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zdf.de > Politik > Frontal 21 > Frontal 21 > vom 28. Juli 2020 > Abgefahren

Abgefahren

Die Bahn zwischen Corona und Masterplan


von Felix Klauser und Andreas Wiemers

"Öfter, Schneller, Überall" – so lautet das Motto im "Masterplan Schienenverkehr". Den hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kürzlich der Öffentlichkeit präsentiert.

28.07.2020 - 21:00 Uhr

Mit dem "Zielfahrplan Deutschlandtakt" sollen die Fahrgastzahlen verdoppelt, der Transport von Gütern auf der Schiene gesteigert und die Bahn gleichzeitig pünktlicher werden. Doch von der versprochenen Zuverlässigkeit ist sie noch weit entfernt.

Frontal21 berichtet über genervte Reisende, verspätete Pendler und verschwundene Züge.

[www.zdf.de]

--

@Frontal21

Die #DeutscheBahn soll attraktiver werden. Dabei helfen soll der #Masterplan Schienenverkehr, den @BMVI kürzlich präsentierte. Doch von der versprochenen Zuverlässigkeit ist die Bahn noch weit entfernt, berichtet #Frontal21: [t.co]
21 Uhr im @ZDF ! @PRO_BAHN

[twitter.com]


Trailer zur Sendung:

[www.zdf.de]
Da hat der Redaktion von Frontal21 wohl mal wieder ausreichend Dreh- bzw. Themenmaterial gefehlt. Was eignet sich da besser, als einfach ein paar Aspekte zum Thema Bahn, ohne wirklichen Bezug zur aktuellen Lage, neu zu verpacken.

- Die Sylt-Suppe nochmal heiß aufgekocht
- Der arme Reisezentrum-Fahrgast, der nach Buchung Monate vor Reisezeitpunkt (und vor Corona) es nicht für nötig gehalten hat zu schauen, ob der Zug wie geplant fährt
- Der ewige kontroverse Diskurs über Sinnhaftigkeit einer Reservierungspflicht mit etwas Corona-Bezug (dass die Bahn Ticketkäufe in starkbesetzten Zügen aktuell unterbindet, wurde gar nicht erwähnt)
- Sinnhaftigkeit eines Halbstundentaktes anzweifeln, weil in der Zukunft notwendige Bauarbeiten stattfinden (?!)
und last but not least
- Der Insider-Lokführer, der feststellt, dass die großen Pläne der GroKo kaum umsetzbar sind

Schade, meiner Meinung nach ist das ZDF seinem eigenen Anspruch mit Frontal21 alles andere als gerecht geworden. Sowas erwarte ich eher als "Reportage" der BILD-Zeitung.
Hey.

Das ZDF schrieb:
Mit dem "Zielfahrplan Deutschlandtakt" sollen die Fahrgastzahlen verdoppelt, der Transport von Gütern auf der Schiene gesteigert und die Bahn gleichzeitig pünktlicher werden. Doch von der versprochenen Zuverlässigkeit ist sie noch weit entfernt.

Frontal21 berichtet über genervte Reisende (...)
Hach je ...

Die Unzuverlässigkeit wird mit der zunehmenden Verwirklichung des Deutschlandtaktes noch weiter zunehmen. Für eine ausreichend sichere Anschlusserreichung ist das Netz viel zu groß, viel zu verwoben und viel zu sehr belastet.

Und besonders lustig ist immer dieses 'wenn erstmal alle Ausbauten abgeschlossen sind ...' MERKE: Es sind NIE alle Bauarbeiten abgeschlossen! Irgendwo wird immer gebaut. Also bleibt ein Deutschlandtakt IMMER eine Mischung aus Flickwerk und Kompromiss. Das beste war mal ein Bahnexperte im 'Lok-Report', der meinte, Bauarbeiten müßten so geplant sein, dass bei Fahrzeitverlängerungen immer der nächste Takt erreicht wird. Wenn Bauarbeiten auf der Nebenstrecke demnächst 15 Min Fahrzeitverlängerung erfordern, dann muß die Fahrzeit um gleich eine Stunde verlängert werden. Oder man baut einfach noch irgendwas anderes.

Ein Vorteil hat es: auch 2035 und 2039 und 2043 kann 'Frontal 21' genervte Reisende interviewen. Und der dann aktuelle Bahnchef kann verkünden, dass man besser werden werde.


Schöne Grüße von jörg
Tebe schrieb:
- Der Insider-Lokführer, der feststellt, dass die großen Pläne der GroKo kaum umsetzbar sind


Nicht nur das: Ein "Insider- Lokführer", der ohne Warnweste im Gleis rumrennt (kein Wunder, dass immer mehr Personen im Gleis gemeldet werden, wenn man es im Fernsehen so verkauft bekommt) und ein Einsatz einer Drohne durch das ZDF, was über Bahnanlagen verboten ist.
Dieser Beitrag ist der letzte Schwampf, anders kann man das nicht zusammenfassen


Bester Gruß
Tobi
Hallo Jörg!

Gibt es dann noch einen "Bahn Chef"?!?

Ich denke, das sich bis dahin der ganze "Laden", mit seinem überkandideltem Wasserkopf, und der Verwaltung, selber "abgeschossen" hat.
Bis dahin wird, nach dem derzeitigem (und späterem, nach Corona) Kürzungswahn, es keine Indianer mehr geben! Alle weg rationalisiert.
Nur noch Häuptlinge! Und deren "Pressesprecher".

Aber zumindest 2035 erlebe ich, so wie es jetzt aussieht, garantiert(!) nicht mehr. Für später könnte das -mit dem 2. Leben- eventuell möglich sein?
Darum mache ich mir heute keine großen Sorgen darum.

Gruß, aus HO!

Nachtrag ein gearbeitet



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.20 22:48.
Zitat
Und besonders lustig ist immer dieses 'wenn erstmal alle Ausbauten abgeschlossen sind ...' MERKE: Es sind NIE alle Bauarbeiten abgeschlossen! Irgendwo wird immer gebaut. Also bleibt ein Deutschlandtakt IMMER eine Mischung aus Flickwerk und Kompromiss.
Es wird immer irgendwo gebaut aber nicht immer an der gleichen Stelle daher funktioniert der Deutschlandtakt an der Stelle auch wieder, wenn die Bauarbeiten zur nächsten Stelle wandern.

