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In Berlin laufen heute, morgen und übermorgen die Beratungen und Beschlüsse für den übergesetzlichen Lärmschutz an der Hinterlandanbindung Festen Fehmarnbeltquerung, namentlich der ABS/NBS Lübeck-Puttgarden.

Besonders strittig war und ist die Situation im Bereich der Ortsdurchfahrt Bad Schwartau: Die Kommune fordert ein Trogbauwerk mit bis zu 7 m Tiefe, das EBA empfiehlt die ursprüngliche Antragsplanung zu ebener Erde mit entsprechend hohen Schallschutzwänden. Das Ergebnis eines Vergleichsvorschlages, ein schneller und günstiger zu bauender Trog mit bis zu 3,2 m Tiefe, wurde von der Stadt Bad Schwartau nicht akzeptiert, woraufhin alles danach aussah, als ob nun auch Bahn und Bund sich wieder auf die ursprüngliche rein oberirdische Lösung zurückziehen.

Nun aber sieht ein Entschließungsantrag der beiden Koalitionsfraktionen von SPD und CDU/CSU doch eine Realisierung eben dieser "mitteltiefen" Kompromisslösung vor - ein 3,2 m tiefes Trogbauwerk für Bad Schwartau, laut dieses Presseberichts: [www.hl-live.de]

Wenn das so beschlossen wird, bleibt es spannend, ob man in der größten Stadt des Kreises Ostholstein den örtlichen Konfrontationskurs weiter beibehält, das "kleine Geschenk" verschmäht und stattdessen die gewünschte übergesetzliche Maximallösung einfordert, notfalls per Klage, man ist sich dort ja sicher, übergesetzliche Zusatzmaßnahmen aufgrund der örtlich "ganz besonderen" Situation einklagen zu können.
Sehr interessant!

Woher kommt denn der Gedanke, übergesetzliche Forderungen (also etwas, das gerade NICHT vom Gesetz vorgesehen ist) einklagen zu können? Klagen kann man nur nur gegen etwas, dass eine gesetzliche Grundlage hat, und die übergesetzlichen Forderungen können nur als politischer Kompromiss funktionieren
Moin, danke für den Link!

Mit den insgesamt 232,1 Millionen Euro wird eine Vielzahl von Maßnahmen finanziert. So stehen 100 Millionen Euro für den Wunsch nach Vollschutz zur Verfügung. Damit sollen möglichst alle Schutzfälle mit aktiven Lärmschutzmaßnahmen gelöst werden, die den Lärm direkt an der Quelle „einfangen“. 26,2 Millionen Euro stehen explizit für Maßnahmen des Erschütterungsschutzes zur Verfügung. In Bezug auf die problematische Situation in Bad Schwartau bekennt sich der Bund zum Ergebnis des Mediationsprozesses und stellt für einen 3,2m-Trog 50 Millionen Euro zur Verfügung. Abgerundet wird das Maßnahmenpaket unter anderem von der Ortsumfahrung Ratekau, die 10,1 Millionen Euro Mehrkosten mit sich bringt, sowie einem Betrag von 5 Millionen Euro für die Kommunen. Diese werden damit von den Kosten bei der Bahnhofsumgestaltung befreit.
[www.hl-live.de]

Wenn es so kommt, wie oben berichtet wird, haben sich der EU-Rechnungshof und der geschätzte User Henrik aber massiv verkalkuliert:

Henrik schrieb:
Zitat:
..mit 7 m tiefen Einschnitt auf einigen km Länge in Bad Schwartau,

"Die Kosten für die Erfüllung der über die Standardanforderungen hinausgehenden regionalen Lärmschutzanforderungen belaufen sich auf 1,185 Millionen Euro."

1,2 Mrd Euro Lärmschutz
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?002,9355432,9356125#msg-9356125
[www.eca.europa.eu] (S. 53)

Sollte Bad Schwartau den Kompromiss doch akzeptieren, was ich kaum glauben kann, wäre dies sehr zu begrüßen. Vor allem wäre es im Sinne der Pendler, die so auf anderthalb Jahre SEV verzichten können.

Viele Grüße
Abteil

+ Pro Reisekultur und intelligente Netzausbauten

- Contra grell ausgeleuchtete Großräume und Prestigebauten ohne Zielfahrplan




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.06.20 20:11.
Die Schwartauer Politik könnte zwar nicht ihr Gesicht wahren, da sie von ihren Maximalförderungen abkehren würden. Es wäre aber irrsinnig, dieses Angebot auszuschließen, da es dann vermutlich auf die 7m hohe Lärmschutzwand hinaus laufen würde.

