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Re: Kabel vertauscht im Weichenantrieb

geschrieben von: Wuhlheider

Datum: 14.02.20 18:12

LoneStarr27 schrieb:
Aber klar, Hauptsache, Du kannst wieder irgendjemand bei der DB zum @#$%& erklären.
Das mit dem Unfall passierte aber nicht in Deutschland ...

Re: Kabel vertauscht im Weichenantrieb

geschrieben von: Traumflug

Datum: 14.02.20 18:46

LoneStarr27 schrieb:
Traumflug schrieb:
Ich würde eher sagen: wer hat da bei der Bauartgenehmigung der Weichenantriebe versagt? Man kann Stecker von Kabeln vertauschungssicher bauen, das ist keine Raketenwissenschaft.
Und wenn da einer im Herstellerwerk schon vor dem Stecker die Kabeladern vertauscht hat?
Dann haben bis zum Unfall schon zwei Prüfungen versagt: die Ausgangsprüfung des Weichenherstellers und die Einbauprüfung. Sicherheit um den Faktor 10.000 höher.

LoneStarr27 schrieb:
Aber klar, Hauptsache, Du kannst wieder irgendjemand bei der DB zum @#$%& erklären.
Wenn Du hier schon Bashing siehst, dann nimmt das die "DB" in Schutz. Denn bei einer vertauschungssicheren Bauart ist sie nicht mehr alleine schuld wenn die Weiche mit fehlerhafter Verdrahtung freigegeben wird.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
KD:
Der Hersteller hat diese Bauteile wohl an Bahnen in ganz Europa geliefert.
Ganz Europa? Gibt es in unserem schönen Schland irgendwo Weichenantriebe von Alstom in freier Wildbahn?

Re: Kabel vertauscht im Weichenantrieb

geschrieben von: Sonderkorrespondent

Datum: 14.02.20 20:58

Wuhlheider:
Lt. Rynek-Kolejowy.pl waren besagte Kabel vertauscht. Und dazu hat die Weiche wohl keine korrekte Rückmeldung an das Stellwerk gesendet, weshalb man diese Rückmeldung deaktivierte.
Durch diese Deaktivierung konnte die Fahrstraße ohne Geschwindigkeitsbeschränkung (Weichenabhängigkeit aufgehoben) geschaltet werden.
Um die Sache irgendwie zu beurteilen, bräuchte man nähere Details zu der „Deaktivierung“ der „Rückmeldung“. So, wie sich das hier liest, wäre es jedenfalls Aua³ und fahrt bloß nicht mit dem Zug nach Italien, da überbrücken sie die Überwachung der Weichen, heizen dann mit Vmax drüber und beschuldigen nach hoppala, schon wieder falsch, auch noch den Hersteller des Antriebs – aber wie gesagt, das ist alles noch etwas zu vage.

Re: Kabel vertauscht im Weichenantrieb

geschrieben von: De David

Datum: 14.02.20 21:04

Lol und was nutzt das bitte wenn man die Kabel dann im Stecker bzw der Buchse falsch herum anschließt? Dann bist wieder genau so weit wie vorher...

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

2004 in Deutschland - schon vergessen!

geschrieben von: blaalen

Datum: 14.02.20 22:50

Hallo,

dank der sozialen Mediendauerberieselung und sinnlosem Spekulatius geraten Fakten schon aus der jüngsten Vergangenheit in Vergessenheit!

Schwere Kollision am 21.04.2004 nach Instandhaltung einer Weiche mit vertauschten Kabelanschlüssen - und das mitten in DEUTSCHLAND auf Gleisen der DB AG:

Unfall Süssen 2004

Gruß blaalen

Da ist garnichts vergessen

geschrieben von: LoneStarr27

Datum: 15.02.20 00:13

blaalen schrieb:
dank der sozialen Mediendauerberieselung und sinnlosem Spekulatius geraten Fakten schon aus der jüngsten Vergangenheit in Vergessenheit!
Dieser Unfall war im Nachgang ausführlich Thema in den Dienstunterrichten für Stellwerkspersonal und Signalwerker. Seither ist nach Arbeiten an den Weichenantrieben, bei denen die Kabel zur Antriebssteuerung abgetrennt waren, die Übereinstimmungsprüfung stets durchzuführen. Dabei wird geprüft, ob die Lage der Weichenzungen mit der Anzeige bzw. der Hebelstellung im Stellwerk übereinstimmt. Und um das Ganze noch verwechslungssicherer zu machen, gab es jüngst noch eine Verfeinerung im zu verwendenden Wortlaut. Es ist nicht mehr von rechts- oder linkslage, sondern von 'zur Fahrt nach rechts' oder 'zur Fahrt nach links' zu sprechen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.20 00:14.

