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Neue Gleise für die Uckermark [ZM]

geschrieben von: micky

Datum: 13.02.20 18:56

Hallo!

Nachfolgende Meldung aus der MOZ:

Mancher Umweg führt direkt ins Ziel: So will die Stadt Schwedt über ein zweites Gleis rund um das PCK-Gelände den Schwedter Hafen anbinden. – Und auf diesem (Um-)Weg die eingleisige Strecke zwischen dem Kopfbahnhof in Schwedt und Angermünde so entlasten, dass die Stadt im Halb-Stunden-Takt an Berlin und Stettin angebunden werden kann. Die Pläne dazu erklärte Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD). Denn aktuell wird eine Studie erstellt, die sich mit den Kosten und den Möglichkeiten eines solchen Anschlusses beschäftigt. Der erste Schritt ist ein Parallelgleis von der Hauptstrecke Berlin – Stettin zu der bestehenden Anbindung an das PCK-Gelände. Darüber werden aktuell sieben Millionen Tonnen an Güter transportiert, eine Entlastung böte sich an – auch mit Blick auf mögliche Havarien auf dem Abschnitt.
Gute Chancen für zweites Gleis
"Dieser Abschnitt mit einer Länge von zehn Kilometern wird auch beim Land positiv gesehen", sagte Polzehl. Die Chancen einer Umsetzung sieht er daher als sehr gut an. Trotzdem müsste die Stadt den Gleisanschluss aus eigener Tasche bezahlen – mit vielen Zuschüssen. Die Bahn betreibt nur das Netz und ein Abzweig ist eben nicht Teil eines Netzes. Wenn die Ideen der Stadt komplett umgesetzt werden, könnten die Eisenbahn-Pläne zu einem Netz werden. Denn im zweiten Schritt möchte Polzehl das zweite Gleis verlängern – rund acht weitere Kilometer bis zum Hafen.
Dort könnte es einen Lückenschluss mit dem bestehenden Gleis zur Papierfabrik geben. Denn die transportiert ihre Produkte zurzeit durch die Stadt über die einspurige Strecke Richtung Angermünde ab. Im Bahnhof selbst wird viel rangiert – auch nachts, was die Anwohner belastet. "Würden wir den Lückenschluss des Wirtschaftsgleises hinbekommen, könnten wir alle Güter über die neue Verbindung abtransportieren", sagte Polzehl. Damit könnte auch der Lärm in der Stadt reduziert werden.
Und damit würde die Strecke zwischen Schwedt und Angermünde so stark entlastet, dass der Anschluss im Halb-Stunden-Takt in greifbare Nähe rückt. Polzehl hat für seine Forderung auch die Fraktions-Vorsitzenden der Parteien aus der Stadtverordnetenversammlung ins Boot geholt, die den Vorstoß unterstützen. Deshalb ging am Dienstag ein gemeinsames Schreiben an Minister Guido Beermann und sein Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung mit der Bitte um Unterstützung für dieses Projekt in die Post.

Anbindung zu Stoßzeiten
"Wichtig ist, dass es uns gelingt, Schwedt zu den Hauptverkehrszeiten anzubinden", sagte Polzehl. Spätestens ab 2026 sollen Prenzlau und Angermünde Anschlüsse haben. "Da wollen wir als größte Stadt der Uckermark nicht abgehängt bleiben."
Und mit Blick auf die Nachbarn in Polen ist es vielleicht sogar möglich, einen Brückenschlag ins Nachbarland umzusetzen. So könnte vom Hafen aus die Strecke weiter über die Oder und durch den Nationalpark an das polnische Netz angeschlossen werden. Damit gäbe es auch eine echte Verbindung ins Netz und die Deutsche Bahn käme als Projektpartner ins Spiel.
Diese Idee ist nicht neu. Bereits in Plänen aus dem Jahr 2011 haben die Polen die Möglichkeit untersucht, Schwedt an die Metropolbahn nach Stettin anzuschließen. Bisher endet diese Verbindung in Gryfino. Allerdings sind die Pläne noch aktuell. Das Interesse habe Stettins Stadtpräsident Piotr Krzystek bei seinem Besuch in Schwedt bekräftigt.
Zweiter Anlauf für den Bahnanschluss an den Hafen

Die Idee, den Hafen über den Betriebsbahnhof Stendell an die Hauptverbindung zwischen Berlin und Stettin anzubinden, ist nicht neu. Vor knapp 15 Jahren wurden die Wünsche aus Schwedt in Potsdam abschlägig beschieden. Seinerzeit gab es schon einmal den Vorstoß, den Hafen über diese Strecke anzubinden, um über diese Trasse Güter zu transportieren. Ziel: Die Straßen und die eingleisige Bahnlinie sollten entlastet werden. Ein Bedarf wurde damals nicht gesehen – entsprechend gab es keine Zuschüsse. Lediglich die kleine Variante ließ sich realisieren. Heute dient dieses Teilstück zwischen der Papierfabrik Leipa und dem Hafen bereits als ein Element für die große Lösung, die Polzehl mit der geballten Kraft der Schwedter Kommunalpolitik im Nacken nun vorantreibt. Offen sind die Kosten, mit denen das neue Projekt zu Buche schlägt. Die Variante von vor 15 Jahren war von 22 Millionen Euro Baukosten ausgegangen. Für die kleine Lösung lagen die Schätzungen noch bei sechs Millionen Euro.

aus der MOZ vom 12.02.2020

Gruß