Andere Frage: Was soll in Ratekau denn umfahren werden? Die Bestandstrecke läuft doch am Ortsrand.

Gruß Sebastian
Einfache Lösung, Bad Schwartau um 5 Kilometer umgehen und gut ist das, kostet wesentlich weniger.

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: Oberdeichgraf

Datum: 30.06.20 19:33

Hallo,
Dein Beitag vermischt kräftig Meldung und Meinung ohne klare Trennung.
Was das im Journalistendeutsch bedeutet, wirst Du vermutlich selbst wissen.
Eine wirkliche Neuigkeit ist das aber nicht, der halbe Trog war schon länger im Angebot.
Von der Kommunalpolitik samt Bürgermeister aber bereits Mitte Juni einstimmig abgelehnt:
"Bad Schwartau Das war’s mit dem 3,20-Trog in Bad Schwartau. Die Stadtverordnetenversammlung hat den Mediationsvorschlag zum Lärm- und Erschütterungsschutz entlang der geplanten Belt-Trasse offiziell abgelehnt. Der Vorschlag sah vor, die Gleise in bis zu 3,20 Meter Tiefe zu verlegen. Bad Schwartau beharrt aber weiter auf die Verlegung in sieben Meter Tiefe."
[www.ln-online.de]

Jetzt kommt meine persönliche Meinung zu dem Fall:
Nur ein echter tiefer Trog mindert den Krach auf ein akzeptables Niveau.
Etwas weniger Krach ins Haus zu bekommen, als "Geschenk" zu bezeichnen, ist schon bemerkenswert.
Legitime Interessen zu vertreten, ist auch kein "Konfrontrationskurs", sondern viel Krach macht die Menschen krank.
Die haben dort schon die Autobahn mit dem Transitverkehr am Hals, jetzt soll auch noch der Transitverkehr per Bahn hinzukommen.
Ich als Bürger oder Politiker dort hätte nicht nur einen Trog, sondern einen Tunnel bzw. voll gedeckelten Trog gefordert.
Bei den Milliarden für diese Bahnstrecke spielen die Mehrkosten nun auch keine Rolle mehr.
Aber mal schauen, ob da überhaupt was kommt: So stark wie jetzt, hat der Dänentunnel noch nie gewackelt.

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 30.06.20 19:43

Oberdeichgraf schrieb:
Hallo,
Dein Beitag vermischt kräftig Meldung und Meinung ohne klare Trennung.
Was das im Journalistendeutsch bedeutet, wirst Du vermutlich selbst wissen.
Eine wirkliche Neuigkeit ist das aber nicht, der halbe Trog war schon länger im Angebot.
Und die Neuigkeit ist, dass der Bund die Mehrkosten gegenüber der gesetzlich vorgeschriebenen Lösung übernimmt.

Zitat
Jetzt kommt meine persönliche Meinung zu dem Fall:
Nur ein echter tiefer Trog mindert den Krach auf ein akzeptables Niveau.
Etwas weniger Krach ins Haus zu bekommen, als "Geschenk" zu bezeichnen, ist schon bemerkenswert.
Legitime Interessen zu vertreten, ist auch kein "Konfrontrationskurs", sondern viel Krach macht die Menschen krank.
Die haben dort schon die Autobahn mit dem Transitverkehr am Hals, jetzt soll auch noch der Transitverkehr per Bahn hinzukommen.
Genau. Der Transitverkehr per Bahn kommt zurück. Mit E-Loks und leiserem Wagenmaterial als vor 23 Jahren, als mit Güterzügen auf der Seite der Autobahn erstmal Schluss war.
Von daher können die Bürger froh sein, wenn sie Lärmschutz für den Bahnverkehr bekommen. Aktuell stehen wir in Bad Schwartau nämlich genau 0 Meter Lärmschutzwand oder ähnliches an der Bahn. Die Autobahn lärmt dort übrigens rund um die Uhr.

Fordern kann man viel. Wenn man aber mehr bekommen soll, als einem rechtlich zusteht, sollte man es nicht übertreiben.

Gruß Sebastian

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: ICE 4

Datum: 30.06.20 20:19

Oberdeichgraf schrieb:
Hallo,
Dein Beitag vermischt kräftig Meldung und Meinung ohne klare Trennung.
Äh, das musst gerade du bemängeln? ^^ Die Antwort ist aber ganz einfach: DSO ist keine Zeitung. Ich hätte hier auch noch viel mehr Meinung gleich in den ersten Satz hineinmischen können.

