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Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Rollo

Datum: 14.02.20 15:11

Traumflug schrieb:
Rollo schrieb:
Das Bundesverkehrsministerium setzt einerseits maßgeblich die Rahmenbedingungen, in dem das DB Projekt realisiert wird.
Nee. Abgesehen von der allgemeinen Gesetzeslage setzt das BMVI da überhaupt keine Bedingungen. Das ist wie wenn ein Reeder ein neues Lagerhaus baut oder der Daimler sein Werk verlegt.
Nicht Bedingungen - Rahmenbedingungen!

Um in Deinen Beispielen zu bleiben: Der Reeder wird sein Lagerhaus oder Daimler sein Werk dort bauen, wo gute Infrastrukturanbindungen vorhanden oder zu erwarten sind. Ebenso verändern sich die Rahmenbedingungen für die DB, wenn auf Betreiben des Verkehrsministeriums und anderen umliegende Infrastruktur verändert und finanziert wird.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: blademan

Datum: 14.02.20 16:28

Traumflug schrieb:
Die "Neue Mitte Altona" ist ein eigenwirtschaftliches Projekt der DB, kein Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans. Deswegen hat Ferlemann mit seinem Verkehrsministerium da wenig zu melden.
Die Neue Mitte Altona ist ein Immobilienprojekt der Hansestadt Hamburg.
Der Bahnhof Diebsteich ist das daraus resultierende Bahnprojekt der DB Netz AG.

Der Bahnhof Diebsteich finanziert sich fast komplett aus LuFV Geldern.
Die 38,8 Mio, die die DB vom Hamburger Senat für die Grundstücke bekommen hat, dürften die wenigen einzusetzenden Eigenmittel der DB mehr als ausgleichen.

Diebsteich bekommt die DB also vom Steuerzahler geschenkt.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Solarek

Datum: 14.02.20 16:50

blademan schrieb:
Traumflug schrieb:
Die "Neue Mitte Altona" ist ein eigenwirtschaftliches Projekt der DB, kein Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans. Deswegen hat Ferlemann mit seinem Verkehrsministerium da wenig zu melden.
Die Neue Mitte Altona ist ein Immobilienprojekt der Hansestadt Hamburg.
Der Bahnhof Diebsteich ist das daraus resultierende Bahnprojekt der DB Netz AG.

Der Bahnhof Diebsteich finanziert sich fast komplett aus LuFV Geldern.
Die 38,8 Mio, die die DB vom Hamburger Senat für die Grundstücke bekommen hat, dürften die wenigen einzusetzenden Eigenmittel der DB mehr als ausgleichen.

Diebsteich bekommt die DB also vom Steuerzahler geschenkt.

Ja, und mir ist nicht bekannt, dass die Steuerzahler gefordert haben, mit ihrem Geld einen gut funktionierenden Kopfbahnhof mitten im Zentrum von Altona zu zerstören und dafür einen Ersatzhaltepunkt in der PAMPA namens Diebsteich für 350 Millionen Euro zu bauen.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: kmueller

Datum: 14.02.20 17:25

Solarek schrieb:
mir ist nicht bekannt, dass die Steuerzahler gefordert haben, mit ihrem Geld einen gut funktionierenden Kopfbahnhof mitten im Zentrum von Altona zu zerstören und dafür einen Ersatzhaltepunkt in der PAMPA namens Diebsteich für 350 Millionen Euro zu bauen.
Vor allem nicht, wenn Parallelprojekte darauf hindeuten, daß noch mit einer Kostensteigerung um einen Faktor nahe 4 zu rechnen ist.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Traumflug

Datum: 14.02.20 17:25

blademan schrieb:
Der Bahnhof Diebsteich finanziert sich fast komplett aus LuFV Geldern.
Danke für die Präzisierung.

LuFV bedeutet, dass diese Verlegung als Ersatzneubau deklariert wird, denn nur dafür gibt die LuFV Geld her. Ui ui.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Null2

Datum: 14.02.20 17:27

"Die Linken und Kommunisten finden Demokratie nur so lange gut, wie sie ihren Interessen dient.
Gibt es andere Mehrheitsmeinungen, werden die mit allen Mitteln bekämpft. "

Die Rechten und Nazis finden Demokratie nur so lange gut bis sie die Demokratie abschaffen können.
Gibt es andere Mehrheitsmeinungen, werden die mit allen Mitteln bekämpft und es sterben Menschen.

