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Neuer Bahnradweg in Hamburg

geschrieben von: Regio ZuB

Datum: 30.07.20 16:19

Moin zusammen,

auf der Anfang 2012 stillgelegten und nachfolgend abgebauten gut km langen Strecke Waltershof Alte Süderelbe - Finkenwerder wurde heute auf einem etwa 1.200 m langen Teilabschnitt ein Radweg eröffnet, pikanterweise in Gegenwart des ehemaligen Hamburg-Redakteurs der Druckausgabe der Drehscheibe, Dr. Andreas Dressel [www.ndr.de].

Der weniger gewordene Einzelwagenverkehr mit meist lademaßüberschreitenden Flugzeugbauteilen für die Airbuswerke wurde längst auf Straße und Luft gelegt, Finkenwerder selbst ist per Fähre (Linie 62) mit der Hamburger Innenstadt und mit recht schnellen Buslinien nach Harburg bzw. an die S-Bahn in Neuwiedenthal sowie nach Altona angebunden.

Personenverkehr von nach Finkenwerder gab es laut dem Jubiläumsband zur Hamburger Hafenbahn quasi als Schiffsersatzverkehr ob der zugefrorenen Elbe im Winter 1940/41 und im Dezember 1941, wegen vieler Kriegsschäden im Frühjahr 1944 bis kurz vor Kriegsende zwischen Finkenwerder und den Waltershofer Köhlbrandfähren sowie nach Kriegsende wieder von Harburg von Dezember 1950 bis April 1951.

Planungen für Schnellbahnen jedweder Art oder auch nur einfachsten Berufsverkehr zum Schichtwechsel bei Airbus gab es immer wieder, scheiterte aber stets an den Kosten.

Gute Fahrt
Holger

Re: Neuer Bahnradweg in Hamburg

geschrieben von: StephanHL

Datum: 31.07.20 09:09

Wieso pikanterweise?

a) Airbus hat klar gesagt, dass sie kein INteresse an einer Bahnverladung haben
b) In Finkenwerder hat sich auch keiner dafür interessiert
c) Wurde ein Teil der Trasse schon überbaut - insofern ist da sowieso nichts mehr zu retten.

Und - Finkenwerder ist halt auch nen ganzes Stück weg von jeglicher anderer Bebauung. Da wäre ggf. was Richtung Harburg gegangen aber zwischen Hamburg und Finkenwerder ist halt nix - nur Hafen- und INdustriegebiet - was soll man da bedienen. Find ich zwar auch traurig aber mit der Ablehnung von Airbus war die Strecke definitiv schon tot.

Re: Neuer Bahnradweg in Hamburg

geschrieben von: Oberdeichgraf

Datum: 31.07.20 10:45

Hallo,
in Finkenwerder war es der FDP Politiker und ehemalige Altonaer Bezirksamtsleiter, Hinnerk Fock, der sich die Beseitigung der Bahnstrecke nach Finkenwerder auf die Fahnen geschrieben hatte.
Letztlich wäre angeblich ein Bahnübergang bei der Ortsumgehung Finkenwerder zu kostspielig geworden, behauptete er beispielsweise.
Immer wieder hat der Mann damals Stimmung gegen die Bahn gemacht, passend zu seiner Autopartei.
Der Hamburger Senat war nicht besser, da fehlte die Weitsicht.
Airbus ist für mich ein Heuchler, die Aktionäre wurden über Jahrzehnte gefüttert.
Eine Bahnverbindung nach Finkenwerder hätten sie (mit) aus der Portokasse bezahlen können.
Dass alles zu sperrig für die Bahn ist, was bei Airbus geliefert wird, ist Quatsch.
Vom Kerosin über Farben bis hin zu Ausrüstungsteilen aller Art kommt heute alles mit dem LKW.
Das hätte bei der üblichen Produktion bis März 2020 für diverse wöchentliche Ganzzüge gelangt, wenn man nur einen Teil dem LKW weggenommen hätte.
Nur große vorgefertigte Rumpfteile für die neuen Flieger kommen per Schiff und Flugzeug.
Jetzt sind sie am Stöhnen: Vermutlich muß (und wird) der Staat das Unternehmen mit Milliarden vor dem Absturz retten.

Re: Neuer Bahnradweg in Hamburg

geschrieben von: Henra

Datum: 31.07.20 19:15

Oberdeichgraf schrieb:
Dass alles zu sperrig für die Bahn ist, was bei Airbus geliefert wird, ist Quatsch.
Vom Kerosin über Farben bis hin zu Ausrüstungsteilen aller Art kommt heute alles mit dem LKW.
Das hätte bei der üblichen Produktion bis März 2020 für diverse wöchentliche Ganzzüge gelangt, wenn man nur einen Teil dem LKW weggenommen hätte.
Naja, auch wenn es ärgerlich ist, dass mal wieder eine Bahnstrecke vernichtet wurde, weil Knallibären von der Pünktchenpartei darin die Weltverschwörung gesehen haben, aber von der Tonnage her bezweifle ich mal, dass da mehrere Ganzzüge pro Woche zusammenkommen. So viel Material wird selbst im Schiffbau kaum verbraucht. Bei Flugzeugen wo man immer mit Gewicht knausert, kommen da vermutlich kaum mehr als 100t pro Woche zusammen. Von mehreren Tausend Tonnen ganz sicher weit weg. Da gibt es im Bereich Automobilzulieferung krassere Fälle, wo man sich schon teilweise fragt, was das soll.
Aber in Finkenwerder arbeiten viele Menschen an einem Ort. Da wäre perspektivisch schon die Frage, ob sich eine SPNV Anbindung nicht ggf. lohnen könnte.
Wird aber jetzt nicht einfach werden, wenn einmal Fakten geschaffen sind. Zumal man mal schauen muss, was aus der Luftfahrtindustrie wird.

Re: Neuer Bahnradweg in Hamburg

geschrieben von: ikonengold.de

Datum: 31.07.20 19:39

Transport mit der Bahn bedeutet, dass die Ware mal kommt, mal aber auch nicht.

Ich befürchte auch, dass die meisten Lieferanten keinen Gleisanschluss mehr haben.

Rumpfteile bzw ganze Rümpfe schickte Boeing aufs Gleis als sie die 737 max noch bauten.

Und Personenverkehr? Wohin denn bitte?

Freundlicher Gruß
Eberhard