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[KS] Offener Brief des Vorstandes zur aktuellen Situation

geschrieben von: Tw666

Datum: 20.03.20 12:33

Hallo,

ich habe mich dazu entschlossen den offenen Brief des KVG-Vorstandes im Hauptforum statt "Corona"-Teilforum zu kommunizieren, da es auch für diverse andere Betriebe von Relevanz ist. Ebenfalls werde ich ihn auch im News-Forum/Straßenbahnforum kommunizieren, da er durchaus auch Betriebslagen im Eisenbahn-/Straßebahn-/Öffentlichen-Verkehr erklärt.

Der KVG-Vorstand rechtfertigt in diesem Brief die Entscheidungen vor den Fahrgästen, hier im Wortlaut zu lesen.

ZitatZitat:
Offener Brief des KVG-Vorstandes an Fahrgäste Sonderfahrpläne im Kasseler ÖPNV wegen Coronavirus-Risiken

Sehr geehrte Fahrgäste,
wir alle erleben gerade eine sehr schwierige Zeit, die mit teilweise belastenden Einschränkungen verbunden ist. Hinzu kommt die Sorge um unser aller Gesundheit.
Die KVG und ihre Partnerunternehmen RBK (Straßenbahnbetrieb im Lossetal) und RTG (Betrieb mit RegioTrams) arbeiten intensiv daran, trotz der gesundheitlichen Risiken für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Betrieb mit Bussen, Straßenbahnen und RegioTrams so lange wie möglich aufrecht zu halten. Auch in unseren Unternehmen befinden sich Mitarbeiter in Quarantäne oder können nicht arbeiten wie gewohnt, etwa weil sie Kinder oder kranke Angehörige zu betreuen haben.
Vor diesem Hintergrund lautet die Alternative: Entweder ein reduzierter ÖPNV, den wir möglichst lange aufrechterhalten können, oder wir erhöhen deutlich das Risiko, den ÖPNV bald ganz einstellen zu müssen.
Wir können den ÖPNV längere Zeit oder sogar dauerhaft nur aufrecht halten, wenn wir die gesundheitlichen Risiken für unser Personal wesentlich senken. So müssen wir dafür sorgen, dass jetzt nur ein reduzierter Teil unseres Fahrpersonals, der Mitarbeiter in den Werkstätten oder andere Kollegen gleichzeitig im Dienst sind. Auch müssen wir den Fahrzeugeinsatz reduzieren, weil die Gefahr besteht, dass wir sonst einen großen Teil der Flotte abstellen müssen, wenn die Ersatzteillieferanten nicht mehr lieferfähig sind. Deshalb sind wir leider gezwungen, unsere Ressourcen einzuschränken.
So reduzieren wir etwa unser Fahrplanangebot, damit z.B. Fahrer nicht zwischen mehreren Fahrzeugen/Linien wechseln müssen, sondern möglichst auf einem Fahrzeug bleiben können. Auch in den Werkstätten haben wir die Zahl der Mitarbeiter gesenkt, damit sie in ausreichend großem Abstand zueinander arbeiten können. Denn: Wenn unsere Busse und Trams nicht regelmäßig gewartet/repariert werden können, dürfen wir sie aus Sicherheitsgründen nicht einsetzen! Wir stellen das unter diesen Umständen maximal möglichen ÖPNV-Angebot bereit. In diesen Zeiten sind unsere Kapazitätsgrenzen wesentlich enger als sonst.
Wir beobachten die Situation fortlaufend und prüfen, ob und an welchen Stellen wir das Angebot mit Bussen und Bahnen aufrechterhalten, erweitern können oder notfalls weiter reduzieren müssen.

Um etwa auch Schichtarbeitern ein ÖPNV-Angebot unterbreiten zu können, haben wir außerhalb unserer Betriebszeiten mit Bussen und Bahnen unser bestehendes Nachttaxi (AST)-Netz erweitert. In Summe haben sich dadurch die Betriebszeiten des ÖPNV in Kassel nicht wesentlich geändert, sie sind nur anders und deshalb zunächst ungewohnt: Wer das erweiterte AST-Angebot auf den fünf Linien nutzen möchte (mit einem gültigen NVV-Ticket kostenfrei), muss sich das Taxi bis 22 Uhr am Vorabend bestellen. Die Bestellung von Fahrten ist auch für eine Woche im Voraus möglich. Online ist ein AST zu buchen unter: [www]. kvg.de, Verbindungsauskunft, oder telefonisch unter: 0561 - 810 23 81.
Sollte aus technischen Gründen temporär einer der beiden Buchungswege nicht zur Verfügung stehen, bitten wir darum, den jeweils anderen zu nutzen. Mit diesen AST-Fahrten sind übrigens alle Kliniken in der Stadt angebunden, allerdings werden nicht alle Haltestellen bedient.
Bitte halten Sie sich auf unseren Homepages unter: [www.kvg.de] oder [www.rtg-kassel.de] auf dem Laufenden. Das Servicetelefon des NVV erreichen Sie unter: 0800-939-0800, Fahrplaninformationen bietet auch die NVVApp.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit, Ihr

Dr. Michael Maxelon Dr. Thorsten Ebert Vorstandsvorsitzender Vorstand


Link zur Quelle/zum offenen Brief


Beste Grüße

666
Kenne nur Kassel oder FK im Eisenbahnforum. Aber es ist hochinteressant, wie hier jeder sein eigenes Süppchen eigenmächtig kocht, während DB Regio und die Kurhessenbahn nicht eigenmächtig machen können, was sie wollen.
Hier muss man nämlich erst auf ein Zeichen der Aufgabenträger warten, also der Zweckverbände RMV und NVV.

