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Re: Verpfuschte Situation Erfurt

geschrieben von: Alf Nestvogel

Datum: 20.03.20 23:48

Hallo,

der Geck dabei ist, dass genau das - also niveaufreie Ein- und Ausfädelungen - ursprünglich geplant waren. Es gab da Anfang der 90er Jahre mal eine Info-Veranstaltung wo der aktuelle Planungsstand gezeigt wurde. Es war im Westen ein größeres Kreuzungsbauwerk im Bereich der Gera-Auen geplant und die Schnellfahrstrecke wäre in Mittellage am mittleren Bahnsteig (heute Gleis 3 bis 8, Nutzung v.a. durch den Nahverkehr) durch den Bahnhof geführt worden. Die vier heute innerhalb des Bahnsteigs vorhandenen Stumpfgleise 4 bis 7 waren damals noch nicht geplant. Optimal wäre die Lösung auch nicht gewesen, da die Korrespondenzanschlüsse in Nord/Ost- sowie Süd/West-Richtung quasi gleichzeitig rund um Minute 30 stattfinden, aber nur zwei direkt anfahrbare Bahsteigkanten vorhanden waren. Wie das Kreuzungsbauwerk im Osten genau ausgesehen hätte, ist mir nicht mehr erinnerlich. Als interessante Option war im Westen noch angedacht, für den schnellen Verkehr in Richtung Eisenach den Südschlenker der Bestandsstrecke über die SFS mit einen Abzweig hinter dem den Amalienbergtunnel abzuschneiden uns so eine höhere Geschwindigkeit in Richtung Westen zu ermöglichen.

Diese ganzen Planungen wurden später aus Kostengründen und weil mehr Schrebergärten in den Gera-Auen verloren gegangen wären umgeschmissen. Geck Nummer 2 dabei, zahlreiche der Gärten sollen jetzt dem Hochwasserschutz geopfert werden. Das Ergebnis ist die jetzige Billig-Lösung, welche zusätzlich noch zahlreiche Seltsamkeiten enthält. So landet man im Westen von der SFS kommend nicht etwa direkt am Bahnsteig, sondern an den Zuführungsgleisen zum Güterbahnhof. Und wenigstens die Ostausfahrt hätte man mit geringen Mehrkosten für Züge von den Gleisen 9 und 10 beschleunigen können, mit ein paar schnelleren Weichen und indem man die sowieso erneuerte Bestandsstrecke in Richtung Weimar im Bereich des Güterbahnhofes an die Gleise der SFS angeschmiegt hätte um eine höhere Geschwindigkeit zuzulassen. Heute kullert man da bis Azmansdorf mit 100 km/h.

Grüße
Alf

Re: Logik?

geschrieben von: Flauschi

Datum: 21.03.20 01:43

SvenT schrieb:
Flauschi schrieb:
Eine Stunde von Fulda nach Erfurt, und das bei einem Neubau? Warum nicht gleich direkt. Dort ist auch nicht mehr Natur als um Bad Hersfeld rum. Und teurer wird es letztlich auch nicht, eher billiger weil wesentlich kürzer.
...und nachts ist es kälter als draußen.

Gibt es für die Logik Luftlinie = billiger auch nur einen Beweis? Bitte nicht das Gutachten von Vieregg+Rössler zur Strecke Berlin - München hervorholen. Das ist gequirlter Kuhdung.

Danke und Grüße
Sven
Aber klar, kurze Luftlinie, weniger Kosten. Außer der Umweg ist im Flachland was er nicht ist.
NBStrecke schrieb:
Christian_AT schrieb:
NBStrecke schrieb:
Flauschi schrieb:
Eine Stunde von Fulda nach Erfurt, und das bei einem Neubau? Warum nicht gleich direkt.
Schon mal daran gedacht, dass man die Idee schon lange hatte, es aber nicht geht? Schau Dir mal die Karten hier an:
[www.fulda-gerstungen.de]
wo sieht man da bitte das es nicht geht?
Unter Download -> Karte Schutzgüter. Alternativ kann man jetzt auch die aktulle Präsentation runterladen, da stehts dann ebenfalls drin.
Wie besagt, auf die ganz simplen Ideen kam man schon früher.
Aber wo ist das Problem, man muss ja sowieso Tunnel bauen, eine einfache direkte billige Lösung gibt es nicht, von daher kann man auch eine komplette NBS bauen direkt und nicht eine Teil - NBS die einen Umweg macht


Black Eyed schrieb:
Zitat:
Erwarte bei der Diskussion von Neubaustreckenplanungen keine rationale Diskussion. Solche sind leider durchsetzt von Fehleinschätzungen, Ignoranz der unterschiedlichen (!) Bedürfnisse der potentiellen Fahrgäste, Fehleinschätzungen des Fahrgastpotentials (meist Unterschätzung von FV-Halten in Städten in den ländlicheren Regionen), Geringschätzung von Prüfungstiefe im Rahmen eines Raumordnungsverfahren ("führt doch parallel zur Autobahn" etc.).

Die Realität ist eben komplexer, was man übrigens in den Unterlagen dieser Dialogprozesse sehen kann, wenn man sich mit diesen auseinandersetzen würde, aber wer macht das hier. Immerhin sind das pro Projekt locker > 1.000 Seiten an Präsentationen, Pressemitteilungen und Protokollen und nicht zuletzt: An Kartenmaterial und Bewertungstabellen...
und was ist mit den Fahrgästen aus Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Mannheim, ..... die dann auf "ewige" Zeiten diesen Umweg machen müssen, wer eine echte Verkehrswende will der muss den Bahnverkehr auch so richtig attracktiv machen und nicht jeder kleineren Halt eine ICE Langsamfahrstelle aufzwingen,
ist ja nicht so das man die Bestandsstrecke abreissen würde und es dort überhaupt keinen Bahnverkehr mehr geben würde
Christian_AT schrieb:
und was ist mit den Fahrgästen aus Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Mannheim, ..... die dann auf "ewige" Zeiten diesen Umweg machen müssen, wer eine echte Verkehrswende will der muss den Bahnverkehr auch so richtig attracktiv machen und nicht jeder kleineren Halt eine ICE Langsamfahrstelle aufzwingen, ist ja nicht so das man die Bestandsstrecke abreissen würde und es dort überhaupt keinen Bahnverkehr mehr geben würde
Sagt mal, ihr HGV-Fanboys, ist das Höschen durch die gesellschaftlichen Realitäten noch nicht voll genug? Geht's noch platter?

Es gibt keine Direttissima Fulda - Erfurt. Ende, aus, basta!

Hier ist x-mal erläutert worden, warum und wieso (Danke an die Kollegen, die immer wieder an den menschlichen Verstand glauben und in der Sache argumentieren).

Fliegt doch einfach, sind ja gerade genug Kapazitäten frei. Oder geht mit dem Hut sammeln für Schnapsideen. Am besten noch für den Trans-Metro-Bögl-Spaßrapid-auf-Gummireifen - viel Vergnügen!

Nicht ihr definiert, was Verkehrswende ist und wie sie funktioniert. Und zwar deshalb, weil ihr sie nie wirklich verstanden habt. Ihr versucht nur permanent einen Begriff in der öffentlichen Diskussion zu kapern und dann bis zum Geht-nicht-mehr zu verbiegen.

Wir diskutieren echte Raum-Zeit-Relationen mit Nutzbarkeit bis ins letzte Dorf (was nicht immer geht), aber zumindest für die übergroße Menge an Betroffenen.

Ihr reanimiert den uralten, faulig stinkenden Mehlwurm-Mist mit den 8 Knoten... peinlich bis ins Knochenmark! Mein Ratschlag: immer weitermachen, bis zur Erschöpfung auf die Plastikpuppe einhämmern. Da seid ihr wenigstens beschäftigt und kommt zu nichts anderem.

