DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 01 - News 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
News und aktuelles Betriebsgeschehen - Fragen sind keine News, können aber in den anderen Foren gerne gestellt werden. Für Updatemeldungen von Websites bitte das Forum Bahn und Medien verwenden.
Hallo zusammen,

Abellio dürfte wohl kaum das erste EVU sein, welches mit seinem Vertrag Miese schreibt und mit Nachforderungen auf seine(n) Aufgabenträger zugeht. Umso erstaunlicher aber nun, dass dieses Unterfangen in Sachsen-Anhalt nun inkl. konkreter Zahlen publik geworden ist.
Wie die Volksstimme heute abend vermeldet, fehlen dem mitteldeutschen Ableger für seine beiden Netze über die Vertragslaufzeit offensichtlich 100 Mio. € - und das in großflächigen Bruttoverträgen ohne Erlösrisiko.

Mal sehen, ob der niederländische Eigentümer zur Not tatsächlich den Stecker zieht oder es macht wie die Mutter von DB Regio - und defizitäre Netze dauerhaft quersubventioniert. Denn billig kann die rote Bahn definitiv auch, das ist kein Alleinstellungsmerkmal der NE.


Viele Grüße
stellwerk_wf
Zitat
Wie die Volksstimme heute abend vermeldet, fehlen dem mitteldeutschen Ableger für seine beiden Netze über die Vertragslaufzeit offensichtlich 100 Mio. € - und das in großflächigen Bruttoverträgen ohne Erlösrisiko.
Man kann auch sagen unkalkulierbares Kostenrisiko (durch Bauarbeiten und Gewerkschaften) ohne Deckungsmöglichkeit.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.09.20 22:25.
Signalschruber schrieb:
Man kann auch sagen unkalkulierbares Kostenrisiko (durch Bauarbeiten und Gewerkschaften) ohne Deckungsmöglichkeit.

Wieso durch "Gewerkschaften"? Das bewiese ja, was niemand so gerne ausspricht, nämlich daß man meinte, mit Dumpinglöhnen Blumentöpfe gewinnen zu können.

Klappt aber nicht, da die vielbeschworenen Gesetze des Marktes für alle gelten und keine Einbahnstraße sind. So'n Mist aber auch, daß so langsam auch die Arbeitnehmer dahinterkommen...

Da sind also nicht die "Gewerkschaften" das Risiko, sondern die eigene Gier und das Vertrauen in das bisher so erfolgreiche Leute-Kleinhalten. Und nun, wo man branchenübliche Löhne zahlen muß, kommt dieses probate Spiel aus den Fugen und den Herrschaften im Management das große Heulen und Zähneklappern. Recht so!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.09.20 22:38.
Heizer Jupp schrieb:
Signalschruber schrieb:
Man kann auch sagen unkalkulierbares Kostenrisiko (durch Bauarbeiten und Gewerkschaften) ohne Deckungsmöglichkeit.
Wieso durch "Gewerkschaften"? Das bewiese ja, was niemand so gerne ausspricht, nämlich daß man meinte, mit Dumpinglöhnen Blumentöpfe gewinnen zu können.

Klappt aber nicht, da die vielbeschworenen Gesetze des Marktes für alle gelten und keine Einbahnstraße sind. So'n Mist aber auch, daß so langsam auch die Arbeitnehmer dahinterkommen...

Da sind also nicht die "Gewerkschaften" das Risiko, sondern die eigene Gier und das Vertrauen in das bisher so erfolgreiche Leute-Kleinhalten. Und nun, wo man branchenübliche Löhne zahlen muß, kommt dieses probate Spiel aus den Fugen und den Herrschaften im Management das große Heulen und Zähneklappern. Recht so!
Hachja, der Heizer wieder. Gewerkschaften sind ein Risiko, denen das Wohl des Unternehmens meist zuwider ist.
Signalschruber schrieb:
Man kann auch sagen unkalkulierbares Kostenrisiko (durch Bauarbeiten und Gewerkschaften) ohne Deckungsmöglichkeit.
Das Bauarbeiten stattfinden werden, war erstens bekannt und sollte wohl in jeder Kalkulation enthalten sein. Und dass die Gewerkschaft auf anständige Bezahlung auf einheitlichem Niveau beharrt und das auch durchsetzen wird, war bei der Angebotserstellung auch schon bekannt. Nur zur Erinnerung: Der erste Rahmentarifvertrag für die Lokführer der DB wurde im April 2011 abgeschlossen, die ersten NE-Bahnen folgten wenige Monate später. Die Angebotsabgabe für das Netz Saale-Thüringen-Südharz (im Zeitungsartikel "Südnetz" genannt) war ein Jahr später Ende April 2012, für das Dieselnetz dann zwei drei Jahre später. Die wussten also, was gehaltstechnisch auf sie zukommt. Von daher Jammern auf hohem Niveau, nachdem man sich gründlich verzockt hat. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass Abellio in Mitteldeutschland mittlerweile die komplette Führungsriege ausgetauscht hat.

Vor allem aber wäre es eine massive Wettbewerbsverzerrung, wenn der Nachforderung seitens des Landes Sachsen-Anhalt nachgegeben wird. Denn diese 100Mio's mit eingepreist kann bedeuten, dass ein anderer Wettbewerber eines der beiden oder gar beide Netze gewonnen hätte, der sein Angebot seriös kalkuliert hat. Und damit meine ich ausdrücklich nicht nur DB Regio.

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.09.20 22:57.
stellwerk_wf schrieb:
Hallo zusammen,

Abellio dürfte wohl kaum das erste EVU sein, welches mit seinem Vertrag Miese schreibt und mit Nachforderungen auf seine(n) Aufgabenträger zugeht. Umso erstaunlicher aber nun, dass dieses Unterfangen in Sachsen-Anhalt nun inkl. konkreter Zahlen publik geworden ist.
Wie die Volksstimme heute abend vermeldet, fehlen dem mitteldeutschen Ableger für seine beiden Netze über die Vertragslaufzeit offensichtlich 100 Mio. € - und das in großflächigen Bruttoverträgen ohne Erlösrisiko.

Mal sehen, ob der niederländische Eigentümer zur Not tatsächlich den Stecker zieht oder es macht wie die Mutter von DB Regio - und defizitäre Netze dauerhaft quersubventioniert. Denn billig kann die rote Bahn definitiv auch, das ist kein Alleinstellungsmerkmal der NE.


Viele Grüße
stellwerk_wf
Ich kenne jemanden aus Verwaltung des vorherigen Betreibers des Nordharznetzes - der TDRO, dieser sagte mir nach dem Bekanntwerden des Ausschreibungsgewinners sinngemäß: ,,für den Preis können die dieses Netz nie und nimmer wirtschaftlich betreiben. Wie es scheint sollte er recht behalten.

Die Netze In NRW und BW dürften für Abellio auch nicht viel abwerfen, wenn man sich teuren Ersatzverkehre und massiven Einsatz von Leih-Tfs dort ansieht.

Gruß



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.09.20 23:04.
Zitat
Das Bauarbeiten stattfinden werden, war erstens bekannt und sollte wohl in jeder Kalkulation enthalten sein.
Dass DB Netz seine Bautätigkeiten 20 Jahre im Voraus bekannt gibt wäre mir neu. Aber ich lasse mich von dir gerne eines besseren belehren, wenn du mir die entsprechende Seite verlinkst.

Zitat
Und dass die Gewerkschaft auf anständige Bezahlung auf einheitlichem Niveau beharrt und das auch durchsetzen wird, war bei der Angebotserstellung auch schon bekannt. Von daher Jammern auf hohem Niveau, nachdem man sich gründlich verzockt hat. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass Abellio in Mitteldeutschland mittlerweile die komplette Führungsriege ausgetauscht hat.
Gewerkschaften sind ein unkalkulierbares Risiko für ein Unternehmen, das seine Kosten 20 Jahre im voraus kalkulieren muss, da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren. Viel entscheindender ist der letzte Teil meiner Aussage, wo hier doch immer geschrieben wird, ist ja nur ein Bruttovertrag ohne Risiko. Tritt eine unvorhersehbare Kostensteigerung auf, besteht keine Möglichkeit diese zu kompensieren.
<<Bliebe Sachsen-Anhalt hart und würde Abellio insolvent, müsste das Land den Bahnverkehr wegen der Daseinsvorsorge dennoch sicherstellen und bezahlen. Der Festpreis mit Abellio wäre passé, die Kosten würden steigen: Ab Januar 2021 starten neue Tarifverhandlungen. Und die für ihre Schlagkaft bekannte Gewerkschaft der Lokführer (GDL) gibt sich garantiert nicht mit einer Nullrunde zufrieden.

Würde das Land Abellio einen Nachschlag gewähren, riefe das die Konkurrenten wie DB Regio auf den Plan. Die könnten klagen, weil Abellio nur Dank eines Dumpingangebots den Zuschlag bekommen hatte. Und falls das nicht greift, könnten Wettbeweber für ihren laufenden Vertrag auch Nachschläge verlangen. Denn die Kosten steigen überall.

Da die Angelegenheit heikel ist, will die Regierung ein Gutachen bei Vertragsrechtsexperten in Auftrag geben. Geschätzte Kosten: 150 000   000000 bis 250 000 Euro. Heute berät dazu der Finanzsusschuss des Landtags in nichtöffentlicher Sitzung. Eine Freigabe der Gelder gilt als sicher.>>

Was gibt es da zu prüfen? M. E. Geld zum Fenster rausgeschmissen. Wenn Abellio tatsächlich die geforderten Gelder bekäme, dann sind SPNV-Ausschreibungen bald überflüssig.

Aber eins ist auch klar: Je mehr die "Verkehrswende" Realität wird, desto abhängiger wird die Wirtschaft und Gesellschaft vom Bahnpersonal. Es kann großer Druck ausgeübt werden, um hohe Lohnsteigerungen durchzusetzen. Das führt wiederum zu wesentlich höheren Kosten für den Bahnbetrieb. Das wird aber u. a. dazu führen, dass die Verkehrswende garnicht kommen wird.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.09.20 23:25.
So lange immer nur der einen Zuschlag bekommt, der das billigste Angebot abgibt wird es immer wieder ein böses Erwachen geben.
Komisch, dass das immer im öffentlichen Sektor extrem ist.
Andererseits sollten sich die Firmen, die solche Angebote abgeben mal selbst hinterfragen - niemand von denen wurde dazu gezwungen.
Es steht doch im Artikel das der Vertrag eine jährliche Erhöhung der Zahlungen für das Personal von der NASA vorsieht.


Das mit den Baustellen ist vorgeschoben .

Man hat sich verkalkuliert und das Land sollte nicht einspringen. Sonst macht man sich angreifbar von anderen Teilnehmern der Vergabe.

Abelllio wird nicht Pleite gehen und selbst wenn gibt es ausreichend Sicherheiten auf die das Land zurückgreifen kann und den Betrieb fortführen kann.
RhBDirk schrieb:
Hachja, der Heizer wieder. Gewerkschaften sind ein Risiko, denen das Wohl des Unternehmens meist zuwider ist.
Ein Risiko sind eher diejenigen, welche den Hals nicht voll genug bekommen können aber der Arbeiterklasse nicht mal die Butter auf dem Brot gönnen.

Ein Blick in den Norden

geschrieben von: BR146106

Datum: 10.09.20 05:30

Moin,

Nachzahlungen sind fast normal, die NOB hat ebenfalls Nachforderungen gestellt und bekommen, waren so Runde 40 Mio. für die Westküste

Gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 05:31.

Geld wirklich zum Fenster rausgeschmissen?

geschrieben von: KHM

Datum: 10.09.20 06:55

TGV4402 schrieb:
Was gibt es da zu prüfen? M. E. Geld zum Fenster rausgeschmissen.
(Es ging um die 150-250 T€ für das Gutachten.) Jetzt überleg noch mal: Mit irgendetwas wird Abellio diese Forderung schon begründet haben, und da hat mit Sicherheit nicht nur ein Jurist drübergeguckt. Wenn die öffentliche Hand den Nachschlag nun ablehnen will, kann es sein, dass die ganze Sache vor Gericht geht. Jeder ist gut beraten, bei einem Streitwert von bis zu 100 Mio. € vorher seine Position mindestens ebenso gut wie sein Gegenüber geprüft zu haben.

Zumal die Forderung wahrscheinlich (das ist bei solchen Summen eigentlich immer so) aus mehreren Teilforderungen besteht und es gut sein kann, dass die unterschiedliche Aussichten auf Erfolg haben. Aus taktischen Gründen ist das sogar ziemlich wahrscheinlich, ich würde es jedenfalls so machen... Vor Gericht ist es für die NASA in so einem Fall besser, z. B. der einen Forderung, an der was dran war (und die vielleicht auch gar nicht teuer war oder über die man sich eigentlich schon einig war oder oder oder), schon stattgegeben zu haben. Senkt den Streitwert und man kann dann vor Gericht eine klare Linie vertreten. Wenn hingegen das Gericht den Fall aufdröseln muss, landet man viel schneller auf der sprichwörtlichen hohen See, wo man in Gottes Hand ist.
Das ist ja hochinteressant. War doch der Zusschlag zu Abellio beim Dieselnetz damit begründet worden, dass das Angebot deutlich günstiger als z.B. das der bestehenden Betreiber war. Man wollte natürlich nur den Fuß in der Tür haben. Bin gespannt, wie das ausgeht. Im Endeffekt wird es eine Preiserhöhung geben. Und Nebenstrecken wie z.B. nach Thale oder Blankenburg oder Wangen werden dann abbestellt werden.
Signalschruber schrieb:
Zitat
Wie die Volksstimme heute abend vermeldet, fehlen dem mitteldeutschen Ableger für seine beiden Netze über die Vertragslaufzeit offensichtlich 100 Mio. € - und das in großflächigen Bruttoverträgen ohne Erlösrisiko.
Man kann auch sagen unkalkulierbares Kostenrisiko (durch Bauarbeiten und Gewerkschaften) ohne Deckungsmöglichkeit.
Dann hat man aber ein schlechtes Angebotsmanagement. Eine Risikoanalyse sollte man schon machen und dazu zählen m.E. auch die v.g. Dinge die in jedem Angebot als Risiko berücksichtigt sein sollten. Nur wenn man den letzten Cent herauspressen will und freiwillig volles Risiko geht, dann kommt man zwangsläufig in solche Situationen.

Gruß Christian

http://www.sloganizer.net/style1,DB-spc-Regio-spc-NRW.png

*Lieber die Züge benutzen, als Bahn-Bashing betreiben*

Re: Ein Blick in den Norden

geschrieben von: DB Regio NRW

Datum: 10.09.20 07:41

BR146106 schrieb:
Moin,

Nachzahlungen sind fast normal, die NOB hat ebenfalls Nachforderungen gestellt und bekommen, waren so Runde 40 Mio. für die Westküste

Gruß carsten
Naja, es ist schon mal vorgekommen, aber normal würde ich das nicht nennen.

Gruß Christian

http://www.sloganizer.net/style1,DB-spc-Regio-spc-NRW.png

*Lieber die Züge benutzen, als Bahn-Bashing betreiben*

RhBDirk schrieb:
Zitat:
Hachja, der Heizer wieder. Gewerkschaften sind ein Risiko, denen das Wohl des Unternehmens meist zuwider ist.
Ich hoffe das du nie in irgendeiner Personalentscheidung etwas zu sagen hast! Der liebe Gott möge diesbezüglich ein Auge auf dich werfen!
Hallo,

die Qualität bzw. Zuverlässigkeit, die Ab(illig)e(r)llio im Dieselnetz zwischen Magdeburg und Harz bietet, schlechter geworden als bei den Vorgängern.
Daß man Abbestellungen von SPNV fördert, sehe aich auch daran, daß auf den relevanten Strecken öfters der Fahrkartenautomat nicht verfügbar ist und auch kein Beförderungsfallbetreuer mitfährt.
So kann man hinterher behaupten, es werden auf dem Abschnitt keine Fahrkarten verkauft, weil keine Personen dort fahren.
Der größte Fehler sind Ausschreibungen von SPNV, wo der billigste Anbieter gewinnt.

Viele Grüße
Heiko
Heiko schrieb:
Zitat:
So kann man hinterher behaupten, es werden auf dem Abschnitt keine Fahrkarten verkauft, weil keine Personen dort fahren.
Der größte Fehler sind Ausschreibungen von SPNV, wo der billigste Anbieter gewinnt.
Zu 1): Erstes klappt das schon technisch nicht, weil es viele Fahrkarten gibt, die nicht für eine bestimmte Relation gelten. Zweitens werden Fahrgäste schon sehr lange gezählt und nicht anhand der verkauften Fahrkarten ermittelt. Die verursachen ganz andere Probleme.

