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Re: DB: Im Eiltempo in die Krise

geschrieben von: TGV4402

Datum: 15.05.20 17:45

Die Züge scheinen sich langsam wieder zu füllen. In dem ICE der die Hirschkuh überfahren hat, sollen immerhin ca 100 Reisende gewesen sein.

Gehalt des Vorstandes wird halbiert

geschrieben von: Henrik

Datum: 15.05.20 18:00

Alibizugpaar schrieb:
Herr Weselsky (GDL) möchte jedenfalls eine Verteilung der Lasten auf das Personal verhindern.

Eines dürfte wohl klar sein: Wer als Normal-Angestellter einen einfachen Lohn verdient kann für sein tägliches Leben und das seiner zu ernährenden Familie auf weniger verzichten als jene Manager, die jeden Monat das vier, fünf, sechsfache bekommen. Beide müssen bei Netto und Rewe oder an der Tankstelle die gleichen Preise bezahlen.
..und das wars dann auch.

Über Halbierung des Gehalts wird sich kein Manager freuen
und zudem stehen sie auf der Abschussliste..

[www.tagesspiegel.de]

Re: Motzen?

geschrieben von: Henra

Datum: 15.05.20 18:44

Ladehilfe schrieb:
Früher dienten die Überbringer schlechter Nachrichten als Löwenfutter.
Hach, das waren noch Zeiten! ;-)

Dann würde es hier aber ruhig werden (o.w.T)

geschrieben von: BR146106

Datum: 15.05.20 18:48

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Re: DB: Im Eiltempo in die Krise

geschrieben von: ingo st.

Datum: 15.05.20 19:35

TGV4402 schrieb:
[www.spiegel.de]

<>

<>
Wo sind die News im 5. DSO-Thread zur Staatsknete für S21, mieses Cargo, Überschuldungsgrenze, Investitionen in Netz und neue ICE und ein bischen Corona.

Liquiditätsprobleme? Insolvenzverschleppung?
Sprich Pofallala!

Re: Was wäre denn deiner Meinung nach angemessen?

geschrieben von: matzehbs

Datum: 15.05.20 21:31

Ost-Lok-Fan schrieb:
Hallo

entspricht 48.700€ im Monat. Was wäre denn deiner Meinung nach weniger "irre" und angemessen?

So treibst du hier nur eine Neiddebatte voran.

Gruß Uwe
Da gibt es nichts zu "beneiden" und auch nichts zu debattieren. Es steht denjenigen doch zu! Sind sie selbst betroffen, dass Sie mit Ihrem "Neid" als Verteidigung um die Ecke kommen?

Ob das angemessen ist, sollte man angesichts der seit mittlerweile Jahrzehnte andauernden gleichen Probleme und der massiven staatlichen Unterstützung tatsächlich hinterfragen. Und ob das angemessen ist, wenn eine finanzielle Krise ins Haus steht erst recht. Aber das würde ja ein paar Antworten weiter oben schon erörtert.

Re: DB: Im Eiltempo in die Krise

geschrieben von: Strizie

Datum: 15.05.20 22:24

Acobono schrieb:
Nein und nein.

Zum ersten betreibt man ja offensichtlich nicht mehr den Verkehr nur mit HGV-Zügen, sonst würde der Teppich-RE der mit roter Schürze durch die Gegend gondelt nicht existieren.
Auf den Hauptrouten soll in Zukunft nur noch mit ICE gefahren werden bis auf ganz wenige Ausnahmen. Eine davon ist die IC 2-Linie Köln-Dresden im Abschnitt Köln-Hannover.

Zitat
Zum dritten hat man das Bindesegment im Interregio bewusst stillgelegt, obwohl es aktuell in einigen wenigen Fällen als IRE-Segment noch existiert. Allerdings wird dieses neue Segment - zurecht - wie Nahverkehr behandelt und entsprechend bestellt, ergo nicht DB Fernverkehr, auch wenn ich z.B. Berlin-Hamburg oder Ulm - Basel jetzt nicht gerade als Nahverkehr bezeichnen würde.
Damit holt man sich aber selbst Konkurrenz ins Haus durch subventionierten Nahverkehr. Warum sollten die Kunden auch Fernverkehr nutzen wenn der Nahverkehr fast gleichschnell ist. Wohin so was führt hat man eben bei den IR-Linien gesehen welche im Wechsel mit RE-Zügen fuhren bei identischen Fahrzeiten.