In Krisenzeiten trennt sich Spreu von Weizen besonders augenfällig.

Grüße
Foesse

@irgendware

Es geht nicht um gewollte Konfrontation! Es geht schlicht um objektiv vorhandene Ressourcen und deren faktische Realisierbarkeit über die Jahre. Unabhängig von Corona...

Basis aller Betrachtungen ist das Straßen- und insbesondere das Autobahnnetz. Na, dämmerts im konkreten Fall?

Ob die Spaß-Klientel jetzt nur 10 Minuten früher in Berlin zum Feiern ist, das ist naturwissenschaftlich
"nicht systemrelevant" - außer negativ (bzw. "positiv", dann sind wir diese @#$%& nämlich endlich los *freu*).

Ob der Rest der Gesellschaft aber weiterhin funktioniert, das ist aber sowas von "systemrelevant"! Und macht sich an ganz anderen Parametern fest.

Unterschied kapiert? Wenn ja: *Bingo*.
Wenn nein: schleunigst ab zur örtlichen Corona-Party!!! Und zwar per SUV, mit Oberkörper aus'm Seitenfenster, fähnchenschwingend.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.03.20 08:32.

Diskussionsniveau ist zeitgemäß, aber durchaus in Arbeit

geschrieben von: rad3m

Datum: 21.03.20 07:47

Foesse schrieb:
Christian_AT schrieb:
und was ist mit den Fahrgästen aus Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Mannheim, ..... die dann auf "ewige" Zeiten diesen Umweg machen müssen, wer eine echte Verkehrswende will der muss den Bahnverkehr auch so richtig attracktiv machen und nicht jeder kleineren Halt eine ICE Langsamfahrstelle aufzwingen, ist ja nicht so das man die Bestandsstrecke abreissen würde und es dort überhaupt keinen Bahnverkehr mehr geben würde
Sagt mal, ihr HGV-Fanboys, ist das Höschen durch die gesellschaftlichen Realitäten noch nicht voll genug? Geht's noch platter?
Es gibt keine Direttissima Fulda - Erfurt. Ende, aus, basta!
Hier ist x-mal erläutert worden, warum und wieso.....
Genau mit dieser Konfrontation hatte ich gerechnet, obwohl ich von diesem Projekt gestern zum ersten mal hörte. Warum? Weil jeder mit dem Gezanke in seiner Nachbarschaft genug Unterhaltung findet. Einige Vorwürfe und Argumente findet man fast wörtlich im Stuttgart21-Forum, wenn man die Ortsnamen austauscht. Bei diesem ersten Milliardenprojekt mit Wutbürger- Beteiligung hat man sich noch mit einem Unterforum beholfen. Zehn lehrreiche Jahre, zehn Milliarden? Mit künftigen Projekten müssen wieder das News- und das Allgemeine Forum klarkommen. Auch bezüglich Niveau.

Aber alle Institutionen haben dazugelernt. Zumindest im öffentlichen Auftritt. Frühe Mitarbeit der Nicht-Fachleute wird ermuntert, ja sogar eingefordert, von den ausführenden Planern aber zunächst abgeblockt. Eine Gratwanderung zwischen "lasse mich bei der Arbeit nicht gerne stören!" und "jetzt will ich eure Meinung dazu hören." Es ist nur menschlich, dass es auch viele Planer gibt, die so auftreten: "Dies ist das Ergebnis mühsamer Arbeit. Jetzt lobt das gefälligst!"

Ich konnte beide Extreme beobachten, Stuttgart21 und jetzt Augsburg-Ulm, wobei letzteres natürlich noch entgleisen kann. Die letzte wichtige Meldung lautet immer noch: Das Büro in Augsburg wird aufgebaut. Das kann nun natürlich wegen der Krise und wegen Personalmangel bei Fachleuten eine Weile dauern.
____________________

Schnellfahrstrecken- Projekte werden es nach der Corona- Krise besonders schwer haben, wieder in Gang zu kommen. Denn es lauern im Hintergrund die mometan nur verdeckten Superprobleme: Z.B. die erforderliche Verkehrswende wegen Klimaziel. Wahrscheinlich parallel dazu das Ankurbeln der Industrie, in Deutschland wahrscheinlich wieder Autoindustrie. Und wir können froh sein, wenn das der Verkehrswende Richtung Bahn nicht ganz den Garaus machen wird. Fernverkehr oder ÖPNV? Ich tippe darauf, dass die Schnellfahr- Projekte am längsten werden warten müssen.

Christian_AT, ich finde ICEs garnicht schön, fahre Ulm- Köln immer am Rhein mit IC via Koblenz durchs schöne Deutschland. Und wenn jetzt einige ICEs vorne einen grünen Strich statt des roten haben, freut mich daran nur, dass man sich an der ganzen Länge die grüne Farbe gespart hat. (Genau solch ein perwerser Hohn wie die grünen Kreuze in der Landwirtschaft.... Entschuligung, gehört nicht hierher!)

Immer noch nicht mehr Substanz

geschrieben von: SvenT

Datum: 21.03.20 17:38

Flauschi schrieb:
Zitat:
Aber klar, kurze Luftlinie, weniger Kosten. Außer der Umweg ist im Flachland was er nicht ist.
Was ist denn eine lange Luftlinie? Da du nichts lieferst an Beweisen gehe ich davon aus, dass du nur Belangloses ins Forum kübeln wolltest.

Noch mal für dich zum Hintergrund der NBS:

1. Basis für die Kantenzeit ist der vorgelegte Deutschland-Takt -> Anschlüsse gewähren
2. Die Bahn soll als Verkehrsmittel auch in der Fläche für die Menschen erreichbar sein -> Fernverkehrshalt Bad Hersfeld
3. Schutz aller Güter bei optimierten Investitionen (Steuergelder) -> Akzeptanz bei allen Betroffenen

So, und jetzt kannst du weiter von deiner Lufthansa...äh Luftlinie träumen.

Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


Re: Immer noch nicht mehr Substanz

geschrieben von: G36K

Datum: 21.03.20 19:13

SvenT schrieb:
1. Basis für die Kantenzeit ist der vorgelegte Deutschland-Takt -> Anschlüsse gewähren
2. Die Bahn soll als Verkehrsmittel auch in der Fläche für die Menschen erreichbar sein -> Fernverkehrshalt Bad Hersfeld
3. Schutz aller Güter bei optimierten Investitionen (Steuergelder) -> Akzeptanz bei allen Betroffenen
Also Bad Hersfeld ist sicherlich nicht der Grund für diese umwegige Linienführung. Ein Zwischenhalt einzelner Züge dort ist nur vorgesehen weil man dort eh vorbei kommt. Eine Diretissima könnte ja stattdessen beispielsweise einen Unterwegsbahnhof in Bad Salzungen bekommen. Es soll sogar Schnellfahrstrecken völlig ohne Kleinstadt-Zwischenstops geben. Also daran liegt das sicherlich nicht.
Hauptgründe für den Schlenker sind eher die Rhön und Bergbaugebiete, die angestrebte Engpassauflösung zwischen Bebra und Fulda, mit der Intention die NBS nachts durch den Güterverkehr nutzen zu können, und halt die schon fertiggestellte ABS bis Eisenach.
Die 62 Minuten Fahrzeit die der derzeit noch aktuelle Entwurf des Deutschlandtakts vorsieht, sind aber wirklich ziemlich lahmarschig und auch für Anschlüsse nicht wirklich optimal. Außerdem wären damit 3 Stunden für Frankfurt-Berlin (und entsprechend 4 Stunden für Stuttgart-Berlin) knapp nicht zu schaffen, selbst wenn Halle-Berlin irgendwann wirklich HGV-tauglich ausgebaut und die dortige Fahrzeit auf unter 1 Stunde gedrückt wird. Glücklicherweise bleibt aber noch einiges Beschleunigungspotenzial auf den Abschnitten Gerstungen-Eisenach und Gotha-Erfurt, wo dann irgendwann doch noch die fehlenden Minuten rausgeholt werden können, um Frankfurt-Erfurt zumindest noch auf 1,5 Stunden runterzubekommen.
Foesse schrieb:
Wir diskutieren echte Raum-Zeit-Relationen mit Nutzbarkeit bis ins letzte Dorf (was nicht immer geht), aber zumindest für die übergroße Menge an Betroffenen.
Joo der Traum der D-Takt bzw. ITF-Befürworter, dass man die Schweiz auf Deutschland kopieren könnte.