Zu 2): Was wäre denn dein Gegenvorschlag? Ausschreibungen, bei denen der teuerste gewinnt? Ausschreibungen, bei denen der Bestandsbetreiber gewinnt? Direktvergaben an [hier bitte ein passendes EVU einsetzen] per Rotweingespräch? Direktvergabe an den, der die besten connections hat oder der am meisten Bestechungsgeld verteilt? Kleiner Hinweis: Die meisten dieser Varianten hat die Branche schon durch, und die Ergebnisse waren sehr vorsichtig formuliert "nicht besser" ...
Signalschruber schrieb:
Dass DB Netz seine Bautätigkeiten 20 Jahre im Voraus bekannt gibt wäre mir neu. Aber ich lasse mich von dir gerne eines besseren belehren, wenn du mir die entsprechende Seite verlinkst.
Dass der Hallesche Hbf ebenso wie der Bahnhof Köthen saniert werden, war Jahre vorher bekannt. Ansonsten sollte Abellio aus seiner Erfahrung heraus wissen, dass jederzeit und überall Bauarbeiten stattfinden können. Andere EVU kalkulieren das ja auch mit ein.

Signalschruber schrieb:
Gewerkschaften sind ein unkalkulierbares Risiko für ein Unternehmen, das seine Kosten 20 Jahre im voraus kalkulieren muss, da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren.
Dieses Risiko kann man bei der Kalkulation berücksichtigen, so wie das auch andere Unternehmen tun. Sicher nicht auf Heller und Pfennig, aber das kann man bei anderen Kostenpositionen auch nicht. Aber wenn man meint, noch nichtmal das Gehaltsniveau des Marktführers einpreisen zu müssen, obwohl bekannt war, dass die Gewerkschaft das durchsetzen wird...

Signalschruber schrieb:
Viel entscheindender ist der letzte Teil meiner Aussage, wo hier doch immer geschrieben wird, ist ja nur ein Bruttovertrag ohne Risiko. Tritt eine unvorhersehbare Kostensteigerung auf, besteht keine Möglichkeit diese zu kompensieren.
Ich finde die Aussage nicht entscheidend, sondern an der Stelle lächerlich. Sind es doch allerorten die NE-Bahnen, die Bruttoverträge fordern, um vom Risiko der Fahrgelderlöse entlastet zu werden. Genau diese Bruttoverträge verhindern ja derzeit für die Unternehmen (wie eben gerade auch Abellio in Mitteldeutschland) coronabedingte Fahrgeldausfälle in Millionenhöhe. Und Stellschrauben abseits der Fahrgelderlöse gibt es bei einer Kalkulation einige.

In Summe habe ich eher den Verdacht, dass sich Abellio bei der Kalkulation der beiden Angebote gründlich verzockt hat. Und jetzt will man das Land mit der Drohung einer Insolvenz erpressen. Parallelen zum Drama um die Städtebahn Sachsen tun sich da auf. Wenn das Schule macht, können wir Wettbewerb und Ausschreibung im SPNV in die Tonne kloppen...

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: Abellio Mitteldeutschland in Finanznöten

geschrieben von: PotsdamerEiche

Datum: 10.09.20 09:41

Heiko schrieb:
Hallo,

die Qualität bzw. Zuverlässigkeit, die Ab(illig)e(r)llio im Dieselnetz zwischen Magdeburg und Harz bietet, schlechter geworden als bei den Vorgängern.
Daß man Abbestellungen von SPNV fördert, sehe aich auch daran, daß auf den relevanten Strecken öfters der Fahrkartenautomat nicht verfügbar ist und auch kein Beförderungsfallbetreuer mitfährt.
So kann man hinterher behaupten, es werden auf dem Abschnitt keine Fahrkarten verkauft, weil keine Personen dort fahren.
Der größte Fehler sind Ausschreibungen von SPNV, wo der billigste Anbieter gewinnt.

Viele Grüße
Heiko
Also ich bin in den letzten 2 Jahren sehr oft mit Abellio in SA und Thüringen unterwegs gewesen. Ich kann mich an keine Fahrt erinnern bei der kein Schaffner an Bord war!

Unterschied Abellio zu DBRegio ist halt das eventuelle Verluste bei DBRegio vom Steuerzahler aufgefangen werden.

Mal ne Frage zum Vertrag:
Ist da keine Kostenstaffel im Sinne einer Inflationsrate vereinbart? Weil 1 Euro heute wird in 20 Jahren nur noch 70 Cent wert sein.

Re: Dumpingangebote...

geschrieben von: bollisee

Datum: 10.09.20 09:51

stellwerk_wf schrieb:
Hallo zusammen,

Abellio dürfte wohl kaum das erste EVU sein, welches mit seinem Vertrag Miese schreibt und mit Nachforderungen auf seine(n) Aufgabenträger zugeht. Umso erstaunlicher aber nun, dass dieses Unterfangen in Sachsen-Anhalt nun inkl. konkreter Zahlen publik geworden ist.
Wie die Volksstimme heute abend vermeldet, fehlen dem mitteldeutschen Ableger für seine beiden Netze über die Vertragslaufzeit offensichtlich 100 Mio. € - und das in großflächigen Bruttoverträgen ohne Erlösrisiko.

Mal sehen, ob der niederländische Eigentümer zur Not tatsächlich den Stecker zieht oder es macht wie die Mutter von DB Regio - und defizitäre Netze dauerhaft quersubventioniert. Denn billig kann die rote Bahn definitiv auch, das ist kein Alleinstellungsmerkmal der NE.


Viele Grüße
stellwerk_wf
Nun, wer auf Kosten des Personals Dumpingangebote macht, der sollte das auch ausbaden müssen. Prinzipiell müsste man auch den unterlegenen Wettbewerbern Schadensersatz zahlen. In dem Falle würde ich mich seitens des Landes höchstens auf einen geordneten Rückzug bis zur Neuausschreibung einlassen. Sonst fangen alle Anbieter an, Dumpingangebote abzugeben, um später nachzufordern. Dann kann man auch gleich wieder eine Staatsbahn installieren.

PS. Was ist eigentlich Volksstimme für ein seltsames Blatt? Mit dem Namen VolksXYZ verbindet sich bei mir eher eine unsängliche Zeit, wo etwa Volksgerichtshof eine Institution war. Wie unsensibel kann man eigentlich bei der Namensgebung sein...

Indexbasierte Preisanpassung

geschrieben von: autolos

Datum: 10.09.20 09:53

Signalschruber schrieb:

Gewerkschaften sind ein unkalkulierbares Risiko für ein Unternehmen, das seine Kosten 20 Jahre im voraus kalkulieren muss, da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren. Viel entscheindender ist der letzte Teil meiner Aussage, wo hier doch immer geschrieben wird, ist ja nur ein Bruttovertrag ohne Risiko. Tritt eine unvorhersehbare Kostensteigerung auf, besteht keine Möglichkeit diese zu kompensieren.
"unkalkulierbares Risiko" halte ich für etwas überzogen. Es sind aber hinsichtlich der Personalkosten üblicherweise indexbasierte Preisanpassungen in den Verträgen vorgesehen. Für ein durchschnittlich bezahlendes Unternehmen sind dann die Risiken ziemlich gut abgedeckt. Wenn ein Unternehmen aber zu Beginn deutlich weniger zahlt, werden schnell die eigenen Kosten deutlich stärker steigen als der Durchschnitt. Von daher geht dein Argument ins Leere.
KHM schrieb:
Zu 2): Was wäre denn dein Gegenvorschlag? Ausschreibungen, bei denen der teuerste gewinnt? Ausschreibungen, bei denen der Bestandsbetreiber gewinnt? Direktvergaben an [hier bitte ein passendes EVU einsetzen] per Rotweingespräch? Direktvergabe an den, der die besten connections hat oder der am meisten Bestechungsgeld verteilt? Kleiner Hinweis: Die meisten dieser Varianten hat die Branche schon durch, und die Ergebnisse waren sehr vorsichtig formuliert "nicht besser" ...
Naja, es sollte schon möglich sein, als ausschreibende Institution (selbstverständlich vor Abgabe der Angebote) zu kalkulieren, ab welchem Gebot ein Angebot völlig unrealistisch ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Nachforderungen nach der Vergabe führt. Denn weder die Lohnentwicklung noch gesellschaftliches Engagement noch Bauarbeiten sind ja nun wirklich Überraschungen - und ich wage zu behaupten: auch für die Billigheimer nicht, die auf Kante kalkulieren und nach gewonnener Ausschreibung die Hand aufhalten. Das halte ich jedenfalls für deutlich wahrscheinlicher als die Annahme, dass bei diesen Billigheimern nur weltfremde @#$%&*innen die Ausschreibungsunterlagen ausarbeiten.

Die Aussicht, dass Billigheimer mit unrealistischen Angeboten Ausschreibungen gewinnen und dann entweder Nachforderungen in neunstelliger Höhe stellen oder einen auf SBS machen ist jedenfalls auch keine gute Perspektive für die Zukunft des Bahnverkehrs.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Dumpingangebote...

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 10.09.20 10:02

bollisee schrieb:
PS. Was ist eigentlich Volksstimme für ein seltsames Blatt? Mit dem Namen VolksXYZ verbindet sich bei mir eher eine unsängliche Zeit, wo etwa Volksgerichtshof eine Institution war. Wie unsensibel kann man eigentlich bei der Namensgebung sein...
Die heisst schon immer so, selbst in dunkelroter Zeit. Du kannst jetzt natürlich mit der Dringlichkeit einer Umbenennung analog maximal Pigmentierter kontern.
Die Zeitung mit den 4 Buchstaben verkauft aber auch alles als "Volks-"... Google mal die Nanen aller alten Tageszeitungen.


MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

[m.facebook.com]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 10:03.

Zur Volksstimme

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 10.09.20 10:04

Moin.

bollisee schrieb:
PS. Was ist eigentlich Volksstimme für ein seltsames Blatt? Mit dem Namen VolksXYZ verbindet sich bei mir eher eine unsängliche Zeit, wo etwa Volksgerichtshof eine Institution war. Wie unsensibel kann man eigentlich bei der Namensgebung sein...
Sie wurde 1890 gegründet und war damals sozialdemokratisch geprägt. Zwischenzeitlich war sie die SED-Zeitung für den Bezirk Magdeburg und gehört mittlerweile (wie auch die Mitteldeutsche Zeitung) zur Bauer Media Group.

Viele Grüße
Sören
MD 612 schrieb:
Signalschruber schrieb:
Dass DB Netz seine Bautätigkeiten 20 Jahre im Voraus bekannt gibt wäre mir neu. Aber ich lasse mich von dir gerne eines besseren belehren, wenn du mir die entsprechende Seite verlinkst.
Dass der Hallesche Hbf ebenso wie der Bahnhof Köthen saniert werden, war Jahre vorher bekannt. Ansonsten sollte Abellio aus seiner Erfahrung heraus wissen, dass jederzeit und überall Bauarbeiten stattfinden können. Andere EVU kalkulieren das ja auch mit ein.



Ui, das ist mal eine steile These die ich so nicht machen würde ;)

Re: Abellio Mitteldeutschland in Finanznöten

geschrieben von: Partycrasher

Datum: 10.09.20 10:14

PotsdamerEiche schrieb:
Heiko schrieb:
Hallo,

die Qualität bzw. Zuverlässigkeit, die Ab(illig)e(r)llio im Dieselnetz zwischen Magdeburg und Harz bietet, schlechter geworden als bei den Vorgängern.
Daß man Abbestellungen von SPNV fördert, sehe aich auch daran, daß auf den relevanten Strecken öfters der Fahrkartenautomat nicht verfügbar ist und auch kein Beförderungsfallbetreuer mitfährt.
So kann man hinterher behaupten, es werden auf dem Abschnitt keine Fahrkarten verkauft, weil keine Personen dort fahren.
Der größte Fehler sind Ausschreibungen von SPNV, wo der billigste Anbieter gewinnt.

Viele Grüße
Heiko
Also ich bin in den letzten 2 Jahren sehr oft mit Abellio in SA und Thüringen unterwegs gewesen. Ich kann mich an keine Fahrt erinnern bei der kein Schaffner an Bord war!

Unterschied Abellio zu DBRegio ist halt das eventuelle Verluste bei DBRegio vom Steuerzahler aufgefangen werden.

Mal ne Frage zum Vertrag:
Ist da keine Kostenstaffel im Sinne einer Inflationsrate vereinbart? Weil 1 Euro heute wird in 20 Jahren nur noch 70 Cent wert sein.
Hier wird dann auch der Steuerzahler die Geldbörse öffnen müssen - nur halt nicht der deutsche. Wie auch bei Keolis, NX usw.... Dadurch subventionieren ausländische Steuerzahler den deutschen SPNV - auch nicht schlecht... Wir müssen auch mal von europaweiten Ausschreibungen profitieren...
Signalschruber schrieb:
Zitat
Wie die Volksstimme heute abend vermeldet, fehlen dem mitteldeutschen Ableger für seine beiden Netze über die Vertragslaufzeit offensichtlich 100 Mio. € - und das in großflächigen Bruttoverträgen ohne Erlösrisiko.
Man kann auch sagen unkalkulierbares Kostenrisiko (durch Bauarbeiten und Gewerkschaften) ohne Deckungsmöglichkeit.

Nö, eher viel zu billig geboten um den Auftrag zu bekommen und außer Acht gelassen, alltägliche Geschäftsrisiken zu berücksichtigen.
Das rächt sich irgendwann. Denn die Stellschrauben um möglichst billig irgendwelche Aufträge zu bekommen, weil der Ausschreibende möglichst
viel Geld damit verdienen will, sind am Ende!
Bestes Beispiel für Ausschreiberkalkulation und Realität ist die eingestampfte Ausschreibung für den Umbau Duisburg Hbf Dach.
Der einzige Bieter, der auch in der Lage war so ein Projekt zu stemmen, war zu teuer!

Und hier hat sich Abellio auch schlicht verzockt! Vielleicht lernt man ja bei zukünftigen Ausschreibungen mal daraus??

Gruß

-OR

Re: Abellio Mitteldeutschland in Finanznöten

geschrieben von: def

Datum: 10.09.20 10:25

Partycrasher schrieb:
Hier wird dann auch der Steuerzahler die Geldbörse öffnen müssen - nur halt nicht der deutsche. Wie auch bei Keolis, NX usw.... Dadurch subventionieren ausländische Steuerzahler den deutschen SPNV - auch nicht schlecht... Wir müssen auch mal von europaweiten Ausschreibungen profitieren...
Nur: warum sollte die ausländischen Steuerzahlenden (bzw. ihre Regierungen) das tun? Wieso sollten sie "ihre" Gesellschaften nicht in die Insolvenz schicken? Und wenn das so läuft wie bei der SBS, wären diesmal nicht nur Nebenbahnen im Umland einer Großstadt betroffen.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Partycrasher schrieb:
MD 612 schrieb:
Signalschruber schrieb:
Dass DB Netz seine Bautätigkeiten 20 Jahre im Voraus bekannt gibt wäre mir neu. Aber ich lasse mich von dir gerne eines besseren belehren, wenn du mir die entsprechende Seite verlinkst.
Dass der Hallesche Hbf ebenso wie der Bahnhof Köthen saniert werden, war Jahre vorher bekannt. Ansonsten sollte Abellio aus seiner Erfahrung heraus wissen, dass jederzeit und überall Bauarbeiten stattfinden können. Andere EVU kalkulieren das ja auch mit ein.



Ui, das ist mal eine steile These die ich so nicht machen würde ;)
Aber natürlich werden derartige Risiken bei der Kalkulation berücksichtigt. Wenn keine konkreten Maßnahmen erwartet werden, wird das im Risikoaufschlag berücksichtigt.
def schrieb:
KHM schrieb:
Zu 2): Was wäre denn dein Gegenvorschlag? Ausschreibungen, bei denen der teuerste gewinnt? Ausschreibungen, bei denen der Bestandsbetreiber gewinnt? Direktvergaben an [hier bitte ein passendes EVU einsetzen] per Rotweingespräch? Direktvergabe an den, der die besten connections hat oder der am meisten Bestechungsgeld verteilt? Kleiner Hinweis: Die meisten dieser Varianten hat die Branche schon durch, und die Ergebnisse waren sehr vorsichtig formuliert "nicht besser" ...
Naja, es sollte schon möglich sein, als ausschreibende Institution (selbstverständlich vor Abgabe der Angebote) zu kalkulieren, ab welchem Gebot ein Angebot völlig unrealistisch ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Nachforderungen nach der Vergabe führt. Denn weder die Lohnentwicklung noch gesellschaftliches Engagement noch Bauarbeiten sind ja nun wirklich Überraschungen - und ich wage zu behaupten: auch für die Billigheimer nicht, die auf Kante kalkulieren und nach gewonnener Ausschreibung die Hand aufhalten.
Derlei Prüfungen finden übrigens statt und haben, ausweislich des Artikels in der Volksstimme, auch stattgefunden. Hat trotzdem nichts genutzt.