Genau das nimmt immer mehr Ausmaße an.

Mal ein Beispiel.

Früher dauerte die Fahrt im Nahverkehr von Köln nach Frankfurt ca. 4 Stunden und der Anschluss in Koblenz Hbf vom RE 6 auf den RE Koblenz - Wiesbaden - Frankfurt ist keineswegs eine sichere Sache gewesen.

Heute dagegen benötigt man mit RE 5 (Köln - Koblenz) und RE 2 (Koblenz - Mainz - Frankfurt) nur ca. 3 Stunden 20 Minuten bei angenehmen 20-25 Minuten Umsteigezeit in Koblenz Hbf.

Der schnelle Nahverkehr kanibalisiert somit immer mehr den Fernverkehr.

Die DB AG hat von diesen subventionierten Verkehren ja nur etwas, wenn diese die Ausschreibungen gewinnt doch das ist nicht immer der Fall.

Die DB AG hätte aber viel mehr gewonnen, wenn diese Nahverkehrskunden welche die RE benutzen bei sich im eigenwirtschaftlichen Fernverkehr fahren würden. Die Annerkennung von Verbundtickets mittels Ausgleichzahlung ist natürlich der bequeme Weg stellt aber eine Subevntionierung dar. Diese könnte man wie früher (man erinnere sich an den IR-Zuschlag) mit Zuschlägen umgehen.

Damit hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Konkurrenz kommt an lukrative Nahverkehre nicht ran da diese nicht notwendig sind und die DB AG hätte eben diese Nahverkehrspendler als regelmäßige Einnahmequelle in ihren Fernzügen.

Also ist man nur unwesentlich schneller

geschrieben von: BR146106

Datum: 15.05.20 22:37

Moin,

wenn man von Köln nach Frankfurt im NV unterwegs ist, lediglich 20 Minuten und die wird man wohl auch nur bekommen haben, weil man:

1: schneller unterwegs ist auf der Strecke (bis zu 160 Km/h gegenüber 120 oder 140) macht einiges aus.
2: der FV nicht mehr so dicht dort unterwegs ist, weil es die KRM gibt, also Wegfall von 2 oder gar 3 Überholungen unterwegs.

Ziel ist es eben alle Züge durch Triebwagen zu ersetzten, der IC 2 ist dabei eigentlich ein Unfall geworden, weil es Probleme gegeben hat beim bestellen und liefern.

gruß carsten

Für Aktuelle Verkehrsmeldungen der Bahn AG im Störungsfall:[www.bahn.de]

Re: Gehalt des Vorstandes wird halbiert

geschrieben von: VT605

Datum: 16.05.20 00:22

Henrik schrieb:
Über Halbierung des Gehalts wird sich kein Manager freuen
und zudem stehen sie auf der Abschussliste..

[www.tagesspiegel.de]

Ich glaube ich könnte mit 75000 € Brutto im Monat noch grad so über die Runden kommen.

Re: Nullrunde so schlimm?

geschrieben von: De David

Datum: 16.05.20 04:58

Anbeku schrieb:
Ich glaube viele würden sich gerade ein Bein ausreißen um eine Nullrunde beim Einkommen zu bekommen. Solidarität muss in beide Richtungen gehen und wer jetzt einen gesicherten Arbeitsplatz mit gesichertem Einkommen hat, ist echt gut dran.
Da merkt man aber nichts davon... Stellen wären ja zig tausende offen bei der Eisenbahn. Aber das Gegenteil ist der Fall, die Qualität der Bewerber hat in den lezten Jahren deutlich nachgelassen, teilweise sind die Leistungen so schlecht, daß es von einer Ausbildunggrupe niemand bis zu den Praxis-Fahrtagen schafft, weil sie davor durch sämtliche Theorieprüfungen gerasselt sind.... Und im besten fall kommt auch kaum mehr als 1/3 druch.
Wenn es aber so wäre, daß die Leute sich ein Bein ausreißen würden, sollte erstens ein höherer Andrang auf die ausgeschriebenen Stellen da sein, und dadurch mehr brauchbare Bewerber hängen bleiben. Was aber nicht der Fall zu sein scheint, ist den meisten wohl immernoch irgendwie mit zu viel Arbeit verbunden oder zu angstengend bei der Eisenbahn zu schaffen....