Träumt mal schön weiter davon, dass in Deutschland Anschlüsse zuverlässig funktionieren.
rad3m schrieb:
Zitat:
Genau mit dieser Konfrontation hatte ich gerechnet, obwohl ich von diesem Projekt gestern zum ersten mal hörte. Warum? Weil jeder mit dem Gezanke in seiner Nachbarschaft genug Unterhaltung findet.
Wobei man sagen muss, dass solch - in meinen Augen - dämliche Diskussionen, fast ausschließlich nur hier geführt werden. Und das eben von Leuten, die sich an km/h-Zahlen und Fahrzeitminuten regelrecht "aufgeilen" ohne in größeren Dimensionen zu denken. Es gibt eben auch ein Leben, zwischen Hamburg, München, Berlin und Köln.

Der BVWP unterliegt nicht nur einem Linienmodell sondern auch einer Verkehrsmodellierung. Es gibt eine - wenn auch sehr verbesserungswürdige - Nutzen-Kosten-Analyse der Verkehrsprojekte. Laut einem des Bundesgutachter werden hierbei Fahrzeitgewinne systematisch in ihrer Wirkung überschätzt. Perspektivisch bräuchte es aber Positivbewertungen für die Schaffung von Reserven bei Streckenkapazitäten und Fahrplantrassen sowie für Flexibilität im Störfallmanagement und außerdem natürlich der Schaffung von Anschlussknoten.

Und nein es geht eben nicht darum, aus Deutschland eine zweite Schweiz zu schaffen - das kann auch nicht funktionieren. Aber nur auf Flugverkehr zu schauen ist genauso falsch. Wäre dieser Verkehr wirklich wichtiger, würde man die Innlandsflüge erweitern und stattdessen derzeit den regulären IC/ICE-Fernverkehr einstellen. Und das sieht aktuell genau anders aus.

Mich wundert, dass dir das Projekt kein Begriff ist. In den 90ern hieß es "Niederaulaer Kurve" und sollte von der NBS direkt in den Bahnhof Bad Hersfeld führen. Nun hat man es nicht nur erweitert, sondern damit auch beschleunigt. Das zugehörige Projekt heißt ABS/NBS Hanau-Würzburg/Fulda-Erfurt. Und ich gehe auch davon aus, dass es perspektivisch eine ABS/NBS Hanau-Aschaffenburg-Nantenbach geben wird, denn auch dort gibt es Engpässe zu beseitigen und Fernverkehre zu beschleunigen.

rad3m schrieb:
Zitat:
Einige Vorwürfe und Argumente findet man fast wörtlich im Stuttgart21-Forum, wenn man die Ortsnamen austauscht. Bei diesem ersten Milliardenprojekt mit Wutbürger- Beteiligung hat man sich noch mit einem Unterforum beholfen.
Das ist einer der ganz großen Fehler: Alles mit Stuttgart21 gleichsetzen. Es ist eben hier ganz anders. Hier gibt es einen wirklichen Nutzen für das System Schiene. Dort sprechen wir von einem Städtebauprojkekt, das über den Verkehrsetat des Bundes finanziert werden soll.
Man sieht dies ja nun in Frankfurt, wo ein entsprechender Fernbahntunnel einfach zusätzlich zu den beizubehaltenden oberirdischen Gleisen geplant wird.
OB man wirklich so über die Struktur der Fernverkehrshalte (außerhalb Stuttgarts inkl. Flughafen) im S21-Forum diskutiert, entzieht sich meiner Kenntnis. Tiefgreifendere Diskussionen dazu kann ich mir aber kaum ernsthaft vorstellen.

Noch ein Unterschied gibt es hierzu: Mit deutlicher Mehrheit wird der Bedarf dieser ABS/NBS zugestimmt. Bei Hanau-Fulda und Rhein/Main-Rhein/Neckar habe ich aus den Foren heraus keine einzige Negation des Bedarfs gehört - nicht mal aus den Reihen der "Wutbürger" (Bürgerinitiativen) - dort geht es immer nur um das "Wie" nicht das "Ob" oder das "Warum".
Anders ist es hier und wirklich vereinzelte Spinner in den Informationsveranstaltungen, die von selbstfahrenden elektrischen Googleautos träumen, weswegen natürlich Autobahnen und keine Bahnstrecken zu bauen wären.

rad3m schrieb:
Zitat:
Aber alle Institutionen haben dazugelernt. Zumindest im öffentlichen Auftritt. Frühe Mitarbeit der Nicht-Fachleute wird ermuntert, ja sogar eingefordert, von den ausführenden Planern aber zunächst abgeblockt. Eine Gratwanderung zwischen "lasse mich bei der Arbeit nicht gerne stören!" und "jetzt will ich eure Meinung dazu hören." Es ist nur menschlich, dass es auch viele Planer gibt, die so auftreten: "Dies ist das Ergebnis mühsamer Arbeit. Jetzt lobt das gefälligst!"
Ehm, da habe ich anderes gehört. Man kann im Regelfall sehr gut konstruktiv mit Planern - sei es denjenigen der DB als auch denjenigen von externen Büros, wie bspw. den Umweltgutachtern - zusammenarbeiten. Diese werden ja auch dafür bezahlt. Und wenn das Forum über Bewertungskriterien diskutiert, Priorisierungen hierbei vornimmt, kann auch was Ordentliches herauskommen. Wichtig ist aber auch, erst systematisiert man, wie etwas zu bewerten ist, dann bewertet man es und danach ändert man die Kriterien nicht, bis ein gewünschtes Ergebnis herauskommt.

Es hängt meiner Meinung nach viel am Personal - sei es jenes von DB, den Planern und insbesondere der Moderation. Natürlich auch der jeweiligen Gruppierungen der Teilnehmenden. Und auch hier ist DB meines Erachtens professioneller geworden. Man redet eben auf Augenhöhe und nicht herab, wie es damals ein Volker Kefer getan hat. Und man redet vor dem Raumordnungsverfahren und nicht erst vor oder während der Planfeststellung.

rad3m schrieb:
Zitat:
Ich konnte beide Extreme beobachten, Stuttgart21 und jetzt Augsburg-Ulm, wobei letzteres natürlich noch entgleisen kann.
Letzteres kann immer passieren.
Vielleicht mal zum Nachdenken: Sowohl Frankfurt-Mannheim, als auch Hanau-Fulda(/-Würzburg) wie auch Fulda-Gerstungen haben allesamt frühere Planungsgeschichten gehabt und wurden wegen Finanzierungsmangel in unterschiedlichen Stadien unterbrochen. Ersteres war sehr weit, samt erster Planfeststellungsverfahren, letzteres nur auf früher Konzeptionsebene.Für alle drei Projekte gibt es nun den Vorteil, dass die Zeit auch Planungserkenntnis mit sich brachte. Manche Dinge werden nun ganzheitlicher betrachtet als noch vor 15-20 Jahren oder noch früher.