Und welches Konzept siehst du als Alternative? Das Fahrplanchaos aus Bundesbahnzeiten, was man heute vielerorts noch in Frankreich erleben kann?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.20 22:44.
Hallo.

Und für so was werden wir alle durch die GEZ gemolken!
Und, die wollen noch mehr!
Wenn man sieht, was man dafür täglich zu sehen bekommt, wundert einen das.
Ach, ich habe vergessen:
Auch da will ja der ganze Verwaltungsapparat bezahlt werden!

Durchhalten!
Henrik schrieb:
Mit dem "Zielfahrplan Deutschlandtakt" sollen die Fahrgastzahlen verdoppelt, der Transport von Gütern auf der Schiene gesteigert und die Bahn gleichzeitig pünktlicher werden. Doch von der versprochenen Zuverlässigkeit ist sie noch weit entfernt.

Frontal21 berichtet über genervte Reisende, verspätete Pendler und verschwundene Züge.

[www.zdf.de]
Danke für den link!

Ja, der Beitrag bringt nun wirklich nichts Neues; wie sollte er auch, hat sich doch bei der Bahn nichts zum Besseren geändert.
Auch wenn das die üblichen DB-Schönschreiber hier im Forum anders sehen mögen, aus dem "Masterplan" Schiene wird nix ohne grundlegende Strukturänderungen beim "Konzern" Deutsche Bahn.
Was wird denn eigentlich erwartet von der DB AG. Im Jahre 1994, zusammengestellt, ja 1992, auf Plänen von 1986.
Dazu eine Regionalisierung, Erwartungen und eine Zeit wo Technik und Struktur sich ändern.
Der Grundfehler war 1994.
Hat der Staat investiert, ist der Wettbewerb zielführend geworden....
Hat man 1994, einen ordentlichen Wettbewerb Grundlagen Tarif, Trassen Vereinbarung erstellt.
Die Finanzierung des Schienennetzes, dem Bedarf erstellt.
Nichts, hat man , bis heute,.
Sollte der wirtschaftliche Zusammenbruch dank Pleite- Arbeitslosigkeits- und Geldentwertungswelle im Herbst oder nächstes Jahr kommen, wird es sowieso nicht zum Deutschlandtakt kommen. Der Staat hat dann einfach kein Geld dafür und muß darum kämpfen, das Bestandsnetz unterhalten zu können.

Die Fahrgastzahlen werden nicht so schnell wieder in den Vor-Corona-Bereich steigen. Deshalb gehe ich außerhalb des Berufsverkehrs eher von Kürzungen im Fahrplan spätestens ab Dezember 2021 aus. Ich kann es manchen Leuten nicht verdenken, wenn sie jetzt lieber mit dem Auto fahren, auch wenn sich die Lage seit Mitte März deutlich entspannt hat.

Die Einbeziehung des Schutzes von Hochrisiko-Personen ist ebenso geboten. Gegen Bescheinigung sollten sie ohne Aufpreis in der 1. Klasse fahren dürfen, wo großzügiger Abstand zwischen den Fahrgästen gehalten werden kann. Das rechtfertigt auch die Aufrechterhaltung der 1. Klasse in der S- und Regionalbahn. Die 1. Klasse kann neben mehr Bequemlichkeit auch den Zweck des Gesundheitsschutzes für stark anfällige Personen erfüllen. Nicht zuletzt gibt es auch Grippewellen.

Sollte die Staatspleite uns nicht in ein Schwellenland verwandeln, sollte man Corona für die Verkehrswende nutzen und Gesetze im Schnellverfahren verabschieden, welche die Wiederinbetriebnahme und den Wiederaufbau von Bahnstrecken im Eilverfahren ermöglichen. Ich denke auch an mögliche Ausweichstrecken, falls irgendwo gebaut wird oder eine Störung auftritt.

Das ganze könnte in ein Epidemie-Vorsorge-Programm eingebettet werden, mit dem Ziel, Ballungsräume zu entzerren und ländliche Siedlungsschwerpunkte zu stärken. Denn in Ballungsräumen verbreiten sich Krankheiten viel schneller als im ländlichen Raum. Sei es New York, Moskau, Madrid, Hamburg oder Berlin. Und es kann uns eines Tages ein viel gefährlicherer Virus treffen. Corona sollte uns eine Mahnung sein, unsere bisherige Entwicklung gründlich zu überdenken.

Gruß, Alex



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.20 23:50.

Prä-Corona, Post-Corona, Fahrgastzahlen

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 28.07.20 23:47

"Die Fahrgastzahlen werden nicht so schnell wieder in den Vor-Corona-Bereich steigen."

Tag,

mal eine Gegenrede zu waghalsigen Mutmaßungen:
Auf verschiedenen Strecken sind die Prä-Corona-Zahlen bereits wieder erreicht, und der Ausflugsverkehr scheint auf anderen Strecken gerade zum Höhenflug auszuholen. Nicht überall ist das so, keine Frage, aber es ist eben auch nicht überall nicht so.

Nur mal so am Rande, aus der Praxis, Gruß

Heiko

Was ist denn die GEZ?

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 28.07.20 23:49

"Und für so was werden wir alle durch die GEZ gemolken!"

Ich möchte hier bitte nie wieder Beschwerden oder erhobene Zeigefinger lesen, wenn mal ein Journalist oder ein Fahrgast von der "Deutschen Bundesbahn" (oder der Deutschen Reichsbahn) schreibt.

Gruß

Heiko

Re: Was ist denn die GEZ?

geschrieben von: 41 052

Datum: 29.07.20 00:33

Hallo Heiko.

Entschuldige bitte, das ich nicht berücksichtigt habe, was damit gemeint ist, obwohl (fast) jeder zahlen muss.
Sollte eigentlich jedem, auch ohne App, bekannt sein.
Ich meine damit die Gebühren Einzugs Zentrale, die die "Knete" für die öffentlichen Sender ein nimmt / ein treibt.

War das verständlich?

Gruß!

Re: Prä-Corona, Post-Corona, Fahrgastzahlen

geschrieben von: D 2027

Datum: 29.07.20 01:15

Der Zeuge Desiros schrieb:Zitat:

Auf verschiedenen Strecken sind die Prä-Corona-Zahlen bereits wieder erreicht, und der Ausflugsverkehr scheint auf anderen Strecken gerade zum Höhenflug auszuholen. Nicht überall ist das so, keine Frage, aber es ist eben auch nicht überall nicht so.