Würde dir das besser gefallen @Oberdeichgraf?

Im Übrigen finde ich es gut daß ein neuer Bahnhof in Diebsteich gebaut wird, das werden auch Partikularinteressen nicht verhindern.

"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
Carlo Schmid (SPD) 1948

„Si vis pacem para bellum“ Marcus Tullius Cicero




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.20 17:28.

Re: Altona Nord - Auswirkung der S4

geschrieben von: Abteil

Datum: 14.02.20 17:36

Sebastian Berlin schrieb:
sonicus83 schrieb:
Nachdem der Tenor doch sonst heißt "alle wollen zum Hbf und mit Diebsteich wird es besser"? Wollen nun die Tornescher plötznich nur nach Altona?

Naja, wenn die S4 wirklich in dieser "Express-Form" kommt, wäre ich zufrieden. Wahrscheinlich wäre es dann ja mindestens ein 20-min, wenn nicht ein 15- oder 10-min-Takt (bisher bis zu 2 RB pro h nach Hbf, 2 nach Altona..)
Zumindest du hattest ja von der Fahrt nach Altona gesprochen ;-)
Wenn irgendwann wirklich die S-Bahn auf der Verbindungsbahn wegfällt, könnte man ja auch eine RB, wie sie auch heute fährt, zum Hbf fahren lassen im 30er-Takt* und lediglich die RB nach Altona zu einer S4 machen. In diesem Fall ergäben sich keine Nachteile für diejenigen, die zum Hbf möchten. Diejenigen, die nach Altona möchten, müssen lediglich den zusätzlichen Halt in Diebsteich verkraften und alle, die weiter in Richtung City-Tunnel möchten, müssen nicht mehr umsteigen.
Genau so ist es ja auch geplant. Mit Eröffnung der zweiten S-Bahn-Tunnelstammstrecke, parallel zur Verbindungsbahn, welche damit 4 Fern-/Regionalgleise bekommt, soll es beides geben: Sowohl die S4 aus dem Citytunnel über Altona im 20-Min-Takt, welche als Express-S-Bahn ohne Halt zwischen Diebsteich/Elbgaustraße und Pinneberg verkehrt und ab dort alle Halte bis zur Endstation Elmshorn bedient; als auch eine zusätzliche halbstündliche RB vom Hbf über die viergleisige Verbindungsbahn, Dammtor und Diebsteich, von wo aus sie bis Elmshorn nur einen Zwischenhalt in Pinneberg einlegt. Von Elmshorn ist sie je stündlich nach Heide und Kellinghusen durchgebunden. Durch Flügelung dieser RB in Elmshorn wäre in der HVZ sogar ein Halbstundentakt bis Heide und Kellinghusen möglich. Das ganz ist auch im Deutschland-Takt so abgebildet: [www.bmvi.de]

Für das Betriebskonzept RB + Express-S-Bahn braucht es allerdings neben der dann insgesamt 6-gleisigen Verbindungsbahn (4 oben + 2 im Tunnel) auch weitere Gleise im Abschnitt Diebsteich - Elmshorn. Ohne letzteres würde die Express-S-Bahn die RB lediglich ersetzen statt ergänzen.

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Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Null2

Datum: 14.02.20 17:43

Traumflug schrieb:
Oberdeichgraf schrieb:
Aber machen wir uns nichts vor: Der Fernbahnhof Altona spielt weder als Fahrtziel, noch als Umsteigebahnhof eine große Rolle.
Von der Wirtschaftlichkeit her ist der Bahnhof für die Bahn ein Verlustbringer.
Wenn man seinerzeit so klug gewesen wäre und den S-Bahntunnel auch für die Fernbahn nutzbar gemacht hätte, wäre der Bahnhof nicht so ins Abseits gekommen.
Ich wette, in zehn Jahren wird niemand mehr dem alten Bahnhof hinterhertrauern.
Die Umsteigemöglichkeiten werden sich verbessern, der neue Bahnhof liegt nicht mehr abseits in Randlage.
Der Umstieg in Altona zwischen Fernbahn und S-Bahn ist doch momentan nur nervig, man verliert Zeit und die Anzahl der Züge Richtung Norden ist stark überschaubar.
Dagegen wird beim neuen Bahnhof alles halten: Ist doch viel besser.
Der liegt gerade mal maximal 1500 Meter weiter: das ist keine Schließung, wie von den Gegnern immer wieder behauptet wird, sondern eine Verlegung.
Du wiederholst da ziemlich genau die Stuttgart-21-Rethorik. Fakt ist, man will einen zentrumsnahen, also für viele Menschen zugänglichen Bahnhof entfernen und an eine weniger zugänglichen Stelle verlegen. Jetzt offensichtlich nicht mehr ganz so schlecht wie vorher, doch perfekt gut sicherlich auch nicht.
Liegt Dir Stuttgart21 nicht zentral genug?

