DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 01 - News 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
News und aktuelles Betriebsgeschehen - Fragen sind keine News, können aber in den anderen Foren gerne gestellt werden. Für Updatemeldungen von Websites bitte das Forum Bahn und Medien verwenden.
Seiten: 1 2 3 4 All Angemeldet: -

Re: [HE]: Reaktivierungskandidaten in Hessen

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 22.05.20 19:51

Torsten87 schrieb:
Zitat:
Mir ist es völlig unverständlich, wie man diese Strecke zwischen dem nordhessischen Oberzentrum und einer Kreisstadt mit 20k Einwohnern überhaupt stilllegen und 35 Jahre lang nicht reaktivieren konnte und stattdessen dem Autobahnbau geopfert hat. Gerade unter den heutigen Voraussetzungen (RegioTram, Reaktivierung der Strecke zum Eschweger Stadtbahnhof) könnte man da eine attraktive stündliche Verbindung etablieren. Zumindest die Reaktivierung bis Kaufungen oder Hessisch-Lichtenaus ist aber noch im Rennen und würde auch Sinn machen.
Interessant dass du die (verkehrs)politischen Änderungen in Deutschland überhaupt nicht mitbekommen hast...
Zum Zeitpunkt der Entscheidung für Eschwege Stadt war der Autobahnbau schon längst im Gange.

Torsten87 schrieb:
Zitat:
Verlängerung der Straßenbahn nach Elgershausen würde wenig Sinn machen, eine Reaktivierung des Zugverkehrs Kassel-Baunatal auf der direkten Trasse über Nordshausen hingegen schon. Das würde die Anbindung der 33k-Einwohner-Stadt Baunatal an den ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe wesentlich verbessern. Problem könnte nur die dichte Belegung mit den VW-Güterzügen sein.
Nein, das Problem ist die Einfädelung in den Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, da man hier viel befahrene Gleise kreuzen bzw. (über-/unter-)queren müsste.

Torsten87 schrieb:
Zitat:
Ist schon sehr ironisch, das Vorhaben als Reaktivierung zu bezeichnen - mit der alten Herkulesbahn hätte diese Neubaustrecke nur wenig gemein, aber ja, grundsätzlich sehr sinnvolles Vorhaben, um das Druseltal vom Autoverkehr zu entlasten und die oft chaotische Parkplatz-Situation am Herkules zu entspannen.
Hier gibt es ein enormes politisches Interesse an einer Wiederherstellung der Anbindung zum Herkules. Sowohl in der Stadt als auch durch das Land und natürlich durch Fahrgastverbände. Deswegen steht es drin. Zudem ist es kein völliger Neubau sondern eine abschnittsweise Reaktivierung - ähnlich der Aartalbah, die ja eine neue Innenstadtanbindung in Wiesbaden und Bad Schwalbach bekommen soll.


Torsten87 schrieb:
Was mich wundert, ist, dass es im Raum Nordhessen nicht noch einen weiteren naheliegenden Reaktivierungs-Kandidaten gibt: Die Söhrebahn nach Lohfelden. Die Trasse ist zumindest in Kassel und Ochshausen noch weitgehend erhalten, da sie seit der Stilllegung für eine eventuelle Straßenbahn-Trasse freigehalten wird, die bislang aber nicht realisiert wurde. Eine Regiotram bis Ochshausen oder Vollmarshausen würde .E. Sinn machen und wäre ohne zu großen Aufwand machbar.
Wurde mehrfach politisch von Lohfelden verhindert. Insofern ist das Interesse außerhalb des NVV und der Stadt Kassel nicht vorhanden... Es sollte tatsächlich eine RegioTram werden, aber nun hat man die Endstationen Holländische Straße und Auestadion.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: [HE]: Reaktivierungskandidaten in Hessen

geschrieben von: Ruhrthaler

Datum: 22.05.20 20:21

Hallo Black eyed,

Da stimme ich dir gerne zu, was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass eine schematische Betrachtung am grünen (grauen?) Tisch selten etwas bewirkt, der Druck und die Leidenschaft muss von unten (sprich von vor Ort) kommen, siehe Wiehltalbahn, Steigerwaldbahn o.ä., dann haben auch totgesagte Strecken eine Chance. Notwendig bleibt aber, dass die Strecke ein reales Verkehrsbedürfnis abdeckt, im Idealfall sowohl im PV als auch im GV. Regionale Infrastrukturbetreiber sind da meist viel näher an den Kunden (Gewerbebetriebe) als die DB-Netz AG, diese sind aber nicht überall mehr vorhanden.