Nur mal so am Rande, aus der Praxis, Gruß
Moin Heiko,

ich gebe zu aus der Eisenbahnpraxis bis auf weiteres nicht mitreden zu können und zu wollen, aber gefühlt ist die Autobahn massiv voller geworden und die Ausflügler konzentrieren sich generell auf die wenigen touristischen Hotspots im Lande, wie Küsten, Berge und Seen, der Bodensee ist jedenfalls touristisch völlig überlaufen. Alles andere hingegen macht einen eher unbelebten und im Vergleich zu früher ziemlich öden Eindruck. Selbst ein Ort wie Rüdesheim war gestern ziemlich mau besucht und meine drei Lieblingsstrausswirtschaften hatten geschlossen, eine scheinbar für immer :-(((

Gottlob habe ich umgehend Gegenmaßnahmen ergriffen und von meinem Cousin knapp 120 Liter Corona- bzw. Karl-Lauterbach-Erträglichkeitsmittel in 0,75 und 1 Liter Behältnissen gekauft. Da ist mir dann alles egal, wenn wir ab September wieder eingesperrt daheim sitzen :-)

Erik

Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik!

(Karl Lauterbach, Maskenstalinist)

Re: Was ist denn die GEZ?

geschrieben von: TBM

Datum: 29.07.20 01:25

Herrlich 🤣

Heiko hat doch gerade darauf hingewiesen, dass es die GEZ (so wie die "Deutsche Bundesbahn") gar nicht mehr gibt. Seit 2013 hat die GEZ einen Nachfolger mit neuem Namen! Einfach mal in einer Internet-App danach suchen 😉

TBM

Re: Was ist denn die GEZ?

geschrieben von: BR477.6

Datum: 29.07.20 07:56

Die GEZ heißt jetzt Beitragsservice. Und? Es ist die selbe Bude. Die haben nur das Türschild ausgewechselt.
Gruß aus Berlin, Jörg

GEZ ist nicht das Thema

geschrieben von: Pinne46

Datum: 29.07.20 08:09

BR477.6 schrieb:
Die GEZ heißt jetzt Beitragsservice. Und? Es ist die selbe Bude. Die haben nur das Türschild ausgewechselt.
Gruß aus Berlin, Jörg
Guten Tag!

Medienbeiträge müssen heute leider in kürzester Zeit (das ist nämlich das eigentliche Problem - zu wenig Zeit für zu große Komplexität!) auf den Punkt kommen.

Eigentlich begann der Frontal21-Beitrag ganz gut. Nur den Schwachsinn mit der Reservierungspflicht, den hätte man sich - gerade angesichts der zuvor erörterten realen Fahrgastprobleme - völlig sparen sollen.

Aber was hat das mit der "GEZ" zu tun?
Informiert in der Summe das werbegestützte Doofen-Fernsehen etwa objektiver über ÖV-Probleme?

OT: Immerhin war in der "Big Bang Theorie" Dr. Sheldon Cooper "Eisenbahnfreund". So einer, wie er in mehrfachster Sicht auch herrlich hierher passen würde ;-)

Grüße
Pinne46

Re: Was ist denn die GEZ?

geschrieben von: D.

Datum: 29.07.20 09:24

BR477.6 schrieb:
Die GEZ heißt jetzt Beitragsservice. Und? Es ist die selbe Bude. Die haben nur das Türschild ausgewechselt.
Die Bundesbahn heisst jetzt Deutsche Bahn. Und? Es ist die selbe Bude. Die haben nur das Tuerschild ausgewechselt.

Re: GEZ ist nicht das Thema

geschrieben von: M 262

Datum: 29.07.20 11:25

Pinne46 schrieb:
(...)Aber was hat das mit der "GEZ" zu tun?
Informiert in der Summe das werbegestützte Doofen-Fernsehen etwa objektiver über ÖV-Probleme?(...)
Andersrum würde die Frage Sinn machen.

- Direktverbindung statt Umsteigen
- 4,00 € statt 13,00 € auf 100 km
- jederzeit Abfahrt statt Zweistundentakt
- Fenster zum Öffnen statt Maskenpflicht

Wie soll ich bloß verreisen?

Re: Prä-Corona, Post-Corona, Fahrgastzahlen

geschrieben von: kmueller

Datum: 29.07.20 12:03

D 2027 schrieb:
Der Zeuge Desiros schrieb:Zitat:

Auf verschiedenen Strecken sind die Prä-Corona-Zahlen bereits wieder erreicht, und der Ausflugsverkehr scheint auf anderen Strecken gerade zum Höhenflug auszuholen. Nicht überall ist das so, keine Frage, aber es ist eben auch nicht überall nicht so.

ich gebe zu aus der Eisenbahnpraxis bis auf weiteres nicht mitreden zu können und zu wollen, aber gefühlt ist die Autobahn massiv voller geworden und die Ausflügler konzentrieren sich generell auf die wenigen touristischen Hotspots im Lande, wie Küsten, Berge und Seen, der Bodensee ist jedenfalls touristisch völlig überlaufen. Alles andere hingegen macht einen eher unbelebten und im Vergleich zu früher ziemlich öden Eindruck. Selbst ein Ort wie Rüdesheim war gestern ziemlich mau besucht
Ausflugs- und einheimische Urlaubsziele mögen überlaufen sein, aber dort wo der Alltagsverkehr dominiert, sehe ich immer noch deutliche Lücken und zwar bei allen Moden, selbst wenn man die Ferienzeit einbezieht.

Am stärksten erwischt hat es den Luftverkehr, denn der ist am weitesten ab vom Alltag der Masse(n),

... und Fahrräder ...

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 29.07.20 12:07

Hey.


Der Zeuge Desiros schrieb:
"Die Fahrgastzahlen werden nicht so schnell wieder in den Vor-Corona-Bereich steigen."

Tag,

mal eine Gegenrede zu waghalsigen Mutmaßungen:
Auf verschiedenen Strecken sind die Prä-Corona-Zahlen bereits wieder erreicht, und der Ausflugsverkehr scheint auf anderen Strecken gerade zum Höhenflug auszuholen. Nicht überall ist das so, keine Frage, aber es ist eben auch nicht überall nicht so.