Viele Grüße
Speelwark schrieb:
Kenne nur Kassel oder FK im Eisenbahnforum. Aber es ist hochinteressant, wie hier jeder sein eigenes Süppchen eigenmächtig kocht, während DB Regio und die Kurhessenbahn nicht eigenmächtig machen können, was sie wollen.
Hier muss man nämlich erst auf ein Zeichen der Aufgabenträger warten, also der Zweckverbände RMV und NVV.

Viele Grüße
Wenn ich mich richtig entsinne, sind RMV und NVV nur Aufgabenträger für den (über-)regionalen ÖPNV auf Straße und Schiene. Für die Stadtbusse oder wie hier in Kassel die Tram ist die Stadt bzw. eine städtische Verkehrsgesellschaft Aufgabenträger, von daher können die machen was sie wollen. Und wenn sie zwischen Stern und Rathaus einen 30 Sekundentakt fahren wollen, dann machen sie das...

Viele Grüße von der Lahn

HPNuller

"Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen.
Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen."

PS: Setzt bitte einen passende Themabeschreibung über euren Text!
Ein guter Titel über dem Beitrag ist das Tüpfelchen auf dem i für einen wirklich guten Beitrag oder eine wirklich gute Antwort!
Speelwark schrieb:
Kenne nur Kassel oder FK im Eisenbahnforum. Aber es ist hochinteressant, wie hier jeder sein eigenes Süppchen eigenmächtig kocht, während DB Regio und die Kurhessenbahn nicht eigenmächtig machen können, was sie wollen.
Hier muss man nämlich erst auf ein Zeichen der Aufgabenträger warten, also der Zweckverbände RMV und NVV.

Viele Grüße
Wenn schon FKKVG, also Kassel-Hauptbahnhof (tief) ;)

Die KVG ist im Gegensatz zum NVV in der Stadt Kassel für die Stadtverkehre der Aufgabenträger, während der NVV für die Regionalbusse zuständig ist. Die KVG wurde von der Stadt Kassel als Aufgabenträger benannt.

Beste Grüße

666
Danke euch für die Aufklärung, dass wusste ich bisher nicht, weil mich Stadtbahnen usw in der Regel nicht interessieren als eingefleischtes Dorfkind. :-)
Hallöle,
der offene Brief bezieht sich inhaltlich mMn auch auf die betriebliche Situation bei den RegioTrams und den Betrieben mit Strassenbahnen ins Lossetal und nach Baunatal.
Insofern sind hier schon auch EBO-Strecken und ihr Pv betroffen.
Jetzt fehlt eigentlich noch in Bezug auf Nordhessen, wie sich der Betrieb von CANTUS im weiteren Regionalverkehr nach Niedersachsen, Osthessen und Thüringen darstellt. Doch das sind unabhängig von den vorgenannten zu betrachtende Betriebe. Die Situation dürfte sich dort jedoch nicht grundsätzlich vom "Überland- und Stadtstrassenbahnbetrieb" unterscheiden.

Anderenortes (DSO Allgem.Forum [www.drehscheibe-online.de] wird das Dilemma bereits diskutiert: Rücknahme und Verringerung des Angebotes führt wiederum zu seuchenpräventiv kontraproduktivem Gedrängel im "Restangebot", während es dem Betrieb grössere Spielräume bei geringerer Ersatzteil- und Personaldecke verschafft.
Wobei unnötige Fahrgastfahrten so überflüssig sind wie ein Betrieb, dem es ausschliesslich um das Wohlergehen von Produktionsmitteln und Personal geht.
Führt irgendwann auch zu der extremen Schlussfolgerung, dass gar kein Betrieb der ansteckungsminimierendSTe, billigste und einfachste wäre; zumindest ein lageabhängiges Optimierungsproblem. Möglich wäre damit auch im Extremfall, dass das EBA/die Landesbahnaufsicht(en) auf politische Weisung hin dem EBO-basierten Schienen-Personenverkehr ein generelles Ende bereiten könnte :-( .

Der Unglaeubige Thomas




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.03.20 14:27.
Die Verkehrsbetriebe Lodz (Polen) etwa haben ihre zulässige Höchst-Besetzung auf zwei Sitzplätze pro Person, keine Stehplätze heruntergefahren.

In Kassel hat man heute wenigstens Beiwagenzüge auf die Linie 3 geschickt, da wurden wohl die Forderungen der Fahrgäste auf Facebook erhört