Re: Dumpingangebote...

geschrieben von: Abteil

Datum: 10.09.20 10:33

bollisee schrieb:
stellwerk_wf schrieb:
Hallo zusammen,

Abellio dürfte wohl kaum das erste EVU sein, welches mit seinem Vertrag Miese schreibt und mit Nachforderungen auf seine(n) Aufgabenträger zugeht. Umso erstaunlicher aber nun, dass dieses Unterfangen in Sachsen-Anhalt nun inkl. konkreter Zahlen publik geworden ist.
Wie die Volksstimme heute abend vermeldet, fehlen dem mitteldeutschen Ableger für seine beiden Netze über die Vertragslaufzeit offensichtlich 100 Mio. € - und das in großflächigen Bruttoverträgen ohne Erlösrisiko.

Mal sehen, ob der niederländische Eigentümer zur Not tatsächlich den Stecker zieht oder es macht wie die Mutter von DB Regio - und defizitäre Netze dauerhaft quersubventioniert. Denn billig kann die rote Bahn definitiv auch, das ist kein Alleinstellungsmerkmal der NE.


Viele Grüße
stellwerk_wf
Nun, wer auf Kosten des Personals Dumpingangebote macht, der sollte das auch ausbaden müssen. Prinzipiell müsste man auch den unterlegenen Wettbewerbern Schadensersatz zahlen. In dem Falle würde ich mich seitens des Landes höchstens auf einen geordneten Rückzug bis zur Neuausschreibung einlassen. Sonst fangen alle Anbieter an, Dumpingangebote abzugeben, um später nachzufordern. Dann kann man auch gleich wieder eine Staatsbahn installieren.
Völlige Zustimmung! Gewinne unter Inkaufnahme von Dumpinglöhnen einstreichen aber Verluste dann sozialisieren zu wollen, ist töricht. Dem gehört der Riegel vorgeschoben. Alleine schon zur Abschreckung sollte hier ein Exempel statuiert werden.

+ Pro Reisekultur und intelligente Netzausbauten

- Contra grell ausgeleuchtete Großräume und Prestigebauten ohne Zielfahrplan
RhBDirk schrieb:
Hachja, der Heizer wieder. Gewerkschaften sind ein Risiko, denen das Wohl des Unternehmens meist zuwider ist.

Schade, daß Du das so siehst. Ich weiß auch gar nicht, wie Du zu solch einer seltsamen Einschätzung kommst.
Es wäre ja auch völlig unlogisch.

Es ist lediglich die Frage, was ein Unternehmen als sein Wohl ansieht und auf welchen Wegen ein Unternehmen sein Wohl erwirbt. Da gibt es den leider allzu oft beschrittenen und sehr kurzsichtigen Weg, das Wohl des Unternehmens lediglich in der Rendite zu sehen und dieses auf Kosten der Mitarbeiter durchzudrücken.

Wenn auch Du diese äußerst zweifelhafte Art des "Unternehmenswohls" im Auge hast, dann ist schon klar, daß das mit (richtigen) Gewerkschaften nicht zu machen ist.

Ich sehe den Weg zum Wohl eines Unternehmens allerdings sehr viel komplexer. Auch die Mitarbeiter müssen Wertschätzung erfahren und am Wohl des Unternehmens beteiligt werden. Nur dann kann das Unternehmen von seinen Mitarbeitern Engagement für und Identifikation mit dem Unternehmen erwarten. Ich denke, das ist es, was auch (vernünftige) Gewerkschaften wollen: Eine paritätische und ausgewogene Wahrung der BERECHTIGTEN Interessen BEIDER Seiten.
An wen würden denn bei einer Insolvenz die Fahrzeuge gehen? Könnte das Land Fahrzeuge und Personal übernehmen und einem neuen Betreiber zur Verfügung stellen oder selbst die Strecken betreiben?

Fahrzeuge

geschrieben von: autolos

Datum: 10.09.20 10:50

VT605 schrieb:
An wen würden denn bei einer Insolvenz die Fahrzeuge gehen? Könnte das Land Fahrzeuge und Personal übernehmen und einem neuen Betreiber zur Verfügung stellen oder selbst die Strecken betreiben?
Die Leasinggeberin wird sicherlich bereit sein, die Fahrzeuge an das Land oder einen Nachfolgebetreiber zu vermieten, wenn dieser solvent ist. Hat ja in Dresden auch geklappt.

Warum sind alle überrascht?

geschrieben von: Baumstachler

Datum: 10.09.20 11:04

Bereits kurz nach der Angebotsabgabe für das DINSA war bei der ABRM eine nervöse Hektik zu erkennen. Für gut vernetzte Bahner bzw. Branchenkenner hat sich damals schon der Verdacht aufgedrängt, dass dort jemand bei der Kalkulation wohl nicht so sorgfältig gearbeitet hat, wie man es bei einem derartigen Vertragswert erwarten dürfte. Ob das nun als explizites Kampfangebot zu werten ist, um den Platzhirsch DB Regio zu vertreiben, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls war schon frühzeitig für alle Beteiligten ersichtlich, dass hier finanziell mit der heißen Nadel gearbeitet wurde. Wie man jetzt sieht, ziemlich erfolglos. Aber vielleicht braucht es auch einfach eine zweite Städtebahn, damit manche Entscheidungsträger bzw. Verkehrsunternehmen ihre Geschäftspraxis überdenken ...
MD 612 schrieb:
Vor allem aber wäre es eine massive Wettbewerbsverzerrung, wenn der Nachforderung seitens des Landes Sachsen-Anhalt nachgegeben wird. Denn diese 100Mio's mit eingepreist kann bedeuten, dass ein anderer Wettbewerber eines der beiden oder gar beide Netze gewonnen hätte, der sein Angebot seriös kalkuliert hat. Und damit meine ich ausdrücklich nicht nur DB Regio.
Aber für dieses Problem gibts doch die ganz einfache Lösung, Corona verantwortlich zu machen und die Kassen des Bundes zu öffnen.

(damit meine ich ausdrücklich nicht nur die Bahnbranche)
TGV4402 schrieb:
Je mehr die "Verkehrswende" Realität wird, desto abhängiger wird die Wirtschaft und Gesellschaft vom Bahnpersonal. Es kann großer Druck ausgeübt werden
Während der VW-Vorstand immer weniger zu sagen hat. Das ist einfach schrecklich.
autolos schrieb:
def schrieb:
KHM schrieb:
Zu 2): Was wäre denn dein Gegenvorschlag? Ausschreibungen, bei denen der teuerste gewinnt? Ausschreibungen, bei denen der Bestandsbetreiber gewinnt? Direktvergaben an [hier bitte ein passendes EVU einsetzen] per Rotweingespräch? Direktvergabe an den, der die besten connections hat oder der am meisten Bestechungsgeld verteilt? Kleiner Hinweis: Die meisten dieser Varianten hat die Branche schon durch, und die Ergebnisse waren sehr vorsichtig formuliert "nicht besser" ...
Naja, es sollte schon möglich sein, als ausschreibende Institution (selbstverständlich vor Abgabe der Angebote) zu kalkulieren, ab welchem Gebot ein Angebot völlig unrealistisch ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Nachforderungen nach der Vergabe führt. Denn weder die Lohnentwicklung noch gesellschaftliches Engagement noch Bauarbeiten sind ja nun wirklich Überraschungen - und ich wage zu behaupten: auch für die Billigheimer nicht, die auf Kante kalkulieren und nach gewonnener Ausschreibung die Hand aufhalten.
Derlei Prüfungen finden übrigens statt und haben, ausweislich des Artikels in der Volksstimme, auch stattgefunden. Hat trotzdem nichts genutzt.
Richtig. Der Punkt ist, dass die ausschreibenden Stellen - aus guten Gründen! - nur Angebote ausschließen dürfen, die KLAR unwirtschaftlich sind. Ein Angebot, das, sagen wir mal, in 4 von 10 Szenarien unwirtschaftlich ist, in weiteren 4 Szenarien so auf der Kippe, und in 2 Szenarien funktioniert's, ist eben nicht "mit hinreichender Sicherheit unwirtschaftlich." Es KANN klappen, das ist auch nicht ganz unwahrscheinlich, und dann darf man das Angebot nicht ausschließen. Hinterher klappt's dann aber vielleicht trotzdem nicht.

Und selbst in teureren Angeboten wird man sich Szenarien ausdenken können, die nicht unrealistisch sind und in denen es dann aber nicht klappt. Zu sagen, "alle Angebote, in denen es auch NICHT klappen könnte, fliegen raus", ist also nicht nur unzulässig (aus gutem Grund), sondern würde in der Realität auch nicht weiterhelfen.
MD 612 schrieb:
jetzt will man das Land mit der Drohung einer Insolvenz erpressen. Parallelen zum Drama um die Städtebahn Sachsen tun sich da auf. Wenn das Schule macht, können wir Wettbewerb und Ausschreibung im SPNV in die Tonne kloppen...
Das sollte man genau das tun: den Pseudomarkt schließen. Und beim Fernverkehr gleich mit, denn auch der funktioniert nur noch mit staatlichem Zuschuß.
KHM schrieb:
autolos schrieb:
def schrieb:
KHM schrieb:
Zu 2): Was wäre denn dein Gegenvorschlag? Ausschreibungen, bei denen der teuerste gewinnt? Ausschreibungen, bei denen der Bestandsbetreiber gewinnt? Direktvergaben an [hier bitte ein passendes EVU einsetzen] per Rotweingespräch? Direktvergabe an den, der die besten connections hat oder der am meisten Bestechungsgeld verteilt? Kleiner Hinweis: Die meisten dieser Varianten hat die Branche schon durch, und die Ergebnisse waren sehr vorsichtig formuliert "nicht besser" ...
Naja, es sollte schon möglich sein, als ausschreibende Institution (selbstverständlich vor Abgabe der Angebote) zu kalkulieren, ab welchem Gebot ein Angebot völlig unrealistisch ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Nachforderungen nach der Vergabe führt. Denn weder die Lohnentwicklung noch gesellschaftliches Engagement noch Bauarbeiten sind ja nun wirklich Überraschungen - und ich wage zu behaupten: auch für die Billigheimer nicht, die auf Kante kalkulieren und nach gewonnener Ausschreibung die Hand aufhalten.
Derlei Prüfungen finden übrigens statt und haben, ausweislich des Artikels in der Volksstimme, auch stattgefunden. Hat trotzdem nichts genutzt.
Richtig. Der Punkt ist, dass die ausschreibenden Stellen - aus guten Gründen! - nur Angebote ausschließen dürfen, die KLAR unwirtschaftlich sind. Ein Angebot, das, sagen wir mal, in 4 von 10 Szenarien unwirtschaftlich ist, in weiteren 4 Szenarien so auf der Kippe, und in 2 Szenarien funktioniert's, ist eben nicht "mit hinreichender Sicherheit unwirtschaftlich." Es KANN klappen, das ist auch nicht ganz unwahrscheinlich, und dann darf man das Angebot nicht ausschließen. Hinterher klappt's dann aber vielleicht trotzdem nicht.

Und selbst in teureren Angeboten wird man sich Szenarien ausdenken können, die nicht unrealistisch sind und in denen es dann aber nicht klappt. Zu sagen, "alle Angebote, in denen es auch NICHT klappen könnte, fliegen raus", ist also nicht nur unzulässig (aus gutem Grund), sondern würde in der Realität auch nicht weiterhelfen.
In der Realität hilft es aber auch nicht weiter, wenn irgendwann nach jeder Vergabe sechs- oder neunstellige Nachforderungen kommen und/oder der Betrieb nach dem Vorbild der SBS von heute auf morgen eingestellt wird. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn so eine kurzfristige Betriebseinstellung mal den S-Bahn-Verkehr einer Millionenstadt betrifft. Offensichtlich sind also entweder die genannten Prüfungen oder einige Vorgaben in den Ausschreibungen nicht ausreichend.

Was also tun? Der hochgelobte Wettbewerb untergräbt sich durch so ein Verhalten selbst und stellt irgendwann auch das infrage, wofür er geschaffen wurde - eine in finanzieller und verkehrspolitischer Hinsicht effektive Organisation des Bahnbetriebs. Möglichst viel zum Stadt zurückholen, um Sicherheit zu haben - nur: wenn dann irgendwann Fahrzeug- und Personalpools bestehen, wozu braucht es eigentlich noch die EVU? Zur Urlaubsplanung und Dienstkleidungsausgabe?

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 11:58.

Gewerkschaften?

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 10.09.20 12:00

Gewerkschaften sind ein Risiko, denen das Wohl des Unternehmens meist zuwider ist.

Du bist ja putzmunter aufgelegt. Diesem Unternehmen war das Wohl des Vorgänger-EVU (welches man unterboten hat) wahrscheinlich auch piep egal. Oder wo endet die Rücksichtnehmerei? Wenn ein Unternehmen keine anständigen Löhne zahlen kann gehört es weg vom Markt.

Was Dir natürlich frei steht, daß Du zu Deinem Chef gehst und ihn aufforderst Deinen Lohn und Sozialleistungen einzukürzen, weil Du die bisherige Höhe unerträglich findest. Vorausgesetzt Du hast schon mal gearbeitet.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 12:03.

öffentlicher Sektor

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 10.09.20 12:11

Komisch, dass das immer im öffentlichen Sektor extrem ist.

Es steht zu vermuten, daß sehr ähnliche und noch größere Fälle in der freien Wirtschaft (also öhne öffentliche Hand) einfach seltener öffentlich gemacht werden. Von daher wird der Eindruck täuschen.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)
def schrieb:
In der Realität hilft es aber auch nicht weiter, wenn irgendwann nach jeder Vergabe sechs- oder neunstellige Nachforderungen kommen und/oder der Betrieb nach dem Vorbild der SBS von heute auf morgen eingestellt wird. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn so eine kurzfristige Betriebseinstellung mal den S-Bahn-Verkehr einer Millionenstadt betrifft. Offensichtlich sind also entweder die genannten Prüfungen oder einige Vorgaben in den Ausschreibungen nicht ausreichend.

Was also tun? Der hochgelobte Wettbewerb untergräbt sich durch so ein Verhalten selbst und stellt irgendwann auch das infrage, wofür er geschaffen wurde - eine in finanzieller und verkehrspolitischer Hinsicht effektive Organisation des Bahnbetriebs. Möglichst viel zum Stadt zurückholen, um Sicherheit zu haben - nur: wenn dann irgendwann Fahrzeug- und Personalpools bestehen, wozu braucht es eigentlich noch die EVU? Zur Urlaubsplanung und Dienstkleidungsausgabe?
Es ist ja nun nicht so, dass derlei häufig passieren würde. Auch ist es eher selten, dass ein Unternehmen öffentlich zugeben mag, sich verkalkuliert zu haben. Nicht zuletzt wegen rechtlicher Implikationen gehört schon einiges dazu, sich öffentlich derart darzustellen, wie es offenbar Abellio getan hat.

Zu deinem zweiten Absatz: Du hast recht, sehe ich auch so. Guter Wettbewerb bedeutet, dass möglichst viel Wertschöpfung dem Wettbewerb ausgesetzt ist. Bei Modellen wie bspw. dem RRX in NRW verkommt das EVU eher zu einem reinen Personalverleihunternehmen.

Und wenn die Unternehmen Gewinn machen?

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 10.09.20 12:15

Wendet sich das Unternehmen auch dann an das Land, wenn es einen Gewinn von 12 Mio. EUR gemacht hat? So von wegen "ihr habt zu viel ausgegeben, hier ist der Überschuss zurück". Oder wo bleibt die Kohle?

Ich frage ja nur mal...

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)

Re: Dumpingangebote...

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 10.09.20 12:17

Dann kann man auch gleich wieder eine Staatsbahn installieren.