Zitat
Eine wirkliche Neuigkeit ist das aber nicht, der halbe Trog war schon länger im Angebot.
Wie schon geschrieben wurde: Die große Neugikeit ist, dass der Bund den "halben" Trog nun wohl doch trotz Ablehnung seitens der Stadt Bad Schwartau finanzieren wird und eben nicht mehr alternativ die bisherige Antragsplanung mit den ganz hohen Schallschutzwänden durchboxt.

Zitat
Von der Kommunalpolitik samt Bürgermeister aber bereits Mitte Juni einstimmig abgelehnt:
"Bad Schwartau Das war’s mit dem 3,20-Trog in Bad Schwartau. Die Stadtverordnetenversammlung hat den Mediationsvorschlag zum Lärm- und Erschütterungsschutz entlang der geplanten Belt-Trasse offiziell abgelehnt. Der Vorschlag sah vor, die Gleise in bis zu 3,20 Meter Tiefe zu verlegen. Bad Schwartau beharrt aber weiter auf die Verlegung in sieben Meter Tiefe."
[www.ln-online.de]
Mitte Juni 2019, das war vor einem Jahr.

Zitat
Nur ein echter tiefer Trog mindert den Krach auf ein akzeptables Niveau.
Das ist grob falsch. Der Krach wird auch ohne jeden Trog auf die gesetzlich vorgeschriebenenm akzeptablen Werte gemindert und auch der tiefe Trog hättte nicht alle verbleibenden problematischen Schutzfälle lösen können, es wären immer noch auf den Trogwänden stehende Schallschutzwände und zusätzlich an einigen wenigen Gebäuden passive Maßnahmen wie Schallschutzfenster nötig geworden. Der für die übergesetzlichen Maßnahmen zugrunde zulegende "Vollschutz" aber besagt ja gerade, dass die Grenzwerte alleine mit den Maßnahmen an der Bahn eingehalten werden sollen, ohne bauliche Veränderungen irgendwelcher Gebäude, also alleine mit Schutzwänden o.ä.. Somit geht es bei der Frage, ob Trog oder ebenerdig ganz überwiegend um städtebauliche und optische Belange.

Zitat
Etwas weniger Krach ins Haus zu bekommen, als "Geschenk" zu bezeichnen, ist schon bemerkenswert.
Wenn man 250 Mio Euro fordert, einem 0 Euro zustehen, man am Ende trotzdem 50 Mio freiwillig und ohne rechtliche Verpflichtung bekommt - bzw. das bauliche Ergebnis eben dieser Summen - dann ist das definitiv ein Geschenk. Der Bund hätte auch einfach die Antragsplanung durchziehen können und wäre damit sehr, sehr, sehr wahrscheinlich durchgekommen.

Zitat
Die haben dort schon die Autobahn mit dem Transitverkehr am Hals, jetzt soll auch noch der Transitverkehr per Bahn hinzukommen.
Die - frisch lärmsanierte - Autobahn dort ist der beste Beweis, dass das mit dem Transitverkehr nicht so das Problem sein kann: Damit lebt man seit Jahrzehnten, genießt die Vorteile der optimalen Anbindung, stärkt sein Profil als Kur- und Gesundheitsstandort und erfreut sich durch die Decke schießender Grundstücks- und Immobilienpreise, auch im Einzugsbereich eben dieser Autobahn.

Weitgehend nicht verstanden wird ja auch, dass der Bahnausbau bedeutet, dass die Züge nicht lauter als derzeit werden, dank Schallschutz (und das egal ob mit Trog oder ohne), es werden lediglich mehr Züge.

Zitat
Bei den Milliarden für diese Bahnstrecke spielen die Mehrkosten nun auch keine Rolle mehr.
Ja genau, dann sollte man am besten eine bergmännisch zu bauende Untertunnelung planen, am Ende schreibt bei @Oberdeichgraf bei DSO dann wieder über die exorbitanten Kosten dieses Luxusprojekts...
Sebastian Berlin schrieb:
Andere Frage: Was soll in Ratekau denn umfahren werden? Die Bestandstrecke läuft doch am Ortsrand.
Das dürfte sich auf die derzeitige Trassenplanung beziehen, die ja noch weiter südlich vom Ort abgerückt wurde, also auf Höhe Blüchereiche in den Wald in Richtung Autobahn schwenkt und dort in Parallellage geht, statt mit dem Bestand gebündelt zu bleiben. Link zur Streckenkarte

Das ist aber schon länger Teil der Antragsplanung für die Planfeststellung und bisher wusste ich auch nicht, dass irgendetwas daran übergesetzlich sein sollte.
JumpUp schrieb:
Sehr interessant!

