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Angemeldet: -

Re: Wie machen es unsere Nachbarn?

geschrieben von: D 2027

Datum: 10.01.20 08:31

Regio ZuB schrieb:
es wurde nun lebhaft von Gegnern und Befürwortern zusammengetragen, was sie gut oder schlecht finden. Ich vermisse allerdings die Er"fahr"ungen aus Frankreich, Italien oder Skandinavien. Wie leben dort die Menschen mit den obligatorischen Reservierungen?

Nun, ich weiss nicht wie der normale Italiener mit seiner Reservierungspflicht umgeht, kann aber dazu eine schöne Anekdote dazu erzählen.

Wir sind vor ein paar Jahren mal aus Albanien zurückgekommen, die Fähre hatte knapp vier Stunden Verspätung und so war der gebuchte Nachtzug von Brindisi nach Mailand natürlich weg. Nach einer Hotelübernachtung sind wir am nächsten Morgen schon sehr früh zum Bahnhof um festzustellen, dass alle Züge für den Tag nach Mailand (inkl. Umsteigeverbindungen) ausgebucht waren.

Glücklicherweise hatten wir einen guten Fahrkartenverkäufer, der uns die Fahrkarten bestmöglich stückelte, lediglich von Ancona nach Bologna blieb ein Stück unabgedeckt für welches er uns riet kurz vor Ancona unter Vorlage des Nachtzugfahrscheins mit dem Zugchef zu sprechen und gemeinsam eine Lösung zu suchen. Das taten wir dann auch und der Capotreno wies uns zwei Behindertenplätze zu, auf denen wir dann gratis (es war ja nicht möglich Fahrkarten zu buchen) weiterreisen durften. Von Bologna nach Mailand nutzten wir dann einen reservierungsfreien IR und die letzten Meter nach Chiasso fuhren wir im EC wieder notgedrungen schwarz bevor wir endlich wieder in der reservierungsfreien Eisenbahnzivilisation ankamen... ging ja nicht anders und es war der letzte Zug.

Ich weiss nicht ob dieses Vorgehen dort Standard ist, aber alle Beteiligten schienen dieses Spiel schon mehr als nur einmal gespielt zu haben. Ob das ein schönes Spiel ist möge jeder selbst beurteilen, uninteressant war es jedenfalls nicht... so bekommt der Fahrgast auch mal etwas Thrill geboten. Trotzdem möchte ich es nicht öfter spielen und eine generelle Reservierungspflicht in D wäre für mich jedenfalls ein Grund keine Eisenbahn zu benutzen..

Erik

Alles kann passieren, alles ist möglich. Die Welt ist groß und wir sind wunderschön!

Re: Ich auch nicht

geschrieben von: 143 828

Datum: 10.01.20 08:42

Christian Snizek schrieb:
143 828 schrieb:
Die Reservierungspflicht ist in Frankreich nur schlecht umgesetzt.
Dort heißt es nämlich "Keinen Platz mehr bekommen? Pech gehabt, fahr ein andermal!" Gut umgesetzt würde es bedeuten, es wird noch ein weiterer Zugteil beigestellt oder ein Entlastungszug im Blockabstand gefahren. Klar, dann bräuchte man mehr Reserven, aber das kommt ja aus dem Wort "Reservierung" schon raus. So eine Pflicht gilt ja in beide Richtungen.
Moin.

Klar doch, machen wir sofort! Eine Vielleicht blöde Frage am Rande:

Wie stellst du dir das vor?

Nehmen wir einmal an, ein doppelter ICE 3 ist komplett ausgebucht. Nun wollen auf einem Zwischenabschnitt noch 4 Fahrgäste in just diesem Zug reisen, was durch die Belegung der Sitzplätze nicht möglich ist. Soweit sind wir uns einig.

Du willst also demnach einen Entlastungszug unmittelbar hinter einem Planzug fahren lassen, weil diese ausgelastet ist?

Ja. Genau so. Wie soll es auch anders gehen, wenn man alle Reservierungen mitnehmen will? Reservierungen müssen ja auch jederzeit umgebucht werden können, beispielsweise bei geplatzen Anschlüssen. Man kann die Leute doch nicht stundenlang auf dem Bahnhof festhalten, nur weil alle Folgezüge ausreserviert sind.