Eine Landesbahn. Ja, warum nicht? Bin ich schon sehr lange dafür und habe es hier oft genug zu Protokoll gegeben. Kann meinetwegen sofort losgehen.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 12:17.

Re: Warum sind alle überrascht?

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 10.09.20 12:20

Aber vielleicht braucht es auch einfach eine zweite Städtebahn, damit manche Entscheidungsträger bzw. Verkehrsunternehmen ihre Geschäftspraxis überdenken ...

Die überdenken das auch nach 15 'Städtebahnen' nicht. Weil es ein Tabu ist am jetzigen Zustand was zu ändern.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 12:21.

Sind schwarze Buchstaben noch zeitgemäß?

geschrieben von: Lalu

Datum: 10.09.20 12:28

Hallo,

vielleicht sollte man auch im Rahmen der aktuellen „blm“-Bewegung die schwarzen Buchstaben gleichberechtigt neben weißen Buchstaben verwenden? (Ironie aus) Mit manchen Äußerungen wird guten Absichten wohl eher geschadet. Ähnlichen Diskussionen gibt es auch um andere Titel (z.B. Freie Presse, Chemnitz) Vor längerer Zeit wurde hier im Forum der Beitrag eines Users angezweifelt, weil er einen eisenbahnbezogenen Zeitungsbeitrag der „Freie Presse“ Chemnitz als Grundlage hatte.

Grüße,
Lalu



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 12:43.

Re: Abellio Mitteldeutschland in Finanznöten

geschrieben von: kmueller

Datum: 10.09.20 13:05

def schrieb:
Nur: warum sollte die ausländischen Steuerzahlenden (bzw. ihre Regierungen) das tun? Wieso sollten sie "ihre" Gesellschaften nicht in die Insolvenz schicken?
Wobei man ferner berücksichtigen muß, daß Abellio Mitteldeutschland, Abellio NRW, Abellio BaWü (und so weiter) voneinander völlig unabhängige Gesellschaften sind, ähnlich wie DB Regio, DB FV,DB Cargo, DB Netz, DB StuS (und so weiter). Es würde also nur Abellio Mitteld. pleite gehen. Das das betroffene Personal könnte bei der gegenwärigen Lage auf dem Arbeitsmarkt sicher einen anderen Job finden. Vielleicht sogar bei Abellio NRW, wo es auch etwas klemmt?

Auch dafür gibt es Präzedenzen wie den Duisburger Entenfänger. Man muß halt nur genügend groß dafür sein.
def schrieb:
Der hochgelobte Wettbewerb untergräbt sich durch so ein Verhalten selbst und stellt irgendwann auch das infrage, wofür er geschaffen wurde - eine in finanzieller und verkehrspolitischer Hinsicht effektive Organisation des Bahnbetriebs. Möglichst viel zum Stadt zurückholen, um Sicherheit zu haben - nur: wenn dann irgendwann Fahrzeug- und Personalpools bestehen, wozu braucht es eigentlich noch die EVU? Zur Urlaubsplanung und Dienstkleidungsausgabe?
Zur Gewinnausschüttung dort, wo es klappt?
Um es mit Deinen Wort zu sagen-der Wertschöpfung ist es doch völlig egal ob wettbewerblich dies 1 oder 2 Verfahren sind-jedenfalls ist im RRX Modell nicht weniger Wettberb in Summe enthalten-höchstens mehr Bürokratie für den Auftraggeber.

Re: wohin fließt das Geld

geschrieben von: De David

Datum: 10.09.20 13:52

Kommt doch aufs Unternehmen an. Bzw auf die Eigentümerstruktur des Unternehmen.
Wenn die SWEG Gewinn macht, passiert das genau so, dann kann das Land als 95 % Haupteigentümer "zu viel gezahltes" Geld zurück erhalten.


Wäre doch auch eine Idee, die SWEG bietet der NASA an das Dieselnetz für den Preis den Abellio aktuell erhält zu übernehmen :D
Übernimmt aber den teure Leasingraten produzierenden Vertrag der Fahrzeuge nicht, sondern schafft soabld Talent 3 und Lint 54 ausgeliefert sind die alten und längst abgeschriebenen ADtranz Regio Shuttle heran, macht dem Personal ein Übernahmeangebot zu Konditionen des ETV, und setzt einen Streng sparsamen schwäbischen Chef vom patriachalen "Trigema-Grupp" Typ ein. Dessen Vorgabe recht einfach wird, aus dem Betrieb bis 2030 finanziell raus zu pressen was geht, damit so viel Geld wie möglich nach Baden-Württemberg fließt, damit wir hier noch mehr "Ringelpiez mit anfassen" machen können :D *lol*

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif
Heizer Jupp schrieb:
Ich denke, das ist es, was auch (vernünftige) Gewerkschaften wollen: Eine paritätische und ausgewogene Wahrung der BERECHTIGTEN Interessen BEIDER Seiten.
Ein sehr frommer Wunsch.

Indexbasierte Preisanpassung passt nicht gut!

geschrieben von: Festlegemelder

Datum: 10.09.20 14:45

Hallo,

autolos schrieb:
Es sind aber hinsichtlich der Personalkosten üblicherweise indexbasierte Preisanpassungen in den Verträgen vorgesehen.
Das stimmt.

autolos schrieb:
Für ein durchschnittlich bezahlendes Unternehmen sind dann die Risiken ziemlich gut abgedeckt.
Das möchte man erwarten, doch da müssen wir mal genauer hinsehen. Es gab bisher keinen Index für "Personalkosten Nahverkehrs-Tf", sondern nur einen deutlich weiter gefassten Index für Fahrpersonale im Transportgewerbe, auf den sich die Preisanpassung bezieht.
Das bringt zwei nicht ganz unwesentliche Nebeneffekte mit sich:
(1) Wenn die Tarife und Gehälter der Nahverkehrs-Tf steigen, steigt der Index deutlich weniger, solange die anderen ebenfalls im Index enthaltenen Personengruppen nicht auch mehr bekommen.
(2) Es sind nur Lohn- und Lohnnebenkosten (Arbeitgeberanteil der Steuern und Sozialbeiträge) für exakt 1 Mitarbeiter enthalten. Wenn also alle Tf mehr Urlaubstage oder mehr Ausgleichstage für Nachtarbeit etc bekommen, dann steigt der Lohn je Tf gar nicht und die Lohnkosten steigen auch nicht, also auch der Index nicht. Die Personalkosten für das Unternehmen steigen aber deutlich, weil es mehr Tf braucht, um die gleiche Anzahl an Zugfahrten im Jahr abzuwickeln.

Daher ist dieses Risiko leider doch nicht "ziemlich gut abgedeckt". Das sieht man aber erst bei sehr genauem Hinsehen.

Viele Grüsse,
Festlegemelder
Hallo

VT605 schrieb:
An wen würden denn bei einer Insolvenz die Fahrzeuge gehen? Könnte das Land Fahrzeuge und Personal übernehmen und einem neuen Betreiber zur Verfügung stellen oder selbst die Strecken betreiben?
Die Fahrzeuge gehen zurück an den Leasinggeber, der selbst keine Verwendung dafür hat und sich händeringend einen neuen Leasingnehmer suchen muss. Denn der Leasinggeber benötigt dringend die Einnahmen aus den Leasingraten, um seine eigenen Kreditraten für diese Fahrzeuge bezahlen zu können.
Daher ist der Leasinggeber sehrsehr froh, wenn ein neuer Betreiber oder das Land die Fahrzeuge sofort wieder least und die fortan die Leasingraten bezahlt, damit der Geldfluss nicht ins Stocken gerät.

Viele Grüsse,
Festlegemelder

Personal- und Fahrzeugübergang

geschrieben von: MD 612

Datum: 10.09.20 15:03

VT605 schrieb:
An wen würden denn bei einer Insolvenz die Fahrzeuge gehen? Könnte das Land Fahrzeuge und Personal übernehmen und einem neuen Betreiber zur Verfügung stellen oder selbst die Strecken betreiben?
Auch wenn hier fleißig über Leasingnehmer und -geber spekuliert wird, ich bin mir ziemlich sicher, dass die Fahrzeuge in beiden Netzen direkt von Abellio beschafft wurden und deshalb auch im Eigentum der Abellio Mitteldeutschland stehen. Somit wären sie im Insolvenzfall vermutlich Bestandteil der Insolvenzmasse, aus der sie vom Land oder einem Notbetreiber herausgekauft werden könnten. So sie denn nicht mit einem gesellschaftsrechtlichen Trick 17 innerhalb des Abellio-Konzerns verschoben wurden und im Eigentum einer anderen Abellio-Tochter stehen, die dann nicht von der Insolvenz betroffen wäre. Und das Personal wird ein Notbetreiber wohl händeringend übernehmen wollen, so denn die Leute nicht von selbst das Weite suchen. Bei der Städtebahn hat das ja auch gut geklappt, fast alle Kollegen dort wurden von Transdev übernommen.

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: Personal- und Fahrzeugübergang

geschrieben von: kmueller

Datum: 10.09.20 15:19

MD 612 schrieb:
Auch wenn hier fleißig über Leasingnehmer und -geber spekuliert wird, ich bin mir ziemlich sicher, dass die Fahrzeuge in beiden Netzen direkt von Abellio beschafft wurden und deshalb auch im Eigentum der Abellio Mitteldeutschland stehen. Somit wären sie im Insolvenzfall vermutlich Bestandteil der Insolvenzmasse, aus der sie vom Land oder einem Notbetreiber herausgekauft werden könnten. So sie denn nicht mit einem gesellschaftsrechtlichen Trick 17 innerhalb des Abellio-Konzerns verschoben wurden und im Eigentum einer anderen Abellio-Tochter stehen, die dann nicht von der Insolvenz betroffen wäre.
Damit würde sichergestellt, daß die wertvollen Fahrzeute weiter ihrem gemeinnützigen Zweck dienen können, anstatt nutzlos dahinzurosten und letztendlich auf einem Schrottplatz zu enden. An solchen Details erkennt man moderne große leistungsfähige Gesellschaften und unterscheidet sie von verachtenswürdigen miesen kleinen Klitschen, die nur aufs Geld aus sind.

Re: Personal- und Fahrzeugübergang

geschrieben von: KHM

Datum: 10.09.20 15:38

kmueller schrieb:
Damit würde sichergestellt, daß die wertvollen Fahrzeute weiter ihrem gemeinnützigen Zweck dienen können, anstatt nutzlos dahinzurosten und letztendlich auf einem Schrottplatz zu enden. An solchen Details erkennt man moderne große leistungsfähige Gesellschaften und unterscheidet sie von verachtenswürdigen miesen kleinen Klitschen, die nur aufs Geld aus sind.
Hat die DB nicht ziemlich lange auch Loks und Wagen lieber verschrottet als sie an Wettbewerber zu verkaufen? Dann ist die DB also eine "verachtenswürdige miese kleine Klitsche, die nur aufs Geld aus ist"?

Eigentümer Fahrzeuge

geschrieben von: Knut Rosenthal

Datum: 10.09.20 16:04

MD 612 schrieb:
Auch wenn hier fleißig über Leasingnehmer und -geber spekuliert wird, ich bin mir ziemlich sicher, dass die Fahrzeuge in beiden Netzen direkt von Abellio beschafft wurden und deshalb auch im Eigentum der Abellio Mitteldeutschland stehen.
Die Talent 2 gehören AlphaTrains [www.alphatrains.eu], die LINT 41 gehören NS Financial [www.abellio.de]

Zitat
Finanziert werden die Triebwagen auf Basis des Verkehrsvertrages für die Zugleistungen im Dieselnetz Sachsen-Anhalt, für den das Land Sachsen-Anhalt, der Freistaat Thüringen
und der Regionalverband Großraum Braunschweig die entsprechenden Mittel bereitstellen. Eigentümer der Fahrzeuge und Leasinggeber gegenüber Abellio Rail Mitteldeutschland ist
NS Financial Services Company (NSFSC).


Mit freundlichen Grüßen
Knut Rosenthal

https://abbestellungen.spnv-deutschland.de/Grafiken/Linkbutton.png
https://reaktivierungen.spnv-deutschland.de/Grafiken/Linkbutton.png
https://wettbewerb.spnv-deutschland.de/Grafiken/Linkbutton.png




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 17:13.

Re: Personal- und Fahrzeugübergang

geschrieben von: kmueller

Datum: 10.09.20 16:16

KHM schrieb:
kmueller schrieb:
Damit würde sichergestellt, daß die wertvollen Fahrzeute weiter ihrem gemeinnützigen Zweck dienen können, anstatt nutzlos dahinzurosten und letztendlich auf einem Schrottplatz zu enden. An solchen Details erkennt man moderne große leistungsfähige Gesellschaften und unterscheidet sie von verachtenswürdigen miesen kleinen Klitschen, die nur aufs Geld aus sind.
Hat die DB nicht ziemlich lange auch Loks und Wagen lieber verschrottet als sie an Wettbewerber zu verkaufen? Dann ist die DB also eine "verachtenswürdige miese kleine Klitsche, die nur aufs Geld aus ist"?
Das weiß ich nicht. Ich habe oben nur ein hier weit verbreitetes Allgemeinwissen wiederholt.

Was ist übrigens 'die DB'? Ist 'DB' nicht eine Gattungsbezeichnung?
Partycrasher schrieb:
So lange immer nur der einen Zuschlag bekommt, der das billigste Angebot abgibt wird es immer wieder ein böses Erwachen geben.
Komisch, dass das immer im öffentlichen Sektor extrem ist.
In der Privatwirtschaft bekommt man es nur nicht unbedingt mit.

§60 VgV würde sogar die Möglichkeit eröffnen, unrealistisch niedrige Angebote abzulehnen. Aber wer will sich nachher nachsagen lassen, mehr Geld als notwendig ausgegeben zu haben?

Re: Dumpingangebote...

geschrieben von: bollisee

Datum: 10.09.20 17:54

Alibizugpaar schrieb:
Dann kann man auch gleich wieder eine Staatsbahn installieren.

Eine Landesbahn. Ja, warum nicht? Bin ich schon sehr lange dafür und habe es hier oft genug zu Protokoll gegeben. Kann meinetwegen sofort losgehen.
SWEG und HzL sind bereits zu einer Landesbahn fusioniert, warum nicht auch andernorts...

Re: Ein Blick in den Norden

geschrieben von: BR146106

Datum: 10.09.20 19:18

Moin,

das Hauptproblem ist ja, wie oft wird so ein Nachschlag öffentlich, denn mir sind eben nur die Westküste und der aktuelle Fall Publik. Wenn man jetzt eventuell noch den Ausschluss von DB Regio bei der Vergabe Hansenetz und in den Stuttgarter Netzen, weil man sich verkalkuliert hat, mit ins Boot nimmt, wären es 4 Fälle, die öffentlich geworden sind, weil man eben nicht sauber gerechnet hat. Alles andere rollt mehr oder weniger ruhig durch die Landschaft.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]
Moin,

denn dann würden dir, sehr oft, massive Bauarbeiten auffallen, bevor der neuen Anbieter übernimmt, damit man genau einen gewissen Zeitraum seine Ruhe hat. Trifft zwar nicht überall zu aber ist sehr oft zu sehen.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Re: Sind schwarze Buchstaben noch zeitgemäß?

geschrieben von: ThomasR

Datum: 10.09.20 20:05

Lalu schrieb:
Hallo,

vielleicht sollte man auch im Rahmen der aktuellen „blm“-Bewegung die schwarzen Buchstaben gleichberechtigt neben weißen Buchstaben verwenden? (Ironie aus) Mit manchen Äußerungen wird guten Absichten wohl eher geschadet. Ähnlichen Diskussionen gibt es auch um andere Titel (z.B. Freie Presse, Chemnitz) Vor längerer Zeit wurde hier im Forum der Beitrag eines Users angezweifelt, weil er einen eisenbahnbezogenen Zeitungsbeitrag der „Freie Presse“ Chemnitz als Grundlage hatte.

Grüße,
Lalu
Es kann hier doch gar keine freie Presse geben. In der Merkeldiktatur sind doch alle Medien gleichgeschaltet. Hast du das nicht gewusst? Und um gleich zu sagen: Bill Gates investiert in Impfstoffe, weil man mit der Zwangsimpfung einen Chip verabreicht bekommt, der dazu dient die Chemtrails richtig zu steuern und die Kinder zum Blut zapfen leichter zu finden.