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: Nullrunde so schlimm?

geschrieben von: Kolbenfresser

Datum: 16.05.20 07:54

De David schrieb:
Anbeku schrieb:
Ich glaube viele würden sich gerade ein Bein ausreißen um eine Nullrunde beim Einkommen zu bekommen. Solidarität muss in beide Richtungen gehen und wer jetzt einen gesicherten Arbeitsplatz mit gesichertem Einkommen hat, ist echt gut dran.
Da merkt man aber nichts davon... Stellen wären ja zig tausende offen bei der Eisenbahn. Aber das Gegenteil ist der Fall, die Qualität der Bewerber hat in den lezten Jahren deutlich nachgelassen, teilweise sind die Leistungen so schlecht, daß es von einer Ausbildunggrupe niemand bis zu den Praxis-Fahrtagen schafft, weil sie davor durch sämtliche Theorieprüfungen gerasselt sind.... Und im besten fall kommt auch kaum mehr als 1/3 druch.
Wenn es aber so wäre, daß die Leute sich ein Bein ausreißen würden, sollte erstens ein höherer Andrang auf die ausgeschriebenen Stellen da sein, und dadurch mehr brauchbare Bewerber hängen bleiben. Was aber nicht der Fall zu sein scheint, ist den meisten wohl immernoch irgendwie mit zu viel Arbeit verbunden oder zu angstengend bei der Eisenbahn zu schaffen....
Wechselschicht Tag und Nacht, hohe Verantwortung unter dem Einstiegsgehalt der Metall und Elektroindustrie und das Damoklesschwert der Tauglichkeit sobald dem Bahnarzt ein Blutwert Mal nicht passt schreckt genug fähige Bewerber ab, da wäre eine Nullrunde tatsächlich ein Sargnagel den der Betriebsdienst nicht mehr braucht.

Irre finde ich, dass die DB Fernverkehr nun Bundesmilliarden bekommen soll, obwohl sie ohne Anweisung der Regierung kaum Angebote im Fernverkehr gestrichen hat um Kosten zu sparen.

Im Schienenpersonennahverkehr haben die EVU sehr zügig Fahrten bis auf ein Grundangebot reduziert um nicht gegen die Wand zu fahren. Daraufhin hat sie die Politik flächendeckend aufgefordert wieder zum Vollfahrplan zurückzukehren, sogar das RKI hat dringend empfohlen, nicht bei Kapazitäten zu sparen.
Und was ist zum Rettungsschirm für den SPNV vom Bundesverkehrsminister zu hören? Nichts.

Wenn die das durchziehen haben wir in ein paar Wochen in 1/3 der Netze keinen Regionalverkehr mehr, weil die privaten EVU pleite sind, danach übernimmt dann die DB diese Netze nach einer Schockstarre vermutlich und dann sind wir wieder beim vollen Monopol. Mit dauerhaft höheren Kosten und ohne Wettbewerb um die Fahrgäste.

Re: Nullrunde so schlimm?

geschrieben von: ingo st.

Datum: 16.05.20 14:21

Kolbenfresser schrieb:

Irre finde ich, dass die DB Fernverkehr nun Bundesmilliarden bekommen soll, obwohl sie ohne Anweisung der Regierung kaum Angebote im Fernverkehr gestrichen hat um Kosten zu sparen.


Liest du eigentlich richtig?
Biundesmilliarden für die DB AG zur Vertuschung der Kostenverdoppelung bei S21, Dauermiese und Sonderabschreibungen bei Cargo, Investitionsberge im Netz und Fahrzeuge bei bisheriger Verschuldungsgrenze. Eigenkapitalaufstockungen, damit nicht Insolvenz beantragt werden muß.

Und die Ökonomiebefreiten schreiben über Fernverkehr, Corona und unqualifizierten Bewerbern.