rad3m schrieb:
Zitat:
Schnellfahrstrecken- Projekte werden es nach der Corona- Krise besonders schwer haben, wieder in Gang zu kommen. Denn es lauern im Hintergrund die mometan nur verdeckten Superprobleme: Z.B. die erforderliche Verkehrswende wegen Klimaziel. Wahrscheinlich parallel dazu das Ankurbeln der Industrie, in Deutschland wahrscheinlich wieder Autoindustrie. Und wir können froh sein, wenn das der Verkehrswende Richtung Bahn nicht ganz den Garaus machen wird. Fernverkehr oder ÖPNV? Ich tippe darauf, dass die Schnellfahr- Projekte am längsten werden warten müssen.
Ich bin mir auch noch nicht sicher, was kommt. Derzeit wird weiter geplant.
Wenn die Krise einen Vorteil besitzt, dann ist es aufzuzeigen, wie viele Arbeitnehmer eigentlich Homeoffice machen könnten, wenn es die Arbeitgeber zulassen würden und wie sehr Video- bzw- Telefonkonferenzen Präsenztermine ersetzen könnten - damit aber auch just jene Geschäftsreisende, die hier gerne als das Publikum für so manchen Sprintergedanken notwendig wären.
Ich mache hierzu mal ein Beispiel: Letzten Freitag begannen bei uns mittags die Vorbereitung auf Umstellung auf Homeoffice. Montags lief diese nahezu komplett an. Provisorien werden schrittweise dabei abgelöst. Nun laufen die Vorbereitungen auf Ausgangssperren und die Reduzierung des tatsächlichen Präsenzpersonals auf das unvermeidbare Minimum. Vor noch rund einem Monat wollte die Geschäftsführung nicht mal das Wort Homeoffice in irgendeiner Weise verwenden oder gar in Betriebsvereinbarungen erwähnen. Nun ist man zwangsweise dabei. Und das geht in vielen Unternehmen soweit. Man schätzt ja auch, dass rund 40% der Beschäftigten zur Zeit in Homeoffice arbeitet.

Wenn zukünftig von denjenigen nur ein einzelner Tag pro Woche in Homeoffice verbracht werden würde und sich das über alle Werktage halbwegs gleichartig strukturiert, hätte man eine massive Verkehrsentlastung und damit auch eine massive Reduktion vom Schadstoffen und Verkehrslärm. Das wäre schon ein enormer Schritt hin zu einer funktionsfähigen Verkehrwende.

Aus meinen Erfahrungen bzw. jenen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis kann ich dir sagen, dass die Autoindustrie auch vor Corona schon unter massiven Strukturproblemen litt. Corona ist nur der willkommene Anlass, die Ursachen woanders zu verorten. Ähnlich wie Vapiano gerade frisch seine Insolvenz durch Corona begründet, obgleich sie schon länger ein desfunktionales Zombieunternehmen waren. Und solche Fälle werden bald auch um Hilfe schreien.
Machen wir uns nichts vor, wenn die Coronakrise vorbei ist - und das wird nicht in ein paar Tagen sondern eher Wochen und Monaten sein - dann haben wir eine massiver Wirtschaftskrise am Hals. Man bedanke nur, wie stark die Börse abstürzte. Und hier handelt es sich nicht um notleidende Banken sondern um die Realwirtschaft, von Angestellten über Solostelbständige und kleinen sowie mittelständischen Unternehmen bis hin zu großen Konzernen. Das wird also noch vieles ändern.

rad3m schrieb:
Christian_AT, ich finde ICEs garnicht schön, fahre Ulm- Köln immer am Rhein mit IC via Koblenz durchs schöne Deutschland.
Es kommt auf den Zweck der Bahnfahrt an: Ist die Fahrt die Reise an sich, wird das Rheintal bevorzugt. Ist die Reisezeit relevanter kann dies - nicht in allen Fällen! - über Köln-Rhein/Main attraktiver sein. Man sollte eben nicht unterschätzen, wie viele Fahrten ein Start und/oder Ziel außerhalb der acht mehdornschen Metropolen haben. Wenn ich bspw. nach Trier will, nutzt mir KRM rein gar nichts. Will ich nach Koblenz von bspw. Frankfurt aus, dann nutzt es mir nur was, wenn ich in Montabaur ein Auto stehen habe (so ein Kollege). Übrigens heißt der "RE300" bei den Berufspendlern gerne Bauernexpress, dennoch ist er sehr gut besetzt, weil es eben diese Pendler gibt.

Und so wie es Fernverkehr über KRM und über das Rheintal gibt, sind die Strukturen auszubauen, beides muss parallel möglich sein und wo es eben das nicht ist, muss ein entsprechender Kompromiss her - wie eben im Fall des FV-Halts in Bad Hersfeld als Takthalt, aber nicht für alle Linien. Und nur weil heute ehemalige IR- und IC-Züge heute auch ICEs sind, heißt dies nicht, dass solche Halte falsch wären. Auch sowas ändert sich im Laufe der Zeit.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Immer noch nicht mehr Substanz

geschrieben von: ICE-T-Fan1

Datum: 22.03.20 03:30

G36K schrieb:
SvenT schrieb:
1. Basis für die Kantenzeit ist der vorgelegte Deutschland-Takt -> Anschlüsse gewähren
2. Die Bahn soll als Verkehrsmittel auch in der Fläche für die Menschen erreichbar sein -> Fernverkehrshalt Bad Hersfeld
3. Schutz aller Güter bei optimierten Investitionen (Steuergelder) -> Akzeptanz bei allen Betroffenen
Also Bad Hersfeld ist sicherlich nicht der Grund für diese umwegige Linienführung. Ein Zwischenhalt einzelner Züge dort ist nur vorgesehen weil man dort eh vorbei kommt. Eine Diretissima könnte ja stattdessen beispielsweise einen Unterwegsbahnhof in Bad Salzungen bekommen. Es soll sogar Schnellfahrstrecken völlig ohne Kleinstadt-Zwischenstops geben. Also daran liegt das sicherlich nicht.
Daran merkt man wirklich wie absurd die gesamte Argumention ist. Einer "Großstadt" wie Eisenach mit 60.000 Einwohner den FV-Halt wegnehmen aber in einer 20.000-Einwohner "Kleinstadt" wie Bad Salzungen halten wollen. PS: Ich habe übrigens nix gegen Bad Salzungen, bin dort zufälligerweise sogar geboren.
Aber sonst werden einem immer Einwohnerzahlen um die Ohren gehauen, wenn es um Bahnhöfe mit Fernverkehr geht. Hier hat auch noch jemand Wernshausen in der vorherigen Diskussion ins Spiel gebracht. Da leben noch weniger Menschen als in Bad Salzungen, wobei in 10 km Entfernung immerhin noch ne Hochschulstadt mit Schmalkalden liegt.

Nach jetzigem Stand der Lage wird eine neue ICE-Strecke aber mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Eisenach verlaufen.

MfG Markus aus Eisenach, Fahrgastzähler sowie VDE8- und MDV-Fan
------------------------------
"Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen." (Otto von Bismarck)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.20 03:56.
Black Eyed schrieb:
Zitat:
rad3m schrieb:
Zitat:
Einige Vorwürfe und Argumente findet man fast wörtlich im Stuttgart21-Forum, wenn man die Ortsnamen austauscht. Bei diesem ersten Milliardenprojekt mit Wutbürger- Beteiligung hat man sich noch mit einem Unterforum beholfen.
Das ist einer der ganz großen Fehler: Alles mit Stuttgart21 gleichsetzen. Es ist eben hier ganz anders.
....
Noch ein Unterschied gibt es hierzu: Mit deutlicher Mehrheit wird der Bedarf dieser ABS/NBS zugestimmt.
....
Damit das Stuttgart21- Forum nicht gar so negativ auftritt, wurde immer wieder versucht, Positives der Schnellfahrstrecke Wendlingen- Ulm mit hinein zu packen. Dieser stimmen allerdings die meisten der S21- Gegner zu. Auch ich meinte hier jetzt nur die vielen Tunnel zwischen der SFS aus Mannheim und Wendlingen-Ulm mit dem Tiefbahnhof. Und natürlich das ganze Theater mit Flughafenbahnhöfen, Gäubahn- Filder- Mischverkehr usw... Ich ärgere mich schon darüber, dass ich dieses Forum hier überhaupt erwähnt habe. Es hätte gereicht, zu schreiben: Wutbürger gibt es überall. Damals war es neu, heute ist das ganze Internet voll Wut... Wenn man Details nicht versteht, hat man die Wahl zwischen Einarbeiten oder Wut. Übereilte "gefällt mir" -Blasen sind genauso gefährlich.