Woher kommt denn der Gedanke, übergesetzliche Forderungen (also etwas, das gerade NICHT vom Gesetz vorgesehen ist) einklagen zu können? Klagen kann man nur nur gegen etwas, dass eine gesetzliche Grundlage hat, und die übergesetzlichen Forderungen können nur als politischer Kompromiss funktionieren
Tjaaaa - man hat vor Ort eben eine ganz besondere, woanders noch nie dagewesene Situation mit ganz besonders hohen Empfindlichkeiten und vor allem auch städtebaulichen Schutzbedürfnissen, für welche die bestehenden Gesetz einfach nicht mehr angemessen sind. Und will das auch gutachterlich-wissenschaftlich nachweisen können. Glaubt man vor Ort und wird darin noch unterstützt durch gewisse Rechtsanwälte, welche bei einer Klage gute Erfolgsaussichten sehen und prompt damit beauftragt wurden. Denn das geht halt nicht, dass in einem "Bad" irgendwo im Wald eine Schallschutzwand steht und der umherschweifende Blick der dort lustwandelnden zahlreichen Kurgäste daran hängen bleibt und ein Stirnrunzeln auslöst - und die dann alle nie wieder kommen und am Ende nur noch tote, unbewohnbare Verkehrswüste zurück bleibt, verarmt, verödet, eingemauert. Da möchte man doch lieber einen 7 m tiefen Betonschacht quer durch den Ort gezogen haben, der ist einfach attraktiver.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.06.20 20:31.

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: Oberdeichgraf

Datum: 30.06.20 20:36

Hallo,
deine Beiträge weiter zu beantworten, ist für mich verschenkte Zeit.
Das Niveau im Forum ist eben sehr durchwachsen.
Da habe ich leider sinnvollere Dinge zu erledigen.

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: Henra

Datum: 30.06.20 20:54

Oberdeichgraf schrieb:
Die haben dort schon die Autobahn mit dem Transitverkehr am Hals, jetzt soll auch noch der Transitverkehr per Bahn hinzukommen.
Autobahn stillegen oder wenigstens in einen Tunnel verlegen?
Lustigerweise kommt bei einer Autobahn keiner auf die Idee.

Zitat
Ich als Bürger oder Politiker dort hätte nicht nur einen Trog, sondern einen Tunnel bzw. voll gedeckelten Trog gefordert.
Jo, kann man ja fordern. Kriegt man bloß nicht. Wenn es dumm läuft kriegt man am Ende gar nur den gesetzlich vorgeschriebenen Minimalschutz. Ist wie beim richtigen Pokern. Man kann Gewinnen und verlieren. Nur dann hinterher bitte nicht flennen.

Zitat
Bei den Milliarden für diese Bahnstrecke spielen die Mehrkosten nun auch keine Rolle mehr.
Jo iss' klar. Geld für die Bahn wächst in unserem Land ja auf Bäumen...

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: ICE 4

Datum: 30.06.20 20:54

Oberdeichgraf schrieb:
Hallo,
deine Beiträge weiter zu beantworten, ist für mich verschenkte Zeit.
Das Niveau im Forum ist eben sehr durchwachsen.
Da habe ich leider sinnvollere Dinge zu erledigen.
Sinnvoll wäre, wenn du dir einmal dieses Dokument [www.fehmarnbelt-dialogforum.de] durchliest. Für den Bereich der Ortsdurchfahrt Bad Schwartau besonders relevant ist die Zusammenfassung des Variantenvergleichs bezüglich der Troglösung in der Anlage, PDF-Seiten 54 bis 56 und 71/72.

Und die "mittlere" Troglösung soll nun sogar entgegen der Empfehlungen dieses Berichts beschlossen werden. Also nochmal 50 Mio Euro extra, obwohl EBA, BMV und DB dafür eigentlich schon die Daumen gesenkt hatten.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.06.20 20:58.

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: Leinetalbahner2006

Datum: 30.06.20 21:29

Extra Forum für den Deichgraf der gegen alles ist ! Auch gegen Beamte bei der Bahn.