Re: Nullrunde so schlimm?

geschrieben von: Anbeku

Datum: 16.05.20 18:31

De David schrieb:
Anbeku schrieb:
Ich glaube viele würden sich gerade ein Bein ausreißen um eine Nullrunde beim Einkommen zu bekommen. Solidarität muss in beide Richtungen gehen und wer jetzt einen gesicherten Arbeitsplatz mit gesichertem Einkommen hat, ist echt gut dran.
Da merkt man aber nichts davon... Stellen wären ja zig tausende offen bei der Eisenbahn. Aber das Gegenteil ist der Fall, die Qualität der Bewerber hat in den lezten Jahren deutlich
Ich rede nicht von den letzten Jahren. Die Arbeitslosigkeit war vor der Krise sehr niedrig aber langsam scheint die Krise auch auf dem Arbeitsmarkt anzukommen. Mal sehen wie es in einem Monat aussieht.

Re: DB: Im Eiltempo in die Krise- auch wieder heraus

geschrieben von: Lok35

Datum: 16.05.20 19:06

die Bahn wird auch im Eiltempo wieder aus der Krise kommen !

Re: Nullrunde so schlimm?

geschrieben von: Kolbenfresser

Datum: 16.05.20 22:56

Anbeku schrieb:
De David schrieb:
Anbeku schrieb:
Ich glaube viele würden sich gerade ein Bein ausreißen um eine Nullrunde beim Einkommen zu bekommen. Solidarität muss in beide Richtungen gehen und wer jetzt einen gesicherten Arbeitsplatz mit gesichertem Einkommen hat, ist echt gut dran.
Da merkt man aber nichts davon... Stellen wären ja zig tausende offen bei der Eisenbahn. Aber das Gegenteil ist der Fall, die Qualität der Bewerber hat in den lezten Jahren deutlich
Ich rede nicht von den letzten Jahren. Die Arbeitslosigkeit war vor der Krise sehr niedrig aber langsam scheint die Krise auch auf dem Arbeitsmarkt anzukommen. Mal sehen wie es in einem Monat aussieht.
Du denkst ernsthaft jemand ergreift einen Beruf den er hasst weil gerade Krise ist? Und von den erheblichen Hürden überhaupt die Tauglichkeit für den Betriebsdienst als Bewerber zu schaffen hast du scheinbar auch noch nichts gehört.

Seit 20 Jahren reden alle vom demografischen Wandel, jetzt ist er da. Beginnend mit 2019 verschwinden jedes Jahr Hunderttausende mehr in Deutschland aus dem Arbeitsleben als nachrücken.
Am Ende dieses Jahrzehnts summiert sich das auf ca. 4-5 Millionen weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland als 2019 zur Verfügung standen.

Falls irgend jemand glaubt, dass jetzt wieder Merz, INSM und Agenda-Politik bei struktureller Massenarbeitslosigkeit und Zeitarbeit und so weiter drohen und dieses Jahrzehnt so beginnt wie damals das neue Jahrtausend, der hat die simpelsten Grundrechenarten nicht drauf.
Arbeitslosigkeit könnte kaum schnell genug steigen um in den nächsten Jahren mit dem demografischen Wandel auch nur mitzuhalten.

Wer sich ernsthaft für das Thema interessiert kann ja mal den Altersdurchschnitt der Beschäftigten bei der Bahn googlen. Der Ersatzbedarf nur durch Verrentung ist kaum aufzubringen.

Und ja es ist sehr gut möglich, dass der Arbeitsmarkt sich zunehmend von der Konjunktur entkoppelt.
Daher halten die Firmen mit aller Kraft an Belegschaften fest und nutzen Kurzarbeit. In den 90ern hätte man diese Situation eher als günstige Gelegenheit genutzt Personal abzubauen, ohne viel Proteste.
Dieser verächtliche Umgang mit Arbeitnehmern der 90er und 00er hat viele Menschen hierzulande für ihr Leben geprägt und diese Leute denken jetzt sicher "jetzt geht das wieder los" oder so.
Diese Krise kostet ohne Zweifel auch weitere Arbeitsplätze. Aber sie ist vorübergehend und eine Impfung oder ein wirksames Medikament kann sie in ein paar Monaten beenden.