Black Eyed, vielen Dank für die Stellungnahmen und ausführlichen Ergänzungen, für die Sicht in die Zukunft. Weitgehend stimmen wir überein.

Nur bei Home-office bin ich skeptischer. Ich bin wahrlich kein Computergegner, bin sozusagen damit aufgewachsen. Habe mir in den 1970-er Jahren einen PC-Vorläufer selbst gebaut, habe in den 1980-ern das DOS- Betriebssystem bis hinunter in die Maschinensprache ergründet und auch am Arbeitsplatz recht früh einen IBM-PC bekommen. Danach war es bis heute mein tägliches Werkzeug, wie dann auch das Internet. Trotzdem habe ich vorzeitigen Ruhestand vorgezogen, als es hieß: Jetzt gibt es nur noch Coputerarbeit für sie. Und das hat mein Leben stressfrei gehalten. Ich will arbeiten und nicht dauernd updaten. Auch heute (in echter Rente) nutze ich gerade diesen PC als Schreibmaschine, einen anderen als Zeichenbrett, und das Internet als Briefkasten. Selbst ein Führerstandsmitfahrt- Video kann Stress bedeuten, weil ich in youtube die Auflösung von automatisch auf 360 reduzieren muss. Mehr gibt das Telefon/Internetkabel in meinem Altbau nicht her. Eine Straße weiter könnte ich wahrscheinlich einen 100Mb-Vertrag nutzen, aber hier lohnt das nicht. Oft bekomme ich nur unter 10, aber andere beneiden mich auch darum. Und zahlen viel Geld, um mit dem smartfone kabellos schnell ins Internet zu kommen.

Viele Schüler verbinden sich gerade täglich mit ihren Lehrern, wo es denn schon geht. Bei fortschrittlichen, größeren Firmen mit IT-Personal mag home office schon produktiv sein, aber kleinere haben keine Zeit, sich um die dann schwierigere Sicherheit zu kümmern. Und im Lehrbetrieb müssen die Schüler wohl den Lehrern zeigen, wie es geht.

Re: Immer noch nicht mehr Substanz

geschrieben von: Flauschi

Datum: 22.03.20 08:56

SvenT schrieb:
Flauschi schrieb:
Zitat:
Aber klar, kurze Luftlinie, weniger Kosten. Außer der Umweg ist im Flachland was er nicht ist.
Was ist denn eine lange Luftlinie? Da du nichts lieferst an Beweisen gehe ich davon aus, dass du nur Belangloses ins Forum kübeln wolltest.

Noch mal für dich zum Hintergrund der NBS:

1. Basis für die Kantenzeit ist der vorgelegte Deutschland-Takt -> Anschlüsse gewähren
2. Die Bahn soll als Verkehrsmittel auch in der Fläche für die Menschen erreichbar sein -> Fernverkehrshalt Bad Hersfeld
3. Schutz aller Güter bei optimierten Investitionen (Steuergelder) -> Akzeptanz bei allen Betroffenen

So, und jetzt kannst du weiter von deiner Lufthansa...äh Luftlinie träumen.

Grüße
Sven
1. Wenn man durch die Direktverbindung Neuhof-Neudietendorf eine halbe Stunde sparen kann ist das dem Deutschlandtakt egal.
2- Eine überregionale Verbindung kann keine Fläche bedienen, außer es ergibt sich zufällig wie in Montabaur oder Allersberg. Dafür werden keine Umwege in Kauf genommen.
3. Ob der Umweg wirklich billiger kommt wage ich zu bezweifeln. Immerhn ist dWarort auch Hügelland. Und am umweltverträglichsten ist eigentlich der Tunnel. Kein Flächenverbrauch, kein Lärm. War im Thüringer Wald kein Problem. Und ob jetzt das Geld in Griechenland versenkt wird, dann lieber hier.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.20 08:59.
Bei uns funktioniert Homeoffice sehr gut, ich hab aber auch einen klassischen Bürojob.

Das Problem ist eher dass man aktuell mehr, nicht weniger arbeitet. Um 7 Uhr sind alle schon online. Und um 19 Uhr immer noch.

Die Grenzen zwischen frei und Arbeit verschwimmen. Man hat irgendwann gar nicht mehr frei.
rad3m schrieb:
Foesse schrieb:
Es gibt keine Direttissima Fulda - Erfurt. Ende, aus, basta!
Hier ist x-mal erläutert worden, warum und wieso.....
Genau mit dieser Konfrontation hatte ich gerechnet, obwohl ich von diesem Projekt gestern zum ersten mal hörte. Warum? Weil jeder mit dem Gezanke in seiner Nachbarschaft genug Unterhaltung findet. Einige Vorwürfe und Argumente findet man fast wörtlich im Stuttgart21-Forum, wenn man die Ortsnamen austauscht. Bei diesem ersten Milliardenprojekt mit Wutbürger- Beteiligung hat man sich noch mit einem Unterforum beholfen. Zehn lehrreiche Jahre, zehn Milliarden? Mit künftigen Projekten müssen wieder das News- und das Allgemeine Forum klarkommen. Auch bezüglich Niveau.

Aber alle Institutionen haben dazugelernt. Zumindest im öffentlichen Auftritt.
Aber auch nur dort.

Wenn es so ist, daß eine für Hochgeschwindigkeit geeignete NBS solche Umwege beinhalten muß, daß eine Luftliniengeschwindigkeit von nur 100km/h rauskommt, dann sollte man auf diesen Bau ganz verzichten (allenfalls vielleicht die alternative Altstrecke verbessern), und die Mittel für den Bau von 150km NBS an einem anderen Ort einsetzen, wo sie wirklich Wirkung erzielen.

Örtlichkeiten dafür gäbe es genug.

Nachtrag: dieselbe(n) Überlegung(en) vermisse ich auch bei S21. Mit diesen +10 Mrd. hätte man etwas sinnvolleres anfangen können.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.20 11:52.
Black Eyed schrieb:Zitat
Wobei man sagen muss, dass solch - in meinen Augen - dämliche Diskussionen, fast ausschließlich nur hier geführt werden. Und das eben von Leuten, die sich an km/h-Zahlen und Fahrzeitminuten regelrecht "aufgeilen" ohne in größeren Dimensionen zu denken. Es gibt eben auch ein Leben, zwischen Hamburg, München, Berlin und Köln.
Ein Netz muss so ausgebaut werden, dass es flexibel nutzbar ist und das ist hier in Deutschland leider oftmals nicht der Fall. Ulm ist ja wieder so ein tolles Beispiel. Künftig müssen weiterhin alle Fernzüge durch den Knoten Ulm fahren (inklusive Güterverkehr). Eine Umfahrung hätte in die ganze Sache mehr Flexibilität reingebracht.

Es ist auch einfach bescheuert ICE-Sprinter durch die Knoten wie Fulda zu schicken. Sobald es zu Verspätungen kommt darf der normale ICE schön 5 Minuten in Fulda warten bis der Sprinter im niedrigen Tempo dran vorbei ist.

Davon mal abgesehen machen 250-300 km/h auf 50-100 km Strecke noch viel weniger Sinn. Das kostet nämlich richtig viel Energie und der Fahrzeitgewinn gegenüber 200 km/h ist nur marginal. So was zu fordern ist also noch viel unsinniger als längere durchgehende NBS ohne Vmax.-Einbrüche am nächsten Knoten.

