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Die Thüringer Landesregierung will das bisherige Südthüringer Dieselnetz ab Ende 2028 komplett für Wasserstoffzüge ausschreiben (4,2 Millionen Zug-km). Die Schwarzatalbahn fährt ab 2022 Regelbetrieb mit Coradia iLint.

[www.insuedthueringen.de]
Moin,

hoffentlich verrennt sich die Landesregierung da nicht. Mehrere Besteller haben inzwischen erkannt, dass Wasserstoff auch nicht das Gelbe vom Ei ist.

Gruß

ergänzende Informationen

geschrieben von: kabelschmidt

Datum: 31.07.20 11:18

Zusammenfassung Thüringer Wasserstoffstrategie (pdf)

Ein Weimarer Professor zum Thema (pdf, mir gefällt Folie 21 mit den Schema)

Ein Thema speziell in Thüringen ist sicher der geringe Anteil an elektrifierten Strecken. Während man zum Beispiel Erfurt - Arnstadt - Saalfeld oder Jena-Saalbf - Pößneck mit Akkus überbrücken kann, sieht es woanders schlechter aus.

Gruß
kabelschmidt
(Berliner mit Thüringer Migrationshintergrund)
Gerade in Hinblick auf potentielle Ausweichstrecken für den Fernverkehr bei Störungen wäre die Elektrifizierung von Neudietendorf–Arnstadt–Suhl–Grimmenthal–Schweinfurt mit Grimmenthal–Meiningen durchaus sinnvoller. Dann könnte man die RE7 Erfurt–Würzburg, RB40 Meiningen–Schweinfurt und RB42 Erfurt–Meiningen komplett elektrisch fahren. Auch die mögliche Verlängerung Grimmenthal–Eisfeld–Coburg sollte dann elektrifiziert werden.

Dann bräuchte man nur noch Plaue–Ilmenau, Arnstadt–Saalfeld*, Eisfeld–Sonneberg und Sonneberg–Lauscha–Neuhaus mit Akku/H2-Triebwagen überbrücken.

Langfristig sollte dann auch die Strippe von Meiningen über Bad Salzungen nach Eisenach gezogen werden, um die Werrabahn komplett elektrisch fahren zu können. Das wäre aber eher ein Projekt für die 2030er.

* Die Strecke über Stadtilm würde ich nicht elektrifizieren, da Fern- und Güterverkehr ja zukünftig auch Erfurt–Weimar–Göschwitz–Saalfeld fahren kann.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
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"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.20 11:30.
Elektrifizierung in diesem Ausmaß ist Pufferküsser-Träumerei, das ist weder politisch gewollt noch finanzierbar, leider.
Ich würde es nicht so düster sehen. Über kurz oder lang wird es keine Dieselmotoren mehr im Eisenbahnverkehr geben und dann ist die Frage, welche Variante langfristig wirtschaftlicher ist: Akku-Triebwagen für den Dauereinsatz mit entsprechend Instandhaltungskosten durch regelmäßigen Austausch der Akkumulatoren oder einmalige hohe Investitionen in die Oberleitung und die Instandhaltungskosten für die Oberleitung und die dazugehörigen Unterwerke.

Da ich nicht in der Materie bin, kann ich die Frage nicht beantworten. Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass die Oberleitung die auf Dauer günstigere Lösung ist. Zumal diese Strecke ja durchaus Potential für Güterverkehr hat, wenn auch durch die Anstieg mit begrenzter Nutzlast.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
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"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.20 15:44.
Vielleicht setzt sich nach dem Batterie Hype mal wieder gesunder Menschenverstand durch und stellt fest, daß der Diesel bei der Bahn mehr Lösung als Problem ist!

Frank aus der Prignitz
Die Abhängigkeit von der Öllieferung aus anderen Ländern ist sicherlich keine dauerhaft günstige Lösung. Die USA sabotieren ja fleißig die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland als größten Energielieferanten und den europäischen Ländern. Der Nahe Osten ist auch kein Hort von Friedfertigkeit und Stabilität und Venezuela geht gerade politisch den Bach herunter. Ich würde sagen, wir sollten so schnell es irgendwie wirtschaftlich vertretbar ist von fossilen Energieträgern weg kommen und unsere Abhängigkeit von Verträgen mit despotischen Drittstaaten los werden.

Ja sicherlich kann man mit entsprechendem technischen Aufwand und entsprechenden Umwandlungsverlusten auch aus regenerativen Energiequellen flüssige Brennstoffe herstellen. Ich würde nur bezweifeln, dass dies auf Dauer wirtschaftlich ist. Der billigste Weg der Nutzung elektrischer Energie ist die direkte Anlieferung über Versorgungsleitungen.