Zitat:
Beispiel:

Basel - Freiburg - Offenburg - Karlsruhe. Zw. Freiburg - Offenburg volle Auslastung: Also nur auf dem Teilstück einen zusätzlichen (Bedarfs-)Zug? Ist jetzt nicht dein Ernst?! Wie viele Trassen/Züge/Personale sollen denn täglich für den (Vielleicht-)Bedarf vorgehalten werden?
Wenn man jemanden verpflichten will, sich auf einen Zug festzulegen (durch Reservierung), dann muss man natürlich auch die entsprechenden Kapazitäten vorhalten.

Re: Wie machen es unsere Nachbarn?

geschrieben von: 143 828

Datum: 10.01.20 08:58

Man könnte den Modal Split vergleichen.
Eines Tages sind wir soweit, dann gibt es eine allgemeine Reservierungspflicht, auch im Nahverkehr, wie zum Beispiel S-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen. Natürlich nur wegen der Sicherheit!

Auch Autos, Radfahrer und Fußgänger werden nur noch auf die Bürgersteige, Straßen und Autobahnen gelassen, wenn noch genügend freie Kapazitäten vorhanden sind. Natürlich kann man sich die freien Kapazitäten vorher auch reservieren. Und wer verschläft und seinen gebuchten Zeitkorridor verpasst, der geht eben an diesem Tag nicht arbeiten, weil im Berufsverkehr Alternativ-Kapazitäten nur schwer zu bekommen sind. Und wem kurzfristig einfällt, samstags noch einkaufen zu müssen, der bekommt freie Zeitkorridore nur noch zwischen 9 und 10 Uhr oder mit viel Glück noch von 19.45 Uhr bis 20.00 Uhr.

Mit zunehmender Technisierung ist alles möglich.

Mein Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

PS: Reservierungspflicht ist ein Freibrief für Verkehrsunternehmen, dass der Fahrgast sich nach den freien Kapazitäten zu richten hat. Mehr nicht!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.20 09:10.
Der nachdenkliche Stromrichter schrieb:
Guten Morgen,

Spätestens dann doof, wenn z.B. irgendwo dein Anschlusszug versäumt wurde und man dir sagt: "Ja, das tut uns jetzt leid - auf den nächsten 5 Zügen in diese Richtung gibt es leider keinen freien Platz mehr."
Hallo, "keinen freien Platz" ist ja vielleicht nicht einmal richtig. Die gesuchte Verbindung geht von München nach Frankfurt. Der erste Zug ist von München bis Ingolstadt voll, der zweite zwischen Würzburg und Aschaffenburg, der dritte zwischen Nürnberg und Würzburg, der vierte von Ingolstadt nach Nürnberg. Alle Züge hätten also auf dem größten Teil des Laufwegs genug frei Plätze und wären womöglich gezwungen, leere Sitze zu transportieren.
Falls es künftig häufiger Probleme wegen überfüllter Züge gibt, die dann umständlich geräumt werden müssen, könnte man neben Sitzplatzreservierungen für ausgewählte (überfüllungsanfällige) Züge auch noch eine in Verbindung mit einer gültigen Fahrkarte kostenfreie "Zugreservierung" einführen. Die Mitfahrt wäre dann nur garantiert, wenn man diesen speziellen Zug oder einen Sitzplatz in diesem Zug reserviert hat. Das müsste natürlich zur Beibehaltung der gewohnten Flexibilität auch noch kurz vor und sogar auch nach der Abfahrt möglich sein, falls auf dem gewünschten Teilstück noch eine ausreichende Kapazität (Sitz- oder Stehplatz) vorhanden ist. Da es kostenfrei wäre, müsste mit irgendwelchen Regeln und Begrenzungen je Fahrkarte / Bahncard / … auch noch das Missbrauchpotential (wenn jemand jeden Tag 1000 kostenfreie Zugreservierungen einholt, oder so) begrenzt werden.

Also relativ viel Aufwand für ein derzeit noch relativ kleines Problem.
Unsere Lieblingseisenbahn verkauft doch schon heute keine Fahrkarten mehr für Züge die ausverkauft sind und bietet ansonsten die Auslastungsanzeige.

