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Die Deutsche Bahn (DB) erneuert auf rund zwanzig Kilometern die Schienen der Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin. Vom 24. Januar bis 14. Februar ist der Abschnitt zwischen Nahrstedt und Gardelegen nur eingleisig befahrbar. Dadurch kommt es teilweise zu Haltausfällen in Berlin‑Spandau, Stendal und Wolfsburg sowie zu geänderten Fahrzeiten. ICE- und IC-Züge fahren auf der Strecke zwischen 20 und 60 Minuten länger als sonst. In der ersten Woche der Bauarbeiten (24. bis 31. Januar) sind hauptsächlich Züge in der Nacht betroffen, in den letzten beiden Wochen (1. bis 14. Februar) auch Züge am Tag.

[www.deutschebahn.com]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.20 16:19.
Hier zeigt sich, dass es ein Fehler war, die Lehrter Stammbahn nicht zu elektrifizieren und besser in die SFS, durch mehr Übergangspunkte einzubinden.

Wer billig baut, braucht für den Schaden nicht zu sorgen - oder wie war das?
Radagast schrieb:
Hier zeigt sich, dass es ein Fehler war, die Lehrter Stammbahn nicht zu elektrifizieren und besser in die SFS, durch mehr Übergangspunkte einzubinden.
Das Problem hat die DB auch erkannt - vor allem, da auf der SFS zwei Abschnitte der Festen Fahrbahn so schlecht gebaut wurden, dass sie schon nach 25 Jahren saniert werden müssen.

Um die Züge nicht via Magdeburg umleiten zu müssen, konnte die DB den Bund dafür gewinnen, das Projekt Lehrter Stammbahn doch noch aus der Schublade zu holen:
bis ca. 2027 sollen die beiden kritischen SFS-Abschnitt auf der Stammbahn umfahrbar sein, bis 2034 soll die gesamte Stammbahn elektrifiziert sein plus ein neues, paralleles Gleis im Trappenschutzgebiet (wo es z.Zt. nur die SFS, aber keine Stammbahn gibt). Alle Infos unter:
[bauprojekte.deutschebahn.com]
ICE- und IC-Züge fahren auf der Strecke zwischen 20 und 60 Minuten länger als sonst.

Sind mit 'sonst' die sonst üblichen Fahrzeitstreckungen gemeint, also Verzögerungen und Behinderungen bei den Verspätungen in den Baustellen- und Umleitungsfahrplänen? ;D

Irgendwas ist auf Berlin - Hannover doch immer und ich denke es wird auch in Zukunft so bleiben.

Gruß, Olaf

(,“)
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Wow, in nur 14 Jahren...

geschrieben von: 1.Bauserie

Datum: 08.01.20 06:05

Hallole!

La-Stelle schrieb:
> bis ca. 2027 sollen die beiden kritischen SFS-Abschnitt auf der Stammbahn umfahrbar sein, bis 2034 soll die gesamte Stammbahn elektrifiziert sein plus ein neues, paralleles Gleis im Trappenschutzgebiet

Wie lange hat der Bau der Strecke vor 150 Jahren gedauert?

Gruß
1.Bauserie


Fahr lieber mit der BUNDESBAHN

Re: Wow, in nur 14 Jahren...

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 08.01.20 11:35

1.Bauserie schrieb:
Wie lange hat der Bau der Strecke vor 150 Jahren gedauert?

Für alle den der Rückblick auf 150 Jahre überfordert, könnte die Frage ausreichend sein wie lange für die SFS benötigt wurde.
Die Antwort: Trotz schwieriger Startverhandlung gegen Ende der 1980er Jahre, also noch mit der Betonkopfführung der DDR, und trotz späterer Neuplanung nach der Einheit, weniger als 14 Jahre.

Und um die Schläfrigkeit in einem weiteren Beispiel zu dokumentieren:
Im Sommer 2013 war das Elbhochwasser, welches für Monate die Sperrung der SFS zur Folge hatte. Die Trasse der Lehrter Bahn war dagegen wesentlich früher wieder befahrbar.

Damals wurde als Lehre aus dem Ereignis der Ausbau der Lehrter Bahn gefordert.
Man stelle sich vor:
2014 hätte man den Ausbau beschlossen und ab 2015 wäre die Planung sowie in der Folge die Planfeststellung erfolgt. Irgendwann so um 2018 oder 2019 wäre es zum Baubeginn gekommen. Wir wären jetzt auf der Zielgeraden was die Kapazitäts- und Leistungssteigerung dieser Achse betrifft.
In Wirklichkeit sind wir aber auf der Zielgeraden dieses Vorhaben um mehr als 10 Jahre plus X zu verpennen.

Warum eigentlich?
Was hält uns bei so etwas immer so lange auf?


Grüßle,
Dirk



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.20 11:40.

Re: Wow, in nur 14 Jahren...

geschrieben von: Frank Schönow

Datum: 08.01.20 11:49

Dirk Mattner schrieb:

Warum eigentlich?
Was hält uns bei so etwas immer so lange auf?