LG Ruhrthaler

Re: [HE]: Reaktivierungskandidaten in Hessen

geschrieben von: Torsten87

Datum: 23.05.20 12:45

kariadsko schrieb:
Henra schrieb:
PotsdamerEiche schrieb:
Ich frag mich wirklich nochmals warum diese Arbeitsgruppe solche Strecken in die Liste nimmt?

Entwidmet, abgebaut, überbaut!
Naja, das verkehrliche Potenzial zu betrachten ist erst mal sinnvoll. Das kann theoretisch auch bei einer abgebauten Strecke hoch sein. Natürlich sind die Hürden in so einem Fall deutlich höher, vor allem, wenn sie entwidmet ist. Wenn ein hoher verkehrlicher Nutzen da ist, kann das aber trotzdem sinnvoll sein. Kostet dann halt mehr und dauert länger.
Dafür gibt es dann ja die NKU.
Richtig - aber wo ist dann noch der Unterschied zu einem kompletten Neubau an Stellen, wo nie eine Bahn lag?

Dann sollte man auch solche Strecken untersuchen. Wabern - Homberg wurde hier ja schon genannt und sieht mir durchaus lohnend aus; in Nordhessen fiele mir beispielsweise auch noch Hofgeismar - Bad Karlshafen mit Anschluss an die Sollingbahn ein, was der Region im Wesertal um Höxter eine schöne Verbindung nach Kassel servieren würde. Oder scheitert das schon daran, dass dann sowohl Niedersachsen als auch Nordrhein-Westfalen mitspielen sollten?
Eine Strecke Hümme- Bad Karlshafen gab es ja vor langer Zeit schon mal (nur leider nicht mit Anschluss an die Sollingbahn), und die Trasse ist noch weitgehend unverbaut als Radweg erhalten. Das wäre m.E. schon auch ein lohnenswerter Reaktivierungs-Kandidat, aber wohl leider äußerst unwahrscheinlich. Wenn man in dem Zusammenhang noch die Strecke Holzminden-Wehrden reaktivieren würde, hätte men in der Tat eine schöne Verbindung Kassel-Holzminden-Kreiensen, zudem könnte die Strecke sogar als Umleitung und Entlastung für die Nord-Süd- und Main-Weser-Bahn dienen.

Re: [HE]: Reaktivierungskandidaten in Hessen

geschrieben von: Torsten87

Datum: 23.05.20 12:48

Ruhrthaler schrieb:
Tach zusammen,

Hofgeismar - Bad Karlshafen wäre in der Tat eine interessante Verbindung, liegt m.E. auch komplett in Hessen, aber sinnvoll nur durch Verlängerung der Regiotram. Da hat der Bund vermutlich keine Aktien im Spiel, es müsste sich ein regionales Infrastrukturunternehmen finden und die Strecke neu errichten.

Ganz grundsätzlich: Reaktivierungen machen nur dort Sinn, wo der politische Wille vor Ort gegeben ist, alles andere ist vertane Mühe, leider.

LG Ruhrthaler
Ja, Bad Karlshafen ist der nördlichste Zipfel Hessens. Und eine neue Trasse wäre nicht nötig, die alte Carlsbahn-Trasse Hümme-Karlshafen ist noch weitgehend unverbaut vorhanden. Schwierig würde nur die Situation in Karlshafen werden, denn der alte Bahnhof Bad Karlshafen l.U. ist mit einem Schulgelände überhaut, und ein Lückenschluss zur Sollingbahn würde schwierig werden.

