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30.07.20 -10:30 Uhr Berlin

Corona-Krise trifft die Deutsche Bahn hart • Mit Rekord-Investitionen will DB nach der Pandemie wieder wachsen

DB-Chef Richard Lutz legt Halbjahreszahlen vor • Virus lässt Umsatz und Ergebnis einbrechen • Sonderabschreibung für Arriva • „In sehr schwierigen Zeiten verlässlich Mobilität und Logistik aufrechterhalten“


Mit Rekordinvestitionen stemmt sich die Deutsche Bahn (DB) gegen die Folgen der Corona-Pandemie, um wieder auf einen Wachstumspfad zurückzukehren. Einstweilen hat die weltweite Infektionswelle auch die DB wirtschaftlich hart getroffen und im ersten Halbjahr 2020 Umsatz und Ergebnis einbrechen lassen. Daher schließt die DB die ersten sechs Monate mit einem operativen Verlust (EBIT bereinigt) in Höhe von 1,8 Milliarden Euro ab. Hinzukommen außerordentliche Effekte, die vor allem durch eine Sonderabschreibung auf die DB-Tochter Arriva von 1,4 Milliarden Euro geprägt sind. Zusammen führt dies im ersten Halbjahr zu einem Ergebnis nach Steuern von minus 3,7 Milliarden Euro.

Bund und Bahn stehen zu ihrem langfristigen Modernisierungs- und Ausbauprogramm für die Eisenbahn in Deutschland, so dass im ersten Halbjahr 2020 die Investitionen erneut gestiegen sind. Mit 5,6 Milliarden Euro (Brutto-Investitionen) und 2,8 Milliarden Euro (Netto-Investitionen) erreichten diese ein neues Rekordniveau und die höchsten Halbjahreswerte in der DB-Geschichte.

Richard Lutz: „Wir sind systemrelevant“

„Das Virus hat unseren erfolgreichen Wachstumskurs jäh ausgebremst und die DB in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt. Corona hat aber auch gezeigt, wie entscheidend die Schiene für Deutschland und Europa ist: Wir sind systemrelevant. Wir halten auch in sehr schwierigen Zeiten verlässlich Mobilität und Logistik aufrecht“, sagte Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der DB, in Berlin. Dank der seit einem Jahr verfolgten Strategie „Starke Schiene“ habe die DB den Belastungstest bestanden. Lutz: „Jetzt arbeiten wir jeden Tag daran, wieder mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene zu bringen. Dass unsere Investitionsoffensive weitergeht, belegt der Kauf von 30 zusätzlichen ICEs nachdrücklich.“

Im ersten Halbjahr 2020 sank der Umsatz des DB-Konzerns im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 11,8 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Knapp 663 Millionen Reisende nutzten die Nah- und Fernverkehrszüge der DB in Deutschland – und damit 37 Prozent weniger als in der ersten Jahreshälfte 2019. Dabei war der Konzern noch im Januar und Februar, nicht zuletzt dank der Senkung der Mehrwertsteuer, mit einem kräftigen Plus ins Jahr gestartet.

Die Verkehrsleistung auf der Schiene im Fernverkehr ging in den ersten sechs Monaten um 44 Prozent auf knapp zwölf Milliarden Personenkilometer zurück. Im Zugverkehr bei DB Regio fiel die Verkehrsleistung um 41 Prozent und bei DB Cargo um knapp 13 Prozent. Der Schienengüterverkehr legte beim Transport von Lebensmitteln und Pandemie-Artikeln zwar zu. DB Cargo litt aber unter anderem erheblich unter dem zeitweiligen Stillstand in zahlreichen Schlüsselindustrien.

Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Deutschland zeichnen sich seit Mai wieder Verbesserungen im Kerngeschäft der DB ab.

Positiv entwickelte sich die Pünktlichkeit. Sie liegt deutlich über Vorjahr. Der Fernverkehr erzielte mit 83,5 Prozent den besten Halbjahreswert seit zwölf Jahren. Die Zufriedenheit der Kunden mit der aktuellen Fahrt kletterte im Juni auf den höchsten Stand seit zehn Jahren.