Zitat
Und nein es geht eben nicht darum, aus Deutschland eine zweite Schweiz zu schaffen - das kann auch nicht funktionieren. Aber nur auf Flugverkehr zu schauen ist genauso falsch. Wäre dieser Verkehr wirklich wichtiger, würde man die Innlandsflüge erweitern und stattdessen derzeit den regulären IC/ICE-Fernverkehr einstellen. Und das sieht aktuell genau anders aus.
Es hat auch niemand gefordert, dass es nur noch Sprinterlinien geben sollte aber wenn man schon neue Infrastrukturen baut sollte es auch eigentlich das Ziel sein diese bestmöglich auszulasten.

Man schaue sich mal die SFS Hannover-Würzburg an. Wie viele nennenswerte Neuverkehre im Takt gab es denn dort in den letzten 10-20 Jahren? Das Angebot hat sich seitdem kaum verändert. Warum wohl.
rad3m schrieb:
Zitat:
Damit das Stuttgart21- Forum nicht gar so negativ auftritt, wurde immer wieder versucht, Positives der Schnellfahrstrecke Wendlingen- Ulm mit hinein zu packen. Dieser stimmen allerdings die meisten der S21- Gegner zu. Auch ich meinte hier jetzt nur die vielen Tunnel zwischen der SFS aus Mannheim und Wendlingen-Ulm mit dem Tiefbahnhof. Und natürlich das ganze Theater mit Flughafenbahnhöfen, Gäubahn- Filder- Mischverkehr usw...
Das war schon bei der Schlichtung klar. Deswegen bezog ich mich auch auf S21 ohne Wendlingen-Ulm. Letzteres könnte natürlich auch besser sein (flachere Trassierung) aber im Kern geht es in die richtige Richtung.

In den Dialogforen geht es darum, dass man schaut, wie man das möglichst optimale unter den gegebenen Vorgaben umgesetzt bekommt. Insofern geht es hier darum eine 80%ige Lösung anstatt einer 20%igen Lösung hinzubekommen. Das wiederum verstehen manche User hier in ihrer Traum- bzw. Albtraumwelt nicht. Auch nicht, dass zu öffentliche Diskussionen zu Nulllösungen führen und dann findet man später die Mittel im Straßenbau wieder, hat aber immer noch die Engpässe mit Ablehnungen von real bestellten Zugtrassenwünschen, mit Unpünktlichkeiten und unnötig langen Fahrzeiten im Fern- und Regionalverkehr (Überholungen!), die fehlenden Korrespondenzen (ebenfalls im Fern- und Regionalverkehr - u.a. durch Zwangstrassenlagen), usw....

rad3m schrieb:
Zitat:
Ich ärgere mich schon darüber, dass ich dieses Forum hier überhaupt erwähnt habe. Es hätte gereicht, zu schreiben: Wutbürger gibt es überall. Damals war es neu, heute ist das ganze Internet voll Wut... Wenn man Details nicht versteht, hat man die Wahl zwischen Einarbeiten oder Wut. Übereilte "gefällt mir" -Blasen sind genauso gefährlich.
Ohne Stuttgart 21 gäbe es so manches nicht, nicht nur negatives. Anders gesagt: Manchmal lernt man aus dem Schaden, wenn das Kind so richtig in den Brunnen gefallen. Und böse Zungen behaupten, dass dies bei Stuttgart - aus bundesweiter Sicht gesehen - nicht so tragisch ist.

Was haben wir gewonnen:
- öffentlich bekanntes Wutbürgertum und das nicht nur in kleinen Mengen - teilweise auch politisch motiviert (gerne von AfD und FDP gegen ÖV-Ausbau)
- massives Misstrauen gegen Bund und Deutsche Bahn
- Fakenewstum, Anzweifeln von Unabhängigkeit der Wissenschaften ("werden ja bezahlt von...")
- eine anders aufgestellte Öffentlichkeitsarbeit bei Projekten. Offen hin zu einer kooperativen Planung
- politisch veränderte Rahmenbedingungen: Entstehung einer fixierten frühen Öffentlichkeitsbeteiliung - und dort können aus konstruktiven Kritiken bessere Lösungen erwachsen. Dinge, die Planern bspw. nicht auf dem Bildschirm hatten aber im Dialog aufkommen. Das wird auch schon von DB gelobt.
- Dialog zwischen Projektplanern, Bürgerinitiativen, Kommunalpolitik und Fachverbänden

rad3m schrieb:
Zitat:
Nur bei Home-office bin ich skeptischer. Ich bin wahrlich kein Computergegner, bin sozusagen damit aufgewachsen. Habe mir in den 1970-er Jahren einen PC-Vorläufer selbst gebaut, habe in den 1980-ern das DOS- Betriebssystem bis hinunter in die Maschinensprache ergründet und auch am Arbeitsplatz recht früh einen IBM-PC bekommen. Danach war es bis heute mein tägliches Werkzeug, wie dann auch das Internet. Trotzdem habe ich vorzeitigen Ruhestand vorgezogen, als es hieß: Jetzt gibt es nur noch Computerarbeit für sie. Und das hat mein Leben stressfrei gehalten. Ich will arbeiten und nicht dauernd updaten.
Ich habe einen klassischen Bürojob am Computer. Vieles lässt sich wirklich in Homeoffice gut lösen. Manchmal fehlt es aber auch an spezieller Infrastruktur (Hardware oder Software). Was mir aber nun fehlt: Der Austausch mit den Kollegen - fachlich als auch persönlich. Das Telefon und Videokonferenzen können das leider schlecht ersetzen. Deswegen braucht es auch Präsenztermine, wenn man in Teams oder mit (verschiedenen) Teams arbeitet. Und nicht zuletzt fehlt mir die Bewegung dazu - ich habe vieles vor Ort geklärt und eben nicht von Büro zu Büro im Telefon. Manchmal sehen vier Augen einfach mehr als zwei.

Es gibt Phasen, bei denen wir uns mehrere Tage in einen gemeinsamen Raum "einsperren", um gemeinsam zu arbeiten. Ich merkte nun, dass dies wirklich fehlt, weil dieser direkt-verbale Austausch so nicht mehr stattfindet, bei dem man einfach über den Tisch eine Frage stellen kann.

Aber das ist eben alles auch in Homeoffice möglich, wenn man dies nicht ausschließlich betreibt, sondern eben vielleicht 1-2 Homeofficetage pro Woche hat.
Stress kann man aber individuell regeln - man darf sich nicht stressen lassen. Geht es mir gut, kann ich Überstunden aufbauen, geht es mir schlechter leiste ich die verbindliche Stundenzahl oder baue ab. Gut, dass erlaubt mein Arbeitgeber (wir sind sogar gehalten möglichst +/- 0 auszukommen) - das machen leider nicht alle Arbeitgeber.

rad3m schrieb:
Zitat:
Auch heute (in echter Rente) nutze ich gerade diesen PC als Schreibmaschine, einen anderen als Zeichenbrett, und das Internet als Briefkasten. Selbst ein Führerstandsmitfahrt- Video kann Stress bedeuten, weil ich in youtube die Auflösung von automatisch auf 360 reduzieren muss. Mehr gibt das Telefon/Internetkabel in meinem Altbau nicht her. Eine Straße weiter könnte ich wahrscheinlich einen 100Mb-Vertrag nutzen, aber hier lohnt das nicht. Oft bekomme ich nur unter 10, aber andere beneiden mich auch darum. Und zahlen viel Geld, um mit dem smartfone kabellos schnell ins Internet zu kommen.