Wenn wir in der Zwischenzeit ohne Not, oder aus Geiz, Strukturen zerstören wird die Welt hinterher aber eine andere sein.
Und öffentliche Verkehrsmittel zu schwächen wäre ökologisch und ökonomisch dumm. Schlicht dumm. Der Klimawandel bleibt. Wir kratzen jede Tonne co2 zusammen um ihn zu stoppen und unsere vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Öffentliche Verkehrsmittel sind das pro Person billigste Mittel hierzu im Verkehrssektor.

Nö, isse nicht

geschrieben von: PatrickBln

Datum: 17.05.20 04:27

Tachchen,

Anbeku schrieb:
Eine Nullrunde beim Tarifabschluss finde ich völlig ok, wenn es auch die Führung mindestens gleichermaßen trifft. Ich glaube viele würden sich gerade ein Bein ausreißen um eine Nullrunde beim Einkommen zu bekommen.
Ich finde diese ewigen Führungskräfte-Plüschetagen-Boni-Diskussionen nicht für zielführend. Die EVUs sind keine börsennotierten Topbanken, sondern – wie es der Name schon sagt – Eisenbahnverkehrsunternehmen. Mir persönlich ist völlig wurscht, ob meine unmittelbare Führungskraft oder der Vorstand der DB GmbH & Co. KG zum Jahresende Sonderzahlungen erhält.

Mich interessiert aktuell eher, wie sicher mein Arbeitsplatz ist. Und da muss ich mir keine Sorgen machen: Glücklicherweise bin ich von der Corona-Krise, als DB-Lokführer, kaum betroffen. Mein Gehalt fließt weiter und mein momentanes Problem ist der Aufbau von Minusstunden. Wenn mir mein Familien- und Freundeskreis allerdings schildert, wie dramatisch ihre Situation ist, dann merke ich, welche Luxusprobleme ich momentan habe.

In diesem Sinne ist eine Nullrunde für mich das geringste Problem.


Kolbenfresser schrieb:
Irre finde ich, dass die DB Fernverkehr nun Bundesmilliarden bekommen soll, obwohl sie ohne Anweisung der Regierung kaum Angebote im Fernverkehr gestrichen hat um Kosten zu sparen.
Hast du den SPON-Artikel eigentlich gelesen? Ich darf zitieren:

SPON schrieb:
Auf Anweisung des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) lässt das Unternehmen allerdings rund 75 Prozent ihrer Fernreisezüge weiter rollen, weitestgehend leer.
Neben dem privaten PKW ist die Bahn momentan die einzige Möglichkeit, durch Deutschland zu reisen. Trifft auf die meisten europäischen Staaten übrigens auch zu.


Viele Grüße aus Berlin

Patrick

https://farm1.staticflickr.com/869/27921841298_515929d3d5_c.jpg

Re: Nö, isse nicht

geschrieben von: Kolbenfresser

Datum: 17.05.20 08:23

PatrickBln schrieb:
Tachchen,

Anbeku schrieb:
Eine Nullrunde beim Tarifabschluss finde ich völlig ok, wenn es auch die Führung mindestens gleichermaßen trifft. Ich glaube viele würden sich gerade ein Bein ausreißen um eine Nullrunde beim Einkommen zu bekommen.
Ich finde diese ewigen Führungskräfte-Plüschetagen-Boni-Diskussionen nicht für zielführend. Die EVUs sind keine börsennotierten Topbanken, sondern – wie es der Name schon sagt – Eisenbahnverkehrsunternehmen. Mir persönlich ist völlig wurscht, ob meine unmittelbare Führungskraft oder der Vorstand der DB GmbH & Co. KG zum Jahresende Sonderzahlungen erhält.

Mich interessiert aktuell eher, wie sicher mein Arbeitsplatz ist. Und da muss ich mir keine Sorgen machen: Glücklicherweise bin ich von der Corona-Krise, als DB-Lokführer, kaum betroffen. Mein Gehalt fließt weiter und mein momentanes Problem ist der Aufbau von Minusstunden. Wenn mir mein Familien- und Freundeskreis allerdings schildert, wie dramatisch ihre Situation ist, dann merke ich, welche Luxusprobleme ich momentan habe.

In diesem Sinne ist eine Nullrunde für mich das geringste Problem.