So, das war genug Unsinn aus der Verschwörungsecke. Tatsache ist, wer die Namen der Zeitungen erst mal in Frage stellt, bevor er geprüft hat, was das ist, der ist einfach schräg.
KHM schrieb:
Heiko schrieb:
Zitat:
So kann man hinterher behaupten, es werden auf dem Abschnitt keine Fahrkarten verkauft, weil keine Personen dort fahren.
Der größte Fehler sind Ausschreibungen von SPNV, wo der billigste Anbieter gewinnt.
Zu 1): Erstes klappt das schon technisch nicht, weil es viele Fahrkarten gibt, die nicht für eine bestimmte Relation gelten. Zweitens werden Fahrgäste schon sehr lange gezählt und nicht anhand der verkauften Fahrkarten ermittelt. Die verursachen ganz andere Probleme.

Zu 2): Was wäre denn dein Gegenvorschlag? Ausschreibungen, bei denen der teuerste gewinnt? Ausschreibungen, bei denen der Bestandsbetreiber gewinnt? Direktvergaben an [hier bitte ein passendes EVU einsetzen] per Rotweingespräch? Direktvergabe an den, der die besten connections hat oder der am meisten Bestechungsgeld verteilt? Kleiner Hinweis: Die meisten dieser Varianten hat die Branche schon durch, und die Ergebnisse waren sehr vorsichtig formuliert "nicht besser
Eigentlich ganz einfach: der zweitbilligste gewinnt.

Gruss
Fischermann



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 20:09.

Re: Ein Blick in den Norden

geschrieben von: Strizie

Datum: 10.09.20 20:20

BR146106 schrieb:
Moin,

Nachzahlungen sind fast normal, die NOB hat ebenfalls Nachforderungen gestellt und bekommen, waren so Runde 40 Mio. für die Westküste

Gruß carsten
Gab es da nicht irgendein Deal?

Welchen Unterschied macht es dann zur Staatsbahn?

geschrieben von: BR146106

Datum: 10.09.20 20:20

Moin,

wenn man Landesbahnen forcieren will, wieso nicht auch zurück zur Staatsbahn? Ob man nun einmal die Beiträge ausgleicht oder 16 mal, sollte kein Unterschied sein, außer bei der Kasse, die belastet wird.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Ja, das Land hat bezahlt

geschrieben von: BR146106

Datum: 10.09.20 20:28

Moin,

soviel dazu.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]
MD 612 schrieb:
Zitat:
In Summe habe ich eher den Verdacht, dass sich Abellio bei der Kalkulation der beiden Angebote gründlich verzockt hat. Und jetzt will man das Land mit der Drohung einer Insolvenz erpressen.

Gruß Peter
Die Frage ist doch, mit welchen Kosten hat das Land Sachsen-Anhalt realistisch auf die gesamte Laufzeit kalkuliert (inkl. Inflation etc.) und in wieweit hat das Labello-Angebot davon abgewichen. Ab einem gewissen Prozentsatz Abweichung müssen die Bewerber ihre Preiskalkulation erklären.
Und zudem stelle ich auch mal grundsätzlich das Kow-how des öffentlichen Auftragsgebers in Frage. Da sitzen Verwaltungsbeamte und Juristen, aber keine Einkäufer im klassischen Sinne.

Warum sind im Zeitungshandel die Bahnmagazine immer neben den Hochglanzheftchen?

Re: wohin fließt das Geld

geschrieben von: ThomasR

Datum: 10.09.20 22:20

De David schrieb:
Kommt doch aufs Unternehmen an. Bzw auf die Eigentümerstruktur des Unternehmen.
Wenn die SWEG Gewinn macht, passiert das genau so, dann kann das Land als 95 % Haupteigentümer "zu viel gezahltes" Geld zurück erhalten.


Wäre doch auch eine Idee, die SWEG bietet der NASA an das Dieselnetz für den Preis den Abellio aktuell erhält zu übernehmen :D
Übernimmt aber den teure Leasingraten produzierenden Vertrag der Fahrzeuge nicht, sondern schafft soabld Talent 3 und Lint 54 ausgeliefert sind die alten und längst abgeschriebenen ADtranz Regio Shuttle heran, macht dem Personal ein Übernahmeangebot zu Konditionen des ETV, und setzt einen Streng sparsamen schwäbischen Chef vom patriachalen "Trigema-Grupp" Typ ein. Dessen Vorgabe recht einfach wird, aus dem Betrieb bis 2030 finanziell raus zu pressen was geht, damit so viel Geld wie möglich nach Baden-Württemberg fließt, damit wir hier noch mehr "Ringelpiez mit anfassen" machen können :D *lol*
Hat die SWEG überhaupt den ETV? Die haben doch den TV der Länder mit verdi.

Re: Welchen Unterschied macht es dann zur Staatsbahn?

geschrieben von: De David

Datum: 11.09.20 00:16

Vielleicht weil bei den kleineren Einheiten wie Landesbahnen sie sind, nicht so viel interne Reibungsverluste (ausdrückbar in €) in der Bürokratie und dem Wasserkopf entstehen, wie in einem riesigen unübersichtlichem Betrieb wie eine Staatsbahn in Deutschland es wäre?

Es muss jezt auch nicht dieses neumodische "Ein eigenes EVU pro Strecke" Konzept sein, wie es die WEG z.B. macht, aber eben auch nicht was, was in irgend einer fernen Zentrale irgendwas entscheidet, ohnen einen blassen von den Zuständen usw vor Ort zu haben. Eine Landesbahn ist da einfach wesentlich "näher dran". Und hat auch bei den Leuten erfahrungsgemäß einfach ein besseres Immage, wie ein Beamtenladen irgendwo weit weg, der ihr ganzes Steuergeld verschwendet und dazu noch die Fahrpreise permanent erhöht. Ganz arg scheint das beim Verkehrsbetrieb HZL der SWEG zu sein, daß der bei den Leuten allgemein weit positiver besetzt ist. Denn Land haben sie ja keines mehr, noch nichtmal namentlich irgendwie in "Baden-Württemberg", und mit der Kreisreform in den 70ern wurde durcheinander angerichtet, aber "ihr Bähnchen" trug noch fast 100 Jahre nach der zusammenlegung der Länderbahnen "Hohenzollerische" im Namen, was scheinbar starke Identifikation damit auslöste.

Leute mögen es einfach nicht, wenn irgendwo weit weg über ihren Kopf hinweg entscheidungen getroffen werden. Vorallem wenn Dinge entschieden werden, die zwar anderswo vieleicht geboten sind, aber vor Ort keinerlei Relevanz haben. Wie bei Ril408 und FV-NE, nach 408 passt man eher die Infrastruktur für Unsummen an, um nacher doch nicht mehr oder besser fahren zu können, aber es entspricht dann dem Regelfall, während man bei FV-NE einfach die Vorschriften auf die örtlichen Gegebenheiten anpasst, und damit Billiglösungen Tür und Tor öffnet, die den Leuten am Ende mehr Eisenbahn fürs selbe Geld bescheren.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: wohin fließt das Geld

geschrieben von: De David

Datum: 11.09.20 00:34

Ja den ETV. Der ist ja aber auch von Verdi, auch wenn da die Transnet / EVG mal mit drin hing.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Holländische Auktion

geschrieben von: KHM

Datum: 11.09.20 08:12

Fischermann schrieb:
KHM schrieb:
Heiko schrieb:
Zitat:
So kann man hinterher behaupten, es werden auf dem Abschnitt keine Fahrkarten verkauft, weil keine Personen dort fahren.
Der größte Fehler sind Ausschreibungen von SPNV, wo der billigste Anbieter gewinnt.
Zu 1): Erstes klappt das schon technisch nicht, weil es viele Fahrkarten gibt, die nicht für eine bestimmte Relation gelten. Zweitens werden Fahrgäste schon sehr lange gezählt und nicht anhand der verkauften Fahrkarten ermittelt. Die verursachen ganz andere Probleme.

Zu 2): Was wäre denn dein Gegenvorschlag? Ausschreibungen, bei denen der teuerste gewinnt? Ausschreibungen, bei denen der Bestandsbetreiber gewinnt? Direktvergaben an [hier bitte ein passendes EVU einsetzen] per Rotweingespräch? Direktvergabe an den, der die besten connections hat oder der am meisten Bestechungsgeld verteilt? Kleiner Hinweis: Die meisten dieser Varianten hat die Branche schon durch, und die Ergebnisse waren sehr vorsichtig formuliert "nicht besser
Eigentlich ganz einfach: der zweitbilligste gewinnt.

Gruss
Fischermann
In der Theorie und in Teilen der Praxis ein guter Vorschlag, bekannt als sog. "Holländische Auktion." In der Praxis des SPNV problematisch: Die Holländische Auktion unterstellt eine Vielzahl (also realistisch wenigstens eine höhere einstellige Zahl) von Angeboten, so dass das zweitbilligste Angebot nicht allzuweit über dem billigsten liegt. Beides ist im SPNV ziemlich oft nicht der Fall. Im Extremfall geht überhaupt nur ein Angebot ein. Aber auch mit zwei oder drei Angeboten funktioniert eine Holländische Auktion nicht wirklich gut in dem Sinne, dass sie die gewünschten Ergebnisse erzeugen würde. Von daher trifft es das "eigentlich" im "Eigentlich ganz einfach" schon ganz gut...

Abgesehen davon fehlen dafür aktuell die rechtlichen Voraussetzungen. Das kann man gut oder schlecht finden, aber es ist eben so.
BAHNUNTERNEHMEN Dreister Erpressungsversuch von Abellio?

10.09.2020
Die Linke hat im Landtag von Sachsen-Anhalt das Vorgehen des Bahnunternehmens Abellio scharf kritisiert.

Magdeburg l Im Zusammenhang mit finanziellen Nachforderungen von Abellio hat die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt das Vorgehen des Bahnunternehmens scharf kritisiert. Das sei ein „dreister Erpressungsversuch gegenüber dem Land ebenso wie ein weiterer Beweis für die gescheiterte Bahnreform", sagte am Donnerstag Verkehrspolitiker Guido Henke. „Nach den Streckenstilllegungen und Entlassungswellen der letzten 30 Jahre bei der DB besteht die Notwendigkeit, die unsägliche Bahnprivatisierung rückgängig zu machen."
Es gebe schlicht keinen funktionierenden Wettbewerb von Bahnunternehmen. Letztlich habe das Land den schienengebundenen Nahverkehr als Daseinsvorsorge zu garantieren, bezahlt werde aus öffentlichen Mitteln.
Henke weiter: „Das Eingeständnis der Fehlspekulation sollte das Bahnunternehmen einschließlich seines Eignerkonzerns in die Pflicht nehmen. Ein sogenannter Wettbewerb auf Kosten von Beschäftigten oder Qualität zur vermeintlichen Renditesteigerung scheitert immer."
Abellio ist wegen gestiegener Kosten offenbar in Finanznöten. Jetzt fordert das Bahnunternehmen vom Land für die Vertragslaufzeit bis 2032 einen Nachschlag von gut 100 Millionen Euro.
[www.volksstimme.de]

Re: Ein Blick in den Norden

geschrieben von: kmueller

Datum: 11.09.20 12:59

BR146106 schrieb:
das Hauptproblem ist ja, wie oft wird so ein Nachschlag öffentlich, denn mir sind eben nur die Westküste und der aktuelle Fall Publik. Wenn man jetzt eventuell noch den Ausschluss von DB Regio bei der Vergabe Hansenetz und in den Stuttgarter Netzen, weil man sich verkalkuliert hat, mit ins Boot nimmt, wären es 4 Fälle, die öffentlich geworden sind, weil man eben nicht sauber gerechnet hat. Alles andere rollt mehr oder weniger ruhig durch die Landschaft.
Wenn ich mir das Ausmaß der mittlerweile chronisch gewordenen Ausfälle und Verspätungen hier in NRW ansehe, dann ist das aus Fahrgastseite alles andere als (angenehm) 'ruhig'.

Re: Sind schwarze Buchstaben noch zeitgemäß?

geschrieben von: kmueller

Datum: 11.09.20 13:01

ThomasR schrieb:
Es kann hier doch gar keine freie Presse geben. In der Merkeldiktatur sind doch alle Medien gleichgeschaltet. Hast du das nicht gewusst? Und um gleich zu sagen: Bill Gates investiert in Impfstoffe, weil man mit der Zwangsimpfung einen Chip verabreicht bekommt, der dazu dient die Chemtrails richtig zu steuern und die Kinder zum Blut zapfen leichter zu finden.

So, das war genug Unsinn aus der Verschwörungsecke.
Das ist wirklich Unsinn. Was du beschrieben hast, das macht der Trump (teilweise zusammen mit dem Putin). Der Gates kauft höchstens an der Börse die DB auf.

Re: Holländische Auktion

geschrieben von: kmueller

Datum: 11.09.20 13:04

KHM schrieb:
In der Praxis des SPNV problematisch: Die Holländische Auktion unterstellt eine Vielzahl (also realistisch wenigstens eine höhere einstellige Zahl) von Angeboten, so dass das zweitbilligste Angebot nicht allzuweit über dem billigsten liegt. Beides ist im SPNV ziemlich oft nicht der Fall. Im Extremfall geht überhaupt nur ein Angebot ein.
Das ist noch viel problematischer und müßte zur Schließung des SPNV-Pseudo'marktes' führen.

Re: Holländische Auktion

geschrieben von: KHM

Datum: 11.09.20 13:18

kmueller schrieb:
KHM schrieb:
In der Praxis des SPNV problematisch: Die Holländische Auktion unterstellt eine Vielzahl (also realistisch wenigstens eine höhere einstellige Zahl) von Angeboten, so dass das zweitbilligste Angebot nicht allzuweit über dem billigsten liegt. Beides ist im SPNV ziemlich oft nicht der Fall. Im Extremfall geht überhaupt nur ein Angebot ein.
Das ist noch viel problematischer und müßte zur Schließung des SPNV-Pseudo'marktes' führen.
Warum? Dass regelmäßig nur wenige Angebote eingehen, ist auf vielen Beschaffungsmärkten so und zwar nicht schön, aber handhabbar (nur eben schlecht für eine holländische Auktion). Da ist wohl eher der Wunsch der Vater der Idee. Und dass nur ein Angebot eingeht, ist zwar schon vorgekommen, aber die Ausnahme und kann gute, unverfängliche Gründe haben.
Bernd Thielbeer schrieb:
BAHNUNTERNEHMEN Dreister Erpressungsversuch von Abellio?

10.09.2020
Die Linke hat im Landtag von Sachsen-Anhalt das Vorgehen des Bahnunternehmens Abellio scharf kritisiert.

Magdeburg l Im Zusammenhang mit finanziellen Nachforderungen von Abellio hat die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt das Vorgehen des Bahnunternehmens scharf kritisiert. Das sei ein „dreister Erpressungsversuch gegenüber dem Land ebenso wie ein weiterer Beweis für die gescheiterte Bahnreform", sagte am Donnerstag Verkehrspolitiker Guido Henke. „Nach den Streckenstilllegungen und Entlassungswellen der letzten 30 Jahre bei der DB besteht die Notwendigkeit, die unsägliche Bahnprivatisierung rückgängig zu machen."
Es gebe schlicht keinen funktionierenden Wettbewerb von Bahnunternehmen. Letztlich habe das Land den schienengebundenen Nahverkehr als Daseinsvorsorge zu garantieren, bezahlt werde aus öffentlichen Mitteln.
Henke weiter: „Das Eingeständnis der Fehlspekulation sollte das Bahnunternehmen einschließlich seines Eignerkonzerns in die Pflicht nehmen. Ein sogenannter Wettbewerb auf Kosten von Beschäftigten oder Qualität zur vermeintlichen Renditesteigerung scheitert immer."
Abellio ist wegen gestiegener Kosten offenbar in Finanznöten. Jetzt fordert das Bahnunternehmen vom Land für die Vertragslaufzeit bis 2032 einen Nachschlag von gut 100 Millionen Euro.
[www.volksstimme.de]


Dann sollen sie pleite gehen, von mir würden die nicht einen Cent mehr sehen, aber garantiert hohe Vertragsstrafen bei Nichterfüllung der vereinbarten Leistungen.


MfG Bw Nysa.