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Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Abteil

Datum: 14.02.20 17:58

Rollo schrieb:
Da ich mal davon ausgehe, dass der Ferlemann Vorstoß dazu führen wird, dass die Vollbahn die 2 S-Bahn-Gleise der Verbindungsbahn zugeschlagen bekommen wird, dürfte es darauf hinaus laufen, dass der Fanclub aus Altona sich eher selbst ein Eigentor schießt, wenn sie den Fernbahnhof Diebsteich weiterhin behindern. Denn der Ferlemann Vorstoß könnte dazu führen, dass Diebsteich erst gar nicht gebaut wird, wenn er noch nicht im Bau ist, wenn in den neuen Planungen immer offensichtlicher wird, dass man das in Diebsteich verplante Geld andernorts viel besser einsetzen kann.
Bis der Ferlemann-Vorschlag zur 6-gleisigen Verbindungsbahn ausdiskutiert, untersucht, geplant und finanziert ist, steht der neue Fernbahnhof Diebsteich längst.

Und selbst wenn er nicht fertig wäre, müsste er bei 6-gleisiger Verbindungsbahn zwingend kommen, denn wo sonst sollen die Fernzüge aus Süden aussetzen? In Dammtor? Der dann viergleisige Fern- und Regionalbahnhof würde durch aussetzende Züge die durch die oberirdisch viergleisige Fern-/Regiobahn gewonnene Kapazität sofort wieder auffressen. Am überlasteten Hbf sieht es ähnlich aus. Oder willst Du die aussetzenden Züge nach Altona alt schicken? Damit verschäfst Du aber unnötig die Wohnungsnot in Hamburg, verlängerst die Fahrzeit der Züge Hbf - Altona (Kopfmachen) - Neumünster oder, falls diese Züge gar nicht in Altona halten, verschlechterst die Umsteigebeziehung Elbvororte/Lurup/Eidelstedt - Neumünster - Kiel/Flensburg, weil diese Fahrgäste ganz bis Dammtor oder Altona alt hin- und wieder zurückfahren müssten, statt direkt in Diebsteich umsteigen zu können.

Ich bin gewiss kein Freund der aktuellen Planungen. Man hätte in Altona ruhig alles beim Alten lassen können. Allerdings würden dort dann weder durchgehende Züge nach SH noch die S32 halten. Und der Wohnungsnot wäre es auch nicht zuträglich. Solange S11 und S32 vernünftig an den neuen Fernbahnhof angebunden werden, ist dieser schon besser als Altona alt.

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Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: kmueller

Datum: 14.02.20 18:07

Abteil schrieb:
Bis der Ferlemann-Vorschlag zur 6-gleisigen Verbindungsbahn ausdiskutiert, untersucht, geplant und finanziert ist, steht der neue Fernbahnhof Diebsteich längst.

Und selbst wenn er nicht fertig wäre, müsste er bei 6-gleisiger Verbindungsbahn zwingend kommen, denn wo sonst sollen die Fernzüge aus Süden aussetzen?
Warum müßte deshalb der Regionalbahnhof an den Zentren von Altona und Ottensen geschlossen werden?

Zieht man das hier angewandte Konzept konsequent durch, werden in Zukunft Bahnstrecken und Bahnhöfe nur noch gebaut, wo niemand wohnt. Und wenn doch jemand in die Nähe eines Bahnhofs hinzieht, wird dieser sofort in die nachstgelegene Pampa verlegt.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Rollo

Datum: 14.02.20 18:36

Wenn dem Ferlemann Vorschlag folgend ein neuer S-Bahnhof am Hbf gebaut wird und dieser alle S-Bahngleise auf der Ebene der Vollbahnen in der Halle frei machen würde, könnte der Hauptbahnhof 14 Bahnsteigkanten für Vollbahnen bekommen, wenn man sie innerhalb der vorhandenen, überbauten Breite neu sortieren würde. Das wären 6 Bahnsteigkanten oder 75% mehr.