Re: [HE]: Reaktivierungskandidaten in Hessen

geschrieben von: meister-röhrich

Datum: 26.05.20 13:31

Hallo,

ich ziehe als Resümee dieses Beitrags für mich die Erkenntnis, dass es viele Strecken in Hessen gibt, deren Reaktivierung im Sinne der Bürger wäre und leider nur sehr wenig davon umgesetzt wird. Wie ich schon nannte ist die Verteilung der Entscheidung auf die kreisfreien Städte und Landkreise in meinen Augen das Grundproblem. In vielen anderen Bundesländern auch mit weniger Geld in der Landeskasse wird deutlich bessere Verkehrspolitik gemacht als in Hessen.

Ob irgendwann mal eine Besserung eintritt, daran habe ich meine Zweifel!

Wieviele Strecken oder ehemalige Strecken jetzt untersucht werden ist eigentlich unerheblich. Alleine wirkliche Bemühungen zur Reaktivierung bringen etwas. Abgebaute und teilweise überbaute Trassen sind das traurige Ergebnis hier in Hessen und leider nicht nur hier.
Darum sollte um jede noch existierende Strecke (mit Widmung) gerungen werden, damit diese in bessere Zeiten gerettet werden kann!

Euch allen wünsche ich viel Gesundheit!

Freundliche Grüße
Klaus Röhrich

Re: Realismus hinsichtlich Reaktivierungen

geschrieben von: bauigel

Datum: 27.05.20 14:52

Zp9b an Gleis 9 3/4 schrieb:
Welcher Mehrwert durch das permanente 'bong, bong' während die Schranken geschlossen sind entstehen soll, vermag sich mir nicht zu erschließen.

Das ist dazu, dass diejenigen, die Schranken und Rotlicht nicht sehen, nicht in die Schranke krachen... ;-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.05.20 14:52.

Re: Realismus hinsichtlich Reaktivierungen

geschrieben von: Patrick Rehn

Datum: 27.05.20 16:12

Hallo zusammen.

bauigel schrieb:
Zp9b an Gleis 9 3/4 schrieb:
Welcher Mehrwert durch das permanente 'bong, bong' während die Schranken geschlossen sind entstehen soll, vermag sich mir nicht zu erschließen.

Das ist dazu, dass diejenigen, die Schranken und Rotlicht nicht sehen, nicht in die Schranke krachen... ;-)
Das muss man gar nicht ironisch sehen, sondern mit einem ernsten Hintergrund und zugleich einem sehr deutlichen Signal: Nämlich an jene, welche nicht vollkommen gesund und ihrer fünf Sinne mächtig sind.

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit sah man geistig oder körperlich Behinderte seltener als dies heute der Fall ist. Um diesen Menschen, egal welcher Art ihre Einschränkung auch sein mag, trotzdem ein halbwegs normales und eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen ist es notwendig Vorkehrungen oder wo nötig Änderungen an Verkehrsmitteln, deren baulichen Anlagen sowie bei Sanitärbereichen und Geschäften in den Städten und Gemeinden umzusetzen oder zumindest langfristig vorzusehen. Andernfalls verkommt die gern und oft strapazierte Formel der offenen Gesellschaft zur Farce, wenn es noch nicht mal möglich ist einem sehbehinderten Fahrgast oder Fußgänger den gefahrlosen Weg über eine Straße oder einen Bahnübergang zu ermöglichen.

Viele "Annehmlichkeiten" nehmen gesunde Menschen übrigens dankend und ohne große Wertschätzung im Gegenzug gerne an, obwohl sie gar nicht die "Zielgruppe" sind bzw es für sie gedacht war (Rampen oder Fahrstühle statt Treppen, ebenerdige Einstiege, großzügige Einstiegsbereiche, große rollstuhltaugliche WC-Kabinen, ...).