Sehr unterschiedlich ist das Bild beim internationalen Geschäft. Die europäische Nahverkehrstochter DB Arriva war bereits seit längerem durch den beschlossenen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und die Entwicklungen auf dem britischen Eisenbahnmarkt unter Druck geraten. Die Corona-Krise traf die DB-Tochter zusätzlich mit voller Wucht, da DB Arriva in Ländern mit besonders schwerem Pandemie-Verlauf wie Großbritannien, Italien und Spanien aktiv ist. Vor diesem Hintergrund war eine Sonderabschreibung von 1,4 Milliarden Euro unumgänglich.

Die internationale Logistik-Tochter DB Schenker navigiert hingegen trotz Umsatzeinbußen gut durch die Krise. Sie bewährte sich weltweit als zuverlässiger Versorger und steigerte das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) auf 278 Millionen Euro (plus 16,8 Prozent gegenüber erstem Halbjahr 2019).

Finanzvorstand Holle: „Wir sparen nicht an der Zukunft, wir gestalten sie“

Die DB hat in den ersten sechs Monaten mit rund 19.000 Zusagen an neue Mitarbeiter weiter auf Rekordniveau eingestellt. Angesichts gleichzeitiger Rekordinvestitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge bilanzierte Finanzvorstand Dr. Levin Holle: „Das ist ein starkes gemeinsames Signal von Bund und DB für Klimaschutz und Wachstum. Wir sparen nicht an der Zukunft, wir gestalten sie!“

Die Wachstumsoffensive wird sich kurzfristig noch nicht positiv auf die wirtschaftliche Lage der DB auswirken. Zum Jahresende erwartet die DB mit bis zu 3,5 Milliarden Euro den größten operativen Verlust (EBIT bereinigt) ihrer Geschichte. Der Umsatz im Jahr 2020 könnte auf bis zu 38,5 Milliarden Euro sinken. Alle Prognosen sind unverändert mit hohen Unsicherheiten behaftet.



Weitere Informationen, Downloads und O-Töne in unserem Medienpaket:
> deutschebahn.com/hpk2020


Bildmaterial im Mediaportal der DB. Darunter auch Fotos mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der neuen Unternehmensbekleidung, die ab 1. August in Zügen, Bussen und Bahnhöfen getragen wird:
> mediaportal.deutschebahn.com


Die vollständige Bilanz für das erste Halbjahr 2020 ist online verfügbar im Integrierten Zwischenbericht:
> [www.db.de]


[www.deutschebahn.com]
Wie viele Mitarbeiter scheiden denn gleichzeitig zu den 19.000 Zusagen (die noch nicht als Mitarbeiter arbeiten ;)) aus? Vermutlich wieder deutlich mehr. DAS kann man aber so schlecht als positive Meldung verkaufen :)


Sauerlandexpress

Mitarbeiterzahl und -struktur

geschrieben von: Henrik

Datum: 30.07.20 11:11

Sauerlandexpress schrieb:
Wie viele Mitarbeiter scheiden denn gleichzeitig zu den 19.000 Zusagen (die noch nicht als Mitarbeiter arbeiten ;)) aus? Vermutlich wieder deutlich mehr. DAS kann man aber so schlecht als positive Meldung verkaufen :)
Gegenläufig stieg die Zahl der Mitarbeiter im Systemverbund Bahn, da trotz der Corona-Pandemie die Rekrutierungsoffensive im ersten Halbjahr 2020 fortgesetzt wurde. Hier ist vor allem im Instandhaltungs- und Bauprojektbereich sowie im Betrieb bei DB Netze Fahrweg ein deutlicher Mitarbeiteraufbau zu verzeichnen. Des Weiteren stieg der Personal­bestand in der Konzernleitung und bei den Dienstleistern (Bereich Sonstige), insbesondere bei DB Systel, für den Aufbau innovativer Themenfelder. Darüber hinaus verzeichneten auch DB Fernverkehr, DB Regio und DB Cargo durch die Einstellung von Mitarbeitern vom externen Arbeitsmarkt und die Übernahme ausgelernter Azubis insbesondere in den operativen Bereichen einen Anstieg.