Zu diesen Überfüllungen kommt es meistens nur, wenn vorher ein Zug ausgefallen ist oder ein Anschluss nicht gepasst hat. Das Problem löst eine Zwangsreservierung aber nicht. Da müsste man die Leute dann unterbringen bis der nächste Zug fährt oder vergleichbare Alternativen bieten. Zum Beispiel eine Bus/Flugbereitschaft einrichten.
Als ich die Ausführungen zur Sicherheit gelesen hab, kam mir doch noch ein weiterer Gedanke: warum nicht gleich eine Anschnallpflicht in Zügen einführen? Dann passiert bestimmt viel weniger bei einem Unfall. *duckundweg*

Auch Verkehrsminister ...

geschrieben von: Peter

Datum: 10.01.20 11:09

... der CSU koennen lichte Momente haben.
Aber nach dem Maut-Debakel braucht er unbedingt auch mal positive Meldungen.

Wolfram D. schrieb:
Donnerwetter, soviel Vernunft hätte ich ihm gar nicht zugetraut!
Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.

Re: Wie machen es unsere Nachbarn?

geschrieben von: namsos

Datum: 10.01.20 11:17

Ähnliches ist mir 2003 bei der Rückreise auch aus Albanien passiert, die Fähre hatte vier Stunden Verspätung und alle reservierten Anschlußzüge waren weg, am Bahnhof Bari stand vor dem Schalter eine elend lange Schlange und ich beschloß, mit dem nächsten Schnellzug nach Norden mitzufahren. Der Schaffner begnügte sich mit einem Aufschlag auf meine gebuchte Fahrkarte, ich konnte aber trotzdem bis Milano Centrale mitfahren, größtenteils mit Stehplatz, aber ich mußte nicht wieder aussteigen.
VT schrieb:
Unsere Lieblingseisenbahn verkauft doch schon heute keine Fahrkarten mehr für Züge die ausverkauft sind und bietet ansonsten die Auslastungsanzeige.

So sind die Tatsachen. Bei den vergangenen Feiertagen wurde auf hohe Auslastung hingewiesen und eine Reservierung empfohlen. Bei drei roten Männchen ein anderer Zug oder Reisetag. Von jeher ist hohe Auslastung jedem bekannt, Wochenende, Ferienbeginn, Feiertage. Wie schon erwähnt kann man sich nicht immer auf die Minute festlegen und muß den meist den höheren Flexpreis zahlen. Eine Reservierungspflicht würde eher Kunden vergraulen. Oft gibt es auch Überfüllungen die eigentlich keine sind. Alle versammeln sich an der Unterführung bzw. auf Kopfbahnhöfen am Gleisende und zwängen sich möglicht alle durch eine Tür in den Zug. In Braunschweig läßt sich das sogar bei der RB 46 nach Herzberg beobachten. Im Berufsverkehr fahren Doppeleinheiten, der hintere Wagen an der Unterführung voll bis unters Dach, der vordere halb leer. Ein paar Meter Fußweg sind vielen zuviel. Mit ein wenig Nachdenken kann man auch als Fahrgast punktuelle Drängelei und Überfüllung vermeiden und nicht dem Herdentrieb folgen. Mit der heutigen Technik ließen sich auch überfüllte oder komplett reservierte Wagen im ICE auf dem Bahnsteig anzeigen, so daß die Fahrgäste sich auf die anderen Wagen verteilen und damit auch Verspätungen durch Haltezeitüberschreitung vermeiden. Früher gab es bei Bedarf Unterwegsverstärkungen, bei ICE und Wendezügen technisch nicht möglich, die nötigen Wagen und Rg-Lok gäbe es auch nicht und auch nicht den Zeitpuffer dafür.
Nachbemerkung: Auch eine Reservierung kann bei umgekehrter Wagenreihung oder Ersatzfahrzeug chaotisch werden oder es fehlt sogar der halbe Zug.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.20 12:01.

Re: ... und alle jubeln und merken NICHTS ...

geschrieben von: Falk12

Datum: 10.01.20 11:55

bahnratefuchs schrieb:
Hallo.

Stehen ist inakzeptabel. Muss ich im Auto nicht, im Flieger nicht und auf dem Fahrrad auch nicht. Auch als Sitzplatzinhaber ist das inakzeptabel. Ich will nicht auf dem Weg zu WC, Bistro oder Ausgang mich durchquetschen müssen, oder, wenn welche im Gang stehen, Gemäch oder Brüste oder den Ar... in Augenhöhe vor mir haben.

Würde ENDLICH eine Reservierungspflicht eingeführt werden, wären die EVU gezwungen, ENDLICH ausreichende Kapazitäten bereit zu stellen. Nur kostet das natürlich. Fahrzeuge müssen her, Personal muss da sein und die Infrastruktur muss es auch hergeben. Da ist klar, dass der Minister davon natürlich nichts wissen will.

Und die Bahnfreaks? Jubeln ... Bei denen ist der ITF glückseligmachend und der Stundentakt heilig. Hier und da mal Halbstundentakt; alles toll. Und wichtig ist nicht, dass ein Massenverkehrsmittel Massen wegschafft - und zwar mit angemessenem Komfort -, sondern dass irgendwo eine 500-paxe-Strecke reaktiviert wird. Das aber nur, wenn der alte Bahnhof erhalten bleibt und das Formsignal auch. Ansonsten hat man das Gefühl, dass z.B. ein 15- oder 10-Minuten-Takt im FV verboten ist oder dass ein NV-Zug keine 15 Wagen haben darf. Und außerhalb des geheiligten Taktes darf schon gar nicht was verkehren.


Aber was will man auch erwarten ... Es reicht ja, sich an den Erstkontakt mit dem ÖPNV zu erinnern. Und sich anzuschauen, wie noch heute Schülerverkehr hierzulande organisiert wird: uralte Busse, völlig überfüllt, am Steuer gern Rentner oder Hausfrau. Wer so sozialisiert wird, der stellt auch später keine Ansprüche. Und jubelt also mit, wenn der Minister verkündet, dass er die auch in Zukunft nicht zu erfüllen gedenkt.

Schöne Grüße
Hallo,

so hätte ich es besser schreiben sollen, das trifft es besser.

Bääääääh, Maaaaamiii!

geschrieben von: Der nachdenkliche Stromrichter

Datum: 10.01.20 12:15

Servusla,

mal abgesehen davon, dass der Ersatzzug ohne angezeigte Reservierungen das in der Regel auch am nächsten Halt noch ist, bestätigt dein Beitrag wunderschön meine Theorie des deutschen Bahnreisenden:

Das wichtigste an der Reservierung ist, einem anderen zuvor zu kommen, selber das Handtuch als Erster auszubreiten (denkt an den Strand im Sommer!), sich dabei ganz toll zu fühlen wenn man dann selber auf andere herab schauen kann. Daher auch deine unterschwellige Angst, dass dir etwas weg genommen werden könnte - Mami, der böse Junge hat einen Lolli und ich nicht!

Was für ein lächerlicher Bullshit und was für ein mieser Charakter liegt dem irrsinnigen Spiel doch zu Grunde! Im Sandkasten das Förmchen nicht bekommen zu haben scheint viele Deutsche noch bis ins hohe Alter zu verfolgen...

Freundliche Grüße
Tobias

Du genießt die ruhige samtene Kraftentfaltung, die satte Beschleunigung, das leise Summen begleitet harmonisch den ungebrochenen Drang zur Bewegung. Du lehnst Dich zurück und weißt:

Nichts...bewegt Dich wie eine Drehstromlok !

Re: Bääääääh, Maaaaamiii!

geschrieben von: def

Datum: 10.01.20 12:46

Der nachdenkliche Stromrichter schrieb:Zitat:
Servusla,

mal abgesehen davon, dass der Ersatzzug ohne angezeigte Reservierungen das in der Regel auch am nächsten Halt noch ist, bestätigt dein Beitrag wunderschön meine Theorie des deutschen Bahnreisenden:

Das wichtigste an der Reservierung ist, einem anderen zuvor zu kommen, selber das Handtuch als Erster auszubreiten (denkt an den Strand im Sommer!), sich dabei ganz toll zu fühlen wenn man dann selber auf andere herab schauen kann. Daher auch deine unterschwellige Angst, dass dir etwas weg genommen werden könnte - Mami, der böse Junge hat einen Lolli und ich nicht!
Nein, das wichtigste an einer Reservierung ist, in Ruhe seine Bahnfahrt absolvieren zu können, ohne befürchten zu müssen, diese stehend oder alle halbe Stunde den Sitzplatz wechselnd verbringen zu müssen. Die "unterschwellige Angst" basiert auf realen Erfahrungen.

Davon abgesehen: Genau mein Humor. Du ergötzt Dich einen ganzen Beitrag darin, auf andere herabzuschauen. Und unterstellst ihnen dann, sie würden ein konkretes Verhalten nur an den Tag legen, um auf andere herabzuschauen. Wie heißt es doch so schön? Zeigst Du mit dem Zeigefinger auf andere, zeigen drei andere Finger auf Dich. Denk mal drüber nach.

Zitat
Was für ein lächerlicher Bullshit und was für ein mieser Charakter liegt dem irrsinnigen Spiel doch zu Grunde!
Aber auf andere herabschauen - das machen nur andere, richtig? Du würdest sowas niemals tun!

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.20 12:47.
sprinter schrieb:
"Wir wollen eine echte Bürgerbahn. Da wäre eine Reservierungspflicht das falsche Signal".
Ist sicherlich richtig, aber zur Bürgerbahn fehlt noch viel mehr, da wäre die Reservierungspflicht das geringste Hindernis. In erster Linie viel Mehr Kapazität auf der Schiene. Dazu passt es super, dass die Gelder für Investitionen für die kommenden Jahre gesenkt wurde.

Re: ... und alle jubeln und merken NICHTS ...

geschrieben von: kossmann

Datum: 10.01.20 13:34

bahnratefuchs schrieb:
Würde ENDLICH eine Reservierungspflicht eingeführt werden, wären die EVU gezwungen, ENDLICH ausreichende Kapazitäten bereit zu stellen. Nur kostet das natürlich. Fahrzeuge müssen her, Personal muss da sein und die Infrastruktur muss es auch hergeben. Da ist klar, dass der Minister davon natürlich nichts wissen will.
Wieso hat noch niemand vorgeschlagen, die Staus auf deutschen Autobahnen dadurch zu beseitigen, indem man auf den stauanfälligen Strecken Reservierung vorschreibt ?
Falk12 schrieb:
ich weiß nicht was daran vernünftig ist??? wir sind das einzige Land der Welt, das keine Reservierungs-und damit Sitzplatzpflicht im HVG hat. Das ist schon aus Sicherheitsgründen völlig unvernünftig!! Oder glaubt wirklich jemand, das es toll ist, wenn in den Pendlerzügen die Leute am Freitag, Sonntagnachmittag und Montagfrüh in den Eingangstüren sitzen oder sonst wie die Gänge blockieren, das das gut ausgeht, wenn es zu einem Unfall kommt? Genauso wenig, wie man zusieht, das in den NGT Zügen riesige Koffer in die Schalen über den Plätzen der Reisenden platziert werden, die im Fall eines Zusammenstoßes mit einem anderen Zug oder einem Hindernis auf der Strecke den gegenüberliegend sitzenden Reisegast erschlagen
Solche Gefahren (wenn sie denn so gravierend sind) sind nicht mit Reservierungspflicht für den Reisenden zu bekämpfen, sondern durch Auflagen (und Kontrollen beim Betreiber) zur tatsächlichen Belegung des Zugs.

Beispiel: Maschine von Düsseldorf Richtung Barcelona steht 15 Minuten, dann kommt eine Durchsage. 'Wir warten noch auf den Ersatz für ein erkranktes Besatzungsmitglied. Erst wenn der Kollege da ist, dürfen die letzten 20 Passagiere einsteigen.' 20 weitere Minuten später ging es dann los.

Hintergrund: es gibt Vorschriften, wieviele Flugbegleiter mitfliegen müssen und diese Zahl hängt von der Anzahl Passagiere ab. Analog könnte man verordnen, daß die Besetzung auf NBS maximal 105% betragen darf und darüber zu räumen ist (statt nach Lust und Laune des Zugchefs).

Re: ... und alle jubeln und merken NICHTS ...

geschrieben von: kmueller

Datum: 10.01.20 14:09

bahnratefuchs schrieb:
Und die Bahnfreaks? Bei denen ist der ITF glückseligmachend und der Stundentakt heilig....Ansonsten hat man das Gefühl, dass z.B. ein 15- oder 10-Minuten-Takt im FV verboten ist oder dass ein NV-Zug keine 15 Wagen haben darf.
Die Bahnfreaks verhindern weder den dichten Takt noch den extralangen NV-Zug. Das erste verbietet der DB-Betreibswirt und das zweite derjenige beim Besteller.