Re: Kabel vertauscht im Relaisraum

geschrieben von: elixir

Datum: 15.02.20 00:57

25. 03. 2003 zwischen Rednitzhembach und Schwabach - nach Reparatur zwischen 2 S-Bahnen.

S3_02.JPG


S3_12.JPG


S3_12_Weichenlaternen_Ausschnitt.jpg


Gruß elixir



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.20 01:10.

Re: Kabel vertauscht im Weichenantrieb

geschrieben von: Wuhlheider

Datum: 15.02.20 10:51

Sonderkorrespondent schrieb:
Um die Sache irgendwie zu beurteilen, bräuchte man nähere Details zu der „Deaktivierung“ der „Rückmeldung“. So, wie sich das hier liest, wäre es jedenfalls Aua³ und fahrt bloß nicht mit dem Zug nach Italien, da überbrücken sie die Überwachung der Weichen, heizen dann mit Vmax drüber und beschuldigen nach hoppala, schon wieder falsch, auch noch den Hersteller des Antriebs – aber wie gesagt, das ist alles noch etwas zu vage.
In meinem Post gab ich nur wieder, was im RK stand.

Nicht geschrieben habe ich davon (was aber im RK auch stand), dass die Strecke wegen Ende der Sperrpause wieder freigegeben werden musste. Die deaktivierte Rückmeldung sollte dann in der kommenden Nacht / neuen Sperrpause weiter untersucht werden.
Und dann stand noch etwas von einem hydraulischen Weichenantrieb.

Noch zur Anmerkung:
Ich bin ausgebildeter Fdl und habe den "Stapf" gelesen. Aber ich war nie Signalwerker. Und mit heutiger Stellwerkstechnik, speziell in Italien kenne ich mich schon garnicht aus. Von daher kann ich eben nur das möglichst Transparent wiedergeben, was ich, in diesem Falle, aus dem Rynek Kolejowy habe.

MfG

Weichenantrieb ausgeschaltet, – aber nicht ordentlich?

geschrieben von: dbi

Datum: 15.02.20 15:45

Mehrere italienische Medien, u.a. [corriere.it], melden: Die Staatsanwaltschaft hat zehn Weichenantriebe aus der gleichen Serie beschlagnahmt, fünf davon aus dem gleichen Depot in Piacenza, wovon der Verunfallte stammte; fünf(?) weitere wurden von der Strecke entfernt (was das nun heißen mag, wieder ausgebaut?). Auf Anhieb schienen alle in Ordnung zu sein, werden noch überprüft. Nach einem Weichenantrieb wird noch gefahndet.

[thedailybreakingnews.com] fügt (als einzige) zu: Die Arbeiter vor Ort, die die Weiche in Ospedaletto Lodigiano gewechselt hatten, wurden lange verhört, sagen aber unverändert aus, dass sie einen elektrischen Defekt im Weichenantrieb festgestellt hatten und deswegen, bevor sie gegangen sind, die Weiche in die Plus-Stellung brachten und den Weichenantrieb ausschalteten. Die Ermittler haben den Verdacht, dass die Weiche nachträglich vom Betriebsbahnhof Livraga aus (350 m Entfernung) umgestellt wurde. — Es wird interessant, den Untersuchungsbericht zu sehen!

MfG, Dennis

Re: Kabel vertauscht im Weichenantrieb

geschrieben von: trittbrettmitfahrer

Datum: 15.02.20 18:11

Wuhlheider schrieb:
Lt. Rynek-Kolejowy.pl waren besagte Kabel vertauscht. Und dazu hat die Weiche wohl keine korrekte Rückmeldung an das Stellwerk gesendet, weshalb man diese Rückmeldung deaktivierte.
Durch diese Deaktivierung konnte die Fahrstraße ohne Geschwindigkeitsbeschränkung (Weichenabhängigkeit aufgehoben) geschaltet werden. Ohne die Deaktivierung wäre es ja auch aufgefallen, dass die Kabel vertauscht waren.

Ob nun diese Vertauschung Ursache war, dass die Weiche keine ordentliche Rückmeldung lieferte, oder es ein prinzipielles Problem des Weichenantriebs war, ist auch bei Rynek-Kolejowy nicht angegeben worden.