Das ist auch meine primäre Privatnutzung und ich bin noch weit weg von meiner Rente.
Ja Deutschland hinkt mit dem Mobilfunk- und Internetausbau noch lange zurück. Es wäre doch jetzt ein guter Zeitpunkt auch über dessen beschleunigung nachzudenken, eben weil es nun auch im wirtschaftlichen Interesse liegt, dass Homeoffice besser möglich ist. Mein Internet ist oftmals gut schnell, aber leider auch nicht immer ganz stabil.
Smartphone sollte heute nicht mehr so teuer sein.

rad3m schrieb:Zitat:
Viele Schüler verbinden sich gerade täglich mit ihren Lehrern, wo es denn schon geht. Bei fortschrittlichen, größeren Firmen mit IT-Personal mag home office schon produktiv sein, aber kleinere haben keine Zeit, sich um die dann schwierigere Sicherheit zu kümmern. Und im Lehrbetrieb müssen die Schüler wohl den Lehrern zeigen, wie es geht.
Eben, es ist heute schon möglich. Man könnte viel mehr im Netz machen als man denkt. Ein Beispiel: Früher war es üblich, dass die theoretische Fahrprüfung per Papierbogen erfolgt. Heute ist dies ein Onlinefragebogen, der am PC ausgefüllt wird - entsprechende Übungsaufgaben finden sich eben so im Netz - und die Kontrolle erfolgt bereits automatisch mit dem "Absenden" - da braucht man also keine Ergebnisprüfung und Mitteilung. Die Aufsichtsperson kann also direkt nach der Abgabe sofort sehen, wer bestanden hat und wer nicht.
Manche Hausarbeiten in der Schule bedürfen heute der Recherche, wobei hier natürlich das Netz eine maßgebliche Rolle spielt - die können auch weitestgehend zuhause erstellt werden. In der Universität läuft dies ja auch so, auch wenn es dazu zuvor eine Literaturrecherche und Bücherausleihen gibt. Wobei eine Hausarbeit auch nichts anderes ist als umfangreichere Hausaufgaben, die über einen längeren Zeitraum erstellt werden. Das ersetzt nur jetzt den Unterricht an der Schule. Aber ehrlich gesagt: In der Oberstufe haben wir öfters längere Phasen im Unterricht alleine Aufgaben gelöst, während die Lehrkraft anderweitig beschäftigt war. Auch das ging bei uns diszipliniert. Zumal in der Kurswahl später gewisse Lehrer/innen ja auch bewusst gewählt werden.

Ich bin kein IT-Personal, unser IT-Personal hat auch nur ein Minimum an Vorbereitung für die Homeoffice getätigt. Ich würde eher sagen, dass das IT-Personal in Bezug auf die Unternehmensgröße skaliert werden muss. Je weniger Mitarbeiter vorhanden sind, desto weniger Supportfälle sind einfach nötig und das frisst entsprechend IT-Personal.

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kmueller schrieb:
Zitat:
rad3m schrieb:
Zitat:
Aber alle Institutionen haben dazugelernt. Zumindest im öffentlichen Auftritt.
Aber auch nur dort.
Nein. Diese Annahme ist grundlegend falsch.

kmueller schrieb:
Zitat:
Wenn es so ist, daß eine für Hochgeschwindigkeit geeignete NBS solche Umwege beinhalten muß, daß eine Luftliniengeschwindigkeit von nur 100km/h rauskommt, dann sollte man auf diesen Bau ganz verzichten (allenfalls vielleicht die alternative Altstrecke verbessern), und die Mittel für den Bau von 150km NBS an einem anderen Ort einsetzen, wo sie wirklich Wirkung erzielen.
Schön, dass du keine Engpässe auflösen willst und du den Schienenverkehr dermaßen sabotieren willst. Was zahlt dir die Autoindustrie dafür?

Nochmals: Schaue dir mal an, in welchem Rahmen das Projekt geplant wird. Der FV-Halt in der Region Bad Hersfeld ist ein sinnvolles "Abfallprodukt" - deswegen unterscheidet sich auch Fulda-Gerstungen von der Niederaulaer Kurve, die darauf zielte, aber eben nicht auf Engpassauflösung.

Neben den Problemen in der Raumordnung - v.a. im Umwelt- und Naturschutz sowie den geologische Verhältnissen, gibt es eklatante Probleme in/mit Thüringen - deswegen endet die Planung leider in Gerstungen und nicht - wie viel sinnhafter im Bahnhof Eisenach (als durchgehende ABS/NBS-Maßnahme)... Das spricht auch sehr gegen Luftlinien-Diretissimas...
Das kommt aus dem Bundesverkehrsministerium ist leider aus verschiedenen Gründen nicht zitierfähig.

Was wäre gewonnen, wenn man beispielsweise in Heimboldshausen oder bestenfalls in Bad Salzungen herauskommen würde, wenn man dann über eine unsanierte, nicht elektrfizierte, kurvenreiche Strecke gen Eisenach (und Erfurt) schleichen würde...

kmueller schrieb:
Zitat:
Örtlichkeiten dafür gäbe es genug.
Nope - siehe oben. Planungen sind so auszulegen, dass sie mit dem Gebiet Thüringens praktisch nur minimale Berührungen haben sollen - egal ob ober- oder unterirdisch. Gerstungen ist insofern ein Zugeständnis, weil in vielen Trassenvarianten auf die Bestandsstrecke zuvor eingeschwenkt wird.

kmueller schrieb:
Nachtrag: dieselbe(n) Überlegung(en) vermisse ich auch bei S21. Mit diesen +10 Mrd. hätte man etwas sinnvolleres anfangen können.
Bei S21 fehlt es an weit mehr - das fängt ja schon bei der Kapazität an... Aber dort ist die Messe schon gelesen.

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Re: Immer noch nicht mehr Substanz

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 22.03.20 13:48

Flauschi schrieb:
Zitat:
1. Wenn man durch die Direktverbindung Neuhof-Neudietendorf eine halbe Stunde sparen kann ist das dem Deutschlandtakt egal.
Nein - grundfalsch!
- Weil dies bei vorhandenen Zweistundentakten problematisch werden kann
- Weil damit die Einzugsgebiete der Fernverkehrhalte in Fulda, der Region Bad Herrsfeld/Bebra, Eisenach und Gotha entfallen würden. Das heißt, all jene, die dort Aus- bzw. Umsteigen(!) haben massive Reisezeitverlängerungen. Fahrzeit ist eben nicht alles.
- Es gibt geologische, natur- und umweltrechtliche sowie relieftechnische Probleme einer solchen Variante. Sowie die - von mir angedeuteten - Probleme auf anderen Ebenen mit dem Gebiet Thüringens.
- Weil eine solche Strecke den Kapazitätsengpass Fulda - Bebra nicht löst, immerhin müsste es dann ICE-Ersatzzüge auf der Achse Fulda - Eisenach - Erfurt geben mit den gleichen Fahrzeitprofilen, wie die ICE heute. Und nachts bleibt der Nord-Süd-Verkehr unentlastet. Güterverkehr aus Eschwege kann nicht einfach in Neudietendorf auf deine NBS fahrern, um dann in Neuhof herauskommen. Der Güterverkehr Erfurt - Fulda - Frankfurt/Würzburg ist vernachlässigbar gegenüber Eschwege - Frankfurt/Würzburg!
Hinweis am Rande: Die NBS Gelnhausen-Kalbach führt nicht via Neuhof! Sie führt nach Kalbach an die SFS Hannover-Würzburg...

All das und die massiv höheren Baukosten würden zu einer fehlenden Wirtschaftlichkeit führen. Das heißt: Du dürftest dieses selbst finanzieren...
Ich hoffe du hast eine elfstellige Summe auf deinem Konto zur Finanzierung...