Dieser Beitrag wurde aus Corona freien, digital abbaubaren bzw wieder verwertbaren Buchstaben geschrieben,

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 30.06.20 22:13

Ist halt auch bitter wenn die Politik die FBQ tatsächlich durchdrückt. Mit etwas Realismus hätte er das schon lange wissen können.
Die Aufgabe einer Behörde, wie dem EBA, ist es, zu überprüfen ob alle Regularien und Bestimmungen eingehalten werden.

Daher wird das EBA niemals (echte) übergesetzliche Forderungen befürworten, da sie übergesetzlich sind. Bei gesetzlichen Forderungen sieht dies natürlich anders aus.

Übergesetzliche Forderungen sind natürlich reine politische Entscheidungen - und das ist in diesem Handlungsrahmen relevant.

Vielleicht sollte die BILA nun ihren Lärmschutztunnel Einhausen - Lorsch (NBS Rhein/Main-Rhein/Neckar) umplanen.... Ein Trog dürfte dort eh nicht viel bringen. Ich verstehe es eh nicht, wie man dort einen Lärmschutztunnel übergesetzlich einfordert. Ich würde eher eine Lärmschutz einfordert, der die Autobahn mitabschirmt....Das wäre zudem auch viel günstiger und daher einfacher zu befürworten.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]
Ausbau der Bahn­strecke Ham­burg – Putt­garden beschäf­tigt den Bundes­tag

Liveübertragung: Donnerstag, 2. Juli, 19.55 Uhr

Der Bericht der Bundesregierung „über das Ergebnis der Vorplanung und der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung zur Ausbaustrecke/Neubaustrecke Hamburg – Lübeck – Puttgarden“ (19/19500, 19/19655 Nr. 7) ist am Donnerstag, 2. Juli 2020, Gegenstand einer halbstündigen Aussprache. Dazu wird eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur erwartet.

Der Ausbau beziehungsweise Neubau der Bahnstrecke Hamburg – Lübeck –Puttgarden (Maßnahme ABS/NBS Hamburg – Lübeck – Puttgarden – Hinterlandanbindung Feste Fehmarnbeltquerung) dient laut Bundesregierung der Zu- und Abführung der prognostizierten stark wachsenden Schienenverkehre nach Fertigstellung des Tunnels der Festen Fehmarnbeltquerung in der Region. Vorgesehen ist dem Bericht zufolge der zweigleisige Ausbau zwischen Bad Schwartau und Puttgarden mit einer Streckenlänge von 88 Kilometern (55 Kilometer Neubau) sowie die Elektrifizierung zwischen Lübeck und Puttgarden.

„Anforderungen an Umweltverträglichkeit erfüllt“

Das Land Schleswig-Holstein habe von 2010 bis 2014 ein Raumordnungsverfahren nach Paragraf 14 des Landesplanungsgesetzes durchgeführt, heißt es in der Vorlage. Der Lösungsvorschlag des Raumordnungsverfahrens sei in der weiteren Planung vor allem im Hinblick auf Umweltverträglichkeit optimiert worden und und sei nun die bevorzugte Variante. Sie diene dazu, das Projektziel zu erreichen und erfülle die gesetzlichen Anforderungen an die Umweltverträglichkeit.

Aufgrund des „maßvollen Umgangs“ mit Forderungen aus der Region geht das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) den Angaben zufolge davon aus, „dass mit der Vorzugsvariante die erforderliche Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit eingehalten wird. Der Projektbeirat erhebe zusätzliche Forderungen zur Vorzugsvariante, „die über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen und folglich in der Vorzugsvariante nicht berücksichtigt werden konnten“, heißt es in dem Bericht. Die Forderungen bezögen sich im Wesentlichen auf weitere Lärmschutzmaßnahmen an der Strecke, die das gesetzlich normierte Maß „deutlich“ überstiegen.

Bundesamt warnt vor „erheblichen Mehrkosten“

Sollten diese Forderungen umgesetzt werden, würde dies laut EBA zu erheblichen Mehrkosten, einem geringeren Nutzen-Kosten-Verhältnis und einer längeren Bauzeit von bis zu sieben Jahren führen. Angesichts dessen könnten die zusätzlichen Forderungen der Region nicht zur Umsetzung empfohlen werden.