Akkus und H2-Herstellung und ggf. noch Power-to-Gas werden langfristig die technisch sinnvollsten (zu Oberleitungen alternativen) Lösungen bei der Bereitstellung von Energie für das Transportwesen sein.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
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"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.20 15:53.
Frank Schönow schrieb:
Vielleicht setzt sich nach dem Batterie Hype mal wieder gesunder Menschenverstand durch und stellt fest, daß der Diesel bei der Bahn mehr Lösung als Problem ist!
In welcher Welt lebst Du? Diesel hat keine Zukunft, weder fürs Auto noch für Züge. Der Ausstieg ist unvermeidlich. Dem Klima ist es egal, ob da auf Schienen oder Straßen gefahren wird.
Frank Schönow schrieb:
Vielleicht setzt sich nach dem Batterie Hype mal wieder gesunder Menschenverstand durch und stellt fest, daß der Diesel bei der Bahn mehr Lösung als Problem ist!
Auch wenn der Diesel vermutlich nicht so schnell verschwinden wird, wie einige sich das wünschen/herbeiprophezeien, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass in 10 Jahren noch Dieseltriebwagen neu gebaut oder in Betrieb genommen werden.
Mittelfristig wird man da andere Lösungen anstreben. Ich tippe eher auf Batterien als auf Wasserstoff. Die werden immer besser und billiger. Mittlerweile ist man in der Größenordnung 150€/kWh und drunter. Vor wenigen Jahren waren das noch >400€/kWh. Mit 2000 kWh kommt man in einem Triebzug schon ganz schön weit (Schätze >4h und an den Wendebahnhöfen kann man 'nachtanken', wenn die Zellen unter 60% Ladestand sind, vertragen sie 2C Laderate recht gut, 1C geht bis 80% eigentlich immer, insbesondere bei den Lithium Eisen Phosphat Zellen). Das wären gerade mal 300k€ bei einem ~5 Mio Triebzug. Bei 5kg/kWh wären das 10t Batterie. In einem 80t Fahrzeug OK.
Um schwere Dieselloks zu ersetzen wird das mit Batterien nix. Aber für NV Triebzüge sind Batterien eigentlich recht gut geeignet. Meiner Meinung nach deutlich besser als Wasserstoff. Keine Ahnung, warum man sich da in Thüringen jetzt schon drauf festlegt?! Weil man eigentlich für die LKWs auf Wasserstoff schielt und deren Versorgung über die Bahn quersubventionieren will?
Auch in den H2-Kisten müssen Batterien verbaut werden, da es beim Betrieb der Brennstoffzelle nur die Modi 0 und 1 gibt, was nicht so ganz zu den Lastprofilen passen dürfte. Wie sagte kürzlich ein Kollege: Triebwagen mit Brennstoffzellenantrieb sind überbestimmte Akkutriebwagen....
Hallo,

dies ist ein Projekt um die Wasserstoffwirtschaft in Thüringen anzustoßen. Daher wird hier nicht die betriebswirtschaftlich günstigste Lösung gesucht.

Gruß Jörg
Markus Ermert schrieb:
Frank Schönow schrieb:
Vielleicht setzt sich nach dem Batterie Hype mal wieder gesunder Menschenverstand durch und stellt fest, daß der Diesel bei der Bahn mehr Lösung als Problem ist!
In welcher Welt lebst Du? Diesel hat keine Zukunft, weder fürs Auto noch für Züge. Der Ausstieg ist unvermeidlich. Dem Klima ist es egal, ob da auf Schienen oder Straßen gefahren wird.
Dem Klima ist es auch völlig egal ob wir hier mit Diesel fahren oder nicht. Einfach mal Augen auf machen statt dem Populismus zu frönen!

Frank aus der Prignitz
Das wäre neu!
Wir sind ja auch im News-Forum.

Wo sollen die denn sein?
Klicke einfach die pdf-Datei in meinem Diskussionsbeitrag an. Dort findest Du auf den Seiten 13-17 thüringer Standorte mit Wasserstoffwirtschaft bzw -forschung.
Hallo,

Frank Schönow schrieb:
Einfach mal Augen auf machen statt dem Populismus zu frönen!
Nicht nötig, selbst ein Blinder wird sofort erkennen, dass Diesel kein regenerativer Energieträger ist und zum CO2-Anstieg in unserer Atmosphere führt.

Gruß Jörg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.20 22:01.
Hallo,

ICE-T-Fan1 schrieb:
* Die Strecke über Stadtilm würde ich nicht elektrifizieren, da Fern- und Güterverkehr ja zukünftig auch Erfurt–Weimar–Göschwitz–Saalfeld fahren kann.
Das geht jetzt auch alles schon.

Wp1
Ich bin überzeugt, dass der Wasserstoffzug den Technologiewettlauf mit dem Batteriezug verlieren wird, deshalb befürchte ich auch, dass man hier auf das falsche Pferd setzt. Allerdings hat der BEMU einen deutlichen Reichweitennachteil und ist für die Südthüringer Strecken deshalb nicht ohne Weiteres optimal. Von Eisenach bis Eisfeld sind es bspw. 151 km, was wohl schon arg an der Grenze ist. Erfurt-Meiningen und zurück dürften auf den nicht elektrifizierten Abschnitten um die 140 km sein. Mit ein paar Kilometern Oberleitung bei Meiningen würde man das Reichweitenproblem aber wohl lösen können und hätte dann eine langfristige und nach aktuellen Untersuchungen kostengünstigere Lösung.
Befuerworter schrieb:
Ich bin überzeugt, dass der Wasserstoffzug den Technologiewettlauf mit dem Batteriezug verlieren wird, deshalb befürchte ich auch, dass man hier auf das falsche Pferd setzt.
Technisch sehe ich das auch eher so. Ich fürchte allerdings, dass hier andere Punkte mit reinspielen. Irgendwie scheint jeder auf die Wasserstoffwirtschaft (LKW) zu schielen und will sich da sein Plätzchen sichern. Dafür 'opfert' man Kosteneffizienz im Nahverkehr (hoffentlich nur die und nicht auch noch Fahrzeiten). Praktisch hat man allerdings in der Tat ein paar Vorteile in Bezug auf Reichweite. Bisher gibt es aber noch keine Züge, die gute Fahrleistungen aufweisen. Mit iLINT würde man gegen die aktuellen Regio Geschosse massiv Fahrzeitverlängerungen kassieren.
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