Nur mal so am Rande, aus der Praxis, Gruß

Heiko
Die Zahl der mitgeführten Fahrräder ist exorbitant angestiegen in den letzten Wochen. Das als Ergänzung zu deinem Statement.

Wobei das ja voll gemein ist: aus der Praxis berichten ... Mach das nicht zu oft hier. Das verwirrt doch nur die, die stolz drauf sind, nicht (mehr) Zug zu fahren. Und was hat ein Knipser schon 'ne Ahnung vom Besetzungsgrad, wenn er mit dem Auto zum Knipspoint anreist ...


Schöne Grüße von jörg

OT: Chefs ...

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 29.07.20 12:15

Hey.

Zitat
Hallo Jörg!

Gibt es dann noch einen "Bahn Chef"?!?

Ich denke, das sich bis dahin der ganze "Laden", mit seinem überkandideltem Wasserkopf, und der Verwaltung, selber "abgeschossen" hat.
Bis dahin wird, nach dem derzeitigem (und späterem, nach Corona) Kürzungswahn, es keine Indianer mehr geben! Alle weg rationalisiert.

Nur noch Häuptlinge! Und deren "Pressesprecher".
Richtig. Eisenbahner 'an der Front' sind bei der DB dann kaum noch da. Dafür sitzen in der Verwaltung umso mehr Mitarbeiter.

Ganz interessant, wenn man sich mal mit Mitarbeitern der S-Bahn Hannover unterhält. Mehr als einmal hörte ich da schon: mal gucken, ob ich ins Büro gehe ... Demnächst besteht der Konzern zu 99,999999 Prozent aus Theoretikern im Plüschbüro. Irgendwo draußen werkeln dann noch 10 einsame Bahner vor sich hin.

Ich verweise auf das altbekannte Bauarbeiterfoto 'Herbert'.



Zitat
Aber zumindest 2035 erlebe ich, so wie es jetzt aussieht, garantiert(!) nicht mehr.
Ich auch nicht. Haben wir was gemeinsam.


Schöne Grüße von jörg

Vielfalt im Wege ist kein Chaos ...

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 29.07.20 12:22

Huhu.


Signalschruber schrieb:
Und welches Konzept siehst du als Alternative? Das Fahrplanchaos aus Bundesbahnzeiten, was man heute vielerorts noch in Frankreich erleben kann?
Wo war bei der Bundesbahn Chaos?

Bahnstrecken werden nur betrieben, wenn sie einen dichten Takt aufweisen. Mindestens 2 bzw 3 Züge pro Stunde auf Nebenstrecken, auf Hauptstrecken muss ca alle 10 Min ein Zug kommen. Dann braucht es keine riesigen Knotenbahnhöfe, deren Infrastruktur heute 40 von 60 Min brach liegt. Außerdem muss es neben Taktzügen auch genausoviele Linuentauscher und Einzelzüge geben, um möglichst viele Verbindungen umsteigefrei anbieten zu können.

Merkbare Fahrpläne sind im datenmobilen Zeitalter nicht notwendig. Wichtig ist der Blick weg vom rein angebotsorientierten Fahrplan hin zu einer Mischform von angebots- und nachfrageorientiert. Letzteres gibt's bei einigen wenigen Fernzügen ja noch. Zum Glück.


Schöne Grüße von jörg

Die Bundesbahn heisst jetzt Deutsche Bahn. Und?

geschrieben von: Niederlausitzer

Datum: 29.07.20 12:46

>Die Bundesbahn heisst jetzt Deutsche Bahn. Und? Es ist die selbe Bude. Die haben nur das Tuerschild ausgewechselt.


Das ist doch völliger Quatsch. Aber manche wollen nicht begreifen, die leben geistig noch im Jahr 1985. Deswegen spare ich mich mehr dazu.

Viele Grüße

Re: Prä-Corona, Post-Corona, Fahrgastzahlen

geschrieben von: Niederlausitzer

Datum: 29.07.20 12:49

>aber dort wo der Alltagsverkehr dominiert, sehe ich immer noch deutliche Lücken und zwar bei allen Moden,

Dann fahre mal nach Berlin: Die Ringbahn und die U8 empfehle ich besonders

Re: Vielfalt im Wege ist kein Chaos ...

geschrieben von: JanH

Datum: 29.07.20 15:23

bahnratefuchs schrieb:Zitat:
Merkbare Fahrpläne sind im datenmobilen Zeitalter nicht notwendig.
Einspruch - es ist trotzdem lästig.
Die EU wird langfristig am Euro scheitern. Die Frage ist nur wie weit wird Deutschland noch gehen um den Euro zu retten.

Andere Staaten wie Niederlande oder Österreich usw. (die sparsamen fünf auch genannt) sind jedenfalls nicht mehr bereit Pleiteländer wie Italien oder Spanien langfristig am leben zu erhalten.

Auch die sogenannten Eurobonds (gemeinsame Schulden) sind nur ein Mittel um die totale Pleite weiter hinauszuschieben.

Die nächste Krise droht im Bankensektor u.a. wegen der tollen Negativzinsen. Eben jene merkt mittlerweile auch fast jeder Bürger in Deutschland, denn Girokonten ohne Gebühren werden kaum noch angeboten.

Gerade auf die deutschen Bürger werden bald noch höhere Abgaben hinzukommen und irgendwann wenn es keine Scheine oder Münzgeld mehr gibt greift der Staat einfach in die Taschen seiner Bürger um Schulden bezahlen zu können. In Zypern hat man das schon gemacht.
Wenn es langfristig durch D-Takt nichts zu verbessern gäbe, gäbe es heute auch keine Probleme.
Also heute Probleme, unendliches Maßnahmepaket geschnürt und daher erst in 10 Jahren aufregen.

Abgesagte Zugverbindungen durch Corona nicht merken, zeigt das Fahrgast und Fahrkartenverkäufer auf einer Wellenlänge pennen.

Da immer gebaut und saniert wird, müßte man für einen funktionierenden D-Takt eine zusätzliche Dauerausweichkapazität schaffen, damit immer das gewünschte hohe Level gefahren werden kann, trotz Vollsperrungen. Verrückte Idee, ich weis...
Das ist "Überholen ohne einzuholen"; müßte Erich-Fans bekannt sein.