Flauschi schrieb:
Zitat:
2- Eine überregionale Verbindung kann keine Fläche bedienen, außer es ergibt sich zufällig wie in Montabaur oder Allersberg. Dafür werden keine Umwege in Kauf genommen.
Falsch. Auch in der Fläche existieren Knoten mit Verteilungsfunktionen. Naturgemäß, muss dieser nicht von jeder Linie bedient werden, es bedarf aber schon eines Takthalts Dazu gehören auch die bisherigen FV-Halte. Wären diese nicht tragfähig für DB Fernverkehr - würden heute schon alle ICE nonstop zwischen Frankfurt und Erfurt fahren...

Zudem beim Beispiel Allersberg: Solche Verkehre müssen auch finanziert werden... gerade länderüberschreitend wird dies im Regionalverlehr schwer. Und die Aufgabenträger sind nicht erpicht darauf, ohne Finanzmittelerhöhung solche Verkehre und solche ICE-Ersatzverkehre zu finanzieren. Wärst du denn bereit dafür steigene Fahrpreise zu zahlen? Sprich: Den Anteil der Nutzerfinanzierung zu erhöhen.... ich glaube kaum.


Flauschi schrieb:
3. Ob der Umweg wirklich billiger kommt wage ich zu bezweifeln. Immerhn ist dWarort auch Hügelland. Und am umweltverträglichsten ist eigentlich der Tunnel. Kein Flächenverbrauch, kein Lärm. War im Thüringer Wald kein Problem. Und ob jetzt das Geld in Griechenland versenkt wird, dann lieber hier.
Auch falsch. Er ist billiger als den Bau einer längeren Gebirgsstrecke Neuhof - Neudietendorf, weil dies einerseits viel teurere Bauten sicherlich bedüften und zudem einen Ausbau zwischen Fulda und Bebra. Das heißt, man müsste zwei Strecken anstatt einer Finanzieren.

Umweltverträglichkeit bemisst sich nicht nur oberirdisch sondern auch unterirdisch. Das ist bspw. bei Bad Hersfeld ein ganz maßgebliches Problem (Heilquellenschutzgebiet). Übrigens auch im Flächenverbrauch (Bodenschätze, Kaliabbau).

Aber das lässt sich ja so einfach behaupten, dass es alles viel besser wäre, nur weil es in das eigene Weltbild passt... Die Realität ist leider viel komplexer als so manches Hirngespinst.

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Re: Immer noch nicht mehr Substanz

geschrieben von: SvenT

Datum: 22.03.20 13:54

Flauschi schrieb:
1. Wenn man durch die Direktverbindung Neuhof-Neudietendorf eine halbe Stunde sparen kann ist das dem Deutschlandtakt egal.
2- Eine überregionale Verbindung kann keine Fläche bedienen, außer es ergibt sich zufällig wie in Montabaur oder Allersberg. Dafür werden keine Umwege in Kauf genommen.
3. Ob der Umweg wirklich billiger kommt wage ich zu bezweifeln. Immerhn ist dWarort auch Hügelland. Und am umweltverträglichsten ist eigentlich der Tunnel. Kein Flächenverbrauch, kein Lärm. War im Thüringer Wald kein Problem. Und ob jetzt das Geld in Griechenland versenkt wird, dann lieber hier.
Mit einer NBS Neuhof - Neudietendorf schmeisst man sinnlos Geld zum Fenster heraus und hängt ganze Regionen ab. Genau das möchte die Politik aber nicht. Wie soll den ausserdem der NKV bei einer Strecke durch zwei Mittelgebirge aussehen die lediglich von 2 Zügen je Stunde bedient wird?

Eine überregionale Verbindung kann sehr wohl auch die entlang der Strecke liegenden Ballungsräume erschliessen. Die Bahn ist kein Anbieter von Punkt-zu-Punkt sondern ein Netz! Wir reden hier von einem Verkehrsmittel der Daseinsfürsorge und nicht vom Flugzeug!

Die Tunnellösungen sind aber teuer und sind auch nur dort möglich, wo das Gestein dies ermöglicht. In Grundwasserschutzgebieten und Salzstöcken mit Tunneln anzufangen ist daher eine Schnapsidee. Bei dem von dir gewünschten Profil reden wir hier von etlichen Kilometern durch sensibles Gebiet. Was soll der Hinweis auf Griechenland hier? Die Bundesrepublik hat an dem Elend dort verdient! Bildungslücke schliessen

Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


Re: Immer noch nicht mehr Substanz

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 22.03.20 14:02

ICE-T-Fan1 schrieb:
Zitat:
Daran merkt man wirklich wie absurd die gesamte Argumention ist. Einer "Großstadt" wie Eisenach mit 60.000 Einwohner den FV-Halt wegnehmen aber in einer 20.000-Einwohner "Kleinstadt" wie Bad Salzungen halten wollen. PS: Ich habe übrigens nix gegen Bad Salzungen, bin dort zufälligerweise sogar geboren.
Aber sonst werden einem immer Einwohnerzahlen um die Ohren gehauen, wenn es um Bahnhöfe mit Fernverkehr geht. Hier hat auch noch jemand Wernshausen in der vorherigen Diskussion ins Spiel gebracht. Da leben noch weniger Menschen als in Bad Salzungen, wobei in 10 km Entfernung immerhin noch ne Hochschulstadt mit Schmalkalden liegt.
Einwohnerzahlen zu zählen, um das Fahrgastpotential zu ermitteln, ist aber vergleichbar ungenau, wie Schulen zu zählen, um Schülerzahlen oder gar die Gesamtbevölkerung zu ermitteln. So gibt es Schulen mit 700 Schülernoder weniger und Schulen mit 2.700 Schüler - auch in direkter Nachbarschaft.
Fahrgastaufkommen bemisst sich aus den Raum-Zeit-Auswirkungen, die das Einzugsgebiet generieren. Jedes Einzugsgebiet ist aber immer auch Relations- bzw. Richtungsabhängig. Dort sind es die Bewohner, die Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen aber auch der Freizeit- und Tourismuseinrichtungen. Sogar Einrichtungen der Medizinischen Versorgung bzw. für Rheamaßnahmen sind relevant. All diese erzeugen Reisebewegungen. Man muss einfach nur an die 13 unterscheidlichen Quelle-Ziel-Gruppen denken. Wobei natürlich nicht jede im gleichen Maße wirkt.

Deswegen hasse ich es sehr, wenn immer mit irgendwelchen Einwohnerzahlen über Verkehrshalte "argumentiert" wird. Schön, dass dies durchaus auch relativierst. Ein gutes Beispiel ist wirklich KRM. Ginge es nach Einwohnern, hätte die Strecke durch Wiesbaden, Koblenz und Bonn führen müssen, nicht aber durch Limburg, Montabaur und Siegburg. Dennoch kritisieren unsere Direttissimafans genau diese nicht.... andernorts (hier) argumentiert man aber so.

Und um eines auch deutlich zu sagen: Es geht nicht um den reinen ICE-Verkehr (bzw. FV-Verkehr allgemein) sondern es geht um den gesamten Schienenverkehr. Die Strecke lohnt sich eben durch die Auswirkungen auf die Streckenkapazitäten und damit v.a. im wachsenden Güterverkehr...


ICE-T-Fan1 schrieb:
Nach jetzigem Stand der Lage wird eine neue ICE-Strecke aber mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Eisenach verlaufen.
Du meinst der ICE-Verkehr. Die Strecke wird spätestens im Raum Gerstungen ändern, obwohl ich eine Abschniedung des Werratals rund um Harleshausen sehr spannend fände (egal ob direkt in einem ersten Schritt oder in einem nachgelagerten zweiten Schritt) ...

Das wäre in meinen Augen ein viel sinnhafter Kampf als für eine Diretissima. Ebenso der Reparierung des Knotens Erfurt in seinem Westkopf. Ich könnte mir bspw. eine Verbindungskurve im Raum Neudietendorf/Ingersleben auf die VDE8-Gleise vorstellen. das würde zwar weiterhin keine Paralleleinfahrt ermöglichen, aber womöglich die Einfahrt beschleunigen

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