Kolbenfresser schrieb:
Irre finde ich, dass die DB Fernverkehr nun Bundesmilliarden bekommen soll, obwohl sie ohne Anweisung der Regierung kaum Angebote im Fernverkehr gestrichen hat um Kosten zu sparen.
Hast du den SPON-Artikel eigentlich gelesen? Ich darf zitieren:

SPON schrieb:
Auf Anweisung des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) lässt das Unternehmen allerdings rund 75 Prozent ihrer Fernreisezüge weiter rollen, weitestgehend leer.
Neben dem privaten PKW ist die Bahn momentan die einzige Möglichkeit, durch Deutschland zu reisen. Trifft auf die meisten europäischen Staaten übrigens auch zu.


Viele Grüße aus Berlin

Patrick
und in 2 Jahren wirst du gefragt werden "was dafür stehst du um 3 Uhr nachts auf und gehst arbeiten?". Kannst ja mal den Nachtzuschlag nennen. Oder den Tariflohn ohne sauer verdiente Zuschläge. Die Tf die ich kenne rechnen sogar fest die ausgezahlten Überstunden in der Jahresplanung der Finanzen mit ein, weil's sonst für Dinge wie Urlaub mit der Familie eng wird.

In der Privatwirtschaft verdienen Menschen mit deinem Einsatz mehr. Und das ohne diese irre Regel aus Zeiten der Bundesbahn, wo der Bahnarzt deine Existenz in Händen hält und nach Richtlinien entscheiden kann aber auch einfach sagen kann wegen dem Blutwert hält er dich nicht mehr für tauglich. Keine Zweitmeinung, kein Widerspruch möglich. Quasi Berufsverbot von heute auf morgen ungelernte Hilfsarbeiter, die bisherige Laufbahn als Tf entwertet und du dürftest nicht einmal als Zub weiter arbeiten.
In Zeiten als verbeamtet wurde konnte man damit leben. Angestellte Tf verdrängen das Thema meist am liebsten.
Und vom Trauma wenn einer vor den Zug springt gar nicht zu reden.

Es ist auch in meinen Augen ein toller Beruf aber ich würde ihn trotzdem nicht ergreifen und habe Respekt vor allen Tf.

Diese Krise wird wenig daran ändern, wie unattraktiv für viele Leute dieser Beruf ist und wie gesagt, kein normaler Mensch wählt einr Karriere für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, die er nicht will und hasst, nur weil gerade Wirtschaftskrise ist.

Wenn die Bahn nicht die Bedingungen attraktiver macht und auch nicht endlich anfängt den ganzen ahnungslosen Schreiberlingen zu widersprechen, die in der Presse immer von fahrerlosen Zügen in der Zukunft fabulieren (teilautonom ungleich fahrerlos), dann kriegt die Bahn in diesem Jahrzehnt einen Personalmangel der die letzten Jahre wie eine komfortable Situation aussehen lässt. Hier jetzt zu sparen würde am Ast sägen auf dem die Bahn sitzt!

Denn für deinen Beruf gilt besonders das Motto der Arbeiterbewegung:
Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.

Ungefähr jeder zweite derzeit noch aktive Lokführer geht bis zum Ende dieses Jahrzehnts in seinen Ruhestand. Diese Überalterung wurde nicht zuletzt in den Sparjahren unter Mehdorn verursacht. Das zeigt wie langfristig sich das auswirkt. Jetzt ausgerechnet am Personal zu sparen fährt die Bahn an die Wand, noch lange nach Corona.
Nach mehreren Dürresommern und dem Nichtwinter dieses Jahr ist in Teilen der Republik schon wieder Dürre und ein neuer Hitzesommer wird prognostiziert. Was muss eigentlich noch passieren bis wir raffen, dass der Klimawandel gefährlicher als alles andere ist? Irgendwann kann selbst uns mal das Futter ausgehen, wenn in ganz Europa die Äcker Jahr um Jahr verdorren.
Und was wird diskutiert? Neue Autoprämie, Sparprogramm bei der Bahn. Und bei inzwischen unter 1000 Neuinfektionen in Deutschland und Maskenpflicht im ÖPNV haben die Leute Angst sich im ÖPNV anzustecken und steigen immer mehr ins Auto. Und niemand scheint zu sehen wie irre das ist. Ich könnt manchmal echt an der Menschheit verzweifeln.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.05.20 08:32.