Gleichwohl muss ich allerdings einschränken, dass man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten darf indem man die Anwohner eines Bahnübergangs ganzjährig mit der akustischen Untermalung der geschlossenen Schranken beglückt. Wünschenswert wären auch hier technische Lösung, die entsprechend reagieren wenn sich jemand mit einer Beeinträchtigung einem potentiellen Gefahrpunkt nähert. Etwas Ähnliches gibt es meines Wissens nach bereits als App für sich nährende Straßenbahnen. Warum sollte das umgekehrt nicht ebenfalls funktionieren? 😉

Mfg

Einen Teil meiner Fotos rund um Eisenbahn & Co findet man
HIER

Re: [HE]: Reaktivierungskandidaten in Hessen

geschrieben von: Patrick Rehn

Datum: 27.05.20 16:20

Hallo zusammen.

meister-röhrich schrieb:
Hallo,

ich ziehe als Resümee dieses Beitrags für mich die Erkenntnis, dass es viele Strecken in Hessen gibt, deren Reaktivierung im Sinne der Bürger wäre und leider nur sehr wenig davon umgesetzt wird. Wie ich schon nannte ist die Verteilung der Entscheidung auf die kreisfreien Städte und Landkreise in meinen Augen das Grundproblem. In vielen anderen Bundesländern auch mit weniger Geld in der Landeskasse wird deutlich bessere Verkehrspolitik gemacht als in Hessen.

Ob irgendwann mal eine Besserung eintritt, daran habe ich meine Zweifel!

Wieviele Strecken oder ehemalige Strecken jetzt untersucht werden ist eigentlich unerheblich. Alleine wirkliche Bemühungen zur Reaktivierung bringen etwas. Abgebaute und teilweise überbaute Trassen sind das traurige Ergebnis hier in Hessen und leider nicht nur hier.
Darum sollte um jede noch existierende Strecke (mit Widmung) gerungen werden, damit diese in bessere Zeiten gerettet werden kann!

Euch allen wünsche ich viel Gesundheit!

Freundliche Grüße
Klaus Röhrich
Ich stimme zu, natürlich wären mehr Strecken immer besser. Doch dies wird, wie wir bereits ebenfalls im Beitragsbaum festgestellt haben, nur dort gelingen wo es - im besten Fall - ein breites Bündnis von Bürgern, Wirtschaft und Politik gibt. Selbst eine der drei Gruppen kann unter Umständen den Stein bzw Zug bereits ins Rollen bringen.

Wenn allerdings niemand da ist, der sich dafür einsetzt wird es schwierig - und öffentliche Gelder gehen eben in solche Projekte, für die entsprechend getrommelt wird. Egal ob von Politik, Unternehmen oder Bürgern...

Mfg

Einen Teil meiner Fotos rund um Eisenbahn & Co findet man
HIER

Re: [HE]: Reaktivierungskandidaten in Hessen

geschrieben von: lll

Datum: 04.06.20 11:06

In weniger stark besiedelten Gebieten, müsste die NKU-rechnung und Bewertung anders gestaltet werden. Der Umweltfaktoe müsste ein särkeres Gwicht bekommen. man müsste mal Untersuchungen für manche Strecken machen, wie sich auch die Wirtschaft im Umfeld einer Strecke entwickelt, wenn man sie wieder reaktiviert.

Re: [HE]: Reaktivierungskandidaten in Hessen

geschrieben von: Befuerworter

Datum: Heute, 10:04:46

Auch hier hatte ich leider einen Reaktivierungskandidaten übersehen, den ich jetzt nachgetragen habe. Allerdings ist es mir keine eindeutige Identifizierung gelungen, welche Seite der Strecke zwischen Wega und Korbach reaktiviert werden soll, ich würde aber aufgrund der Nähe zu Kassel auf eine Verlängerung von Wega aus tippen:

- Strecke 3944, Wega - Brilon Wald, vermutlich Verlängerung von Wega nach Bergheim mit 9,3 km Länge
Seiten: 1 2 3 4 All Angemeldet: -