Re: Vielfalt im Wege ist kein Chaos ...

geschrieben von: Signalschruber

Datum: 29.07.20 20:39

Zitat
Wo war bei der Bundesbahn Chaos?
Neben Wochenendruhe und fünf Stunden Mittagsschlaf haben es die kreativen Beamten doch ganz gut geschafft, dass keine zwei Züge zur selben Minute abfahren und dann im weiteren Verlauf auch noch die selben Stationen bedienen. Wenn dann um 18 Uhr der letzte Zug weg ist kann man froh sein, wenn die werten Herrn von der Bundesbahn doch noch einen Bus mit dreifacher Fahrzeit aufgetrieben haben.

Zitat
Bahnstrecken werden nur betrieben, wenn sie einen dichten Takt aufweisen. Mindestens 2 bzw 3 Züge pro Stunde auf Nebenstrecken, auf Hauptstrecken muss ca alle 10 Min ein Zug kommen. Dann braucht es keine riesigen Knotenbahnhöfe, deren Infrastruktur heute 40 von 60 Min brach liegt. Außerdem muss es neben Taktzügen auch genausoviele Linuentauscher und Einzelzüge geben, um möglichst viele Verbindungen umsteigefrei anbieten zu können.
Du redest von Takt. Eben war er doch noch doof. Für so dichte Taktfolgen muss erstmal genug Nachfrage und Infrastruktur vorhanden sein. Die Niederländer haben bereits in den 30ern den landesweiten Taktfahrplan eingeführt und diesen anschließend zum Knotenpunktfahrplan weiterentwickelt, was wir heute als ITF bezeichnen und was der Deutschlandtakt sein soll. Trotz der dichten Besiedelung wird dort gerade erst angefangen auf den wichtigsten Linien einen 10 Minutentakt einzuführen. An eine generelle Aufgabe dieses Fahrplanmodells denken die Niederländer trotzdem nicht. Wie willst du in einem großen Knotenbahnhof so dichte Zugfolgen auf mehreren Strecken ohne Taktfahrplan realisieren und dann noch die große Weichenschubserei mit möglichst vielen Zielen realisieren? Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz.

Zitat
Merkbare Fahrpläne sind im datenmobilen Zeitalter nicht notwendig. Wichtig ist der Blick weg vom rein angebotsorientierten Fahrplan hin zu einer Mischform von angebots- und nachfrageorientiert. Letzteres gibt's bei einigen wenigen Fernzügen ja noch. Zum Glück.
Den Ärger den eine hohe Varianz der Wartezeiten zwischen den Abfahrten hervorruft, kann auch das datenmobile Zeitalter nicht verhindern.

Re: Vielfalt im Wege ist kein Chaos ...

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 30.07.20 01:27

Hey.


Zitat
Neben Wochenendruhe und fünf Stunden Mittagsschlaf haben es die kreativen Beamten doch ganz gut geschafft, dass keine zwei Züge zur selben Minute abfahren und dann im weiteren Verlauf auch noch die selben Stationen bedienen.
Ist immer noch kein Chaos! Und das Intercity-System hat wer erfunden?


Zitat
Die Niederländer haben bereits in den 30ern den landesweiten Taktfahrplan eingeführt und diesen anschließend zum Knotenpunktfahrplan weiterentwickelt, was wir heute als ITF bezeichnen und was der Deutschlandtakt sein soll. (...) An eine generelle Aufgabe dieses Fahrplanmodells denken die Niederländer trotzdem nicht. Wie willst du in einem großen Knotenbahnhof so dichte Zugfolgen auf mehreren Strecken ohne Taktfahrplan realisieren und dann noch die große Weichenschubserei mit möglichst vielen Zielen realisieren? Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz.
Immer witzig, wenn zur ITF-Begründung Zwergstaaten herhalten müssen.

Ansonsten weiß ich nicht, wo das Problem ist. In den letzten Jahren wurde die Fläche kastriert - im ITF nicht benötigte Weichen und Gleise flogen raus - und die Knoten werden erweitert. Was ein Widerspruch.



Zitat
Den Ärger den eine hohe Varianz der Wartezeiten zwischen den Abfahrten hervorruft, kann auch das datenmobile Zeitalter nicht verhindern.
Der Ärger über verpasste Abschlüsse dagegen wäre vermeidbar, wenn entweder eine dichte Zugfolge herrscht oder man z.B. außerhalb eines starren Taktes passend zur Nachfrage fährt.

Aber gut, das ist alles Teufelszeug. Der ITF ist nicht infrage zu stellen. Und so muss der Ahlhorner nach Bremen immer in Oldenburg umsteigen, was eher Glücksspiel ist, weswegen er gleich wegbleibt. Und die Bad Nenndorferin darf auf den Weg nach Hannover immer in Haste umsteigen; durch den Regen Rampe runter und Treppe hoch - oder sie juckelt eine gute halbe Stunde länger rund um den Deister. Wobei sie bei Anschlussverlust in Haste genauso lange braucht und die hervorragende Aufenthaltsqualität genießen kann.


Schöne Grüße von jörg

Fuzzys eben...

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 30.07.20 01:34

Niederlausitzer schrieb:
>Die Bundesbahn heisst jetzt Deutsche Bahn. Und? Es ist die selbe Bude. Die haben nur das Tuerschild ausgewechselt.
Das ist doch völliger Quatsch. Aber manche wollen nicht begreifen, die leben geistig noch im Jahr 1985. Deswegen spare ich mich mehr dazu.

Jemand sagt "Bundesbahn" zur DB AG: Die Fuzzys sind empört! Wie blöd kann jemand sein?
Jemand sagt GEZ zur neuen Institution: ach, egal.
Und nein, das ist nicht völliger Quatsch. Es ist das selbe in grün. Im Fernsehforum wäre es sicher genau umgekehrt mit der Empörung.

Bei manchen Leuten endet der Tellerrand wirklich schon auf dem Radius der Untertasse. Und entlarvend, dass da mit zweierlei Maß gemessen wird: Eisenbahn <-> Rest der Welt.

Heiko

OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 30.07.20 01:42

Hey.


Strizie schrieb:
Die EU wird langfristig am Euro scheitern. Die Frage ist nur wie weit wird Deutschland noch gehen um den Euro zu retten.

Andere Staaten wie Niederlande oder Österreich usw. (die sparsamen fünf auch genannt) sind jedenfalls nicht mehr bereit Pleiteländer wie Italien oder Spanien langfristig am leben zu erhalten.

