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Der brandenburgische Landtagsabgeordnete Christian Görke (Fraktion DIE LINKE) hat eine Kleine Anfrage zum Probebetrieb Joachimsthal - Templin gestellt und Ende Juni eine Antwort der Landesregierung erhalten:
[www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de] [PDF; 0,2 MB; 2 Seiten]

Darin u.a.
Zitat
Fortführung der Verlängerung der Schorfheide-Bahn (RB63) zwischen Joachimsthal und Templin

Namens der Landesregierung beantwortet der Minister für Infrastruktur und Landesplanung die Kleine Anfragewie folgt:

Vorbemerkung des Fragestellers: Im Dezember 2018 wurde die Schorfheide-Bahn (RB63) von Joachimsthal nach Templin verlängert und damit eine neue Verbindung zwischen Ebers-walde und Templin geschaffen. Angekündigt wurde für diese Maßnahme zunächst ein Probebetrieb von drei Jahren. In der kürzlich veröffentlichten Ausschreibung für den Regionalverkehr im Netz Ostbrandenburg taucht die Verlängerung der RB63 bis Templin nicht bzw. nur als Fußnote auf.

1. Wie haben sich die Fahrgastzahlen seit Beginn des Probebetriebs entwickelt?


zu Frage 1: Die Fahrgastzahlen lagen zu Beginn des Probebetriebes bei etwa 100 Fahrgästen am Tag. Im Herbst 2019 nutzen etwa 160-170 Fahrgäste pro Werktag, an Spitzentagen im Ausflugsverkehr am Wochenende bis zu 200 Fahrgäste am Tag zumindest abschnittsweise den Probebetrieb der RB63 zwischen Templin und Joachimsthal.

2. Welche Fahrgastanzahl ist aus Sicht der Landesregierung für eine Verstetigung der Verlängerung erforderlich?

zu Frage 2: Die hierzu mit den kommunalen Gebietskörperschaften getroffene Vereinbarung sieht einen Zielwert von rund 2,78 Mio. Pkm im Jahr 2020 auf der Strecke Templin Stadt - Joachimsthal als Voraussetzung für eine Weiterbestellung vor. Dies entspricht etwa 300 Fahrgästen pro Tag je Kilometer Betriebslänge.

3. Inwiefern und unter welchen Rahmenbedingungen ist ein dauerhafter Betrieb der RB63 zwischen Joachimsthal und Templin im Rahmen der Ausschreibung und Vergabe des Netzes Ostbrandenburg vorgesehen bzw. möglich?

zu Frage 3: Die Vergabe des Netzes Ostbrandenburg sieht bei der RB63 einen Betrieb zwischen Eberswalde Hbf und Joachimsthal vor. Darüber hinaus ermöglichen die Vergabeunterlagen eine Verlängerung der Linie nach Templin Stadt - bei erfolgreichem Ausgang des Probebetriebes.

4. Welche Streckengeschwindigkeiten sind allgemein und an Bahnübergängen auf diesem Streckenabschnitt zugelassen?

zu Frage 4: Die Streckengeschwindigkeit liegt allgemein bei 60 km/h mit abschnittsweisen Beschränkungen auf 50 km/h.

5. Welche Maßnahmen wurden zur Erhöhung der zulässigen Streckengeschwindigkeiten und damit zur Attraktivitätssteigerung durch kürzere Fahrzeiten umgesetzt oder sind geplant?

zu Frage 5: Im Jahr 2004 wurde die Strecke soweit hergerichtet, dass die Fahrzeit von etwa 40 Minuten auf zirka 33 Minuten reduziert werden konnte. Zur Aufnahme des Probebetriebes erfolgte im Rahmen des Betreiberüberganges von der DB Netz AG zur Hanseatischen Infrastrukturgesellschaft mbH eine weitere infrastrukturelle Optimierung. Vor Ablauf des vereinbarten Probebetriebes sind Fördermaßnahmen des Landes zur Erhöhung der Streckengeschwindigkeit nicht geplant, da derartige Aufwendungen für einen derzeit bis Ende 2021 begrenzten Probebetrieb fiskalisch und förderrechtlich volkswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen wären.