Sorry, DAS ist albern.

geschrieben von: ICE-T-Fan1

Datum: 11.09.20 13:47

Dir ist schon klar, dass Abellio MD diese Vertragsstrafen gar nicht zahlen könnte? Das Land würde nicht einen Cent sehen, von daher unbrauchbare Forderung.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
------------------------------
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)

Re: Holländische Auktion

geschrieben von: kmueller

Datum: 11.09.20 14:12

KHM schrieb:
kmueller schrieb:
KHM schrieb:
In der Praxis des SPNV problematisch: Die Holländische Auktion unterstellt eine Vielzahl (also realistisch wenigstens eine höhere einstellige Zahl) von Angeboten, so dass das zweitbilligste Angebot nicht allzuweit über dem billigsten liegt. Beides ist im SPNV ziemlich oft nicht der Fall. Im Extremfall geht überhaupt nur ein Angebot ein.
Das ist noch viel problematischer und müßte zur Schließung des SPNV-Pseudo'marktes' führen.
Warum? Dass regelmäßig nur wenige Angebote eingehen, ist auf vielen Beschaffungsmärkten so und zwar nicht schön, aber handhabbar (nur eben schlecht für eine holländische Auktion). Da ist wohl eher der Wunsch der Vater der Idee. Und dass nur ein Angebot eingeht, ist zwar schon vorgekommen, aber die Ausnahme und kann gute, unverfängliche Gründe haben.
Egal, was der Grund ist: das ist kein 'Markt'.

DAS ist nicht albern.

geschrieben von: Bw Nysa

Datum: 11.09.20 14:25

ICE-T-Fan1 schrieb:
Dir ist schon klar, dass Abellio MD diese Vertragsstrafen gar nicht zahlen könnte? Das Land würde nicht einen Cent sehen, von daher unbrauchbare Forderung.

Mag sein, das da nicht viel zu holen wäre, trotzdem würde ich das volle Programm durch ziehen, allein schon als Abschreckung für Nachahmer in dieser Branche. Die nächsten Bieter wüßten dann, das sie nur mit seriösen Angeboten an der Ausschreibung dran teilnehmen sollten. Leider ist die Gesetzsprechung in diesem Land so lasch, das solche Betrüger und unlauteren Geschäftsleute ohne Strafen davon kommen können. Das würde bei mir anders laufen. Solche Dumping Angebote würde ich unter Betrug laufen lassen, diese 100 Millionen Forderung wäre bei mir ein Grund zur sofortigen, fristlosen Kündigung des Laufzeitvertrages mit anschließender Schadensersatzforderung, und auch weiteren Ermittlungen.


MfG Bw Nysa



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 14:26.

Dumpingangebot?

geschrieben von: ICE-T-Fan1

Datum: 11.09.20 14:35

War es denn überhaupt ein Dumpingangebot? Und wie definiert man das? Immerhin beträgt das Defizit ja weniger als 10% der jährlichen Subvention (10 Mio vs. 135 Mio).

PS: Ich schließe natürlich nicht aus, dass sich da jemand in der Geschäftsetage bei Abellio ziemlich verkalkuliert hat. Immerhin wurde die Führungsriege ja mittlerweile komplett ausgetauscht.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
------------------------------
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)

Re: DAS ist nicht albern.

geschrieben von: Tom_LLK

Datum: 11.09.20 14:55

Bw Nysa schrieb:
ICE-T-Fan1 schrieb:
Dir ist schon klar, dass Abellio MD diese Vertragsstrafen gar nicht zahlen könnte? Das Land würde nicht einen Cent sehen, von daher unbrauchbare Forderung.
Mag sein, das da nicht viel zu holen wäre, trotzdem würde ich das volle Programm durch ziehen, allein schon als Abschreckung für Nachahmer in dieser Branche. Die nächsten Bieter wüßten dann, das sie nur mit seriösen Angeboten an der Ausschreibung dran teilnehmen sollten. Leider ist die Gesetzsprechung in diesem Land so lasch, das solche Betrüger und unlauteren Geschäftsleute ohne Strafen davon kommen können. Das würde bei mir anders laufen. Solche Dumping Angebote würde ich unter Betrug laufen lassen, diese 100 Millionen Forderung wäre bei mir ein Grund zur sofortigen, fristlosen Kündigung des Laufzeitvertrages mit anschließender Schadensersatzforderung, und auch weiteren Ermittlungen.


MfG Bw Nysa
Und du wärst dann der erste, der meckert, weil kein Zug mehr fährt...
Aber zum Glück hast du nix zu sagen, sonst wäre das hier unser geringstes Übel...

Mach weiter deine Bilder, da schadest du niemanden, solange er sie nicht sehen muss...

Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit

geschrieben von: Lalu

Datum: 11.09.20 15:04

Hallo,

woher kommt die Gewissheit, dass Abellio MD eine eventuelle Vertragsstrafe nicht zahlen könnte? Und wenn dem so wäre, warum wird ein Vertrag mit einem derartigen Vertragspartner geschlossen? Dann wird nach einer Insolvenz eben auf andere Sachwerte Anspruch erhoben. Die relativ neue Werkstatt in Sangerhausen findet bestimmt Nachnutzer.

Wieso fordert Abellio eigentlich das Geld von Sachsen-Anhalt? Müßten nicht auch Forderungen an den Zweckverband Großraum Braunschweig und Thüringen gehen?

Grüße,
Lalu

Re: Holländische Auktion -- ÖPNV in DT Verkäufermarkt

geschrieben von: PeGe

Datum: 11.09.20 15:11

kmueller schrieb:
KHM schrieb:
kmueller schrieb:
KHM schrieb:
In der Praxis des SPNV problematisch: Die Holländische Auktion unterstellt eine Vielzahl (also realistisch wenigstens eine höhere einstellige Zahl) von Angeboten, so dass das zweitbilligste Angebot nicht allzuweit über dem billigsten liegt. Beides ist im SPNV ziemlich oft nicht der Fall. Im Extremfall geht überhaupt nur ein Angebot ein.
Das ist noch viel problematischer und müßte zur Schließung des SPNV-Pseudo'marktes' führen.
Warum? Dass regelmäßig nur wenige Angebote eingehen, ist auf vielen Beschaffungsmärkten so und zwar nicht schön, aber handhabbar (nur eben schlecht für eine holländische Auktion). Da ist wohl eher der Wunsch der Vater der Idee. Und dass nur ein Angebot eingeht, ist zwar schon vorgekommen, aber die Ausnahme und kann gute, unverfängliche Gründe haben.
Egal, was der Grund ist: das ist kein 'Markt'.
Doch - ein Verkäufermarkt. Der selbe Markttyp, also das selbe Problem wie bei Wohnungen in Städten

Fröhliches Schaffen
PG




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 21:41.

Falsche Formulierung...

geschrieben von: bauigel

Datum: 11.09.20 15:52

Ober-Rodener schrieb:
Der einzige Bieter, der auch sich in der Lage war gesehen hat, zum zweieinhalb Jahre vor der Ausschreibung gemeinsam mit den EVUs und Aufgabenträgern festgelegten Zeitpunkt so ein das konkrete Projekt zu stemmen, war zu teuer hat gewusst, bei welchen Konkurrenten bereits aus öffentlichen Ausschreibungen große Kapazitäten in anderen langlaufenden und großen Projekten gebunden waren und hat entsprechend der erwartbar geringen bis fehlenden Konkurrenz entsprechende Mondpreise aufgerufen!


War in der Bauwirtschaft die ganze Zeit so und ist auch trotz Corona noch nicht spürbar anders geworden.
Kleines Beispiel aus der Praxis: Bahnhofsumbau parallel zu drei anderen größeren Maßnahmen in der Region.
Ausschreibung für 2018: Ein Bieter (Firma X) mit Angebotspreis 10,8 M€ bei einer Kostenschätzung von 5,7 M€. Ergebnis: Ausschreibung aufgehoben wegen Unwirtschaftlichkeit mit zusätzlichen Projektkosten (Ersatz der "Planungskosten im weitesten Sinne" für den entfallenden Schienenersatzverkehr der EVUs)
Erneute Ausschreibung für 2020: Keine Inflationsbereinigung der zugrundeliegenden Kostenschätzung; keine Änderung von Planung oder Leistungsverzeichnis, keine jahreszeitliche Verschiebung gegenüber der alten Ausschreibung; aber die Großmaßnahmen sind beendet.
Plötzlich vier Bieter. Ergebnis: Zuschlag an Firma X (genau die mit dem Angebot von 2018) mit dem niedrigsten Angebotspreis von 5,1 M€.

Bei der Ausschreibung von Verkehrsleistungen wirst du solche Effekte nicht haben - kannst das also kaum vergleichen...

Re: DAS ist nicht albern.

geschrieben von: kmueller

Datum: 11.09.20 16:19

Bw Nysa schrieb:
Mag sein, das da nicht viel zu holen wäre, trotzdem würde ich das volle Programm durch ziehen, allein schon als Abschreckung für Nachahmer in dieser Branche. Die nächsten Bieter wüßten dann, das sie nur mit seriösen Angeboten an der Ausschreibung dran teilnehmen sollten. Leider ist die Gesetzsprechung in diesem Land so lasch, das solche Betrüger und unlauteren Geschäftsleute ohne Strafen davon kommen können. Das würde bei mir anders laufen.
Du wirst dich aber an die Gesetze und ggf. an die etablierte Auslegung derselben halten müssen.

Die Standards auf dem Gebiet der SPNV-Bestellungen hat sehr früh sie S-Bahn Berlin gesetzt. Was nach deren Etablierung alles möglich ist, zeigte einige Jahre später der Fall 'Vlexx' (wer erinnert sich noch?) Ganz sicher haben sich die Abellio-Juristen das alles angesehen.

Warum die NASA

geschrieben von: BR146106

Datum: 11.09.20 18:59

Moin,

man wendet sich an den Aufgabenträger, der die Ausschreibung geführt hat und das war wohl die NASA.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Re: Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit

geschrieben von: ICE-T-Fan1

Datum: 11.09.20 19:15

Lalu schrieb:
Hallo,

woher kommt die Gewissheit, dass Abellio MD eine eventuelle Vertragsstrafe nicht zahlen könnte?

Weil Ihnen jährlich 10 Mio Euro fehlen. Abellio MD dürfte aktuell nicht mal die laufenden Kosten decken können, durch den Rückgang der Fahrgeldeinnahmen.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
------------------------------
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)

Re: Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit

geschrieben von: Tom_LLK

Datum: 11.09.20 19:45

ICE-T-Fan1 schrieb:
Lalu schrieb:
Hallo,

woher kommt die Gewissheit, dass Abellio MD eine eventuelle Vertragsstrafe nicht zahlen könnte?

Weil Ihnen jährlich 10 Mio Euro fehlen. Abellio MD dürfte aktuell nicht mal die laufenden Kosten decken können, durch den Rückgang der Fahrgeldeinnahmen.
Was hat den Abellio mit Fahrgeldeinnahmen zu tun? Die bekommen ihr Geld vom Aufgabenträger, egal ob der Zug voll oder leer ist

Re: Dumpingangebote...

geschrieben von: Marienfelde

Datum: 11.09.20 20:44

Matthias Muschke schrieb:
bollisee schrieb:
PS. Was ist eigentlich Volksstimme für ein seltsames Blatt? Mit dem Namen VolksXYZ verbindet sich bei mir eher eine unsängliche Zeit, wo etwa Volksgerichtshof eine Institution war. Wie unsensibel kann man eigentlich bei der Namensgebung sein...
Die heisst schon immer so, selbst in dunkelroter Zeit. Du kannst jetzt natürlich mit der Dringlichkeit einer Umbenennung analog maximal Pigmentierter kontern.
Die Zeitung mit den 4 Buchstaben verkauft aber auch alles als "Volks-"... Google mal die Nanen aller alten Tageszeitungen.


MfG
Zeitungsnamen wie "Volksstimme", "Volksblatt", "Vorwärts" u.ä. deuten meist (so auch hier) auf eine "sozialdemokratische Herkunft" der jeweiligen Zeitung hin.

Nur kurz etwas zum Thema selbst: Abellio hat die Risiken auf der Kostenseite offenbar etwas unterschätzt, evtl. auch dadurch die Ausschreibung gewonnen - und wälzt die eigene Fehleinschätzung jetzt auf die öffentliche Hand ab. Konsequente Marktwirtschaftsfans müßten sich selbstverständlich gegen diese Nachforderungen stellen - der "Mutterkonzern", der mit seiner Tochter in Deutschland Geld verdienen wollte, kann ja stattdessen Geld "nachschießen".

Wenn der Staat das "unternehmerische Risiko" übernimmt, sollte er sich konsequenterweise mit dem Gedanken einer Staatsbahn (die selbstverständlich auch ihre Schwächen hat) anfreunden.

Re: DAS ist nicht albern.

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 11.09.20 20:55

trotzdem würde ich das volle Programm durch ziehen, allein schon als Abschreckung für Nachahmer in dieser Branche

Es steht leider zu befürchten, daß einzig die betroffenen Bahnkunden die Gelackmeierten eines 'vollen Durchzugprogrammes' sein würden. Besteller und Branche werden vermutlich gar nichts lernen. Die stehen sicher nicht morgens um 5 Uhr am Bahnsteig und warten vergeblich auf den Frühzug.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)

Re: Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit

geschrieben von: ICE-T-Fan1

Datum: 11.09.20 21:17

Abellio hat doch eigenes Vertriebssystem mit Fahrkartenautomaten und Verkaufsstellen u.a. in Apolda, Erfurt und Halle.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
------------------------------
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)

Re: Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit

geschrieben von: MD 612

Datum: 11.09.20 21:27

ICE-T-Fan1 schrieb:
Abellio hat doch eigenes Vertriebssystem mit Fahrkartenautomaten und Verkaufsstellen u.a. in Apolda, Erfurt und Halle.
Das ist richtig. Die verrechnen aber, weil Bruttovertrag, die eingenommenen Fahrgelder mit den Bestellerentgelten. Kommen weniger Fahrgelder, gibt es mehr vom Besteller, so dass in Summe immer der gleiche Zugkm-Preis (nämlich der im Verkehrsvertrag vereinbarte) eingenommen wird.

Gruß Peter

Menschen ohne Rückgrat sind anfällig fürs Gehen krummer Wege.
Ernst Ferstl, österreichischer Schriftsteller

Re: Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit

geschrieben von: ICE-T-Fan1

Datum: 11.09.20 21:32

Okay. Dann machen auch unsere Fahrgastbefragungen Sinn, weil Abellio ja ihre eigenen Einnahmen statistisch nachweisen muss.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
------------------------------
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)
ICE-T-Fan1 schrieb:
Okay. Dann machen auch unsere Fahrgastbefragungen Sinn, weil Abellio ja ihre eigenen Einnahmen statistisch nachweisen muss.
Nicht ganz. Für die "eigenen Einnahmen" werden keine statistischen Methoden benötigt,
ein Automat rechnet seine Einnahmen auf Euro und Cent ab, genau so wie jede Verkaufsstelle.
Erhebungen werden regelmäßig benötigt für die Einnahmenaufteilung in Verkehrsverbünden sowie zwischen
verschiedenen Bahngesellschaften, die ihre Fahrkarten gegenseitig anerkennen (im SPNV in Deutschland Standard).

Um etwas Korinthenkackerei zu betreiben:
Anders als MD 612 schreibt,
werden nicht die eingenommenen (kassentechnischen) Fahrgelder dem Bestellerentgelt gegengerechnet,
sondern die zugeschiedenen Erlöse (nach Einnahmenaufteilung).

Aber in der Sache hat MD 612 natürlich recht:
In einem Bruttovertrag kann es einem Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen (EVU) zunächst egal sein,
wie viele Fahrgäste im Zug sitzen, und welche Fahrkarte sie haben
(bzw. ob sie überhaut eine Fahrkarte haben).
Zuweilen gibt es Anreizsysteme
(ob dies bei den Verträgen von Abellio Ostdeutschland zutrifft weiß ich nicht),
die den Aufgabenträger vor Unfähigkeit und Untätigkeit des EVU
bei der Fahrgeldsicherung schützen sollen,
sowie einen Bonus gewähren wenn das EVU mehr Menschen animiert, mit dem Zug zu fahren.

Die Ursache für eine Unzumutbarkeit einer Fortsetzung des Vertrages
wegen nicht erwartetbarer (!) Änderungen der Rahmenbedinungen,
und damit dem Anspruch auf eine Vertragsanpassung gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch,
diese Ursache kann also bei Bruttoverträgen eigentlich nur auf der Kostenseite bestehen.
Mit der Covid-19-Pamdemie hat das also wahrscheinlich nichts zu tun.