Damit sollte ganz andere Geschichten in Hinblick auf schlanke Taktknoten und Reserven zum Ein- und Aussetzen von Fernzügen möglich machen.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Abteil

Datum: 14.02.20 19:06

kmueller schrieb:
Abteil schrieb:
Bis der Ferlemann-Vorschlag zur 6-gleisigen Verbindungsbahn ausdiskutiert, untersucht, geplant und finanziert ist, steht der neue Fernbahnhof Diebsteich längst.

Und selbst wenn er nicht fertig wäre, müsste er bei 6-gleisiger Verbindungsbahn zwingend kommen, denn wo sonst sollen die Fernzüge aus Süden aussetzen?
Warum müßte deshalb der Regionalbahnhof an den Zentren von Altona und Ottensen geschlossen werden?

Zieht man das hier angewandte Konzept konsequent durch, werden in Zukunft Bahnstrecken und Bahnhöfe nur noch gebaut, wo niemand wohnt. Und wenn doch jemand in die Nähe eines Bahnhofs hinzieht, wird dieser sofort in die nachstgelegene Pampa verlegt.
Wie kommst Du jetzt darauf? Wo wird oder wurde in letzter Zeit denn ein zentraler Bahnhof geschlossen, um ihn durch einen auf der grünen Wiese zu ersetzen? Mir fällt kein Beispiel ein.

Kassel wäre vielleicht ein ähnlicher Fall, aber Wilhelmshöhe hat den Hbf ja nicht ersetzt, sondern ergänzt - den Hbf gibt es immer noch. Aber Wilhelmshöhe ist als Straßenbahnknoten gut angebunden und der Hbf hat mit dem Straßenbahntunnel in die Innenstadt und durchgehenden Regio-Trams sogar wieder eine Aufwertung erfahren. Das Konzept wäre durchaus vergleichbar mit Altona alt, weil auch dort heute endende Regionalbahnen in Express-S-Bahnen umgewandelt werden, die sogar bis in die Innenstadt weiterfahren. Der Regionalbahnhof Altona würde also nicht per se geschlossen, sondern seine RB-Dienste lediglich in eine Express-S-Bahn umgewandelt, was dank Durchbindung in die Innenstadt sogar eine Verbesserung darstellt.

Und glaube mir, die Fahrgäste der in Altona wegfallenden Marschbahn-RE sind froh, dass der Umsteigezwang zum Hbf entfällt, wenn diese Linien über die künftig sechsgleisige Verbindungsbahn endlich zum Hbf durchgebunden werden kann. Die wenigsten Fahrgäste haben ihr Ziel fußläufig zum Bhf. Altona. Ob der in den meisten Fällen ohnehin anstehende Umstieg dann in Altona alt oder Diebsteich erfolgt, wäre ja egal.

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.20 19:09.
...ist noch etwas ganz anderes: Die Konstellation mit dem einem Hauptzugang zum Bahnsteig in Folge des Kopfbahnhofs und dem Fahrkartenautomaten an eben diesem Zugang zum Bahnsteig ist ideal, um dort schnell und unkompliziert Kleingruppen für Kleingruppenfahrkarten zusammen zu suchen und zusammen ein neues Kleingruppenticket zu lösen. Die Male, die ich das da erlebt habe, bildeten sich neue Gruppen im Takt von Minutenbruchteilen. Das macht die Marschbahnnutzung von Altona aus billig und unkompliziert...