Re: DB: Im Eiltempo in die Krise

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 17.05.20 08:39

elric schrieb:
Ähm. Ein Kollege von der Göttinger Uni meinte gar, die DB würde in spätestens einem Monat den Verkehr aus Kostengründen reduzieren müssen. Ich hoffe nicht, dass sich solches bewahrheitet, dem Ministerium vom Scheuer-Andi, dem großen Autofreund, wäre sicher so manches zuzutrauen... Aber er sagte das mit großem Ernst, und er ist an sich leidenschaftlicher Bahnfahrer so wie ich. Ob das nur seine Einschätzung gewesen ist oder die Institutsleitungen mehr wissen, weiss ich nicht.

Aber aktuell werden weder er noch ich, noch irgendein Kollege, eine Kollegin, Freunde oder Familie in den Zug steigen. Zu unklar und zu unsicher ist uns die virologische Lage in den Fernzügen. Und nahezu jeder von uns hat schützenswerte Eltern im betagten Lebensalter in der Familie.

Also keine rosigen Zeiten für die DB, es sei denn sie kann glaubhaft darstellen, dass eine Bahnreise dank der hohen hygienischen Standards ein einzugehendes Risiko ist. Allein beim Sicherheitsabstand zwischen Menschen bedeutet es doch, dass in einem ICE bspw. die Reihe vor mir, der Platz neben mir, die Reihe hinter mir frei bleiben muss. Und beim Ein- und Aussteigen? Zug umgekehrt gereiht, Gerenne auf dem Bahnsteig? Ausfallender ICE, wie überbesetzt ist der nächste Zug? Wie hoch ist die Virelast nach Ausstieg der Reisenden zB in Basel für die sofort danach einsteigenden neuen Reisenden für die Rückreiserichtung?

Nein, vielen Dank.
Vll, wenn es verlässliche Antikörpertests gibt und wir alle genug Antikörper haben ODER wenn es belastbare Aussagen der DB zur Sicherheit beim Reisen gibt.
Dann setz dich in ein Terrarium, Leben ist Risiko - jeden Tag. Der einzige Grund warum ich in D nicht Zug fahre, ist dieses unsägliche Vermummungsgebot. Ansonsten habe ich vor dem Kinderkram keine Angst, wenn man ab 5.6. wirklich nach Italien einreisen darf, fahre ich auch da hin.

(Hopps gegangen wäre ich übrigens vor zehn Jahren fast an einer bakteriellen Lungenentzündung, die ich mir vermutlich im ICE geholt habe und die der Notarzt erst einmal als "Schweinegrippe" diagnostizierte...)


MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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Re: DB: Im Eiltempo in die Krise

geschrieben von: Kolbenfresser

Datum: 17.05.20 08:53

Matthias Muschke schrieb:
elric schrieb:
Ähm. Ein Kollege von der Göttinger Uni meinte gar, die DB würde in spätestens einem Monat den Verkehr aus Kostengründen reduzieren müssen. Ich hoffe nicht, dass sich solches bewahrheitet, dem Ministerium vom Scheuer-Andi, dem großen Autofreund, wäre sicher so manches zuzutrauen... Aber er sagte das mit großem Ernst, und er ist an sich leidenschaftlicher Bahnfahrer so wie ich. Ob das nur seine Einschätzung gewesen ist oder die Institutsleitungen mehr wissen, weiss ich nicht.

Aber aktuell werden weder er noch ich, noch irgendein Kollege, eine Kollegin, Freunde oder Familie in den Zug steigen. Zu unklar und zu unsicher ist uns die virologische Lage in den Fernzügen. Und nahezu jeder von uns hat schützenswerte Eltern im betagten Lebensalter in der Familie.

Also keine rosigen Zeiten für die DB, es sei denn sie kann glaubhaft darstellen, dass eine Bahnreise dank der hohen hygienischen Standards ein einzugehendes Risiko ist. Allein beim Sicherheitsabstand zwischen Menschen bedeutet es doch, dass in einem ICE bspw. die Reihe vor mir, der Platz neben mir, die Reihe hinter mir frei bleiben muss. Und beim Ein- und Aussteigen? Zug umgekehrt gereiht, Gerenne auf dem Bahnsteig? Ausfallender ICE, wie überbesetzt ist der nächste Zug? Wie hoch ist die Virelast nach Ausstieg der Reisenden zB in Basel für die sofort danach einsteigenden neuen Reisenden für die Rückreiserichtung?