Viele Grüße

WDM

Hinweis: Alle Beiträge, welche ich hier im Forum veröffentliche, geben meine private Meinung wieder und nicht zwangsläufig die meines Arbeitgebers,
und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin

Re: Ein Blick in den Norden

geschrieben von: Wolfgang Dietrich Mann

Datum: 11.09.20 22:29

BR146106 schrieb:
Moin,

das Hauptproblem ist ja, wie oft wird so ein Nachschlag öffentlich, denn mir sind eben nur die Westküste und der aktuelle Fall Publik. Wenn man jetzt eventuell noch den Ausschluss von DB Regio bei der Vergabe Hansenetz und in den Stuttgarter Netzen, weil man sich verkalkuliert hat, mit ins Boot nimmt, wären es 4 Fälle, die öffentlich geworden sind, weil man eben nicht sauber gerechnet hat. Alles andere rollt mehr oder weniger ruhig durch die Landschaft.

gruß carsten
War da bei Agilis in Bayern nicht auch was?


Viele Grüße

WDM

Hinweis: Alle Beiträge, welche ich hier im Forum veröffentliche, geben meine private Meinung wieder und nicht zwangsläufig die meines Arbeitgebers,
und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin

Agilis 2016

geschrieben von: SEE 238

Datum: 11.09.20 23:14

Zitat
War da bei Agilis in Bayern nicht auch was?
Daran musste ich auch denken. Damals wurde es in den Medien sogar als explizit "Drohung" betitelt. Agilis begründete den Nachschussbedarf mit zu Fernbussen abwandernden Fahrgästen. Die Liberalisierung des Fernbusmarktes sei bei Vertragsabschluss 2007 nicht absehbar gewesen.
Offenbar handelt es sich bei den Verträgen – anders als bei Abellio Mitteldeutschland – also nicht um Bruttoverträge.
Wie genau die Sache ausgegangen ist, habe ich auf die Schnelle nicht herausgefunden. Jedenfalls ist Agilis mit dem Netz Nord wiederholt Spitzenreiter im BEG-Qualitätsranking – zum ersten Mal wurden 100 Punkte im Messsystem erreicht.

Viele Grüße
SEE 238



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 23:15.

Bündnis für Abellio MD, warum nicht?

geschrieben von: ICE-T-Fan1

Datum: 12.09.20 00:40

Ich würde mitmachen. Ich bin zwar etwas parteiisch, da ich im Auftrag von Abellio MD Fahrgastbefragungen mache. Aber auch privat kann ich mich mit dem Unternehmen identifizieren. Freundliches Personal, ziemlich pünktliche Züge, zumeist saubere Züge und angenehme Fahrzeuge.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
------------------------------
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)

Re: Volks...

geschrieben von: smt-dd

Datum: 12.09.20 08:03

Was ist dann mit Volkswagen?

Man soll mal die Kirche im Dorf lassen.
Ist wie die sinnbefreite Genderisierung der Sprache.

Abellio MD mit Finanzproblemen

geschrieben von: tmmd

Datum: 12.09.20 09:27

Das Thema mit den Nachforderungen soll auch im Landtag behandelt werden, wie mir ein Landtagsabgeordneter eben bestätigte.

Ich denke, man wird sich da auch noch an die Startschwierigkeiten erinnern, die damals bereits bei zahlreichen Landtagsabgeordneten sauer aufstießen.

Re: Ein Blick in den Norden

geschrieben von: tmmd

Datum: 12.09.20 09:41

BR146106 schrieb:
Moin,

das Hauptproblem ist ja, wie oft wird so ein Nachschlag öffentlich, denn mir sind eben nur die Westküste und der aktuelle Fall Publik. Wenn man jetzt eventuell noch den Ausschluss von DB Regio bei der Vergabe Hansenetz und in den Stuttgarter Netzen, weil man sich verkalkuliert hat, mit ins Boot nimmt, wären es 4 Fälle, die öffentlich geworden sind, weil man eben nicht sauber gerechnet hat. Alles andere rollt mehr oder weniger ruhig durch die Landschaft.

gruß carsten
Die Städtebahn nicht vergessen, die plötzlich gezwungen war die Dumpinglöhne massiv zu erhöhen und dann pleite ging. Dort war es aber nur ein kleines Netz, hier betrifft es jetzt ein recht umfangreiches Netz, das von Wolfsburg bis Eisenach reicht und wovon Strecken in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen (nur ein kleines Stück) betroffen wären.

Eigentlich kann das Land Sachsen-Anhalt hier durchaus zu harten Bandagen greifen, denn dann gerät die NS massiv unter Druck. Sie wäre dann gezwungen von ihrer Seite aus Mittel nachzuschießen. Täte sie es nicht, bräuchten ihre Töchter sich wohl in Zukunft nirgends mehr bewerben. Und schaut man sich die Probleme in anderen Netzen an, gerade unten in BaWü, kann man wohl jetzt schon ausrechnen, wann Abellio auch hier Nachforderungen stellt, weil die Kosten für Leihfahrzeuge und Leihpersonal sowie die Strafzahlungen für Zugausfälle ihre bisherige Kalkulation durcheinander bringen.

Um das Personal von Abellio MD braucht man sich aber wohl keine Sorgen zu machen. Wer auch immer im Falle einer Insolvenz dann einspringt, braucht ebenso Personal.

Ja eben, gab's da keine Patronageerklärung

geschrieben von: VT

Datum: 12.09.20 09:59

War es dort nicht so, dass es genau für den Fall Patronageerklärungen des Mutterkonzerns in den Ausschreibungen vorzulegen sind?

Re: Dumpingangebote...

geschrieben von: kmueller

Datum: 12.09.20 10:34

Marienfelde schrieb:
Abellio hat die Risiken auf der Kostenseite offenbar etwas unterschätzt, evtl. auch dadurch die Ausschreibung gewonnen - und wälzt die eigene Fehleinschätzung jetzt auf die öffentliche Hand ab. Konsequente Marktwirtschaftsfans müßten sich selbstverständlich gegen diese Nachforderungen stellen - der "Mutterkonzern", der mit seiner Tochter in Deutschland Geld verdienen wollte, kann ja stattdessen Geld "nachschießen".
Oder Konkurs der betreffenden Gesellschaft anmelden. Nur müßte dieses Prinzip dann für alle Bahn- (und Flug- und Bus-)Gesellschaften gelten. Warum wird es nicht schon längst praktiziert?

Landesbahnen

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 12.09.20 12:12

Als 'echte' Landesbahn würde ich mir in Ba-Wü eine flächendeckende Zuständigkeit wünschen. Von Mannheim bis Friedrichshafen und von Lörrach bis Crailsheim. Komplett mit landeseigenen Fahrzeugen und Werken und eigenem Personal des Öffentlichen Dienstes. Meinetwegen können auch alle Regionalbahnhöfe in Landeshand übergehen.

Schluss mit den Betreiberübergaben zu einem bestimmten Stichtag X mit all den typischen 'spannenden' Begleiterscheinungen. Statt dessen weichere, fließendere Übergänge bei neu anzuschaffenden Fahrzeuggenerationen, homogene Ineinanderverzahnungen statt harter Schnitte. Insgesamt mehr Ruhe, Beständigkeit und v.a. eine vorausschauendere, nachhaltigere Denke statt nur begrenzt auf 12 Jahre. Kein gegenseitiges Ausstechen unter Konkurrenten, sondern eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Landesverkehrsministerium mit Landesbahn, zielführend Hand in Hand statt gegeneinander.

Könnte einen Schluck teurer werden, dafür aber kein Verfrühstücken von Dividenden-Gewinnen mehr.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)

Re: Landesbahnen

geschrieben von: Bernd Sandmann

Datum: 12.09.20 17:10

Alibizugpaar schrieb:
Als 'echte' Landesbahn würde ich mir in Ba-Wü eine flächendeckende Zuständigkeit wünschen. Von Mannheim bis Friedrichshafen und von Lörrach bis Crailsheim. Komplett mit landeseigenen Fahrzeugen und Werken und eigenem Personal des Öffentlichen Dienstes. Meinetwegen können auch alle Regionalbahnhöfe in Landeshand übergehen.

Schluss mit den Betreiberübergaben zu einem bestimmten Stichtag X mit all den typischen 'spannenden' Begleiterscheinungen. Statt dessen weichere, fließendere Übergänge bei neu anzuschaffenden Fahrzeuggenerationen, homogene Ineinanderverzahnungen statt harter Schnitte. Insgesamt mehr Ruhe, Beständigkeit und v.a. eine vorausschauendere, nachhaltigere Denke statt nur begrenzt auf 12 Jahre. Kein gegenseitiges Ausstechen unter Konkurrenten, sondern eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Landesverkehrsministerium mit Landesbahn, zielführend Hand in Hand statt gegeneinander.

Könnte einen Schluck teurer werden, dafür aber kein Verfrühstücken von Dividenden-Gewinnen mehr.
Das gab's schon mal, sogar bundesweit von Flensburg bis Passau, nannte sich Bundesbahn. Mit einem obersten verantwortlichen Verkehrsminister, der sich auch für den Eisenbahnverkehr interessieren würde, anstelle der üblichen Autobahnminister, könnte das auch prima funktionieren......
Wenn ich 100 Mio. € fordere haben sich diese Verluste nicht erst in den letzten Monaten angesammelt, zumal die Aufgabenträger ja weiter zahlen. Da stimmt strukturell etwas nicht und es stellt sich die Frage, wer da die ganze Zeit in Vorkasse gegangen ist und ob man hier schon von Insolvenzverschleppung reden kann.

Re: Landesbahnen

geschrieben von: Wolfgang Dietrich Mann

Datum: 12.09.20 21:37

Bernd Sandmann schrieb:
Alibizugpaar schrieb:
Als 'echte' Landesbahn würde ich mir in Ba-Wü eine flächendeckende Zuständigkeit wünschen. Von Mannheim bis Friedrichshafen und von Lörrach bis Crailsheim. Komplett mit landeseigenen Fahrzeugen und Werken und eigenem Personal des Öffentlichen Dienstes. Meinetwegen können auch alle Regionalbahnhöfe in Landeshand übergehen.

Schluss mit den Betreiberübergaben zu einem bestimmten Stichtag X mit all den typischen 'spannenden' Begleiterscheinungen. Statt dessen weichere, fließendere Übergänge bei neu anzuschaffenden Fahrzeuggenerationen, homogene Ineinanderverzahnungen statt harter Schnitte. Insgesamt mehr Ruhe, Beständigkeit und v.a. eine vorausschauendere, nachhaltigere Denke statt nur begrenzt auf 12 Jahre. Kein gegenseitiges Ausstechen unter Konkurrenten, sondern eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Landesverkehrsministerium mit Landesbahn, zielführend Hand in Hand statt gegeneinander.

Könnte einen Schluck teurer werden, dafür aber kein Verfrühstücken von Dividenden-Gewinnen mehr.
Das gab's schon mal, sogar bundesweit von Flensburg bis Passau, nannte sich Bundesbahn. Mit einem obersten verantwortlichen Verkehrsminister, der sich auch für den Eisenbahnverkehr interessieren würde, anstelle der üblichen Autobahnminister, könnte das auch prima funktionieren......
Der Idee von Landesbahnen* und einer Überwindung der mit dem Wettbewerb im SPNV
(unvermeidbar!) verbundenen Probleme kann ich vieles abgewinnen.
Insoweit stimme ich mit Alibizugpar überein.
Ich bin mir dabei bewusst, dass mein Arbeitgeber (DB Regio AG)
dabei seine bisherige Rolle weitgehend verlieren wird;
siehe dazu auch mein Zwischenruf in Folge 109 der GRV-Nachrichten, Seite 27 [www.grv-ev.de].

Eine bundesweite Organisation für den SPNV hatte bei der Bundesbahn nicht funktioniert
und lässt auch in der Gegenwart und der Zukunft keine Verheißung erkennen.
Es geht um die Übereinstimmung der politischen Zuständigkeit für eine Aufgabe (hier SPNV)
und der Trägerschaft der Verwirklichung.

* Es können Landesbahnen sein,
in einigen Bundesländern wird die Zuständigkeit für den SPNV indes (verfassungsbegründet)
auf der kommunalen Ebene gesehen,
und dort sind kommunale Zweckverbände als SPNV-Aufgabenträger institutionalisiert
(Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen).
Es gibt auch Mischformen (Baden-Württemberg und Niedersachsen),
wo ein Teil der Zuständigkeit auf der kommunalen Ebene gesehen wird
(S-Bahn Stuttgart und Großraumverkehre Hannover und Braunschweig),
und der Rest vom Land getragen wird (NVBW und LNVG).

Nun sind die Aufgabenträgergebiete sehr unterschiedlich groß,
daher würde ich die Landes- bzw. Aufgabenträgerbahnen
nicht zwingend an die Größe des betreffenden Gebietes koppeln.
Bei größeren Aufgabenträgern kann es sinnvoll sein, mehrere Bahngesellschaften zu bilden
(einschließlich der Möglichkeit, diese dann einem wirtschaftlichen Betriebsvergleich zu unterwerfen),
ebenso wie es sinnvoll sein kann,
dass mehrere kleine Aufgabenträger eine gemeinsame Bahngesellschaft zu bilden.

Dringend abraten würde ich von der Idee,
diese Aufgabenträgerbahnen nach den Prinzipien des Öffentlichen Dienstes zu organisieren
(Zitat Alibizugpaar "eigenem Personal des Öffentlichen Dienstes"),
bis hin zu den "hergebrachten Prinzipien des Berufsbeamtentums".
Viele kommunale Verkehrsbetriebe, vorallem in Großstädten, liefern die Blaupause:
In öffentlichem Besitz, aber in einer Legalstruktur als Wirtschatsunternehmen (AG oder GmbH).


Viele Grüße

WDM

Hinweis: Alle Beiträge, welche ich hier im Forum veröffentliche, geben meine private Meinung wieder und nicht zwangsläufig die meines Arbeitgebers,
und auch nicht unbedingt die Meinung der Gesellschaft für Rationale Verkehrspolitik e.V., in deren Vorstand ich bin

Re: Landesbahnen

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 13.09.20 14:06

Ja, von der Bundesbahn habe ich tatsächlich schon mal gehört. Den Regionalverkehr muß man aber nicht unbedingt wieder auf Bundesebene legen, wo die Länder sicher einen kürzeren Draht zu ihren Bürgern und Kommunalverwaltungen haben. Die DB neigt zudem zu aufgedunsenen Verwaltungskonstrukten. Feste Knoten, die man nie wieder auseinander kriegt. Aber es würde schon reichen, wenn bei einer Landesbahn Niedersachsen beim Engpass mal sehr kurzfristig Triebwagen von Cuxhaven nach Goslar ausgeliehen werden können, Personale der S-Bahn Hannover auch den RE Braunschweig - Bielefeld fahren - Mensch was gäbe das für eine schöne Abwechslung. Und daß ein Dispo-Dieseltriebwagen spontan von Hannover nach Wolfsburg fährt, wenn der elektrische RE ausfällt. Das scheitert heute alles an fehlenden Zuständigkeiten unterschiedlicher EVU's.

Ich hasse zersplitterte Fuhrparks. Ich träume davon, daß selbst ein großes Flächenland mit nur etwa drei Fahrzeugtypen auskommt (S-Bahnsysteme gehen extra). Ländernachbarn wie Saarland/Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt/Thüringen könnten sich natürlich zu einer gemeinsamen Landesbahn zusammenschließen, dort wo es sinnvoll erscheint. Je größer der Fahrzeugpark, um so günstiger werden Einkauf und Unterhalt.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)

Re: Landesbahnen

geschrieben von: De David

Datum: 13.09.20 14:12

Und vorallem kommt noch dazu, daß die Landesbahnen nicht die Fehltentwicklung der Aufteilung und des gegeneinander arbeitens über das gesetzlich absolut notwendige (EVU und EIU) gemacht haben. D.h. umso mehr SPNV bedingte Standorte die Landesbahn hat, umso mehr kann sie auch im Güterverkehr machen. So als zusätzliches Standbein.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: Landesbahnen

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 13.09.20 14:24

Dringend abraten würde ich von der Idee, diese Aufgabenträgerbahnen nach den Prinzipien des Öffentlichen Dienstes zu organisieren (Zitat Alibizugpaar "eigenem Personal des Öffentlichen Dienstes"), bis hin zu den "hergebrachten Prinzipien des Berufsbeamtentums".
Viele kommunale Verkehrsbetriebe, vorallem in Großstädten, liefern die Blaupause: In öffentlichem Besitz, aber in einer Legalstruktur als Wirtschatsunternehmen (AG oder GmbH).