6. Welche Maßnahmen sind darüber hinaus denkbar, um die Attraktivität der Verbindung und damit die Fahrgastzahlen zu steigern?

zu Frage 6: Im Vorfeld des Probebetriebes wurden bereits intensive Abstimmungen zugunsten eines erfolgversprechenden Angebotskonzepts durchgeführt. Es wurden Maßnahmen zur Abdeckung der Pendler-und Schülerverkehre sowie zur Anpassung des Busverkehrs mit den regionalen Partnern getroffen, da zur Erreichung des Zielwertes eine entsprechende Grundauslastung über das gesamte Jahr erforderlich ist. Zur Förderung des Freizeitverkehrs wurden und werden Marketingmaßnahmen vom Verkehrsunternehmen und denan-liegenden Kommunen durchgeführt. Dazu zählen zum Beispiel der „Schorfheide-Bahn Aktionstag“ am 22. Juni 2019 und die Herausgabe einer Ausflugsbroschüre durch die Nieder-barnimer Eisenbahn (NEB). Darüber hinaus ist im Fahrplan 2021 zwischen Templin und Joachimsthal von Montag bis Freitag ein zusätzliches Zugpaar am Abend geplant, mit Abfahrt gegen 19:40 Uhr in Templin Stadt und gegen 20:15 Uhr in Joachimsthal.

7. Bestehen auf dem betreffenden Streckenabschnitt Parallelverkehre mit Buslinien und falls ja, in welchem Zuschnitt und in welchem Umfang?

zu Frage 7: Der zuvor bestehende Taktverkehr mit Bussen der Linie 515 zwischen Templin und Joachimsthal wurde im Zusammenhang mit dem Probebetrieb deutlich reduziert. Die drei verbliebenen Fahrtenpaare auf der Gesamtstrecke ergänzen von Montag bis Freitag optimal das Zugangebot. Es handelt sich um eine tägliche Fahrt am frühen Morgen, wenn noch keine Züge verkehren, sowie zwei Fahrten zur Hauptverkehrszeit am Nachmittag. Da-durch wird zwischen 14 und 18 Uhr ein attraktives, stündliches Angebot für Pendler im Zusammenspiel von Bus und Bahn mit vergleichbaren Fahrzeiten hergestellt. Ergänzend werden auf Teilabschnitten zur Abdeckung des örtlichen Bedarfs einzelne Fahrten im Schüler-verkehr und durch Rufbusse angeboten.
Spannende Frage, ob wegen Corona der Probebetrieb evt. verlängert wird...!? Ansonsten scheint man ja noch deutlich von den gesetzten Grenzwerten für einen dauerhaften Betrieb entfernt...
Na also noch läuft der Betrieb ja bis 12/2021 ;-).

Ich bin vor Corona, letzten Sommer, die Strecke auch einmal gefahren. Die Auslastung war, obwohl tolles Wetter und Wochenende, eher "überschaubar".

Bei jetzt 7 Zugpaaren, sprich 14 Zügen, gibt es aktuell also nicht einmal 15 Fahrgäste je Fahrt ( zu Spitzenzeiten ).

Unglücklicher Zeitraum für Probebetrieb.

geschrieben von: Streckenrangierbezirk

Datum: 28.07.20 11:42

Hallo zusammen,

der Probebetrieb auf dem Streckenabschnitt Joachimsthal - Templin läßt sich meines Erachtens derzeit überhaupt nicht objektiv betrachten. Corona ist sicherlich ein Thema mit all seinen Auswirkungen, aber wie sind überhaupt die Rahmenbedingungen für einen entspannten Reiseverkehr in der Region? Lokal betrachtet verkehrt der Zug auf dem genannten Abschnitt zuverlässig, aber dann? Die ganze Region ist mittlerweile Jahre von andauernden Bauzuständen geplagt. Ständige Streckensperrungen mit SEV, langen Umstiegsaufenthalten oder geplatzten Anschlüssen machen das Reisen auf den Zulaufstrecken derzeit eher unattraktiv. Zwischen Berlin und Bernau dreht sich in regelmäßigen Abständen kein Rad, ein anderes Mal ist Bernau - Eberswalde - Angermünde betroffen, momentan wieder einmal Eberswalde - Bad Freienwalde - Wriezen. Oder der Knoten Templin oder Berlin - Oranienburg - Löwenberg. Es ist die reinste Odyssee. Wie soll sich da zuverlässig ein Produkt entwickeln?
Ich hoffe, diese Umstände werden bei der Beurteilung des Probebetriebes Berücksichtigung finden.

SRB
Hallo,
Ich hoffe sehr, dass sich die Fahrgastzahlen noch positiv entwickeln und es weiterhin die Möglichkeit gibt diesen Streckenabschnitt weiter zu bestellen.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich nicht alles unbedingt rechnen muss um einen Betrieb weiterhin zu gewährleisten.

Andere Streckenabschnitte von anderen Linien erfüllen auch nicht unbedingt 300 Fahrgäste pro Tag und werden trotzdem seit Jahrzehnten bedient.

Informatives zur Bahnstrecke Eberswalde-Frankfurt (Oder)
Besuchen unter: [www.eberswalde-ffo.de]
https://www.eberswalde-ffo.de/media/images/banner2.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.20 12:19.