird hier ein wie auch immer geartetes Umdenken stattfinden müssen. Vielleicht ändert man auch die EBO, dass Straßengleise wieder möglich werden.
Nur bedauernd feststellen, dass man in der Vergangenheit was falsch gemacht hat löst leider kein einziges Problem.
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -