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Nachdem es offenbar noch keiner gepostet hat:

Bundesinnenminister Seehofer will alle größeren Bahnhöfe und Flughäfen mit einer automatischen Gesichtserkennung ausrüsten. Dazu soll das Bundespolizeigesetz geändert werden.
Dabei gibt es allerdings noch erhebliche Bedenken, ob diese Maßnahme mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Außerdem gibt es Zweifel an der Zuverlässigkeit. Beim Pilotversuch, der 2018 am Berliner Bahnhof Südkreuz stattgefunden hatte, sollen täglich mindestens 20 Prozent aller Personen als "verdächtig" gemeldet worden sein.

[www.br.de]

Viele Grüße

Alfons

PS:
Bitte keine Grundsatzdiskussion über die deutsche Innenpolitik anfangen ...


Alfons Grünewald

Man beachte, 2x Gender: Male im Hintergrund.

[images.app.goo.gl]

Gruß Gabriel



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.20 00:17.
Alfons Grünewald schrieb:
Außerdem gibt es Zweifel an der Zuverlässigkeit. Beim Pilotversuch, der 2018 am Berliner Bahnhof Südkreuz stattgefunden hatte, sollen täglich mindestens 20 Prozent aller Personen als "verdächtig" gemeldet worden sein.


Nur mal eine (technische) Frage: In China wird mit der Gesichtserkennung an Bankautomaten Geld ausgezahlt oder im Geschaeft bezahlt. Wenn also (echtes) Geld mit dem Gesicht bezogen werden kann, dann muessen sich die Banken doch sicher sein, dass es funktioniert. Hier in Deutschland wird immer so getan, als ob die Gesichtserkennung noch die Qualitaet eines Universuches hat.

Entweder ich verstehe das nicht, China ist uns um 20 Jahre voraus oder jemand erzaehlt nicht die ganze Wahrheit.

2017: Bank testet Geldautomaten mit Gesichtserkennung
Smile to pay – Bezahlen per Gesichtserkennung


BR752

http://www.wohlfuehlbahnhoefe.de/img2214_m1.jpg
Off topic zu "Smile to pay", aber bezeichnend - Nur mit Beauty-Filter zahlt die Kundin gerne ;)

[www.techgenyz.com]

Gruß Gabriel
Moin,
Zitat:
Nur mal eine (technische) Frage: In China wird mit der Gesichtserkennung an Bankautomaten Geld ausgezahlt oder im Geschaeft bezahlt. Wenn also (echtes) Geld mit dem Gesicht bezogen werden kann, dann muessen sich die Banken doch sicher sein, dass es funktioniert. Hier in Deutschland wird immer so getan, als ob die Gesichtserkennung noch die Qualitaet eines Universuches hat.
Entweder ich verstehe das nicht, China ist uns um 20 Jahre voraus oder jemand erzaehlt nicht die ganze Wahrheit.
Vielleicht macht es einen Unterschied, om man ein Gesicht aus einem halben Meter Abstand (noch dazu halbwegs in Ruhe) abscannt oder ob man dies aus mehreren Metern Entfernung (meist) in der Bewegung tut.. (?)
1418
1418 schrieb:
Moin,
Zitat:
Nur mal eine (technische) Frage: In China wird mit der Gesichtserkennung an Bankautomaten Geld ausgezahlt oder im Geschaeft bezahlt. Wenn also (echtes) Geld mit dem Gesicht bezogen werden kann, dann muessen sich die Banken doch sicher sein, dass es funktioniert. Hier in Deutschland wird immer so getan, als ob die Gesichtserkennung noch die Qualitaet eines Universuches hat.
Entweder ich verstehe das nicht, China ist uns um 20 Jahre voraus oder jemand erzaehlt nicht die ganze Wahrheit.
Vielleicht macht es einen Unterschied, om man ein Gesicht aus einem halben Meter Abstand (noch dazu halbwegs in Ruhe) abscannt oder ob man dies aus mehreren Metern Entfernung (meist) in der Bewegung tut.. (?)
1418
Auf das Argument habe ich gewartet. Meinst du nicht, dass eine 20-60 Megapixel Kamera mit 30 fps einen Menschen auf 5 Meter besser aufnehmen kann als eine 2 Megapixel Kamera am Abstand von 50 cm?

Ich habe vor 20 Jahren gelernt, dass die Spionagesatelliten Zeitungen auf der Erde lesen koennen und heute soll man nicht mit einer professionellen Kamera ein Gesicht auf 10m gut erfassen koennen? Ich rede nicht von den 9 Euro Kameras von Kimexpress.

Natuerlich ist ein ruhendes Gesicht besser zu erfassen, aber ich denke wir sind technisch schon weiter. Die Frage bleibt: "Wer ist _wir_"?


BR752

http://www.wohlfuehlbahnhoefe.de/img2214_m1.jpg
BR752 schrieb:
Auf das Argument habe ich gewartet. Meinst du nicht, dass eine 20-60 Megapixel Kamera mit 30 fps einen Menschen auf 5 Meter besser aufnehmen kann als eine 2 Megapixel Kamera am Abstand von 50 cm?

Ich habe vor 20 Jahren gelernt, dass die Spionagesatelliten Zeitungen auf der Erde lesen koennen und heute soll man nicht mit einer professionellen Kamera ein Gesicht auf 10m gut erfassen koennen? Ich rede nicht von den 9 Euro Kameras von Kimexpress.

Natuerlich ist ein ruhendes Gesicht besser zu erfassen, aber ich denke wir sind technisch schon weiter. Die Frage bleibt: "Wer ist _wir_"?


BR752
Gegenfrage: Warum glaubst du gibt es verhältnismäßig strenge Regelungen für dein Passfoto?

Bewegung, Winkel, sich ändernde Lichtverhältnisse, Teilverdeckung, Makeup, Accessoires, Luftfeuchtigkeit und Spiegelungen sind alles Störfaktoren die eine zweifelsfreie Gesichtserkennung auf Massenbasis massivst stören. Dein Gehirn funktioniert genauso: Es ist für dich wahrscheinlich relativ einfach eine dir bekannte Person die vor dir steht zu erkennen. Durch ein Zugfenster bei 200km/h wird das dann aber eher schwierig.

Keine Firma der Welt wird sich den Speicherplatz sowie das Equipment besorgen um an zig Bahnhöfen verhältnismäßig zuverlässige Gesichtserkennung zu ermöglichen. Die jetzigen CCTV-Kameras sind meistens schon qualitativ grausam und die müssen noch nicht einmal eine Auswertung vornehmen und deren Daten werden nach 72h gelöscht. Das ist der gleiche Grund warum du zum Bestätigen per Fingerabdruck immer noch deinen Finger auf den Sensor legen musst. Es ist zwar möglich Fingerabdrücke aus größerer Entfernung oder sogar aus einem Foto auszulesen, aber praktisch und kostengünstig ist das nicht.
Acobono schrieb:
BR752 schrieb:
Auf das Argument habe ich gewartet. Meinst du nicht, dass eine 20-60 Megapixel Kamera mit 30 fps einen Menschen auf 5 Meter besser aufnehmen kann als eine 2 Megapixel Kamera am Abstand von 50 cm?

Ich habe vor 20 Jahren gelernt, dass die Spionagesatelliten Zeitungen auf der Erde lesen koennen und heute soll man nicht mit einer professionellen Kamera ein Gesicht auf 10m gut erfassen koennen? Ich rede nicht von den 9 Euro Kameras von Kimexpress.

Natuerlich ist ein ruhendes Gesicht besser zu erfassen, aber ich denke wir sind technisch schon weiter. Die Frage bleibt: "Wer ist _wir_"?


BR752
Gegenfrage: Warum glaubst du gibt es verhältnismäßig strenge Regelungen für dein Passfoto?

Bewegung, Winkel, sich ändernde Lichtverhältnisse, Teilverdeckung, Makeup, Accessoires, Luftfeuchtigkeit und Spiegelungen sind alles Störfaktoren die eine zweifelsfreie Gesichtserkennung auf Massenbasis massivst stören. Dein Gehirn funktioniert genauso: Es ist für dich wahrscheinlich relativ einfach eine dir bekannte Person die vor dir steht zu erkennen. Durch ein Zugfenster bei 200km/h wird das dann aber eher schwierig.

Nicht wenn man eine Shutterkamera hat.
Das verstehe ich alles, ABER die Chinesen wickeln GELDgeschaefte am POS ab mit einem 0815 Equipment und Gesichtserkennung ab. Hier wuerde sich darauf keiner verlassen. Warum? Ist dort die Missbrauchsqoute so gering??

Ich kenne keine Firma in Deutschland die mit Gesichtserkennung Bargeld auszahlt. Wenn das mit Still-Bildern sehr gut funktioniert, wird es auch mit (entsprechend hochwertigen) Bewegtbildern funktionieren, denn, wie wir wissen, besteht ein Film auch nur aus Einzelbildern. Die Qualitaet muss nur noch genug sein.

BR752

http://www.wohlfuehlbahnhoefe.de/img2214_m1.jpg
BR752 schrieb:
Zitat:
Nicht wenn man eine Shutterkamera hat.
Das verstehe ich alles, ABER die Chinesen wickeln GELDgeschaefte am POS ab mit einem 0815 Equipment und Gesichtserkennung ab. Hier wuerde sich darauf keiner verlassen. Warum? Ist dort die Missbrauchsqoute so gering??

Ich kenne keine Firma in Deutschland die mit Gesichtserkennung Bargeld auszahlt. Wenn das mit Still-Bildern sehr gut funktioniert, wird es auch mit (entsprechend hochwertigen) Bewegtbildern funktionieren, denn, wie wir wissen, besteht ein Film auch nur aus Einzelbildern. Die Qualitaet muss nur noch genug sein.

BR752
Dein Gehirn ist aber hoffentlich keine Shutterkamera :)

Die Chinesen regeln das genauso wie wir mit kontrollierter Umgebung. Wenn du dich in einem geschlossenen Raum relativ nah vor eine Kamera stellst die dich immer im gleichen Winkel unbewegt unter den gleichen Lichtverhältnissen mit minimalem Makeup (wenn überhaupt welches vorhanden) und ohne gesichtsverdeckende Accesoires aufnimmt, dann hast du die größten Störfaktoren gleich raus. Auch die Chinesen validieren keine Geldgeschäfte auf Basis einer ~10-40m entfernten Kamera in einer befüllten Bahnhofshalle unter ständig wechselnden Lichtverhältnissen.

Bewegtbild ist übrigens nicht gleich Stillbild, nur weil ein Video aus Frames besteht. Eine 30FPS Kamera wie von dir eingangs erwähnt wäre nämlich schon mit normal zügigen Bewegungen überfordert und würde das Bild schmieren.

Und strenggenommen gibt es bereits diverse Firmen in Deutschland die, zugegebenermaßen über Umwege, die Transaktion per Gesichtserkennung zulassen: WeChat und ApplePay mithilfe eines Smartphones mit Gesichtserkennung sind im Prinzip nämlich genau das. Aber auch hier sorgst du als Privatperson indem du das Gerät spezifisch auf dich kalibrierst und dann auch noch Winkel und Entfernung ungefähr gleich behälst für eine kontrolliertere Umgebung als sie von einer Überwachungskamera je ausgehen könnte.

Auch FaceID hat übrigens seine Nachteile, es sind auf diversen Videoplattformen und Foren genug Fälle zu finden wo jemand das Telefon einer anderen Person entsperrte - hier würde das eine Transaktion genehmigen oder in Seehofers Fall eine falsche Person ausweisen. Bei eineiigen Zwillingen funktioniert das übrigens so gut wie immer und ist damit für die Kriminaltechnik unbenutzbar - der KaDeWe-Fall lässt grüßen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.20 06:32.
Da bin ich mal gespannt was das Verfassungsgericht zu diesen Teleschirmen sagt...
BR752 schrieb:
Ich habe vor 20 Jahren gelernt, dass die Spionagesatelliten Zeitungen auf der Erde lesen koennen ...


BR752
Was immer Du da gelernt hast, es ist falsch, weil physikalisch unmöglich. Lies es auf Wikipedia nach (https://de.wikipedia.org/wiki/Beugungsscheibchen), zu Spionagesatelliten steht dort "Bei einem Spiegeldurchmesser von 100 cm und einer Flughöhe von 150 km ist theoretisch eine Auflösung von 0,10 m möglich." Theoretisch. Praktisch kommen noch Verzerrungen durch Luftbewegungen hinzu, die selbst unter optimalen Bedingungen nur teilkompensiert werden können. Und gegen Physik sind auch die besten Geheimdienste machtlos.
Lustig auch the angry old white man!

Gruß
Wolfram
Hallo,

das ist ein unsinniger Versuch den Überwachungsstaat auf bayrische Art durchzudrücken.
Blinder Aktionismus nach den unsäglichen Schubsertaten in Frankfurt und am Niederrhein.
Verwirrte Einzeltäter, die man auch mit modernster Gesichtserkennung einfach nicht verhindern kann
und gleichtzeitig das aufzeigen der Hilflosigkeit unserer Politiker.
War es nicht Seehofer, der schon in den 80ern im Internet unterwegs war? :):):)

Letztlich wird es derzeit mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sein. Denn schon heute ist die Überwachung
öffentlicher Flächen an verflixt strenge Vorgaben gebunden und schwer durchzusetzen.

@Alfons: Was die Technik betrifft, ich war vor ein paar Jahren bei einer Besichtigungstour in einem großen
Bahnhof dabei, wo man auch in die 3S-Zentrale reinschauen durfte.
Was damals (ca. 8 Jahre her) schon an Videotechnik hatte und was die an Auflösung schafften war erschreckend gut.
Diese Technik ist mit Sicherheit noch besser als damals.

Gruß

-OR
KHM schrieb:
BR752 schrieb:
Ich habe vor 20 Jahren gelernt, dass die Spionagesatelliten Zeitungen auf der Erde lesen koennen ...


BR752
Was immer Du da gelernt hast, es ist falsch, weil physikalisch unmöglich. Lies es auf Wikipedia nach (https://de.wikipedia.org/wiki/Beugungsscheibchen), zu Spionagesatelliten steht dort "Bei einem Spiegeldurchmesser von 100 cm und einer Flughöhe von 150 km ist theoretisch eine Auflösung von 0,10 m möglich." Theoretisch. Praktisch kommen noch Verzerrungen durch Luftbewegungen hinzu, die selbst unter optimalen Bedingungen nur teilkompensiert werden können. Und gegen Physik sind auch die besten Geheimdienste machtlos.

Du glaubst auch, was bei Wiki steht ist Gesetz?
Du glaubst auch, daß alle moderne und neu entwickelte Hochtechnologie nur dem Endnutzer zu Verfügung steht und nicht
schon die nächsten Generationen von den Geheimdiensten genutzt werden??

Gruß

-OR

Made in China

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 13.01.20 09:01

Guten Morgen!

"Das verstehe ich alles, ABER die Chinesen wickeln GELDgeschaefte am POS ab mit einem 0815 Equipment und Gesichtserkennung ab. Hier wuerde sich darauf keiner verlassen. Warum? Ist dort die Missbrauchsqoute so gering??"

Vielleicht gibt es auch hier einen (mentalen und realen) Qualitätsunterschied zwischen "Made in Germany" und "Made in China".

Manchmal ist Sorgfalt vor Eile doch der bessere Weg, anstatt sich mit "geht schon irgendwie" durchzuwurschteln. Man erinnere sich an chinesische Autos. Die fuhren zwar auch irgendwie, hatten aber verheerende Crash-Eigenschaften. Vielleicht ist es in diesem Falle ja genauso.

Und: nicht alles, was machbar ist, ist auch automatisch gut und sinnvoll (z.B. Atombomben oder SUV).

Gruß

Heiko
 

http://www.desiro.net/Signatur-Wagen-kl.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.20 09:01.
Hallo,

Aja, Gestapo 4.0, oder Stasi 2.0 zur Schaffung einer neuen totalitären Überwachung.
Auf einem Reklameplakat des letzten Jahres:
1989 der Traum der Stasi - in jeder Ecke ein Spitzel,
2020 der Traum des Bürgers - überall einen Spitzel dabei.

Im Ernst, wann kapieren es Seehofer und Konsorten endlich, das sich damit keine Straftaten oder Anschläge verhindern lassen (!)

Allen eine angenehme Woche,

Das chinesische Sozialkredit-System...

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 13.01.20 09:14

...könnte da natürlich ein wirksamer Mißbrauchsschutz sein, aber ich weiß nicht, ob wir wollen sollen, daß sowas auch hier bei uns eingeführt wird.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Spinnt der bayrische Teichwächter oder ist der besoffen? Sollen die Bundespolizisten mal lieber mehr auf Streife gehen.

An die Besteller von Verkehrsleistungen: Wer eine werksneue Mercedes S-Klasse bestellt sollte nicht nur einen Trabant bezahlen wollen.

Warum will er das eigentlich?

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 13.01.20 09:32

Möchte er hier Totalüberwachung einführen? Was macht er, wenn Verdächtige jetzt künftig nicht mehr Bahn fahren oder fliegen?
Und was mache ich als Unverdächtiger (hoffe ich jedenfalls), wenn ich nicht erkannt werden will?
Wird man belangt, wenn man sein Gesicht unkenntlich macht, z. B. durch eine der in Japan häufig getragenen Mundschutz-Masken?

Ich weiß nicht, der wird immer komischer, der Alte!

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Wie in den Medien unendlich mal zu lesen ist, war der Test der Gesichtserkennung im Gesamtergebnis negativ, da die Fehlerquote viel zu hoch ist und zu Fehlalarmen führt, auch wenn das Bundesinnenministerium dies nicht zugeben will.
Wie wir mittlerweile wissen, ist die Fehlerquote bei Frauen, Kindern und People of Colour deutlich höher. Damit werden jene Menschen, die hierzulande eh schon mehr diskriminiert werden, auch durch Technik diskriminiert. Hintergrund ist, dass die Systeme viel zu oft nur mit weißen und männlichen Gesichtern trainiert wurden.
Die Technik lässt sich auch durch relativ einfache Maßnahmen austricksen. Mit etwas Schminke und Frisuren und sonstigen Accessoirs (z.B. Schals und Kopfbedeckung) lassen sich die Systeme austricksen. Es muss nur die Symetrie des Gesichts gestört werden. Es reichte in Berlin-Südkreuz bereits, das Gesicht um 15° wegzudrehen.
Dieses Wissen können Personen, nach denen tatsächlich gefahndet wird, ausnutzen. Im Gegenzug würde sich die Bundespolizei auf größeren Bahnhöfen ständig mit Fehlalarmen herumplagen und könnte sich nicht mit den wirklichen Gefahren befassen. Mit der Belästigung der fälschlicherweise festgehaltenen und evtl. durchsuchten Personen fange ich erst gar nicht an.
Ebenso könnten in den Biometrie-Datenbanken gefälschte Fotos stecken. Denn mit Morphing kann man biometrische Fotos bei den Behörden hinterlegen, die dann bei mindestens 2 Personen Alarm auslösen würden. Man muss nur das Gesicht des amtierenden Bundesverkehrsministers nehmen und schon schlägt der Alarm an, wenn der sich pressewirksam auf Bahnhöfen mit Gesichtserkennung aufhält.
Das Ziel der gefühlten(!) Sicherheit, was an sich schon völliger Blödsinn ist, erreicht man damit jedenfalls nicht - eher im Gegenteil. Das schürt eher die Angst, unschuldig von der Polizei aufgegriffen zu werden.
Wenn das die beiden Erichs geahnt hätten, wie das noch mal kommt......

Ich esse keine Hamburger. Ich esse Grilletten!
erny779 schrieb:
...
Ebenso könnten in den Biometrie-Datenbanken gefälschte Fotos stecken. Denn mit Morphing kann man biometrische Fotos bei den Behörden hinterlegen, die dann bei mindestens 2 Personen Alarm auslösen würden.
...
Die Meldestellen geben aktuell schon Informationen heraus, dass künftig Passbilder nur noch dort angefertigt werden, um dieser Gefahr vorzubeugen.
Die Fotografeninnung ist schon im Alarmmodus:

[www.mdr.de]

Auch hier wieder, die "Sicherheit".

Gruß
Wolfram
BR752 schrieb:
1418 schrieb:
Moin,
Zitat:
Nur mal eine (technische) Frage: In China wird mit der Gesichtserkennung an Bankautomaten Geld ausgezahlt oder im Geschaeft bezahlt. Wenn also (echtes) Geld mit dem Gesicht bezogen werden kann, dann muessen sich die Banken doch sicher sein, dass es funktioniert. Hier in Deutschland wird immer so getan, als ob die Gesichtserkennung noch die Qualitaet eines Universuches hat.
Entweder ich verstehe das nicht, China ist uns um 20 Jahre voraus oder jemand erzaehlt nicht die ganze Wahrheit.
Vielleicht macht es einen Unterschied, om man ein Gesicht aus einem halben Meter Abstand (noch dazu halbwegs in Ruhe) abscannt oder ob man dies aus mehreren Metern Entfernung (meist) in der Bewegung tut.. (?)
1418
Auf das Argument habe ich gewartet. Meinst du nicht, dass eine 20-60 Megapixel Kamera mit 30 fps einen Menschen auf 5 Meter besser aufnehmen kann als eine 2 Megapixel Kamera am Abstand von 50 cm?

Ich habe vor 20 Jahren gelernt, dass die Spionagesatelliten Zeitungen auf der Erde lesen koennen und heute soll man nicht mit einer professionellen Kamera ein Gesicht auf 10m gut erfassen koennen? Ich rede nicht von den 9 Euro Kameras von Kimexpress.

Natuerlich ist ein ruhendes Gesicht besser zu erfassen, aber ich denke wir sind technisch schon weiter. Die Frage bleibt: "Wer ist _wir_"?


BR752
Das mit den Spionagesatelliten war vor 20 Jahren eine Urban Legend und ist es auch heute noch. Aktuell lassen sich Objekte mit ca. einem Meter Größe recht gut erkennen.
Die Fehlerquote des Bahnhofsüberwachungssystems liegt bei 81 Prozent.
[netzpolitik.org]

Die Gesichtserkennung in China dauert auch mehrere Sekunden in den das Gesicht ruhig bleiben muss. Hier geht es weniger um die Auflösung als um die Bewegung, die ist bei kurzem Abstand einfach besser korrigierbar.
Wolfram D. schrieb:
Die Meldestellen geben aktuell schon Informationen heraus, dass künftig Passbilder nur noch dort angefertigt werden, um dieser Gefahr vorzubeugen.
Die Fotografeninnung ist schon im Alarmmodus:

[www.mdr.de]

Auch hier wieder, die "Sicherheit".

Gruß
Wolfram

Wobei es lustig ist, wenn Brillenträger einen neuen Perso brauchen. Da wurde bei meiner Frau einfach ein Bild als
"biometrisch" okay eingestuft, weil ein Bild ohne Brille nicht der Realität entsprach und die Bilder aus dem Amts-Automatensystem
dem Persosystem nicht gut genug waren. Das wurde händisch überstimmt und gut war es :):)

Und die Fotografen verlieren ihre letzte sichere Einnahmequelle. Denn qualitativ hochwertige Fotos kann man mittlerweile auch schon
mit dem Handy zaubern und gute Fotografen wissen das und haben damit auch kein Problem.


Letztlich ist und bleibt der Seehofer einer der Sorte, dessen Äußerungen man eigentlich ignorieren sollte.

Gruß

-OR
BR752 schrieb:
Alfons Grünewald schrieb:
Außerdem gibt es Zweifel an der Zuverlässigkeit. Beim Pilotversuch, der 2018 am Berliner Bahnhof Südkreuz stattgefunden hatte, sollen täglich mindestens 20 Prozent aller Personen als "verdächtig" gemeldet worden sein.
Nur mal eine (technische) Frage: In China wird mit der Gesichtserkennung an Bankautomaten Geld ausgezahlt oder im Geschaeft bezahlt. Wenn also (echtes) Geld mit dem Gesicht bezogen werden kann, dann muessen sich die Banken doch sicher sein, dass es funktioniert.
Am Südkreuz hat es offensichtlich doch funktioniert. Nahe bei 20% liegt im Osten das Wählerpotential der AfD; dazu wurden sicherlich noch ein paar Grüne und Linke gemeldet, die noch nicht ausprogrammiert waren.
KHM schrieb:
BR752 schrieb:
Ich habe vor 20 Jahren gelernt, dass die Spionagesatelliten Zeitungen auf der Erde lesen koennen ...
Was immer Du da gelernt hast, es ist falsch, weil physikalisch unmöglich. Lies es auf Wikipedia nach (https://de.wikipedia.org/wiki/Beugungsscheibchen), zu Spionagesatelliten steht dort "Bei einem Spiegeldurchmesser von 100 cm und einer Flughöhe von 150 km ist theoretisch eine Auflösung von 0,10 m möglich." ...gegen Physik sind auch die besten Geheimdienste machtlos.
Man kann einen großen Spiegel durch mehrere auf entsprechender Fläche verteilte kleine Spiegel ersetzen. So wird es in großem Maßstab gemacht:
[de.wikipedia.org]

Was dabei an Daten und Rechenarbeit anfällt, ist eine andere Frage, aber beim Fotografieren feindlicher Militäreinrichtungen wird damit sicher nicht geknausert.

Da dürfte der Grund liegen

geschrieben von: D 2027

Datum: 13.01.20 15:03

Nietenreko schrieb:
...könnte da natürlich ein wirksamer Mißbrauchsschutz sein, aber ich weiß nicht, ob wir wollen sollen, daß sowas auch hier bei uns eingeführt wird.
Der chinesische Bürger als solcher wird mittlerweile den Teufel tun, irgendwas öffentlich zu tun was ihm seinen Score nachhaltig verhagelt. Und so sehr ich chinesisches Wissen im Bezug auf Kochtechnik zu schätzen weiss, umso mehr weiss ich dass ich chinesische Überwachungstechnik hierzulande sicher nicht haben will.

Wobei... das ganze wäre doch ein neues Gadget für die DB-Neuerungsabteilung: so reicht es vielleicht bald zum Komfort-Check-In einfach nur noch durch den Bahnhof zu laufen. Oder der Comfortstatus der Bahncard wird bereits beim Betreten der Lounge ohne Durchziehen sondern nur noch durch Gesichtserkennung festgestellt.

Vermutlich wird aber DB Vertrieb die Gesichtserkennung eher zur Auslastungssteuerung nutzen. Oder besser noch um überfüllte Züge zu vermeiden: sobald der Reisende mit einem Sparpreis für einen überlasteten Zug, für den er zwar eine Zugbindung aber keine Reservierung hat, den Bahnhof betritt, stellt die Gesichtsprüfungssoftware diesen Sachverhalt fest, alarmiert die DB-Sicherheit und diese hält den Reisenden dann so lange fest, bis sein Zug abgefahren ist.

Ach was kann man da alles tolles machen. Gottlob haben wir den Chinesen nicht zum Zubereiten der Peking Ente!

Erik

P.S Und der Horst? Ach gottogott...

Alles kann passieren, alles ist möglich. Die Welt ist groß und wir sind wunderschön!
Ober-Rodener schrieb:
KHM schrieb:
BR752 schrieb:
Ich habe vor 20 Jahren gelernt, dass die Spionagesatelliten Zeitungen auf der Erde lesen koennen ...


BR752
Was immer Du da gelernt hast, es ist falsch, weil physikalisch unmöglich. Lies es auf Wikipedia nach (https://de.wikipedia.org/wiki/Beugungsscheibchen), zu Spionagesatelliten steht dort "Bei einem Spiegeldurchmesser von 100 cm und einer Flughöhe von 150 km ist theoretisch eine Auflösung von 0,10 m möglich." Theoretisch. Praktisch kommen noch Verzerrungen durch Luftbewegungen hinzu, die selbst unter optimalen Bedingungen nur teilkompensiert werden können. Und gegen Physik sind auch die besten Geheimdienste machtlos.
Du glaubst auch, was bei Wiki steht ist Gesetz?
Du glaubst auch, daß alle moderne und neu entwickelte Hochtechnologie nur dem Endnutzer zu Verfügung steht und nicht
schon die nächsten Generationen von den Geheimdiensten genutzt werden??
Das steht nur "am verständlichsten" bei Wikipedia. Streng wissenschaftlich kannst Du es aber genauso nachlesen. Und ja, Naturgesetze sind tatsächlich Gesetze und durch keine Technologie, auch keine hochgeheime und/oder zukünftige, außer Kraft zu setzen. Auch ein Alien-Raumschiff könnte nur mit einem absurd großen Spiegel aus einer entsprechend hohen Umlaufbahn eine Zeitung lesen, denn die Physik würde auch dort gelten.
Was glaubst Du, warum es Elektronenmikroskope gibt? Einfach weil man bei der Abbildungsschärfe mit keiner noch so tollen Optik unter die halbe Wellenlänge kommt. Da sagt die Physik schlicht "nö, is nich". Elektronenstrahlen haben eine viel kürzere Wellenlänge als sichtbares Licht, so dass man damit eben auch Sachen """sichtbar""" (nicht wirklich "sichtbar") machen kann, die seeehr klein sind. Für einen "Elektronenfernrohrsatelliten" würde das allerdings bedeuten, dass unter der zu lesenden Zeitung eine Elektronenstrahlkanone sein muss - die dann auch noch so stark sein müsste, dass der Strahl den Satelliten erreicht...
Ober-Rodener schrieb:
Zitat:
Du glaubst auch, was bei Wiki steht ist Gesetz?
Du glaubst auch, daß alle moderne und neu entwickelte Hochtechnologie nur dem Endnutzer zu Verfügung steht und nicht
schon die nächsten Generationen von den Geheimdiensten genutzt werden??
Ich wollte ähnliches wie KHM schreiben. Du siehst zu viele Filme... :-)



Aber zum Thema:
Naja, die Technik der Gesichtserkennung funktioniert heute eigentlich ganz gut. Natürlich wird sie nie zu 100% funktionieren. Die restlichen 10 bis 20% kann man getrost durch menschliche Kontrolleure gegenchecken. Und was noch übrig bleibt ist eben Fehlertoleranz. Setzt sich die Technik durch, wird der Hut wieder eine Renaissance erfahren.
Aber ich denke es geht da auch um Bewegungsmuster und Verhalten der Personen, aus dem wiederum Rückschlüsse gezogen werden können. Machen die Kieberer ja auch so. Die haben ja auch keinen Röntgenblick und Gedanken können die auch nicht lesen. Die beobachten und analysieren Verhalten, so wie man es ihnen auf der Polizeischule beigebracht hat. Wenn das automatisiert erfolgt, brauchen sie sich nicht anstrengen und können dann nur kontrollieren, wo das System Auffälligkeiten erkennt.

Aber ich glaube nicht, dass es flächendeckend kommen wird. Das wird das Grundgesetzt sicherlich nicht erlauben.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.20 16:54.
BR752 schrieb:Zitat:
die Chinesen wickeln GELDgeschaefte am POS ab mit einem 0815 Equipment und Gesichtserkennung ab.
Dass es um Geld geht bedeutet noch lange nicht, dass die Verfahren höchsten Sicherheitsansprüchen genügen.

Beispiel: (manche) Bankkarten haben eine PIN mit 4 Ziffern. Bei 20 Millionen Kunden bedeutet dies, dass für jeweils 2000 Bankkarten die gleiche PIN verwendet wird.

Davon abgesehen ist das mit dem "0815 Equipment" wohl nur eine Vermutung. Bankautomaten gibt es relativ wenige, das Erfassungsfeld ist klein, die Automaten sind ohnehin schon recht teuer. Da kann man auch sehr hochwertige Kameras verwenden. Die gleiche Qualität für einen Bahnsteig mit ggf. mehreren hundert Gesichtern wäre seeehr teuer.

Es hat einen Grund, warum es da exorbitant viele Fehlalarme gibt. Gesichtserkennung ist so schwer, dass es oft sogar Menschen nicht gelingt. Wobei selbst 99,9% Trefferquote eine Katastrophe wären, denn das würde auf einem Hauptstadtbahnhof mehrere hundert Verdachtsmeldungen jeden Tag bedeuten. Von Doppelgängern und dergleichen gar nicht zu reden; ständig von der Polizei verfolgt zu werden weil man einem gesuchten Menschen ähnlich sieht wäre ein Albtraum.

Das mit der totalen Kameraüberwachung ist einfach ein feuchter Traum der Überwachungsindustrie und Seehofer glaubt willig deren Werbeprospekten.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker
alice schrieb:
Die restlichen 10 bis 20% kann man getrost durch menschliche Kontrolleure gegenchecken.
Wir reden hier nicht von Zugangskontrollen zu einem Hochsicherheitstrakt, sondern von öffentlichen Plätzen. Bei 200.000 Reisenden würden 10% Fehlerquote 20.000 Personenkontrollen bedeuten, jeden Tag. Jede persönliche Kontrolle 10 Minuten, macht 3.300 Mannstunden pro Tag oder im Schnitt 500 Polizisten gleichzeitig im Einsatz. 16 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, für einen einzigen grösseren Bahnhof. Völlig indiskutabel.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.20 17:55.

Re: Warum will er das eigentlich?

geschrieben von: bollisee

Datum: 13.01.20 20:32

Nietenreko schrieb:
Möchte er hier Totalüberwachung einführen? Was macht er, wenn Verdächtige jetzt künftig nicht mehr Bahn fahren oder fliegen?
Und was mache ich als Unverdächtiger (hoffe ich jedenfalls), wenn ich nicht erkannt werden will?
Wird man belangt, wenn man sein Gesicht unkenntlich macht, z. B. durch eine der in Japan häufig getragenen Mundschutz-Masken?

Ich weiß nicht, der wird immer komischer, der Alte!
Das will die CSU schon immer. Beispielsweise Herr Zimmermann und viele andere CSU-Innenpolitiker. Und die FDP als liberale Kraft hat sich seit zwei Jahrzehnten auf Steuersenkungsideen reduziert. Das ist auf Dauer keine gute Basis für eine gesunde Balance in der Innenpolitik. Daher bekommt man immer mehr neue Überwachungsvorschläge seitens der CSU, wo es nunmehr auch die Bahn und Reisefreiheit trifft.

Re: Warum will er das eigentlich?

geschrieben von: Alfons Grünewald

Datum: 13.01.20 22:00

Nietenreko schrieb:
Möchte er hier Totalüberwachung einführen? Was macht er, wenn Verdächtige jetzt künftig nicht mehr Bahn fahren oder fliegen?
Und was mache ich als Unverdächtiger (hoffe ich jedenfalls), wenn ich nicht erkannt werden will?
Wird man belangt, wenn man sein Gesicht unkenntlich macht, z. B. durch eine der in Japan häufig getragenen Mundschutz-Masken?

Ich weiß nicht, der wird immer komischer, der Alte!

In Österreich würdest Du dich mit so einer Maske schon strafbar machen, wenn Du kein ärztliches Attest hast. Dort mussten schon Maskottchen in Tier-Verkleidung bei Firmenfeiern auf einem öffentlichen Parkplatz verboten ...

Gruß

Alfons


Alfons Grünewald

Re: Gesichtserkennung

geschrieben von: Alfons Grünewald

Datum: 13.01.20 22:13

BR752 schrieb:
Alfons Grünewald schrieb:
Außerdem gibt es Zweifel an der Zuverlässigkeit. Beim Pilotversuch, der 2018 am Berliner Bahnhof Südkreuz stattgefunden hatte, sollen täglich mindestens 20 Prozent aller Personen als "verdächtig" gemeldet worden sein.


Nur mal eine (technische) Frage: In China wird mit der Gesichtserkennung an Bankautomaten Geld ausgezahlt oder im Geschaeft bezahlt. Wenn also (echtes) Geld mit dem Gesicht bezogen werden kann, dann muessen sich die Banken doch sicher sein, dass es funktioniert. Hier in Deutschland wird immer so getan, als ob die Gesichtserkennung noch die Qualitaet eines Universuches hat.

Entweder ich verstehe das nicht, China ist uns um 20 Jahre voraus oder jemand erzaehlt nicht die ganze Wahrheit.

2017: Bank testet Geldautomaten mit Gesichtserkennung
Smile to pay – Bezahlen per Gesichtserkennung


BR752

Da gibt es - wie einige User schon festgestellt hatten - ein paar große Unterschiede. Du kannst eine recht sichere Erkennung realisieren, wenn die Person aus der Nähe bei definierter Beleuchtung aufgenommen wird. So gilt z.B. die "3D-Face ID" von Apple als relativ sicher. Dafür muss aber das Gesicht vorher mit unterschiedlicher Beleuchtung aus verschiedenen Winkeln aufgenommen werden.

Bei der Gesichtserkennung am Bahnhof hast Du als Vorlage beliebige Fotos und auch unverdächtige Personen werden nicht beim Gehen gerade in eine Kamera schauen. Wären die Chinesen in der Lage, unter solchen Bedingungen Personen mit Sicherheit zu erkennen, würden sie nicht neu bei Visa Fingerabdrücke verlangen.

Gruß

Alfons


Alfons Grünewald

1984 lässt grüßen... (o.w.T)

geschrieben von: TobiNRW

Datum: 13.01.20 23:20

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: In Summe verstehe ich das nicht.

geschrieben von: BR752

Datum: 14.01.20 00:28

Alfons Grünewald schrieb:
Da gibt es - wie einige User schon festgestellt hatten - ein paar große Unterschiede. Du kannst eine recht sichere Erkennung realisieren, wenn die Person aus der Nähe bei definierter Beleuchtung aufgenommen wird. So gilt z.B. die "3D-Face ID" von Apple als relativ sicher. Dafür muss aber das Gesicht vorher mit unterschiedlicher Beleuchtung aus verschiedenen Winkeln aufgenommen werden.

Bei der Gesichtserkennung am Bahnhof hast Du als Vorlage beliebige Fotos und auch unverdächtige Personen werden nicht beim Gehen gerade in eine Kamera schauen. Wären die Chinesen in der Lage, unter solchen Bedingungen Personen mit Sicherheit zu erkennen, würden sie nicht neu bei Visa Fingerabdrücke verlangen.

Hallo Alfons,

isoliert gesehen wuerde ich dir Recht geben. Was mich aber stutzig gemacht hat ist, dass die Geld auszahlen. Das ist ein Vorgang der eigentlich die hoechsten Sicherheitskriterien erfuellen muss.

Ich bin mittlerweile der Meinung, dass die Gesichtserkennung an deutschen Bahnhoefen eine Geschichte ist wie der BER. Andere Firmen und Staaten koennen mehr, aber hier soll das nicht klappen?

Ich denke, dass es GEEIGNETE Kameras gibt die wohl auf ein paar zehn Meter scharfe Fotos machen koennen. Vielleicht hat ja nur Huawai das im Angebot? *smile*

Bei der ETH Zuerich haben wir Gesichts- und Emotionserkennung gesehen die so gar nicht zu den hier beschriebenen "geht nicht" Aussagen passt. Selbst mit viel Schauspielerei war es nicht moeglich den gefuehlten Gesichtsausdruck (Freude oder Miese Laune) zu ueberspielen. Jeder Mensch waere darauf reingefallen die Kameras (respektive Software) hat es immer wieder das echte Gefuehl richtig erkannt. Erschreckend!

Auch gibt es die ganze Software die auffaelliges Verhalten interpretieren kann/soll um so Straftaten oder Auffaelligkeiten vorher zu erkennen.

Wenn man das alles gesehen hat, dann faellt es einem schwer diesen Dilettantismus zu glauben. ;-)

Und wenn es doch um die "noch zu schnellen Bewegungen" der Reisenden geht, dann macht man es so wie in Frankreich oder den Niederlanden: Einfach Vereinzelungsanlagen an den Bahnsteigen. Das wird ja nicht gegen die Menschenrechte verstossen, sonst duerften die das nicht. Da steht der Reisenden fuer 3 Sekunden still und man kann ihn sehr gut erkennen. Und die 30 Sekunden in der er in der Schlage davor steht noch besser.

Ich gehe davon aus, dass hier in Deutschland entweder die Dilettanten des BER am Werk sind oder man nicht alles sagt. Meiner persoenlichen Erfahrung mit Biometrierkennung ist da wesentlich mehr moeglich.

BTW: Jede 50 Euro Kamera hat eine halbwegs funktionierende Gesichtserkennung und das Privatnetzwerk von Hr. Zuckerberg kann doch auch den Gesichtern auf Bildern Namen zuordnen, sobald das einmal getaggt wurde.

Oder noch ein Beispiel: Waehrend in Deutschland alte Technologien wie WLAN in Zuegen eingebaut werden soll oder es gar keinen Mobilfunkempfang gibt, haben anderen Staaten einen flaechendeckenden Mobilfunkempfang im Zug. Von der S-Bahn/RE/IC bis in den Tunnel hinein. - Diesen Gedankengang einfach mal auf die Gesichtserkennung im oeffentlichen Raum uebertragen. *gruebel*

Viele Gruesse

BR752

http://www.wohlfuehlbahnhoefe.de/img2214_m1.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.20 00:29.

Re: In Summe verstehe ich das nicht.

geschrieben von: Traumflug

Datum: 14.01.20 01:15

BR752 schrieb:
Auch gibt es die ganze Software die auffaelliges Verhalten interpretieren kann/soll um so Straftaten oder Auffaelligkeiten vorher zu erkennen.

Wenn man das alles gesehen hat, dann faellt es einem schwer diesen Dilettantismus zu glauben. ;-)
Es geht nicht um Dilettantismus, sondern darum, dass zum einen die Technik nicht leisten kann was nicht leistbar ist und zum anderen diese Art der Verbrechensbekämpfung ein Albtraum ist. Beispiel: Menschen vollautomatisch zu einer zweistündigen Visite auf dem Polizeirevier verurteilen, weil sie sich wie ein typischer Taschendieb bewegt haben. Geschäftstermin geplatzt, hochgezogene Augenbrauen beim Chef wegen der Polizeiauffälligkeit, beim nächsten Vorfall Entlassung.

Der Film "Minority Report" hat das mal recht eindrücklich cineastisch aufbereitet. Lässt man da die tollen Kinoeffekte weg, bleibt nur ein mulmiges Gefühl. Ein sehr mulmiges Gefühl. Ausser für die ich-habe-nichts-zu-verbergen-Fraktion, natürlich, bis die mal selbst dran sind.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Recht so!

geschrieben von: leonberger

Datum: 14.01.20 11:01

Ich Möchte in Sicherheit leben, und Wer nichts zu verbergen hat, der hat nichts zu befürchten.
Ich frage mich schon was für Probleme die Linken wiedermal haben, eine Grund muss ihre Angst ja haben... den Rest kann man sich denken.

Das chinesische Sozialkredit-System...

geschrieben von: leonberger

Datum: 14.01.20 11:04

...könnte man auch gut an unsere Verhältnisse anpassen. Es spricht viel dafür dass die Eingriffsschwellen geringer und das Verhalten besser leben, und gerade der linksgrünen Propaganda, die früher oder später unsere Industrie zerstört, sollte dringend Einhalt geboten werden.

Re: In Summe verstehe ich das nicht.

geschrieben von: kmueller

Datum: 14.01.20 11:50

BR752 schrieb:
Ich denke, dass es GEEIGNETE Kameras gibt die wohl auf ein paar zehn Meter scharfe Fotos machen koennen. Vielleicht hat ja nur Huawai das im Angebot? *smile*
...
Wenn man das alles gesehen hat, dann faellt es einem schwer diesen Dilettantismus zu glauben. ;-)

Oder noch ein Beispiel: Waehrend in Deutschland alte Technologien wie WLAN in Zuegen eingebaut werden soll oder es gar keinen Mobilfunkempfang gibt, haben anderen Staaten einen flaechendeckenden Mobilfunkempfang im Zug. Von der S-Bahn/RE/IC bis in den Tunnel hinein. - Diesen Gedankengang einfach mal auf die Gesichtserkennung im oeffentlichen Raum uebertragen. *gruebel*
Man arbeitet sicher schon daran.

Der logische Weg wäre, jedem an der Gesichtserkennung teilnehmenden Fahrgast für diese Leistung eine Gebühr abzunehmen, die vergleichbar ist mit der Differenz deutscher und anderer europäischer Mobilfunktarife.
Habe gerade im SWR einen kurzen Beicht gesehen, daß es auch schon Firmen gibt die Kleidung herstellen, die das ganze wieder aushebeln.
Mäntel die mit Mustern bedruckt sind, die die Gesichtserkennungssoftware nicht von realen Gesichtern unterscheiden kann und daher dauernd ziwschen all denen hin und her spingt und doch nichts zuverlässig efasst. Oder Mützen mit integrierten infrarot LED, die die Kameras so blenden daß sie das Gesicht nicht in ausreichender Schärfe usw sehen kann. Oder Mäntel aus wärmeisolierendem Stoff den auch das Militär verwendet, um die Wärmesignatur so zu reduzieren daß einem Wärmebildkameras nicht mehr erkennen können.
Wir sind also nicht ganz verloren.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.20 12:14.

Das kann nur Satire sein

geschrieben von: VT

Datum: 14.01.20 12:23

Zumindest würde Satire das Phänomen Leonberger erklären.

Falls nicht und dir unser demokratisches, föderales und zum Glück auch subsidiäres System und damit unser Land derart zuwider sind, besteht jederzeit die Möglichkeit auszuwandern. Keiner wird gezwungen hier zu bleiben.
Unsere Freiheit ist ein hohes Gut und ermöglicht es auch dir nach deiner Facon woanders glücklich zu werden.
Oder du bleibt hier und leistet deinen Beitrag zur Integration indem du unsere Werte und Normen akzeptierst.
Sowas dachte ich auch, da wird sicher nicht Google Earth mäßig großflächig fotografiert, sondern wenn das Militär oder der Geheimdienst wirklich will, alle verfügbaren Resourcen zusammen geschaltet, um einen klar definierten kleinen Bereich mit größtmöglicher Auflösung zu bekommen.

http://www.trainweb.org/railphot/x-hikashi2.gif

Re: Warum will er das eigentlich?

geschrieben von: kmueller

Datum: 14.01.20 12:54

Alfons Grünewald schrieb:
Nietenreko schrieb:
Möchte er hier Totalüberwachung einführen? Was macht er, wenn Verdächtige jetzt künftig nicht mehr Bahn fahren oder fliegen?
Und was mache ich als Unverdächtiger (hoffe ich jedenfalls), wenn ich nicht erkannt werden will?
Wird man belangt, wenn man sein Gesicht unkenntlich macht, z. B. durch eine der in Japan häufig getragenen Mundschutz-Masken?

In Österreich würdest Du dich mit so einer Maske schon strafbar machen, wenn Du kein ärztliches Attest hast. Dort mussten schon Maskottchen in Tier-Verkleidung bei Firmenfeiern auf einem öffentlichen Parkplatz verboten ...
Darf man sich denn auf überwachten Plätzen noch schneuzen? Oder nur mit ärztlich attestierter Grippe, nur mit durchsichtigem Taschentuch oder nur von Oktober bis Februar?

Ich auch! Deswegen DAGEGEN!

geschrieben von: Peter

Datum: 14.01.20 13:08

Hallo!

leonberger schrieb:
Ich Möchte in Sicherheit leben, und Wer nichts zu verbergen hat, der hat nichts zu befürchten.
Ich frage mich schon was für Probleme die Linken wiedermal haben, eine Grund muss ihre Angst ja haben... den Rest kann man sich denken.
Ich bin KEIN linker - und moechte auch in Frieden leben. Und gerade deswegen bin ich gegen totalitaere Ueberwachung.

Die Menschen in der Tuerkei dachten z. B. auch, die haetten nichts zu befuerchten - Herr E. galt als Muster-Demokrat.
Doch als er an der Macht war, wendete sich das Blatt - und etablierte Mechanismen werden gegen die eigene Bevoelkerung eingesetzt.

Oder wie es Emil Gustav Friedrich Martin Niemoeller (1892 - 1984), deutscher evangelischer Theologe und führender Vertreter der Bekennenden Kirche sowie Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Präsident im Ökumenischen Rat der Kirchen, anfänglich dem Nationalsozialismus positiv gegenüberstehend, während des Kirchenkampfes und seit 1938 als Häftling im Konzentrationslager Sachsenhausen allmählich Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, so treffend formulierte:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Soll heissen: Wehret den Anfaengen, wenn es um Eingriffe in Freiheitsrechte des Buergers geht!

Es geht niemanden etwas an, wer wann wo mit wem und warum unterwegs war!
Begruendete anlassbezogene Kontrollen - gern!
Aber anlasslose, unbegruendete Kontrollen ohne wirklichen Sicherheitsgewinn (die Schubser haetten diese Kameras nicht verhindert)?
Da sei Gott vor!

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.
De David schrieb:
Sowas dachte ich auch, da wird sicher nicht Google Earth mäßig großflächig fotografiert, sondern wenn das Militär oder der Geheimdienst wirklich will, alle verfügbaren Resourcen zusammen geschaltet, um einen klar definierten kleinen Bereich mit größtmöglicher Auflösung zu bekommen.
Im Prinzip ja. Allerdings wäre (wir sind schon weit OT) zu beachten, dass das mit den "verfügbaren Ressourcen" doch arg limitiert ist: Die Satelliten haben ja ganz konkrete langfristig festgelegte Orbitalbahnen und notwendigerweise nur Treibstoff für "normale", technisch notwendige Bahnkorrekturen an Bord. Himmelsmechanik ist ganz anders als die Bewegung auf der Erde. Man kann also nicht eben mal umdisponieren - und "stationär parken" in der geringen Höhe auch nicht, die MÜSSEN mit ihrer hohen Geschwindigkeit weiterfliegen, denn sie haben keine Bremsen, und selbst wenn sie unsinnigerweise welche hätten, würden sie sofort und direkt abstürzen.
Traumflug schrieb:
alice schrieb:
Die restlichen 10 bis 20% kann man getrost durch menschliche Kontrolleure gegenchecken.
Wir reden hier nicht von Zugangskontrollen zu einem Hochsicherheitstrakt, sondern von öffentlichen Plätzen. Bei 200.000 Reisenden würden 10% Fehlerquote 20.000 Personenkontrollen bedeuten, jeden Tag. Jede persönliche Kontrolle 10 Minuten, macht 3.300 Mannstunden pro Tag oder im Schnitt 500 Polizisten gleichzeitig im Einsatz. 16 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, für einen einzigen grösseren Bahnhof. Völlig indiskutabel.
Man muss ja nicht alles erkennen. Die Erkennung läuft automatisch bei jeder Kamera ab. In Bahnhöfen werden sicherlich mehr Kameras hängen als nur eine. Auf dem Weg vom Eingang bis zum Zug passiert jemand bestimmt mehrere Kameras. Eine erkennt die andere nicht, die nächste wieder. Wenn der Kerl im Bahnhof herum läuft wird ihn eine Kamera immer wieder aufnehmen und die Erkennung laufen lassen. Wenn bei x mal Erkennung der Alarm los geht, kann man ja schon mal jemanden zu dem hin schicken. Wenn bei einem eine Kamera Alarm schlägt aber danach gar nichts mehr passiert, kann man es als Fehlalarm interpretieren.

Wenn man davon abkommt, dass alles zu 100% immer und überall funktionieren muss, dann wird man nie neue Technologien einführen, denn diese brauchen Zeit zu reifen. Man kann diese Technik durchaus anfänglich als Unterstützung der Fußstreifen verwenden. Die Kollegen zu Fuß sehen ja auch nicht alles, die Kameras aber weit mehr, wenn auch nicht alles. Wäre aber für die Kieberer schon eine enorme Verbesserung. Wenn man sich aber nicht einfach nur auf das Buzzword der Gesichtserkennung beschränkt, sondern auf die Erkennung von Verhalten, dann hilft eine solche Überwachung den Kieberern noch weit mehr.

Nicht, dass ich erpicht wäre, dass solche Systeme kommen. Aber der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, auch was die Überwachungsmöglichkeiten angeht. Ich denke da z.B. auch an RFID in Karten, also Bankkarte, Krankenkassenkarte, Ausweis, Pass usw. Durch verteilte Empfänger in Bahnhöfen könnte man diese aktivieren und auslesen. Dann Abgleich mit dem Videobild, Abgleich mit sozialen Netzwerken usw... Und solche Scherze gibt es zuhauf, nicht nur Kameras. 1984 hat schon längst begonnen. Die Chinesen machen es vor.

Re: Ich auch! Deswegen DAGEGEN!

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 14.01.20 16:10

Daumen hoch!

Und zu "Wer nichts zu verbergen hat, der hat nichts zu befürchten" hätte ich noch einen Link. Was so mit Daten alles passieren kann...

Amsterdam gilt seit jeher als Musterbeispiel gelungener Stadtplanung. Bereits 1851 begann die Stadt, systematisch Daten der Bevölkerung zu erheben, um optimal ihre Ressourcen zu verteilen. Fürs "Bevolkingsregister" gaben die Einwohner bereitwillig Beziehungsstatus, Beruf und Religionszugehörigkeit an. 1936 stieg man sogar auf die Datenerfassung mit einem hochmodernen Lochkartensystem um. 1939 aktualisierte eine Volkszählung das Stadtregister nochmals.

Im Mai 1940 rissen die einmarschierten deutschen Besatzer das Register an sich und ermittelten anhand dieses Datenschatzes in wenigen Tagen fast alle jüdischen Einwohner. Ein Großteil der rund 100 000 Amsterdamer Juden wurde ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Von einem Tag auf den anderen entschied ein Marker im Big-Data-Pool über Leben und Tod. Zuvor hatte 90 Jahre lang niemand etwas zu verbergen gehabt - schließlich diente die Erfassung ja dem Wohl aller.

Das sind die ersten zwei Absätze aus [www.heise.de]

Re: Das chinesische Sozialkredit-System...

geschrieben von: D 2027

Datum: 14.01.20 17:01

leonberger schrieb:
..und gerade der linksgrünen Propaganda, die früher oder später unsere Industrie zerstört, sollte dringend Einhalt geboten werden.
Da würde ich Deiner Stelle lieber beten, dass dieses System nicht so kommt. Wir linksgrün-versifften - also für Dich alles links der AfD - sind nämlich die Mehrheit und dann bist Du nach der Einführung eines Scores für sozial unerwünschtes Verhalten und der Abschaffung einiger Artikel unseres Grundgesetzes derjenige der im Arbeitslager landet.

Steineklopfende Grüße

Erik

Alles kann passieren, alles ist möglich. Die Welt ist groß und wir sind wunderschön!

Die verlorene Verbindung zum Heimatplaneten

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 15.01.20 10:09

Huch, den hatte ich ja übersehen...

leonberger schrieb:
Zitat:
..und gerade der linksgrünen Propaganda, die früher oder später unsere Industrie zerstört, sollte dringend Einhalt geboten werden
Nicht "linksgrüne Propaganda" wird unsere Industrie zerstören, sondern die weltweite schmerzhafte Erkenntnis, dass die Art, wie wir leben (und also auch wie wir wirtschaften und welche Industrie wir dabei entstehen lassen haben), nicht naturgesetzkompatibel ist und gegen die Hausordnung auf der Erde verstößt, wird eine Beendigung dieses unseres Treibens herbeiführen. Zumindest, wenn wir Glück haben und sich diejenigen, die nicht völlig benebelt sind und nicht abgekoppelt von ihrem/unserem Heimatplaneten, global durchsetzen können. Eine kleine Abordnung derer trommelt derzeit bei Siemens an den Werkstoren. Völlig zu Recht.

Wenn wir Pech haben, läuft einfach alles so weiter - bis zu dem Punkt, wo gar nichts mehr geht und das System mangels Ressourcen, die es weiterhin verwerten kann und mangels Lebensraum sowie Nahrung für die 8 Milliarden Menschen und daraus folgenden allgemeinen Kriegszuständen sowieso krachend vor die Wand fährt.

Nun, welches Schweinderl hätten S’ denn gern?

Re: Das chinesische Sozialkredit-System...

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 15.01.20 14:08

Hallo,

Satire - die weltweite Industrie, Allen voran die Autoindustrie kann von mir aus zusammenbrechen und Konkurs gehen, da die Industrie mit ihrer ständigen Forderung nach Wachstum die Lebensgrundlagen der Menschheit zerstört und nicht irgendeine Propaganda, egal welcher Farbe. Wenn dann einige an schwersten Minderwertigkeitskomplexen leidenden Milliardäre etwas weniger Vermögen haben stört es die Menschheit auch nicht weiter.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.01.20 21:41.

Zum Schweinderl "naturgesetzkompatibel"

geschrieben von: Foesse

Datum: 15.01.20 14:42

Radiowaves schrieb:
leonberger schrieb:
Zitat:
..und gerade der linksgrünen Propaganda, die früher oder später unsere Industrie zerstört, sollte dringend Einhalt geboten werden
Nicht "linksgrüne Propaganda" wird unsere Industrie zerstören, sondern die weltweite schmerzhafte Erkenntnis, dass die Art, wie wir leben (und also auch wie wir wirtschaften und welche Industrie wir dabei entstehen lassen haben), nicht naturgesetzkompatibel ist und gegen die Hausordnung auf der Erde verstößt, wird eine Beendigung dieses unseres Treibens herbeiführen. Zumindest, wenn wir Glück haben und sich diejenigen, die nicht völlig benebelt sind und nicht abgekoppelt von ihrem/unserem Heimatplaneten, global durchsetzen können. Eine kleine Abordnung derer trommelt derzeit bei Siemens an den Werkstoren. Völlig zu Recht.

Wenn wir Pech haben, läuft einfach alles so weiter - bis zu dem Punkt, wo gar nichts mehr geht und das System mangels Ressourcen, die es weiterhin verwerten kann und mangels Lebensraum sowie Nahrung für die 8 Milliarden Menschen und daraus folgenden allgemeinen Kriegszuständen sowieso krachend vor die Wand fährt.

Nun, welches Schweinderl hätten S’ denn gern?
Guten Tag,

du beschreibst die Wahrheit! Zustimmung.

Doch einige der von dir gewählten Formulierungen sind geeignet, vorhandene Missverständnisse weiter zu befeuern.

Niemand kann naturgesetzkompatibel ODER naturgesetzinkompatibel handeln.

Denn Naturgesetze waren und sind nicht verhandelbar! Nicht mal im Detail.
Und schon gar nicht mit Juristen.

Sie sind auch keine bloße "Hausordnung", bei der es pragmatisch egal ist, ob Oma Schibulske die Etagentreppe nun bis 28.Februar 23:59 Uhr kehrt, oder dies erst am 29. Februar ab 00:00 Uhr geschieht (und sich Heerscharen überflüssiger Juristen herrlich-bescheuerte Auslegungsschlachten darum liefern, ob das nun jedes Jahr oder nur alle 4 Jahre oder nur zu Weltuntergang oder in geraden Jahren ohne Innotrans gilt...).

Wer die Hausordnung fortgesetzt nicht befolgt, fliegt letztlich raus. Da sind die Naturgesetze unerbittlich.

Umzug kann man gern mit E. Musks Murks-Raketen probieren - und auf dem Mars nach Wasser suchen, sofern man je dort ankommt. Im Kleingedruckten steht dann leider, dass es keine Rückfahrmöglichkeit gibt. Fahrgastrechte und Lounge-Benutzung hin oder her. Nirgendwo ein RMV-Automat, der einem 'ne Tageskarte in solch ferne Übergangstarifgebiete rechtsverbindlich anbietet.

Erhebliche Teile des gesellschaftlichen Diskurses unterstellen bis heute noch immer ein Primat des menschengemacht-zufälligen Gesetzesrahmens (Zufalls-Buchstabensuppen-Eintopf) gegenüber dem tatsächlichen Funktionieren der naturgegebenen, insofern kosmischen Mechanismen. Blöd, klingt nach fetten Bildungslücken.

Kein Mensch kann ohne "Natur", nicht mal eine Sekunde ginge das.

Doch der Kosmos kann aber sowas von völlig problemlos ohne die Menschheit in ihrer ökonomisch fixierten Hybris auskommen - und insbesondere ohne die alten Wachstumssäcke, die in Physik schon immer gepennt hatten...