Re: Wie machen es unsere Nachbarn?

geschrieben von: nozomi07

Datum: 10.01.20 14:15

namsos schrieb:
Ähnliches ist mir 2003 bei der Rückreise auch aus Albanien passiert, die Fähre hatte vier Stunden Verspätung und alle reservierten Anschlußzüge waren weg, am Bahnhof Bari stand vor dem Schalter eine elend lange Schlange und ich beschloß, mit dem nächsten Schnellzug nach Norden mitzufahren. Der Schaffner begnügte sich mit einem Aufschlag auf meine gebuchte Fahrkarte, ich konnte aber trotzdem bis Milano Centrale mitfahren, größtenteils mit Stehplatz, aber ich mußte nicht wieder aussteigen.
Genau meine Erfahrung aus Frankreich und Italien: Einfach einsteigen, und sobald der Zug rollt geht man zum Schaffner und erzählt seine Leidensgeschichte. Ich habe nie(!) erlebt, dass ich hätte aussteigen müssen. Und ich habe fast jedesmal irgendwo einen Sitzplatz gefunden.

Zwangsreservierung ist das dümmste, was man sich überhaupt ausdenken kann.

Re: Wie machen es unsere Nachbarn?

geschrieben von: kmueller

Datum: 10.01.20 14:35

Regio ZuB schrieb:
es wurde nun lebhaft von Gegnern und Befürwortern zusammengetragen, was sie gut oder schlecht finden. Ich vermisse allerdings die Er"fahr"ungen aus Frankreich, Italien oder Skandinavien. Wie leben dort die Menschen mit den obligatorischen Reservierungen?
Zu Skandinavien folgendes selbst erlebte Beispiel von einer Reisebürotour mit Scanrailpässen, Reservierungen gebucht bei der DB am Bonner Hbf:

Nach der Nachtfahrt incl. Fähre Berlin-Malmö (das gabs damals noch!) stand ein X2000 nach Stockholm an. O Schreck, die Sitze unserer Gruppe (ein gutes Dutzend) waren alle schon besetzt: doppelt reserviert. Zugchefin nach kurzem Nachdenken: 'Wir sind ziemlich voll, aber heute ist Samstag, da kommen kaum Geschäftsreisende. Gehen Sie einfach alle in die erste Klasse und suchen Sie sich dort freie Plätze!"

Auf der Rückfahrt sollte es per (reservierungspflichtigem) Tageszug von Oslo nach Malmö gehen, von dort mit Bus zum Hafen, per Fähre nach Dänemark hinüber, vom Anleger zum Kopenhagener Hbf, und dann weiter nach Hamburg (die feste Verbindung gabs noch nicht). Da hatten wir alle Bammel, ob wir mit den diversen lokalen Verkehrsmitteln zurecht kommen würden (Bezahlmittel, Sprache, Koffer etc.) Beim Einsteigen in Oslo aber war erstaunlicherweise am Bahnsteig als Ziel des Zuges nicht 'Malmö' ausgeschildert, sondern – 'Kopenhagen'. Genaueres Hinsehen erbrachte, daß er unterwegs geteilt und eine Hälfte schon nördlich Kopenhagen (von Helsingborg nach Helsingoer) übergesetzt werden würde. Also trauten wir uns, vom norwegischen Schaffner einen Platzwechsel zu erbitten. 'Aber natürlich, gehen Sie einfach nach hinten durch!'

Ich glaube, beim Kaiser würde es weniger entspannt zugehen.

Es fehlt auch noch der Rest der Geschichte. Durch die Abkürzung waren wir zwei h früher als geplant in Kopenhagen. Dadurch hätten einige Mitreisende aus Bremen noch den (nicht eingeplanten) letzten IC nach Hamburg bekommen und gegen Mitternacht zuhause sein können. Das wurde nach Durchsicht der Tickets und Reservierungen vom Zugpersonal verweigert: nur mit Nachzahlung des vollen Fahrpreises. Also mußten sie mit dem Rest der Gruppe 3h im Bahnhof herumsitzen, dann mit den anderen den Nachtzug Richtung NRW nehmen, und am frühen Morgen (wie gebucht) von Dortmund aus nach Bremen zurückfahren.

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