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Giovanni

Datum: 14.02.20 22:31

Abteil schrieb:
Rollo schrieb:
Da ich mal davon ausgehe, dass der Ferlemann Vorstoß dazu führen wird, dass die Vollbahn die 2 S-Bahn-Gleise der Verbindungsbahn zugeschlagen bekommen wird, dürfte es darauf hinaus laufen, dass der Fanclub aus Altona sich eher selbst ein Eigentor schießt, wenn sie den Fernbahnhof Diebsteich weiterhin behindern. Denn der Ferlemann Vorstoß könnte dazu führen, dass Diebsteich erst gar nicht gebaut wird, wenn er noch nicht im Bau ist, wenn in den neuen Planungen immer offensichtlicher wird, dass man das in Diebsteich verplante Geld andernorts viel besser einsetzen kann.
Bis der Ferlemann-Vorschlag zur 6-gleisigen Verbindungsbahn ausdiskutiert, untersucht, geplant und finanziert ist, steht der neue Fernbahnhof Diebsteich längst.
Das Problem ist die Zeit dazwischen: Bis der Milliardenausbau der Verbindungsbahn kommt, überwiegen die Nachteile. Ob und wann der kommt, steht zudem völlig in den Sternen.

Abteil schrieb:
Und selbst wenn er nicht fertig wäre, müsste er bei 6-gleisiger Verbindungsbahn zwingend kommen, denn wo sonst sollen die Fernzüge aus Süden aussetzen? In Dammtor? Der dann viergleisige Fern- und Regionalbahnhof würde durch aussetzende Züge die durch die oberirdisch viergleisige Fern-/Regiobahn gewonnene Kapazität sofort wieder auffressen. Am überlasteten Hbf sieht es ähnlich aus. Oder willst Du die aussetzenden Züge nach Altona alt schicken? Damit verschäfst Du aber unnötig die Wohnungsnot in Hamburg, verlängerst die Fahrzeit der Züge Hbf - Altona (Kopfmachen) - Neumünster oder, falls diese Züge gar nicht in Altona halten, verschlechterst die Umsteigebeziehung Elbvororte/Lurup/Eidelstedt - Neumünster - Kiel/Flensburg, weil diese Fahrgäste ganz bis Dammtor oder Altona alt hin- und wieder zurückfahren müssten, statt direkt in Diebsteich umsteigen zu können.
Zunächst einmal: Ein nicht unwesentlicher Teil der Fläche kann auch freigegeben werden, wenn der Bahnhof Altona nur umgebaut statt geschlossen wird.
Selbst ohne Umbau an den bislang betrieblich genutzten Teilen des Bahnhofs kann fast die Hälfte der Wohneinheiten der Neuen Mitte Altona errichtet werden - die Baumaßnahmen laufen bereits.

Zu den angesprochenen Elbvororten: Diese besitzen eine Direktverbindung nach Altona, sowie zeitweise nach Dammtor (S11). Eine Verbindung nach Diebsteich fehlt hingegen auch weiterhin.
Abteil schrieb:
Ich bin gewiss kein Freund der aktuellen Planungen. Man hätte in Altona ruhig alles beim Alten lassen können. Allerdings würden dort dann weder durchgehende Züge nach SH noch die S32 halten. Und der Wohnungsnot wäre es auch nicht zuträglich. Solange S11 und S32 vernünftig an den neuen Fernbahnhof angebunden werden, ist dieser schon besser als Altona alt.
Wie soll die S11 an Diebsteich angebunden werden, ohne die Fahrzeit zwischen den Elbvororten und der Innenstadt erheblich zu verlängern?

Zudem: Selbst wenn die Verbinungsbahn 6-gleisig ausgebaut wird, entschärft das die Probleme im Hauptbahnhof selbst nicht. Auch dort müssten wohl hunderte Millionen oder mehr verbuddelt werden...

Wo Logik aufhört, fängt das DB-Preissystem an!

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Abteil

Datum: 14.02.20 22:50

Giovanni schrieb:
Wie soll die S11 an Diebsteich angebunden werden, ohne die Fahrzeit zwischen den Elbvororten und der Innenstadt erheblich zu verlängern?

Zudem: Selbst wenn die Verbinungsbahn 6-gleisig ausgebaut wird, entschärft das die Probleme im Hauptbahnhof selbst nicht. Auch dort müssten wohl hunderte Millionen oder mehr verbuddelt werden...
Anbindung der S11 an den neuen Fernbahnhof über die S-Bahn-Station Neue Mitte Altona und die Südzugänge zu den Fernbahnsteigen - wie in der zuvor verlinkten Vereinbarung vom VCD beschrieben.