Nein, vielen Dank.
Vll, wenn es verlässliche Antikörpertests gibt und wir alle genug Antikörper haben ODER wenn es belastbare Aussagen der DB zur Sicherheit beim Reisen gibt.
Dann setz dich in ein Terrarium, Leben ist Risiko - jeden Tag. Der einzige Grund warum ich in D nicht Zug fahre, ist dieses unsägliche Vermummungsgebot. Ansonsten habe ich vor dem Kinderkram keine Angst, wenn man ab 5.6. wirklich nach Italien einreisen darf, fahre ich auch da hin.

(Hopps gegangen wäre ich übrigens vor zehn Jahren fast an einer bakteriellen Lungenentzündung, die ich mir vermutlich im ICE geholt habe und die der Notarzt erst einmal als "Schweinegrippe" diagnostizierte...)


MfG
Menschen fühlen sich in dieser Situation machtlos. Und versuchen das zu kompensieren indem sie vermeintlich sinnvolle Strategien ergreifen um sich zu schützen, dann hat man das Gefühl sein Schicksal doch wieder etwas kontrollieren zu können. Der eine desinfiziert wie wild, der andere meidet die Öffentlichkeit, der nächste den ÖPNV.
Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 81 Jahren in Deutschland und einem Durchschnittsalter der an Covid-19 verstorbenen Menschen von ca. 80 Jahren und gemäß RKI Bericht wenigen Todesfällen in meiner Altersgruppe muss ich objektiv natürlich auch keine Angst haben. Nicht mehr als vor allen möglichen anderen Erkrankungen, deren Risiko ich ja auch immer hingenommen habe. Und jeden Monat sterben mehr Deutsche in meiner Altersgruppe im Straßenverkehr als bisher an Covid-19 gestorben sind.

Ich kann aber Mensch Ende 50 und darüber verstehen die das anders sehen müssen. Und um diese zu schützen wurden ja all diese Opfer erst gebracht. Für meine Altersgruppe hätte es nie den Lockdown gegeben. Daher bleibt es richtig vorsichtig zu sein. Das müssen wir ganz scharf davon trennen wie das Risiko tatsächlich im ÖPNV ist. Mir ist keine Studie auf der ganzen Welt bekannt, die das Zerrbild vom ÖPNV als Virenschleuder bestätigt. Oder eine unterdurchschnittliche Erkrankungsrate bei Leuten die niemals ÖPNV nutzen, solche Totalverweigerer gibt's ja nicht wenige, schon immer. Auch die offizielle Studie aus Österreich konnte nicht einmal auf dem Höhepunkt der ersten Welle ein Risiko ÖPNV finden.

Aber zu beweisen, dass die Bahn keine besondere Gefahr darstellt ist genauso wie wenn ein Angeklagter vor Gericht seine Unschuld beweisen müsste. Die Bahn kann sich gegen diese Ängste verteidigen, ich habe dazu gerade ein paar Punkte angerissen. Aber sie wird nie *beweisen* können, dass sie risikolos ist. Wie auch. Dazu bräuchte es göttliche Allmacht und Allwissen.

Re: Nullrunde so schlimm?

geschrieben von: De David

Datum: 17.05.20 11:47

Naja dann ist denen wohl auch nicht mehr zu helfen... Besser für uns Eisenbahner, können wir den Chefs gegenüber immer wieder mit neuen Ansprüchen kommen, und mit dem Verweis auf "wer solls denn sonst fahren?!" Druck ausüben.

Beim SPNV ist das ja realtiv egal, zumindest in Baden-Württemberg, das Land hat den EVU ja alle bestellten Zugleistungen bezahlt, auch wenn sie nur 1/3 davon tatsächlich gefahren sind. D.h. da sollten die Verluste aufgrund der geringen Betriebskosten bei vollem Zuschuss überschaubar bleiben.

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