„Die Empfehlung lautet daher, die zuvor beschriebene Vorzugsvariante der DB Netz AG für die weiteren Planungen zu Grunde zu legen“, heißt es in der Unterrichtung. (hau/29.06.2020)

[www.bundestag.de]

Dokumente:

19/19500 - Unterrichtung: Bericht über das Ergebnis der Vorplanung und der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung zur Ausbaustrecke/Neubaustrecke Hamburg - Lübeck - Puttgarden - 28.05.2020

19/19655 - Unterrichtung: über die gemäß § 80 Absatz 3 und § 92 der Geschäftsordnung an die Ausschüsse überwiesenen Vorlagen (Eingangszeitraum: 30. April bis 28. Mai 2020) - 29.05.2020

--

Die Bundestagsdrucksache 19/19500 war in vorhergehenden Thread bereits erwähnt, ist auch in der Mediathek des Dialogforums verlinkt,
ihr sind auch die GWU und GWP des Projekts (mit als auch ohne neue Fehmarnsundquerung) zu entnehmen, nebst Aufschlüsselung.

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: Zugsicherer

Datum: 01.07.20 05:36

Henra schrieb:
Autobahn stillegen oder wenigstens in einen Tunnel verlegen?
Lustigerweise kommt bei einer Autobahn keiner auf die Idee.
Keiner? Die A39 verläuft in Braunschweig in den Bereichen Heidberg und Lindenbergsiedlung mit den Fahrbahnen Richtung Wolfsburg aus Lärmschutzgründen im Tunnel.

Gruß,
Sven

Re: Keine wirkliche Neuigkeit

geschrieben von: Henrik

Datum: 01.07.20 05:43

Zugsicherer schrieb:
Henra schrieb:
Autobahn stillegen oder wenigstens in einen Tunnel verlegen?
Lustigerweise kommt bei einer Autobahn keiner auf die Idee.
Keiner? Die A39 verläuft in Braunschweig in den Bereichen Heidberg und Lindenbergsiedlung mit den Fahrbahnen Richtung Wolfsburg aus Lärmschutzgründen im Tunnel.
oder auch der Hamburger Deckel, die Einhausung der A7 über knapp 4 km Länge.
Oberdeichgraf schrieb:
Ich als Bürger oder Politiker dort hätte nicht nur einen Trog, sondern einen Tunnel bzw. voll gedeckelten Trog gefordert.
Bei den Milliarden für diese Bahnstrecke spielen die Mehrkosten nun auch keine Rolle mehr.
Die Forderung vor Ort ist ja durchaus verständlich, haben auch entlang der Trasse aktuell schon die höchste Lärmbelastung.

Die Mehrkosten spielen aber durchaus eine Rolle.
Lies Dir mal die Unterrichtung durch die Bundesregierung durch (BT Drucksache 19/19500):

2.3.4 Kosten (Wirtschaftlichkeit)

Im Ergebnis der Vorplanung erfordert das Vorhaben einschließlich Fehmarnsundquerung Baukosten von rund 1.660 Mio. Euro und Planungskosten von rund 396 Mio. Euro.

Die DB Netz AG hat zusätzlich eine Gesamtwertprognose ermittelt, die weitere anhand von statistisch ermittelten Risikokennwerten quantifizierte mögliche Risiken einbezieht. Damit soll der systembedingt sich im Projektverlauf erhöhende Wert der Investitionskosten durch eine robuste Prognose der mutmaßlichen Projektendkosten ersetzt werden. Die Gesamtwertprognose (GWP) für das Vorhaben einschließlich Fehmarnsundquerung beträgt 3.488 Mio. Euro. Die Differenz ergibt sich aus zusätzlichen Baukostenrisiken von rund 782 Mio. Euro und Nominalisierungskosten von rund 648 Mio. Euro.

Das BMVI hat die ABS/NBS Hamburg – Lübeck – Puttgarden 2020 unter Berücksichtigung der Vorplanungsergebnisse einschließlich der Fehmarnsundquerung erneut bewertet. Im Ergebnis dieser Untersuchung ergibt sich unter Ansatz des im BVWP üblichen Risikozuschlags von 10% eine positive Wirtschaftlichkeit (Nutzen-Kosten-Verhältnis - NKV) von 1,2.

Eine vollständige bzw. weitgehende Umsetzung der zusätzlichen Forderungen der Region würde jedoch dazu führen, dass das Nutzen-Kosten-Verhältnis unter 1 fällt und eine Wirtschaftlichkeit der Gesamtmaßnahme nicht mehr gegeben wäre. Dem Vorhaben wäre damit die gesetzliche Realisierungsgrundlage entzogen.

[...]

Unter Berücksichtigung der ursprünglichen Trogforderung der Stadt Bad Schwartau (7 Meter tiefen Trog, Mehrkosten von 267,6 Mio. Euro), ergibt sich eine Gesamtforderungssumme von 599,8 Mio. Euro und somit ein NKV von unter 1.
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