Doch, die 6-gleisige Verbindungsbahn, ermöglicht durch Ferlemanns S-Bahn-Verbindungstunnel, zu dem ja zwangsläufig der neue 4-gleisige S-Bahn-Tiefbahnhof gehört, erhöht die Kapazität des Hbf erheblich. Die Fern/Regios bekommen 4 zusätzliche Bahnsteigkanten. Zudem entfallen fast alle kapazitätsfressenden Kurzwenden am Hbf, da dank der ausgebauten Verbindungsbahn Durchbindungen nach Altona-Nord möglich werden.

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Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: blademan

Datum: 17.02.20 16:34

Solarek
Ersatzhaltepunkt in der PAMPA namens Diebsteich für 350 Millionen Euro zu bauen.
Eigentlich sind es 360 Mio, die immer genannt werden. Aber schön wär’s, wenn es so wenig wäre. Diese 360 Mio (auf Kostenbasis 2013, Schätzung nach DB Kostenkennwertkatalog) umfassen nicht einmal alle bahnseitigen Maßnahmen. So sind u.a. die neue Autoreisezuganlage nicht drin, sowie die längere Bahnsteigüberdachung, für die die Stadt Hamburg zahlt.

Die Stadt hat der Bahn bereits für 38,8 Mio Grundstücke abgekauft, die ihr ursprünglich für den Bahnbetrieb kostenlos übergeben wurden.
Für den Kauf des Bahnhofskaufhauses Altona zahlt die Stadt wohl 91 Mio. Die Eigentumsstrukturen der restlichen „Bahnhofs“gebäude in Altona sind nicht bekannt.

Weitere Kosten in unbekannter Höhe fallen auf die Stadt für den Abriss der Bahnanlagen, Dekontaminierung der Böden, städtebauliche Erschliessung, etc. Und bei den Hochhaustürmen am Diebsteich wäre könnte die Stadt zumindest indirekt betroffen sein.

Fügt man noch die üblichen Kostensteigerungen hinzu, kann man bei der knappen Milliarde landen.

Traumflug
LuFV bedeutet, dass diese Verlegung als Ersatzneubau deklariert wird, denn nur dafür gibt die LuFV Geld her. Ui ui.
Bahnrechtlich hat die DB das so hingebogen bekommen. Diebsteich und Altona sind – bahnrechtlich gesehen – am selben Standort. Dadurch erspart sich die DB auch das sonst notwenige Stilllegungsverfahren.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: blademan

Datum: 17.02.20 16:37

Abteil
Bis der Ferlemann-Vorschlag zur 6-gleisigen Verbindungsbahn ausdiskutiert, untersucht, geplant und finanziert ist, steht der neue Fernbahnhof Diebsteich längst.
Giovanni
Das Problem ist die Zeit dazwischen: Bis der Milliardenausbau der Verbindungsbahn kommt, überwiegen die Nachteile. Ob und wann der kommt, steht zudem völlig in den Sternen.
So ist es. Und dann werden erstmal die Regionalzüge aus S-H in Diebsteich statt Altona enden. Und dann mal sehen, wann/ob der Ferlemann Tunnel kommt. Und sollte er doch kommen, überwiegen wieder die Nachteile. Denn Diebsteich könnte mit den 6 Gleisen niemals den zusätzlichen Verkehr aufnehmen, den eine 4-gleisige Verbindungsbahn ermöglichen würde. Es wäre das Nadelöhr am Ende des Tunnels.
Hier träumen aber alle vom Ferlemann-Tunnel, obwohl keine planrechtliche Abhängigkeit zu Diebsteich besteht, und es jenseits einer „Prüfung“ keine politische Zusage gibt.

Abteil
Damit verschäfst Du aber unnötig die Wohnungsnot in Hamburg
Glaubst du wirklich, die Wohnungen der Neuen Mitte werden einen nennenswerten Beitrag zur Minderung der Wohnungsnot leisten? Und wenn es wirklich darum geht: das lässt sich auch realisieren, ohne den Bahnhof zu opfern.