MfG
An diverse italienische Medien wurde die Information mit den vertauschten Kabeln an den Aktuatoren des Weichantriebes gezielt lanciert und auf eine "anonyme Quelle" verwiesen. Der Weichenantrieb ist elektro-hydraulischer Bauart.
Es gab wohl Rückmeldungen der Lage-Sensoren an das ESTW in Bologna, diese wurde jedoch auf Grundlage einer Dienstanweisung für defekte Weichen ignoriert.

Re: Da ist garnichts vergessen

geschrieben von: Mucke72

Datum: 15.02.20 20:47

LoneStarr27 schrieb:
Zitat:
Dieser Unfall war im Nachgang ausführlich Thema in den Dienstunterrichten für Stellwerkspersonal und Signalwerker. Seither ist nach Arbeiten an den Weichenantrieben, bei denen die Kabel zur Antriebssteuerung abgetrennt waren, die Übereinstimmungsprüfung stets durchzuführen. Dabei wird geprüft, ob die Lage der Weichenzungen mit der Anzeige bzw. der Hebelstellung im Stellwerk übereinstimmt. Und um das Ganze noch verwechslungssicherer zu machen, gab es jüngst noch eine Verfeinerung im zu verwendenden Wortlaut. Es ist nicht mehr von rechts- oder linkslage, sondern von 'zur Fahrt nach rechts' oder 'zur Fahrt nach links' zu sprechen.
Na hoffentlich hast Du damit nichts zu tun. Lageprüfungen sind schon länger vorgeschrieben, sobald mehr als eine Ader abgelegt wurde.
Da ist nix mit ganzem Kabel ablegen!

Schönes Wochenende

René

Re: Kabel vertauscht im Weichenantrieb

geschrieben von: HFy

Datum: 15.02.20 22:24

Der Artikel in La Repubblica nennt als Quelle den Direktor der Eisenbahnsicherheitsbehörde, Marco d'Onofrio.

Re: Da ist garnichts vergessen

geschrieben von: LoneStarr27

Datum: 15.02.20 23:43

Mucke72 schrieb:
Na hoffentlich hast Du damit nichts zu tun. Lageprüfungen sind schon länger vorgeschrieben, sobald mehr als eine Ader abgelegt wurde.
Da ist nix mit ganzem Kabel ablegen!
Oh, entschuldige bitte, daß ich so oberflächlich war, hier keine juristisch wasserdichte Formulierung zu wählen. Ich hätte wohl besser schreiben sollen, daß die Beteiligten nach dem Ereignis in Süssen verstärkt für diese Problematik sensibilisiert wurden. Und das war zweifellos der Fall. Und ja, ich habe damit zu tun, aber nur auf Bedienerseite. Da ist es nicht an mir, über die Notwendigkeit einer Übereinstimmungsprüfung zu entscheiden. Das macht der LSTer, der draußen an der Weiche arbeitet. Und was genau der dort getrieben hat, weiß ich normalerweise nicht, dafür sind die Arbeitsbucheinträge zu unspezifisch. Dennoch war diese Problematik samt der möglichen Folgen bei mangelhafter Ausführung auch in unseren Dienstunterrichten Thema.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.02.20 12:43.

Re: 2004 in Deutschland - schon vergessen!

geschrieben von: Bw-Ansbach

Datum: 16.02.20 11:31

blaalen schrieb:
Hallo,

dank der sozialen Mediendauerberieselung und sinnlosem Spekulatius geraten Fakten schon aus der jüngsten Vergangenheit in Vergessenheit!

Schwere Kollision am 21.04.2004 nach Instandhaltung einer Weiche mit vertauschten Kabelanschlüssen - und das mitten in DEUTSCHLAND auf Gleisen der DB AG:

Unfall Süssen 2004

Gruß blaalen
Und 2003 gab es eine Entgleisung mit der selben Ursache. Damals war allerdings "nur" die halbe Weiche in falscher Lage (Schnellfahrweiche mit beweglichen Herzstück): [www.nahverkehr-franken.de]

Re: 2004 in Deutschland - schon vergessen!

geschrieben von: LoneStarr27

Datum: 16.02.20 11:59

Bw-Ansbach schrieb:
Und 2003 gab es eine Entgleisung mit der selben Ursache. Damals war allerdings "nur" die halbe Weiche in falscher Lage (Schnellfahrweiche mit beweglichen Herzstück): [www.nahverkehr-franken.de]
Dieses Ereignis hat @elixir doch gestern schon gepostet. Ok, Du hast jetzt noch den erläuternden Link von 'nahverkehr-franken.de' mitgeliefert.

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