Ich hätte in der Politik und ihrem Umfeld sehr gerne mehr Naturwissenschaftler bzw. Leute mit entsprechendem Sachhintergrund, die dem oftmals reichlich naiven Aufwuchs an sogenannten Ökonomen und Juristen die Grenzen von deren meist mehrfach beschränkten Denk-, Sprach- und Weltbildern aufzeigen.

Auch und insbesondere im Verkehrs- und ÖV-Bereich, wo es an "alternativen" Schwachsinnsbehauptungen wie "30% mehr Kapazität durch Digitalisierung" ja leider nie mangelte :-(

Go, Greta, go!

Grüße
Foesse

PS:
Schlusspassage vergessen:

Was die 30% angebliche Kapazitätserhöhung durch ETCS sein sollen, das ist auf gleicher Behauptungsbene der "Sicherheitsgewinn" durch Seehofers Dauerbefilmung von uns ÖV-Kunden. Als ob ungetarnte Berufskriminelle bzw. abgedrehte Zufallstäter auf (Haupt-)Bahnhöfe angewiesen wären.
Falls ich jedoch den Horst Seehofer jemals auf oder im Umfeld einer Eisenbahn-Verkehrsstation antreffen sollte, so würde ich ihm - mit oder ohne Kamera - einige Wahrheiten über die Landesverkehrspolitik in BY-Land bzw. der jeweilgen Bundesverkehrsminister flüstern, die ihm vermutlich gar nicht schmecken täten. Den daraufhin verzogen-säuerlichen Gesichtsausdruck bekäme er dann immerhin von den eigenen Kameras gefilmt...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.01.20 15:02.

Re: Da dürfte der Grund liegen

geschrieben von: Pesa Link

Datum: 15.01.20 17:19

D 2027 schrieb:
Und so sehr ich chinesisches Wissen im Bezug auf Kochtechnik zu schätzen weiss, umso mehr weiss ich dass ich chinesische Überwachungstechnik hierzulande sicher nicht haben will.
Ich finde die Idee ansich nicht schlecht. Wenn dadurch Straftaten verhindert werden, dann habe ich da kein Problem mit.

Viele Grüße
Moritz

Anlasslose Überwachung

geschrieben von: Dirk Möller

Datum: 15.01.20 20:01

Pesa Link schrieb:
D 2027 schrieb:
Und so sehr ich chinesisches Wissen im Bezug auf Kochtechnik zu schätzen weiss, umso mehr weiss ich dass ich chinesische Überwachungstechnik hierzulande sicher nicht haben will.
Ich finde die Idee ansich nicht schlecht. Wenn dadurch Straftaten verhindert werden, dann habe ich da kein Problem mit.
OMG, Straftaten werden weder durch "härtere Strafen", noch durch permanente Überwachung verhindert. Ein potentieller Straftäter macht sich darum die wenigsten Gedanken.
Nehmen wir einmal den Fall des Selbstmordattentäers. Der will ja als Carpaccio zu den Jungfrauen, den interessiert es weniger, wenn seine Detonation auf irgendwelchen Servern gespeichert wird.

Mich aber interessiert, dass ich mich überall frei und unüberwacht bewegen kann, nicht auf Grund nicht nachvollziehbarer "Muster" in irgendwelche Fahndungen einbezogen werde etc.

Gruß
Dirk Möller

Wo wir Deutschen hindenken, wächst kein Gras mehr (Kurt Tucholsky)
Hallo,
irgendwann bekommen dann alle Menschen eine Transponder implantiert oder umgeschnallt, um sie lückenlos überwachen zu können?
Die Überwachung nimmt immer krassere Züge an: Neue Automodelle sind bereits permanent per GPS und GSM zu orten.
Angeblich aus Sicherheitsgründen für schnelle Hilfe. Gefragt wird der Kunde nicht.
Soll man dann bald nur noch Fahrrad fahren, mit Pudelmütze und Sonnenbrille oder einem Helm mit Visier, um nicht permanent vom Staat verfolgt werden zu können?
Die Fingerabdrücke bei meinem letzten Ausweis waren noch freiwillig, wie lange noch?
Ist schon gelaufen:
[www.personalausweisportal.de]
Zitat
Damit künftig Identitätskontrollen auch bei Zweifeln am Lichtbild wie gewohnt zügig und vor Ort erfolgen können, übernimmt die neue EU-Verordnung die von den Reisepässen bekannte Regelung der verpflichtenden Speicherung von Fingerabdrücken (ausschließlich) im Dokument.

Re: Zum Schweinderl "naturgesetzkompatibel"

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 15.01.20 23:03

Foesse schrieb:Zitat:
Ich hätte in der Politik und ihrem Umfeld sehr gerne mehr Naturwissenschaftler bzw. Leute mit entsprechendem Sachhintergrund
Hilft heute leider fast nichts - ist halt Politik und den entsprechenden Zwängen unterworfen. Dr. rer. nat. Angela Merkel... schau Dir doch an, wie sie sich windet. Sie weiß alles - und kann im bestehenden System offenbar nicht mehr machen, als das Elend, das beim Thema "Klimaschutz" noch in Deutschland geblieben ist. Das dürfte für sie selbst doppelt schwer erträglich sein: als Naturwissenschaftlerin mit dem Wissen ausgestattet und als praktizierende Christin mit dem Bedürfnis zur Bewahrung der Schöpfung - ein wesentlicher Bestandteil christlicher Praxis.

Ein anderer promovierter Naturwissenschaftler, ein Biologe, hat es da gewissermaßen "einfacher". Seine politische Laufbahn währte nur kurz, dafür im damaligen Chaos mit durchschlagendem Erfolg. Heute ist Michael Succows Stiftung unermüdlich im Einsatz, um anderswo zu retten, was zu retten geht, vor allem: vor der kapitalistischen Endverwertung zu bewahren. Als Politiker wäre ihm solche Produktivität wohl kaum möglich. Als Botschafter, Mahner, Visionär, Fundraiser und Organisator allerdings konnte er sich Beweglichkeit und Effizienz jenseits politischer Fesseln bewahren.
1418 schrieb:
Moin,
Zitat:
Nur mal eine (technische) Frage: In China wird mit der Gesichtserkennung an Bankautomaten Geld ausgezahlt oder im Geschaeft bezahlt. Wenn also (echtes) Geld mit dem Gesicht bezogen werden kann, dann muessen sich die Banken doch sicher sein, dass es funktioniert. Hier in Deutschland wird immer so getan, als ob die Gesichtserkennung noch die Qualitaet eines Universuches hat.
Entweder ich verstehe das nicht, China ist uns um 20 Jahre voraus oder jemand erzaehlt nicht die ganze Wahrheit.
Vielleicht macht es einen Unterschied, om man ein Gesicht aus einem halben Meter Abstand (noch dazu halbwegs in Ruhe) abscannt oder ob man dies aus mehreren Metern Entfernung (meist) in der Bewegung tut.. (?)
Nicht nur das, sondern noch grundlegender: Beim Geldautomaten wird (laut der oben verlinkten Meldung) zusätzlich eine ID- und Handynummer erhoben. Es muss also nur geprüft werden, ob das Gesicht das gleiche ist, das in einer Datenbank diesen Nummern zugeordnet ist. Wenn man Gesichtserkennung am Bahnhof zu Fahndungszwecken betreibt, muss man jedes von der Kamera aufgenommene Gesicht mit allen Einträgen in der Fahndungsdatenbank vergleichen - das sind vermutlich zigtausende. Macht am Geldautomaten also einen paarweisen Vergleich pro Transaktion, vielleicht hundert pro Tag. An einem Bahnhof mit 100.000 Fahrgästen pro Tag sind wir eher in der Größenordnung von Milliarden paarweisen Vergleichen (in der praktischen Umsetzung wird man davon einen großen Anteil wegoptimieren können, daher bitte diese Abschätzung nur als Illustration und nicht als Implementierungsanweisung sehen :-)).
Mit Zugriffen auf Datenbanken mit entsprechenden Entitäten könnte man Personen technisch anhand der IMEI eines mitgeführten Handys ermitteln. RFID-Cips, verbaut in Ausweisen, Autoreifen usw. plaudern auf Anfrage Daten aus, die sich Personen zuordnen lassen. Handys und Autos enthalten oft GPS-Empfänger und somit den Ort der Personen bzw. der Fahrzeuge. Die Gesichtserkennung liefert Daten von Personen, die in einem Umkreis dieser Gegenstände gescannt worden sind und schon hat man zuverlässig einen Hinweis, ob der passende Besitzer einen bestimmten Ort passiert hat bzw. sich dort aufhält.
'1984' sollte eine Warnung sein ...

Kein Handbuch!