Abteil
Die wenigsten Fahrgäste haben ihr Ziel fußläufig zum Bhf. Altona. Ob der in den meisten Fällen ohnehin anstehende Umstieg dann in Altona alt oder Diebsteich erfolgt, wäre ja egal.
Woher weißt du das? Die DB hat weder für die Planfeststellung noch für die Faktenchecks irgendwelche Fahrgastzählungen vorgelegt.
Vom Gefühl her, wenn morgens eine randvolle Regionalbahn ankommt, gehen die aussteigenden Fahrgäste zu je einem Drittel:
- Zu Fuss weiter, vermutlich zu einem der rund 15.000 Arbeitsplätze in der Umgebung
- zu einem der größten Busbahnhöfe Hamburgs, um von dort den gesamten Hamburger Westen zu erreichen, nicht zuletzt einen der größten Arbeitgeber der Stadt (Airbus)
- in die S-Bahn

Aber nur zu gerne würde ich mal eine seriöse und unabhängige Fahrgastzählung sehen – das sollte bei jeder Planfeststellung das allermindeste sein…

Rollo
Die Konstellation mit dem einem Hauptzugang zum Bahnsteig in Folge des Kopfbahnhofs und dem Fahrkartenautomaten an eben diesem Zugang zum Bahnsteig ist ideal, um dort schnell und unkompliziert Kleingruppen für Kleingruppenfahrkarten zusammen zu suchen und zusammen ein neues Kleingruppenticket zu lösen
Altona ist in der Tat bei Reisegruppen, Älteren, Familien mit Kindern, Reisenden mit schwerem Gepäck und Behinderten sehr beliebt, aufgrund des stressfreien Einsteigens – am Hbf unmöglich.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Rollo

Datum: 17.02.20 16:50

Giovanni schrieb:
Das Problem ist die Zeit dazwischen: Bis der Milliardenausbau der Verbindungsbahn kommt, überwiegen die Nachteile. Ob und wann der kommt, steht zudem völlig in den Sternen.
Mein Bauchgefühl:
Der Milliardenausbau der Verbindungsbahn wird in absehbarer Zeit gar nicht kommen, wohl aber die Umnutzung der S-Bahn-Gleise für die Vollbahn. Denn letzteres ist billig zu haben. Und damit stellt sich die Frage schnell, welche (kleinen) Lösungen das ganze rund machen.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Abteil

Datum: 17.02.20 17:35

Rollo schrieb:
Giovanni schrieb:
Das Problem ist die Zeit dazwischen: Bis der Milliardenausbau der Verbindungsbahn kommt, überwiegen die Nachteile. Ob und wann der kommt, steht zudem völlig in den Sternen.
Mein Bauchgefühl:
Der Milliardenausbau der Verbindungsbahn wird in absehbarer Zeit gar nicht kommen, wohl aber die Umnutzung der S-Bahn-Gleise für die Vollbahn. Denn letzteres ist billig zu haben. Und damit stellt sich die Frage schnell, welche (kleinen) Lösungen das ganze rund machen.
Wie soll das denn bitte gehen? Was passiert mit S11, S21 und S31? Die S-Bahn-Gleise der Verbindungsbahn können selbstverständlich erst dann dem Fern- und Regionalverkehr zugeschlagen werden, wenn der neue S-Bahn-Tunnel in Betrieb ist.

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.20 17:35.

Re: Altona Nord - scheinbar Einigung

geschrieben von: Giovanni

Datum: 17.02.20 17:43

Rollo schrieb:
Giovanni schrieb:
Das Problem ist die Zeit dazwischen: Bis der Milliardenausbau der Verbindungsbahn kommt, überwiegen die Nachteile. Ob und wann der kommt, steht zudem völlig in den Sternen.
Mein Bauchgefühl:
Der Milliardenausbau der Verbindungsbahn wird in absehbarer Zeit gar nicht kommen, wohl aber die Umnutzung der S-Bahn-Gleise für die Vollbahn. Denn letzteres ist billig zu haben. Und damit stellt sich die Frage schnell, welche (kleinen) Lösungen das ganze rund machen.
Eine Umnutzung der S-Bahn-Gleise ohne eine entsprechende Ersatzinvestition ist schlichtweg nicht möglich - die City-S-Bahn kann die Verkehrsströme unmöglich aufnehmen.
Eine neue S-Bahn-Verbindung als Alternative zur bestehenden Verbindungsbahn würde wohl ebenfalls zu Kosten in der Größenordnung von 1 Mrd € führen, wenn man sich die U4 oder Stammstrecke München als Vergleichsprojekte ansieht.

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