Grüßle,
Dirk

Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen und Bürokratie

schönen Gruß vom Frank

Re: Wow, in nur 14 Jahren...

geschrieben von: Dirk Mattner

Datum: 08.01.20 12:13

Hallo nochmals.

Frank Schönow schrieb:
Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen und Bürokratie

Das ist sicherlich richtig, wobei ich den Faktor "Bürokratie" mit eingerechnet hatte, weshalb in der genannten Zeitachse wir selbst mit einem Beschluss von 2014 heute noch mit dem Bau nicht fertig wären, dieser jedoch zumindest in absehbarer Zeit dann doch abgeschlossen werden könnte.

In Wirklichkeit haben wir aber nichts.


Der optimale Zeitplan hätte so ausgesehen:
- 2013 Hochwasser
- 2014 Beschluss und Planungsbeginn
- 2015 Planbeschluss und Baubeginn
- 2017/18 Fertigstellung zum Fahrplanwechsel

Und das wäre noch nicht einmal eine "Chinesische Lösung" (die ich trotz hoher Effektivität nicht gutheiße).

Grüßle,
Dirk

Re: Wow, in nur 14 Jahren...

geschrieben von: Wuhlheider

Datum: 08.01.20 12:55

Dirk Mattner schrieb:
Was hält uns bei so etwas immer so lange auf?
Die Demokratie und das Geltungsbedürfnis einiger Bewegungen

Re: Wow, in nur 14 Jahren... Stammbahn nach Hochwasser

geschrieben von: PeGe

Datum: 08.01.20 13:08

Dirk Mattner schrieb:
1.Bauserie schrieb:
Wie lange hat der Bau der Strecke vor 150 Jahren gedauert?
Für alle den der Rückblick auf 150 Jahre überfordert, könnte die Frage ausreichend sein wie lange für die SFS benötigt wurde.
Die Antwort: Trotz schwieriger Startverhandlung gegen Ende der 1980er Jahre, also noch mit der Betonkopfführung der DDR, und trotz späterer Neuplanung nach der Einheit, weniger als 14 Jahre.

Und um die Schläfrigkeit in einem weiteren Beispiel zu dokumentieren:
Im Sommer 2013 war das Elbhochwasser, welches für Monate die Sperrung der SFS zur Folge hatte. Die Trasse der Lehrter Bahn war dagegen wesentlich früher wieder befahrbar.

Damals wurde als Lehre aus dem Ereignis der Ausbau der Lehrter Bahn gefordert.
Man stelle sich vor:
2014 hätte man den Ausbau beschlossen und ab 2015 wäre die Planung sowie in der Folge die Planfeststellung erfolgt. Irgendwann so um 2018 oder 2019 wäre es zum Baubeginn gekommen. Wir wären jetzt auf der Zielgeraden was die Kapazitäts- und Leistungssteigerung dieser Achse betrifft.
In Wirklichkeit sind wir aber auf der Zielgeraden dieses Vorhaben um mehr als 10 Jahre plus X zu verpennen.

Warum eigentlich?
Was hält uns bei so etwas immer so lange auf?


Grüßle,
Dirk
Hallo zusammen,
Eine Anmerkung zur von mir im Text markierten Stelle.
Die frühere Befahrbarkeit der Stammbahn nach dem Hochwasser hatte mit der Gleisbettung zu tun. Die Schotterbettung ist schneller ausgetrocknet und war leichter zu überarbeiten. Bei der festen Fahrbahn wusste man nicht wie es darunter aussieht und es mussten langwierige Analysen und Proben durchgeführt werden - also eine neue Stammbahn mit fester Fahrbahn hätte das selbe Problem.

Wo es mir graut ist 2021. Wenn da eine Flut wieder ansteht und es zu Sperrungen auf SFS + Stammbahn kommt und die Elbebrücken bei MD noch in Bau sind, siehe Link
:Magdeburg Elbeflutbrücken: wg. Sanierung April - Sep 2021 voll gesperrt
Dann braucht Berlin wieder Rosinenbomber.

Fröhliches Schaffen
PG

Re: Wow, in nur 14 Jahren... Stammbahn nach Hochwasser

geschrieben von: Yilmaz

Datum: 08.01.20 15:51

Ausbau Stammstrecke in konventioneller Fahrbahn geplant; siehe auch oben verlinktes Dokument der DB...

Was mir bei den Plänen auffiel, ist der doch irgendwie minimalistische Ausbau (weiter Kreuzungen des Regionalverkehrs über die SFS, um bestimmte Bahnhöfe zu erreichen, wenig zweigleisige Begegnungsabschnitte auf der (dann elektrifizierten) Stammbahn..
Yilmaz schrieb:
Ausbau Stammstrecke in konventioneller Fahrbahn geplant; siehe auch oben verlinktes Dokument der DB...