Ich muß zugeben, daß ich keine Ahnung habe von den verschiedenen Tarifgestaltungsmöglichkeiten, abhängig von unterschiedlichen Unternehmensstrukturen. Die kleinen Göttinger Stadtbus-Verkehrsbetriebe werden auch als AG geführt mit den Stadtwerken als Eigentümer. Mir ist einzig wichtig, daß es auskömmlich gut bezahlte Jobs gibt ohne Ausnutzung von Schlupflöchern hin zu konspirativ anmutenden Sub-sub-sub-Konstrukten mit Billigjobs und endlosen Zeitverträgen. Ich habe vor 20 Jahren an Wochenenden Tf von DB-Regio begleitet. Da wurden die Personale der S-Bahn Hannover auch mit Regios bis nach Hamburg, Bremen, Rheine, Bielefeld, Göttingen, Bad Harzburg, Helmstedt und Wolfsburg eingesetzt = diese Flexibilität fand ich super abwechslungsreich. Es macht den Job des Eisenbahners ein ganzes Stück interessanter. Die Zuständigkeitsbereiche dürfen also nicht zu klein und eng gestrickt werden.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)

Re: Landesbahnen

geschrieben von: Partycrasher

Datum: 13.09.20 16:43

Alibizugpaar schrieb:
Ländernachbarn wie Saarland/Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt/Thüringen könnten sich natürlich zu einer gemeinsamen Landesbahn zusammenschließen, dort wo es sinnvoll erscheint. Je größer der Fahrzeugpark, um so günstiger werden Einkauf und Unterhalt.
Ok. Und wie willst Du den Verkehr organisieren, der über den Ländergrenzen hinweg verkehrt? Man könnte ja ein Unternehmen gründen, welches den gesamten Regionalverkehr durchführt.... Ach nee, dass wäre dann ja doch wieder wie früher...

Die ganzen Zersplitterungen mit Dutzenden EVU´s haben doch erst die Probleme gebracht weil alles nur über den Preis ging/geht.

Re: Landesbahnen

geschrieben von: De David

Datum: 13.09.20 17:15

Genau so wie es heute schon läuft. Die Länderübergreifenden Verkehre werden von den beteiligten Ländern gemeinsam ausgeschrieben, wobei natürlich eines die Führung hat. Also würde es dann mit Landesbahn so laufen, daß das was heute die Ausschreibung führt, die Landesbahn stellt, und dann eben mit den anderen verhandelt was man haben will und wie und überhaupt.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: Landesbahnen

geschrieben von: kmueller

Datum: 13.09.20 17:48

Alibizugpaar schrieb:
Ja, von der Bundesbahn habe ich tatsächlich schon mal gehört. Den Regionalverkehr muß man aber nicht unbedingt wieder auf Bundesebene legen, wo die Länder sicher einen kürzeren Draht zu ihren Bürgern und Kommunalverwaltungen haben. Die DB neigt zudem zu aufgedunsenen Verwaltungskonstrukten. Feste Knoten, die man nie wieder auseinander kriegt. Aber es würde schon reichen, wenn bei einer Landesbahn Niedersachsen beim Engpass mal sehr kurzfristig Triebwagen von Cuxhaven nach Goslar ausgeliehen werden können, Personale der S-Bahn Hannover auch den RE Braunschweig - Bielefeld fahren - Mensch was gäbe das für eine schöne Abwechslung.
Wie schaffen es eigentlich die Schweizer, bei ICE- oder TGV-Ausfall ab Basel einen Ersatzzug loszuschicken? Ähnliches habe ich auch schon in Salzburg beobachtet.

(die Schweiz ist sogar kleiner als Niedersachsen; Österreich einwohnermäßig auch)

auch von Thüringen wird Geld gefordert

geschrieben von: Harzreise

Datum: 15.09.20 06:09

Abellio verhandelt auch mit dem Freistaat Thüringen um mehr Geld.

[www.thueringer-allgemeine.de] (Bezahlschranke)

[www.otz.de]
Mit strukturellen Ursachen gehe ich mit. Die 100 Mio. EUR beziehen sich auf die gesamte Vertragslaufzeit, die die Zukunft einschließt. Das Unternehmen scheint das jährliche Defizit gut kalkulieren zu können.
Das Insolvenzrecht hat die Bundesregierung wegen Corona ausgehebelt. Im Moment wird Abellio noch genug Substanz haben (Fahrzeuge, Werkstatt). Irgendwann ist das aufgezehrt und deshalb wird um höhere Zuschüsse verhandelt.
Harzreise schrieb:
Mit strukturellen Ursachen gehe ich mit. Die 100 Mio. EUR beziehen sich auf die gesamte Vertragslaufzeit, die die Zukunft einschließt. Das Unternehmen scheint das jährliche Defizit gut kalkulieren zu können.
Das Insolvenzrecht hat die Bundesregierung wegen Corona ausgehebelt. Im Moment wird Abellio noch genug Substanz haben (Fahrzeuge, Werkstatt). Irgendwann ist das aufgezehrt und deshalb wird um höhere Zuschüsse verhandelt.
Guten Morgen Forengemeinde,

ich habe eine Frage zur Substanz. Was liegt denn überhaupt im Eigentum von Abellio Mitteldeutschland. Fahrzeuge sind nach meinem Kenntnisstand geleast, Werkstatt?, Grundstücke?, Verwaltungsgebäude?
Würde denn überhaupt etwas da sein, was annähernd über mehrere Millionen € geht?

Warum frage ich.
Wenn es Substanz geben würde, könnten sich ja die Länder (da ich auch gerade etwas von Thüringen gelesen habe), mit der Auszahlung der Nachforderung Firmenanteile erwerben und damit den Grundstein für eine zukünftige Länderbahn legen. Nur mal so überlegt/geträumt/befürchtet.

Ich hoffe das gibt nicht wieder so ein Theater wie am Start. Denn nun werden sich einige Personale nach sichereren Alternativen umschauen. :-(

Fröhliches Schaffen
PG

Weil es entsprechende Reserven gibt

geschrieben von: BR146106

Datum: 15.09.20 13:55

Moin,

und es nicht nur ums Geld geht. Allerdings müssen diese Reserven dann auch entsprechend dort sein, wo man Sie braucht. Ich glaube das man binen 5 Minuten es auch nicht schafft, einen solchen Ersatzzug loszuschicken. Also brauchen auch diese Bahnen ein wenig Vorlauf.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]
PeGe schrieb:
Zitat:
Ich hoffe das gibt nicht wieder so ein Theater wie am Start. Denn nun werden sich einige Personale nach sichereren Alternativen umschauen. :-(
Hallo,

mal abgesehen davon dass diese Insolvenzfantasien die hier bei DSO in den Raum gestellt werden total unrealistisch und weltfremd sind, die Frage warum sollte sich das Personal alternativ umschauen? Was soll hier immer diese Panikmacherei?

Der Arbeitsplatz bleibt doch bestehen, unabhängig davon wer dort fährt. Die Aufgabenträger schreiben heute sogar die Mitarbeiterübernahme vor. Dazu gibt es ein Flächentarifsniveau im deutschen SPNV.
Also bitte warum sollte man sich da umschauen? Sicherer als der jetzige Arbeitsplatz (und das ist ja nur vom Netz und nicht vom EVU abhängig) geht doch nicht, es sei denn man wohnt gar nicht in Nähe der Einsatzstelle und hat was näheres in Aussicht.

Re: Landesbahnen

geschrieben von: Alibizugpaar

Datum: 17.09.20 19:42

Verstehe die Frage nicht so ganz. Der länderüberschreitende RE fährt dann genau so wie heute schon z.B. der RE Erfurt - Sangerhausen - Magdeburg.

In anderen Fällen, wo es keine gemeinsame Landesbahn gibt einigt man sich ganz einfach und stellt fest, welches Bundesland für die Bedienung federführend zuständig ist. Auch das macht man heute schon so. Nachbarländer B und C, die von einer RE Linie des Landes A in ihrem Bereich einen Nutzen haben bezahlen das Land A anteilig dafür,Beispiel Saarbrücken - Mainz - Frankfurt. Allermeistens werden Linien an einem sinnvollen Knotenpunkt nicht zu fern ab von den Zuständigkeitsgrenzen gebrochen. So fahren Züge aus Hessen und Thüringen in Niedersachsen nur bis Göttingen und nicht weiter bis Hannover.

Daran wird das alles nicht scheitern.

Gruß, Olaf

(,“)
< />
_/\_
Was ist eigentlich eine Frau: Eine Frau ist ein Raum-Zeit-Kraftwerk, welches gigantische kinetische Energien aufbringt, ihre wahren Maße im Raum zu verbergen oder zu ihrem Vorteil zu krümmen - das machen die.
(Bernhard Hoecker in einer Harald Lesch-Parodie)
Was schreiben due Länder denn genau vor?
Wenn ein EVU mit ETV kommen würde, würden sich die Mitarbeiter aber wohl erstmal umsehen...

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: auch von Thüringen wird Geld gefordert

geschrieben von: Piko-Schaffner

Datum: 18.09.20 00:25

Harzreise schrieb:
Abellio verhandelt auch mit dem Freistaat Thüringen um mehr Geld.

[www.thueringer-allgemeine.de] (Bezahlschranke)

[www.otz.de]
Hier geht es um zwei Dinge: Corona-Mindereinnahmen einerseits und Tarif- und Ausbildungskosten andererseits.

Der erste Punkt ist aus meiner Sicht berechtigt (und zwar für alle EVU), hier wären Ausgleichszahlungen gerecht.

Den zweiten Punkt halte ich für frech, denn solche Kosten (auch steigende Tariflöhne) sind meiner Meinung nach bereits bei der Abgabe des Angebots auf die Ausschreibung einzupreisen. Gab es dazu einen Passus in der Ausschreibung? Ich konnte sie online nicht mehr auffinden.

--
Mit freundlichen Grüßen:
der Piko-Schaffner
http://up.picr.de/22523230ce.jpg
De David schrieb:
Was schreiben due Länder denn genau vor?
Wenn ein EVU mit ETV kommen würde, würden sich die Mitarbeiter aber wohl erstmal umsehen...
In vielen Ländern wird genau Bundesrahmentarif und Branchentarif als Untergrenze vorgegeben.
Baden-Württemberg erlaubt natürlich (weil das eigene EVU peinlicherweise als einziges ernstzunehmendes SPNV-EVU nicht einen der beiden Flächentarife hat) auch den Busfahrertarifvertrag ETV.
Bei einem anderen baden-württembergischen EVU gibt es dazu ja wenigstens die Wahlmöglichkeit. Da kann jeder wählen.
Bei der großen baden-württembergischen Staatsbahn kann man das nicht.

Unabhängig davon haben alle ernstzunehmenden EVU mindestens einen dieser Flächentarifverträge und damit hat man das gleiche Geld wie vorher.
Abgesehen von deinem EVU würde man überall sonst dafür kämpfen dass der Steinzeit-ETV wegkommt oder es eine Wahlmöglichkeit gibt (wie z. B. in Karlsruhe).
Staatsbahn schrieb:
PeGe schrieb:
Zitat:
Ich hoffe das gibt nicht wieder so ein Theater wie am Start. Denn nun werden sich einige Personale nach sichereren Alternativen umschauen. :-(
Hallo,

mal abgesehen davon dass diese Insolvenzfantasien die hier bei DSO in den Raum gestellt werden total unrealistisch und weltfremd sind, die Frage warum sollte sich das Personal alternativ umschauen? Was soll hier immer diese Panikmacherei?

Der Arbeitsplatz bleibt doch bestehen, unabhängig davon wer dort fährt. Die Aufgabenträger schreiben heute sogar die Mitarbeiterübernahme vor. Dazu gibt es ein Flächentarifsniveau im deutschen SPNV.
Also bitte warum sollte man sich da umschauen? Sicherer als der jetzige Arbeitsplatz (und das ist ja nur vom Netz und nicht vom EVU abhängig) geht doch nicht, es sei denn man wohnt gar nicht in Nähe der Einsatzstelle und hat was näheres in Aussicht.
(Hervorhebungen im zitierten Text von mir)

Hallo,
ich war nicht von einer Insolvenz ausgegangen, sondern dass eine Unterstützung/Nachzahlung oder ähnliches durch das Land so läuft wie damals bei der Commerzbank, als der Staat im Gegenzug Anteile am Unternehmen übernommen hat.

Zum Personal -ich gehe auch davon aus, daß die Arbeitsplätze sicher sind. Nur solche Aktionen schaffen Unruhe. Potentielle Bewerber entscheiden sich schneller anders und Personal, welches sowieso nicht ganz zufrieden ist, ist eher geneigt zu gehen. Kurz gesagt, die Fluktuation erhöht sich in der nächsten Zeit.


edit:
Buchstaben gekauft

Fröhliches Schaffen
PG




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.09.20 17:14.
PeGe schrieb:
Zitat:
(Hervorhebungen im zitierten Text von mir)

Hallo,
ich war nicht von einer Insolvenz ausgegangen, sondern dass eine Unterstützung/Nachzahlung oder ähnliches durch das Land so läuft wie damals bei der Commerzbank, als der Staat im Gegenzug Anteile am Unternehmen übernommen hat.

Zum Personal -ich gehe auch davon aus, daß die Arbeitsplätze sicher sind. Nur solche Aktionen schaffen Unruhe. Potentielle Bewerber entscheiden sich schneller anders und Personal, welches sowieso nicht ganz zufrieden ist, ist eher geneigt zu gehen. Kurz gesagt, die Fluktuation erhöht sich in der nächsten Zeit.


edit:
Buchstaben gekauft
Hallo,

am Unternehmen hat der Staat doch schon über die Muttergesellschaft alle Anteile und das als einer der reichsten Staaten Europas.

Natürlich erhöht sich Fluktuation, auch wegen nicht nachvollziehbarer Panik. Die Arbeit bleibt, aber es entsteht trotzdem immer eine gewisse Panik und das ist das was warum es heute so oft nach Betreiberwechseln riesige Probleme gibt.
Das könnte man natürlich lösen indem man die Personale direkt beim Bundesland anstellt und dann den Betreibern zur Verfügung stellt, wie man das ja jetzt auch schon oft mit Fahrzeugen und Werkstätten macht. Wettbewerb um die besten Konzepte.
Vorteil wäre auch (Personalmangelzeit) dass man insgesamt weniger Personal braucht, wenn es flexibel einsetzbar ist und gleichzeitig würde es attraktiver als irgendwelche langweiligen Mininetze.

Re: auch von Thüringen wird Geld gefordert

geschrieben von: Piko-Schaffner

Datum: 21.09.20 11:10

Piko-Schaffner schrieb:
Den zweiten Punkt halte ich für frech, denn solche Kosten (auch steigende Tariflöhne) sind meiner Meinung nach bereits bei der Abgabe des Angebots auf die Ausschreibung einzupreisen. Gab es dazu einen Passus in der Ausschreibung? Ich konnte sie online nicht mehr auffinden.
Ist diese Ausschreibung noch irgendwo einsehbar?

--
Mit freundlichen Grüßen:
der Piko-Schaffner
http://up.picr.de/22523230ce.jpg
Staatsbahn schrieb:
Das könnte man natürlich lösen indem man die Personale direkt beim Bundesland anstellt und dann den Betreibern zur Verfügung stellt, wie man das ja jetzt auch schon oft mit Fahrzeugen und Werkstätten macht. Wettbewerb um die besten Konzepte.
Vorteil wäre auch (Personalmangelzeit) dass man insgesamt weniger Personal braucht, wenn es flexibel einsetzbar ist und gleichzeitig würde es attraktiver als irgendwelche langweiligen Mininetze.
Interessanter Ansatz. Das mit der Abwechslung und damit das Einstellen auf immer neue Strecken, [DB-/Verbund-/Haus-]Tarife wird aber nach meiner Einschätzung nicht von allen Personalen gewollt sein. Manche ZuBs haben schon auf ihrem Mininetz Mühe, halbwegs alles Verkehrsbezügliche zu wissen und erfahren Neuheiten zuweilen von den Fahrgästen ... analog die Tfs mit den betrieblichen Besonderheiten auf den Strecken. Manche wollen fahren, was sie können, und sich nicht immer wieder neuen Gegebenheiten stellen. Von der Qualifikation her kann man das theoretisch erwarten ... aber Theorie und Praxis sind eben verschiedene Paar Schuhe.

--
Mit freundlichen Grüßen:
der Piko-Schaffner
http://up.picr.de/22523230ce.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.09.20 11:37.