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Hallo allesamt,

Salo Muller, der Holocaust-Überlebende der die Nederlandse Spoorwegen bereits auf 50 Mio € für die Transporte im Zusammenhang mit der Shoah verklagt hat, fordert auch von Deutschland eine Entschuldigung und eine Entschädigung.
Forderung von NS-Opfern Entschädigung für Zugtickets in den Tod (tagesschau.de, 4–5 min Lesedauer, deutsch)

Zitat
"Ich werfe ihnen vor, dass sie die Juden in die Konzentrationslager transportiert haben, obwohl sie wussten, dass sie dort auf schreckliche Weise umgebracht wurden. Deshalb möchte ich, dass sie ihre Schuld anerkennen - und dazu gehört auch immer ein Entgegenkommen."
Auch die internationale Presse schreibt dazu:
Holocaust survivor launches legal claim against German railway (The Guardian, 6–8 min Lesedauer, englisch)

Die Deutsche Bahn bestreitet, der Rechtsnachfolger der Deutschen Reichsbahn zu sein und lehnt Entschädigungsanspruche bisher ab. Deshalb richtet sich Salo Muller direkt ans Bundeskanzleramt und stellt die Forderung an die Bundesrepublik Deutschland.

Die Deutsche Reichsbahn ließ sich die Transporte in Konzentrationslager nach normalen Tarif (größtenteils entsprechend dem Viehtrarif) von der Wehrmacht bezahlen, die dafür das geraubte Eigentum der Deportierten verwendete. In heutiger Währung entspricht dies ungefähr 445 Mio €, mit Zinsen beläuft sich das auf ungefähr 2 Mrd €. Dabei sind die vorenthaltenen Löhne, die die Deutsche Reichsbahn Zwangsarbeiter/innen nicht gezahlt hat von über 700 Millionen Reichsmark, noch gar nicht eingerechnet.

Ich wünsche Salo Muller viel Erfolg und hoffe, dass auch Opfer und Hinterbliebene anderer Nationalitäten im Anschluss entschädigt werden können. Ich finde das bisherige Verhalten der Deutschen Bahn dahingehend beschämend.

Grüße aus Bärstadt
Zitat aus dem Tagesschaubeitrag: "Das Bundeskanzleramt sei durchaus der richtige Adressat, erklärt Anwalt Hagedorn in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen.

Nur mal so zum nachdenken.

Viele Grüße
Hallo,

Elchwinkel schrieb:
Die Deutsche Bahn bestreitet, der Rechtsnachfolger der Deutschen Reichsbahn zu sein und lehnt Entschädigungsanspruche bisher ab.
interessante Aussage. Hat die Deutsche Reichsbahn (DDR) nicht immer drauf gepocht Rechtsnachfolger der Deutschen Reichsbahn (bis 1945) zu sein um den Verkehr in Westberlin durchführen zu dürfen? Im Rahmen der Zusammenlegung von DR und DB zur DB AG müsste doch dann wiederum die DB AG Rechtsnachfolger der DR (DDR) geworden sein? Oder hat man sowas damals vertraglich ausgeschlossen und nur das Personal und die Betriebsmittel in die AG verfrachtet?

Unabhängig davon wie man zu den verachtenswerten Dingen die in den 1000 Jahren zwischen 1933 und 1945 passiert sind persönlich steht ist es für mich allerdings irgendwo unverständlich dass man jetzt 75 Jahre danach versucht irgendwelche Entschädigungsansprüche gegen wen auch immer herzuleiten. Wenn man das wirklich gewollt hätte während ausreichend Zeit gewesen solche Prozesse anzustrengen, dann warte ich doch keine 75 Jahre. Gilt für mich ebenso für irgendwelche Reparationsansprüche die von diversen Ländern immer wieder mal herausgekramt werden wenn es gerade politisch passt.

Gruß Michael