Auch die sogenannten Eurobonds (gemeinsame Schulden) sind nur ein Mittel um die totale Pleite weiter hinauszuschieben.

Die nächste Krise droht im Bankensektor u.a. wegen der tollen Negativzinsen. Eben jene merkt mittlerweile auch fast jeder Bürger in Deutschland, denn Girokonten ohne Gebühren werden kaum noch angeboten.

Gerade auf die deutschen Bürger werden bald noch höhere Abgaben hinzukommen und irgendwann wenn es keine Scheine oder Münzgeld mehr gibt greift der Staat einfach in die Taschen seiner Bürger um Schulden bezahlen zu können. In Zypern hat man das schon gemacht.
Ist ja alles soweit richtig. Das Euroende und der Zerfall der EU wird allerdings die Wohlstandsunterschiede drastisch erhöhen. Was schlussendlich wieder Krieg in Kerneuropa bedeuten wird. Und auch global betrachtet wird wieder zunehmende Armut für Wanderbewegungen sorgen, dagegen sind die derzeitigen paar hereinschneienden people of colour ein Klacks. Wird voll werden hier bei uns. ;-)

Spannend wird nur, wie so ein Krieg der Neuzeit aussehen wird.

Vermutlich hat der DB-Zug mit 17 kaputten Bundeswehr-Panzern dann 7 Stunden Verspätung wegen Signalstörung. Da steht dann der Osmane mitten in Franken und staunt, dass gar kein Gegner da ist. Während der am Bahndamm in Aschaffenburg dem Zug zuschauende Zentralafrikaner sich freut, weil er feststellt: ist ja eine Betriebsabwicklung wie bei mir zu Hause. Wenn dann auch noch das Wetter in Form von 10-Wochen-40-Grad-ohne Regen-Sommern mitspielt ... - der bleibt dann für immer hier. Und integriert uns Einheimische dann neu in unser Land.

Ich freu mich drauf!

Schöne Grüße von jörg

Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: Strizie

Datum: 30.07.20 18:44

bahnratefuchs schrieb:
Ist ja alles soweit richtig. Das Euroende und der Zerfall der EU wird allerdings die Wohlstandsunterschiede drastisch erhöhen. Was schlussendlich wieder Krieg in Kerneuropa bedeuten wird. Und auch global betrachtet wird wieder zunehmende Armut für Wanderbewegungen sorgen, dagegen sind die derzeitigen paar hereinschneienden people of colour ein Klacks. Wird voll werden hier bei uns. ;-)
Das ist doch schon längst der Fall mit den Wohlstandsunterschieden. Da braucht man auch gar nicht in andere EU-Länder schauen sondern nur nur vor die eigene Haustüre gehen.

Eine Alleinerziehende Mutter mit Kind kann froh sein, wenn Sie im Großraum Köln eine bezahlbare Wohnung bekommt trotz Vollzeitjob. Der Staat interessiert sich schon lange nicht mehr für die Alltagssorgen seiner Bürger.

Die Konzerne bzw. Firmen sind im Rahmen der Globalisierung nur noch auf maximalen Profit aus. Gespart wird natürlich bei den normalen Mitarbeitern mit weitreichenden Folgen aber auch das scheint die Politik nur sehr langsam zu kapieren. Je weniger Geld die eigenen Bürger in der Tasche haben desto weniger kann man investieren. Da wird dann eben an Sachen gespart, welche verhältnismäßig unwichtig sind. Da fahren dann die Leute z.B. eben lieber mit Flixtrain/Flixbus anstatt den ICE zu nehmen.

Was passiert wenn der Staat kaum bis gar nichts tut für seine eigenen Bürger kann man in Geschichtsbüchern oder Dokumentationen nachlesen bzw. anschauen.

Zitat
Spannend wird nur, wie so ein Krieg der Neuzeit aussehen wird.
Derzeit sieht man zumindest, dass viele immer mehr abstumpfen (Verrohung der Gesellschaft) und der Respekt gegenüber der Staatsgewalt (Polizei) abnimmt.

Das dürfte in Zukunft auch noch schlimmer werden, denn Arbeitslosigkeit und Ausbeutung der Arbeitskraft ruft im allgemeinen Frust hervor und diesen lassen die Leute dann irgendwo ab.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.07.20 22:42.

Der Unsinn des Sinn machens

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 30.07.20 23:49

M 262 schrieb:Zitat:
Andersrum würde die Frage Sinn machen.
Und ich dachte immer, dass man Sinn nicht macht, sondern dass der Sinn von sich heraus vorhanden ist...

Ich weiß, dass die Sprache lebt und sich dieser Nonsens eingebürgert hat, dennoch empfinde ich ihn störend.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]
Budeltier schrieb:
und ein Einsatz einer Drohne durch das ZDF, was über Bahnanlagen verboten ist.
Hallo,

ich denke mal, wir können uns sicher sein, dass das ZDF sich zuvor eine Genehmigung für den Drohnenflug geholt hat.


Grüße,

diezge

Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: kmueller

Datum: 31.07.20 18:05

bahnratefuchs schrieb:
Spannend wird nur, wie so ein Krieg der Neuzeit aussehen wird.

Vermutlich hat der DB-Zug mit 17 kaputten Bundeswehr-Panzern dann 7 Stunden Verspätung wegen Signalstörung. Da steht dann der Osmane mitten in Franken und staunt, dass gar kein Gegner da ist. Während der am Bahndamm in Aschaffenburg dem Zug zuschauende Zentralafrikaner sich freut, weil er feststellt: ist ja eine Betriebsabwicklung wie bei mir zu Hause. Wenn dann auch noch das Wetter in Form von 10-Wochen-40-Grad-ohne Regen-Sommern mitspielt ... - der bleibt dann für immer hier.
Der Zentralafrikaner eher nicht. Wo der herkommt, ist es zwar heiß, aber auch naß. Was für die Lebensmittelversorgung auch dringend nötig ist.

Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: kmueller

Datum: 31.07.20 18:08

Strizie schrieb:
bahnratefuchs schrieb:
Das Euroende und der Zerfall der EU wird allerdings die Wohlstandsunterschiede drastisch erhöhen. Was schlussendlich wieder Krieg in Kerneuropa bedeuten wird. Und auch global betrachtet wird wieder zunehmende Armut für Wanderbewegungen sorgen, dagegen sind die derzeitigen paar hereinschneienden people of colour ein Klacks.
Das ist doch schon längst der Fall mit den Wohlstandsunterschieden. Da braucht man auch gar nicht in andere EU-Länder schauen sondern nur nur vor die eigene Haustüre gehen.
Ja, die traditionellen neuzeitlichen Wohlstandsunterschiede zwischen 1., 2. und n.ter Welt fressen sich immer kleinräumiger in alle Strukturen hinein.

Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: Traumflug

Datum: 31.07.20 23:29

Strizie schrieb:
Die Konzerne bzw. Firmen sind im Rahmen der Globalisierung nur noch auf maximalen Profit aus. Gespart wird natürlich bei den normalen Mitarbeitern mit weitreichenden Folgen aber auch das scheint die Politik nur sehr langsam zu kapieren.
Das war schon vor 200 Jahren so. Keine Neuerung durch die Globalisierung.

Neu ist, wie weit man die Firmen gewähren lässt. Aus (angeblicher) Furcht vor fliehenden Wirtschaftsbossen hat man den Höchststeuersatz stark reduziert, Unternehmenssteuern reduziert, Gewerkschaften Steine in den Weg gelegt (z.B. diese neue Klausel für die GdL zwecks Unterbindung von Lokführerstreiks), Hartz IV mit entsprechendem Niedriglohnsektor eingeführt und noch diverses mehr. Man hat es fertig gebracht, ein Klima zu schaffen, in dem SPD, Linke, Gewerkschaften als Universal-Buhmann gelten während versagende Gaukler wie diverse Banken, Volkswagen, Lufthansa, beinahe unter Beifall mit vielen Milliarden versorgt werden.

Was den eigentlich notwendigen Zusammenbruch des Euros (nicht der EU) angeht: sehr unwahrscheinlich. Sehr viel wahrscheinlicher ist das Szenario, das man bei Bundesbahn/DB AG teilweise bereits beobachten kann: man mogelt sich bis zum Zusammenbruch immer weiter durch, dann lässt man klammheimlich bzw. unter Ausreden ("besondere Situation") Geld fliessen und irgendwann verkündet man, dass fliessendes Geld längst der Normalfall ist. Wobei "man" natürlich die Politik ist. Weitsicht völlig Fehlanzeige, man kratzt ständig an einem Abgrund entlang.

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Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: Strizie

Datum: 01.08.20 00:05

Traumflug schrieb:
Was den eigentlich notwendigen Zusammenbruch des Euros (nicht der EU) angeht: sehr unwahrscheinlich. Sehr viel wahrscheinlicher ist das Szenario, das man bei Bundesbahn/DB AG teilweise bereits beobachten kann: man mogelt sich bis zum Zusammenbruch immer weiter durch, dann lässt man klammheimlich bzw. unter Ausreden ("besondere Situation") Geld fliessen und irgendwann verkündet man, dass fliessendes Geld längst der Normalfall ist. Wobei "man" natürlich die Politik ist. Weitsicht völlig Fehlanzeige, man kratzt ständig an einem Abgrund entlang.
Der Euro wird zusammenbrechen. Italien ist praktisch auch schon Bankrott und Spanien geht es nicht wesentlich besser.

Griechenland konnte man noch am Leben erhalten, dass wird bei Italien oder Spanien kaum machbar sein.

Staaten wie die Niederlande oder Österreich werden irgendwann die Reißleine ziehen. Die sind halt nicht wie Deutschland bereit unter dem Motto "koste es was es wolle" den Euro zu retten.

Es ist eigentlich auch eine ganz einfache Rechnung. Wenige Nettozahler können nicht beliebig viele Nehmerländer stützen. Das sollte schon ein ausgewogenes Verhältnis haben.

Das der Goldpreis derzeit wieder steigt kommt ja nicht von ungefähr.


Mal schauen was die Zukunft bringen wird. Wenn die Grünen in die nächste Bundesregierung kommen sollten, wäre die Einführung von Eurobonds (gemeinsame Schulden) durchaus nicht unrealistisch. Die hoch verschuldeten Staaten wie Italien oder Spanien hätten das ja am liebsten schon jetzt gehabt. Genau das werden aber Staaten wie Niederlande oder Österreich denke ich nicht mitmachen.

Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: Traumflug

Datum: 01.08.20 00:26

Strizie schrieb:
Der Euro wird zusammenbrechen. Italien ist praktisch auch schon Bankrott und Spanien geht es nicht wesentlich besser.
Die Deutsche Bahn AG ist ebenfalls quasi bankrott. Dennoch bricht da nichts zusammen. Es fliesst einfach Geld. Sehr viel Geld. Bei der DB AG in Form von neuen Bauprojekten, Kupplungsumstellungen, ETCS-Einführung, Corona-Ausgleichen; bei Italien und Spanien in Form von Anleiheaufkäufen durch die EZB.

Diese Anleihenaufkäufe sind Ausgleichszahlungen durch die Hintertür. NOCH sind die als rückzahlbar deklariert, obwohl eine Rückzahlung aussichtslos ist. Allerdings tun negative Zahlen im Computer der EZB auch nicht weh, also werden sie dort Jahrzehnte bleiben. Verloren hat nur Griechenland, weil sie die schwächsten und die ersten waren.

P.S.:

Zitat
Es ist eigentlich auch eine ganz einfache Rechnung. Wenige Nettozahler können nicht beliebig viele Nehmerländer stützen. Das sollte schon ein ausgewogenes Verhältnis haben.
Innerhalb Deutschlands funktioniert das ja auch. Berlin notorisch pleite, Bayern und BaWü zahlen. Dennoch geht es allen gut. Hier ist das der Preis dafür, Teil der Bundesrepublik sein zu dürfen.

Eine Ebene höher sind Ausgleichszahlungen der Preis dafür, Teil des Euros sein zu dürfen. Und das rechnet sich. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Exportüberschüsse Deutschlands die Schulden der anderen EU-Länder sind. Würde man z.B. Spanien aus der EU hinaus werfen, ginge es der deutschen Wirtschaft entsprechend schlechter.

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.20 00:35.

Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: PotsdamerEiche

Datum: 01.08.20 07:28

Traumflug schrieb:
Zitat:
Würde man z.B. Spanien aus der EU hinaus werfen, ginge es der deutschen Wirtschaft entsprechend schlechter.
Genau, bekanntlich ging es Deutschland vor Gründung der EU oder auch der EG sooo schlecht und es wurde kein Auto oder andere Waren exportiert....
Deutschland bzw. das Deutsche Reich war schon ab den 1890ern der Exportweltmeister in Europa. Auch dank britischer Mithilfe...Stichwort "Made in Germany" :-)

Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: kmueller

Datum: 01.08.20 10:42

Strizie schrieb:
Traumflug schrieb:
Was den eigentlich notwendigen Zusammenbruch des Euros (nicht der EU) angeht: sehr unwahrscheinlich. Sehr viel wahrscheinlicher ist das Szenario, das man bei Bundesbahn/DB AG teilweise bereits beobachten kann: man mogelt sich bis zum Zusammenbruch immer weiter durch, dann lässt man klammheimlich bzw. unter Ausreden ("besondere Situation") Geld fliessen und irgendwann verkündet man, dass fliessendes Geld längst der Normalfall ist.
Der Euro wird zusammenbrechen. Italien ist praktisch auch schon Bankrott und Spanien geht es nicht wesentlich besser.

Griechenland konnte man noch am Leben erhalten, dass wird bei Italien oder Spanien kaum machbar sein.

Staaten wie die Niederlande oder Österreich werden irgendwann die Reißleine ziehen. Die sind halt nicht wie Deutschland bereit unter dem Motto "koste es was es wolle" den Euro zu retten.
In NL wie A werden die Kosten wie hier dem breiten Publikum aufgebürdet, aber es gibt dort nicht die 'weltmarktorientierten' Firmen, die von den Aufträgen aus Transfergeldern profitieren. Deswegen wächst dort wie hier die Skepsis auf Seiten der Zahler - aber nicht die Unterstützung durch Nutznießer.

Die Folgen davon, daß kleinere EU-Staaten beim Weltmarktmachtirrsinn nicht mitmachen dürfen bzw. können, beobachte ich schon seit Jahrzehnten. Sehr schön sieht man sie im Bahnwesen. Spanien hat weltweit pro Ew die meisten Kilometer Schnellfahrstrecke, woran deutsche und französische Konzerne prima verdient haben. Die Bahnnutzung in Spanien aber liegt unter derjenigen in Luxemburg, und das deutsche Bahnsystem sackt auf 3.Welt-Niveau ab. Niederlande und Austria dagegen haben... ja was wohl und was nicht? In anderen Bereichen läuft es ähnlich.

Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: kmueller

Datum: 01.08.20 10:53

Traumflug schrieb:
Strizie schrieb:
Der Euro wird zusammenbrechen. Italien ist praktisch auch schon Bankrott und Spanien geht es nicht wesentlich besser.
Die Deutsche Bahn AG ist ebenfalls quasi bankrott. Dennoch bricht da nichts zusammen. Es fliesst einfach Geld. Sehr viel Geld. Bei der DB AG in Form von neuen Bauprojekten, Kupplungsumstellungen, ETCS-Einführung, Corona-Ausgleichen; bei Italien und Spanien in Form von Anleiheaufkäufen durch die EZB.

Diese Anleihenaufkäufe sind Ausgleichszahlungen durch die Hintertür. Innerhalb Deutschlands funktioniert das ja auch. Berlin notorisch pleite, Bayern und BaWü zahlen.
Allerdings läßt sich eine solche Struktur nicht bis zu einem 'Endsieg' durchhalten.

Traumflug schrieb:
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Exportüberschüsse Deutschlands die Schulden der anderen EU-Länder sind. Würde man z.B. Spanien aus der EU hinaus werfen, ginge es der deutschen Wirtschaft entsprechend schlechter.
Bei Streichung der Transferleistungen würden Exportindustrie und Große(?) (Nachtrag:) Koalition mangelnde Solidariät 'mit Europa' beklagen. Die FDP (vor nicht allzulanger Zeit hätte ich hier noch 'AfD' hinzugefügt) würde fordern, stattdessen im eigenen Land einige weitere S21 zu bauen. Die Linken würden fordern, Reallöhne und damit indirekt die Produktion von Konsumgütern anzuheben. Kommunalpolitiker würden fordern, den Kommunen mehr Mittel für 'dringend nötige Investitionen' zu geben. Das alles (Nachtrag: mit Ausnahme der 'solidarischen' Fraktion) läuft bei den anderen 'Nettozahlern' schon, langfristig ist das nichts anderes als eine Art 'sanfter' Brexit.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.20 12:39.

Re: OT: Dann denk es auch zu Ende!

geschrieben von: Traumflug

Datum: 01.08.20 15:19

kmueller schrieb:
Traumflug schrieb:
Strizie schrieb:
Der Euro wird zusammenbrechen. Italien ist praktisch auch schon Bankrott und Spanien geht es nicht wesentlich besser.
Die Deutsche Bahn AG ist ebenfalls quasi bankrott. Dennoch bricht da nichts zusammen. Es fliesst einfach Geld. Sehr viel Geld. Bei der DB AG in Form von neuen Bauprojekten, Kupplungsumstellungen, ETCS-Einführung, Corona-Ausgleichen; bei Italien und Spanien in Form von Anleiheaufkäufen durch die EZB.

Diese Anleihenaufkäufe sind Ausgleichszahlungen durch die Hintertür. Innerhalb Deutschlands funktioniert das ja auch. Berlin notorisch pleite, Bayern und BaWü zahlen.
Allerdings läßt sich eine solche Struktur nicht bis zu einem 'Endsieg' durchhalten.
Natürlich nicht. In ein paar Jahren gibt's da wieder so eine Art Crash und drei Wochen später verkündet Merkel bzw. Nachfolger/in stolz, durch öffnen eines Geld-Fluttores die Situation gerettet zu haben. Und dann geht's in die nächste Runde.

Ich will auch gar nicht sagen, dass diese Strategie toll ist, ganz im Gegenteil. Eine Möglichkeit der Annäherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit an die anderen EU-Länder wäre z.B. auch, dass wir hier die Menschen wieder ordentlich bezahlen und so den Niedriglohnsektor abschmelzen. Wäre für die Wirtschaftszahlen nicht so toll, wohl aber für die Menschen.

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