[zbir.deutschebahn.com]

Warum ein neuer Thread dazu?

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 30.07.20 12:29

Schau mal sechs Zeilen tiefer, da wird das Thema schon ausführlich behandelt: [www.drehscheibe-online.de]

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Warum ein neuer Thread dazu?

geschrieben von: bahamas

Datum: 30.07.20 12:58

Nietenreko schrieb:
Schau mal sechs Zeilen tiefer, da wird das Thema schon ausführlich behandelt:

Manche wollen die DB halt promoten, egal ob gut oder schlecht...
Ich zum Beispiel.

Gruß Holger

"Wir haben zwei wichtige Mitarbeiter im internationalen Schienengüterverkehr: Jemand und Niemand. Jemand baut immer Mist - Niemand ist Schuld"
(Peter Füglistaler, Chef des Bundesamtes für Verkehr der Schweiz in Basel)

Der Bierabsatz ist auch gesunken!

geschrieben von: D 2027

Datum: 30.07.20 13:15

Und zwar um 302,5 Mio Liter: [www.destatis.de] Das sind die wahren Katastrophen! Wen interessiert da die Bahn?

Erik

P.S. Ach ja: das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 10,1 Prozent, das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der BIP-Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970. Aber macht nix, wir haben ja die Bazooka für die perfekte zweite Welle....

Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik!

(Karl Lauterbach)

Re: Mitarbeiterzahl und -struktur

geschrieben von: ingo st.

Datum: 30.07.20 14:07

Henrik schrieb:
Da ist DB Fernverkehr fast der größe Arbeitsbereich der DB AG und angesichts der Debatte im Nachbarthread der EINZIGE. 19.000 neue Mitarbeiter für DB Fern: Verdoppelung der Verkehrsleistung = Verdoppelung der Mitarbeiter*(Sprechpause) innen (m/W/d)

Re: Der Bierabsatz ist auch gesunken!

geschrieben von: ingo st.

Datum: 30.07.20 14:35

D 2027 schrieb:
Und zwar um 302,5 Mio Liter: [www.destatis.de] Das sind die wahren Katastrophen! Wen interessiert da die Bahn?

Erik

P.S. Ach ja: das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 10,1 Prozent, das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der BIP-Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970. Aber macht nix, wir haben ja die Bazooka für die perfekte zweite Welle....
BIP
1.Quartal 2020 = 100%
2.Quartal 2020 = 89,9%
3.Quartal 2020 = 92%
4.Quartal 2020 = 95%
Durchschnitt = 95%
Jahresrückgang 5%

bei einem Zweijahreswachstum von 5,25% sind wir wieder bei 100%.

Ich lass mich doch nicht von erwartbaren statistischen Rückgängen kirre machen.
Problem ist, das es Durchschnittszahlen sind.
Die Konzertbranche hat 98% Rückgang im 2.Quarta. also Tod.
Der Rückgang in hoch umsatzstarken Branchen wie Stahl- und Autoindustrie können das BIP wie Beton am Bein unten halten.

Re: Der Bierabsatz ist auch gesunken!

geschrieben von: bahamas

Datum: 30.07.20 14:46

ingo st. schrieb:
Ich lass mich doch nicht von erwartbaren statistischen Rückgängen kirre machen.
Problem ist, das es Durchschnittszahlen sind.
Der Rückgang in hoch umsatzstarken Branchen wie Stahl- und Autoindustrie können das BIP wie Beton am Bein unten halten.

Warum nicht, so funktioniert Politik doch. Wobei: je mehr Tote durch Auto- und Bierkonsum, desto geringer die Anzahl an (seit dem 19.7. auch mit) Corona Verstorbenen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.07.20 14:47.