Was mir bei den Plänen auffiel, ist der doch irgendwie minimalistische Ausbau (weiter Kreuzungen des Regionalverkehrs über die SFS, um bestimmte Bahnhöfe zu erreichen, wenig zweigleisige Begegnungsabschnitte auf der (dann elektrifizierten) Stammbahn..

Ich verstehe auch nicht warum die Stammbahn nicht nach Inbetriebnahme der SFS zwischen Stendal und Wustermark Rbf komplett zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert wurde. Güter- und Regio auf der Stammbahn und den HGV auf der SFS. Verbindungen sichern den Verkehr bei Havarien und Bauzuständen.
Ein ähnliches Elend ist ja die Strecke Stendal - Salzwedel - Uelzen, da geht der zweigleisige Wiederaufbau auch nur kleckerweise.

schönen Gruß vom Frank

Re: Wow, in nur 14 Jahren... Stammbahn nach Hochwasser

geschrieben von: Yilmaz

Datum: 08.01.20 18:07

Eben!
Ein Traum wäre natürlich ein durchgehender viergleisiger Ausbau im Richtungsbetrieb..
Aber a. gibt es dafür wahrscheinlich zu wenig Verkehr und b. hat man sich das eventuell beim Bau der sfs verbaut..

Re: Wow, in nur 14 Jahren...

geschrieben von: bsbw

Datum: 08.01.20 22:28

"Die Demokratie und das Geltungsbedürfnis einiger Bewegungen"

Naja, Demokratie und Bürgerbeteiligung möchte ich schon gern behalten.

Ich wünschte mir aber beim Thema Verkehr eine Planung für ganz Deutschland nach einem definierten Anforderungsprofil. Und dann eine Umsetzung VÖLLIG UNABHÄNGIG von den sich alle Jahre ändernden Mehrheitsverhältnissen in Bund und Länder. Einmal "gemeinsam" beschlossen, müssen solche Projekte dann eben auch durchgezogen werden. Infrastrukturplanung ist wohl nichts für eine Legislaturperiode. Da sind 20 Jahre einfach mal völlig normal. Zumal ja seit mindestens 30 Jahren politisch immer wieder beteuert wird, die Schiene spielt eine wichtige Rolle. Interessant finde ich was gerade in Österreich abgeht. Wir sollten auch einfach beschließen, dass auf der A2, A8 und A9 ein LKW FAHRVERBOT besteht um unsere schöne Landschaft zu schützen.
Wuhlheider schrieb:
Dirk Mattner schrieb:
Was hält uns bei so etwas immer so lange auf?
Die Demokratie und das Geltungsbedürfnis einiger Bewegungen
Könntest Du zu Deiner gewagten Behauptung bitte auch Belege bringen?!

Ich habe an der Lehrter Stammbahn bisher keine nennenswerten "Bewegungen" mit Protesten o.ä. vernommen.

Ich erlebe hier eine überforderte Planungsabteilung bei DB Netz, die von vorneherein mit einem erschreckend langgestreckten Zeitplan arbeitet. Ob das an Inkompetenz oder personeller Unterbesetzung liegt, vermag ich von außen nicht zu beurteilen.

Sicherlich brauchen auch die anderen Institutionen wie Länderbehörden und das EBA zu lang.

Auf der anderen Seite basiert unsere Konsensdemokratie darauf, immer Mehrheiten der Gesellschaft bei Entscheidungen mitzunehmen. Ein zeitintensiver Weg, der aber offenbar bisher für gesellschaftliche Stabilität gesorgt hat.

Nichtsdestotrotz sehe ich Entschlankungs- und Beschleunigungspotential in Planungsverfahren - aber nicht zuerst bei der öffentlichen Beteiligung!

Re: Wow, in nur 14 Jahren... Stammbahn nach Hochwasser

geschrieben von: VT605

Datum: 09.01.20 08:34

Frank Schönow schrieb:
Ich verstehe auch nicht warum die Stammbahn nicht nach Inbetriebnahme der SFS zwischen Stendal und Wustermark Rbf komplett zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert wurde. Güter- und Regio auf der Stammbahn und den HGV auf der SFS. Verbindungen sichern den Verkehr bei Havarien und Bauzuständen.
Ein ähnliches Elend ist ja die Strecke Stendal - Salzwedel - Uelzen, da geht der zweigleisige Wiederaufbau auch nur kleckerweise.

War alles geplant und noch einiges mehr Anfang der 90 Jahre, dann fanden Kohl und Waigel das schwarze Loch im Bundeshaushalt nach der Wiedervereinigung und es musste gespart werden... Die ursprünglich geplante Elektrifizierung der Stammstrecke erkennt man noch an den aufgestellten Fahrleitungsmasten zwischen Mieste und Miesterhorst.
Wer billig kauft, kauft 2 mal. Musste der Platzhirsch nicht vor ein paar Jahren auf dieser Strecke etliche Schwellen tauschen weil die zerbröselten?

An die Besteller von Verkehrsleistungen: Wer eine werksneue Mercedes S-Klasse bestellt sollte nicht nur einen Trabant bezahlen wollen.